DE368660C - Verfahren zur Herstellung von Schieferplatten oder Schieferfassonstuecken aus zerkleinertem Rohschiefer - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Schieferplatten oder Schieferfassonstuecken aus zerkleinertem RohschieferInfo
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Classifications
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Description
- Verfahren zur Herstellung von Schieferplatten oder Schi eferfassonstücken aus zerkleinertem Rohschiefer: Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von gepreßten Körpern aus zerkleinertem Rohschiefer unter Verwendung harzhaltiger oder harzähnlicher Bindemittel. Es ist schon bekannt; Schiefer in Pulverform zu mahlen und dann dieses Schiefermehl unter Zusatz von geeigneten Bindemitteln (z. B. Harz, Schellack, Kopal) zu Platten oder bestimmten Körpern (z. B. Isolationsformstücken für die Elektrotechnik) zu formen oder zu pressen. Da solche Formstücke eine verhältnismäßig nicht große Bruchfestigkeit aufweisen, hat man- auch, schon versucht, durch Beimengungen von Asbest, Textilfasern, Holzmehl u. dgl. die Bindekraft der zu pressenden Formstücke zu erhöhen. Wenn dies auch durch diese Maßnahme bis zu einem gewissen Grade erreicht wurde, so lösen aber auch diese Zuschläge Nachteile aus, die sich in der hygroskopischen Eigenschaft der gepreßten Masse äußerten. Eine solche Masse war für elektrotechnische Zwecke naturgemäß nur in bestimmten Grenzfällen verwendbar.
- Die vorliegende Erfindung geht nun von dem Grundgedanken aus, die natürliche Struktur und Festigkeit des Schiefers nach Möglichkeit zu erhalten und die Isolierfähigkeit zu erhöhen. Während man bisher anstrebte,, ein Schiefermehl von möglichst gleichmäßiger Beschaffenheit zu gewinnen, sucht vorliegende Erfindung im Gegensatze zu den älteren Verfahren durch möglichste Erhaltung der natürlichen Struktur in den zum Preßverfahrenverwendeten Schieferstückchen eine größere Festigkeit der gepreßten Formstücke zu erzielen.
- Das Ausgangsprodukt für das vorliegende Verfahren ist demnach nicht Schieferpulver oder Schiefermehl, sondern Schiefer in granulierter Form bzw: in Form von Schiefersplittern.
- Versuche haben nämlich ergeben, da.ß solche Splitterschiefer sich bei Zuschlag von geringen Mengen an Bindemitteln (etwa 5 bis To Prozent) zu Körpern beliebiger Form von außerordentlicher Festigkeit; größter Isolierfähigkeit, bester Polierbarkeit und der Möglichkeit nachträglicher Bearbeitung (Anbohrung, Abdrehung, Zerteilung usw.) pressen lassen und daß die Befürchtung, däß `die Splitter in der Presse unter hohem Drücke zu amorpher Masse zermalmt werden, nicht zutrifft. Vielmehr sind die Splitter in dem gepreßten Körpermehr oder minder vollständig erhalten; daraus erklärt sich der geringe Zuschlag an erforderlichenBindemitteln, der zum Abpressen der Splitter in beliebige Körperformen genügt. Bei Verwendung von Schieferfehl zu Preßkörpern muß ein weit höherer Zuschlag von Bindemitteln erfolgen.
- Die Verwendung der Splitter als -Ausgangsstoff hat den weiteren- Vorteil; daß man: Metallsowie - Kiesadern im Schiefer verhältnismäßig leicht entfernen kann. Daher ist die Isolationsfähigkeit von Preßkörpern aus Splitterschiefer leicht auf einen höheren Grad zu bringen.
- Das Verfahren spielt sich in folgender Weise Der aus dem Schieferbruch kommende Schiefer oder von anderen Arbeitsstätten stammende Schieferabfall wird auf maschinellem Wege in Splitterform übergeführt. Alsdann -werden die noch in der Masse befindlichen Splitter, welche Metall- oder Kiesadern aufweisen, ausgeschieden, entweder von Hand oder durch an sich bekannte maschinelle Einrichtungen. Die Splitter werden dann in Mischtrommeln mit dem Bindemittel (z. B. Harz in $üssigei oder Pulverform) gemischt. Diese Mischung ist lagerfällig und kann nach Bedarf abgepreßt werden.
- Die Pressung dieser Masse zu Platten für beliebige Verwendungszwecke (Wandverkleidungen, Billardplatten, Widerstände und Schalttafelplatten) oder Formkörpern beliebiger Art erfolgt zweckmäßig in heißen Pressen unter einem Druck von etwa xoo bis =5o kg/qcm. Die heißePresse erweicht die Bindemasse soweit, daß sie sich innig mit den abzupressenden Splittern verbindet.
- Die so abgepreßten Körper sind sofort verwendbar und bearbeitungsfähig. Sie können geschliffen, gebohrt und poliert werden, nehmen jeden Farbenanstrich an, sind wasser-und ölfest und haben infolge nahezu restloser Ausscheidung der Metalladern eine noch höhere Isolierfähigkeit gegen elektrische Einwirkungen wie Naturschiefer. Die nach diesem Verfahren hergestellten Pießplatten oder Preßköiper bilden einen vollen Ersatz für Marmor; sie sind demnach mit gleicher Sicherheit für Schalttafeln zu verwenden, zumal sie bei ihrer großen Festigkeit in Platten von den größten Abmessungen hergestellt werden können.
- Das Arbeitszeugnis bastelt in einer Platte oder einem Formstück aus Schiefer, bai welchem der Schiefer in Form von Splittern in der gepreßten Masse eingelagert ist.
Claims (1)
- PATENT-ANsBRUcH Verfahren zur Herstellung von Schieferplatten oder Schieferfassonstücken aus zerkleinertem Rohschiefer unter Verwendung harzhaltiger :oder harzähnlicher Bindemittel, dadurch gekennzeichnet, daß der Rohschiefer zu Schiefersplittern zerkleinert, wird und daB diese Splittei unter Beigabe des Bindemittels in zweckmäßig heißen Pressen zu Platten oder Fassonstücken gepreßt werden.
Priority Applications (1)
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| DE368660C true DE368660C (de) | 1923-03-23 |
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1921
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