DE3688496T2 - Verfahren zur Entfernung von Verunreinigungen aus Abgasemissionen. - Google Patents

Verfahren zur Entfernung von Verunreinigungen aus Abgasemissionen.

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DE3688496T2
DE3688496T2 DE86308127T DE3688496T DE3688496T2 DE 3688496 T2 DE3688496 T2 DE 3688496T2 DE 86308127 T DE86308127 T DE 86308127T DE 3688496 T DE3688496 T DE 3688496T DE 3688496 T2 DE3688496 T2 DE 3688496T2
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Description

    Gebiet der Erfindung
  • Diese Anmeldung ist eine Continuation-in-part der Anmeldung mit der Ser.-Nr. 610 505, angemeldet am 15. Mai 1984.
  • Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf das Entfernen von störenden Komponenten wie SO&sub2; und NOx aus einem heißen bewegten Gasstrom. Im besonderen ermöglicht die Erfindung das Entfernen von Schwefeldioxid (SO&sub2;) und Stickstoffoxiden (NOx) aus Rauchgasen von industriellen und Energieversorgungs-Quellen.
  • Hintergrund der Erfindung
  • Schwefeldioxid und Stickstoffoxide werden täglich in sehr großen Mengen durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen erzeugt und kehren nach der Oxidation in der Atmosphäre im sogenannten "sauren Regen" zur Erde zurück. Die höheren Säureanteile des Niederschlags in den Fallwinden großer SO&sub2;- und NOx-Quellen in Form bedeutender Industriegebiete hat einen beträchtlichen negativen ökologischen Einfluß in vielen Teilen der Welt. Die Fische vieler Seen und Flüsse in diesen Gebieten sind verschwunden, entweder durch direkte Vernichtung oder durch Durchbrechung ihrer Nahrungskette. Die Flora ist auch zerstört. Viele andere langfristige und kurzfristige Auswirkungen sind noch in der Erforschung und alle Einwirkungen rufen große Sorge hervor.
  • Die bedeutendsten vom Menschen erzeugten SO&sub2;- und NOx-Quellen sind zurückzuführen auf das Verbrennen von Kohle und Erdölerzeugnissen. Alle fossilen Brennstoffe enthalten Schwefel und die beliebtesten Brennstoffqualitäten sind die Varietäten mit niedrigem Schwefelgehalt, da beim Verbrennen von schwefelhaltigen Brennstoffen der vorhandene Schwefel SO&sub2; bildet, mit den damit verbunden ökologischen Problemen. Stickstoffoxide werden während des Verbrennungsprozesses selbst erzeugt, hauptsächlich von dem Stickstoff in der Luft, und können bis zu einem gewissen Grade durch Beeinflussung der Verbrennungsbedingungen gesteuert werden. Etwas NOx wird nichtsdestoweniger auch bei den besten praktischen Bedingungen erzeugt.
  • Verursacht durch die die Erdölversorgung der Welt betreffenden gegenwärtigen Unsicherheiten und die auf jeden Fall begrenzte Versorgung, werden andere Energiequellen gesucht, um die Energiebedürfnisse der Welt aufzutanken, die kontinuierlich zunehmen. Eine ohne weiteres verfügbare Energiequelle, die zur Zeit noch nicht völlig ausgenutzt wird, ist Kohle. Viel der nicht abgebauten Kohle ist ungenutzt, bedingt durch ökologische Bedenken, weil Kohle gewöhnlich einen unannehmbar hohen Schwefelgehalt aufweist. Dies ist ein Problem, weil geschätzt wurde, daß 95 Prozent des in Kohle enthaltenen Schwefels beim Verbrennen SO&sub2; bildet, der in die Umwelt abgegeben wird.
  • In den letzten Jahrzehnten wurde für das Entfernen von SO&sub2; aus Rauchgasen viel Interesse gezeigt und viele Systeme zur SO&sub2;-Entfernung aus Rauchgasen wurden entwickelt. Viele große Kraftwerke wurden mit einigen Arten von Systemen zur SO&sub2;-Entfernung ausgerüstet.
  • Der Wirkungsgrad dieser Entschwefelungsversuche ist im allgemeinen ungenügend, um ökologischen Schaden in großem Umfang zu verhindern. In einem Report für die Vereinigung zur Kontrolle der Luftverschmutzung im Jahr 1978 untersuchte William H. Megonnel von der Nationalen Vereinigung der Elektrischen Gesellschaften in einem Artikel mit der Überschrift "Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit von Schwefeldioxidwäschern" die derzeit in der Energieversorgung in Betrieb befindlichen Systeme. Von zweiunddreißig als betriebsfähig eingestuften Energieversorgungsbetrieben verwendeten praktisch alle irgendeine Variation eines kohlensauren oder alkalischen Waschverfahrens, das letztenendes die Sammlung von SO&sub2; als Calciumsulfit umfaßte. In dem übrigbleibenden Beispiel wurde das "Wellman-Lord Allied Chemical"-System verwendet, das die SO&sub2;-Rückgewinnung und -reduktion zu Schwefel mit einem Wirkungsgrad von 90 Prozent umfaßte.
  • Der hauptsächliche Mangel dieser Systeme ist der beim Betrieb erreichte, unannehmbar geringe Wirkungsgrad der Entfernung, zum Beispiel im Durchschnitt etwa 75 Prozent in den angeführten Beispielen. Weil Nordamerika bedingt durch ökonomische und politische Gründe gezwungen ist, auf mehr und mehr Kohle als Energiequelle umzustellen, was Kohle mit höherem Schwefelgehalt einschließt, ist der dargelegte Wirkungsgrad der Entfernung unzureichend, um ökologische Schäden von großem Ausmaß zu verhindern.
  • In den Jahren seit dem Megonnell-Bericht wurden die Wirkungsgrade in einigen Systemen verbessert, aber die Verwendung von Kohle nahm auch zu. Dadurch nahm die gesamte Emission, mit der die Atmosphäre belastet wurde, zu. Die einzige Zahl, die wirklich bedeutungsvoll ist, ist die Gesamttonnage der Schwefeloxid- und Stickstoffoxidemissionen. Wenn diese nicht signifikant sinkt, wird die gegenwärtige Situation der Verschmutzung sich nicht ändern, ungeachtet der angeführten Wirkungsgrade.
  • In der großen Mehrzahl der in Verwendung befindlichen Systeme zur SO&sub2;-Entfernung wird die saure Beschaffenheit einer wäßrigen Lösung von SO&sub2; verwendet, um das SO&sub2; in Form von Sulfit oder Bisulfit durch die Reaktion mit einem basischen Material wie Calciumoxid oder -hydroxid oder durch Reaktion mit einem Carbonat, wie Kalkstein oder Dolomit, abzufangen. In einigen Fällen wird das Sulfit-Produkt mit atmosphärischem Sauerstoff zum unlöslichen Sulfat oxidiert.
  • Weitere Forschung wurde bei verschiedenen trockenen Verfahren, katalytischen Verfahren und Verfahren, die Zusätze zum Brennstoff einschließen, durchgeführt. Aber bis heute wurde von diesen weiteren Verfahren wenig praktischer Gebrauch gemacht, obwohl die Nachteile der vorher beschriebenen Carbonat- oder Hydroxid-Waschvorgänge großes Interesse an alternativen Reinigungsprozessen hervorgerufen haben.
  • Stickstoffoxide wurden mit unterschiedlichem Erfolg durch eine sehr große Anzahl von Verfahren im Labormaßstab entfernt, oft auf sehr unökonomischen Wegen unter Verwendung von teuren Reagenzien. Die verwendeten Verfahren umfassen die trockene katalytische Reduktion oder Oxidation, Naßwaschen mit basischen Lösungen oder Aminen und Waschen mit wäßrigen oxidierenden Lösungen. Die für die Entfernung von Stickstoffoxiden verwendeten Verfahren sind sehr verschieden und es scheint, daß relativ wenige Verfahren in die praktische Verwendung umgesetzt wurden, wobei der Schwerpunkt auf der Entfernung von SO&sub2; lag, was allgemein in größeren Mengen vorhanden ist und leichter durch herkömmliche Verfahren entfernt werden kann.
  • Allgemein sind die Naßwaschverfahren, besonders die Verfahren unter Verwendung von wäßrigen, oxidierenden Lösungen, die einzigen Systeme, die ohne weiteres für die gleichzeitige Entfernung von NOx und SO&sub2; verwendbar sind.
  • Mehrere amerikanische Patente und ein kanadisches Patent offenbaren verschiedene Systeme zur Behandlung von Gasströmen.
  • In US-Patent Nr. 4 294 928, veröffentlicht am 13. Oktober 1981, beschreibt Tamony et al. ein Verfahren zum Entfernen von Stickstoffoxiden aus einem kalten Gasstrom durch Injizieren von überschüssigem Chlor in Gegenwart von Wasser in flüssiger Phase in den Gasstrom und anschließendem Waschen des reagierten Gasstromes mit einer wäßrigen Waschlösung für Stickstoffdioxid. Im besonderen sieht Tamony et al. vor, daß die Reaktion zwischen dem Gasstrom und dem Chlor bei einer Temperatur vorzugsweise zwischen 10ºC und etwa 50ºC stattfindet. Selbst in dem breitesten offenbarten durchführbaren Bereich ist angegeben, daß die Reaktion bei einer Temperatur geringer als dem Siedepunkt des Wassers oder der während der Oxidation vorhandenen wäßrigen Lösung stattfindet (Spalte 1, Zeilen 42 bis 45). Die Reaktion von Chlor mit dem Gasstrom muß in Gegenwart von Wasser in flüssiger Phase stattfinden (Spalte 1, Zeilen 30 bis 32). Der Grund für diese Beschränkung ist in Spalte 2, Zeilen 34 bis 40 angegeben, wo darauf hingewiesen wird, daß die Geschwindigkeit der Oxidation als bedeutend erhöht gefunden wurde, wenn das Chlor dem Gasstrom in Gegenwart von Wasser in flüssiger Phase zugefügt wurde. Das ist auch nachdrücklich in Spalte 1, Zeile 63 betont, wo angegeben wird "Das vorhandene Wasser muß in der flüssigen Phase vorliegen". Die in den Spalten 1 und 2 folgende Theorie betont nachdrücklich die Gründe, warum Tamony et al. glauben, daß das Wasser in der flüssigen Phase vorliegen muß.
  • Das Verfahren von Tamony et al. leidet an mehreren deutlichen Nachteilen. Erstens, wie aus der in Spalte 2 offenbarten Reaktion zu ersehen ist, ist es nur auf Stickstoffoxide anwendbar und, wenn der Gasstrom andere als Stickstoffoxide enthält, gibt es keine Gewißheit, daß diese anderen Komponenten oxidiert werden. Zweiten muß das Verfahren von Tamony et al. in Verbindung mit einem Kühlturm durchgeführt werden. Es ist auch einige Verweilzeit in dem Kühlturm erforderlich, um eine gründliche Oxidation sicherzustellen (s. Spalte 2, Zeilen 44 bis 51). Drittens, da das Verfahren von Tamony et al. mit Wasser in flüssiger Phase durchgeführt werden muß, würde es für einen weiten Bereich industrieller Anwendungen nicht anwendbar sein.
  • US-Patent Nr. 2 481 241, veröffentlich am 6. September 1949, Rapson et al., offenbart grundsätzlich, daß zu Mischungen von Chlor und Chlordioxid hinzugefügtes Schwefeldioxid mit der Mischung reagieren wird. Rapson et al. offenbaren auch die Reaktion von Chlor mit Schwefeldioxid. Jedoch findet nichts davon bei erhöhten Temperaturen statt. Rapson et al. waren im wesentlichen mit dem Entfernen von Chlor aus gasförmigen Mischungen, die Chlordioxid, Chlor und Wasserdampf enthalten, befaßt, was nicht relevant ist für das beanspruchte Verfahren.
  • US-Patent Nr. 3 803 390, veröffentlicht am 9. April 1974, Gooch, offenbart speziell ein Verfahren, das eine Oberflächenreaktion darstellt, und zwar reagiert das molekulare Gas mit den Oberflächenmolekülen des partikulären Materials, um Bereiche mit veränderten Oberflächencharakteristiken zu erzeugen. Mechanismen der Oberflächenchemie, vom chemischen Gesichtspunkt aus, sind auf Reaktionen der heißen Gasphase und Reaktionen in Lösung nicht anwendbar.
  • Das kanadische Patent Nr. 643 389, veröffentlicht am 19. Juni 1962, Murray, lehrt, daß Chlor, hypochlorige Säure und Calciumhypochlorit in Lösung mit Schwefelwasserstoff, Methylmercaptan, Methylsulfid und Methyldisulfid reagieren können (Seite, Zeilen 27 bis 28). Das Murray-Patent offenbart nur eine Reaktion in flüssiger Phase (Seite 3, Zeilen 20 bis 24). Das kanadische Patent bezieht sich auch eher auf eine Desodorierung als auf die Behandlung von Verunreinigungen in einem heißen Rauchgasstrom und bezieht sich nicht auf SO&sub2; oder NOx Das kanadische Patent Nr. 1 168 025 beschreibt ein Verfahren, das in gewisser Hinsicht dem der vorliegenden Erfindung ähnlich ist, jedoch ohne deutliche Angabe erzielter praktischer Resultate.
  • Zusammenfassung der Erfindung
  • Das Verfahren betrifft das Oxidieren nicht-partikulärer, mit Chlor oxidierbarer Bestandteile, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus SO&sub2;, NO, NO&sub2;, NOx und H&sub2;S in einem heißen Rauchgasstrom, wobei die genannte oxidierte Form der Bestandteile leichter aus dem heißen Rauchgasstrom entfernbar ist, als die nicht oxidierte Form derselben, beinhaltend das Einspritzen von genügend Chlor und Wasser in gasartiger oder flüssiger Form in den Gasstrom, während der Gasstrom sich auf einer Temperatur von mehr als 200ºC befindet, um mit den mit Chlor oxidierbaren Bestandteilen zu reagieren und zu ermöglichen, daß die Gasstrom/Chlor-Mischung während einer Zeitdauer reagiert, die ausreicht, um zu ermöglichen, daß ein signifikantes Ausmaß der Oxidation der Bestandteile stattfinden kann. Insbesondere können Gasströme mit Temperaturen zwischen 200ºC und 650ºC behandelt werden.
  • Das Verfahren umfaßt eine Waschbehandlung mit Wasser, bei einem pH kleiner oder gleich 7, die sich an die Oxidationsbehandlung mit Chlor anschließt, um den Entfernungsgrad der Bestandteile zu erhöhen. Molverhältnisse von Cl&sub2;/NO oder Cl&sub2;/SO&sub4; von etwa 0.5 bis etwa 5.0 können bei der Oxidation der Gasstrombestandteile wie NO und CO&sub2; verwendet werden. Vorzugsweise liegen die Molverhältnisse zwischen etwa 1.0 bis 2.0.
  • Zeichnung
  • Fig. 1 veranschaulicht ein Flußdiagramm, das die Abfolge einer Laborausstattung veranschaulicht, die benutzt wurde, um die Leistungsfähigkeit des Verfahrens nachzuweisen.
  • Fig. 2 veranschaulicht die Verkörperung einer Ausführungsform des Verfahrens zur Verwendung als System zur Rauchgasreinigung, wie es von einem elektrischen Energieversorgungsunternehmen oder einem vergleichbaren großtechnischen Anwender verwendet werden würde.
  • Fig. 3 veranschaulicht in graphischer Form die Reaktion von NO mit Cl&sub2; über einen definierten Temperaturbereich sowohl in als auch ohne Gegenwart von Wasserdampf.
  • Fig. 4 veranschaulicht in graphischer Form die Reaktion von NO mit Cl&sub2; (bei geringeren Konzentrationen) über einen definierten Temperaturbereich in und ohne Gegenwart von Wasserdampf.
  • Fig. 5 veranschaulicht in graphischer Form die Reaktion von NO mit Cl&sub2; in Gegenwart von Wasserdampf bei 409ºC.
  • Fig. 6 veranschaulicht in graphischer Form die Reaktion von NO mit Cl&sub2; in Gegenwart von Wasserdampf bei 450ºC.
  • Fig. 7 veranschaulicht in graphischer Form die Reaktion von SO&sub2; mit Cl&sub2; in Gegenwart von Wasserdampf bei 200ºC.
  • Die Fig. 8 und 9 veranschaulichen die Reaktion von Fig. 7 bei Temperaturen von 400ºC und 450ºC.
  • Fig. 10 veranschaulicht in graphischer Form den Einfluß von SO&sub2; auf die NO-Entfernung durch Cl&sub2; in Gegenwart von Wasserdampf bei 400ºC.
  • Fig. 11 veranschaulicht in graphischer Form den Einfluß von NO auf die SO&sub2;-Entfernung durch Cl&sub2; in Gegenwart von Wasserdampf bei 400ºC.
  • Fig. 12 veranschaulicht in graphischer Form den Einfluß des Waschens mit Wasser nach dem Reagieren von NO mit Cl&sub2; in Gegenwart von Wasserdampf bei 450ºC.
  • Fig. 13 veranschaulicht in graphischer Form den Einfluß des Waschens mit Wasser nach dem Reagieren von SO&sub2; mit Cl&sub2; in Gegenwart von Wasserdampf bei 450ºC.
  • Fig. 14 veranschaulicht in graphischer Form den Einfluß von SO&sub2; auf die NO-Entfernung durch Cl&sub2; in Gegenwart von Wasserdampf bei 200ºC, gefolgt durch das Waschen mit Wasser.
  • Fig. 15 veranschaulicht in graphischer Form den Einfluß von NO auf die SO&sub2;-Entfernung durch Cl&sub2; in Gegenwart von Wasserdampf bei 200ºC, gefolgt durch das Waschen mit Wasser.
  • Fig. 16 veranschaulicht in graphischer Form den Einfluß von NO auf die SO&sub2;-Entfernung durch Cl&sub2; bei 450ºC, gefolgt durch das Waschen mit Wasser.
  • Ausführliche Beschreibung der Erfindung
  • Das Verfahren zur Gasstromreinigung soll störende Bestandteile des Gases oxidieren und sie dabei schwerflüchtig oder viel leichter absorbierbar machen. Das Verfahren kann zur gleichzeitigen Entfernung oder Reduzierung der vorhandenen Anteile der folgenden Bestandteile verwendet werden; SO&sub2;, NOx, H&sub2;S, Ammoniak, Quecksilber und andere metallische Dämpfe, obwohl es für jeden Fachmann offensichtlich ist, daß dieses in keiner Weise eine komplette Liste der leicht oxidierbaren Verbindungen ist, die aus Gasströmen entfernt werden können. Aufgrund des pH oder der chemischen Zusammensetzung der in dem Verfahren verwendeten Waschlösungen werden durch das Verfahren fast alle sauren oder basischen Verbindungen, genauso wie Halogene, aus dem Gasstrom entfernt.
  • Gasströme mit Temperaturen von zumindest 200ºC können erfindungsgemäß behandelt werden. Hervorragende Ergebnisse werden mit Gasströmen erzielt, die Temperaturen zwischen 200ºC und 650ºC aufweisen. Chlor/Schwefeldioxid-Verhältnisse von zumindest 1.0 sind bevorzugt.
  • Das Verfahren kann durch einen trockenen, elektrostratischen Ausfällapparat oder eine Sackkammer in Standardausführung, betrieben bei der Temperatur des Gasstromes eingeleitet werden. Die Aufgabe des Ausfällapparates oder der Sackkammer, falls verwendet, ist das Entfernen von Feststoffteilchen aus dem Gasstrom, was notwendig wäre bei der Verwendung dieses Verfahren als Rauchgasreinigungssystem. Ein Hochenergie-Naßwäscher kann als eine alternative Vorrichtung zum Entfernen von Teilchen als wahlfreier dritter Verfahrensabschnitt verwendet werden, wenn gewünscht. Die Sammlung von Teilchen kann weggelassen werden, wenn gewünscht und ist nicht Gegenstand der Erfindung.
  • Beispiele
  • Eine große Anzahl von Versuchen wurden in einer Laboreinrichtung durchgeführt, die schematisch in Fig. 1 veranschaulicht ist, um die Brauchbarkeit, Leistungsfähigkeit und die Parameter des Anwendungsverfahren nachzuweisen. Die Ergebnisse einer großen Anzahl dieser Versuche sind in den folgenden graphischen Darstellungen und Tabellen veranschaulicht.
  • Meßdaten wurden unter Verwendung der folgenden Geräte erhalten:
  • Beckmann-Modell 951, NO/NOx-Analysator,
  • Thermoelektron TECO, Serie 40, SO&sub2;-Analysator,
  • Cl&supmin;-Elektrode-Orion-Kombinationselektrode, Modell 96-17B, Orion-Modell 901 Ionenanalysator.
  • Das Gas wurde mittels eines Röhrenofens erhitzt, gesteuert von einem Umformer von Variac und einem elektronischen Temperaturregler.
  • Grundsätzlich teilen sich die graphischen Darstellungen in zwei Gruppen: (a) Gasphasenreaktionen (Diagramme 1-9) (Fig. 3-11); und (b) Gasphasenreaktionen, gefolgt durch Waschen mit Wasser (Diagramme 10-14) (Fig. 12-16). Die Waschlösung wurde bei der Verwendung bedingt durch die Reaktionsprodukte sauer. Die Wirksamkeit des Waschens blieb ausreichend bei einem pH von weniger als 1.
  • Diagramm 1 (Fig. 3)
  • Die Reaktion von 9,500 ppm NO mit 19,000 ppm Cl&sub2;, sowohl mit und ohne Wasserdampf, wurde über einen Bereich von 50- 450ºC untersucht. Über 200ºC steigerte der Wasserdampf deutlich die NO/Cl&sub2;-Reaktion auf eine NO-Entfernung von 30 Prozent. (Aus vorhergehenden Arbeiten ist bekannt, daß bei Temperaturen über den hier untersuchten viel größere Verringerungen des NO-Level-Gehalts erreicht wurden).
  • Diagramm 2 (Fig. 4)
  • Die Reaktion von 6,000 ppm NO mit 12,000 ppm Cl&sub2;, sowohl mit und ohne Wasserdampf, wurde über einen Bereich von 50- 450ºC untersucht. Über 200ºC steigerte der Wasserdampf deutlich die NO/Cl&sub2;-Reaktion auf eine NO-Entfernung von 30 Prozent.
  • Diagramm 3 (Fig. 5)
  • Die Reaktion von 9,000 ppm, 2,800 ppm und 1,600 ppm NO mit variierendem Cl&sub2; zu NO-Molverhältnis wurde in Gegenwart von Wasserdampf bei 400ºC untersucht.
  • Diagramm 4 (Fig. 6)
  • Die Reaktion von 9,000 ppm und 2,800 ppm NO mit variierenden Molverhältnissen von Cl&sub2; zu NO wurde in Gegenwart von Wasserdampf bei 450ºC untersucht.
  • Diagramm 5 (Fig. 7)
  • Der Einfluß von Wasserdampf auf das Entfernen von SO&sub2; in der Gasphase mit variierenden Molverhältnissen von Cl&sub2; zu SO&sub2; wurde bei 200ºC untersucht. Eine deutliche Steigerung der SO&sub2;-Entfernung wurde beobachtet. Die obere Kurve zeigt den Einfluß einer sehr kleinen Menge einer Kondensation an der Innenseite des Zuleitungsrohres zum dem leeren Wäscher, was deutlich die sehr hohe Reaktivität von SO&sub2; und Cl&sub2; in Lösung zeigt. Die Kondensation scheint durch die Produkte der Gasreaktion erhöht zu werden, die an dem kalten Glas kondensieren und, da sie sehr hygroskopisch sind, Wasserdampf aus dem Gasstrom entfernen. Um diese Wirkung zu verhindern, muß das leere Rohr des Wäschers zwischen den Ablesungen des wasserdampfhaltigen Gases gewaschen und getrocknet werden, wobei das Ablesen so schnell wie möglich erfolgen muß. Die trockene Reaktion wurde sofort überprüft, um zu sehen, ob die beobachtete Kondensation eine gleichartige Kontrollablesung kurz vor Zugabe des Wasserdampfes beeinflußt hat.
  • Diagramme 6, 7 (Fig. 8 und 9)
  • In gleicher Weise wurde der Einfluß des Wasserdampfes gemäß dem obigen Diagramm 5 bei 400ºC und 450ºC untersucht.
  • Diagramm 8 (Fig. 10)
  • Der Einfluß von SO&sub2; auf das Entfernen von 12,000 ppm NO bei variierenden Molverhältnissen von Cl&sub2; zu SO&sub2; in Gegenwart von Wasserdampf wurde bei 400ºC untersucht. Es wurde nur ein geringer Einfluß beobachtet und die Ergebnisse liegen innerhalb des experimentellen Fehlerbereichs des Null-Effektes.
  • Diagramm 9 (Fig. 11)
  • In Ergänzung zu Diagramm 8 wurde der Einfluß von NO auf das Entfernen von 7,000 ppm SO&sub2; aus der Gasphase bei 400ºC in Gegenwart von Wasserdampf untersucht. Es wurde eine deutliche Steigerung der SO&sub2;-Entfernung beobachtet, wobei die SO&sub2;-Entfernung beinahe verdoppelt wurde.
  • Die verbleibenden Diagramme zeigen Versuche, deren Durchführung das Durchleiten des aus dem Reaktorrohr austretenden Gases durch einen destilliertes Wasser enthaltenden Wäscher beinhaltete.
  • Diagramm 10 (Fig. 12)
  • Die Reaktion von 9,400 ppm NO mit variierenden Molverhältnissen von Cl&sub2; zu NO in Gegenwart von Wasserdampf bei 450ºC, gefolgt durch das Waschen mit Wasser, wurde untersucht. Das Entfernen war im wesentlichen abgeschlossen bei einem Cl&sub2;/NO-Verhältnis von 1.3.
  • Diagramm 11 (Fig. 13)
  • Die Reaktion von 7,000 ppm SO&sub2; mit variierenden Molverhältnissen von Cl&sub2; zu SO&sub2;, trocken, bei 450ºC, gefolgt durch das Waschen mit Wasser. Das Entfernen war im wesentlichen abgeschlossen bei einem Cl&sub2;/SO&sub2;-Verhältnis von 1.0.
  • Diagramm 12 (Fig. 14)
  • Die Wirkung von SO&sub2; auf das Entfernen von 12,000 ppm NO bei 200ºC in Gegenwart von Wasserdampf mit variierenden Molverhältnissen von Cl&sub2; zu NO, gefolgt durch das Waschen mit Wasser, wurde untersucht. Die Meßdaten zeigen, daß SO&sub2; in der Konkurrenz um das Chlor dominiert, und daß die NO-Entfernung nicht beginnt, bevor die SO&sub2;-Entfernung im wesentlichen abgeschlossen ist.
  • Diagramm 13 (Fig. 15)
  • In Ergänzung zu Diagramm 12 wurde der Einfluß von NO auf das Entfernen 6,000 ppm SO&sub2; bei 200ºC mit variierenden Molverhältnissen von Chlor zu NO, gefolgt durch das Waschen mit Wasser, mit und ohne in dem Gasstrom vorhandenem Wasserdampf untersucht. Die Gegenwart von NO oder Wasserdampf hatte keinen Einfluß auf die SO&sub2;-Entfernung im Wäscher.
  • Diagramm 14 (Fig. 16)
  • Der Einfluß von NO auf das Entfernen von 6,800 ppm SO&sub2; bei 450ºC mit variierenden Molverhältnissen von Cl&sub2; zu NO wurde untersucht. Diagramm 11 (Fig. 13) zeigt die vergleichbare SO&sub2;-Entfernung ohne Gegenwart von NO.
  • Eine Anzahl von Stichproben wurden bei verschiedenen Reaktionsbedingungen durchgeführt, um den Einfluß von beiden, SO&sub2; und NO, auf die untersuchte Entfernung aus dem Gas zu bestimmen. Die Ergebnisse sind unten in Tabelle 1 gezeigt. In Teil 1 wurde die Gasphasenreaktion von 9,400 ppm NO mit einem großen Überschuß von Chlor als unempfindlich für die Gegenwart von SO&sub2; in Gegenwart von Wasserdampf bei 400ºC herausgefunden. In Teil 2, mit einem Cl&sub2;/NO-Verhältnis von 2 : 1, waren 10,000 ppm NO in Gegenwart von Wasserdampf unempfindlich für die Gegenwart von SO&sub2;. Teile 3 und 4 befassen sich mit dem Einfluß von NO auf die SO&sub2;-Entfernung bei einem Cl&sub2;/SO&sub2;-Verhältnis kleiner als 1 : 1, bei 450ºC, unter Anwendung von Waschen mit Wasser. In Teil 3 wurde in Gegenwart von Wasserdampf eine übereinstimmend wiederholbare Steigerung von SO&sub2; durch NO beobachtet (die Ablesungen wurden fortlaufend, wie angegeben, durchgeführt). In Teil 4, unter Verwendung von trockenem Gas, wurde ein solcher Einfluß nicht beobachtet. TABELLE 1 NO ppm SO&sub2; H&sub2;O Cl&sub2;/NO&sub2; Cl&sub2;/SO&sub2; NO-Entfernung SO&sub2;-Entfernung Heiße Gasphase Reaktionstemperatur Heiße Gasphase Reaktionszeit Waschen mit Wasser
  • Allgemeine Verfahrensparameter gestützt auf die experimentellen Meßergebnisse
  • Obschon die Erfinder nicht an irgendeine Theorie gebunden zu sein wünschen, scheint es zur Unterstützung des Fachmanns beim Verstehen der Erfindung möglich, auf der Basis der graphischen und tabellarischen Meßergebnisse eine Anzahl von Charakteristiken und Parametern für das Verfahren zu definieren:
  • 1. In der Gasphase, das heißt über etwa 200ºC, aber unter 650ºC, scheint die Reaktion von NO und Cl&sub2; durch die Gegenwart von Wasserdampf gesteigert zu werden.
  • 2. Die Gegenwart von SO&sub2; scheint die NO/Cl&sub2;-Wasserdampf-Gasreaktion nicht zu berühren.
  • 3. Es scheint eine wasserdampfgesteigerte Gasreaktion zwischen SO&sub2; und Cl&sub2; zu geben. NO scheint diese Reaktion weiter zu steigern.
  • 4. Das Waschen des aus dem Reaktor ausströmenden Gases bei 200ºC bis 450ºC mit Wasser scheint NO-Entfernungen von 98 Prozent bei einem Cl&sub2;-Gehalt so gering wie das Molverhältnis von Cl&sub2;/NO von 1.3 zur Folge zu haben.
  • 5. Das Waschen des aus dem Reaktor ausströmenden Gases bei 200ºC bis 450ºC mit Wasser scheint SO&sub2;-Entfernungen von 99 Prozent bei einem Cl&sub2;-Gehalt so gering wie das Molverhältnis von Cl&sub2;/SO&sub2; von 1.0 zur Folge zu haben.
  • 6. Es scheint, daß SO&sub2; bevorzugt entfernt wird, wenn NO und SO&sub2; von der Gasphase zum Wäscher übergehen. Es scheint ein geringer Einfluß auf das verbleibende NO vorhanden zu sein, bis das meiste SO&sub2; entfernt ist. SO&sub2; scheint die Absorptionsreaktion in die Lösung bei einer Gastemperatur von 450ºC zu dominieren.
  • Beschreibung einer Ausführungsform des Verfahrens
  • Eine typische in Betrachtung gezogene Rauchgasbehandlungs- und -waschanlage ist in Fig. 2 dargestellt. Es wird angenommen, daß eine Anzahl von Behandlungsschritten übergangen werden kann. Die Aufbereitungsgeschwindigkeiten können gesteigert werden, wenn sich an die Rauchgasbehandlung eine Waschbehandlung mit Wasser anschließt.
  • Legende von Fig. 2
  • 1. Feuerkammer
  • 2. Schornstein
  • 3. Chlorzugabe, gefolgt von der Heißzone (9)
  • 4. Abschreckvorrichtung
  • 5. Venturi-Düse und damit verbundener Zyklon und Gebläse
  • 6. Querstromgasabsorber
  • 7. Querstromchlorabsorber
  • 8. CaCO&sub3;-Turm
  • 9. chemisch inerte Rohrleitung
  • 10. Schornstein-Wiedererwärmung
  • 11. Flugstaubablagerung und -filtration
  • 12. Schlammwäscher
  • 13. Sammel- und Schlickabscheidungsbehälter
  • 14. Säuremischung
  • 15. CaCO&sub4;-Ablagerung und -filtration
  • 16. Chlorgasentfernung
  • 17. Chlorgasentfernung
  • 18. Entnebelung
  • 19. CaCO&sub3;-Gleitzuführung
  • 20. Säurevorratsbehälter
  • A. Wassermittel
  • B. Abwasser des Wäschers für die Chlorregenerierung (7)
  • C. Abwasser des Venturi-Zyklons
  • D. gefiltertes Abwasser der Venturi-Düse (5)
  • E. Lösung des Schlammwäschers (12)
  • F. Abwasser des Wäschers für die Chlorregenerierung (7)
  • G. entchlortes D und F
  • H. entchlortes B
  • J. angesäuertes und gefiltertes Abwasser der CaCO&sub3;-Säule (8)
  • K. Ausstoß eines sauren Nebenproduktes (2)
  • In der folgenden Beschreibung des Verfahrens werden sieben Schritte beschrieben.
  • 1. Chlor-Einspritzung und Heißgasreaktionen;
  • 2. Wasserlösung-Abschreckvorrichtung (wahlfrei)
  • 3. Hochenergiewäscher für das Entfernen von Teilchen (wahlfrei)
  • 4. Gasabsorptionswäscher für das Entfernen von Verunreinigungen;
  • 5. Chlorrückgewinnung (wahlfrei);
  • 6. Entfernung von Chlor- und Säuredampf; und
  • 7. Entnebler (wahlfrei).
  • Die wahlfreien Schritte sind enthalten, um eine mögliche kommerzielle Anwendung zu veranschaulichen. Schritte 2 und 3 führen z. B. standortspezifische Funktionen durch, die das Kühlen des Gases und das Entfernen von Teilchen betreffen, was nicht Gegenstand dieser Erfindung ist. Vom chemischen Gesichtspunkt aus werden diese Schritte in gleicher Weise funktionieren wie Schritt 4. Die Schritte, die für die Erfindung strenggenommen von Bedeutung sind, sind 1, 4 und 6.
  • Der erste Abschnitt des Verfahrens besteht aus einem Teil einer chemisch inerten Rohrleitung (9) oder einer ähnlichen Vorrichtung mit oder ohne Baffle, vorzugsweise einer gedrosselten, mit Glas ausgekleideten Rohrleitung mit einer Haltezeit von 5 bis 10 Sekunden. Chlor und Wasser werden auf einem oder mehreren der folgenden Wege hinzugefügt:
  • 1. Gasförmiges oder flüssiges Chlor;
  • 2. flüssiges Wasser oder Wasserdampf;
  • 3. eine Mischung von Chlorgas und Luft, Inertgas oder Rauchgas, das auch Salzsäure- und/oder Salpetersäuredampf enthalten kann.
  • 4. Eine wäßrige Lösung von Chlor;
  • 5. Rückgeführte chlorhaltige Verfahrenslösung, die auch Salzsäure und/oder Salpetersäure enthalten kann.
  • Das dem Gasstrom zugefügte Chlor ist für die gasförmige Oxidation von störenden Bestandteilen bestimmt, damit diese Verbindungen bilden, die leichter in den folgenden Wäschern absorbiert werden. Die Wasserdampfkonzentration kann zu diesem Zeitpunkt auch reguliert werden durch das Hinzufügen von einem oder mehreren von:
  • 1. flüssigem Wasser;
  • 2. einer wäßrigen Lösung von Chlor;
  • 3. rückgeführte chlorhaltige Verfahrenslösung, die auch Salzsäure und/oder Salpetersäure enthalten kann;
  • Obwohl eine wäßrige Lösung von 2 oder 3 hinzugefügt wird, muß dies nicht notwendigerweise für die Kontrolle der Wasserdampfkonzentration vorgesehen sein, da diese Lösungen ja vielmehr für die Chloraddition verwendet werden können, ohne Bedeutung für andere Parameter.
  • Das in diesem Abschnitt hinzugefügte Chlor kann aus einer von drei Quellen kommen. Das als Gas, Flüssigkeit oder als wäßrige Lösung zugefügte Chlor stammt aus der Chlordruckgasflasche, die als Chlorquelle für das Verfahren verwendet wird. Eine oder mehrere von diesen sind bevorzugt. Das mit Luft vermischte Chlor, inerte Gas oder Rauchgas stammt vorzugsweise von der Verwendung von Gas oder warmem Gas zur Rückgewinnung von Chlor aus den Abwasserlösungen der Wäscher des Verfahrens durch Blasen. Die rückgeführte chlorhaltige Verfahrenslösung ist die Abwasserlösung des fünften Verfahrensschrittes, des Wäschers für die Chlorregenerierung (7). Bei den Chlorquellen, die nicht aus der Druckgasflasche kommen, ist vorgesehen, daß das Chlor zu dem frühesten Verfahrensabschnitt zur Wiederverwendung von nicht reagiertem Chlor zurückkehrt.
  • In diesem Verfahrensabschnitt hat der Gasstrom eine Temperatur von 200ºC oder höher.
  • In diesem Abschnitt wird die Gasstrom/Chlormischung zumindest solange belassen, wie notwendig ist, um eine zehnprozentige Zunahme der Absorption eines störenden Bestandteils über die Absorption hinaus zu erzielen, die erreicht würde, wenn dieser Abschnitt ausgelassen würde oder weniger als 10 Prozent, wenn dies ökonomisch zweckmäßig ist. Im Fall der Rauchgasreinigung ist der interessierende Bestandteil ein Stickstoffoxid, hauptsächlich NO, welches bedingt durch seine geringe Wasserlöslichkeit schwer aus Gasen in nassen Wäschern zu entfernen ist. Schwefeldioxyd ist ausreichend löslich, so daß dieser Abschnitt für eine hinreichende Absorption von SO&sub2; unnötig ist.
  • SO&sub2; und H&sub2;S werden im zweiten, dritten und vierten Abschnitt gleichzeitig in die Lösung entfernt. Stickstoffoxide werden in allen Wäschern aus dem Gasstrom entfernt, aber hauptsächlich im zweiten, dritten und vierten Abschnitt.
  • Der zweite Abschnitt des Verfahrens ist eine wahlfreie Wasserabschreckvorrichtung (4) in standardmäßiger Ausführung für das Kühlen des Rauchgases, bevor es in die Naßwäscherabschnitte eintritt, wenn gewünscht. Wasser oder rückgeführte Verfahrenslösung wird als Sprühmittel hinzugefügt, wobei die rückgeführte Verfahrenslösung wieder aus dem Wäscher (7) für die Chlorregenerierung stammt, wie in dem ersten Abschnitt. Vorzugsweise wird dieser Abschnitt ausgelassen, wenn nicht ein Hochtemperaturrauchgas gereinigt wird. Die wäßrige Lösung wird vorzugsweise rückgeführt, um eine Säurekonzentration so hoch wie möglich in der Lösung zu erhalten, obgleich die Erfindung auch bei einem pH von weniger oder gleich 7 funktioniert.
  • Der dritte Abschnitt des Verfahrens ist ein wahlfreier Hochenergiewäscher (5) in Standardausführung, der verwendet werden kann, wenn die Entfernung von Teilchen gewünscht wird und kein elektrostatischer Abscheider verwendet wird. Dieser Wäscher ist idealerweise eine Hochdruck-Venturi-Düse oder eine Venturi-Düse mit angewandter, intensitätsstarker Ionisation. Vorzugsweise wird vor der Verwendung des hier beschriebenen Verfahrens die elektrostatische Abscheidung angewendet, da das Sammeln von Teilchen nicht Gegenstand der Erfindung ist. Die Waschlösung in diesem Abschnitt stammt von denselben Quellen, ist gleichermaßen zur und für ihre Entsorgung rückgeführt und kann in der gleichen Weise entchlort werden, wie in dem zweiten Abschnitt des Verfahrens. Wenn erwünscht, kann der Wäscher mit der Lösung des zweiten Abschnittes beim Betrieb und bei der Entsorgung kombiniert werden.
  • Der vierte Abschnitt des Verfahrens umfaßt einen gasabsorbierenden Wäscher in Standardausführung (6), vorzugsweise einen Füllkörperrieselturm, wie ein Querstromwäscher, aber beinahe jeder Wäscher in Standardausführung kann verwendet werden, wobei die Eignung grundsätzlich durch die Gaskontaktzeit mit der Waschlösung bestimmt wird. Die Waschlösung in diesem Abschnitt stammt von denselben Quellen, ist in ähnlicher Weise zur und für ihre Entsorgung rückgeführt und kann in derselben Weise entchlort werden, wie im zweiten Abschnitt des Systems. Wenn erwünscht, kann die Wäscherlösung mit der Lösung des zweiten und dritten Abschnittes beim Betrieb und bei der Entsorgung kombiniert werden.
  • Die Funktion dieses Verfahrensabschnittes ist die Absorption der störenden Bestandteile in die Lösung, gefolgt von der schnellen, irreversiblen Oxidation dieser Bestandteile, um entweder nicht flüchtige Verbindungen, wie Schwefelsäure, oder sonst hochlösliche flüchtige Verbindungen, wie Salpetersäure, zu bilden, die leicht zurückgehalten werden können.
  • Die Größe und der Typ dieses Wäschers ist durch die Anforderungen einer jeden Situation bestimmt und eine Installation, die beispielsweise hauptsächlich mit SO&sub2; umgehen muß, wird, bedingt durch die relativ hohe Löslichkeit von SO&sub2;, nur einen relativ einfachen Wäscher benötigen, wohingegen eine Installation, die mit großen Mengen von NOx umgehen muß, bedingt durch die geringere Löslichkeit von Stickstoffoxiden einen Wäscher mit längerer Verweilzeit und hohem Flüssigkeitskontakt benötigen wird.
  • Der fünfte Abschnitt des Verfahrens, der ausgelassen oder abgekürzt werden kann, wenn die Wirtschaftlichkeit der Verwendung von Reagenzien nicht ein bedeutender Beweggrund ist oder wenn ein Molverhältnis von Chlor zu SO&sub2; von weniger als 1.0 verwendet wird, ist ein gasabsorbierender Wäscher in Standardausführung (7), vorzugsweise ein Gegenstrom-Füllkörperrieselturm. Die Größe und der Typ des in diesem Abschnitt verwendeten Wäschers ist durch die Menge der in diesem Wäscher gewünschten Chlorsammlung bestimmt. Die Lösung in diesem Wäscher stammt aus der Wasserleitung. Die Lösung kann nach dem Entchloren durch Verwendung von Luft, inertem Gas oder Rauchgas, welche das Chlor für dessen Rückkehr zu dem ersten Abschnitt aus der Lösung blasen, rezirkuliert werden.
  • Der Zweck dieses Absorbers ist die Rückgewinnung von Chlor und sauren Dämpfen aus dem den vorherigen Absorber verlassenden Gas, um das Chlor zu den früheren Abschnitten des Verfahrens zurückzuführen. Die Abwasserlösung dieses Wäschers kann als Teil des Brauchwassers der Abschnitte 1 bis 4 verwendet werden oder das ganze Brauchwasser dieser Abschnitte bilden. Bedingt durch die Gegenwart von gelöstem Chlor im Wäscher wird der Wäscher auch das Entfernen von NOx aus dem Gasstrom fortsetzen.
  • Der sechste Abschnitt des Verfahrens ist ein Gegenstrom-Füllkörperrieselturm (8) für die Entfernung von Chlor aus dem Gasstrom und für die Rückführung des Chlors zu früheren Abschnitten des Systems. Der Wäscher wird mit einer rezirkulierenden Lösung eines löslichen Carbonats oder Bicarbonats oder sonst eines löslichen Hydroxids, wie Natriumhydroxid oder Calciumhydroxid von Löschkalk, verwendet. Eine Wäscherlösung oder -aufschlemmung eines Erdalkalicarbonats kann auch verwendet werden. Alternativ kann ein festes Carbonat, wie Kalkstein oder Dolomit, als fester Füllkörper in dem Wäscher verwendet werden. Vorzugsweise wird eine 50prozentige Lösung von Natriumhydroxid verwendet.
  • Dieser Verfahrensabschnitt ist nicht ungleich zu der Lehre von Howard et al., US-Patent Nr. 3 357 796. Dieser Abschnitt weicht von der Lehre von Howard dadurch ab, daß eine weitere Wirkungsweise gleichzeitig vorliegt. Durch die Absorption von Chlor in die rezirkulierende Wäscherlösung ergibt sich die Gegenwart von gelöstem HOCl und/oder Hypochlorit. Das macht die Wäscherlösung stark oxidierend und daher entfernt der Wäscher gleichzeitig Verunreinigungen aus dem Gasstrom ebenso gut wie Chlor. Der Wäscher ist daher eine Vorrichtung zum Entfernen von beidem, Chlor und Verunreinigungen, hauptsächlich NOx, da die verbleibenden Verunreinigungen normalerweise mit hohem Wirkungsgrad vor diesem Abschnitt entfernt worden sind.
  • Das Chlor reagiert in dem sechsten Abschnitt mit dem Carbonat, Bicarbonat oder Hydroxid, um entweder ein Hypochlorit oder hypochlorige Säure, HOCl, zu bilden. Durch das Mischen mit den Abwasserlösungen von vorhergehenden Wäschern (14) , die sehr sauer sind und Salzsäure und Schwefelsäure enthalten, wird jedes Hypochlorit zu HOCl umgewandelt und in Gegenwart von HCl hat das Lösungs- und Disproportionierungsgleichgewicht des Chlors die Rückbildung von freiem Chlor zur Folge, das aus der Lösung geblasen wird, vorzugsweise mit Rauchgas (16).
  • Wenn die Lösung dieses Verfahrensabschnittes Calciumionen von einem CaCO&sub3;-, Dolomit-, Löschkalkwäscher oder einem Wäscher mit gelöschtem calciniertem Dolomit enthält, müssen Schritte unternommen werden, um das während der Ansäuerung mit der Mischung aus HCL und H&sub2;SO&sub4; (15) ausgefallene CaSO&sub4; herauszufiltern.
  • Wenn die Lösung von diesem sechsten Verfahrensabschnitt eine merkbare Menge gelösten Hydroxids, Carbonats oder Bicarbonats enthält, muß das Vermischen mit den Lösungen der vorhergehenden Abschnitte vorsichtig durchgeführt werden, bedingt durch die Freisetzung von Wärme oder CO&sub2;, was keine ernsthaften Probleme bereitet, wenn es berücksichtigt wird. Das entstandene CO&sub2;, wenn vorhanden, wird spätestens beim Einlaß von Abschnitt 6 und vorzugsweise früher im Verfahren entlüftet, da die Bildung von CO&sub2; dazu neigen wird, Säuredämpfe und gelöstes Chlor aus der Mischung zu entfernen.
  • Das angesäuerte Abwasser dieses Verfahrensabschnittes kann, wie in Abschnitt 5, entchlort werden und die Mischung von Chlor und Luft, inertem Gas oder Rauchgas kann zu dem ersten Verfahrensabschnitt hinzugefügt werden.
  • Der siebte und letzte Abschnitt des Verfahrens besteht aus einem wahlfreien Entneblungsschritt in Standardausführung (18). Ein Füllkörperbett-Entnebler ist bevorzugt, aber es kann jeder Entnebler von ausreichender Leistungsstärke verwendet werden. Dieser Abschnitt kann mit dem vorhergehenden Abschnitt kombiniert werden durch das Herstellen eines Füllkörperwäschers und durch das Einleiten der Waschflüssigkeit an einem Punkt unterhalb der Oberfläche des oberen Teils der Füllkörper und Verwendung der Füllkörper über der Höhe der Flüssigkeitszufuhr als Entnebler.
  • Das Abgas des Systems wird zu einem Schornstein zur Beseitigung (2) geführt und kann wiedererwärmt werden (10), wenn gewünscht.
  • Wie es für einen Fachmann angesichts der vorhergehenden Offenbarung offensichtlich sein wird, sind viele Änderungen und Abwandlungen in der Ausführung dieser Erfindung möglich, ohne vom Wesen oder Schutzbereich derselben abzuweichen. Demgemäß ist der Schutzbereich der Erfindung in Übereinstimmung mit dem durch die folgenden Ansprüche definierten Wesen der Erfindung zu bilden.

Claims (7)

1. Verfahren zum Oxidieren nicht-partikulärer, mit Chlor oxidierbarer Bestandteile, die aus der Gruppe ausgewählt sind, die aus SO&sub2;, NO, NO&sub2;, NOx und H&sub2;S besteht, in einem heißen Rauchgasstrom, wobei die genannte oxidierte Form der Bestandteile leichter aus dem heißen Rauchgasstrom entfernbar ist als die nicht oxidierte Form derselben, beinhaltend das Einspritzen von genügend Chlor und Wasser in gasartiger oder flüssiger Form in den Gasstrom, während der Gasstrom sich auf einer Temperatur von mehr als 200ºC befindet, um mit den mit Chlor oxidierbaren Bestandteilen zu reagieren und zu ermöglichen, daß die Gasstrom/Chlor/Wasser-Mischung während einer Zeitdauer reagiert, die ausreicht, um zu ermöglichen, daß die Oxidation der oxidierbaren Bestandteile des Gases stattfindet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem das molare Verhältnis von Chlor zu oxidierbaren Bestandteilen zwischen 0,5 und 5,0 liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem das Verhältnis von Chlor zu oxidierbaren Bestandteilen zwischen 10 und 20 liegt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die molare Temperatur des Gasstromes zwischen 200ºC und 650ºC liegt.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die Temperatur des Gasstromes zwischen 400ºC und 650ºC beträgt.
6. Verfahren nach einem der vorausgehenden Ansprüche, bei dem der Gasstrom nach der Reaktion mit Chlor und Wasser einem Waschschritt mit Wasser bei einem pH-Wert von 7 oder weniger unterzogen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, bei dem der Gasstrom nach dem Waschen mit Wasser einem Prozeß zur Entfernung von Chlor unterzogen wird.
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