DE3709329A1 - Verfahren zum entwaessern von filterkuchen und vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrens - Google Patents
Verfahren zum entwaessern von filterkuchen und vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrensInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entwäs
sern von Filterkuchen mit einer Bandpresse, bei welchem der
auf einem Filtertuch aufliegende Filterkuchen über ein Band
filter, vorzugsweise ein horizontales Vakuumbandfilter, und
anschließend durch eine Bandpresse geführt wird, welche im
wesentlichen aus einer Trommel besteht, um welche das Fil
tertuch teilweise derart herumgelegt ist, daß der Filterku
chen an der Trommel anliegt, wobei zusätzlich Preßwalzen
Filtertuch und Filterkuchen an die Trommel anpressen und
dadurch entwässern und wobei das Filtertuch angetrieben
wird, so daß die Trommel auf der Filterkuchenseite des Fil
tertuches abrollt. Ebenso betrifft die vorliegende Erfindung
eine Bandpresse, mit welcher ein derartiges Verfahren durch
geführt werden kann.
Das Filtertuch, welches im allgemeinen endlos ist, wird da
bei zunächst über ein Vakuumbandfilter geführt, in welchem
durch Unterdruck von der Seite des Filtertuches her Flüssig
keit aus dem auf dem Filtertuch liegenden Filterkuchen her
ausgesaugt wird. Der Filterkuchen wird am Ende eines
solchen Bandfilters abgeworfen, und das Filtertuch wird zum
vorderen Ende des Bandfilters zurückgeführt und nimmt dort
neue Suspension auf, die entwässert werden soll. Oftmals
ist diese Entwässerung jedoch nicht ausreichend, so daß auch
ein Filtersystem bekannt ist, bei welchem einem Bandfilter
eine Bandpresse nachgeschaltet ist, in welcher das Fil
tertuch mit dem Filterkuchen in einer U-förmigen Schleife
um eine Trommel herumgeführt wird, wobei Preßwalzen das Fil
tertuch mit dem Filterkuchen auf den Umfang der Trommel
drücken und dabei den Filterkuchen auspressen und weiter
entwässern.
Das in Form einer endlosen Schleife das gesamte System
durchlaufende Filtertuch muß dabei eine entsprechende Länge
aufweisen, um sowohl das Bandfilter wie auch die Bandpresse
durchlaufen zu können. Bandfilter und Bandpresse weisen da
bei im allgemeinen eigene getrennte Antriebe für das umlau
fende Filtertuch auf.
Soweit derartige Bandpressen bisher bekannt sind, wird das
Filtertuch in der Bandpresse durch eine außerhalb der Trom
mel liegende Antriebswalze angetrieben. Die Antriebswalze
treibt dabei zunächst ein endloses Preßband an, welches mit
Hilfe von Umlenkrollen in einer U-förmigen Schleife um die
Trommel herum verläuft, wobei das Filtertuch mit dem Filter
kuchen zwischen diesem Preßband und der Trommel angeordnet
ist. Das derart angetriebene Preßband nimmt nun durch direk
te Reibung das auf ihm liegende Filtertuch mit. Da Preßband
und Filtertuch in einer U-förmigen Schleife um die Trommel
herumgelegt sind, üben sie bereits eine erhebliche Kraft
auf die Lager der Trommel aus, welche durch eine entspre
chende Gegenkraft in den Lagern der Umlenkrollen des Preßban
des kompensiert wird. Die entsprechenden Reibungskräfte in
den Lagern der Trommel werden zusätzlich noch erhöht durch
von außen auf das Preßband und das Filtertuch andrückende
Preßwalzen. Beim Antrieb des Filtertuches nimmt dieses den
Filterkuchen und die Trommel an ihrem Umfang mit, wobei die
Trommel praktisch auf dem Filterkuchen abrollt. Die dabei
in den Lagern der Trommel zu überwindenden Reibungskräfte
können eine erhebliche Spannung in dem Filtertuch erzeugen.
Dies gilt umso mehr, wenn man durch zusätzliches Abbremsen
der Trommel eine Scherwirkung auf den Filterkuchen erzeugen
will, um so die Entwässerungswirkung zu verbessern. Das Fil
tertuch, welches letztlich durch die Reibung des Preßbandes
angetrieben wird, verschleißt dabei relativ schnell, wird
gedehnt und kann schließlich sogar reißen.
Gegenüber einem derartigen Verfahren ist es daher Aufgabe
der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Entwässern
von Filterkuchen mit den eingangs genannten Merkmalen zu
schaffen, bei welchem das Filtertuch erheblich weniger bela
stet wird und wobei eine wesentlich ver
besserte Entwässerungswirkung erzielt werden kann.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Trommel drehzahl
variabel angetrieben wird und somit der Antrieb des Filter
tuches über den unter Scherwirkung stehenden Filterkuchen
erfolgt und daß die Drehgeschwindigkeit der Trommel in Ab
hängigkeit von der Spannung des Filtertuches geregelt wird.
Dadurch, daß das Filtertuch auch indirekt über den Filterku
chen angetrieben wird, statt über die Reibwirkung eines
Spannbandes oder einer außen am Filtertuch angreifenden An
triebsrolle, wird das Filtertuch weniger stark belastet und
verschleißt auch nicht so schnell. Der Antrieb der Trommel
erfolgt bewußt unabhängig vom Antrieb eines vorgeschalteten
Bandfilters und außerdem mit variabler Drehzahl, da je nach
der Art des Filterkuchens und nach der Oberflächenbeschaf
fenheit der Trommel ein gewisser Schlupf einkalkuliert wer
den muß, so daß die Spannung im Filtertuch nachläßt. Erfin
dungsgemäß wird jedoch die Drehgeschwindigkeit der Trommel
in Abhängigkeit von der Spannung des Filtertuches geregelt,
so daß hierdurch eine konstante und gleichmäßige Filtertuch
spannung garantiert wird, wodurch der Verschleiß und die
Dehnung des Filtertuches auf ein Minimum reduziert werden.
Da der Filterkuchen die Antriebskraft von der Trommel auf
das Filtertuch überträgt, wirken über die Dicke des Filter
kuchens Scherkräfte, welche den Filterkuchen plastisch ver
formen und ein entsprechendes Scherfeld erzeugen. Dabei rei-
ßen im Inneren des Filterkuchens Flüssigkeitskanäle auf,
die die Entwässerung des Filterkuchens begünstigen und be
schleunigen.
Vorzugsweise erfolgt bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
die Messung der Spannung des Filtertuches über einen Ultra
schallsensor, welcher den Durchhang des zwischen Bandfilter
und Bandpresse freihängenden Filtertuches durch Abstandsmes
sung erfaßt.
Wird das Filtertuch über einen gewissen Abstand frei ge
spannt, so hängt es durch sein eigenes Gewicht, vor allem
aber durch das Gewicht des Filterkuchens unter der Wirkung
der Schwerkraft nach unten durch, wobei der Durchhang, d.
h. die Abweichung der Filtertuchfläche von einer horizonta
len Ebene durch die Auflagepunkte des Filtertuches, ein Maß
für die Zugspannung im Filtertuch ist. Diese Abweichung ist
in der Mitte zwischen den Auflagepunkten am größten, so daß
zweckmäßigerweise hier die entsprechende Messung erfolgt.
Dabei kann der Abstand des Filtertuches von einem bezüglich
der Auflagepunkte des Filtertuches festen äußeren Punkt mit
Hilfe eines Ultraschallsensors berührungslos sehr schnell
gemessen werden, so daß die Nachregelung des Antriebes der
Trommel in Sekundenbruchteilen erfolgen kann. Hierdurch er
reicht man sehr geringe Schwankungen in der Zugbelastung
des Filtertuches.
Hinsichtlich der zugehörigen Vorrichtung bezieht sich die
vorliegende Erfindung auf eine Bandpresse, welche einem
Bandfilter, insbesondere einem hori
zontalen Vakuumbandfilter an der Filterkuchenabwurfseite
nachgeschaltet ist, mit einer drehbaren Trommel, auf deren
Umfang zumindest teilweise ein auch über den Bandfilter ver
laufendes Filtertuch mit einem Filterkuchen 7 anliegt, und
mit einem Antrieb für das Filtertuch.
Wie eingangs bereits geschildert, wird das Filtertuch sehr
stark belastet, wenn wie bei herkömmlichen Bandpressen das
Filtertuch von seiner Unterseite her, d. h. auf der dem Fil
terkuchen und der Trommel gegenüberliegenden Seite des Fil
tertuches, angetrieben wird, sei es mit Hilfe eines Preßban
des oder einer einfachen Antriebswalze.
Hinsichtlich der Vorrichtung liegt der Erfindung daher die
Aufgabe zugrunde, eine Bandpresse zu schaffen, bei welcher
starke Belastungen und ein entsprechender Verschleiß des
Filtertuches vermieden werden und dennoch eine bessere
Entwässerung eines Filterkuchens bewirkt. Diese Aufgabe wird
dadurch gelöst, daß der Bandfilter einen separaten Antrieb
aufweist, daß bei einer Vorrichtung mit den eingangs genann
ten Merkmalen die Trommel als Antriebstrommel ausgebildet
ist, daß eine Meßeinrichtung vorgesehen ist, welche vorzugs
weise zwischen Bandfilter und Bandpresse die Spannung des
Filtertuches mißt, und daß die Meßeinrichtung über eine
Steuereinrichtung zur Regelung der Drehgeschwindigkeit der
Trommel mit dem Antrieb verbunden ist.
Bei einem derartigen Antrieb werden die Zugkräfte auf das
Filtertuch nicht unmittelbar von einer Antriebseinheit über
tragen, sondern indirekt über den Filterkuchen. Der Filter
kuchen selbst hat nur geringe Festigkeit und Zusammenhalt,
liegt jedoch auf der gesamten Fläche des Filtertuches auf,
wodurch die Antriebskräfte sich über eine sehr große Fläche
verteilen und ihre Übertragung auf das Filtertuch möglich
wird. Die Antriebskräfte verteilen sich dabei sehr gleichmä
ßig, da der Filterkuchen bei lokaler Überlastung sich sofort
verformt bzw. verschiebtg und nachgibt.
Gleichzeitig erzeugen die Antriebskräfte der Trommeloberflä
che am Filterkuchen Scherkräfte, die zu einem Scherfeld über
die Dicke des Filterkuchens hinweg führen. Die damit verbun
dene Verschiebung der aufeinanderliegenden Filterkuchen
schichten gegeneinander wirkt sich positiv auf die Entwässe
rungswirkung der Bandpresse aus.
Das Filtertuch wird vor allem auch dadurch geschont, daß
das Bandfilter einen von der Bandpresse getrennten Antrieb
aufweist.
Bei einer bisher bekannten Vorrichtung wird dagegen das Fil
tertuch ausschließlich durch den Antrieb der Bandpresse so
wohl durch die Bandpresse als auch durch das Bandfilter be
wegt. Hierbei wirken sehr große Zugkräfte auf das Filter
tuch, da es unter Überwindung erheblicher Reibungskräfte
durch das Bandfilter gezogen werden muß. Durch einen vom
Antrieb der Bandpresse getrennten Bandfilterantrieb kann
Erfindungsgemäß ist in vorteilhafter Weise vorgesehen, daß
mindestens ein, vorzugsweise zwei oder drei Preßwalzen an
der Trommel und vorzugsweise an deren aufsteigender Seite
angeordnet sind.
Die Preßwalzen sind mit ihren Achsen parallel zur Achse der
Trommel ausgerichtet, und das Filtertuch mit dem Filterku
chen verläuft zwischen Trommel und Preßwalzen, so daß die
Preßwalzen von der Unterseite her auf das Filtertuch drücken
und dieses mit dem Filterkuchen an die Trommel anpressen.
Dabei wird in dem Filterkuchen enthaltene Flüssigkeit ver
stärkt aus diesem herausgedrückt und kann durch das Filter
tuch ablaufen. Im allgemeinen wird die Trommel auch noch von
einem Abdeckband umhüllt, welches dann zwischen Trommelober
fläche und Filterkuchen liegt.
Weiterhin hat es sich als zweckmäßig erwiesen, wenn erfin
dungsgemäß jede Preßwalze Pneumatikzylinder aufweist, durch
welche sie elastisch an die Unterseite eines Preßbandes an
drückbar ist, wobei das Filtertuch auf dem Preßband aufliegt
und durch dieses mit dem Filterkuchen an den Umfang der
Trommel andrückbar ist. Die Pneumatikzylinder üben eine
gleichmäßige Kraft aus und können gegebenenfalls auch nach
geben, falls der Filterkuchen nicht homogen oder nicht
gleichmäßig dick auf dem Filtertuch liegt.
Eine erste Preßrolle liegt dabei vorzugsweise mit einem An
preßdruck am Filter an, der zwischen 5 und 10 kp/cm (linear)
liegt. Das heißt eine 1 m lange Preßwalze müßte mit einer
Kraft von 500 bis 1000 kp an das Filtertuch bzw. gegen die
Trommel gedrückt werden. Der maximale Anpreßdruck der zwei
ten Preßrolle entspricht maximal einer Kraft von 15 bis 25
kp/cm (linear).
Zwischen den Preßrollen und dem Filtertuch ist dabei vor
zugsweise noch ein Preßband angeordnet, welches das Filter
tuch auf dem umfang der Trommel führt und auch außerhalb
des Bereiches der Preßrollen leicht andrückt.
man erfindungsgemäß die hohe Beanspruchung des Filtertuches
erheblich verringern.
Durch die Meßeinrichtung wird die Spannung im Filtertuch
kontinuierlich erfaßt, und die Meßwerte werden über eine
Steuereinrichtung unmittelbar zur Regelung der Drehgeschwin
digkeit der Antriebstrommel benutzt. Bei korrekt eingestell
ten Regelparametern der Steuereinrichtung bleibt dann die
Spannung im Filtertuch während des Betriebes der Bandpresse
im wesentlichen konstant, unterliegt also nur sehr geringen
Schwankungen.
Damit werden ein starker Verschleiß und eine übermäßige Deh
nung des Filtertuches vermieden.
Bevorzugt wird dabei ein Preßband, welches erfindungsgemäß
als Endlosband durch radial verschiebbare Umlenkrollen vari
abel spannbar ist.
Werden die Umlenkrollen radial in Umlenkrichtung auf die
Anlageflächen des Preßbandes verschoben, so wird dieses
stärker gespannt und drückt damit das Filtertuch fester an
die Trommel an.
Als zweckmäßig erweist es sich, wenn erfindungsgemäß das
Preßband perforiert ist.
Auf diese Weise kann die durch das Filtertuch austretende
Flüssigkeit leicht ablaufen.
Bevorzugt wird jedoch eine Ausführungsform der Erfindung,
bei welcher das Preßband im wesentlichen aus parallelen und
gegebenenfalls miteinander verbundenen Gummigurten besteht.
Ein derartiges Preßband erlaubt die Übertragung relativ gro-
ßer Anpreßkräfte auf das Filtertuch und ist gleichzeitig
gut durchlässig für die aus dem Filtertuch austretende
Filterflüssigkeit.
Hinsichtlich der zugehörigen Meßeinrichtung für die Messung
der Spannung des Filtertuches hat es sich als besonders vor
teilhaft erwiesen, daß gemäß der Erfindung das Filtertuch
zwischen dem Bandfilter und der Bandpresse frei gespannt
ist und daß die Meßeinrichtung einen Ultraschallsensor zur
Erfassung im wesentlichen des vertikalen Abstandes zwischen
diesem Sensor und dem Filtertuch im Bereich zwischen Band
filter und Bandpresse aufweist.
Wie bereits erwähnt, hängt das frei gespannte Filtertuch
je nach Spannung mehr oder weniger stark durch, wobei dieser
Durchhang sehr schnell und einfach mit einem Ultraschallsen
sor ermittelt werden und die daraus resultierende Spannung
im Filtertuch berechnet werden kann. Die Messung wird dabei
am genauesten, wenn der Ultraschallsensor im Bereich des
größten Durchhanges, d. h. in der Mitte zwischen den Aufla
gepunkten des frei gespannten Filtertuches, und senkrecht
über oder unter dem Filtertuch angeordnet ist.
Selbstverständlich kann die Bandpresse nicht nur im Anschluß
an ein Bandfilter verwendet werden, sondern statt des Band
filters könnte ebensogut eine Beschickungsanlage vorgesehen
sein, welche das Filtertuch mit einem geeigneten Material
beschichtet, welches sich ähnlich wie ein Filterkuchen auf
das Filtertuch auftragen läßt.
Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der
vorliegenden Erfindung werden deutlich anhand der folgenden
Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform und der dazu
gehörigen Figuren. Es zeigen
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Band
presse,
Fig. 2 einen Teil der angetriebenen Trommel mit Filterku
chen, Filtertuch, Preßband und Preßwalze und
Fig. 3 schematisch die Scherwirkung auf den Filterkuchen
entlang des Trommelumfangs und insbesondere im Be
reich einer Preßwalze.
In Fig. 1 erkennt man längs das Ende eines horizontalen Va
kuumbandfilters mit einem separaten Antrieb 2 für das Fil
tertuch 6. Das Filtertuch 6 läuft über Stützrollen 31 und
32, hängt im Bereich zwischen der Stützrolle 32 und der Um
lenkrolle 10 frei durch und wird an der Umlenkrolle 10 zwi
schen einem Preßband 8 und einem Abdeckband 9 aufgenommen
und in einer U-förmigen Schleife um die Trommel 3 herumge
führt. Das Filtertuch 6 durchläuft nach Art eines Endlosban
des sowohl das Vakuumfilter 30 als auch die Bandpresse. Wäh
rend das Filtertuch im Vakuumfilter 30 durch dessen Antrieb
2 transportiert wird, wird es in der Bandpresse von der
Trommel 3 angetrieben, welche sich in Richtung des Pfeiles 4
dreht. Durch das Preßband, welches durch die Umlenkrollen
10, 11, 12 und 13 geführt wird, wird das Filtertuch 6 mit dem
Filterkuchen 7 in einer U-förmigen Schleife um die Trommel
3 herumgelegt, wobei der Filterkuchen auf etwa drei Viertel
des umfangs der Trommel an deren Außenseite anliegt. Zwi
schen der Trommel 3 und dem Filterkuchen 7 befindet sich
nur noch ein Abdeckband 9, welches in ähnlicher Weise wie
das Preßband und das Filtertuch U-förmig um die Trommel he
rumgelegt ist. Preßband und Abdeckband sind ebenfalls End
losbänder. Der Filterkuchen wird durch das Preßband 8 und
durch zusätzliche Preßwalzen 15 und 17 fest an die Trommel
3 angepreßt und dadurch entwässert. Die Flüssigkeit kann
dabei durch das Filtertuch 6 und durch das perforierte oder
streifenförmige Preßband nach unten abfließen. Dabei wird
es in einer Wanne mit Ablaufrinne 21 aufgefangen.
Wie man am rechten Rand der Fig. 1 erkennt, wird der ausge
preßte Filterkuchen dort abgeworfen, und das Filtertuch 6
wird zum Vakuumfilter 30 zurückgeführt.
Das Preßband 8 besteht vorzugsweise aus parallel verlaufen
den Gummigurten, welche auch miteinander verbunden sein kön
nen, wobei die Spannung in dem Preßband 8 variabel einge
stellt werden kann durch eine radiale Bewegung der Umlenk
rolle 13 in Richtung des Pfeiles 33. Durch eine erhöhte
Spannung des Preßbandes 8 wird das Filtertuch 6 mit dem Fil
terkuchen 7 fester an die Trommel 3 bzw. an das auf der
Trommel 3 aufliegende Abdeckband 9 angepreßt, so daß auch
schon ohne die Anpreßwalzen 15 und 17 eine gute Vorentwässe
rung erreicht wird. Da das Filtertuch 6 im Bereich der Band
presse nur durch die Trommel 3 und deren Antrieb 1 angetrie
ben wird, muß diese Kraft über das Abdeckband 9 und den Fil
terkuchen 7 auf das Filtertuch 6 übertragen werden. Da der
Filterkuchen nur aus mehr oder weniger lose aufeinanderlie
genden Teilchen besteht, welche durch Adhäsion aneinander
haften, wird zunächst nur die oberste Schicht des Filterku
chens 7 von der Trommeloberfläche bzw. von dem Abdeckband
9 erfaßt, und die tieferen Schichten des Filterkuchens 7
folgen wegen der Haftung der Teilchen aneinander mit einer
gewissen Verzögerung nach, so daß der Filterkuchen 7 insge
samt geschert wird, wie es durch die schematisch dargestell
ten Scherfelder 22, 23 und 24 in den Fig. 2 und 3 angedeutet
ist. Abgesehen von dieser Scherung des Filterkuchens kann
noch ein zusätzlicher Schlupf zwischen Antriebstrommel 3
und Filtertuch 6 auftreten, wenn das Abdeckband 9 stückweise
über die Oberfläche des Filterkuchens 7 gleitet oder wenn
übereinanderliegende Filterkuchenschichten sich stärker ge
geneinander verschieben. Einen Schlupf zwischen dem Abdeck
band 9 und der Oberfläche der Trommel 3 kann man durch ge
eignete Materialwahl und Oberflächengestaltung weitgehend
ausschließen.
Der Trommelantrieb 1 wird in Abhängigkeit von der Spannung
im Filtertuch 6 gesteuert, wobei die Spannung durch eine
Meßeinrichtung 5 gemessen wird, welche hier konkret als Ul
traschallsensor 5 ausgeführt ist. Die Spannung des Filtertu
ches 6 wird dabei indirekt gemessen durch Ermittlung des
Abstandes des Filtertuches 6 vom Ultraschallsensor 5. Der
Ultraschallsensor 5 ist fest angeordnet in Bezug auf die
Lage der Stützrolle 32 und der Umlenkrolle 10, welche die
Auflage für das dazwischen frei durchhängende Filtertuch
6 bilden. Vorzugsweise wird der Durchhang des Filtertuches
genau in der Mitte zwischen den Auflagepunkten auf der
Stützrolle 32 und der Umlenkrolle 10 gemessen. In Fig. 1
ist der Ultraschallsensor 5 oberhalb des Filtertuches 6 an
geordnet und mißt den Abstand des Filtertuches 6 vom Ultra
schallsensor 5 am filterkuchenfreien Randstreifen. Falls der
Filterkuchen 7 durch starke Absorption oder Reflexion die
Messung zu sehr beeinträchtigt, kann der Ultraschallsenor 5
auch unterhalb des Filtertuches 6 und gegebenenfalls seit
lich versetzt angeordnet sein, um Verfälschungen durch her
abtropfende Filterflüssigkeit zu vermeiden.
Der Ultraschallsensor 5 ist mit einer nicht dargestellten
Steuereinrichtung gekoppelt, die aus den vom Ultraschallsen
sor 5 ermittelten Abstandswerten die gewünschte Drehzahl
der Antriebstrommel 3 errechnet und entsprechende Korrektur
impulse auf den Antrieb 1 der Trommel 3 gibt. Ist der Durch
hang des Filtertuches 6 zu groß, so mißt in dem dargestell
ten Beispiel der Ultraschallsensor 5 einen großen Abstand,
und durch die Steuereinrichtung wird ein Korrekturimpuls
auf den Antrieb 1 gegeben, durch welchen die Trommel 3 be
schleunigt wird. Ist der Durchhang sehr klein, das Filter
tuch 6 also sehr straff gespannt, so mißt der Ultraschall
sensor einen kleinen Abstandswert, und die Steuereinrichtung
sorgt dann für eine langsamere Drehung der Trommel 3. Da
die Ultraschallmessung sehr schnell erfolgt und auch die
Steuerelektronik sehr schnell reagiert, können die Schwan
kungen der Spannung im Filtertuch 6 sehr gering gehalten
werden.
Anhand der Fig. 2 und 3 soll nun vor allem die Scherwirkung
auf den Filterkuchen 7 erläutert werden, welche durch die
Preßwalzen 15, 17 noch verstärkt wird. Die Trommel 3 wird
durch ihren Antrieb 1 in Richtung des Pfeiles 4 angetrieben.
Wie bereits beschrieben, nimmt sie dabei das Abdeckband 9
und den Filterkuchen 7 aufgrund von Adhäsions- bzw. Rei
bungskräften mit. Da das Filtertuch 6 auf dem Preßband 8
und dieses wiederum auf den Umlenkrollen 10 bis 13 aufliegt,
setzt das Filtertuch 6 dem Antrieb durch die Trommel 3 Träg
heits- und Reibungswiderstände entgegen. Der Filterkuchen 7
wird an seiner Oberseite also durch die Trommeloberfläche
bzw. das Abdeckband 9 mitgenommen und an seiner Unterseite
durch das Filtertuch 6 zurückgehalten. Dadurch wird der Fil
terkuchen 7 in sich geschert, wie es durch die schräg ver
laufenden Linien in den Scherfeldern 22, 23 und 24 angedeutet
ist. Aufgrund eines gewissen Schlupfes nimmt die Neigung
der Scherfeldlinien, d. h. derjenigen Linien, welche Teil
chen miteinander verbinden, die ursprünglich vor dem Ein
tritt in die Bandpresse vertikal übereinander im Filterku
chen 7 angeordnet waren, zu.
Im Bereich der Preßwalzen 15, 17 wird der Filterkuchen zu
nächst einmal in vertikaler Richtung zusammengepreßt. Auch
hierdurch nimmt die Neigung der Scherfeldlinien noch weiter
zu.
In der Praxis hat es sich gezeigt, daß durch eine solche
Scherwirkung die Entwässerung des Filterkuchens erleichtert
und beschleunigt wird.
In Fig. 3 ist eine der Preßwalzen 15, 17 zusammen mit dem
Preßband 8, dem Filtertuch 6, dem Filterkuchen 7 und dem
Abdeckband 9 nochmals schematisch dargestellt, wobei das
Filtertuch 6 mit dem Filterkuchen 7 und den beiden begren
zenden Bändern 8, 9 horizontal von der Trommel 3 abgewickelt
dargestellt sind. Durch diese Darstellung wird die Neigung
der Scherfeldlinien verdeutlicht, welche von links nach
rechts zunimmt. Im Bereich der Preßwalze 15, 17 nimmt die
Scherwirkung auch deshalb noch weiter zu, weil hier durch
den Druck der Preßwalze 15, 17 das Anpreßband 8 und das Fil
tertuch 6 stärker gebremst werden als in den übrigen Berei
chen.
Im Gegensatz dazu verläuft bei herkömmlichen Bandpressen,
welche das Filtertuch mit Hilfe des Preßbandes 8 oder mit
Hilfe einer Antriebswalze antreiben und über den Filterku
chen 7 die Antriebstrommel 3 mitnehmen, in umgekehrter Rich
tung, wobei im Bereich der Preßwalzen die Neigung der Scher
feldlinien abnimmt anstatt zuzunehmen. Auch in dieser Hin
sicht bietet die vorliegende Bandpresse offensichtliche Vor
teile.
Claims (9)
1. Verfahren zum weiteren Entwässern von Filterkuchen (7)
mit einer Bandpresse, bei welchem der auf einem Filter
tuch (6) aufliegende Filterkuchen (7) über ein Bandfilter
(30), vorzugsweise ein horizontales Vakuumbandfilter,
und anschließend durch eine Bandpresse geführt wird, wel
che im wesentlichen aus einer Trommel (3) besteht, um
welche das Filtertuch (6) teilweise derart herumgelegt
ist, daß der Filterkuchen (7) an der Trommel (3) anliegt,
wobei zusätzliche Preßwalzen (15, 17) Filtertuch (6)
und Filterkuchen (7) an die Trommel (3) anpressen und
dadurch entwässern und wobei das Filtertuch (6) angetrie
ben wird, so daß die Trommel (3) auf dem Filterkuchen
(7) abrollt, dadurch gekennzeichnet,
daß die Trommel (3) drehzahlvariabel angetrieben wird
und somit der Antrieb des Filtertuches (6) indirekt über den unter
Scherwirkung stehenden Filterkuchen (7) erfolgt und daß
die Drehgeschwindigkeit der Trommel (3) in Abhängigkeit
von der Spannung des Filtertuches (6) geregelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Messung der Spannung des Filtertuches (6) über einen
Ultraschallsensor (5) erfolgt, welcher den Durchhang des
zwischen Bandfilter (30) und Bandpresse freihängenden
Filtertuches (6) durch Abstandsmessung erfaßt.
3. Bandpresse, welche einem Bandfilter (30), insbesondere
einem horizontalen Vakuumbandfilter an der Filterkuchen
abwurfseite nachgeschaltet ist, mit einer drehbaren Trom
mel (3), auf deren umfang zumindest teilweise ein auch
über den Bandfilter verlaufendes, im allgemeinen endloses
Filtertuch (6) mit einem Filterkuchen (7) anliegt, und
mit einem Antrieb für das Filtertuch (6), dadurch gekenn
zeichnet, daß die Bandpresse einen separaten Antrieb auf
weist, daß die Trommel (3) als Antriebstrommel ausgebil
det ist, daß eine Meßeinrichtung (5) vorgesehen ist, wel
che vorzugsweise zwischen Bandfilter (30) und Bandpresse
die Spannung des Filtertuches (6) mißt, und daß die Meß
einrichtung (5) über eine Steuerung zur Regelung der
Drehgeschwindigkeit der Antriebstrommel (3) mit dem Trom
melantrieb (1) verbunden ist.
4. Bandpresse nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens eine, vorzugsweise zwei oder drei Preßwalzen
(15, 17) an der Trommel (3) und vorzugsweise an deren
aufsteigender Seite angeordnet sind.
5. Bandpresse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
jede Preßwalze (15, 17) Pneumatikzylinder (16, 18) auf
weist, durch welche die Preßwalzen (15, 17) elastisch
an die Unterseite eines Preßbandes (8) andrückbar sind,
wobei das Filtertuch (6) auf dem Preßband (8) aufliegt
und durch dieses mit dem Filterkuchen (7) an den Umfang
der Trommel (3) andrückbar ist.
6. Bandpresse nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
das Preßband (8) als Endlosband durch mindestens eine
radial verschiebbare Umlenkrolle (10, 11, 12, 13) varia
bel spannbar ist.
7. Bandpresse nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeich
net, daß das Preßband (8) perforiert ist.
8. Bandpresse nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Preßband im wesentlichen aus paral
lelen, gegebenenfalls miteinander verbundenen Gummigurten
besteht.
9. Bandpresse nach einem der Ansprüch 3 bis 8, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Filtertuch (6) zwischen dem Band
filter (30) und der Bandpresse frei gespannt ist und daß
die Meßeinrichtung (5) einen Ultraschallsensor zur Erfas
sung im wesentlichen des vertikalen Abstandes zwischen
diesem Sensor und dem Filtertuch (6) im Bereich zwischen
Bandfilter (30) und Bandpresse aufweist.
Priority Applications (11)
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