DE371906C - Selbsttaetiges registrierendes Instrument zum Messen von Wassertiefen, Wassergeschwindigkeiten und Durchflussmengen - Google Patents

Selbsttaetiges registrierendes Instrument zum Messen von Wassertiefen, Wassergeschwindigkeiten und Durchflussmengen

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DE371906C
DE371906C DEL53874D DEL0053874D DE371906C DE 371906 C DE371906 C DE 371906C DE L53874 D DEL53874 D DE L53874D DE L0053874 D DEL0053874 D DE L0053874D DE 371906 C DE371906 C DE 371906C
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DE
Germany
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water
instrument
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pressure
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DEL53874D
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JOHANN LIEWALD
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    • G—PHYSICS
    • G01—MEASURING; TESTING
    • G01C—MEASURING DISTANCES, LEVELS OR BEARINGS; SURVEYING; NAVIGATION; GYROSCOPIC INSTRUMENTS; PHOTOGRAMMETRY OR VIDEOGRAMMETRY
    • G01C13/00—Surveying specially adapted to open water, e.g. sea, lake, river or canal
    • G01C13/002—Measuring the movement of open water
    • G01C13/006—Measuring the movement of open water horizontal movement

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Description

  • Selbsttätiges registrierendes Instrument zum Messen von Wassertiefen, Wassergeschwindigkeiten und Durchflußmengen. Um die Wasserdurchflußmenge eines gewissen Fluß- oder Bachprofils feststellen zu können, wird vorerst das Wasserprofil aufgenommen und dann in gewissen Vertikalen desselben bei verschiedenen Wassertiefen mittels Instruments die Wassergeschwindigkeiten gemessen. Da die Wassergeschwindigkeit nicht nur in den einzelnen Vertikalen, sondern auch in den verschiedenen Tiefen verschieden ist und der Wasserstand sich ändert, muß darauf geachtet werden, daß die Geschwindigkeitsmessungen in möglichst vielen Punkten des Profils vorgenommen werden, daß die ganze Geschwindigkeitsmessung eine möglichst kurze Zeit in Anspruch nimmt und daß das Instrument kontrollierbar ist.
  • Die bisherigen Wassermeßinstrumente haben den Nachteil, daß sie die Geschwindigkeiten nur in gewissen voraus bestimmten Tiefen angeben, daß die Wassertiefen gesondert aufgenommen werden müssen, daß der Meßvorgang langsam ist und nur in besonders eingerichteten Anstalten ausgewertet werden kann. Der Schoensche Fluviograph, der nebst den Geschwindigkeiten auch die Tiefen mißt, bedarf hierzu zweier Instrumente, deren Handhabung umständlich ist.
  • Diese Nachteile sollen durch das vorliegende Instrument behoben werden. Zum Unterschiede von den bisherigen Instrumenten, bei welchen die Wassergeschwindigkeit aus der Geschwindigkeit eines Schwimmers oder aus dem Aufsteigen des Wassers in getrennten Röhren (Meßvorrichtungen von Frank, Ritter usw.), oder aus der sekundlichen Umdrehungszahl eines Schneckenrades (Woltmannscher Flügel), oder eines Löffelrades (Arwidsonsches Instrument), oder aus dem Pendelausschlage (MeineckschesInstrument), oder aus der Verschiebung einer Tafel (Schoenscher Fluviograph) abgeleitet wird, kann bei demInstrumente nach derErfindung die Wassergeschwindigkeit aus der Durchbiegung einer elastischen Membran, wie sie Vidi zur Luftdruckmessung benutzte, bestimmt werden. Im Gegensatze zu den bisherigen Instrumenten, bei welchen die Wassertiefen mittels Längenmaß gemessen werden, wird bei dem neuen Instrumente auch die Tiefe in an sich bekannter Weise aus der Durchbiegung einer elastischen Membran festgestellt.
  • Der Gedanke, eine elastische Membran zur Druckmessung zu verwenden, wurde schon häufig angewendet, z. B. bei Aneroiden und Manometern, und ist auch beim Messen von Wassergeschwindigkeiten und Wassertiefen nicht neu, da er bereits bei der Konstruktion eines Schiffgeschwindigkei,smessers (vgl. die deutschen Patentschriften iiiogo und 122093 der K1. 42) und eines Flüssigkeitsstandanzeigers (vgl. die deutsche Patentschrift 312631 der K1.42c) angewendet worden ist. Dagegen ist die zweckmäßige Verbindung der bekannten Einrichtungen und die Wirkungsweise des vorliegenden Instrumentes wesentlich neu und den bisher bekannt gewordenen verschieden, worauf noch später hingewiesen wird.
  • Der Gegenstand der Erfindung ist in einer Ausführungsform auf der Zeichnung schematisch dargestellt, und zwar zeigt Abb. i die Seitenansicht, Abb. 2 den Längsschnitt, Abb. 3 den Querschnitt, während Abb. 4 ein mit dem Instrumente aufgezeichnetes Diagramm veranschaulicht.
  • Äußerlich besteht das Instrument aus einem starken Metallkasten a, dessen Vorderseite von einer Membran gebildet wird, welche durch einen Korb b geschützt ist. Auf der Rückseite des Kastens ist ein gelochter Blechkegel c aufgesetzt, auf welchem eine wagerechte und eine senkrechte Flosse cl angebracht ist. Eine Seitenwand des Kastens ist als Glastürchen ausgebildet. Auf der Oberseite des Kastens ist ein Aufhängering e befestigt.
  • Der Metallkasten a ist durch eine feste Wand in zwei Kammern A und D geteilt. Die Kammer A, gefüllt mit Luft unter atmosphärischem Druck, ist von der dritten Kammer B mittels einer elastischen Membran g getrennt, sonst aber von starken Metallwänden und einem Glastürchen q luftdicht eingeschlossen. Die Vorderwand der Kammer D ist durch eine ähnliche Membran g' gebildet wie die Rückwand der Kammer A. Die Blechwände c der Kammer B sind an vielen Stellen f derart durchgebohrt, daß das Wasser in die Kammer B eindringen kann, jedoch die Saug- und Wirbelwirkung des fließenden Wassers aufgehoben wird. Die Räume D und B sind untereinander durch zwei Röhrchen h und i2 verbunden. Auf den Innenseiten der beiden Membranen sind Stifte h und h' angebracht, welche die Durchbiegungen der Membranen auf zwei getrennte, in der Kammer A untergebrachte Anzeigevorrichtungen übertragen, die diese Durchbiegungen sodann auf einem mittels Uhrwerkes bewegten Papierstreifen ni m-n@ nebeneinander verzeichnen.
  • Die Wirkungsweise des Instruments ist die folgende Solange sich das Instrument in ruhiger Luft befindet, hebt sich der von innen und außen auf die beiden Membranen wirkende atmosphärische Druck auf, und die Stifte der Anzeigevorrichtungen zeichnen die Grundlinien x-x und y-y (Abb. .I), deren erste die Tiefennullinie und die zweite die Geschwindigkeitsnullinie darstellt. Wird sodann das Instrument in ein fließendes Wasser getaucht, so stellt es sich mit Hilfe der beiden Flossen in die Stromrichtung, und das `'Wasser dringt durch die Löcher f der Kegelwände e in den Raum B, von da durch das Röhrchen t1 in die Kammer D, während die Luft durch das Röhrchen i= und die Löcher f entweicht, so lange, bis beide Räume vollständig mit Wasser gefüllt sind. Da die entsprechend gebohrten Öffnungen f in den Kegelwänden die Saug- und Wirbelwirkung des strömenden M'assers aufheben, so wirkt auf alle mit dem Wasser in Berührung stehenden Innenwände des Instruments ein Druck, welcher gleich ist dem atmosphärischen plus dem hydrostatischen. Auf die Tiefenmembran g wirkt gegen diesen äußeren Druck der atmosphärische aus dem Innern der Kammer A, aus welchen beiden ein reiner hydrostatischer Druck von außen resultiert. Dieser Druck biegt die Membran g nach innen durch und führt hierdurch die Verschiebung der zugehörigen Anzeigevorrichtung, des Zeichenstiftes nz in eine Lage i, 2, 3, 4, 5 (Abb. 4) herbei, deren senkrechte Entfernung von der Tiefennullinie x-x infolge linearer und grader Proportionalität zwischen dem hydrostatischen Drucke und der Wassertiefe die Wassertiefe angibt, in welcher das Instrument getaucht war. Auf die senkrecht gegen den Strom gestellte Geschwindigkeitsmembran g' wirkt gleichzeitig von außen ein Druck, welcher gleich ist dem atmosphärischen plus dem hydrostatischen plus dem hydrodynamischen Drucke. Mit Rücksicht auf das oben Angeführte bleibt von denselben als resultierender der reine hydrodynamische Druck, welcher die Membran g' nach innen durchbiegt und hierdurch die Verschiebung der zugehörigen Anzeigevorrichtung und des Zeichenstiftes m' in eine Lage (i', 2', 3', 4', 5') herbeiführt, deren senkrechte Entfernung von der Geschwindigkeitslinie y-y infolge gerader und quadratischer Proportionalität zwischen Wassergeschwindigkeit und dem hydrodynamischen Drucke die Wassergeschwindigkeit in der Stelle angibt, in welcher das Instrument getaucht war.
  • Da sich die beiden Zeichenstifte gerade gegenüber befinden, liegen auch die gleichzeitigen Notierungen der Tiefe und der Geschwindigkeit auf einer und derselben Senkrechten zu den beiden Grundlinien. Die Entzifferung ihrer Größen geschieht mittels eines empirisch konstruierten Maßstabes.
  • Wird das Instrument im Wasserprofile bewegt, so zeichnen beide Stifte ein Diagramm, wie es in Abb. q. abgebildet ist, aus welchem für jeden Zeitpunkt die Tiefe des Instruments unter Wasser und die Wassergeschwindigkeit abgelesen werden kann.
  • Im folgenden soll der Meßvorgang bei der Feldarbeit beschrieben werden. Befindet sich an der Stelle des Meßprofils eine Brücke oder ein Steg, so werden auf dem Geländer die Entfernungen der beiden Enden des Wasserspiegels und jener vertikalen, in welchen die Messungen vorgenommen werden sollen, abgemessen und notiert. Das Instrument wird adjustiert, in Gang gesetzt, verschlossen und auf einem Seile in der ersten Vertikale langsam unter die Wasseroberflächegetaucht. NachdemdasAufsteigender Luftblasen aus dem Instrumente aufgehört hat, wird das Instrument langsam herabgelassen bis es die Sohle berührt, was sich an dem Seile bemerkbar macht. Dann wird es wieder langsam bis unmittelbar unter das Wasserniveau gehoben und hierauf in derselben Höhe in die zweite Vertikale übertragen, wo es wieder bis zur Sohle getaucht und wieder gehoben wird. Dasselbe wird in allen Vertikalen wiederholt, worauf man das Instrument aus dem Wasser zieht, es abtropfen läßt und abtrocknet. Dann wird die Uhr zum Stehen gebracht und das Instrument verpackt.
  • Befindet sich am Meßprofil keine Brücke oder Steg, so wird die Messung in gleicher Weise vorgenommen, jedoch von einem über den Flußlauf gespannten Seile, auf welchem das Instrument vom Ufer aus mittels kalibrierten Drahtes von einem Ufer zum anderen geschoben und in den einzelnen Vertikalen herabgelassen und gehoben wird, ohne daß Kähne u. dgl. in Anspruch genommen werden. Die Entfernungen der beiden Enden des Wasserspiegels sowie der Vertikalen vom Beobachter werden auf dem kalibrierten Drahte abgelesen.
  • Sind mehrere Messungen zu machen, für die der eine Papierstreifen nicht ausreichen würde, so wird der Rahmen mit den Rollen aus dem Instrument herausgenommen und ein Reserverahmen mit frischen, bereits aufgerollten Papierstreifen eingesetzt.
  • Vor und nach jeder Messung notiert man den Wasserstand und überzeugt sich, ob die Stifte richtig zeichnen. Findet man, daß der Abstand der vom Instrument in der Luft gezeichneten Grundlinien dem für das Instrument angegebenen Maße entspricht, so ist das ein Beweis, daß das Instrument unbeschädigt ist.
  • In der Kanzlei werden im Diagramme nach den Linien, welche die Zeichenstifte vor und nach der Messung in der Luft gezeichnet haben, die beiden Grundlinien und eine entsprechende Anzahl von Senkrechten zu denselben gezogen. Mit Hilfe des dem Instrumente beigegebenen Maßstabes werden mit entsprechender Rücksicht auf die Bauhöhe des Instruments die Sohlentiefen in den einzelnen Vertikalen und die Instrumententiefen für bestimmte Geschwindigkeiten entziffert. Aus den so gewonnenen Sohlentiefen, den bei der Feldarbeit notierten Entfernungen der Vertikalen und aus den Pegelablesungen wird das Wasserprofil aufgetragen. Auf die einzelnen Vertikalen werden die aus dem Diagramme entnommenen Tiefen und senkrecht dazu die gleichfalls dem Diagramme entnommenen Geschwindigkeiten aufgetragen. Die so erhaltenen Endpunkte werden verbunden, und hierauf wird mit der graphischen und rechnerischen Bearbeitung nach einer der bekannten Methoden fortgefahren.

Claims (1)

  1. PATENT-ANsPRUcH: Selbsttätiges, registrierendes Instrument zum Messen von Wassertiefen, Wassergeschwindigkeiten und Durchflußmengen, gekennzeichnet durch eine luftdicht verschlossene, zur Anfüllung mit Luft unter atmosphärischem Druck dienende Kammer (A) in Verbindung mit zwei weiteren Kammern (B, D) auf beiden Stirnseiten, welche zur Anfüllung mit Wasser unter dem statischen Drucke des umgebenden Wassers geeignet sind, und in deren einer Kammer (D) diejenige Wand, die im fließenden Wasser senkrecht gegen den Strom zu stellen ist, so daß sie unter dem Einflusse des hydrodynamischen Druckes steht, durch eine elastische Membran (g') gebildet wird, während die zweite Wasserkammer (B) von der Luftkammer durch eine ähnliche Membran (a) getrennt ist, welche unter dem Einflusse des hydrostatischen Druckes des umstehenden Wassers steht, derart, daß die von diesen Druckwirkungen auf die Membranen hervorgerufenen Durchbiegungen durch zwei voneinander unabhängige und in der Luftkammer (A) befindliche Anzeigevorrichtungen vervielfacht, übertragen und auf einem und demselben, von einem gemeinsamen Uhrwerke (C) bewegten Papierblatte in der Weise aufgezeichnet werden, daß sich die gleichzeitig erfolgten Aufzeichnungen der Wassertiefen und Geschwindigkeiten gerade gegenüberstehen und so zur Berechnung der Wasserdurchflußmenge dienen können.
DEL53874D 1921-02-08 1921-08-31 Selbsttaetiges registrierendes Instrument zum Messen von Wassertiefen, Wassergeschwindigkeiten und Durchflussmengen Expired DE371906C (de)

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CS371906X 1921-02-08

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DE371906C true DE371906C (de) 1923-03-22

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ID=5452558

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DEL53874D Expired DE371906C (de) 1921-02-08 1921-08-31 Selbsttaetiges registrierendes Instrument zum Messen von Wassertiefen, Wassergeschwindigkeiten und Durchflussmengen

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DE (1) DE371906C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2623383A (en) * 1945-04-07 1952-12-30 Bendix Aviat Corp Apparatus for calibrating the airspeed indicator of aircraft

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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