DE37251C - Verfahren und Einrichtung zur Herstellung mehrfarbiger Florbänder - Google Patents

Verfahren und Einrichtung zur Herstellung mehrfarbiger Florbänder

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DE37251C
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DENDAT37251D
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F. C. GLASER, Königl. Kommissionsrath in Berlin SW., Lindenstrafse 80
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D03WEAVING
    • D03DWOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
    • D03D39/00Pile-fabric looms

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Looms (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 86: Weberei.
Imitationen der bekannten, sogen. Smyrna-Teppiche (Knüpfteppiche), bei denen der Pol (Flor) durch Einknüpfen starker, im allgemeinen U-förmig gebogener Garnfäden von ungefähr doppelter Länge, der Polhöhe gebildet wird, werden in der Regel in der. Weise hergestellt, dafs man jene U-förmig gebogenen Polfäden nicht in das Grundgewebe einknüpft, sondern einwebt. ■
..- Bei der vorliegenden Herstellung einer solchen Smyrna-Teppichimitation sind nun sämmtliche Polfäden einer Reihe (in der Schufsrichtung) durch besondere Bindefäden zu einem Bande (Florband) vereinigt, und werden diese Florbänder bei der Herstellung der Teppiche dadurch auf einem leinwandbindigen Grundgewebe befestigt, dafs man diese Florbänder wie Schufsfäden neben den Schufsfäden des Grundgewebes einschiefst,
Die vorliegende Erfindung bezieht sich nun nicht auf die Herstellung imitirter Smyrna-Teppiche selbst, sondern nur auf die Herstellung der erwähnten Florbänder, wie solches in Fig. 2 dargestellt ist. :
Wie Fig. 2 zeigt, besteht ein solches Florband aus den dicken, den Pol bildenden, U-förmig gebogenen Garnfäden x, welche durch vier oder sechs Fäden/", die Bindekette, leinwandartig eingebunden und festgehalten werden. Solche Florbänder werden gleichzeitig mehrere neben einander hergestellt, und ist das allgemeine Arbeitsverfahren hierbei folgendes:
In das Leinwandfach einer für jedes Florband, z. B. sechs Kettenfäden/ enthaltenden Webekette wird nach Fig. 14 ein Polschufs . . eingetragen, darauf das Fach umgetreten, wie in Fig. 15 angedeutet, X1 X2 also eingebunden und an den Stellen·—·—·—· durchschnitten.
Hierauf wird, wie in Fig. 15 gezeigt, das über die Kettenfäden herausstehende Ende X2 in das umgetretene (zweite) Fach hineingebogen und durch abermaliges Uebertreten des Faches das Ende X2 eingebunden u. s. w.
Zur Ausführung dieses Arbeitsverfahrens sind drei Vorrichtungen nothwendig: ein Webstuhl zur Bildung des Kettenfaches und zum Abführen der fertigen Bänder, zweitens eine Vorrichtung zum Eintragen des (Pol-) Schufsfadens in das Kettenfach, endlich drittens ein Apparat, welcher das Durchschneiden, Umbiegen und Festhalten des eingetragenen Polfadens ermöglicht.
Aufserdem. mufs, um verschiedenfarbige Gebilde wie bei den Smyrna-Teppichen herzustellen, das Farbmuster des Florbandes, also der Farbenwechsel der Polschüsse, ein möglichst vielfacher und beliebiger sein, d. h. es mufs eine Schufswechselvorrichtung (dem Schützenwechsel des gewöhnlichen Webstuhles entsprechend) vorhanden sein. Der Webstuhl bietet nichts wesentlich Neues, und sind deshalb in Fig. 1 nur die nöthigsten Theile angedeutet. Die Bewegungen dieser Theile können in beliebiger bekannter Weise durch Hand oder mechanischen Betrieb hervorgebracht werden. Die Kettenfäden f sind nicht, wie gewöhnlich, auf einem Kettenbaum, sondern ähnlich wie bei den Brüssel-Teppichstühlen auf Kettenspulen R, die auf einem passenden Gestell stecken, untergebracht und laufen über Führungswalzen a nach zwei auch bei anderen Webstühlen ge-
bräuchlichen Speisewalzen b c, welche von dem Riffelbaum ν des Regulators aus durch eine Schnur angetrieben werden. ■ ■ .
Zur gleichmä'fsigen Anspannung werden die Kettenfäden noch über die festliegenden Leitwalzen d e und eine auf- und niederbewegliche, durch Spanngewichte niedergezogene Walze y geführt, worauf die Kettenfäden f unter dem Streichbaum g hin nach den gewöhnlichen Leinwandschäften E E gelangen und durch ein Blatt F, welches dem Rietblatt des Webstuhles entspricht, geführt werden. Das Blatt F ist jedoch unbeweglich, es dient-nur zur Führung der Kettenfäden, nicht wie das gewöhnliche Webeblatt in der Lade zum Andrücken des Schusses an denWaarenrand. Letztgenannte Function bleibt vielmehr einem mit oben offenen Rieten (Rohren) versehenen hin- und herbeweglichen Kamm H überlassen.
Bei A ist. dann an der Stelle, wo beim gewöhnlichen Webstuhl der Brustbaum liegt, für jedes Band der erwähnte, unten näher beschriebene Apparat zum Eintragen der Polfäden in das .Kettenfach, zum Zerschneiden, Umbiegen und Festhalten derselben angebracht.
Das aus A tretende fertige Florband geht über die Leitwalzen ttt nach dem Riffelbaum ν und über eine weitere Leitwalze nach dem Waarenbaum n>.
I. Einrichtung zum Eintragen des PoI-schufsfadens und zum Farbenwechsel
dieser Schufsfäden.
Die Vorrichtung zum Eintragen der PoI-schufsfäden unterscheidet sich von der gewöhnlichen mittelst eines freiliegenden Schützens wesentlich dadurch, dafs die Schufsfäden von einer feststehenden Spule durch eine zwangläufig durch das Fach bewegte Zahnstange mit Zange zum Erfassen des Schufsfadens in das Kettenfach eingelegt werden.
Das Schufsmaterial ist, wie Fig. 9 zeigt, auf Spulen g^ z. B. zur rechten Seite des Webers untergebracht, und können mit der in Fig. 8 bis 11 dargestellten Einrichtung 49 verschiedenfarbige Schufssorten in beliebiger Reihenfolge eingetragen werden. Von den Spulen g1 aus sind die Fäden durch röhrenförmige Fadenführer C1 gezogen, welche convergirend in feststehenden Führungen b und CL1 so gleiten können, dafs sie bei einer entsprechenden Verschiebung von rechts nach links, Fig. 9, mit ihrem linken Ende, Fig. 9, alle an den gleichen Ort, von welchem aus die Fäden mittelst einer . Zange und Zahnstange durch das Fach gezogen werden, zu liegen kommen. Dieses Verschieben der Fadenführer C1 (in Fig. 9 ist c2 in vorgeschobener Stellung gezeichnet) erfolgt unter Vermittelung einer schaftmaschinenartigen Vorrichtung, welche in Fig. 10 und 11 dargestellt ist. Jeder Fadenführer C1 C2 steht durch eine über die Rolle J1, Fig. 9, gelegte Schnur oder Kette ex mit einem Hebel Zz1, Fig. 11, in Verbindung, welcher eine Platine Z1 trägt, die von einem auf- und niedergehenden Messer I1 gefafst und niedergezogen werden kann, sobald die Platine I1 durch einen Druck der Hand auf die Stange U1 mittelst der Hebel Ar2 Zr2 und der Stange Ar3 in den Bereich des Messers I1 gebracht wird. I1 erhält durch das Excenter Ti1 und den Hebel Ot1 seine Hoch - und Tief bewegung. Wird also I1 durch I1, damit auch H1 und ex niedergezogen, so mufs der Fadenführer C1 bezw. C2, Fig. 9, nach links in den Bereich der Schufszange geschoben werden. Für jeden Fadenführer ist eine solche Einrichtung vorhanden. Sind nun in den verschiedenen Fadenführern C1 C2 verschiedenfarbige Schufsfäden vorhanden, so läfst sich der Schufswechsel durch einen Druck auf die zugehörige Stange Zf1 bewerkstelligen, (hier z. B. mit 7 X 7 = 49 verschiedenen Fäden). Das Zurückführen der Fadenführer in die Ruhelage, in welcher die Fäden nicht eingetragen werden können (s. Fig. 9 nach rechts), erfolgt durch Wirkung der Spiralfedern dr Anstatt die Platinen I1 durch die Hand unter Vermittelung der Stange Ar1 der Hebel Ar2 Ar2 und der Stange Ar3 zu steuern, kann hierzu auch die Musterkarteneinrichtung, wie sie an den Schaft- oder Jacquard-Maschinen üblich ist, benutzt werden. Der in der beschriebenen Weise an die Seite der Fachöffnung gebrachte Schufsfäden wird nun durch folgende Einrichtung durch das Fach gezogen.
Unterhalb des Unterfaches läuft in der Schufsrichtung eine Welle p2, Fig. 12, hin, welche da, wo die eingangs erwähnten sechs Bindekettenfäden f des einen Florbandes mit denen des benachbarten einen der doppelten Pollänge entsprechenden Zwischenraum bilden, Schraubenräder, in deren Zähne die einer Zahnstange q1 eingreifen, trägt. Die Zahnstange ^1 gleitet in feststehenden Schwalbenschwanzführungen, welche ebenfalls im Zwischenräume zwischen je zwei Kettenfadenpartien zweier Florbänder angebracht sind, damit sie die Bewegung der Kettenfäden nicht hindern.
Bei Drehung der Welle p2 und der Räder ^1 wird also die Zahnstange q1 je nach dem Drehungssinne von p2 P1 nach rechts oder nach links hin in den Führungen £ gleiten und bei geöffnetem Fach durch letzteres gehen.
An dieser Zahnstange qx ist nun eine Zange T1 r2, Fig. 12, angebracht, deren beweglicher Backen sich um den Zapfen r3 drehen kann und den eine Feder ri zu schliefsen sucht. In der äufsersten Stellung nach links, Fig. 12, stöfst der Backen T1 bezw. ein auf diesem befestigter Stift gegen einen Knaggen S1 und öffnet dabei die Zange. Der durch den Fadenführer c2, Fig. 12, vorgeschobene Faden kann
in die Zange eintreten und wird von ihr beim Rechtsgange von ^1 T1 r2,- sobald der Stift auf rx aus dem Bereich des Knaggens S1 gekommen und die Zange sich schliefst, gefafst und nach rechts hin, Fig. 12, durch sämmtliche Fachöffnungen der Florbänder gezogen. Die abwechselnde Rechts-- und Linksdrehung der Welle ,p2 zur Bewegung der Zahnstange qi wird durch die Zahnräder p3 M1. M2 und eine Zahnstange M3 bewirkt. Die Zahnstange M3 erhält ihre Hin- und Herbewegung entweder durch die Hand .oder durch mechanischen Betrieb mittelst Excenter, Hebel und Stangen von der Hauptwelle des Webstuhles aus.
II. Transport des eingetragenen PoI-schufsfadens nach dem Fachwinkel (Waarenrand) und nach dem Schneidapparat hin.
Der eingetragene Schufsfaden wird nun durch einen hin- und herbeweglichen Kamm H, Fig. i, mit oben offenen Rieten (sogenanntem Stechblatt), welcher . die Function des gewöhnlichen, mit der Lade beweglichen Blattes ausführt, nach dem Fachwinkel und der dem Geschirr E zugewendeten Seite des Apparates A bezw. unter die an diesem befindlichen winkelförmigen Ansätze e, Fig. 1 und Fig. 16, geschoben, wobei ein unten näher zu beschreibendes, horizontal verschiebbares Messer B des Apparates A ganz nach dem Geschirr E E zn steht und der Faden unter diesem hinweg nach / gelangen kann. Der Schufsfaden liegt also jetzt dicht an den Ansätzen Z der Apparate A an, deren Messer B ganz links (Fig. 1 sind dieselben bereits etwas nach rechts gegangen) stehen, und wird der Polschufs nun durch Umtreten der Schäfte EE eingebunden und festgehalten, wie in der Fig 17 angedeutet, worauf H in seine ursprüngliche Stellung, Fig. i, zurückkehren kann.
III. Zerschneiden des eingebundenen Schufsfadens, Umbiegen und Einführen des einen Schufsfadenendes in das geöffnete zweite Fach und Festhalten des
umgebogenen Endes.
, Die genannten Functionen werden durch den in Fig. 1 mit A bezeichneten, in Fig. 3 bis 7 in verschiedenen Ansichten und Stellungen seiner beweglichen Theile dargestellten Apparat ausgeführt.
Das Zerschneiden des Polschufsfadens erfolgt durch Rechtsbewegung, Fig. 1, eines Messers B, welches in einem Schlitz des Ansatzes I, Fig. 1, 4, 5 und 6, horizontal gleiten kann. In Fig. 17 hat das Messer ß seine Schneidbewegung eben beendet. Nach dem Zerschneiden des Fadens, wobei der sogenannte Fadenfänger, ein um den Zapfen r drehbarer Hebel D, mit rechtwinklig nach unten gebogenem Ende mit letzterem hoch steht, Fig. 17 und 3 (punktirt gezeichnet), wird das nicht eingebundene Fadenstück um i8o° umgebogen und damit in das geöffnete zweite Kettenfach, Fig. 17, gelegt. Das Umbiegen des Fadens bewirkt ein Plättchen n, Fig. 4, 5, 6, 7, 18 Und 19, welches an einer senkrechten Achse m befestigt ist, deren Lager auf einem an der L-förmigen Hauptplatte des Apparates verschiebbaren Schieber C ruht. Die Befestigungsschrauben für C gehen, um die horizontale Bewegung von C zu gestatten, durch lange Schraubenlöcher, Fig. 7 und 3. Eine auf dem an C befestigten Zapfen q angebrachte Blattfeder p, welche auf einen Kurbelarm 0, Fig. 4 und 7, an der Achse m wirkt, sucht in «, Fig. 4, immer links umzudrehen, kann dies jedoch nur dann thun, wenn, wie in Fig. 5 und 19, der Schieber C mit der Achse m ganz nach links, Fig. 4, 5 und 19, geschoben ist. Ist C nach rechts (nach vorn bezw. links, Fig. 7) gezogen, so stutzt sich η auf den senkrechten Theil der Hauptplatte, Fig. 6, 7 und 18.
Wird also nach dem Zerschneiden des Schufsfadens der Schieber C aus seiner vorderen Stellung, Fig. 18, 6 und 7, bei welcher das Plättchen η ungefähr in Richtung der Kettenfäden f steht, nach hinten, nach dem Geschirr zu, geschoben, so klappt η unter Wirkung der Feder ρ um ca. 900 um, Fig. 5 und 19, und biegt das vor ihr liegende, durch die Vorwärtsbewegung von C und η bereits in der Richtung der Kettenfäden gebogene Schufsfadenende nochmals um 900, also in Summa um i8o° um und drückt es in das geöffnete zweite Kettenfach hinein, Fig. 19. Das auf die Weise U-förmig gebogene Fadenende wird, darauf durch Niedergehen des vorher gehobenen Fadenfängers D festgehalten, Fig. 20, indem er dasselbe auf die Grundplatte des Apparates drückt, und darauf wird nach Rückgang des Schiebers C mit dem Plättchen η das Kettenfach wieder umgetreten, also das umgebogene Schufsende eingebunden und das erste Kettenfach wieder geöffnet. Das Zackenrädchen S verhindert, dafs das Florband durch D mit hochgenommen wird. Der Antrieb des Schiebers C erfolgt vom Zapfen q aus.

Claims (1)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Ein Verfahren zur Herstellung mehrfarbiger Florbänder, darin bestehend, dafs Polfäden als Schufs in ein Kettenfach von Bindefäden eingetragen und eingebunden, in Längen, welche der doppelten Polhöhe entsprechen, zerschnitten werden, worauf das eine über die Bindekette vorstehende Ende des Polschusses in ein neues Kettenfach hineingebogen und durch Abbinden der Bindekettenfäden festgehalten wird.
    ζ. Eine Einrichtung zur Ausführung des im Patent-Anspruch ι. enthaltenen Verfahrens, welche durch das Zusammentreffen folgender Vorrichtungen gekennzeichnet ist:
    a) eine Vorrichtung zum Eintragen der Polfä'den in das Bindekettenfach, bestehend in einer mit einer Zange zum Erfassen des Schufsfadens versehenen Zahnstange, welche mittelst Schraubenräder, welche in die Zahnstange eingreifen, durch das Fach gezogen wird;
    b) eine Vorrichtung zum beliebigen Wechsel (Farbenwechsel) der Polfäden, bestehend in der Anordnung von durch Schaft- bezw. Jacquard-Maschine bewegten convergirenden Fadenführern, welche den Polschufs in den Bereich der Schufszange führen;
    eine Vorrichtung zum Zerschneiden der eingetragenen Polschufsfäden mittelst eines verschiebbaren Messers, zum Zurückbiegen dieser Fäden in das Bindekettenfach mittelst eines drehbar auf einem hin- und herbeweglichen Schieber angebrachten -Plättchens und zum Festhalten des umgebogenen Fadenendes durch einen auf und nieder schwingenden Hebel.
    Hierzu 4 Blatt Zeichnungen.
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