DE3728609C2 - Vorrichtung zur Schleuderanlaufstrombegrenzung und zur Verhinderung unkontrollierter Betriebszustände nach Netzausfällen bei Waschmaschinen - Google Patents
Vorrichtung zur Schleuderanlaufstrombegrenzung und zur Verhinderung unkontrollierter Betriebszustände nach Netzausfällen bei WaschmaschinenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur
Schleuderanlaufstrombegrenzung und zur Verhinderung
unkontrollierter Betriebszustände nach Netzausfällen
bei Waschmaschinen nach dem Oberbegriff des
Anspruchs.
Die DE 33 06 676 A1 beschreibt eine Antriebs
vorrichtung für Waschmaschinen mit einer Steuerung für einen elektrischen Motor. Hierbei wird für
einen Reihenschlußmotor mit zwei voneinander unabhängigen, gegenläufig aufge
brachten Feldwicklungen eine Drehrichtungsumkehr durch wechselseitiges An
schalten an das Stromversorgungsnetz ermöglicht. Die Drehzahlhöhe wird durch
Ändern des Steuersignals in Form des sog. Stromflußwinkels bestimmt.
Gemäß der Schaltskizze
ist besagter Reihenschlußmotor mit zwei gegensinnig gewickelten
Feldwicklungen ausgestattet, die einendig gemeinsam mit dem Anker des
Reihenschlußmotors verbunden sind und deren freie Anschlüsse in Serie mit
je einem Triac als steuerbarer Halbleiter in Serie geschaltet sind.
Die zweiten Anschlüsse der Triac's und des Ankers liegen an einem
Stromversorgungsnetz an. D. h. die Feldwicklungen besitzen keine
Mittelanzapfung und sind zwischen Anker und Netz zueinander parallel geschal
tet. Je nachdem welche Feldwicklung nun angesteuert wird, dreht der
Motor im Rechts- oder im Linkslauf.
Fällt während des Schleuderbetriebs die Netzspannung
langfristig aus, so läuft die Wäschetrommel im Leerlauf,
sofern keine Abbremsung vorhanden ist, bis zum Stillstand
weiter. Die noch nicht gänzlich ausgeschleuderte und zum
Teil noch nasse Wäsche ist vorerst noch gleichmäßig am
Innenumfang der Wäschetrommel verteilt und fällt mit immer
weiter absinkender Wäschetrommeldrehzahl durch ihr
Eigengewicht auf den tiefsten Punkt der Wäschetrommel
zurück. Bei Spannungswiederkehr wird nun die Wäschetrommel
mit der noch nicht entfeuchteten und wiederum unverteilten
Wäsche abrupt unter Auslassung der Sanftanlaufdrehzahl-
Phase auf die volle Schleudersolldrehzahl hochgefahren,
dabei verursacht die schwere mit Wasser getränkte Wäsche
eine erhebliche Unwucht. Wasser kann aus der Maschine
gedrückt werden, die Wäschetrommel am Maschinengehäuse
anschlagen und enorme Gerätebeschädigungen herbeiführen.
Durch den hohen Schleuderanlaufstrom können außerdem die
Netzsicherungen ansprechen. Selbst bei kurzfristigen
Netzausfällen kann die Schleudersolldrehzahl unter die
sogenannte Sanftanlaufdrehzahl (maßgebend für die
Wäscheverteilphase) absinken. Auch in diesem Fall ist noch
mit unzulässigen Wäscheunwuchten und mit dem Ansprechen der
Netzsicherungen zu rechnen.
Aus der DE 23 65 898 A1 ist eine "Vorrichtung zur Erfassung
der Unwuchtschwingungen der Schleuder-Trommel einer
Wäschezentrifuge" bekannt, die mit Hilfe eines am Behälter
der Schleudertrommel befestigten Kleinschützes der
Unwuchtbewegung der Schleuder-Trommel folgt und den
Schützanker durch die mechanischen Bewegungen zum Schalten
zwingt. Über eine Selbsthalteschaltung verbleibt das
Kleinschütz an Spannung, unterbricht eine Feldanzapfung des
Schleudermotors und legt die ganze Feldwicklung an Spannung,
so daß im Unwuchtsfall der Schleudermotor mit geringerer
Geschwindigkeit weiterläuft.
Aus der DE 23 21 493 B2 ist eine "Vorrichtung zur
Anlaufstrombegrenzung eines Universalmotors" bekannt. Hier
wird mit Hilfe eines Verzögerungsgliedes, einem in einer
Gleichrichterbrücke angeordneten Kondensator, der von einem
hochohmigen Widerstand überbrückt ist verhindert, daß die
normalerweise hohe Anlaufstromspitze die Sicherung im
Leitungsnetz ansprechen läßt.
Aus der DE 27 30 057 C2 ist eine "Regelschaltung zur
Regelung der Drehzahl eines Elektromotors" bekannt, bei
welcher die Regelschaltung eine Gatterschaltung enthält,
die nach einer Unterbrechung der Zufuhr elektrischen
Stromes zu der Regelschaltung derart anspricht, daß wenn
die Motordrehzahl eine vorbestimmte kritische Drehzahl
überschreitet, die oberhalb einer Drehzahl, bei der die
Wäsche über die Trommel verteilt ist, aber unterhalb der
Schleuderdrehzahl liegt, eine Bezugsspannung auf einen
genannten Wert für den Schleudervorgang in Abwesenheit
eines vorbestimmten Ausgangssignals einer Verteilungszeitschaltung
eingestellt wird. Die Bezugsspannung weist hierbei einen Wert für die
Drehzahl auf, bei dem die Wäsche über die Trommel verteilt ist, wobei
die Regelschaltung weiter eine Drehzahlmeßvorrichtung enthält, die auf
ein Tachometersignal anspricht und das Ausgangssignal liefert.
Der zuletztgenannte Stand der Technik geht in erster Linie von der
Annahme aus, daß in der Praxis ein hoher Prozentsatz der
Energiezufuhrunterbrechungen nur sehr kurz dauert. Größeres Absinken der
Wäschetrommeldrehzahlen während eines unterbrochenen Schleuderbetriebs
und hohe Motoranlaufströme berücksichtigt diese Regelschaltung nicht.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, bei Netzausfällen
unkontrollierte Gerätefunktionen zu verhindern.
Diese Aufgabe
wird bei einer Vorrichtung zur Schleuderan
laufstrombegrenzung und zur Verhinderung
unkontrollierter Betriebszustände nach Netz
ausfällen bei Waschmaschinen der eingangs
genannten Art
durch die kennzeichnenden
Merkmale des Anspruchs gelöst.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin,
daß mit verhältnismäßig einfachen Mitteln der Schleuderanlaufstrom
derart begrenzt wird, daß ein Ansprechen der Netzsicherungen nicht
erfolgt. Als weiterer Vorteil ergibt sich, daß auch bei längeren
Netzausfällen nicht definierte Betriebszustände vermieden werden.
Zwei Ausführungsbeispiele sind in der Zeichnung dargestellt und werden
im folgenden näher beschrieben.
Es zeigt
Fig. 1 den Blockschaltplan eines Wäschetrommelantriebs mit
Stator-Feldwicklungsanzapfung und zwei elektronischen
steuerbaren Halbleitern sowie eine schematisierte
Drehzahlregelungs-Elektronik,
Fig. 2 das Schaltbild einer Stator-Feldwicklungsanzapfung
über einen elektronischen steuerbaren Halbleiter und ein
Anzapfungsrelais mit Umschaltkontakt.
Der in Fig. 1 dargestellte Antriebsmotor (1) für eine
Wäschetrommel besitzt im Stator eine geteilte Feldwicklung
(2), (3) mit Anzapfung (4). Das Ende der Feldwicklung
(3) wird an die Anode eines Steuergliedes (6) und
die Anzapfung (4) an die
Anode eines zusätzlichen Steuerglieds (5)
gelegt. Die
Steuerglieder (5), (6) stellen voneinander getrennte
elektronische steuerbare Halbleiter, vorzusgweise Triacs
dar. Deren Steueranschlüsse (7), (8) sind den Ausgängen
einer Drehzahlelektronik (9) zugeordnet. Der mit dem
Antriebsmotor (1) mechanisch verbundene Tachogenerator (10)
liefert den Trommeldrehzahl-Istwert (11), welcher in die
Drehzahlelektronik (9) eingegeben wird. Ein definierter
Trommeldrehzahl-Mindestwert (13) dient als Bezugssignal und
wird mit dem Trommeldrehzahl-Istwert (11) verglichen. Das zusätzliche
Steuerglied (5) wird nur dann über seinen Steueranschluß
(7) angesteuert wenn ein entsprechender Trommeldrehzahl-
Sollwert (12) eingegeben ist und der Trommeldrehzahl-
Istwert (11) des Tachogenerators (10) den definierten
Trommeldrehzahl-Mindestwert (13) überschreitet. Die
Feldwicklungsumschaltung ist logisch mit dem
Trommeldrehzahl-Istwert (11) verknüpft, d. h. bei
vorgewähltem Trommeldrehzahl-Sollwert (12) wird nur dann
auf die angezapfte Feldwicklung (2) umgeschaltet, wenn der
Trommeldrehzahl-Istwert (11) größer als der
definierte Trommeldrehzahl-Mindestwert (13) ist.
Mit anderen Worten: läuft die Wäschetrommel im
Schleuderbetrieb nach kurzfristigem Netzausfall mit einer
Drehzahl, die über dem definierten Trommeldrehzahl-
Mindestwert (13) liegt, wird mit der angezapften
Feldwicklung (2) die Wäschetrommel unmittelbar bis zum
Trommeldrehzahl-Sollwert (12) beschleunigt. Der
Trommeldrehzahl-Sollwert (12) ist wählbar und kann vom
Benutzer über sogenannte Schleuderwahltasten eingestellt
werden. Zu hohe Schleuderanlaufströme oder Wäscheunwuchten
entstehen nicht. Ist hingegen bei Netzrückkehr nach
längerem Spannungsausfall der Trommeldrehzahl-Istwert (11)
kleiner als der definierte, Trommeldrehzahl-Mindestwert
(13) oder ist er sogar "Null" (Trommelstillstand), wird das
Steuerglied (6) über seinen Steueranschluß (8) angesteuert,
schaltet durch und legt die ganze bzw. verlängerte
Feldwicklung (2), (3) an Spannung und der Schleuderhochlauf
erfolgt mit wesentlich verringerter Drehzahl. Nach
Netzrückkehr werden also in jedem Fall hohe
Schleuderanlaufströme und unkontrollierte Betriebszustände
sicher vermieden. Ein Schleuderanlauf mit nur einer
Feldwicklung (2) über die Anzapfung (4) durch das zusätzliche
Steuerglied (5) aus dem Trommelstillstand ist nicht
möglich.
Fig. 2 zeigt eine Schaltung in der die
oben beschriebene Funktion der Trommelantriebsmotor-
Feldwicklungsumschaltung mittels eines einzigen
Steuergliedes (14) und eines Anzapfungsrelais (15) mit
Umschaltkontakt (16) erfolgt. Je nach Trommeldrehzahl-
Istwert (11) legt das Anzapfungsrelais (15) über seinen
Umschaltkontakt (16) das Steuerglied (14) entweder an die
angezapfte Feldwicklung (2) oder an die ganze bzw.
verlängerte Feldwicklung (2), (3). Die Spannungsversorgung
des Anzapfungsrelais (15) übernimmt die Drehzahlelektronik
(9). Art und Weise des Funktionsablaufs sind analog wie in
Fig. 1 beschrieben.
Claims (1)
- Vorrichtung zur Schleuderanlaufstrombegrenzung und zur Verhinderung unkontrollierter Betriebszustände nach Netzausfällen bei Waschmaschinen mit einem Antriebsmotor, zwei in Reihe geschalteten Feldwicklungen mit Anzapfung, einem mit dem Antriebsmotor gekoppelten Tachogenerator und einer Drehzahlelektronik, wobei die Feldwicklungen über ein gemeinsames elektronisches Steuerglied mit Hilfe der Drehzahlelektronik ansteuerbar sind, wobei nur eine Feldwicklung (2) über die Anzapfung (4) durch ein zusätzliches Steuerglied (5) angesteuert wird, wenn bei einem vorgewählten Trommeldrehzahl-Sollwert (12) ein Trommeldrehzahl-Istwert (11) des Tachogenerators (10) größer als ein definierter und in die Drehzahlelektronik (9) eingegebener Trommeldrehzahl-Mindestwert (13) ist und wobei beide Feldwicklungen (2), (3) nur durch das gemeinsame Steuerglied (6) angesteuert werden, wenn der Trommeldrehzahl-Istwert (11) kleiner als der definierte Trommeldrehzahl-Mindestwert (13) ist.
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