DE3730814C2 - - Google Patents

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DE3730814C2
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Description

Die Erfindung betrifft einen zementfrei implantierbaren Endoprothesenschaft der im Oberbegriff des Anspruchs 1 an­ gegebenen Art.
Derartige Endoprothesenschäfte werden häufig in der ortho­ pädischen Chirurgie für die unterschiedlichsten Endoprot­ hesen angewandt, obwohl sich die nachfolgende Beschrei­ bung ausschließlich auf eine Hüftgelenkendoprothese be­ zieht.
Unterschiedliche Indikationen können zu einem endoprothe­ tischen Ersatz eines Gelenkes führen. Nachdem bis Anfang der 70er Jahre nur Implantationstechniken mit Knochenzement bekannt waren, etablierten sich zunehmend zementfreie Im­ plantationsweisen. Die erste zementfreie Implantation ei­ nes Endoprothesenschaftes wurde mit der Judet-Prothese 1974 realisiert. In der weiteren Entwicklung wurden sich verkeilende und in der Grundform dem femoralen Markraum angepaßte Endoprothesenschäfte entwickelt. Die herkömmlich zementlos eingesetzte Endoprothese hat nach wie vor den Nachteil, daß der in den Markraum des Femurs hineinragende Endoprothesenschaft durch die notwendige Konfektionierung in einer bestimmten Anzahl von Größen nur ungenügend an die Form des Markraumes angepaßt ist. Die daraus resultie­ renden punktuellen Auflagen führen zu örtlich sehr hohen Querbelastungen sowie Entlastung der Corticalis in Längs­ richtung und damit zu Resorptionen im oberen Bereich des Endoprothesenansatzes.
Aufgrund der über den Schenkelhals einleitenden Kraft kommt es zu Biegebeanspruchung des Endoprothesenschaftes. Da der Endoprothesenschaft im distalen, also metaphysären Bereich gehalten wird und bei Belastung im proximalen Be­ reich in die mediale Corticalis gepreßt wird und bei Ent­ lastung sich wieder in die Ausgangsposition zurückbewegt, kommt es hier zu mikrofeinen Bewegungen im proximalen Fe­ murschaft zwischen Trochanter major und medialer Cortica­ lis. Besonders deutlich wird dies bei den Zwey-Mmüller- Geradschaft-Modellen in der "Langschaft-Ausführung".
Bisherige Konstruktion von Hüftgelenkendoprothesenschäf­ te teilen sich grob aufgrund ihrer Fixierung in zwei Grup­ pierungen:
  • 1. Fixierung aufgrund von Verkeilung, insbesondere im metaphysären Bereich.
  • 2. Fixierung aufgrund weitgehend formschlüssiger An­ passung in den Markraum.
Insbesondere bei der letzten Konstruktion werden oberflä­ chenvergrößernde Strukturen zum besseren Anhaften im Mark­ raum zur Begünstigung des Ein- oder Anwachsens von Kno­ chenstrukturen, angewandt.
Die meisten bekannten und heute gebräuchlichen Hüftgelen­ kendoprothesenschäfte zeigen eine ungenügende Ausbildung in das Massiv des Trochanter major. Aufgrund des oben be­ schriebenen Mechanismus bietet gerade diese Region genü­ gend Spielraum, um dem Lockerungsprozeß Vorschub zu lei­ sten.
Aus der DE 30 28 393 A1 ist eine Hüftgelenkendoprothese bekannt, deren Halsteil aus zwei mit einem Quersteg ver­ bundenen Schenkeln gebildet ist, die im Kopfteil zusammen­ laufen und zur Schaftspitze zu getrennt weitergeführt wer­ den, wobei sie auf- oder aneinanderliegend gemeinsam den Prothesenschaft bilden. Die Berührungsebene der Schenkel verläuft entweder in der dorsal-ventralen oder in der lateral-medialen Ebene. Bei einem dorsal-ventralen Verlauf können sich die Schenkel dorsal-ventral auseinandersprei­ zen und bei einem lateral-medialen Verlauf analog lateral- medial. Die Schenkel berühren sich aber jederzeit zuminde­ sten teilweise. Nachteilig bei dieser Hüftgelenkendoprot­ hese ist aber, daß das Auseinanderspreizen der Schenkel nur im distalen und nicht im proximalen Bereich des Endo­ prothesenschafts stattfindet und daß es bei einer Locke­ rung im distalen Bereich, durch die sich dann weiter aus­ einandergespreizten Schenkel, zu einer Verschiebung der Hüftgelenkendoprothese in proximaler Richtung führen kann. Zudem ist ein derartig aufgespreizter Endoprothesenschaft, falls es erforderlich wird, schwer zu entfernen, da die auseinandergespreizten Schenkel sich nicht von oben wieder aneinander führen lassen.
Dementsprechend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Endoprothesenschaft der eingangs genannten Gattung zu schaffen, der bei Lockerungstendenz ein Schwingen im proximalen femoralen Markraum unmöglich macht und gleich­ zeitig über eine möglichst große Fläche des gesamten Endo­ prothesenschaftes eine genügende Vorlast und primäre Sta­ bilität der Endoprothese gewährleistet und dabei in der Lage ist, die für den allgemeinen Bewegungsablauf erfor­ derlichen Kräfte sowohl statisch als auch dynamisch zu er­ tragen und zu nutzen, um auf physiologische Weise diese in die Corticales einzuleiten.
Diese Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Die Erfindung basiert aus der Abspreizung eines Spreiz­ blattes vom Endoprothesenschaft in das Trochanter-major- Massiv. Dadurch erlangt der Endoprothesenschaft nicht nur eine primäre Stabilität, sondern darüber hinaus mittels der Vorspannung des Spreizblattes auch eine sekundäre Sta­ bilität, die mögliche Lockerungsvorgänge nach der Implan­ tation unterbindet. Die aus der Vorspannung des Spreiz­ blattes resultierende optimale Vorlast bewirkt eine dauer­ hafte Fixierung der Endoprothese und zugleich reaktive Verfestigungsprozesse am Knochen. Insbesondere sei darauf hingewiesen, daß wahrscheinlich kurz nach der Implantation Umbauvorgänge des unmittelbar angrenzenden Knochens eine relative Instabilitätsphase durchmachen, denen ein starres Implantat nicht folgen kann. Konstruktionsbedingt kann je­ doch das Spreizblatt durch Nachspannen auch in der "vulnerablen Phase" einen individuellen und fortwährend festen Sitz des Endoprothesenschaftes garantieren.
Das Spreizblatt weist entweder die Eigenschaften einer Blattfeder auf oder es ist ein zusätzlicher Federmechanis­ mus vorhanden, der das an sich nicht federnde Spreizblatt mit diesen Eigenschaften versieht. Diese federnde Eigen­ schaft ist mit einer Spiralfeder, einer Blattfeder, einem Schraubmechanismus, einem Medium dessen Volumenveränderung zur Ab- bzw. Anspreizung des Spreizblatts führt oder mit einem elektromechanischen Vorgang verwirklichbar.
Bei einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemä­ ßen Endoprothesenschafts weist dieser eine Sicherungsspan­ ge auf, die verhindert, daß sich das Spreizblatt nach der Implantation wieder an den implantierten Endoprothesen­ schaft anliegt aber trotzdem eine weitere Abspreizung des Spreizblatts infolge von einer Erweiterung im Markraum zu­ läßt. Anstatt einer Sicherungsspange kann ein in dem Spalt eingesetzter Keil, der sich beispielsweise unter Feder­ spannung vorschiebt, alternativ auch zu diesem Zwecke ver­ wendet werden.
Um zu verhindern, daß Bindegewebe und Knochensubstanz in den Spalt eindringen kann bei vorteilhaften Weiterbildun­ gen der Erfindung ein Keil (wie schon beschrieben) im Spalt angeordnet sein oder der Spalt kann mit einem forme­ lastischen Kunststoff ausgefüllt sein oder der Spalt kann von einer am Spreizblatt und/oder am Endoprothesenschaft angeschlossenen Verkleidung allseitig umschlossen sein.
Die Erfindung zeichnet sich also durch eine dem Locke­ rungsmechanismus bzw. dem Knochenabbau entgegenwirkende Querschnitterweiterung aus. Ein weiterer Vorteil dieses Konstruktionsprinzips liegt darin, daß bei einer vorzu­ nehmenden Explantation, wie zum Beispiel im Rahmen einer Infektion der Querschnitt des Endoprothesenschaftes durch Anspreizen des Spreizblattes an den Endoprothesenschaft verkleinert wird und damit die Explantation erheblich er­ leichtert wird. Insbesondere bei grobporigen Oberflächen­ strukturen, die eine Knocheninvasion ermöglichen, ist dies ein Vorteil, da häufig bei Implantationen eine Deckelung des Femurschaftes und damit eine Aufhebung der Kontinuität und Stabilität des Femurschaftes bei herkömmlichen Endo­ prothesenmodellen erforderlich ist.
Weiterhin vorteilhaft ist, daß die erfindungsgemäße Kon­ struktion an jeder konventionellen Endoprothesenschaftform Anwendung finden kann. Bei üblicher Größenkonfektionierung und einer bestimmten Anzahl von Endoprothesenschäften ist eine individuelle Anpassung, insbesondere aber Nachspan­ nungsmöglichkeiten bei Lockerung der Endoprothese im Mar­ kraum möglich.
Bei einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung des erfin­ dungsgemäßen Endoprothesenschafts ist dieser mit Veranke­ rungslöchern versehen, die zum Ansatz eines Manipuliergerä­ tes, zum Beispiel einer Zange geschaffen sind. Dadurch wird die Implantation und die manchmal erforderliche Ex­ plantation des erfindungsgemäßen Endoprothesenschafts er­ leichtert.
Die bevorzugten Materialien zur Herstellung der erfin­ dungsgemäßen Endoprothese sind Titan und Kobalt-Chrom- Molybdän-Legierungen, wobei die Titan-Legierungen beson­ ders bevorzugt sind, da diese neben der Keramik dem Kno­ chen hinsichtlich des Elastizitätsmoduls am ähnlichsten sind. Der erfindungsgemäße Endoprothesenschaft kann entwe­ der aus einem Stück gefertigt werden, wobei der Spalt zwi­ schen dem Spreizblatt und dem Endoprothesenschaft durch eine entsprechende Keilentnahme entsteht oder das Spreiz­ blatt kann scharnierartig oder auch nutfederartig mit dem Endoprothesenschaft verbunden sein, wobei das Spreizblatt und der Prothesenschaft aus unterschiedlichen Materialien bestehen können.
Der erfindungsgemäße Endoprothesenschaft weist in einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung eine äußere Form auf, die weitestgehend an die Form des anatomischen Markraums angepaßt ist und eine Oberflächenstruktur aufweist, die eine Knochenein- oder anlagerung begünstigt, so daß der implantierte und aufgespreizte Endoprothesenschaft im we­ sentlichen großflächig am umliegenden Markraum anliegt. Der erfindungsgemäße Endoprothesenschaft kann aber auch eine zwei- oder mehrflächige/-eckige oder runde oder ova­ läre Querschnittsform aufweisen, wobei ein derartiger En­ doprothesenschaft nur punktuell am umliegenden Markraum an­ liegt. Bei derartigen Endoprothesenschäften ist aber der Herstellungsaufwand geringer, da eine einzige Größe sich für die beidseitige Implantation eignet, aber die optimale Realisierung des erfindungsgemäßen Endoprothesenschafts ist mit einer Grundform, die dem Markraum angepaßt worden ist, gegeben.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Un­ teransprüchen gekennzeichnet bzw. werden nachstehend zu­ sammen mit der Beschreibung der bevorzugten Ausführung der Erfindung anhand der Figuren näher dargestellt. Es zeigt
Fig. 1 eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungs­ gemäßen Endoprothesenschafts einer Hüftgelenkendoprothese im Schnitt,
Fig. 2 eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemä­ ßen Endoprothesenschafts einer Hüftgelenkendoprothese im implantierten Zustand im Schnitt,
Fig. 3 eine dritte Ausführungsform des erfindungsgemä­ ßen Endoprothesenschafts einer Hüftgelenkendoprothese im Schnitt, sowie
Fig. 4 eine vierte Ausführungsform des erfindungsgemä­ ßen Endoprothesenschafts einer Hüftgelenkendoprothese im Schnitt.
In Fig. 1 ist ein Endoprothesenschaft 1 einer zementfrei implantierbaren Hüftgelenkendoprothese dargestellt, der einen Konus 6 für den Endoprothesenkopf aufweist und der etwa in halber Höhe im Bereich 3 mit einem Spreizblatt 2 verbunden ist. In diesem Bereich 3 weist das Spreizblatt 2 die Eigenschaften einer Blattfeder auf. Die Hüftgelen­ kendoprothese kann entweder aus einem Stück gefertigt wer­ den, wobei der Spalt 5 zwischen dem Spreizblatt 2 und dem Endoprothesenschaft 1 durch eine entsprechende Keilent­ nahme entsteht oder das Spreizblatt 2 kann scharnierartig oder auch nur federartig mit dem Endoprothesenschaft 1 ver­ bunden sein, wobei das Spreizblatt 2 und der Endoprothesen­ schaft 1 aus unterschiedlichen Materialien bestehen kön­ nen. Eine derartige Gelenkverbindung wäre für besonders spröde Materialien geeignet, wobei sich die Federblattei­ genschaften des Spreizblattes 2 sich dann durch einen zu­ sätzlich eingebrachten Federmechanismus herstellen ließen (siehe hierzu auch die Fig. 3 und 4).
Vor der Implantation wird das Spreizblatt 2 an den Endo­ prothesenschaft 1 vollständig und schlüssig angespreizt, so daß sich der Spalt 5 reduziert, wobei das Spreizblatt 2 am Endoprothesenschaft 1 mittels einer Sicherungsspange 4 gehalten wird. Nach der Implantation wird die Sicherungs­ spange 4 gelöst und das Spreizblatt 2 legt sich an der la­ teralen Corticalis bzw. am Trochanter-major-Massiv an. Die Sicherungsspange 4 weist einen Sperrmechanismus in der Form eines Widerhakens aus, womit ein Anlegen des Spreiz­ blattes 2 an den Endoprothesenschaft 1 nach der Implanta­ tion verhindert wird, so daß die abgespreizte Position auf jeden Fall gehalten wird und ein weiteres Abspreizen mög­ lich ist.
Um die schlagartige Kraftentfaltung des Spreizblattes 2 nach Öffnen der Sicherheitsspange 4 zu verhindern wird bei einer weiteren Implantationsweise die komplette vollständig aufgespreizte Hüftgelenkendoprothese bei geöffneter und zunächst nutzloser Sicherungsspange 4 in den Markraum ein­ geführt. Dadurch kommt es erst während dem Eintreiben zu einer Annäherung zwischen dem Spreizblatt 2 und dem Endo­ prothesenschaft 1. Die auf einer Seite stets fest veran­ kerte Sicherungsspange 4 wird dann geschlossen, in dem sie in ein gegenüberliegendes Rillenprofil, welches quer zur Bewegungsrichtung läuft, eingesetzt wird, um erst dann ih­ re Funktion als Anspreizverhinderer aufzunehmen.
Aufgrund des weiten Ausladens des Spreizblattes 2 wird dieses beim Eintreiben des Endoprothesenschaftes 1 in den Markraum zunächst an den Endoprothesenschaft 1 angepreßt. Aufgrund der blattfederartigen Eigenschaften des Spreiz­ blattes 2 im Bereich 3, wird hier eine Vorspannung er­ zeugt, welche das Spreizblatt 2 zur lateralen Corticalis, bzw. gegen das Trochanter-major-Massiv anpreßt. Neben der Fixierung im distalen Endoprothesenschaftende sowie ent­ lang der medialen Corticalis ist jetzt eine individuelle Fixierung mit Vorlast zur lateralen Corticalis und dem Trochanter-major-Massiv gegeben, welche sich bei Lockerung individuell wieder aufgrund der Spreizblatt-Vorspannung nachstellt.
In Fig. 2 ist eine zweite Ausführungsform einer Hüftge­ lenkendoprothese mit einem erfindungsgemäßen Endoprothe­ senschaft dargestellt. Der Bereich 3, in dem das Spreiz­ blatt 2 mit dem Endoprothesenschaft 1 verbunden ist, ist weiter distal zur Endoprothesenschaftspitze hin positio­ niert. Dadurch kommt die dynamische Wirkung des Spreiz­ blattes 2 auf den größten oder vollständigen Teil der la­ teralen Corticalisbegrenzung zugute. Bei dem Ausbau der Hüftgelenkendoprothese wird die Sicherungsspange 4 aufge­ klappt und es wird eine Zange mit hakenförmig ausgebilde­ ten Zapfen in zwei dafür vorgesehene Haltelöcher 7 einge­ setzt. Mit der Zange wird das Spreizblatt 2 an den Endo­ prothesenschaft 1 unter Querschnittsverminderung ange­ spreizt und das komplette Implantat wird unter Zug an der Zange aus dem Markraum herausgeführt.
In Fig. 3 ist eine dritte Ausführungsform einer Hüftge­ lenkendoprothese mit einem erfindungsgemäßen Endoprothe­ senschaft dargestellt. Das Spreizblatt 2 ist über ein Scharnier 8 mit dem Endoprothesenschaft 1 verbunden. Im Spalt 5 ist eine Spriralfeder 9 als Federmechanismus ange­ ordnet, die die Auslenkung bzw. Abspreizung des Spreiz­ blattes 2 verursacht. Alternativ hierzu könnten eine Blattfeder, ein Schraubmechanismus oder ein Medium, wel­ ches im Hohlraum 5 zwischen dem Endoprothesenschaft 1 und dem Spreizblatt 2 angeordnet ist und welches über Tempera­ tur, Druck oder andere Umgebungssteuerung oder auch ein elektromechanischer Vorgang das Abspreizen des Spreizblat­ tes 2 vom Endoprothesenschaftkörper 1 verursachen. Diese Alternativen sind nicht in den Figuren dargestellt.
In Fig. 4 ist eine vierte Ausführungsform einer Hüftge­ lenkendoprothese mit einem erfindungsgemäßen Endoprothe­ senschaft dargestellt. Der Endoprothesenschaft 1 ist mit einer Schwalbenschwanznut 10 und das Spreizblatt 2 mit ei­ nem entsprechenden Schwalbenschwanzkeil 11 ausgebildet, die ineinander steckbar sind um den Endoprothesenschaft 1 mit dem Spreizblatt 2 zu verbinden. Der Spalt 5 zwischen dem Spreizblatt 2 und dem Endoprothesenschaft 1 ist mit einem verformbaren Medium 12 aufgefüllt und verhindert, daß biologisches Material in den Spalt 5 eindringen kann. Alternativ hierzu kann der Spalt 5 von einer Verkleidung (nicht dargestellt) umschlossen sein, die mit dem Spreiz­ blatt 2 und/oder dem Endoprothesenschaft 1 fest verbunden ist.

Claims (22)

1. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft, ins­ besondere Hüftgelenkendoprothesenschaft, mit einem unter Querschnittserweiterung nachspannenden Spreizblatt zum Trochanter major und der lateralen Corticalis,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Spreizblatt (2 derart über einen Blattfedermecha­ nismus (3) mit dem Endoprothesenschaft (1) verbunden ist,
daß das ausladende und vom Endoprothesenschaft (1) über einen Spalt (5) abge­ spreizte Spreizblatt (2) bei der Einbringung in den Mar­ kraum an den Endoprothesenschaft (1) angepreßt wird und dabei über den Blattfedermechanismus (3) eine so starke Vorspannung erhält, daß bei einer Lockerung der umgebenden ossären Struktur ein Nachrücken des Spreizblattes (2) und damit ein erneutes Fixieren des Endoprothesenschaft (1) erfolgt.
2. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Endoprothesenschaft (1) und das Spreizblatt (2) verbunden über den Blattfedermechanismus (3) aus bzw. zu einem einheitlichen Werkstück gefertigt sind und das Spreizblatt (2) blattferderartig von dem Endoprothesen­ schaft (1) abgespreizt ist.
3. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Spange (4) nach Eintreiben des Endoprothesenschafts (1) in den Markraum ein Anspreizen des Spreizblatts (2) an den Endoprothesen­ schaft (1) verhindert.
4. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Spalt (5) zwi­ schen dem Endoprothesenschaft (1) und dem Spreizblatt (2) ein Keil ein Wiederanspreizen des Spreizblattes (2) an den Endoprothesenschaft (1) verhindert, wobei dieser durch die Schwerkraft oder durch Federmechanismus nachrutschen kann.
5. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Spreizblatt (2) mit dem Endoprothesenschaft (1) scharnierartig abspreizbar verbunden ist.
6. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Spreizblatt (2) am Endoprothesenschaft (1) anliegt und/oder in der vom Endoprothesenschaft (1) abgespreizten Position abgestützt ist.
7. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch ge­ kennzeichnet, daß eine Spiralfeder (9), Blattfeder oder anderer Federmechanismus, die vorzugsweise im Spalt (5) angeordnet ist, das Abspreizen des Spreiz­ blattes (2) vom Endoprothesenschaft (1) verursacht oder unterstützt.
8. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch ge­ kennzeichnet, daß ein Schraubmechanismus die Abspreizung des Spreizblattes (2) vom Endoprothesenschaft (1) durch Volumenverdrängung im Spalt (5) ausübt.
9. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekenn­ zeichnet, daß im Spalt (5) zwischen dem Endoprot­ hesenschaft (1) und dem Spreizblatt (2) ein Medium befind­ lich ist, welches über Temperatur, Druck oder andere Umge­ bungssteuerung das Abspreizen des Spreizblattes (2) vom Endoprothesenschaft (1) verursacht.
10. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ge­ kennzeichnet, daß steuerbare elektromechanische Mittel zum Abspreizen des Endoprothesenschaftes (1) vorgesehen sind.
11. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch ge­ kennzeichnet, daß der gesamte Endoprothesen­ schaft (1) mit Spreizblatt (2) dem anatomischen Markraum weitestgehend nachgeahmt ist und ringsum flächig anliegt.
12. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekenn­ zeichnet, daß mindestens an der medialen Cortica­ lis und an der gegenüberliegenden lateralen Corticalis we­ nigstens punktuell die Prothese einen Knochenkontakt hat und dabei eine zwei- oder mehrflächige/-eckige oder runde oder ovale Querschnittsform aufweist.
13. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Spreizblatt (2) sich nicht breitflächig an der lateralen Corticalis ab­ stützt, sondern nur eine punktuelle kleinflächige Abstüt­ zung verursacht wird.
14. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch ge­ kennzeichnet, daß das Spreizblatt (2) in sei­ ner Führung durch ein nutfederartiges Ineinandergreifen von Erhebungen oder Vertiefungen (11) des korrospondieren­ den Endoprothesenschafts (1) achsenstabil gehalten wird.
15. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch ge­ kennzeichnet, daß der Spalt (5) mit einem verformbaren Medium (12) zur Verhinderung des Eindringens von biologischem Material aufgefüllt ist.
16. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekenn­ zeichnet, daß der Spalt (5) nach allen Seiten durch eine entweder am Endoprothesenschaft (1) oder am Spreizblatt (2) oder an beiden befindlichen Verkleidung nach außen hin abgeschlossen ist.
17. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekenn­ zeichnet, daß am Endoprothesenschaft (1) und/oder am Spreizblatt (2) Verankerungslöcher (7) zum Ansatz eines Manipuliergeräts, insbesondere einer Zange, geschaffen sind.
18. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekenn­ zeichnet, daß er einen üblichen Konus zum Aufstecken eines entsprechenden Kopfes aufweist.
19. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch ge­ kennzeichnet, daß er einen einsetzbaren Konus (6), der geschraubt, gesteckt oder anderweitig befestigt sein kann, aufweist.
20. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch ge­ kennzeichnet, daß die gesamte Prothese aus einem Material, insbesondere aus Titan, Glasfaser oder Chrom-Kobalt-Molybdän, besteht.
21. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch ge­ kennzeichnet, daß der Endoprothesenschaft (1) und das Spreizblatt (2) aus unterschiedlichen Materialien hergestellt sind.
22. Zementfrei implantierbarer Endoprothesenschaft nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch ge­ kennzeichnet, daß der Endoprothesenschaft (1) und/oder das Spreizblatt (2) mindestens teilweise mit ei­ ner einer Knochenein- oder -anlagerung begünstigenden Ober­ flächenstruktur versehen sind.
DE19873730814 1987-09-14 1987-09-14 Zementfrei implantierbarer, selbstnachspannender hueftgelenkschaft Granted DE3730814A1 (de)

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