DE3730829C2 - Überlastschutz für den Erregerkreis einer Synchronmaschine - Google Patents
Überlastschutz für den Erregerkreis einer SynchronmaschineInfo
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- H02H7/065—Emergency protective circuit arrangements specially adapted for specific types of electric machines or apparatus or for sectionalised protection of cable or line systems, and effecting automatic switching in the event of an undesired change from normal working conditions for dynamo-electric generators; for synchronous capacitors against excitation faults
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Description
Die Erfindung betrifft einen Überlastschutz für den Erregerkreis
einer Synchronmaschine unter Auswertung von Meßgrößen
des Ständerkreises (Ständerstrom, Ständerspannung) der
Maschine (DE 31 35 919 A1).
Bei den aus der Praxis bekannten Überlastschutzeinrichtungen
wird der Erregerstrom entweder über einen Shunt bzw. Gleich
stromwandler als Gleichstrom erfaßt oder bei einer Drehstrom-
Erregerkreis-Einspeisung über Stromwandler ermittelt. Der so
erhaltene Meßwert wird einem thermischen Abbild des Erreger
kreises zugrundegelegt, das bei Überschreitung der zulässigen
Erwärmung ein Warn- oder Auslösesignal abgibt.
Die Erfassung des Gleichstromes setzt einen für die Messung
durch Shunt bzw. Gleichstromwandler zugänglichen Gleichstrom-
Erregerkreis voraus, was bei Maschinen mit rotierenden Dioden
nicht zutrifft. Die Messung des Drehstromes setzt voraus,
daß dieser exakt proportional dem Erreger-Gleichstrom ist,
was nicht in allen Störungsfällen gewährleistet ist.
Aus der DE 31 35 919 A1 ist eine Kurzschlußdioden-Schutzan
ordnung für einen bürstenlosen Wechselstromgenerator bekannt,
der eine erregbare Erregerfeldwicklung besitzt. Die Anordnung
umfaßt eine Schaltungseinheit zum Abfühlen des Spannungsdif
ferentials am Erregerfeld und zum Vereinigen des Spannungs
differentials mit einem Genetatorlaststrom. Damit wird ein
Ausgangssignal erzeugt, das innerhalb eines vorbestimmbaren
Wertebereichs über einem normalen Generatorlaststrombereich
abfällt.
Die DE-AS 12 38 092 betrifft eine Anordnung für einen Syn
chrongenerator, bei der ausgehend von an den Klemmen des Ge
nerators vorhandenen Meßgrößen ein Betriebszustand ermittelt
wird. Bei Überschreiten eines Grenzwertes werden Gegenmaß
nahmen im Spannungsregler des Synchrongenerators ergriffen.
Es handeltz sich dabei um eine spezielle Regelanordnung, die
für den konkreten Betriebsfall des Außertrittfallens (auch
Untererregung genannt) ausgelegt ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ohne Messung von
Größen des Erregerkreises auf einfachere Weise einen einwand
freien Überlastschutz für alle Ausführungen des Erregerkreises
von Synchronmaschinen zu schaffen, der nur Ständergrößen
benutzt, die auch für die anderen Schutzeinrichtungen benötigt
werden.
Die Lösung der gestellten Aufgabe gelingt durch die
Merkmale des Anspruches 1.
Die Erfindung beruht dabei auf dem bekannten Spannungsdiagramm
einer Synchronmaschine:
Fig. 1 stellt das allgemeine Spannungs-Diagramm mit unterschied
lichen Längsreaktanzen (Xd) und Querreaktanzen (Xq).
Daraus ist entnehmbar die Beziehung
und der Kenntnis, daß Ie ∼ E gesetzt werden kann (3)
Darin bedeuten
U = Ständerspannung
I = Ständerstrom
E = Polradspannung
Xd = synchrone Längsreaktanz
Xq = synchrone Querreaktanz
ϕ = Phasenwinkel
ϕN = Nennphasenwinkel
ϑ = Polradwinkel
Ie = Erregerstrom
U = Ständerspannung
I = Ständerstrom
E = Polradspannung
Xd = synchrone Längsreaktanz
Xq = synchrone Querreaktanz
ϕ = Phasenwinkel
ϕN = Nennphasenwinkel
ϑ = Polradwinkel
Ie = Erregerstrom
Die Größen Xd und Xq sind bei jeder Maschine bekannt.
Die Größen U und I sind einfache zu messende Werte.
Der Polradwinkel ϑ kann leicht ermittelt werden durch eine
Winkelmessung zwischen U und U + IXd gemäß Gleichung (2).
Damit kann nach Gleichung (1) auch die Polradspannung und
gemäß der Proportionalität nach Gleichung (3) der Erreger
strom ermittelt werden.
Für die hier vorliegende Aufgabe ist es in den meisten Fällen
ausreichend, das vereinfachte Spannungsdiagramm nach Fig. 2
zugrundezulegen. Dieses ergibt sich aus Fig. 1, wenn Xd=Xq.
Bei Synchronmaschinen mit Turboläufer ist diese Bedingung sehr
gut erfüllt. Bei Synchronmaschinen mit Schenkelpolläufern ist
diese Bedingung für den hier zu betrachtenden Anwendungsfall
ebenfalls gut erfüllt, da
- 1. zur Berücksichtigung des Sättigungseinflusses im über regten Arbeitsbereich der Synchronmaschinen für Xd die gesättigte Längsreaktanz Xdges eingesetzt werden muß und
- 2. im Phasenwinkelbereich zwischen ϕN und ϕ=90° gesetzt werden darf: Xdges ≈ Xq.
Damit vereinfacht sich die Beziehung (1) zu
Diese Beziehung (4) kann durch eine Schaltung nach Fig. 3 leicht
nachgebildet werden.
Über einen im Stromkreis des Synchrongenerators G angeordneten
Stromwandler 1 wird über einen Zwischenwandler 2 der Ständer
strom I gewonnen, aus dem in der Anordnung 3 über einen ent
sprechend der Maschinenkonstante Xq einstellbaren Widerstand
und einer 90°-Winkeldrehung der induktive Spannungsabfall
I · Xq gebildet wird. Aus einem Spannungswandler 4 wird über
den Zwischenwandler 5 die Ständerspannung U gewonnen und zu dem
Spannungsabfall I · Xq vektoriell addiert. Diese geometrische
Summe E = U + I · Xq wird über einen Zwischenwandler 6
einem thermischen Abbild 7 des Erregerkreises zugeführt. Durch
dieses wird nach einer für ein thermisches Abbild üblichen
Strom-Zeit-Funktion (z. B. gemäß DIN IEC 255/VDE 0435 Teil 3011, 1984)
ein nachgeschaltetes Relais 8 betätigt, das mittels seines
Kontaktes eine Gefahrmeldung oder Generatorabschaltung vor
nimmt, wenn die zulässige Grenzerwärmung überschritten wird.
Um auch bei unsymmetrischen Betriebszuständen eine physikalisch
richtige Messung zu erhalten, können durch bekannte Drehfeld
scheider nach den Rechenregeln für symmetrische Komponenten die
Mitkomponenten von Strom und Spannung des Drehstromsystems
gewonnen und dann in der oben beschriebenen Weise weiterver
arbeitet werden.
In Fig. 4 ist das aus Fig. 2 abgeleitete Maschinendiagramm der
Synchronmaschine gezeigt, aus dem deren zulässiger Betriebs
bereich hervorgeht. Wird die Grenzkurve a): E< ∼ Ie< über
schritten, so liegt eine Übererregung der Maschine vor.
Die anderen drei Grenzkurven nach Fig. 3 sind:
- b) I<; diese Grenzkurve wird durch einen Ständerüberlast schutz erfaßt;
- c) (-I · U · cosϕ)<; diese Grenzkurve wird durch einen Rückleistungsschutz erfaßt;
- d) ∡(E, U)<; diese Grenzkurve wird durch einen Untererregerschutz erfaßt.
Durch eine Kombination der Messungen von a) bis d) ist es
möglich, nur mit den Ständergrößen I und U einen Schutz für
die Ausmessung des kompletten Maschinendiagramms zu erhalten.
Claims (6)
1. Überlastschutz für den Erregerkreis einer Synchronmaschine, bei der
der Erregerstrom Ie als proportionale Größe der Polrad
spannung E aus den gemessenen Größen Ständerspannung U
und Ständerstrom I sowie den Maschinen-Kenngrößen der
Längsreaktanz Xd und der Querreaktanz Xq ent
sprechend der Gleichung
ermittelt wird,
wobei der Polradwinkel ϑ aus einer Winkelmessung zwischen U und U + IXq gewonnen wird und die so gewonnene Größe E ∼ Ie bei Überschreiten eines zulässigen Höchstwertes den Überlast schutz aktiviert.
wobei der Polradwinkel ϑ aus einer Winkelmessung zwischen U und U + IXq gewonnen wird und die so gewonnene Größe E ∼ Ie bei Überschreiten eines zulässigen Höchstwertes den Überlast schutz aktiviert.
2. Überlastschutz nach Anspruch 1, bei dem
die aktuelle erfaßte Polradspannung E ∼ Ie einem thermischen
Abbild der Erregerwicklung zur Erfassung der Läufer
temperatur zugeführt wird.
3. Überlastschutz nach Anspruch 1 und 2, bei dem
dem thermischen Abbild eine die Umgebungstemperatur berück
sichtigende elektrische Zusatzgröße zugeführt wird.
4. Überlastschutz nach Anspruch 1 bis 3, bei dem
unter Berücksichtigung der Sättigung im übererregten
Bereich der Synchronmaschine mit der gesättigten Längsreaktanz
Xd gesättigt ≈ Xq die Gleichung E=U + ISq für die Ermittlung
von E ∼ Ie gilt.
5. Überlastschutz nach mindestens einem der vorhergehenden
Ansprüche 1 bis 4, bei dem
die einzelnen Grenzkurven des Arbeitsdiagramms der
Synchronmaschine für den Strom I, den Polradwinkel ϑ, die
Leistung -I · U cosϕ und den Erregerstrom Ie ∼ E in einer
Schutzeinrichtung gemessen bzw. ermittelt und damit das
komplette Maschinendiagramm überwacht wird.
6. Überlastschutz nach Anspruch 1 bis 5, bei dem
als Strom- und Spannungswerte die entsprechenden Mitkompo
nenten des Drehstromsystems benutzt werden.
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|---|---|---|---|
| DE19873730829 DE3730829C2 (de) | 1987-09-14 | 1987-09-14 | Überlastschutz für den Erregerkreis einer Synchronmaschine |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE3730829A1 DE3730829A1 (de) | 1989-03-23 |
| DE3730829C2 true DE3730829C2 (de) | 1997-02-06 |
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|---|---|---|---|
| DE19873730829 Expired - Fee Related DE3730829C2 (de) | 1987-09-14 | 1987-09-14 | Überlastschutz für den Erregerkreis einer Synchronmaschine |
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