DE3731475A1 - Verfahren zur verminderung umweltschaedlicher bestandteile in rauchgas und produkt fuer die durchfuehrung des verfahrens - Google Patents
Verfahren zur verminderung umweltschaedlicher bestandteile in rauchgas und produkt fuer die durchfuehrung des verfahrensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verminderung des
Inhalts umweltschädlicher Gase in Rauchgas sowie ein Zusatzmaterial
für die Durchführung des Verfahrens.
Es ist bekannt, daß Rauchgas von der Verbrennung organischer
Materialien in Form von üblichen Brennstoffen
und/oder Müll neben Wasser(dampf) und Kohlendioxid oft zugleich
umweltschädliche Gase enthält, z. B. Schwefeloxide
wie Schwefeldioxid und Schwefeltrioxid, chlorhaltige Gase
wie Chlorwasserstoff und nitrose Gase in Form von Stickstoffoxiden
verschiedener Oxidationsstufen. Auch Kohlenwasserstoffe
werden zu den umweltschädlichen Rauchgasbestandteilen
gerechnet. Unter besonderen Verbrennungsverhältnissen
können so schädliche Stoffe wie Dioxine gebildet werden,
insbesondere in Verbindung mit der Verbrennung von
Müll, wo das Brennmaterial größere Mengen von Chlorverbindungen,
z. B. in Form von Polyvinylchlorid enthält. Es werden
überall viele Versuche durchgeführt, und es wird mit
theoretischen Modellen gearbeitet in dem Bestreben, die
Verschmutzung der Atmosphäre mit diesen Stoffen in der modernen
technischen Gesellschaft zu verringern.
Es sind mehrere Verfahren zur Verminderung des Inhaltes
verschiedener der oben genannten Stoffe in Rauchgas bekannt.
Der Schwefeldioxidinhalt kann nach bekannter Technik
z. B. durch Naß- oder Trockenbehandlung von Rauchgasen mit
kalzium- und/oder magnesiumhaltigen Produkten vermindert
werden. Diese Verfahren können bei tolerabler Wirtschaftlichkeit
in großen Verbrennungsanlagen gute Ergebnisse
liefern, z. B. in thermischen Elektrizitätswerken. Ein Inhalt
von Chlorwasserstoff - und damit ein Risiko der Bildung
von Dioxinen - tritt oft in Verbindung mit der Müllverbrennung
auf. Man besitzt heute ein Wissen darum, daß
eine Steuerung der Verbrennung in solche Weise, daß die
Verbrennungstemperatur angehoben wird, den Inhalt dieser
Bestandteile beträchtlich vermindert, und daß ein Zusatz
eines basischen Materials, das das Chlor binden kann, vorteilhaft
wirken kann.
In den letzten Jahren ist man zunehmend darauf aufmerksam
geworden, daß der Inhalt nitroser Gase in Rauchgas nicht
wie früher angenommen nur ein düngungsmäßiger Vorteil ist;
sondern vielmehr, daß diese Gase in den Mengen, die in
großen, modernen Verbrennungsanlagen produziert werden,
sehr umweltschädlich wirken, beispielsweise weil sie stark
korrosionsförderlich sind. Der Erfinder der gegenwärtigen
Erfindung kennt kein technisches Verfahren, das ausreichend
billig und sicher den Inhalt nitroser Gase im Rauchgas von
großen Verbrennungsanlagen herabsetzen kann, nimmt aber
an, daß es wahrscheinlich ist, daß in vielen Ländern sehr
bald Umweltforderungen bezüglich einer Herabsetzung des
Ausstoßes von Stickoxiden in die Atmosphäre an diese Anlagen
gestellt werden.
Es ist deshalb die Aufgabe dieser Erfindung, ein Verfahren
zur Verminderung des Inhaltes nitroser Gase in Rauchgas anzuweisen,
insbesondere in Rauchgas von größeren Verbrennungsanlagen,
hierunter Anlagen zur Verbrennung von Müll.
Das neue Verfahren soll in Verbindung mit anderen Verfahren
zur Verminderung des Inhaltes anderer der oben genannten
umweltschädlichen Rauchgasbestandteile angewendet werden
können und/oder eigenständig eine solche Verminderung mit
sich führen. Die Aufgabe ist ebenfalls, ein Material zur
Verwendung bei der Durchführung des Verfahrens anzuweisen.
Diese Aufgabe wird nach der Erfindung durch ein Verfahren
gelöst, das dadurch gekennzeichnet ist, daß dem Verbrennungsprozeß
neben Brennmaterial und Verbrennungsluft ein
basisch-reagierendes Material mit großem Inhalt von Hydroxid
und/oder Oxid von Erdalkali- oder Alkalimetall mit
einer mikroskopisch aufgespaltenen Oberflächenstruktur zugeführt
wird, worin derart ein brennbares Öl aufgesaugt
ist, daß das Gewichtsverhältnis zwischen dem basischen Bestandteil
und dem Ölbestandteil im Zusatzmaterial zwischen
1 : 6 und 3 : 2 liegt.
Ein Material, das zur Durchführung des Verfahrens geeignet
ist, ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß es
teils Öl und teils Kalzium und/oder Magnesium in Form eines
Hydroxids und/oder Oxids enthält, wobei des Gewichtsverhältnis
zwischen Öl und Erdalkalimetall umgerechnet auf Kalziumhydroxid
zwischen 1 : 6 und 3 : 2 liegt.
Eigenheiten besonders vorteilhafter Ausführungsformen ergeben
sich aus den Unteransprüchen.
Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, daß man
bei seiner Anwendung den Inhalt von Stickoxiden im Rauchgas
von Verbrennungsanlagen vermindert bekommt. Die Verminderung
kann bis auf ein Drittel oder weniger hinuntergehen.
Die Durchführung des Verfahrens bringt gleichzeitig in
entsprechender Weise eine Verminderung des Inhaltes von
Schwefeloxiden im Rauchgas mit sich, wie sie bekannt ist,
wenn man bei der Verbrennung basische Materialien in Form
von Kalzium- und/oder Magnesiumverbindungen, beispielsweise
Magnesia, einem Verbrennungsprozeß zuführt. Während man
für den Zusatz basischer Mineralien zu Verbrennungsprozessen
bisher die Verwendung magnesiumhaltiger Mineralien vorgezogen
hat, weil diese nicht in gleichem Maße wie kalziumhaltige
Produkte die Bildung einer leichtschmelzenden
Schlacke fördern, kann man erfindungsgemäß vorteilhafterweise
Kalzium anwenden, das bei der Erprobung der Erfindung
keine Anzeichen von Schlackenbildung in der Brennkammer gezeigt
hat.
Es ist vorteilhaft, ein Zusatzmittel anzuwenden, das zusätzlich
zu den beiden erforderlichen Hauptbestandteilen
andere Materialien enthält, weil man dadurch billigere Rohmaterialien
zur Herstellung des Zusatzmaterials verwenden
kann, und/oder weil man hierzu Ölabfallprodukte wählen
kann, deren Fortschaffung für sich allein genommen problematisch
ist. Eine andere Möglichkeit ist, daß man das erfindungsgemäße
Zusatzmaterial mit einem anderen Zusatzmaterial
mit einer anderen oder ergänzenden Einwirkung auf
den Verlauf der Verbrennung kombinieren kann, z. B. Zusatz
von Magnesia im Hinblick auf eine zusätzliche Verminderung
des Inhaltes der Rauchgase von Schwefeloxiden. Durch eine
solche Kombination mehrerer Zusatzstoffe zu einem Material
ist es möglich, die Dosierung auf nur ein einziges Material
zu beschränken.
Im Hinblick auf das Erzielen einer genauen Dosierung und
auf ein Einführen des Zusatzstoffes an einer bestimmten
Stelle der Verbrennungszone ist es vorteilhaft, einen pulverförmigen
Zusatzstoff zu wählen und zur Einführung das an
und für sich bekannte Einblasverfahren zu benutzen.
Bei der Verbrennung von Müll hat es sich gezeigt, daß man
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren eine Erhöhung der
Verbrennungstemperatur und damit eine Verminderung des Inhaltes
der Rauchgase von Chlorwasserstoff und Kohlenwasserstoffen
erzielen kann, sofern das Zusatzmaterial mindestens
25% brennbare Öle enthält.
Es ist wirtschaftlich vorteilhaft, die Dosierung von Zusatzmaterialien
auf einem so niedrigen Niveau wie technisch
möglich zu halten. Eine Dosierung von Zusatzmaterial, die
pro 100 Kilogramm bis zu 2 Kilogramm Kalziumhydroxid
oder eine entsprechende Menge einer anderen Erdalkaliverbindung
zuführt, ist bei der Verbrennung üblichen Haushaltmülls
ausreichend, um den Inhalt des Rauchgases von Stickoxiden
auf etwa ein Drittel oder weniger zu vermindern, bei
gleichzeitigem Erreichen einer sehr wesentlichen Verminderung
des Inhaltes anderer umweltschädlicher Rauchgasbestandteile.
Die Erfindung gründet nicht auf und formuliert auch keine
wissenschaftliche Theorie, und ihre chemische Begründung
ist nicht bekannt. Es wird aber angenommen, daß die besondere
Struktur des Zusatzmaterials, das, wie sich bei mikroskopischer
Untersuchung gezeigt hat, Hydroxide und/oder
Oxide von Erdalkalimetallen mit mikroskopischen Rissen und
einem an dieser großen Oberfläche angesaugten Ölfilm aufweist,
von entscheidender Bedeutung ist. Es wird angenommen,
daß Hydroxide und Oxide von Alkalimetallsalzen, die
chemisch in entsprechend vorteilhafter Weise mit dem umweltverschmutzenden
Rauchgasbestandteilen reagieren können,
in die gleiche ölaktivierte Form gebracht werden können,
wie die erprobten Hydroxid und Oxide der Erdalkalimetalle
und auch eine entsprechende Verminderung zumindest der nitrosen
Rauchgasbestandteile herbeiführen können.
Das erfindungsgemäße Verfahren, ausgeführt unter Anwendung
von Kalziumhydroxid als basisches Mineral, hat auf überraschende
Weise funktioniert, ohne während der durchgeführten
Versuche einen Anlaß zur Schlackenbildung zu geben.
Man kann als technische Hypothese hierfür annehmen, daß
die Verbrennung des Ölfilms auf den Mineralkörnern mit den
mikroskopischen Rissen so intensiv ist, daß sie zu einer
Verdampfung oder einer außergewöhnlich vollständigen Feinteilung
der Mineralkörner führt, welche bewirkt, daß die
Metallionen in bisher unbekanntem Umfang mit den nitrosen
Gasen reagieren, diese aus den Rauchgasen entfernen und
gleichzeitig die Schlackenbildung verhindern können, die
bei der Anwendung von Kalziummineral üblicherweise vorkommt.
Ungeachtet dessen, ob sich diese Hypothese als richtig
erweisen sollte, oder ob es andere Ursachen dafür gibt,
daß das Verfahren in dieser Ausführungsform die beschriebenen
Ergebnisse gezeigt hat, ist diese Ausführungsform
in Verbindung mti der Verbrennung von Müll vorteilhaft.
Das erfindungsgemäße Zusatzmaterial ist vorteilhaft, weil
es die Durchführung des Verfahrens ermöglicht. Die Ausführungsformen,
die aus den Unteransprüchen hervorgehen, sind
vorteilhaft, weil sie jeweils die Ausführung einer entsprechenden,
vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens ermöglichen. Bezüglich der Ausführungsform
des Zusatzmaterials, die auf Altöl basiert ist, ist
anzumerken, daß ein annäherungsweise gleiches Material aus
Deutschland bekannt ist. In der Zeitschrift "Markt und Betrieb"
Nr. 32 vom November 1980 wird ein Material dieser
Art beschrieben, und es ist angegeben, daß dieses Material
von der Firma "Meissner Grundbau" im Straßenbau verwendet
worden ist. Bezüglich Vorteilen des Materials ist angegeben,
daß es einerseits eine Lösung der Anbringung von
Ölabfällen von Raffinerien ist und andererseits ein vorteilhaft
billiges Material für den gewählten Straßenbauzweck.
Die Erfindung wird im folgenden durch eine ausführliche
Beschreibung eines Beispiels einer vorteilhaften Ausführungsform
zusätzlich erläutert.
Beispiel eines Zusatzmittels zur Ausführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens:
Ein Altölprodukt mit einem Ölgehalt von 56%, von dem mehr
als 10% Fraktionen mit einer Destillationstemperatur über
100°C waren, einem Wassergehalt von 16 Gewichtsprozent,
Rest verschiedener mineralischen Verunreinigungen, u. a.
Schwefel, das aus einem Öltank einer Ölraffinerie herrührte,
wurde nach intensivem Umrühren mit einer Schnecke in
einer Schneckentransportanlage in einer Menge von 1000 Kilogramm
zum Löschen von 615 Kilogramm gebranntem Kalk mit
einem Inhalt von 96,5% CaO verwendet, indem der pulverisierte,
gebrannte Kalk dem mit Wasser vermischten Öl unter
Umrühren zugesetzt wurde. Während der Erlöschung des Kalks
wurde zusätzliches Wasser hinzugefügt, das ausreichte, um
teils die vollständige Umwandlung von Kalziumoxid in Kalziumhydroxid
zu sichern und teils unverdampftes Wasser zu ersetzen.
Die Behandlung wurde solcherart gesteuert, daß die
Temperatur von der Aufbewahrungstemperatur der Rohwaren (5-
10°C) bis zum Siedepunkt des Wassers steigen konnte und
während des Löschungsprozesses auf diesen 100°C gehalten
wurde. Während der Löschung änderte die Mischung während
des dauernden Umrührens ihren Charakter vom Ausgangszustand
einer Flüssigkeit in ein trockenes, bräunliches Pulver.
Eine Analyse dieses Pulvers zeigte einen Ölinhalt von 34
Gewichtsprozent und einen Inhalt von Kalzium, der auf Kalziumhydroxid
umgerechnet 48 Gewichtsprozent entsprach.
Der Restinhalt des bräunlichen Pulvers waren mineralische
Verunreinigungen der hauptsächlich aus dem verwendeten
Altöl stammten, und unbedeutenden Mengen von Verunreinigungen
des Kalks. Aus anderen Altölprodukten mit dem gleichen
Öltyp, aber mit unterschiedlichen Mengen an Verunreinigungen
wurden entsprechende Pulver mit Ölgehalten zwischen 50
und 65% und mit zwischen 30 und 50% Kalziumhydroxidinhalt
hergestellt. Die Dosierung des Wassers wurde jedesmal auf
eine kleinere Probelöschung basiert, so daß gesichert werden
konnte, daß genau ausreichend für die Durchführung der
Löschung und zur Deckung des nicht rechenbaren Verdampfungsverlustes
dosiert wurde. Das Produkt kann als ölaktivierter
Kalk bezeichnet werden. Es wurde vermittels eine Mischung
von Material aus mehreren Produktionen eine Probe entnommen,
und die Teilmengen wurden so gewählt, daß die gesammelte
Probe einen Kalziumhydroxidinhalt von 40% hatte. Diese
Probe wurde als Zusatzmaterial bei der Verbrennung von
Müll verwendet. Der Versuch wird im folgenden näher beschrieben.
In einer Müllverbrennungsanlage zur Verbrennung gewöhnlichen
Hausmülls wurde eine Einblasapparatur zum Einblasen
pulverförmigen Zusatzmaterials an verschiedenen
Stellen in der Verbrennungszone installiert. Die Verbrennungsanlage
verbrannte konstant etwa 4000 Kilo Müll pro
Stunde. Während des normalen Betriebes, ohne jegliche Zufuhr
von Zusatzmitteln zur Regulierung der chemischen Zusammensetzung
des Rauchgases war die Rauchgasanalyse, die aus Kolonne
1 in der Tabelle ersichtlich ist. Während eines
ersten Verbrennungsversuches wurde in dem vorderen Teil der
Verbrennungszone, daß will heißen, an der Stelle, wo der
Müll sich entzündet, weil die Temperatur über die Entzündungstemperatur
des Brennstoffes angestiegen ist, ölaktivierter
Kalk der weiter oben beschriebenen Art eingeblasen.
Die zugeführte Menge Zusatzmaterial war 100 Kilogramm pro
Stunde, was bedeutet, daß 40 Kilogramm Kalziumhydroxid pro
Stunde zugeführt wurden, was wiederum 1% der verbrannten
Müllmenge von 4000 Kilogramm pro Stunde ist. Die Rauchgasanalyse
aus diesem Versuch ist in Kolonne 2 in der Tabelle
angegeben.
Ein anderer Verbrennungsversuch wurde in der gleichen Anlage
mit dem gleichen Brennstoff bei gleicher Mengen Zuführung
durchgeführt. In diesem zweiten Versuch wurden 150 Kilogramm
müllaktivierter Kalk mit der gleichen Analyse wie der
im ersten Versuch verwendete dosiert, alle übrigen Steuerungsparameter
waren in den beiden Versuchen gleich. Die
Analysenergebnisse vom Versuch 3 sind in Kolonne 3 in der
Tabelle aufgeführt.
Die Ergebnisse der Emmisionsmessungen sind Analysen des
Rauchgases einer Müllverbrennungsanlage vom Typ "Bruun &
Sørensen", wobei die Rauchproben nach dem installierten
FLS-Elektrofilter entnommen sind. Die Verbrennungsgeschwindigkeit
war 400 Kilogramm Müll pro Stunde.
Es ist aus dem Beispiel klar ersichtlich, daß das erfindungsgemäße
Verfahren in entscheidender Weise im Stande
ist, den Inhalt nitroser Gase im Rauchgas von einer Verbrennungsanlage
zu vermindern. Die Verminderung ist gleichzeitig
damit geschehen, daß eine Verminderung des Schwefeldioxidinhaltes,
des Chlorwasserstoffinhaltes und des
Kohlenwasserstoffinhaltes erreicht ist. Das erfindungsgemäße
Verfahren bringt also auch eine besonders erwünschte
Einwirkung auf den Inhalt dieser Bestandteile hervor.
Es ist anzumerken, daß, als der ölaktivierte Kalk der
obenbeschriebenen Art im Mikroskop untersucht wurde, es
sich zeigte, daß er kleine Krystalle aus Kalziumhydroxid
enthielt, deren Oberfläche mikroskopische Risse hatte, und
daß diese Risse in großem Ausmaß mit aufgesaugtem Öl gefüllt
waren, das auch regelmäßige Krystallflächen bedeckte.
Ein Material mit entsprechender Struktur und ganz dem
gleichen Effekt ist auf Basis von gewöhnlichem Heizöl mit
Zusatz von 30% Wasser und danach mit Zusatz von pulverisiertem,
gebranntem Kalk zur Löschung, wobei die stöchiometrisch
überschüssige Wassermenge verdampfte. Das Zusatzmittel
ist deshalb nicht auf ein Material, das aus Altöl
aus Öltanks in Raffinierien hergestellt ist, begrenzt.
Da bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe in Heizanlagen
und Kraftwerken nitrose Gase vollständig der gleichen Art
wie bei der Verbrennung von Müll gebildet werden, und da es
auch in solchen Anlagen möglich ist, das erfindungsgemäße
Verfahren anzuwenden, indem man das ölaktivierte Zusatzmaterial
zufügt und dieses unter entsprechenden Bedingungen
zur Reaktion im Verbrennungsprozeß bringt, wird angenommen,
daß nachgewiesen werden kann, daß das erfindungsgemäße
Verfahren auch in solchen Anlagen vorteilhafte Ergebnisse
liefert.
Die Erfindung ist deshalb nicht auf die Anwendung bei der
Verbrennung von Müll begrenzt, wie im Beispiel beschrieben,
sondern umfaßt, wie in den Patentansprüchen vorgegeben,
auch die Verbrennung anderer Brennstoffe auch in anderen
Anlagen als Müllverbrennungsanlagen.
Claims (8)
1. Verfahren zur Verminderung der bei Verbrennung in Verbrennungsanlagen
gebildeten nitrosen Gase, dadurch
gekennzeichnet, daß dem Verbrennungsprozeß
neben Brennstoff und Verbrennungsluft ein basisch-reagierendes
Material zugeführt wird, das Hydroxid und/oder Oxid
von Erdalkali- und/oder Alkalimetall mit einer mikroskopisch
aufgerissenen Oberflächenstruktur enthält, worin
derart ein brennbares Öl aufgesaugt ist, daß das Gewichtverhältnis
zwischen dem basischen Bestandteil und dem Ölbestandteil
im Zusatzmaterial zwischen 1 : 6 und 3 : 2 liegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß als Zusatzmaterial ein Material benutzt
wird, daß ein solchermaßen durch Löschung gebrannten
Kalks (CaO) in einer Mischung eines Ölprodukts und Wasser
hergestelltes Reaktionsprodukt enthält, daß das Reaktionsprodukt
ein pulverförmiges Material mit einem Ölinhalt
zwischen 10 und 40 Gewichtsprozent und einem Ca(OH)₂-gehalt
zwischen 30 und 70%, bis zu etwa 50% Wasser, Rest mit den
Rohwaren und/oder zugemischten anderen Verbrennungszusatzmitteln
eingeführte Verunreinigungen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß ein pulverförmiges Zusatzmaterial
ausgewählt wird, und daß dieses dem Verbrennungsprozeß
durch Einblasen in die Verbrennungszone der Verbrennungsanlage
zugeführt wird.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, das unter
Verbrennung von Müll in einer Anlage durchgeführt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß Zusatzmaterial
in einer solchen Menge angewendet wird, daß bis zu
2 Kilogramm Hydroxid oder eine hiermit equivalente Menge
andere Erdalkali- oder Alkaliverbindung pro 100 Kilogramm
Müll zugeführt wird.
5. Zusatzmaterial zur Durchführung des Verfahrens nach einem
der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet
durch den Inhalt teils eines Öls und teils eines
Hydroxids und/oder Oxids eines Erdalkali- und/oder eines
Alkalimetalls in Form von Krystallen mit mikroskopischen
Rissen, worin Öl aufgesaugt ist, wobei das Gewichtsverhältnis
zwischen Öl und Erdalkalimetall auf Kalziumhydroxidequivalente
umgerechnet zwischen 1 : 6 und 3 : 2 liegt.
6. Zusatzmaterial nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß es in Pulverform vorliegt
und mindestens 10 Gewichtsprozent Öl, mindestens 30 Gewichtsprozent
Kalzium- oder Magnesiumhydroxid und darüber
hinaus eventuell andere brennbare und/oder nicht-brennbare
Bestandteile enthält.
7. Zusatzmaterial nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die anderen brennbaren
und/oder nicht-brennbaren Bestandteile zumindest teilweise
Schlammpartikel oder andere Produkte sind, die üblicherweise
in Altöl von Raffinerien und Tankschiffen vorkommen, und
die Schwefelpartikel umfassen können, oder die in gebrauchtem
Schmieröl, beispielsweise gebrauchtem Motoröl vorkommen
können, was normalerweise Metallpartikel und Metalloxidpartikel
enthält.
8. Zusatzmaterial nach Anspruch 5, 6 oder 7 zur Anwendung
bei der Müllverbrennung, dadurch gekennzeichnet,
daß der Ölinhalt größer als 25 Gewichtsprozent
ist, so daß das Zusatzmaterial an sich einen
Brennwert aufweist, der ausreichend ist, um die Verbrennungstemperatur
des Verbrennungsprozesses anzuheben.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: HELWEG-JOERGENSEN A/S, CHARLOTTENLUND, DK |
|
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |