DE37336C - Verfahren zum Klären von Thee-, Kaffee- und Cacaoaufgüssen oder Decocten - Google Patents

Verfahren zum Klären von Thee-, Kaffee- und Cacaoaufgüssen oder Decocten

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DE37336C
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infusions
cocoa
coffee
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DENDAT37336D
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S. C. DAVIDSON in Belfast, Irland
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    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
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    • AHUMAN NECESSITIES
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Werden wässerige Thee-Aufgüsse oder Decocte, die in gewöhnlicher Weise zubereitet werden, kalt, so sind sie gewöhnlich trübe und demnach als Getränke unansehnlich, wie sie auch sehr zur Zersetzung geneigt sind, wenn sie selbst für wenige Tage nur aufbewahrt werden.
Diese Trübung ist eine Folge der beim Abkühlen erfolgenden chemischen Reaction der Bestandtheile des Aufgusses auf einander; jeder Klärungsprocefs, welcher die Entfernung dieser die Trübung verursachenden Bestandtheile bewirkt, hat nothwendigerweise einen gleichwerthigen Verlust derjenigen Bestandtheile zur Folge, welche der Flüssigkeit Gehalt und Qualität verleihen.
Nachstehend beschriebene Neuerung in der Klärung solcher Aufgüsse hat den grofsen Vo rtheil, dafs sie nicht die Ausscheidung dieser niedergeschlagenen Bestandtheile nach sich zieht; letztere werden im Gegentheil gelöst und demnach die wesentlichen Bestandtheile des Aufgusses und dessen charakteristische Eigenschaften conservirt, sowie auch die volle Farbe und das schöne Aussehen erhalten bleiben.
Bei Bereitung des Thee-Aufgusses wird nach vorliegender Erfindung wie folgt verfahren:
Es wird mit heifsem Wasser ein Thee-Auf- -gufs von der drei- oder vierfachen Stärke der gewöhnlich als Getränke verwendeten Aufgüsse bereitet und ersterer von Theeblättern und Bodensatz befreit.
In diesem geläuterten und heifsen Zustande ist der Aufgufs hell durchscheinend, während er nach der Abkühlung ein undurchsichtiges und trübes Aussehen erhält, indem sich ein Niederschlag bildet.
Dieser undurchsichtig scheinenden Flüssigkeit wird Borax (zweifach - borsaures Natrium) in zur Lösung der niedergeschlagenen Bestandtheile genügender Menge beigesetzt; es genügen gewöhnlich 0,12 g Borax zu je 30 g Aufgufs, um die Flüssigkeit gründlich zu klären, die hierdurch gleichzeitig etwas alkalisch gegen Reagenspapier wird.
Durch den Zusatz von Borax . wird die Flüssigkeit hinsichtlich der Farbe heller und kann lange aufbewahrt werden, wenn sie behufs Abschlusses der Luft auf Flaschen gefüllt ist; auch kann sie mit kohlensäurehaltigem Wasser vermischt werden, um mit Kohlensäure imprägnirte Getränke herzustellen. In letzterem Falle ist jedoch die alleinige Behandlung mit Borax nicht genügend, um einen geringen, durch die Einwirkung der Kohlensäure des kohlensäurehaltigen Wassers hervorgerufenen erneuten Niederschlag zu verhindern.
Um daher diesen Niederschlag zu verhindern, wird dem heifsen Aufgufs vor seiner Behandlung mit Borax normales Thonerdehydroxyd zugesetzt, das durch Fällung aus Alaun dargestellt wird; der Niederschlag wird gut ausgewaschen, filtrirt und dann mit Wasser zu einem milchartigen Teige gemischt, Von
diesem Thonerdehydroxyd wird ungefähr ι Theil auf 20 Theile Aufgufs verwendet. Nach gutem Umrühren in dem heifsen Aufgufs wird das Hydroxyd durch Durchseihen des Aufgusses durch Beutel oder andere geeignete Filter wieder ausfiltrirt.
Diejenigen Bestandteile, welche von der Kohlensäure ausgeschieden werden würden, werden von dem Aluminiumoxyd gebunden und mit dem Aluminiumoxyd aus dem noch im heifsen Zustande befindlichen Aufgusse ausfiltrirt. Der filtrirte Aufgufs ist nach seiner Abkühlung nahezu ebenso trübe, als wenn er nicht der Wirkung des Aluminiumoxyds ausgesetzt worden wäre; dagegen löst nun, wie bei dem ersten Verfahren, der Zusatz von Borax diese Trübung und läutert die Flüssigkeit vollständig.
Der so bereitete Aufgufs kann ohne neu auftretenden Niederschlag mit kohlensäurehaltigem Wasser gemischt und, gut verschlossen, lange Zeit aufbewahrt werden, um als ein angenehmes Getränk zu dienen, welches den Geschmack, die Farbe und die charakteristischen Eigenschaften des Thees in Verbindung mit dem hellen Aussehen kohlensäurehaltiger und moussirender Getränke besitzt..
Sollen die Aufgüsse oder Decocte heifs sein,
. so kann für einen beliebigen Süfsigkeitsgrad den geklärten Flüssigkeiten Zucker beigemischt werden, der aber von reinster Qualität sein mufs.
Bei der Aufbereitung der Aufgüsse empfiehlt sich die Anwendung weichen, d. h. gypsfreien Wassers.
Die Klärung wässeriger Kaffee- und Cacao-Aufgüsse oder Decocte erfolgt dadurch, dafs man letztere ebenso wie bei der Klärung der Thee-Aufgüsse mit Borax behandelt. Bei Kaffee und Cacao wird aber die Klärung dadurch erzielt, dafs die trüben Bestandteile (statt wie bei den Thee-Aufgüssen gelöst) niedergeschlagen werden. Die gewöhnlichen wässerigen Kaffee- und Cacao - Aufgüsse haben ein dunkles und trübes Aussehen, was den in denselben enthaltenen gummi- oder kleberartigen Bestandtheilen zuzuschreiben ist; dabei kann meistens diese Trübung durch die gewöhnliche Filtration nicht weggebracht werden, und sind diese Aufgüsse mit solcher Trübung sehr zur Zersetzung geneigt.
Die Bereitung der Kaffee- oder Cacao-Aufgüsse erfolgt in nachstehender Weise:
Es wird mit kochendem Wasser ein solcher Aufgufs von einer Stärke hergestellt, die am besten drei- oder viermal gröfser ist als diejenige, wie sie gewöhnlich für diese Getränke gewählt wird.
Der leichteren, ferneren Behandlung halber wird die Flüssigkeit vom Bodensatz getrennt.
Die abgegossene Flüssigkeit ist hinsichtlich ihres Aussehens gewöhnlich trübe und zeigt eine etwas saure Wirkung auf Reagenspapier. Dann wird ein Alkali oder eine alkalische Substanz in genügender Menge zugesetzt, um die Flüssigkeit neutral oder schwach alkalisch zu,, machen. Durch diese Behandlung werden die das trübe Aussehen der Flüssigkeit hervorrufenden Bestandtheile bald in einen flockigen Niederschlag umgewandelt, der sich allmälig auf dem Boden absetzt, während die darüber befindliche Flüssigkeit ganz ungetrübt bleibt und hinsichtlich ihrer Färbung viel heller ist als vor der Behandlung, welche Wirkung durch das Alkali erfolgt, gleichviel ob die Flüssigkeit beim Zusatz desselben heifs oder kalt ist. Die niedergeschlagenen Bestandtheile können dann entweder durch Decantiren oder durch Filtration, wie z. B. mittelst Durchseihens durch Filtertuchbeutel, entfernt werden. Die so geklärten Flüssigkeiten können hierauf eine lange Zeit aufbewahrt werden, wenn sie auf Flaschen gefüllt und behufs Abschlusses der Luft sicher verkorkt werden.
Sollen die geklärten Flüssigkeiten versüfst werden, so kann denselben Zucker (reinster Qualität) je nach der gewünschten Süfsigkeit zugesetzt werden, wie auch die Flüssigkeiten, gleichviel ob versüfst oder nicht, mit kohlensäurehaltigem Wasser vermischt und als mit Kohlensäure imprägnirte Getränke auf Flaschen gezogen werden können.
Als alkalische Substanz zur Klärung dieser . Kaffee- und Cacao - Aufgüsse empfiehlt sich Borax; es können aber auch Aetznatron, Aetzkali, Natrium- oder Kaliumcarbonat zur Verwendung kommen, obgleich deren conservirende Wirkung nicht so gut wie diejenige des Borax ist, wenn sie auch in ähnlicher Weise die trüben Bestandtheile niederschlagen, wie dies auch die betreffenden Ammoniakverbindungen thun, deren Geruch und Geschmack jedoch der Anwendung derselben entgegensteht. .
Die Menge des nöthigen Borax zur Bildung des Niederschlages bei den oben· genannten Kaffee- und Cacao - Aufgüssen ist ungefähr 0,02 g auf 30 g Aufgufs, wenn derselbe von der oben als empfehlenswerth genannten Stärke hergestellt wird; ist der Aufgufs bei seiner Behandlung heifs, so bildet sich der Niederschlag sehr schnell, während bei kaltem Aufgufs die Wirkung eine langsame ist, aber trotzdem auch eintritt.
Als Wasser zur Zubereitung obiger Aufgüsse empfiehlt sich weiches, gypsfreies Wasser. Alkali - Carbonate enthaltendes Wasser ist
für diese Art der Aufgüsse ungeeignet, weil durch solches Wasser sich die trüben Bestandtheile durch die nachfolgende Behandlung mit Alkali nicht abscheiden; solches Wasser kann aber durch Zusatz einer geringen Menge Pflanzensäure verwendbar gemacht werden, welche genügt, um die Alkali-Carbonäte vor dem Zusatz des Kaffees oder Cacaos zu neutralisiren.

Claims (1)

  1. Pa te nt-An spruch:
    Die Klärung wässeriger Thee-, Kaffee- und Cacao-Aufgüsse durch Zusatz von Borax, Aetzalkalien oder deren Carbonaten, um bei Thee-Aufgüssen die dieselben trübenden Bestandtheile zu lösen und in Lösung zu erhalten, bei Kaffee- und Cacao-Aufgüssen dagegen die trübenden Bestandtheile niederzuschlagen.
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