DE376243C - Verfahren zur Herstellung eines besonders wasseraufnahmefaehigen Mehles - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines besonders wasseraufnahmefaehigen MehlesInfo
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-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A21—BAKING; EDIBLE DOUGHS
- A21D—TREATMENT OF FLOUR OR DOUGH FOR BAKING, e.g. BY ADDITION OF MATERIALS; BAKING; BAKERY PRODUCTS
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Description
- Verfahren zur Herstellung eines besonders wasseraufnahmefähigen IVlehles. Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren, Mehl wasseraufnahmefähiger zu machen, ohne daß dieses durch die Behandlung seine Mehlform verliert.
- Es ist bekannt, daß man die Wasseraufnahmefähigkeit von ' Getreidemehl dadurch steigern kann, daß man es in fein verteiltem Zustande mit feuchter heißer Luft in Berührung bringt, wobei die Berührung jedoch nicht länger als einige Sekunden dauern und die Temperaturerhöhung des Mehles nicht mehr als 30° C betragen darf.
- Da das von der I\Iühle kommende Mehl bekanntlich nicht wärmer als 2o bis 25° C ist, so wird die Endtemperatur von So bis 55° C nicht überschritten. Bei derartigen Temperaturen können sich aber Änderungen, die eine erhebliche Steigerung der Wasseraufnahmefähigkeit bedingen, nicht vollziehen. Die Steigerung der Wasseraufnahmefähigkeit ist daher aufBruchteile vonProzentenbeschränkt.
- Es ist ferner bekannt, die Wasseraufnahmefähigkeit von Getreidemehl dadurch zu steigern, daß man dieses, ebenfalls in fein verteiltem Zustande, mit Wasserdampf in Berührung bringt. Da sich das Mehl in Berührung mit dem Wasserdampf aber auf die Temperatur des Wasserdampfes erwärmt, während gleichzeitig eine Kondensation von Dampf eintritt, so ist beim Eintritt der Temperaturgleichheit von @Vasserdampf und Mehl die Wasseraufnahmefähigkeit des Mehles beendet. Sie beträgt bei der spez. Wärme des Mehles von rund o,.4 nur etwa bis G Ggwichtsteile auf roo des Mehlgewichtes. Die Wasseraufnahme ist also auf ein beschränktes.Maß begrenzt. Gleichzeitig ergibt sich aber bei diesem Verfahren noch der Nachteil, daß das Mehl seine natürliche Beschaffenheit in Weichheit und Griff, d. h. seine Mehlform, verliert und zu Körnchen, Grießen und Klümpchen zusammenbäckt, so daß es, um zum Mischen mit anderem Mehl bzw. zu Backzwecken verwendet werden zu können, -nochmals gemahlen werden muß.
- Gemäß vorliegender Erfindung gelingt es, die Wasseraufnahmefähigkeit des Mehles, ohne daß dieses seine I-Iehlform verliert, über das bekannte Maß hinaus zu steigern. Das Verfahren wird in folgender Weise ausgeführt: -Das zu behandelnde Mehl wird beispiels-. weise in einem horizontal liegenden Zylinder mit Dampfmantel und Rührwerk oder in einer Schnecke, wie sie ähnlich in Mühlen zum Transportieren von.Mehl üblich sind, jedoch mit geschlossenem von außen heizbarem Troge, der 2 bis 3 m .lang sein kann, auf Temperaturen über 70° C erwärmt. Das so erhitzte Mehl wird nun zerstäubt, indem man es auf ein z. B. mit -Seidengaze bespanntes Sieb mit etwa ¢0o Öffnungen auf den Quadratzentimeter führt und diesem Siebe eine Rüttelbewegung erteilt.
- Das so in den Barunterliegenden Raum in Staubform niederfallende heiße Mehl (etwa 70° C) wird nun der Einwirkung von etwa die gleiche Temperatur besitzendem heißen @Vasser in \Tebelform. ausgesetzt, was dadurch geschehen kann, daß man heißes Wasser von etwa 70° C mit gespannter (komprimierter) Luft oder Gas oder aber auch Wasser von gewöhnlicher Anfangstemperatur durch gespannten Wasserdampf in Düsen bekannter Ausführung, wie üblich, fein zerstäubt (bei der letzten Ausführungsart wird die Erwärmung des Wassers durch den kondensierenden Dampf erreicht). Das Mehl fällt in dem Raum, in dem es der Einwirkung des zerstäubten heißen Wassers etwa i bis 2 Minuten ausgesetzt ist, zu Boden.
- Das auf diese Weise erhaltene Produkt wird nicht sofort abgekühlt. Man kann es aus dem Behandlungsraum in Gefäße oder Behälter füllen und sich selbst überlassen, wobei sich das Mehl bekanntlich nur langsam abkühlt und so die angestrebte Wirkung der Veränderung der Mehlteilchen vervollständigt wird. Für den praktischen Betrieb kann es indessen zweckmäßig sein, das erhitzte und befeuchtete Mehl zur schnelleren Verv ollstän-(tigung der Wirkung durch eine zweite geheizte Schnecke, wie sie oben beschrieben ist, oder eine ähnliche Vorrichtung zu führen.
- Die Erwärmung des Mehles vor der Befeuchtung über 70° C und die Befeuchtung desselben mit heißem Wasser während mindestens mehrerer Minuten auf eine die Verkleisterungstemperatur des Mehles nicht unterschreitende Temperatur hat zur Folge, daß das so behandelte Mehl einen erheblich höheren Prozentsatz Wasser (etwa 2o Prozent und darüber) in sich bindet, ohne dabei die Mehlform zu verlieren, als (lies bei den erwähnten bekannten Verfahren der Fall ist.
- Es ist besser aufgeschlossen als (las nach diesen Verfahren erhältliche Mehl und kann ohne Trocknung, ohne Kühlung, ohne \ euvermahlung dem gewöhnlichen hehle zur Verbesserung seiner backtechnischen Eigenschaften zugesetzt werden.
- Dadurch, (laß das Mehl besser aufgeschlossen ist, ist es den erwähnten bekannten Mehlprodukten gegenüber auch in backtechnischer Beziehung überlegen. Außerdem hat die Ausschaltung der Trocknung, Kühlung und NTeuvermahlung eine Verbilligung der Anlage und der Betriebskosten zur Folge.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung eines besonders wasseraufnahmefähigen Mehles durch Behandlung des fein verteilten Mehles mit erhitztem warmen Wasser, dadurch gekennzeichnet,- daß das Mehl auf über 70'C erhitzt wird, ehe es der Einwirkung des etwa die gleiche Te , eratur besitzenden Wassers ausgesetzt wird, worauf man das Produkt ohne direkte Abkühlutg in Gefäßen oder Behältern sich selbst iiberläßt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DED36771D DE376243C (de) | 1919-12-03 | 1919-12-03 | Verfahren zur Herstellung eines besonders wasseraufnahmefaehigen Mehles |
Applications Claiming Priority (1)
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| DED36771D DE376243C (de) | 1919-12-03 | 1919-12-03 | Verfahren zur Herstellung eines besonders wasseraufnahmefaehigen Mehles |
Publications (1)
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|---|---|
| DE376243C true DE376243C (de) | 1923-05-26 |
Family
ID=7043281
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DED36771D Expired DE376243C (de) | 1919-12-03 | 1919-12-03 | Verfahren zur Herstellung eines besonders wasseraufnahmefaehigen Mehles |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE376243C (de) |
-
1919
- 1919-12-03 DE DED36771D patent/DE376243C/de not_active Expired
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