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Verfahren undAblegetisch zur Behandlung frisch gepreßter oder gestampfterSchlackensteine.
Infolge Kohlenmangels und zunehmender Höhe der Arbeitslöhne ist man dazu übergegangen,
in erhöhtem Umfang aus dem beim Verbrennen der Steinkohle übrigbleibenden Schlackenabfall
sogenannte Schlackensteine herzustellen. Auch aus der Müllverbrennungsschlacke und
aus Hochofenschlacke werden solche Schlackensteine gewonnen. Bei der Herstellung
von Schlackensteinen tritt der erwähnte Kohlenmangel nicht in die Erscheinung, jedoch
haben bisher die hohen Arbeitslöhne auch bei der Schlackensteinherstellung stark
auf die Preisbildung gedrückt, da die überreichliche Handarbeit nicht vermieden
werden konnte. Dazu kommt, daß für eine wirtschaftliche Herstellung von Schlackensteinen
in großem Umfang man bisher einen viel zu großen Platz zwecks Trocknens und Abbindens
der aus den Pressen kommenden Steine benötigte. - Schließlich litt bisher
die Wirtschaftlichkeit des Betriebes an der Unzulänglichkeit der Förderanlagen und
der Handhabung derselben.
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Die Erfindung bezweckt, diese Nachteile auszuschalten und die Herstellung
der Schlackensteine sowohl hinsichtlich der Arbeitslöhne als auch des zur Lagerung
benötigten Raumes und schließlich hinsichtlich der Förderung zu verbilligen. Man
hat bereits vorgeschlagen, die aus den- Steinpressen kommenden Steine unter Benutzung
von Unterlagen für jede Steinschicht und Einfügung von einen Abstand der Unterlagen
voneinander aufrechterhaltenden Stützen reihenweise übereinander aufzuschichten
und die so übereinandergeschichteten Steine mit ihren Unterlagsbrettern als Stapel
zu den Trocken- und Verladestellen zu befördern. Bei diesen bekannten Fördervorrichtungen
muß jedoch, wenn der Steinstapel von einer Stelle zu einer anderen versetzt wird,
jeweils eine
besondere Unterlage für den Stapel geschaffen werden.
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Des weiteren hat man bereits vorgeschlagen, für die Beförderung von
gebrannten Ziegelsteinen diese ohne Verwendung von Unterlagen auf einem gemeinsamen
Tragboden übereinanderzustapeln und sie während der Beförderung durch Förderwagen,
Hebezeuge usw. auf diesem Tragboden zu belassen, so daß die Ziegel auf dem Wege
ihrer Beförderung nur ein einziges Mal von Hand aufgenommen und abgelegt zu werden
brauchen. Hier fehlen jedoch die Tragbretter für die einzelnen Steine oder Steinreihen,
welche gemäß der Erfindung gerade erforderlich sind, um das Anfassen der frischen
Steine zu vermeiden.
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Von diesen bekannten Verfahren unterscheidet sich der Erfindungsgegenstand
dadurch, daß die der Abbindung bedürftigen Steine mit den Tragbrettern, auf denen
sie in bekannter Weise die Presse verlassen, auf einer gemeinsamen Unterlagsplatte
unmittelbar übereinanderliegend aufgestapelt und auf der gleichen Unterlagsplatte
ohne Umsetzen zu den Lagerstellen und von da nach Maßgabe der Erhärtung wiederum
ohne Umsetzen zu den Verladestellen gefördert werden, so daß die mit ihren Tragbrettern
unmittelbar aufeinandergestapelten Steine vom Verlassen der Presse an während der
Erhärtung bis zum Verladen in der Fabrik auf der gleichen Unterlage ruhen und mit
letzterer von der gleichen Fördervorrichtung bewegt werden.
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Eine zur Durchführung des den Gegenstand der Erfindung bildenden Verfahrens
bestimmte Anlage ist auf der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel veranschaulicht.
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Abb, r ist die Seitenansicht der Anlage, Abb. 2 eine Vorderansicht
derselben, Abb. 3 die Vorderansicht der Hebevorrichtung in Verbindung mit den aufgeschichteten
Schlackensteinen, Abb. 4 die Seitenansicht zu Abb. 3.
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Der in bekannter Weise aus Rohschlacke hergestellte Mörtel gelangt
in den Füllkasten einer der Steinpressen z, die beliebig ausgebildet sein können.
Die Presse, die vollständig selbsttätig arbeitet und z. B. in jedem Arbeitsgang
acht Steine formt, bewegt ein entsprechend großes Brett 2 von einem in der Maschine
befindlichen Brettstapel aus nach vorn; der Brettstapel wird von einem Mann, der
gleichzeitig den Gang der Maschine zu beobachten hat, immer wieder ergänzt. Die
auf je einem Brett 2 liegenden Steine (z. B. acht) werden selbsttätig durch ein
umlaufendes endloses Förderband 3 zu dem Steinablegetische geleitet. Von dem endlosen
Förderbande 3 werden die einzelnen Bretter mit ihren Steinen von Hand abgehoben.
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Die Steine bleiben, da sie erdfeucht sind, auf den Brettern :2 liegen
und werden mit diesen zu einem Stapel aufgeschichtet, und zwar so, daß in einer
wagerechten Schicht z. B. sechs Bretter mit je acht Steinen zu liegen kommen, während
in jeder senkrechten Schicht acht Bretter mit je acht Steinen übereinanderliegen,
so daß der Stapel 6 - 8 # 8 - 38.1 Schlakkensteine enthält. Es ist praktisch erprobt,
daß die Steine, und zwar auch die untersten, diese mit der Stapelung verbundenen
Druckbeanspruchungen in frischem Zustand gut aushalten: Zur Erleichterung dieser
Stapelarbeit dienen zwei vor jeder Presse gelagerte Ablegetische 4 und 5, die so
elastisch unterstützt sind, etwa durch Federung oder mittels besonderer Tauchkörper,
daß die wagerechte Oberfläche sich dauernd in der gleichen Höhe mit dem oberen Teil
des Förderbandes 3 befindet, von dem die Bretter mit je acht Steinen in Abständen
von etwa zwei Metern selbsttätig von der Presse weggeholt werden.
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Gemäß dem in Abb. z und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist jeder
der beiden Ablegetische 4 5 als Tauchkörper ausgebildet. Sein Querschnitt verjüngt
sich nach unten, so daß sich beispielsweise in der Seitenansicht der Abb. z ein
etwa dreieckiger Querschnitt ergibt. Die Größe der wagerechten Querschnitte ist
hierbei unter Berücksichtigung des Schlackensteingewichtes derart bemessen, daß
die Eintauchtiefe bei Auflage je eines weiteren, mit beispielsweise acht Steinen
belasteten Brettes nur um die Höhe einer Steinschicht einschließlich der Brettdicke
zunimmt. Auf diese Weise wird erreicht, daß die Oberfläche der obersten Steinschicht
im wesentlichen in gleicher Höhe bleibt, so daß der Arbeiter, der das Brett mit
den acht Steinen von dem Förderband 3 auf den Ablegetisch 4 überführt, immer nur
eine Bewegung in der Horizontalebene zu vollziehen braucht, also keinerlei Hubarbeit
leistet.
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jeder der beiden Tauchkörper 4, 5 spielt in einen wassergefüllten
Kanal 6, der, wenn die Gesamtanlage Wasseranschluß hat, von dem Hauptwasserlauf
abzweigt.
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Die senkrechte Führung der Tauchkörper 4, 5 wird durch seitlich von
ihnen ortsfest gelagerte Rollen 7 gewährleistet.
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Der Vorgang der Stapelarbeit ist folgender: Auf jedem Ablegetisch
4, 5 liegt eine Unterlagsplatte 8 für je einen Steinstapel. Darauf werden die Bretter
:2 mit je acht Steinen in der Reihenfolge aufgelegt, wie Abb. 3 und -angeben, bis
die acht Schichten übereinandergestapelt sind und der Stapel 384 Steine enthält.
Durch das Auflegen von je acht Steinen in regelmäßiger Aufeinanderfolge sinkt der
Ablegetisch 4 bzw. 5 immer nur so weit, daß er, wie gesagt, dauernd in der gleichen
Höhe mit dem Oberteil des Förderbandes?, bleibt. Dadurch ist die Stapelarbeit so
erleichtert, daß
selbst Kriegsbeschädigte mit künstlichen Gliedern
sie bequem ausführen können.
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Wird die oberste (achte) Schicht aufgelegt, so kommen seitliche Anschläge
der gemeinsamen Unterlagsplatte 8 auf Rasten 9 des Fußbodens zu liegen, so daß ein
weiteres Sinken des Tauchkörpers ausgeschlossen ist.
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Der Kran To, an dem die Tragvorrichtung =i hängt, hebt den ganzen
Stapel von 384 Steinen mit den Auflagebrettern 2 und der gemeinsamen Tragplatte
8, nachdem diese von einem Mann eingehakt ist, in die Höhe und fährt damit zu den
Lagerräumen, z. B. nach dem ersten Feld derselben. Dort läßt der Kran den Stapel
auf den Fußboden nieder und fährt nach Aushakung durch den Lagerraum wieder nach
Presse i zurück. An dieser hat sich unterdessen der beschriebene Stapelvorgang auf
dem anderen zu der gleichen Presse gehörigen Ablegetisch 4 bzw. 5 wiederholt, so
daß wieder 384 Steine zum Abholen bereit sind.
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Jede der Steinpressen i braucht bei etwa 15 ooo Schlackensteinen bei
achtstündiger Tagesleistung etwa i2 Minuten zur Herstellung eines Stapels von 384
Steinen.
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In den Lagerräumen wird eine größere Anzahl von Stapeln, z. B. 4o
Stapel, zu je einem Feld zusammengestellt, die auf diese Weise eine Tagesleistung
einer der Pressen i darstellen. Hierbei macht der Kran =o nur fünf Fahrten in der
Stunde und findet daher inzwischen genügend Zeit, die längere Zeit vorher angefertigten
und unterdessen abgebundenen Steine in Waggons oder Schiffe zu verladen. Zu diesem
Zweck braucht der Kran keinen Weg, so gering er auch sei, umsonst machen.
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Wenn die Steine abgebunden haben, setzt derselbe Kran =o wiederum
je einen Stapel mit 384 Steinen in die Waggons oder Schiffe ab; der Lagermann, der
gleichzeitig das Aushaken der Tragplatten vom Kran am Lagerplatz besorgt, zumeist
unter Hilfeleistung seines Lagerkollegen von den benachbarten Feldern, nimmt die
Steine nun zum erstenmal in die Hand und schichtet sie auf. Die leeren Bretter 2
kommen wieder auf die Tragplatte 8, die der Kran =o bei der Rückfahrt zur Presse
wieder mitnimmt, um sie in der Nähe derselben abzusetzen. Von dort aus bringt der
Mann, der die Stapel am Ablegetisch 4 bzw. 5 einhakt, die Bretter zur Presse, von
wo aus sie selbsttätig wieder, mit Steinen belastet, ausgestoßen werden. Die Lagerleute
finden genügend Zeit, das Schiff oder den Waggon zu beladen, da sie nur alle i2
Minuten einen Stapel vom Kran auszuhaken brauchen. Die aus den Pressen kommenden
Steine bleiben also auf den Unterlagsbrettern 2, auf denen sie die Maschine verlassen,
liegen während der Beförderung zu den Ablegetischen 4, 5, de ferneren während der
Beförderung von diesen Ablegetischen zu den Lagerräumen, wo die Steine erhärten,
und schließlich während der Beförderung von diesen Lagerräumen zu den Fernbeförderungsmitteln,
wie Eisenbahnwagen oder Schiff. Ebenso verbleiben die Steine, nachdem sie von dem
endlosen Förderband 3 auf einen der Ablegetische 4 bzw. 5 gehoben worden sind, auf
der unteren Tragplatte 8 in der aus Abb. 3 und 4 ersichtlichen Schichtung bis zum
Verladen in die Eisenbahnwagen oder Schiffe.