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Meßlatte: Die üblichen Meßlatten für geodätische Meßgeräte (Nivelliergeräte
u. dgl.) weisen eine Teilung 'in Metern, Dezimetern und Zentimetern auf. - Bei der
Ablesung werden Bruchteile eines Zentimeters durch Schätzen ermittelt. Zweck der
Erfindung ist, dies Schätzen durch eine genaue Ablesung zü "ersetzen, sb daß-bei
nicht zu großer Entfexnung"zwischen dem Fernrohre und der Latte eine -b naüe Ablesüng'
bis auf -Bruchteile.- eines Millimeters erreicht wird. -
Es sind
bereits Meßlatten bekannt, die man sowohl mit groben wie mit feinen Teilfeldern
versehen hat, um die Ablesung und (las Schätzen in größeren und kleineren Entfernungen
zu erleichtern. Das Schätzen beruht bei der einen bekannten Art auf der visuellen
Wertermittlung von zwei gewöhnlich ungleichen Feldteilen, so daß die Stärke des
Kreuzfadens hierbei eine hinderliche Rolle spielt.
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Eine Teilung mittels Teilstriche hat für jeden Fachmann bekannte Nachteile.
I?s ist zwar eine Lattenteilung mit schräg liegenden Teilstrichen l:ekannt, welche
eine große Genauigkeit in der Ablesung bezweckt, sie hat aber den Nachteil, daß
das Fernrohr äußerst genau -eingestellt werden und die Ablesung lediglich mit dem
senkrechten Faden erfolgen muß. Bei dieser Teilung hat der Grundgedanke des Transversalmaßstabes
sowie auch die bekannte Tatsache Anwendung gefünden, daß. das Zielen auf die Mitte
eines schmalen Feldes mit großer Schärfe ausgeführt werden kann.
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1?rfindungsgemäß weist die Latte eine Milliineterteilung auf, die
aber behufs scharfer Ablesung nicht durch Teilstriche, sondern (furch Felder erzielt
wird, was eine Zwei-oder Mehrfarbigkeit (beispielsweise weiß und rot) bediügt. Auch
hierbei macht man sich die Tatsache zunutze, daß ein Beobachter sehr scharf. feststellen
kann, ob ein Feld oder eine Linie durch den wagerechten Faden des Fernrohres halbiert
wird.
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Das Wesen der Erfindung ist am Schluß erörtert.
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Die Abb. i zeigt die unteren zwei Dezimeter einer Lattenteilung gemäß
der Erfindung. Die auf der Zeichnung schwarzen Felder werden bei der Ausführung
vorteilhaft rot, die auf der Zeichnung weißen Felder weiß gefärbt.
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Neben jedem Zentimeterfeld F befindet sich ein 5 cm breites rechteckiges
Hauptfeld, welches durch eine Diagonale D in zwei verschieden gefärbten rechtwinkligen
Dreiecken geteilt ist. Diese Dreiecke werden durch sechs senkrechte, j e 4 mm breite
Streifen i i, 12, 13, 14., 15, 16 unterverteilt, deren Mitten in Entfernungen von
je i cm voneinander liegen. Die beiden äußersten Streifen i i und 16 sind in schwarze
und weiße Felder geteilt (vgl. Abb. i). Die übrigen vier Streifen sind fortlaufend
weiß. Diese fortlaufend weißen Streifen 12 bis 15 sind daher für je-
des Zentimeterfeld
durch die Diagonale in jedem rechteckigen Hauptfeld in acht kleinere Felder (Meßfelder)
unterteilt, von welchem vier (17, 18, 19, 2o) durch schwarze, die übrigen vier (21,
22, 23, 2q.) durch weiße Felder begrenzt sind. Die die senkrechten Mittellinien
25, 26, 27, 28 dieser acht Meßfelder 17 bis 24. halbierenden nichtdargestellten
wagerechten Linien ergeben die ..Millimeterstriche 6, 7, 8, 9 in den schwarzen und.
1, 2, 3, ¢ in den weißen Feldern. Diese Halbierungspunkte sind bei den weißen Feldern
die Schnittpunkte der strichpunktiert gezeichneten Mittellinien 25 bis 28 mit den
schrägen Linien 29 und 3o. Der i\Iillinieterstrich o ist auf drei verschiedene Weisen
angegeben, und zwar erstens durch die wagerechte Begrenzungslinie zwischen j e einem
schwarzen und einem weißen dreieckigen Hauptfeld, zweitens durch die Mitte der senkrechten
Mittellinie des trapezförmigen weißen Feldes in dem senkrechten Streifen i i, und
drittens durch die Mitte der senkrechten Mittellinie des trapezförmigen schwarzen
Feldes in dem senkrechten Streifen 16. Der Millimeterstrich 5 ist auf entsprechende
Weise zweimal angegeben.
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Man kann infolgedessen sehr scharf auf die Millimeterstriche zielen,
ohne daß die Striche als solche angebracht sind, Es ist weiter leicht festzustellen,
welchen 1Vlillimeterstrichen die Mitten der senkrechten Mittellinien obenerwähnter
Meßfelder entsprechen. Fällt der Schnittpunkt des Fadenkreuzes in oder annähernd
in die Mitte eines Meßfeldes im weißen Dreieck, d. h. in einen Schnittpunkt einer
Linie 29 finit einer der Mittellinien 28 bis 25, so ist die Zentimeterablesung mit
1, 2, 3 oder .1. mm zu ergänzen. Fällt der Kreuzfaden in die Mitte eines Feldes
des sch-warzen Dreiecks, d. h. in den Schnittpunkt einer Linie 30 mit einer
der Mittellinien 28 bis 25, so muß die Zentimeterablesung mit 6, 7, 8 oder 9 min
ergänzt werden. Irrtümer kommen nach kurzer Übung nicht vor.
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Das Einschätzen der Bruchteile eines Millimeters bietet keine Schwierigkeiten,
wenn man die senkrechten Begrenzungen der Meßfelder beobachtet. Bei der dargestellten
Teilung ermöglichen sie beispielsweise eine genaue Ablesung der Werte o,2 bis o,8,
1,2 bis 1,8 mm usw: Denkt man sich in den die Meßfelder 17 bis 24. begrenzenden
trapezförinigen Fächern die senkrechten Mittellinien, so ergeben die `-litten dieser
Mittellinien die Werte o,5 bis 1,5, 2,5 min USW.
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Schließlich sind auch die zehn Punkte 3 i auf der gemeinsamen Hypotenuse
der dreieckigen Hauptfelder, d. h. die Schnittpunkte der Hypotenuse mit den senkrechten
Mittellinien 25 bis 28 und den nicht gezeichneten senkrechten Mittellinien der trapezförmigen
Fächer für die Überprüfung der Millimeterablesung verwendbar.
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Die Zentimeterteilung ist bei der dargestellten Ausführungsform eine
von der üblichen abweichende. Je nachdem der Kreuzfaden
auf eine
senkrechte- oder eine schiefe Stufe fällt, handelt es sich um eine ungerade oder
gerade Anzahl Zentimeter. Die Anzahl der Zentimeter erkennt man ohne weiteres. Diese
neuartige Zentimeterteilung hat indessen mit der vorliegenden Erfindung nichts zu
tun.
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Die Abbildung 2 der Zeichnung - veranschaulicht eine zweite Ausführungsform,
welche sich aus der beschriebenen heraus entwickelt bat. Es sind hier die beiden
rechteckigen Dreiecke, in welchen jedes rechteckige Hauptfeld unterteilt ist, durch
vier senkrechte Linien in je i cm= hohe Trapeze geteilt. Die schwarzen Trapeze im
oberen Dreieck sind durch schraffierte oder anders gefärbte Trapeze voneinander
getrennt. Die schwarzen Trapeze auf der rechten Seite sind oben und unten je 2 mm
schmäler, diejenigen auf der linken Seite je 2 mm breiter gehalten, als es durch
die wagerechten Zentimeterlinien und die Hypotenusen der rechtwinkligen Dreiecke
bedingt sein würde, so daß diese Felder dieselbe Größe wie die mittleren trapezförmigen
schwarzen Felder haben. Hiermit wird nur bezweckt, die Ablesung o mm und 9 mm zu
erleichtern. Unbedingt erforderlich ist diese Verbreiterung und Verschmälerung der
betreffenden Felder nicht. Die Ablesung der Werte o, 1, 2, 3 bis 9 mm erfolgt hier
in den Halbierungspunkten der senkrechten Seiten der trapezförmigen Felder.
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Um auch die Zehntel eines Millimeters genau ablesen und sogar die
Hundertel schätzen zu können, sind in der Längsrichtung der Latte noch Striche mit
einer Schrägstellung i : 5 angebracht. In diesem Falle soll der Schnittpunkt des
Fadenkreuzes mittels der Horizontalfeinschraube des Instrumentes so lange ,wagerecht
verschöben werden, bis er die Entfernung zwischen den Schnittpunkten des senkrechten
Fadens mit der wagerechten und der schrägen Seite des betreffenden trapezförmigen
Feldes halbiert. Der Punkt, in welchem dann der senkrechte Faden den unmittelbar
zur linken Seite angebrachten schrägen Strich schneidet, gestattet, die Zehntel
des Millimeters genau abzulesen und selbst die Hundertstel einzuschätzen. Beim dargestellten
Beispiel ist der Kreuzungspunkt des rechtwinkligen Fadenkreuzes A offenbar
auf 2,q.6 cm eingestellt. Verwendet man ein Fadenkreuz B mit einem senkrechten und
einem unter i : io geneigt liegenden Faden, so läßt man den liegenden Faden mittels
der Horizontalfeinschraube des Instrumentes die Spitze des : betreffenden großen
rechtwinkligen Dreiecks -schneiden, worauf man in der beschriebenen Weise. die Zehntel
eines Millimeters abzulesen vermag. Beim dargestellten Beispiel liest man. 7,b6cfn
ab. Die Anzahl der Hundertstel eines Millimeters kann hier auf 8 eingeschätzt werden.
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Abb. 3 veranschaulicht eine Latteneinteilung, welche eine Vereinfachung
derjenigen der Abb.2 darstellt. Hierbei kann man die halben Millimeter ablesen,
die-Zehntel einschätzen. . -Vergegenwärtigt man sich nun, worauf die Erfindung beruht,
so findet man als kennzeichnendes Merkmal die neben der Teilung, den Feldern F o.
dgl. (bei den- dargestellten Beispielen der Zentimeterteilung) angeordneten liegenden,
rechteckigen Felder, die durch gleichlaufende Diagonalen in zwei verschieden gefärbten
rechtwinkligen Dreiecken und außerdem durch in gleichen Abständen voneinander angebrachte
stehende Streifen oder Linien unterteilt sind.
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Die senkrechten Streifen i2, 13, 1¢, 15 (vgl. Abb. i) könnte man anders
färben als die beiden dreieckigen Hauptfelder. . Auch könnte man diese Streifen
in dem einen dreieckigen Hauptfeld anders färben als in dem andern, um die Längen
der stehenden Mittellinien der Meßfelder besser hervortreten zu lassen.
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Es wird bemerkt, daß die Erfindung nicht auf das metrische System
beschränkt ist. -