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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine
Einrichtung für die Anwendung von Hochfrequenzströmen ohne
Manipulation bei medizinischen, kosmetischen und
heilgymnastischen Behandlungen.
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Diese Einrichtung umfaßt üblicherweise mindestens eine
Elektrode aus einem formsteifen Isoliermaterial, in deren
Innerem ein mehr oder weniger starkes Vakuum vorhanden
ist und die mit einem Leitungskabel verbunden ist.
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Die praktizierenden Personen verwenden schon seit
zahlreichen Jahren "MAC INTIRE" genannte Elektroden, die aus
Rohren aus Glas oder Pyrex (eingetragenes Warenzeichen)
bestehen und ein mehr oder weniger starkes Vakuum enthalten.
Bei der Anwendung dieser Elektroden bedient man sich einer
wohlbekannten Eigenschaft der Gase, die bei Atmosphärendruck
ausgezeichnete Isolatoren sind, jedoch bei Verdünnung
leitend werden: wenn diese Elektroden mit Strömen einer Frequenz
zwischen ungefähr 50 und 300 kHz beaufschlagt werden, bildet
sich ein Strom, der sich um die isolierende Röhre
"herumwindet"; dieses Phänomen ist unter dem Namen "Skineffekt"
wohlbekannt. Je niedriger der Druck ist, desto leitender
ist die Elektrode.
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Um die so erzeugten Ströme auf dem Gebiet der
medizinischen, kosmetischen und heilgymnastischen Behandlungen
zu nutzen, führt die Bedienungsperson die Elektrode in
einen speziellen Griff ein, den sie während der gesamten
Behandlungszeit in der Hand hält. Es handelt sich dabei
um ein sehr langdauerndes und wenig angenehmes Verfahren,
insofern es die punktweise Verlagerung der Elektrode mit
einer mehrminütigen Anwendungsdauer pro Punkt erfordert.
Es ist leicht sich vorzustellen, daß zur Erreichung des
angestrebten Effektes die Behandlung sehr lang dauern kann,
beispielsweise im Falle einer Schulter oder einer Hüfte.
Diese Eigenschaft hat zur Folge, daß die "MAG INTIRE"
genannten Elektroden für die Behandlung großer Oberflächen
praktisch unbrauchbar sind; dies gilt umso mehr, als
angesichts der in jedem Punkt notwendigen Behandlungsdauer
Verletzungen oder Verbrennungen der Haut infolge zur
starker Ströme auftreten können.
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Um diesem Nachteil beizukommen, ist vorgeschlagen
worden, "das Vakuum zu brechen", indem ein oft auch farbiges
Gas (Argon, Neon, Freon) in die Elektroden eingeführt wird,
so daß die Intensität der Elektrode visuell feststellbar
ist. Es konnten dennoch keine zufriedenstellenden Resultate
erreicht werden.
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Ein weiterer Nachteil der "MAG INTIRE" genannten
Elektroden ist mit der Tatsache verbunden, daß sie direkt mit
der Haut des Patienten in Berührung sind und infolgedessen
eine besonders unangenehme Ozonbildung verursachen.
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Darüber hinaus wurde festgestellt, daß die durch den e"Skineffekt" auf der Oberfläche der sogenannten "MAG INTIRE"-
Elektroden erzeugten Ströme in die Haut des Patienten eine
Anzahl von sogar großen Molekülen ohne Änderung ihrer
Atomstruktur eindringen lassen; es handelt sich dabei um einen
wichtigen Anwendungsbereich der sogenannten "MAG INTIRE"-
Elektroden (Prozeß der Kataphorese - eine Variante der
Elektroosmose), bei dem aber bis jetzt die zu erwartende
Entwicklung nicht bekannt war, daß nämlich das an der Haut
des Patienten freigesetzte Ozon aufgrund seiner
oxidierenden Eigenschaften dazu neigt, die Wirkstoffe, die man
in das Innere der Haut eindringen lassen möchte, in
Mitleidenschaft zu ziehen, und dabei parallel ihre
Eigenschaften zerstört.
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Um diesen Nachteilen abzuhelfen, hat man versucht,
Elektroden einzusetzen, die zu einer verringerten
Behandlungszeit geeignet schienen und eine nicht Punkt für Punkt,
sondern in einem ganzen Bereich der Oberfläche des zu
behandelnden Körpers erfolgende Behandlung erlaubten.
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Als Beispiel für ein Dokument, welches eine Vorrichtung
des Typs "MAC INTIRE" beschreibt, kann man die FR-A 741 062
zitieren; die in diesem Dokument beschriebene Vorrichtung
besteht aus der Vereinigung von mit Gas gefüllten
Glaselektroden, die durch einen gemeinsamen Träger zu einer Einheit
verbunden sind; diese Elektroden werden durch kalottenförmige
Vorsprünge festgehalten, die zu diesem Zweck in dem Träger
vorgesehen sind. Infolgedessen befinden sich die Elektroden
in direktem Kontakt mit der Haut des zu behandelnden
Patienten. Darüber hinaus müssen sie zwangsweise aufgrund
ihrer Form und ihrer Starrheit in einem gewissen Abstand
voneinander angebracht sein, was bedeutet, daß ihre Zahl
nicht beliebig vergrößert werden kann.
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Die vorliegende Erfindung bezweckt, diesen Nachteilen
abzuhelfen, indem sie eine Einrichtung für die Anwendung
von Hochfrequenzströmen zwischen ungefähr 50 und 300 kHz
des obengenannten Typs vorschlägt, die dadurch
gekennzeichnet ist, daß sie sich aus mehreren Elektroden zusammensetzt,
die aus Seite an Seite angeordneten Glasröhren bestehen,
deren Zahl und Abmessungen dem Körperteil entsprechen,
welcher behandelt werden soll und die durch ein weiches
Leitungselement verbunden sind, das mit einer Buchse zur
Aufnahme des Leitungskabels verbunden ist, wobei die
gesamte so erhaltene Anordnung in ein weiches isolierendes
Material wie Silikon eingebettet ist, welches zwecks
Anschmiegung an den zu behandelnden Körperteil biegsam ist
und wobei die Dicke der zwischen den Elektroden und dem
zu behandelnden Körperteil gelegenen Schicht des
isolierenden Materials bzw. der Zwischenlage etwa 0,50 bis 3,00 mm
beträgt, vorzugsweise größenordnungsmäßig 2,00 mm.
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Diese Einrichtung bietet gegenüber dem Stand der
Technik
zwei wesentliche Vorteile. Der erste Vorteil ist direkt
mit der Tatsache verbunden, daß, da die Elektroden
unmittelbar Seite an Seite angeordnet werden können, die Vorrichtung
auf ihrer ganzen Fläche wirksam ist und daher die wichtigen
Zonen (Schulter, Hüfte, Oberschenkel) sehr schnell
behandeln kann. Der zweite Vorteil hat damit zu tun, daß zwischen
den Elektroden und der Haut des Patienten eine
"Zwischenschicht" aus isolierendem Material zugegen ist, die das
Auftreten jeglicher unangenehmen Sprühentladungen und die
Ozonbildung verhindert.
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Wohl bemerkt, können die Form und die Abmessungen der
Einrichtung beliebig sein und hängen in erster Linie von
der zu behandelnden Oberfläche ab; es sind jedoch besonders
vorteilhaft Seite an Seite angeordnete einfache Röhren
aus Glas oder Pyrex (eingetragenes Warenzeichen) verwendet
worden; in gewissen besonderen Fällen, in denen eine
grössere Nachgiebigkeit angestrebt wird, können die Röhren
durch Kugeln ersetzt werden.
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Gemäß der Erfindung ist es besonders vorteilhaft, als
weiches isolierendes Material ein Silikon zu wählen,
nämlich aufgrund der isolierenden und antiallergischen
Eigenschaften dieses Materials und des Fehlens jeglichen
Risikos einer Sekundärreaktion.
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Die Dicke der zwischen den Elektroden und dem zu
behandelnden Teil des Körpers angeordneten Lage des
isolierenden Materials bzw. der Zwischenschicht stellt ebenfalls
ein wichtiges Merkmal der Erfindung dar; sie muß ausreichend
groß gewählt sein, so daß keine Sprühentladungen und keine
Ozonfreisetzung hervorgerufen werden, jedoch gleichzeitig
ausreichend gering, um den angestrebten therapeutschen
Effekt nicht zu beeinträchtigen.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung wird das
Leitungselement direkt auf den Elektroden angebracht. Es
kann entweder aus einem einzigen Draht oder aber, was
häufiger vorkommen wird, aus einer Litze bestehen, die auf
oder um die Elektroden gelegt wird.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist die
Einrichtung mit Gurten versehen, mittels deren die Elektroden
und das Isoliermaterial in der bei der Behandlung
gewünschten Position gehalten werden können.
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Die vorerwähnte Einrichtung kann erfindungsgemäß durch
ein Verfahren hergestellt werden, bei welchem in eine Form
Isoliermaterial in einer der Zwischenschicht entsprechenden
Dicke eingegossen wird, bei welchem die Elektroden
daraufgelegt werden, bei welchem sodann das weiche Leitungselement
und die Buchse aufgelegt werden und bei welchem sodann
der Rest des Isoliermaterials derart eingegossen wird,
daß die Elektroden, das Leitungselement und der untere
Teil der Buchse in das Isoliermaterial eingebettet werden,
worauf die so erhaltene Einheit entformt wird.
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Es ist nach Vorigem ersichtlich, daß die
erfindungsgemäße Einrichtung sehr leicht und zu einem geringen
Gestehungspreis hergestellt werden kann.
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Die Merkmale der erfindungsgemäßen Einrichtung werden
mehr im einzelnen unter Bezugnahme auf die beigefügten
Zeichnungen beschrieben.
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Fig. 1 zeigt eine Schnittansicht der erfindungsge- emäßen Einrichtung,
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Fig. 2 zeigt eine Schnittansicht der in eine gewölbte
Form gebrachten Einrichtung;
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Fig. 3a bis 3c stellen die verschiedenen Etappen des
Herstellungsverfahrens der erfindungsgemäßen Einrichtung
dar.
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Gemäß Fig. 1 umfaßt die erfindungsgemäße Vorrichtung
Glasröhren 1, insbesondere Röhren aus Pyrex (eingetragenes
Warenzeichen) einer vorbestimmten Länge und eines
vorbestimmten Durchmessers, in denen zuvor ein Vakuum erzeugt
worden ist. Diese Röhren 1 sind Seite an Seite angeordnet
und miteinander durch ein Leitungselement, insbesondere
eine leitende Litze 2 verbunden, die einfach auf die Röhren
1 aufgelegt ist. Diese Litze ist in an sich bekannter Weise
mit einer Buchse 3 verbunden, die speziell zur Aufnahme
des in den Figuren nicht dargestellten Leitungskabels
ausgebildet ist.
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Die Gesamtheit dieser Teile ist in ein weiches
Isoliermaterial 4, insbesondere ein Silikon, eingebettet; die
Dicke des zwischen den Elektroden 1 und dem in Fig. 2
gestrichelt wiedergegebenen Teil A des zu behandelnden
Körpers angeordneten Materials liegt in der Größenordnung
von 2,00 mm. Diese Dicke ist derart gewählt, daß man einen
ausreichenden Effekt ohne Sprühentladungen und ohne
Freisetzung unangenehmen Ozons erhält.
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Wie in Fig. 2 dargestellt, kann die vorerwähnte
Einrichtung verformt werden, um sich zu behandelnden Körper A
anzuschmiegen. Sie wird darüber hinaus vorzugsweise mit
Hilfe nicht dargestellter Gurte an Ort und Stelle gehalten.
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Die Abmessungen der Einrichtung können wohlgemerkt
bedarfsweise erheblich variieren.
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Gemäß Fig. 3a gießt man zur Herstellung der in den
Fig. 1 und 2 wiedergebenen Einrichtung in eine in ihren
Abmessungen der Einrichtung entsprechende Form 5 eine Schicht
des Isoliermaterials 4.
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Gemäß Fig. 3b legt man in einer zweiten Etappe Seite
an Seite auf diese Schicht die Elektroden 1, auf denen
wiederum das Leitungselement 2 angebracht wird, das man
mit der Buchse 3 verbindet.
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Anschließend braucht man gemäß Fig. 3c nur den Rest
des Isoliermaterials 4 derart einzugießen, daß die
Elektroden 1, das Leitungselement 2 und der untere Teil 30 der
Buchse 3 in das Material 4 eingebettet sind. Man entformt
anschließend die so erhaltene Einheit, die dann
benutzungsbereit ist.