DE3786253T2 - Direktes verfahren zur herstellung von druckfarben. - Google Patents

Direktes verfahren zur herstellung von druckfarben.

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Description

  • Druckfarben werden üblicherweise mittels einer Reihe von Verfahrensschritten hergestellt, die umfassen: (1) Reagierenlassen der Ausgangsbestandteile des Pigments in einem gerührten Behälter, so daß eine Aufschlämmung mit etwa 1 bis 3 % an Pigment in der Mutterflüssigkeit erhalten wird, (2) Filtrieren und Waschen des flüssigen Reaktionsproduktes aus Schritt (1) mit Wasser, um die Mutterflüssigkeit zu entfernen und die Menge an wasserlöslichen Nebenprodukten auf ein akzeptables Maß herabzusetzen, sowie Formen eines Preßkuchens mit etwa 20 % Pigment und 80 % Wasser, (3) Überführen des bei Schritt (2) erhaltenen Preßkuchens in einen PS-starken, stark scherenden Mischer für wenigstens 15 Stunden, so daß das Pigment von der wäßrigen Phase in die nicht-wäßrige Phase transferiert wird, um vollständige Dispersion des Pigments in der nicht-wäßrigen Phase zu bewirken, und (4) abschließend Abstimmen des Beschickungsansatzes mittels einzufügen von Materialien, um geeignete rheologische und farbliche Eigenschaften sicherzustellen, um den Anforderungen der Druckfarbenhersteller gerecht zu werden.
  • Das Pigment-Flushing Produkt aus Schritt (4) wird dann an den Druckfarbenhersteller verkauft, der dann an einem anderen Ort: (5) das Pigment mit einem zusätzlichen Lack, Z.B. einem Harz, Lösungsmittel, sowie wahlweise einem trocknenden Öl und üblichen Zusatzstoffen mischt, wodurch eine Druckfarbe hergestellt wird, die des Kunden Anforderungen genügt.
  • Alternativ dazu kann der Pigmentpreßkuchen aus Schritt (2) getrocknet werden, das trockene Produkt mit nichtwäßrigen Komponenten gemischt und die erhaltene Paste starkem Scheren in einer Dispersionsausrüstung, wie etwa einer Dreiwalzenmühle, unterzogen werden.
  • Die genannten Verfahren sind beispielsweise in "The Printing Ink Manua" [S. 592-594 und 600-604 (1988)], "Printing Ink Handbook" [3. Aufl., S. 17-18 (1976)], Kirk-Othmers "Encyclopedia of Chemical Technology" ]3. Aufl., Bd. 13, S. 382-383 (1981)] und "Pigment Handbook" [Hrsg. Temple c. Patton, Bd. III, S. 447-455 (1973)] beschrieben.
  • Aus der DE-A-23 60 093 (der Deutschen Gold- und Silber- Scheideanstalt), bei der es sich um eine Zusatzanmeldung zu dem Patent DE-C-19 37 832 handelt, ist ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von Bindemittelhaltigen Pigmentzusammensetzungen in Flocken- oder Pulverform mit vollständiger Verteilung des Pigments bekannt, bei welchem ein Pigmentkonzentrat mit einen Gehalt von 30 bis 80, vorzugsweise 35 bis 60 Gew.% eines nicht-plastischen Bindemittels, das bei Raumtemperatur fest ist, getrocknet wird und die getrocknete Masse wahlweise pulverisiert wird. Die DE-C-19 37 832 beschreibt ein Flushing-Verfahren, bei dem eine wasserhaltige Pigmentmasse durch Hinzufügen eines wahlweise lösungsmittelhaltigen Pigmentbindemittels und wahlweise unter Verwendung eines Flushing- Hilfsmittels einer Phasenumwandlung unterzogen wird. Das Verhältnis zwischen Pigment, Bindemittel und dem wahlweise hinzugegebenen Lösungsmittel wird so gewählt, daß ein hochplastisches Pigmentkonzentrat mit einer bearbeitungsfähigen sowie verformungsbeständigen Konsistenz erfalten wird und- bei- dem die Kohäsionskraft der Adhäsionskraft übertrifft. Beispielsgemäß wird in der DE-A-23 60 093, die sich auf die DE-C-19 37 832 rückbezieht, als Ausgangsmaterial des Flushing-Verfahrens (die Phasenumwandlung) eine wäßrige Pigmentmasse mit einem Anteil von 45 Gew.% an Ferrocyanidblau (Preußisch blau) verwendet.
  • Die US-A-3.980.488 (der Sherwin-Williams Company) beschreibt das Flushing eines teilweise gemahlenen organischen Pigments, das nach Filtrieren einer wäßrigen Aufschlämmung in der Form eines Preßkuchens erhaltenen wird, zu einem organischen Vehikel in der Gegenwart eines Durchbruch("breaching")-Mittels. Beispielsgemäß wurden in dem genannten US-Patent als Ausgangsmaterialien für das Flushing-Verfahren Preßkuchen mit einem Gehalt von 40 bis 50 Gew.% an Wasser verwendet.
  • Die US-A-4 340 431 (der BASF Wyandotte Corporation) beschreibt ein Verfahren zum Tranfer eines organischen Pigments aus einem wäßrigen Pigmentbrei in ein mit Wasser nicht mischbares organisches Vehikel, indem man den wäßrigen Brei und das Vehikel mischt, bis sich ein größerer Teil des Wassers in dem Brei abtrennt und das Abtrennen mittels eines Petroleum-Sulfonat-Zusatzmittels und wenigstens eines Zusatzmittels, bei dem es sich um sulfoniertes Spermaöl, sulfatiertes Spermaöl oder Mischungen derselben mit dem Vehikel und dem Pigment handelt, verbessert. In allen Beispielen enthält der Brei 24 Gew.% des Pigments.
  • Die US-A-2 822 283 (der Dehydag) beschreibt ein Verfahren zum Übertragen eines anorganischen Pigments aus einer wäßrigen Paste in eine mit Wasser nicht mischbare Flüssigkeit in der Gegenwart einer kleinen Menge eines substituierten Cyoclohexylamins. Gemäß den Beispielen umfaßt die wäßrige Paste 30 Gew.% und 20 Gew.% des anorganischen Pigments, und die Menge an mit -Wasser nicht mischbarer Flüssigkeit war in der gleichen Größenordnung wie die wäßrige Paste, was bedeutet, daß das Verhältnis zwischen der mit Wasser nicht mischbaren Phase und der wäßrigen Paste 1 : 0,7, bzw. 1 : 1,1 betrug.
  • Die FR-B-2 302 328 (von ICI) beschreibt eine wäßrige Emulsion von Pigment, Alkyden, Petroleum und Detergens; das anorganische Pigment wird in trockenem Zustand verwendet.
  • Die DE-A-3 121 765 (von BASF) beschreibt wäßrige Pigmentpasten mit Wasser, organischem Lösungsmittel, Pigment(en) und einem Copolymer. Beispielsgemäß beträgt der Gehalt an Wasser in der Paste 20 bis 46,7 Gew.%.
  • In den angeführten Entgegenhaltungen wird nicht erwähnt, daß das Flushing in der wäßrigen Phase per se ausgeführt wird, in der das Pigment synthetisiert wird.
  • In der nachveröffentlichten EP-A-0 219 323 wird ein Flushing-Verfahren beschrieben, wobei eine wäßrige Aufschlämmung eines organischen Pigments mit einen Gehalt von 0,1 bis 20 Gew.% des Pigments mit einem nicht-wäßrigen Medium in der Gegenwart eines Dispersionsmittels unter heftigem Rühren, z. B. unter Verwendung eines stark scherenden Hochgeschwindigkeits-Mischers, gemischt und die organische Pigmentdispersion dann von der restlichen wäßrigen Phase abgetrennt wird. Das einzige speziell beschriebene Abtrennverfahren ist die Filtration. Der Filterkuchen kann mit Wasser gewaschen werden.
  • Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zur direkten Herstellung einer ein Pigment, das mittels Reaktion von Ausgangsbestandteilen hergestellt wurde, umfassenden Pigmentfarbstoffbase zur Verfügung gestellt, wobei das Verfahren das Umwandeln des Pigments zur Pigmentfarbstoffbase mittels eines stark scherendes Mischen des Pigments mit einer nicht-wäßrigen Flüssigkeit enthaltenden Verfahrens umfaßt, bei dem die Ausgangsbestandteile in einer gerührten wäßrigen Reaktionsmischung in einem Behälter unter Bildung eines Reaktionsprodukts reagieren gelassen werden, welches 6 bis 15 % Pigment in Mutterlösung enthält, und die Umwandlung des Pigments zu der Base vollständig innerhalb eines stark scherenden Mischers erfolgt, indem: die Mischung von Reaktionsprodukt und nicht-wäßriger Flüssigkeit stark scherendem Rühren in den stark scherenden Mischer unterzogen wird, bis das Pigment in die nicht-wäßrige Phase übertragen wird und sich eine wäßrige Phase mit wasserlöslichen Verunreinigungen von der nicht-wäßrigen Phase, bei der es sich um eine das Pigment enthaltende Paste handelt, abtrennt, Entfernen der abgetrennten, wäßrigen Phase von dem stark scherenden Mischer, Waschen der nicht-wäßrigen Phase innerhalb des Mischers zur Entfernung von Salzen mittels Hinzufügen von Wasser, mehrmaliges Mischen und Abschütten des Wassers, so daß eine Paste mit 10 bis 20 % Restwasser gebildet wird, Entfernen des Restwassers unter Vakuum und Wärme oder mittels offenen Rührens zur Unterstützung der natürlichen Verdampfung, sowie Vermengen der Paste mit weiterer nicht-wäßriger Flüssigkeit zur Bildung der Pigmentfarbstoffbase, wobei sich die Paste in dem stark scherenden Mischer befindet.
  • Fig. 1 zeigt ein Fließdiagramm eines üblichen Verfahrens zur Herstellung von Druckfarben.
  • Fig. 2 zeigt ein Fließdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung von Druckfarben.
  • Ein Direktverfahren zur Herstellung einer Druckfarbenbase besteht im wesentlichen aus den Verfahrensschritten von (1) Reagierenlassen der Pigmentausgangsbestandteile in einem gerührten Behälter, um ein Produkt zu erhalten, das das Pigment in Mutterflüssigkeit enthält, (2) Umsetzen des Produktes in einen PS-starken, stark scherenden Mischer, um das Pigment von der wäßrigen Phase in die nicht-wäßrige Phase zu übertragen und (3) Hinzufügen der notwendigen Bestandteile, wobei sich das Material noch in dem Mischer befindet, um eine Druckfarbenbase herzustellen, die des weiteren in eine Druckfarbe formuliert werden kann.
  • (1) Die Rohmaterialien zur Herstellung des Pigments werden einem Durchschlagstank zugeführt, der mit einem Rührer mit variabler Geschwindigkeit, einer Wärmequelle, im allgemeinen, jedoch nicht ausschließlich Dampf, einem Thermometer und einer pH-Sonde zum Festlegen der Azidität oder der Alkalinität der Reaktion ausgerüstet ist. Die Bestandteile werden zwei bis sechs Stunden lang gerührt, bis die zur Herstellung des Pigments benötigten Reaktionen vollständig abgelaufen sind.
  • (2) Das Reaktionsprodukt aus Schritt (1) mit einem Gehalt an Pigment von 6 bis 15 % wird einem PS-starken, stark scherendem Hochleistungsmischer, wie etwa einem Dipper vom Baker Perkins-Typ hinzugefügt. Das Pigment wird dann von der wäßrigen Phase in die nicht-wäßrige Phase mittels Zugabe eines geeigneten Lacks vom Druckfarben-Typ transferiert. Der Lack benetzt bevorzugt das Pigment und ersetzt das Wasser, welches sich abtrennt und klar und frei von Pigment ist. Das abgetrennte Wasser wird abgegossen, wobei eine weiche Pigmentpaste, Lack und etwas Restwasser zurückbleibt. Die Viskosität dieser weichen Paste wird mittels weiterer Zugaben von Pigmentaufschlämmung langsam erhöht und etwas Lack wird benötigt, um das Benetzen des Pigments und das Abtrennen des Wassers zu unterstützen. Das Endprodukt ist sehr schwer und steif, wodurch man die PS-Stärke und die Scherkraft eines Hochleistungsmischers benötigt, um eine ausgezeichnete Dispersion des Pigments in dem gewählten Lack herzustellen.
  • Die schwere Masse wird gewaschen, um die aus der Pigmentaufschlämmung zurückgebliebenen, löslichen Salze zu entfernen. Einige Male wird frisches Wasser hinzugefügt, untergemischt und abgegossen, bis ein niedriger Leitfähigkeitswert erreicht ist. Die Schlußmasse enthält Pigment, Lack sowie 10 bis 20 % an Restwasser, das unter Vakuum und Wärme oder mittels offenen Mischens zur Beschleunigung der natürlichen Verdampfung entfernt werden kann.
  • Schließlich wird die Masse durch Zusatz von mehr Lack, Lösungsmittel, Trockenmittel etc. in den Zustand einer druckfertigen Farbe gebracht.
  • Typische, in den vorstehend erwähnten Lacken verwendete Harze umfassen Kohlenwasserstoffe, Alkyde, Phenol-, modifizierte Phenol-, Kollophonium- sowie modifizierte Kollophonium-Ester u.ä. und Mischungen derselben - sind jedoch darauf nicht beschränkt -, wobei die Menge zwischen ungefähr 45 bis 70 %, vorzugsweise zwischen 25 bis 50 % bezogen auf das Gewicht der Öle beträgt.
  • Ein trocknendes Öl kann ebenfalls einbezogen werden, um anfangs das Durchbrechen des Wassers zu unterstützen und um die Druckeigenschaften zu verbessern. Typische Öle umfassen Alkyde-, Lein-, Sojabohnenöle und Markentrockenlacke u.ä. sowie deren Mischungen, in einer Menge zwischen etwa 5 und 25 %, vorzugsweise zwischen etwa 5 und 10 %, bezogen auf das Gewicht des gesamten Lacks.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren ist "systemspezifisch" d. h. die spezifisch ausgewählten Materialien und ihre Mengen hängen von den Anforderungen jedes Kunden ab. Die Mengen an Zusatzmitteln variieren in ähnlicher Weise mit den erwünschten Eigenschaften der Endfarbstoffe,- jedoch werden sie im allgemeinen in Mengen bis zu etwa 3 %, vorzugsweise etwa 1 %, bezogen auf das Gewicht der Farbe im Endzustand, verwendet.
  • Das erfindungsgemäße Direktverfahren kann auf jegliches Pigment, welches bei Druckfarben verwendet wird, angewendet werden. Spezifische, jedoch nicht beschränkte Beispiele umfassen Mono- und Diarylid Gelb, Lithol Rubin, Permanent Rot 2B, Lithol Rot, Red Lake C und Phthalocyanin Blau. Es kann dazu verwendet werden, ein beliebiges Farbsystem herzustellen, bei dem das Hauptvehikel mit Wasser nicht mischbar ist, wie beispielsweise Offset- oder lithographische, Publikationsgravüren und bestimmte Abpack-Gravüren sowie flexographische Systeme.
  • Die gesamte Zeit, die sich das Material in dem Dipper ("flusher") von dem Zeitpunkt an befindet, in dem das flüssige Reaktionsprodukt aus dem Durchschlagstank in den Dipper eingebracht wird, bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die End-Druckfarbe zum Abpacken entfernt wird, beträgt etwa 6 bis 12 Stunden.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren kann nach Art eines kontinuierlichen, halbkontinuierlichen oder Beschickungsansatz-Verfahrens durchgeführt werden.
  • Bei Verwendung des beschriebenen Direktverfahrens werden als Ergebnis Druckfarben erhalten, die beträchtlich verbesserte Eigenschaften aufweisen. Zusätzlich werden größere Einsparungen in bezug auf Zeit, Energieverbrauch und Geld erzielt. Durch erhöhen der Menge an Feststoffen in der im Durchschlagstank erzeugten Aufschlämmung wird die Menge an Effluent verringert, wodurch der Transfer des Pigments in die nicht-wäßrige Phase im Dipper erleichtert sowie die Menge an zu entfernendem, sowohl flüssigem als auch festem Abfallmaterial verringert wird.
  • Da die Druckfarbe direkt in dem Dipper hergestellt wird, entfallen intermediäre Filtrations- und Standardisierungs-Schritte, wodurch Zeit, Geld und Energie gespart werden. Es können innerhalb einer gegebenen Zeitspanne mehr Beschickungsansätze durchgeführt werden; die Veringerte Handhabung des Pigments führt im Ergebnis zu einer Verstärkung der Farbstärke; die Menge an benötigtem Rohmaterial ist geringer als die Menge, die bei üblichen Verfahren benötigt wird, um die gleiche Stärke herzustellen.
  • Die Endprodukte - geeigneter-, jedoch nicht notwendigerweise Offset- oder lithographische Farben - sind den mittels üblicher Verfahren hergestellten Farben in bezug auf Eigenschaften wie Farbstärke, Glanz, Transparenz, Reinheit der Farbtönung und Dispergierbarkeit überlegen, genauso, wie die Qualität des Farbprodukts gleichmäßig ist.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren wird mittels der folgenden Beispiele weiter erläutert, wobei alle Teil- und Prozentangaben sich - sofern nicht anders angegeben - auf das Gewicht beziehen.
  • Beispiel 1
  • Eine Aufschlämmung des Pigments Gelb 12 wurde wie folgt hergestellt:
  • 1. 2400 Teilen Eis in einem Zusatztank wurden 680 Teile Chlorwasserstoffsäure (35,5 % oder 20º B ) hinzugegeben, gefolgt von der Zugabe von 350 Teilen an Dichlorbenzidin 100 % (in der Form des Dihydrochlorids). Die Aufschlämmung wurde 30 Minuten lang gerührt und anschließend durch weitere Zugabe von 1700 Teilen Eis auf eine Temperatur von 0 bis -5ºC abgekühlt. Dazu wurden 10 Teile eines Chelatbildners hinzugegeben. Die Aufschlämmung wurde 10 Minuten lang bei 0 bis -5ºC gerührt. Der kalten Aufschlämmung wurden während 2 bis 4 Minuten 532 Teile einer 38,5 % Lösung von Natriumnitrit hinzugegeben. Die Reaktanden wurden 30 Minuten lang gerührt, um das Tetrazo des Dichlorbenzidins zu bilden; während des gesamten Vorgangs wurde ein Überschuß an Nitrit aufrechterhalten. Das auf diese Weise hergestellte Tetrazo wurde anschließend einen Durchschlagstank mit 1000 Teilen an Eis hinzugefügt.
  • 1600 Teilen Eis wurden 500 Teile einer 50 %-igen Lösung von Natriumhydroxid hinzugegeben, gefolgt von der Zugabe von 580 Teilen einer 70 %-igen Lösung von Essigsäure. Die Mischung wurde 15 Minuten lang gerührt, und anschließend wurden 525 Teile an Acetoacetanilid hinzugegeben. Die auf diese Weise erhaltene Aufschlämmung wurde 30 Minuten lang gerührt; darauf wurden 30 Teile eines oberflächenaktiven Mittels hinzugefügt.
  • Die Acetoacetanilid-Aufschlämmung wurde auf 8 bis 10ºC mittels weiterer Zugabe von 1050 Teilen Eis abgekühlt. Der pH-Wert der Aufschlämmung betrug 6,1 bis 6,7 bei 8 bis 10ºC.
  • Der Überschuß an Nitrit in dem Tetrazo wurde durch Zugabe von 16 Teilen an Amidosulfonsäure zerstört.
  • Die Acetoacetanilid-Aufschlämmung wurde dem Tetrazo in dem Durchschlagstank in weniger als 20 Minuten hinzugegeben. Die in dem Durchschlagstank erhaltene, gelbbraune Suspension wurde 30 Minuten lang gerührt, um die Reaktion zu vervollständigen. Die Temperatur betrug dabei die ganze Zeit 8 bis 12ºC und der pH-Wert der Aufschlämmung nach der Reaktion 2,6 bis 3,3. Die gelb-braune Aufschlämmung wurde dann mit direktem Dampf auf eine Temperatur von 45ºC erhitzt; anschließend wurden 450 Teile einer 50 %-igen Lösung von Natriumhydroxid hinzugegeben, um den pH-Wert der Aufschlämmung auf 10,1 bis 10,3 einzustellen. Während des Erwärmens klärte die Aufschlämmung auf und wurde eher gelb als gelb-braun.
  • Der vorstehenden Aufschlämmung wurden 73 Teile des in 250 Teilen Wasser bei 50ºC gelösten Natiumsalzes von Kolophoniumharz hinzugegeben. Die Aufschlämmung wurde 5 Minuten lang gerührt und dann 37 Teile eines anorganischen Salzes hinzugegeben. Anschließend wurde die Aufschlämmung weitere 10 Minuten lang bei 45 bis 50ºC gerührt. Der EndpH-Wert der Aufschlämmung betrug 6 bis 6,5 bei einer Temperatur von 45 bis 50ºC. Die Aufschlämmung mit 8 bis 10 % des gelben organischen Pigments war damit für die Zugabe zu dem PS-starken, stark scherenden Mischer verfügbar.
  • 2 Einem Baker-Perkins PS-starken, stark scherenden Dipper wurden 383 Teile der Aufschlämmung des Farbstoffs Gelb (Yellow) 12 aus dem Durchschlagstank mit 8,7 % des Pigments (33 Teile) und 66 Teilen eines schnellhärtenden Vehikels bei einer Viskosität von 2,6 bis 2,7 Pa · s (26 bis 27 Poise) hinzugefügt. Die Mischung wurde auf 50 bis 60ºC erwärmt und das Mischen dauerte an, bis sich das Wasser abtrennte und die Öl-Pigment-Phase sich sammelte (etwa 30 bis 60 Minuten). Das klare Wasser wurde abgeschüttet. Die Ölphase war sehr weich.
  • Anschließend wurden 191 Teile der Gelb 12 Aufschlämmung (17 Teile an Pigment) hinzugegeben und das Mischen weiter durchgeführt, bis sich das Wasser abtrennte und die Öl- Pigment-Phase sich sammelte (etwa 30 Minuten). Die Masse war vergleichsweise schwerer.
  • Danach wurden 191 Teile der Gelb 12 Aufschlämmung (17 Teile an Pigment hinzugegeben, das Mischen weiter durchgeführt, bis das Wasser sich abtrennte und die Öl-Pigment-Phase sich sammelte (etwa 15 bis 20 Minuten). Die Masse war sehr steif. Eine Gesamtmenge von 33 % Wasser war abgeschüttet worden. Die Masse wurde durch Zugabe von 1500 Teilen frischen Leitungswassers gewaschen, 5 Minuten lang gemischt, und anschließend wurde das Wasser abgegossen. Dies wurde insgesamt viermal durchgeführt. Die Leitfähigkeit betrug vor dem Waschen 7,554 · 10.000 S (mho) und nach dem Waschen 6,94 · 1.000 S (mho).
  • Die nach dem Waschen erhaltene endgültige Masse bestand zu 50 % aus Pigment, 50 % aus Lack und Restwasser.
  • Diese Masse wurde mit 79 Teilen des schnellhärtenden Vehikels, 2 Teilen eines Hautbildungs-Verhinderungsmittels und 3 Teilen von Hexyl-Carbitol-Weichmacher gemischt, wodurch 216 Teile der Farbstoffbase erhalten wurden.
  • Eine abschließende Verringerung wurde durchgeführt, indem man 216 Teile der Farbstoffbase mit 400 Teilen des gelierten Schnellhärterlacks, 66 Teilen einer Wachsverbindung, 42 Teilen eines Petroleumdestillats [durchschnittlicher Siedepunkt 279ºC (535ºF)], 50 Teilen Petroleumdestillat [durchschnittlicher Siedepunkt 243ºC (470ºF)]. und 59 Teilen Wasser mischte, wodurch man 833 Teile einer druckfertigen Druckfarbe mit 8,0 % an Pigment erhielt.
  • Beispiel 2
  • Das Verfahren nach Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei jedes der folgenden Pigmente anstelle des Pigments Gelb 12 verwendet wurde: Litholrubin, Permanentrot 2B, Red Lake C und Phthalocyaninblau. Die Ergebnisse waren vergleichbar.

Claims (8)

1. Verfahren zur direkten Herstellung einer ein Pigment, das mittels Reaktion von Ausgangsbestandteilen hergestellt wurde, umfassenden Pigmentfarbstoffbase, wobei das Verfahren das Umwandeln des Pigments zur Pigmentfarbstoffbase mittels eines stark scherendes Mischen des Pigments mit einer nicht-wäßrigen Flüssigkeit enthaltenden Verfahrens umfaßt, bei dem die Ausgangsbestandteile in einer gerührten wäßrigen Reaktionsmischung in einem Behälter unter Bildung eines Reaktionsprodukts reagieren gelassen werden, welches 6 bis 15 % Pigment in Mutterlösung enthält, und die Umwandlung des Pigments zu der Base vollständig innerhalb eines stark scherenden Mischers erfolgt, indem:
- die Mischung von Reaktionsprodukt und nicht-wäßriger Flüssigkeit stark scherendem Rühren in den stark scherenden Mischer unterzogen wird, bis das Pigment in die nicht-wäßrige Phase übertragen wird und sich eine wäßrige Phase mit wasserlöslichen Verunreinigungen von der nicht-wäßrigen Phase, bei der es sich um eine das Pigment enthaltende Paste handelt, abtrennt,
- Entfernen der abgetrennten, wäßrigen Phase von dem stark scherenden Mischer,
- Waschen der nicht-wäßrigen Phase innerhalb des Mischers zur Entfernung von Salzen mittels Hinzufügen von Wasser,
- mehrmaliges Mischen und Abschütten des Wassers, so daß eine Paste mit 10 bis 20 % Restwasser gebildet wird,
- Entfernen des Restwassers unter Vakuum und Wärme oder mittels offenen Rührens zur Unterstützung der natürlichen Verdampfung, sowie
- Vermengen der Paste mit weiterer nicht-wäßriger Flüssigkeit zur Bildung der Pigmentfarbstoffbase, wobei sich die Paste in dem stark scherenden Mischer befindet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei nach dem Schritt zum Entfernen der abgetrennten wäßrigen Phase und vor dem Vermengen der Paste mit weiterer nicht-wäßriger Flüssigkeit zusätzliche wäßrige Phase von der Paste mittels weiteren stark scherenden Mischens abgetrennt und von der Paste entfernt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei zusätzliches Pigment vor dem weiteren stark scherenden Mischen der Paste hinzugefügt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das das Pigment in Mutterlösung enthaltende Reaktionsprodukt von dem Reaktionsbehälter in einen PS-starken, stark scherenden Mischer zur Anwendung des erwähnten und weiteren stark scherenden Mischens übergeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei das Verengen der Paste mit weiterer nicht-wäßriger Flüssigkeit ebenfalls in dem stark scherenden Mischer erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei die Base mit zusätzlicher nicht-wäßriger Flüssigkeit in einem getrennten Mischer weiter verdünnt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Druckfarbstoffbase anschließend zu einer Druckfarbe formuliert wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Pigment aus Azo-Pigmenten und Phthalocyaninen ausgewählt wird.
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