DE379699C - Verfahren zur Herstellung von Lichtschutzpraeparaten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Lichtschutzpraeparaten

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DE379699C
DE379699C DEE28114D DEE0028114D DE379699C DE 379699 C DE379699 C DE 379699C DE E28114 D DEE28114 D DE E28114D DE E0028114 D DEE0028114 D DE E0028114D DE 379699 C DE379699 C DE 379699C
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    • A61Q17/04Topical preparations for affording protection against sunlight or other radiation; Topical sun tanning preparations
    • AHUMAN NECESSITIES
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    • A61K8/46Cosmetics or similar toiletry preparations characterised by the composition containing organic compounds containing sulfur
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    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Lichtschutzpräparaten. Die Verwendung von Äshulin und Chininsulfat zur Herstellung von Lichtschutzmitteln gegen .die schädlichen Wirkungen des ultravioletten Lichtes ist bekannt. Die Lichtschutzmittel müssen das Ultraviolett so kräftig absorbieren, daß sie in ganz dünnen Schichten schützen.
  • Es ist ferner bekannt, Augengläser mit einer Füllung einer dünnen Schicht von Triphenylmethan zu versehen, um das ultraviolette Licht dem Auge fernzuhalten (deutsche Patentschrift 119687, S ch u 1 e k).
  • Kopp und Joseph suchten ultraviolettes Licht absorbierende Mittel durch Anwendung von Derivaten des Cumarins für Lichtfilter herzustellen, welche Drucke (z. B. Kupferstiche) und gefärbte Textilwaren in Auslagen gegen die schädliche Wirkung des ultravioletten Lichtes schützen sollten (deutsche Patentschrift 253334). C a r 1 M a n n i .c h und F r a n z Z e r r i k wandten gleichfalls Substitutionsprodukte des Cumarins, speziell das Methyloxycumarin, als Lichtschutzmittel gegen Ultraviolett an, und zwar auch zum Zweck des Schutzes von ölgemälden, Textilwaren, Papieren usw. in Auslagen gegen die bleichende oder bräunende Wirkung des Tageslichtes (amerikanische Patentschrift 1099710). Keine dieser Patentschriften nimmt Rücksicht auf die Bedürfnisse des Lichtschutzes der menschlichen Haut zezen Sonnenbrand oder ähnliche biologische Lichtschädigungen, auch wirken die mit den obigen Mitteln dargestellten Präparate für diesen Zweck nur ungenügend.
  • Es ist gefunden worden, daß als Schutzmittel gegen biologische Lichtschädigungen durch Ultraviolett Naphtholsulfosäuren und ihre Salze sowie die Sulfosäuren des Naphthylamins und ihre Salze und andere blau fluoreszierende - Naphthalinderivate und die analog zusammengesetzten Anthrazenderivate besonders günstig wirken. Die verschiedenen Mono-Di- und Trisulfosäuren des Naphthols und ihre Salze variieren zwar einigermaßen in ihrer Lichtabsorption gegen Ultraviolett, haben aber im allgemeinen eine starke Lichtabsorption, vom äußersten Ultraviolett bis ungefähr 36o Milliontelmillimeter in mehreren aneinanderschließenden Absorptionsstreifen. Mittels dieser Naphtholverbindungen kann man somit einen Teil -des Ultraviolett kürzerer Wellenlänge selektiv abschneiden, so daß nur mehr eine Zone von Ultraviolett etwas größerer Wellenlänge zur Wirkung gelangt. Macht man aber die sulfos@auren Salze des \ aphthols oder des Naphthylamins mit Alkalien, Kalkwasser oder anderen alkalisch reagierenden Substanzen alkalisch, so wird die Absorptionsfähigkeit gegen die schädliche Lichtzone sehr stark vermehrt, so daß dann das gesamte Ultraviolett bis ins sichtbare Violett kräftig absorbiert wird; hierin wird auch das Äskulin übertroffen. So z. B. absorbiert das 2-naphthol-6-8-disulfosaure Natrium in einer starken, wäßrigen Lösung das gesamte kurzwellige ultraviolette Spektrum der Quecksilberquarzlampe bis zur noch intensiven ultravioletten Quecksilberliniengruppe um 365 Milliontelmillimeter,welche sie nebst den Linien von größerer Wellenlänge durchfallen läßt. Nach Zusatz von Alkalien oder Kalkwasser usw. wird das gesamte Ultraviolett bis ins beginnende Violett kräftig absorbiert, etwa bis d.io Milliontelmillimeter.
  • Ähnlich verhalten sich das 2-naplithol-3-6-disulfosaure Natrium und andere Salze der N aphtholsulfosäuren und der Naphthylaminsulfosäuren sowie andere, blau fluoreszierende Naphthalinderivate und die analog zusammengesetzten Derivate des Anthrazens.
  • Diese Beobachtung führt zu einem neuen Verfahren der Herstellung voll Lichtschutzpräparaten gegen die schädliche Wirkung des ultravioletten Lichtes.
  • Diese Präparate halten die schädliche Wirkung der kurzwelligen Lichtstrahlen ab, welche die Eigenschaft besitzen, lebende Gewebe zu irritieren. Die praktische Anwendung dieser Verbindungen findet statt in Form von Salben mit indifferenter Grundlage oder von solchen, die für bestimmte Krankheiten gewisse Medikamente enthalten, in welche sie entweder in Substanz oder in wäßriger Lösung von je nach der Indikation verschiedener Konzentration einverleibt werden, oder in Form von wäßrigen, alkoholischen oder anderen Lösungen, welche in die vor den unerwünschten Wirkungen des Lichtes zu schützenden Körperteile eingeträufelt oder eingespritzt werden. Die so hergestellten Präparate dienen nicht nur zur Vorbeugung aller Arten voll pathologischen Zuständen (Erythema solare, Gletscherbrand, Pigmentationen, Sommersprossen, Sommerprurigo, Hvdroästivale, Xerodernia, Pigmentosum, Pellagra, Beriberi usw.), welche mit der Einwirkung der direkten, indirekten und reflektierten kurzwelligen Strahlen des Sonnenlichtes in ursächlichem Zusammenhang stehen, sondern auch in der praktischen Therapie mit künstlichen Lichtquellen (z. B. der Ouecksilberdampfquarzlampe, künstlichen Höhensonne, Krommayerlampe, Metallelektrodenlampe usw.) zum Lichtschutz jener Körperstellen, auf welche eine Wirkung des zur Anwendung gelangenden kurzwelligen Lichtes nicht erwünscht ist.
  • Gegenüber den bisher verwendeten Präparaten bieten die obenerwähnten Präparate den Vorteil der vollkommeneren Absorption der ultravioletten Strahlen und besonders guten Schutz des menschlichen Organismus gegen Lichtschädigung neben Unschädlichkeit für den Organismus. Auch für technische Zwecke sind diese Präparate in vorzüglicher Weise verwendbar, wo es sich darum handelt, die Wirkung kurzwelliger Strahlen zu vermeiden.
  • Aus dein Werk »Nova Therapeutika« von Dr. M. Wolf und Dr. F. Fleischer, Berlin igio S. 163/16q., ist die Verwendung voll ß-naphtholdisulfosaurem Aluminium (Alumnol) als Adstringens und Antiseptikum bekannt geworden. Dieses Salz ist durch schwachsaure Reaktion charakterisiert, gibt keine fluoreszierenden Lösungen und absorbiert nur das äußere ultraviolette Spektrum in ungenügender Weise; es ist deshalb für die Zwecke des vorliegenden Verfahrens nicht brauchbar.

Claims (1)

  1. PATENT-A.N sPRUcH: Verfahren zur Herstellung von Lichtschutzpräparaten zur Abhaltung der schädlichen Wirkung von ultravioletten Strahlen, dadurch gekennzeichnet, daß man neutrale oder alkalisch reagierende Salze der iUaphtholsulfosäuren, oder daß man Naphthylaminsulfosäuren oder ihre Salze, oder andere blau fluoreszierende N aphthalinderivate, oder die analog zusammengesetzten Derivate des Anthrazens mit oder ohne Zusatz alkalisch wirkender Substanzen mit einer Grundlage vermischt oder die genannten Körper in dieser auflöst.
DEE28114D 1922-02-16 1922-05-20 Verfahren zur Herstellung von Lichtschutzpraeparaten Expired DE379699C (de)

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