DE379882C - Verfahren zur Herstellung von gegossenen Druck- und Pressformen fuer Kunstdruck u. dgl. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von gegossenen Druck- und Pressformen fuer Kunstdruck u. dgl.Info
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Description
- Verfahren zur Herstellung von gegossenen Druck- und Preßformen für Kunstdruck u. dgl. Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung gegossener Druck- und Preßformen, das sich in erster Linie für Tiefdruckformen eignet, aber auch für Flachdruck benutzt werden kann. Es kann sowohl für Einfarben- als auch für Mehrfarbendruck Verwendung finden. Das Verfahren besteht darin, daß zunächst die Zeichnung vom Künstler selbst auf einer Platte ausgeführt wird, und zwar in der leichten und flüssigen Weise des Zeichnens im Gegensatz zu der schwerfälligen des durch den Widerstand des Stoffes beeinflußten Kupfer- oder Stahlstechens. Als Unterlage wird eine Platte oder auch ein Zylinder aus einer besonderen Masse ,genommen, die dieses leichte Zeichnen ermöglicht, gleichzeitig aber auch das Bild als solches hervortreten läßt, so daß der Künstler jederzeit das entstehende Bild in allen seinen Wirkungen vor sich hat, gleichfalls im Gegensatz zum Stich in Metallplatten. Von dieser Platte, die das Bild in ganz schwacher Vertiefung enthält, wird nun ein Abguß hergestellt, und zwar gleichfalls mittels einer besonderen Masse, die sowohl alle Feinheiten der Bildplatte aufzunehmen imstande ist als auch eine Trennung von der Platte nach dem Abguß ermöglicht und schließlich ein Ausgießen mit Metall gestattet. Der Abguß dieser von der ursprünglichen Bildplatte abgegossenen Form in Metall liefert dann eine Tiefdruckplatte für die Vervielfältigung.
- Im besonderen sind die einzelnen Stufen des Verfahrens die folgenden. Es wird zunächst eine Mischung von feinem Gips und fein pulverisiertem Graphit mit Wasser angemacht und auf eine Glasplatte aufgegossen. Es hat sich dabei herausgestellt, daß die unterste unmittelbar auf der Glasplatte liegende Schicht infolge des zuerst erfolgenden Absetzens überwiegend des Gipses eine weiße oder graue Schicht von außerordentlich geringer Dicke bildet, über der die dunkler gefärbte Masse liegt. Nach dem Trocknen dieser Platte kann auf der jetzt oben liegenden grauen Schicht vom Künstler unmittelbar das Bild ausgeführt werden, und zwar mit jedem beliebigen Stift, also etwa mit einem zugespitzten Holz- oder ;Metallstift, einem harten Pinsel o. dgl. Dabei erscheint bei jedem Strich der dunkle Untergrund, und der Künstler sieht das entstehende Bild ständig vor sich. -Es läßt sich auf dieser Platte mit derselben Leichtigkeit und Flüssigkeit zeichnen wie auf gewöhnlichem Papier, so daß der Künstler keinerlei Kraftanstrengungen, wie etwa beim Kupferstechen, aufzuwenden hat und dementsprechend seinem künstlerischen Empfinden vollkommen Ausdruck zu geben in der Lage ist. Die Gipsgraphitmasse hat dabei noch die besondere Eigenschaft, daß sie nicht absplittert, so daß also .jeder Strich vollkommen rein und genau so verbleibt, wie ihn der Künstler gezogen hat. Auch mit dem Schab- oder Druckwerkzeug kann die Platte noch nachgearbeitet werden. Sie enthält dann in ganz feiner Vertiefung die Zeichnung, und zwar, was die Hauptsache ist, sichtbar. Von dieser Platte muß nun eine positive Form her-,gestellt werden, von der erst der Abguß der eigentlichen Tiefdruckplatte in Metall erfolgt. Die von der Platte abzugießende Form muß alle Feinheiten der Platte ganz scharf wiedergeben, ohne beim Erstarren zu schwinden oder sich auszudehnen: sie muß sich auch nach erfolgter Trocknung ohne Zerstörung von der Platte abbehen lassen, und schließlich muß sie dem Metallguß Widerstand leisten können. Es hat sich herausgestellt, daß für diesen Zweck eine Mischung von Kaolin finit Gips besonders gut sich eignet. Um die die Zeichnung enthaltende Platte wird also zunächst ein Formrahmen gestellt und in diesen Rahmen die mit Wasser angemachte 'Mischung von Kaolin mit Gips zunächst in dünner Schicht gegossen. Das Kaolin gibt dabei die Feuerbeständigkeit und den Präzisionsabruß, während der Gips die Masse erstarren läßt, uni <len Formrahmen entfernen zu können. Auf die dünne Schicht wird dann «-eiter bis zur entsprechenden Höhe dieselbe -Mischung aufgefüllt, jedoch unter Einlage von Asbestfasern, die der Gießform die nötige Festigkeit geben.
- Es ist schon vorgeschlagen worden, eine Mischung von Bildhauerton mit Bleikarbonat und Gips für die Herstellung von Gußforinen, und zwar für Letternabdrücke, zu benutzen. Diese Mischung ist für den vorliegenden Zweck jedoch nicht brauchbar, cla sie die feineren Vertiefungen nicht wiedergibt, die bei dem vorliegenden Verfahren auftreten, und an-Jererseits bei der später erfolgenden Erhitzung der Platte ini Gießofen und unter der Einwirkung des geschmolzenen Metalls schwindet und damit ein Verziehen der Platte verursacht. 1=s hat sich herausgestellt, daß gera:le Kaolin diese schädlichen Eigenschaften nicht besitzt, sondern so%vnlil alle Feinheiten wiedergibt als auch in der Hitze nicht schwindet und die Striche daher nicht verzerrt.
- Das Kaolin hat weiter elen Vorteil, daß es die nach erfolgtem Guß unbedingt notwendige rasche Abkühlung des -Metalls aushält. Hat die Erhärtung stattgefunden, so wird die Form von der Platte abgenommen und kann dann unmittelbar als Gußform für die eigentliche Tiefdruckplatte Verwendung finden, da sie ja die Vertiefung des Originals als Erhöhungen auf ihrer Fläche enthält.
- Iii ähnlicher Weise können auch an Stelle von Tiefdruckplatten Flachdruckplatten nach diesem Verfahren hergestellt «erden. Es wird dabei auf der Originalplatte der Untergrund besonders durch Abschaben o. dgl. vertieft. Auch ist es möglich, nach dem gleichen Verfahren Formzylinder herzustellen, indem der Künstler auf einer Walze, die aus der angegebenen Masse besteht, das Bild aufzeichnet; von dieser Walze erfolgt der Abguß erst in der Kaolinmasse als Hohlzvlinder und dann von dieser in Metall als Vollzvlinder. Ebenso lassen sich von einer Originalplatte beliebig viele Druckformen, etwa für den Mehrfarbendruck, herstellen.
Claims (1)
- P-@TRNT-ANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von gegossenen Druck- und Preßformen für Kunstdruck u. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß das Urbild vom Künstler in eine Platte aus einer Mischung von Gips und Graphit eingezeichnet wird, von welcher eine Gießform abgeformt wird, von der dann dielletallrlruckplatte abgegossen wird. a. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung der Gießform eine Mischung von Kaolin mit Gips benutzt wird, die -auf die Originalplatte aufgegossen und dann mit ihr im Ofen auf entsprechende Temperatur erhitzt wird. 3. Ausführungsform der Gießform nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kaolinmasse in ihrem Hauptkörper -zwecks Erzielung größerer Festigkeit mit Asbestfasern o. dgl. durchmengt ist.
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