-
Schlammentleerungsvorrichtung für Klärbecken.
-
Die Erfindung bezieht sich auf eine Schlammentleerungsvorrichtung
für Klärbecken, bei welcher eine Brücke Anwendung findet, die über das Becken, sofern
es rechteckigen Grundriß hat, längsverfahrbar oder radialverfahrbar ist, wenn das
Becken kreisförmigen Querschnitt aufweist.
-
Um den abgesetzten Schlamm unter Wasser und ohne Störung des Klärbetriebes
konsistent abpumpen zu können, ist erfindungsgemäß an der Brücke ein Saugelöffel
angeordnet, der an der Brücke entlang verschiebbar und außerdem höhenverstellbar
ist. Um die gewünschte Konsistenz des Schlamm es zu erhalten, ist eine Leerlaufeinricht
ung angeordnet, so daß beim Ingangsetzen der Einrichtung, beim Wenden des Löffels
und wenn ein Wasserdurchbruch stattgefunden hat, das zu dünne Gemisch abgeleitet
werden kann.
-
Die Verschiebbarkeit ermöglicht ein geordnetes, reihenweises Entfernen
der Schlamm ablagerungen, wobei die Höhenverstellbarkeit nicht nur für Einstellzwecke,
sondern auch insofern wichtig ist, als bei starker Schlammablagerung das Aufnehmen
des Schlammes in mehreren Schichten nacheinander erfolgen kann; weiter ist die Höhenbeweglichkeit
des Saugelöffels von Vorteil, um die Brücke ungehindert durch den Löffel von einem
Zil einem anderen Klärbecken fahren zu können.
-
Auf der Zeichnung ist die Vorrichtung beispielsweise dargestellt.
-
Abb. I zeigt einen Schnitt durch die Kläranlage.
-
Abb. 2 zeigt einen ähnlichen teilweisen Schnitt mit einer Abänderung.
-
Abb. 3 zeigt in größerem Maßstabe einen Schnitt gegenüber einer in
Abb. 1 um go0 verdrehten Ebene.
-
Abb. 4 und 5 zeigen in Stirnansicht und Längsschnitt einen Saugelöffel.
-
Abb. 6 zeigt in einem wagerechten Schnitt eine Abart des Saugelöffels.
-
Bei der Anlage nach Abb. 1 erfolgt die Klärung des Abwassers in beliebig
vielen, flachen benachbarten Bccken b mit den Einlauföffnungen c. ober der Mittelrimle
a zwischen den Beckenreihen liegt frei die fest eingebaute Saugeleitung d, die zum
Pumpenhause führt und in die der Schlamm aus dem Becken zu schaffen ist.
-
Auf der Brücke e läuft der schraffiert dargestellte, von Hand oder
durch Mutter zu bewegende Wagen f, der das Saugerohr g trägt, welches durch Zahnstangengetriebe
h (Abb. 1 und 4) auf und ab bewegt werden kann.
-
Das obere Ende des Saugerohrs g wird durch eine bewegliche Rohrleitung
o. dgl. mit einem Anschlußstutzen der Saugeleitung d verbunden.
-
Am unteren Ende des Saugerohrs g ist der Saugelöffel i angebracht,
der vorn ganz und oben teilweise offen ist. Die in den Löffel i ausmündende Saugeleitung
g ist gemäß Abb. 4 und 5 durch Rechenstäbe k gesichert. Vor den Stäben k mündet
eine mit Spritzdü-en ausgerüstete Rohrleitung 1, die mit einer gemäß Abb. 1 neben
der Hauptsaugeleitung d liegenden rohrleitung m verbunden ist. Diese Leitung m I
dient dazu, je nach der Beschaffenheit des Schlamm es Druckluft oder Druck-und Spülwasser
in den Löffel i zu schicken.
-
Man wird Druckluft anwenden, wenn der beim Vorschub in die Schaufel
gelangende Schlamm zwar zum Pumpen ausreichenden Wassergehalt besitzt, er aber erst
aufgerührt werden muß, um in Bewegung gesetzt werden zu können.
-
Spülwasser wird angewendet, wenn der NVassergehalt des abgelagerten
Schlammcs zur Pumpfähigkeit nicht ausreicht. Das in dem Becken über dem Schlamm
stehende Wasser kann bei der dauernden Füllung des Löffels mit Schlamm nicht bis
zum Mundstück der Saugeleitung g gelangen; man hat daher die Bemessung der Wasserinenge,
die man dem Schlamm beim Pumpen durch das Rohr 1 zuführt, fest in der Hand und ist
in der Lage, nur so viel Wasser zuzusetzen, wie für die Fortbewegung des Schlammes
in den Rohrleitungen unbedingt nötig ist. Bei entsprecht grobkörnigem Schlamm kann
das Spülwasser durch das Rohr 1 unter Druck eingespritzt und hierdurch gleichzeitig
ein Aufrühren und Pumpfähigmachen des Schlamm es erreicht werden. Reicht ein Zusatz
von Spülwasser ohne Druck aus, so wird es nur nötig sein, die Leitung 1 mit dem
über dem Schlamm stehenden Wasser in regelbare Verbindung zu bringen.
-
Beim Vorschieben des Wagens f und an ihm feststehenden Löffel i wird
der Schlamm streifenweise abgeschnitten. Der Vorschub braucht bei entsprechender
Größe des Löffels
nur so langsam zu geschehen, daß das durch den
Vorschub bewirkte Aufrühren des Schlammes die Klärwirkung im Becken nicht ernstlich
herabsetzt.
-
Bei entsprechend großer Schlammhöhe kann der Schlamm in mehreren
Schnitten übereinander abgegraben werden. Zweckmäßig erhält die untere Löffelkante
einen Kratzer n aus Gummi oder Leder, um die Beckensohle sauber abzuräumen.
-
Zweckmäßig wird ein Löffel von der Form nach den Abb. 4 und 5 um
seine senkrechte Achse drehbar an der Brücke befestigt; hat die Brücke dann das
Ende eines Beckens erreicht, so wird der den Löffel tragende Wagen f unter gleichzeitiger
allmählicher Drehung des Löffels um I80" so weit auf der Brücke zur Seite bewegt,
daß der nächste abzunehmende Schlammstreifen sich vor dem Löffel befindet, worauf
dessen Abnahme bei Zurückbewegung der Brücke erfolgt.
-
Bei Ausbildung des Saugelöffelkopfes gemäß Abb. 6 braucht dieser
nicht gedreht zu werden.
-
Der Saugekopf besteht hier aus drei je um 90-versetzten Kammern L1,
L2, L3. Die Saugeleitung g mündet in drei einzelne nach Bedarf eine und abstellbare
Saugestutzen in diesen einzelnen Kammern aus. Natürlich ist auch die Spritzleitung
I in entsprechender Weise in jede Kopfabteilung einzuführen.
-
In Abb. 2 ist über der Mittelrinne ein fahrbares Pumpenhaus s für
sehr große Beckenanlagen dargestellt. Die Pumpe wird an die festverlegte Druckleitung
p angeschlossen, die Saugeleitung q ist mit dem Pumpenhaus s verfahrbar. Dabei erhält,
um das Pumpenhaus selten verfahren zu brauchen, die Saugeleitung q bei entsprechender
Ausdehnung ihrerseits mehrere Anschlußstutzen für die biegsame Brückenleitung.
-
Die Rohrstutzen t (Abb. 2) sind Abzweigungen der Druckleitung p,
sie dienen dazu, bei Ingangsetzen der Anlage das Pumpgut in das zu entleerende Becken
zurück oder in eine besondere Schmutzwasserrinne zu leiten; das erfolgt so lange,
bis die Konsistenz des Fördergutes zum Abbefördern genügend ist. Die Stutzen t können
auch bei Unterbrechungen in der Grabarbeit des Saugelölfels eingeschaltet werden.
-
Bei kreisrunden Becken wird man die Brücke sich ständig um einen
Mittelpfeiler drehen lassen, wobei der Saugelöffel an der Brücke ständig von innen
nach außen oder umgekehrt wandert, so daß der Schlamm in Spiralbahnen aufgenommen
wird.
-
Wird bei kreisrunden Beckenanlagen die Schlammflüssigkeit in der
Mitte eingeführt, dann lagert sich Schlamm von verschiedener Körnung verschiedenartig
ab, der grobkörnigste Schlamm in der Nähe des Zuflusses, der feinkörnige, der sich
langsamer absetzt, in größerer Entfernung vom Zufluß, also näher der Außenwand des
Beckens. Ein solches Auswaschen des Schlammes nach Korngrößen kann mit der vorliegenden
Einrichtung gefördert werden, indem während des Klärbetriebes der Saugelöffel den
Schlamm in spiraligen Schnitten von innen nach außen lediglich aufgräbt, also ohne
daß der Schlamm aus dem Löffel abgesaugt wird. Durch Einleitung von Druckluft in
die Spülleitung t des Löffels i wird hierbei der aufgegrabene Schlamm in dem Löffel
aufgewirbelt, die groben Schlammteile fallen hinter dem Löffel schnell zu Boden,
während die feinen Schlammteilchen von dem das Klärbecken durchfließende Wasser
weiter zur Außenwand getragen werden. Dieser Vorgang läßt sich sinngemäß auch bei
rechteckigen Becken ausführen.