DE3810532C2 - Vorrichtung zum Aufwickeln von strangförmigem Gut - Google Patents
Vorrichtung zum Aufwickeln von strangförmigem GutInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufwickeln von
strangförmigem Gut, wie z. B. Drähten, Litzen, Glasfasern
od. dgl., auf einen Spulenkern der im Oberbegriff des Patentanspruchs
1 angegebenen Gattung.
Aus der US-PS 47 25 010 ist eine derartige Drahtaufwickelvorrichtung
bekannt, bei welcher eine aus einem leicht konischen
Kern und zwei konischen Flanschen bestehende Spule auf
einem Halter montiert wird, der von einem an der Gehäusekonstruktion
befestigten Antriebsmotor über einen Riementrieb
drehangetrieben wird. Achsparallel neben der Spule ist eine
Gewindespindel angeordnet, die über ein Reversiergetriebe
und einen Riementrieb von der Antriebswelle des Spulenhalters
angetrieben wird. Eine auf der Gewindespindel drehfest
angeordnete Mutter trägt ein Umlenkrad, über das das strangförmige
Gut, z. B. ein Draht, tangential auf den Spulenkern
geführt wird. Mittels einer einlaufseitig angeordneten Meßrolle
wird die Einlaufgeschwindigkeit des Drahtes erfaßt und
einem Rechner zugeführt. Dieser Rechner ist ferner an eine
Eingabe für den jeweiligen Spulentyp angeschlossen und mit
einem auf der Antriebswelle des Spulenhalters befestigten
Sensor, einem von der Spindelmutter betätigbaren Endschalter
und mit Gebern für die jeweilige Drehrichtung der Gewindespindel
verbunden. Beim Wickeln eines Drahtes auf diese Spule
mit konischem Kern und konischen Endflanschen besteht die
Schwierigkeit, daß die äußeren Lagen eine dem Konuswinkel
der Flansche entsprechend zunehmende Länge aufweisen müssen,
wobei das Auftreten von Tälern oder Bergen im Endbereich jeder
Lage verhindert werden soll. Zu diesem Zweck steuert der
Rechner die Bewegung der Spindelmutter mit der daran gelagerten
Umlenkrolle auf der Grundlage der erhaltenen Meßwerte
und durch Berechnung einer den Verlauf der einzelnen Lagen
kennzeichnenden Geraden, welche parallel zur Außenfläche des
Kerns verläuft und damit den gleichen Konuswinkel wie der
Kern hat. Die Schnittpunkte dieser Geraden mit den Konusflächen
des jeweiligen Spulenflansches werden berechnet und
kennzeichnen die Umkehrpunkte für die Verlegebewegung der
Mutter. Grundsätzlich haben derartige Wickelvorrichtungen
mit drehangetriebener Spule den Nachteil, daß größere Gebinde
insbesondere aus dünnem Stranggut mit geringer Reißfestigkeit
nicht hergestellt werden können, weil mit der zunehmenden
Lagenanzahl sich die jeweils zu beschleunigenden
und abzubremsenden trägen Massen entsprechend vergrößern.
Dies gilt insbesondere für die Herstellung von Gebinden mit
konischen Lagen, weil während des Aufwickelvorganges einer
Lage die Drehgeschwindigkeit der jeweiligen Spule aufgrund
der zunehmenden Durchmesser der einzelnen Windungen stark
gesteigert oder verringert werden muß.
Aus der DE-OS 24 43 734 ist eine Vorrichtung zum Aufwickeln
eines Drahtes auf eine Spule mit zylindrischem Kern und zwei
endseitigen Querflanschen bekannt, bei welcher die Spule
ebenfalls auf einem drehangetriebenen Träger montiert ist.
Achsparallel zur Spule befindet sich eine Drahtführung mit
einem an Stangen geführten Schlitten und einer am Schlitten
drehbar gelagerten Umlenkrolle zum tangentialen Zuführen des
Drahtes auf den zylindrischen Kern. Um die Ausbildung von
Bergen und Tälern im unmittelbaren Bereich der Flansche zu
vermeiden, sind Endschalter für die axiale Verlegebewegung
der Drahtführung mit einer Stelleinrichtung verbunden, deren
Stellsignale zum Verkleinern oder Vergrößern der Verlegebwegung
der Drahtführung von anderen Signalen abgeleitet
werden. Mit dieser bekannten Drahtwickelvorrichtung können
lediglich Spulen mit zylindrischen Drahtlagen bewickelt
werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine gattungsgemäße Vorrichtung
zu schaffen, in der strangförmiges Gut auch von geringer
Reißfestigkeit automatisch in konischen Lagen von beliebigem
Neigungswinkel auf eine Spule aufgewickelt werden
kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden
Teil des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst.
Durch die Verwendung eines bekannten drehangetriebenen
Flyers als Aufwickelorgan wird erreicht, daß einerseits auch
schwere Gebinde aus dünnem Stranggut von geringer Reißfestigkeit
hergestellt werden können, weil sich während des
Wickelvorgangs die jeweils zu beschleunigende bzw. abzubremsende
Masse des Flyers nicht ändert. Zu der erfindungsgemäß
angestrebten Bildung von zur Spulenachse geneigt verlaufenden,
d. h. konischen, Lagen wird erfindungsgemäß der
Durchmesser der Endwindung jeder Lage vom Rechner berechnet,
und zwar aus den Ausgangssignalen des die Einlaufgeschwindigkeit
des Stranggutes erfassenden Meßfühlers sowie des
Drehzahlmessers für die Flyerdrehzahl. Aus den so bestimmten
Anfangs- bzw. End-Durchmessern wird im Rechner die Lage der
jeweiligen Umkehrpunkte für die Verlegebewegung berechnet,
wobei entsprechende Steuersignale dann dem Stellantrieb zugeführt
werden.
Gemäß einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung können
in der Bahn der Verlegeeinrichtung Endschalter angeordnet
sein, welche die jeweils größtmögliche Länge der Verlegebewegung
bestimmen und die durch Ausgangssignale des Rechners
verstellt werden können.
Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand
der Zeichnung im einzelnen beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 schematisch eine Wickelvorrichtung
mit axial heb- und senkbarem Flyer;
Fig. 2 schematisch eine Wickelvorrichtung
mit axial heb- und senkbarer Spule;
Fig. 3 ein Blockschaltbild der erfindungsgemäßen
Steuereinrichtung;
Fig. 4 eine Variante der Ausführung nach
Fig. 2;
Fig. 5 bis Fig. 7 erfindungsgemäß aufgewickelte Gebinde
im schematischen Axialschnitt.
Mit der in Fig. 1 dargestellten Vorrichtung wird ein aus
einer Drahtziehmaschine 5 kommender Draht 6 auf eine Spule 1
lagenweise aufgewickelt, welche aus einem Spulenkern 2 und
zwei endseitigen Flanschen 3, 4 besteht. Der Draht 6 läuft
über eine Meßrolle (Geschwindigkeits-Meßfühler) 7 und eine Umlenkrolle 8 in der Spulenachse
A-A in einen drehbar gelagerten Flyer 9 ein. Dieser
Flyer 9 wird von einem Motor 90 über einen Riementrieb 10 und
eine vertikale Hohlwelle 11 drehangetrieben und enthält
einen am unteren Ende der Welle 11 befestigten, nach unten
offenen Flyertopf 13. An der oberen Deckplatte des Flyertopfes
13 ist eine Umlenkrolle 14 in der Nähe der Achse
A-A montiert, welche den Draht 6 nach radial außen zu einer
an der Topfwandung gelagerten oberen Rolle 15 umlenkt. Von dieser
Rolle 15 läuft der Draht 6 in Richtung des Pfeiles 16 zu
einer am unteren Topfrand angeordneten weiteren Rolle 17 und
von dieser nach radial einwärts auf den Spulenkern 2.
Der Flyertopf 13 nach Fig. 1 ist an einem traversenartigen
Mitnehmer 20 befestigt, der an ortsfesten Führungsstangen 21
geführt und von einem als Druckmittelzylinder ausgebildeten
Antrieb 19 angehoben oder abgesenkt wird. Durch die Vertikalbewegung
des Mitnehmers 20 wird der Flyer 9 während des
Wickelbetriebes gegenüber der Spule 1 zur Bildung von
Wickellagen angehoben und abgesenkt. Wenn die Wicklung einen
der Spulenflansche 3 oder 4 erreicht, muß die Bewegungsrichtung
des Flyers umgekehrt werden. Zu diesem Zweck sind ein
oberer und ein unterer Endschalter 18a, 18b am Gehäuse montiert,
die von einem mitfahrenden Schaltfinger aktiviert
werden und eine Richtungsumkehr der Flyerbewegung über den
Antrieb 19 einleiten.
Die von dem einlaufenden Draht 6 angetriebene Meßrolle 7
liefert Drehzahlimpulse an einen Rechner 30, in den die
Endposition der Umkehrpunkte, z. B. die Lage des oberen und
des unteren Endschalters 18a oder 18b, über je einen Einstellknopf
A, B eingegeben werden können. Durch Betätigen
eines Knopfes C wird eine automatische Steuerung aktiviert,
welche die Endschalter 18a, 18b verstellt, sobald in der
Nähe der Spulenflansche 3, 4 Berge durch Drahtansammlungen
oder Täler durch Drahtverarmung auftreten. Der Rechner 30
steuert über eine Leitung 31 auch die Drehzahl des Antriebsmotors
90 und die Betätigung des Stellantriebes 19.
Die Wickelvorrichtung nach den Fig. 2 und 3 entspricht in
ihrer Grundkonstruktion der Ausführung nach Fig. 1, wobei
gleiche Bauteile auch mit den gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet
sind. Bei der Ausführung nach Fig. 2 ist die
Spule 1 auf einem Tragholm 20a montiert, der an einer gehäusefesten
Führungssäule 21 gefgührt ist und mittels eines
als Druckmittelzylinder ausgebildeten Antriebs 22 angehoben
und abgesenkt wird, so daß die Spule 1 innerhalb des drehangetriebenen
Flyertopfes 13 die Verlegebewegungen ausführt.
An der Anlenkung des Antriebs 22 an einem seitlichen Ansatz
des Tragholms 20a ist ein mit dem Rechner 30 verbundener
Geber 23 für die Verlegeposition und für die Geschwindigkeit
der Verlegebewegung angeordnet.
Zur Betätigung des Druckmittelzylinders 22 ist ein Hydraulikaggregat
24 mit Steuerventilen a, b vorgesehen, die von
einem an den Rechner 30 angeschlossenen Regler 25 angesteuert
werden. Ferner ist dem Antriebsmotor 90 für den
Flyer 9 ein Drehzahlgeber 26 zugeordnet, der - wie Fig. 3
zeigt - an den Rechner 30 und an einen vom Rechner 30 angesteuerten
Regler 27 angeschlossen ist. Wie aus Fig. 3 ferner
ersichtlich, enthält die Steuereinrichtung zusätzliche Elemente
28, mit denen die Oberfläche der Spule bzw. der jeweils
gewickelten Lage erfaßt werden kann und deren Ausgangssignale
dem Rechner zugeführt werden.
Gemäß Fig. 5 ist der Draht in konischen Lagen 101 auf den
zylindrischen Kern 100 einer Spule verlegt worden. Bei dieser
Verlegung bestimmt der Rechner 30 den jeweiligen Durchmesser
der Drahtwindungen im Bereich des oberen und unteren
Spulenflansches 102a, 102b. Da der Abstand der Spulenflansche
102a, 102b bekannt ist, können der Neigungswinkel der
Lagen und dementsprechend auch die Umkehrpunkte der Verlegebewegung
für die verkürzten Anfangs- und Endlagen unter
Berücksichtigung der von der Meßrolle 7 erfaßten Einlaufgeschwindigkeit
des Drahtes errechnet werden.
Die Fig. 6, 7 zeigen ein entsprechendes Gebinde, bei dem die
konischen Lagen 103 nach Erreichen des maximalen Windungsdurchmessers
wieder verkürzt worden sind, so daß eine
zylindrische Außenkontur entsteht.
Claims (3)
1. Vorrichtung zum Aufwickeln von strangförmigem Gut, wie
z. B. Drähten, Litzen, Glasfasern od. dgl., auf einen
Spulenkern, bestehend aus
- einem Spulenträger zur vertikalen Halterung der Spule,
- mindestens einer neben der Spule angeordneten Umlenkrolle zur tangentialen Zuführung des Wickelgutes zur Spule,
- Antriebsaggregaten für die Wickelbewegung sowie für eine hin- und hergehende axiale Relativbewegung zwischen der Umlenkrolle und der Spule,
- Meßfühlern zum Erfassen der Zulaufgeschwindigkeit des Wickelguts, der Wickeldrehzahl und der axialen Relativbewegung und
- einer mit den Meßfühlern verbundenen Steuereinrichtung für die Antriebsaggregate, welche die Wickeldrehzahl und die axiale Relativbewegung in Abhängigkeit von den Meßwerten der Meßfühler steuert,
dadurch gekennzeichnet,
daß oberhalb der Spule (1) ein drehangetriebener Flyer (9) mit einem die Spule (1) umgebenden unten offenen Topf (13) angeordnet ist, an dessen Innenwand die Umlenkrolle (17) gelagert ist,
daß beim Wickeln von zur Spulenachse geneigt verlaufenden Lagen (konischen Lagen) auf einen zylindrischen Spulenkern (2) zur Bestimmung der Lagenneigung die Durchmesser der Endwindungen jeder Lage sowie der Abstand dieser Windungen erfaßt werden und
daß der Steuereinrichtung ein Rechner (30) zugeordnet ist, der den Durchmesser der Endwindungen jeder konischen Lage auf der Grundlage der Ausgangssignale des Wickelgut-Geschwindigkeits-Meßfühlers (7) sowie des Wickeldrehzahl-Meßfühlers errechnet und der die Umkehrpunkte für die Lagen steuert.
daß oberhalb der Spule (1) ein drehangetriebener Flyer (9) mit einem die Spule (1) umgebenden unten offenen Topf (13) angeordnet ist, an dessen Innenwand die Umlenkrolle (17) gelagert ist,
daß beim Wickeln von zur Spulenachse geneigt verlaufenden Lagen (konischen Lagen) auf einen zylindrischen Spulenkern (2) zur Bestimmung der Lagenneigung die Durchmesser der Endwindungen jeder Lage sowie der Abstand dieser Windungen erfaßt werden und
daß der Steuereinrichtung ein Rechner (30) zugeordnet ist, der den Durchmesser der Endwindungen jeder konischen Lage auf der Grundlage der Ausgangssignale des Wickelgut-Geschwindigkeits-Meßfühlers (7) sowie des Wickeldrehzahl-Meßfühlers errechnet und der die Umkehrpunkte für die Lagen steuert.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Bahn der axialen Verlegebewegung Endschalter
(18) zur Begrenzung und Richtungsumkehr der axialen
Verlegebewegung vorgeshen sind, deren Position mittels
des Rechners (30) verstellbar ist.
Priority Applications (1)
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| DE19883810532 DE3810532C2 (de) | 1988-03-28 | 1988-03-28 | Vorrichtung zum Aufwickeln von strangförmigem Gut |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3810532A1 DE3810532A1 (de) | 1989-10-12 |
| DE3810532C2 true DE3810532C2 (de) | 1993-11-11 |
Family
ID=6350905
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE19883810532 Expired - Fee Related DE3810532C2 (de) | 1988-03-28 | 1988-03-28 | Vorrichtung zum Aufwickeln von strangförmigem Gut |
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- 1988-03-28 DE DE19883810532 patent/DE3810532C2/de not_active Expired - Fee Related
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