DE3821304C2 - - Google Patents
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
- B01J—CHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
- B01J3/00—Processes of utilising sub-atmospheric or super-atmospheric pressure to effect chemical or physical change of matter; Apparatus therefor
- B01J3/06—Processes using ultra-high pressure, e.g. for the formation of diamonds; Apparatus therefor, e.g. moulds or dies
- B01J3/08—Application of shock waves for chemical reactions or for modifying the crystal structure of substances
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B22—CASTING; POWDER METALLURGY
- B22F—WORKING METALLIC POWDER; MANUFACTURE OF ARTICLES FROM METALLIC POWDER; MAKING METALLIC POWDER; APPARATUS OR DEVICES SPECIALLY ADAPTED FOR METALLIC POWDER
- B22F3/00—Manufacture of workpieces or articles from metallic powder characterised by the manner of compacting or sintering; Apparatus specially adapted therefor ; Presses and furnaces
- B22F3/02—Compacting only
- B22F3/08—Compacting only by explosive forces
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Explosionskammer
zum Kompaktieren von pulverförmigen Stoffen gemäß
dem Oberbegriff des Hauptanspruchs.
In der Zeitschrift Ber. DT. Keram. Ges. 50 (1973)
Nr. 3, Seite 75 ff, wird die Verdichtung von Keramik-
und Metallpulvern sowie deren Mischungen durch
Explosionsdruck beschrieben. Für die Verdichtung von
Metall- oder Keramikpulvern kann ein indirektes Verdichtungsverfahren
eingesetzt werden, bei dem ein
Stempel zur Druckübertragung verwendet wird oder ein
zunächst auf eine hohe Geschwindigkeit beschleunigtes
Geschoß durch Abbremsung die Verdichtungsarbeit
am pulverförmigen Werkstoff leistet.
Bei der sogenannten Direktverdichtung liegt eine unmittelbare
Einwirkung des vom Sprengstoff erzeugten
hohen Druckes, z. B. auf ein Rohr, das das zu verdichtende
Pulver enthält, vor. Der bei der Detonation
des Sprengstoffes erzeugte hohe Druck führt zum
Zusammendrücken des Rohres und damit zur Verdichtung
des im Inneren befindlichen Pulvers.
Bei beiden Verfahren wird der hohe Druck, die Explosivstoffe
bei der Detonation entwickeln, zur Verdichtung
oder zum Fügen von Pulvern zu Festkörpern
ausgenutzt, wobei der Vorteil gegenüber anderen bekannten
Verfahren darin liegt, daß beim sogenannten
"Explosivkompaktieren" eine hohe Dichte erzielt
wird, die ohne größeren apparativen Aufwand erreicht
werden kann.
Nachteilig bei dem bekannten, mit Explosivdruck arbeitenden
Verfahren ist, daß es nach der Verdichtung
im Kern des zu erzielenden Festkörpers zur Entstehung
poröser Zonen, zu Aufschmelzungen und zu
Rissen kommt. Insbesondere durch die sich nach dem Übergang
der Schockwellenfront entwickelnde
Entspannungswelle verursacht Risse und sehr häufig
auch Zerstörungen des verpreßten Körpers.
Aus der gattungsbildenden US-PS 26 48 125 ist eine
Vorrichtung bekannt, bei der das zu kompaktierende
Pulver in einem Aufnahmebehälter untergebracht wird,
der selbst in einen mit einer Flüssigkeit gefüllten
Raum eingestellt ist. Dieser mit Flüssigkeit gefüllte
Raum kann durch das explosive Verschieben eines
Preßkolbens verdichtet werden. Die Explosivschwaden
leisten bei dieser bekannten Vorrichtung nicht nur
während der Detonation des Sprengstoffes ihre Arbeit,
sondern die Explosivschwaden können weiterhin
unter hohem Druck gehalten werden und gezielt abgebaut
werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die gattungsbildende
Einrichtung dahingehend zu verbessern,
daß leicht Änderungen der Abmessungen und der Arten
der kolbenartigen Wand herbeigeführt werden können
und daß zusätzlich eine Wärmebehandlung unter
Schutzgas durchgeführt werden kann.
Diese der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird
durch die Lehre des Hauptanspruches gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen
erläutert.
Die erfindungsgemäße
Vorrichtung ermöglicht eine Minderung der Intensität
der sehr oft die Werkstücke zerstörenden Entspannungswelle.
Weiterhin wird eine weitere Durchführung
eines Prozesses eines nach Zeit, Temperatur
und Druck gesteuerten Diffusions- und/oder
Rekristallisationsvorganges möglich, wobei auch eine
Wärmebehandlung unter Schutzgas vorgenommen werden
kann, um so die Festigkeit und die Betriebseigenschaften
des zu bildenden Festkörpers zu optimieren.
Durch Variation der Form des Aufnahmeraumes sowie
der Abmessungen und der Arten der kolbenartigen
Wände kann die erfindungsgemäße Vorrichtung optimal
dem Werkstofftyp angepaßt werden, wobei auch die
kolbenartige Wand zum integralen Teil des Werkstückes
werden kann.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend
anhand der Zeichnungen erläutert. Die Zeichnungen
zeigen dabei in
Fig. 1 rein schematisch eine erste Ausfüh
rungsform einer Explosionskammer, in
Fig. 2 eine abgeänderte Ausführungsform der
Explosionskammer, in
Fig. 3 wiederum eine abgeänderte Ausführungs
form der Explosionskammer, in
Fig. 4 in größerem Maßstab einen Ausschnitt
aus der kolbenartigen Wand einer Ex
plosionskammer und in
Fig. 5 eine abgeänderte Ausführungsform einer
Explosionskammer.
In den Zeichnungen ist mit 5 eine Explosionskammer
bezeichnet, in der ein Aufnahmeraum 1 für das Pul
ver, aus welchem die Festkörper gebildet werden sol
len, vorgesehen ist. Dieser Aufnahmeraum 1 wird von
einem Sprengstoffraum 2 durch eine kolbenartige Wand
6 getrennt. Der Aufnahmeraum 1 steht mit einer Vaku
umanlage 3 und der Sprengstoffraum 2 mit einer Hoch
druckanlage 4 in Verbindung. Die kolbenartige Wand 6
kann sich in dem durch die beiden Räume 1 und 2 ge
bildeten zylinderartigen Raum der Explosionskammer 5
bewegen.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 2 sind zwei kol
benartige Wände 6 a vorgesehen, die zwischen sich den
Aufnahmeraum 1 für den zu bildenden Festkörper ein
schließen, während beiderseits der Wände 6 a Spreng
stoffräume 2 gebildet sind.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 sind wiederum
zwei kolbenartige Wände 6 a vorgesehen, die zwischen
sich aber den Sprengstoffraum 2 einschließen. So
werden zwei Aufnahmeräume 1 für den zu bildenden
Festkörper geschaffen. Außerdem ist in Fig. 3 ange
deutet, daß die Wandung der Explosionskammer 5 mit
einem Heiz- oder Kühlsystem 7 bzw. 8 ausgerüstet
sein kann.
Bei 9 ist in Fig. 1 rein schematisch die Zündvor
richtung für den im Sprengstoffraum 2 befindlichen
Sprengstoff angedeutet.
In Fig. 4 ist in größerem Maßstab die Wandung der
Explosionskammer 5 und ein Teil der kolbenartigen
Wand 6 dargestellt, und es ist erkennbar, daß im
Grenzbereich zwischen der kolbenartigen Wand 6 und
der Wandung der Explosionskammer 5 eine Dichtung aus
der Wand 6 ausgeformt oder an der Wand 6 angeordnet
ist, die zum Sprengstoffraum 2 hin gerichtet ist.
Durch Zünden des Sprengstoffes wird diese Dichtung
10 dicht an die Wandung der Explosionskammer 5 ange
legt und verhindert damit, daß Sprengstoffschwaden
in den Aufnahmeraum 1 eindringen können. Gleichzei
tig kann diese Dichtung 10 auch eine Zurückbewegung
der kolbenartigen Wand mit verhindern.
Über die Hochdruckanlage 4 kann z. B. Argon unter
einem Druck von 2000 bis 3000 bar zugeführt werden.
In Fig. 5 ist eine Ausführungsform der Explosions
kammer 5 dargestellt, bei welcher der das zu ver
dichtende Pulver aufnehmende Aufnahmeraum 1 inner
halb des ihn komplett umgebenden Sprengstoffraumes 2
angeordnet ist. Das zu verdichtende Pulver ist in
seinem Aufnahmeraum 1 von dem Sprengstoffraum 2
durch eine Wand 6 b getrennt, die bei Zündung des
Sprengstoffes zusammengedrückt wird und damit die
Verdichtung des Pulvers bewirkt.
Anstelle einer massiven Explosionskammer 5 kann auch
eine Kammer 5 eingesetzt werden, die aus mehreren
ineinandergeschachtelten Bauelementen besteht. Bei
einer solchen Anordnung ist es möglich, daß sich die
berührenden Wandflächen der ineinandergeschachtelten
Bauteile miteinander verschweißen und weiterhin ist
es möglich, daß zwischen die einzelnen Bauteile eine
eine sehr schlechte Wärmeleitfähigkeit aufweisende
Schicht eingesetzt wird, so daß die Explosionswärme
über einen langen Zeitraum in der Explosionskammer
aufrechterhalten werden kann.
Durch die erfindungsgemäße Anordnung wird erreicht,
daß die Explosionsgase oder -schwaden nicht nur
während der Detonation des Sprengstoffes ihre Arbeit
ausführen und sich danach entspannen können, so daß
dadurch in dem zu bildenden Festkörper Entspannungs
risse sich bilden können, sondern nach Abschluß des Ex
plosionsvorganges bleiben die Sprengschwaden weiter
unter hohem Druck. Diese Sprengschwaden können aus
genutzt werden, um ein weiteres Bearbeitungsverfah
ren, wie beispielsweise ein Sinterverfahren, ein
kaltisostatisches Pressen oder ein heißisostati
sches Pressen durchzuführen.
Claims (8)
1. Explosionskammer (5) zum Kompaktieren von
pulverförmigen Werkstoffen mit einem Aufnahmeraum
(1) für das zu kompaktierende Pulver
und einem Sprengstoffraum (2), wobei die
beiden Räume (1, 2) über ein bewegliches Bauteil
voneinander getrennt sind, dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Räume Räume (1, 2)
durch wenigstens eine bewegliche oder verformbare
Wand (6, 6 a, 6 b) voneinander
getrennt sind, der Aufnahmeraum (1) für das
zu kompaktierende Pulver an eine Vakuumanlage (3)
und der Sprengstoffraum (2) an eine Hochdruckanlage,
(4) für gasförmige Stoffe angeschlossen
ist.
2. Explosionskammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Wand (6 b) als verformbare
Umhüllung des Aufnahmeraumes (1) ausgebildet ist.
3. Explosionskammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Wand (6) als kolbenartige
Wand ausgebildet ist.
4. Explosionskammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß zwei kolbenartige Wände
(6 a) vorgesehen sind, zwischen denen der
Sprengstoffraum (2) ausgebildet ist.
5. Explosionskammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß zwei kolbenartige Wände
(6 a) vorgesehen sind, zwischen denen der Aufnahmeraum
(1) ausgebildet ist.
6. Explosionskammer nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die kolbenartige Wand (6) bzw.
die kolbenartigen Wände (6 a) mit durch den
Sprengvorgang wirksam werdenden Dichtungen
(10) derart ausgerüstet sind, daß diese sich abdichtend an
die Wandung der als Zylinder wirkenden Explosionskammer
(5) anlegen.
7. Explosionskammer nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens der Aufnahmeraum (1)
mit einer Erwärmungs- oder Kühlungseinrichtung
(7, 8) ausgerüstet ist.
8. Explosionskammer nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß im Aufnahmeraum (1) der Form
des zu verdichtenden Körpers entsprechende
Matrizen angeordnet sind.
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19883821304 DE3821304A1 (de) | 1988-06-24 | 1988-06-24 | Explosionskammer zur werkstoffbearbeitung durch explosionsverfahren |
| EP89110351A EP0347656A1 (de) | 1988-06-24 | 1989-06-08 | Explosionskammer zur Werkstoffbearbeitung durch Explosionsverfahren |
| PCT/DE1989/000406 WO1989012521A1 (fr) | 1988-06-24 | 1989-06-20 | Chambre d'explosion pour traitement de matiere par procede explosif |
| JP1506516A JPH03502713A (ja) | 1988-06-24 | 1989-06-20 | 爆発方法により材料を加工するための爆発室 |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19883821304 DE3821304A1 (de) | 1988-06-24 | 1988-06-24 | Explosionskammer zur werkstoffbearbeitung durch explosionsverfahren |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3821304A1 DE3821304A1 (de) | 1989-12-28 |
| DE3821304C2 true DE3821304C2 (de) | 1990-08-16 |
Family
ID=6357142
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19883821304 Granted DE3821304A1 (de) | 1988-06-24 | 1988-06-24 | Explosionskammer zur werkstoffbearbeitung durch explosionsverfahren |
Country Status (4)
| Country | Link |
|---|---|
| EP (1) | EP0347656A1 (de) |
| JP (1) | JPH03502713A (de) |
| DE (1) | DE3821304A1 (de) |
| WO (1) | WO1989012521A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| WO2023222929A1 (de) | 2022-11-22 | 2023-11-23 | Christof Pfaff | Speicherkraftwerk, insbesondere druckspeicherkraftwerk, sowie verfahren zum betrieb eines speicherkraftwerks |
| LU503094B1 (de) | 2022-11-22 | 2024-05-22 | Christof Pfaff | Speicherkraftwerk, insbesondere Druckspeicherkraftwerk, sowie Verfahren zum Betrieb eines Speicherkraftwerks |
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- 1989-06-20 JP JP1506516A patent/JPH03502713A/ja active Pending
- 1989-06-20 WO PCT/DE1989/000406 patent/WO1989012521A1/de not_active Ceased
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|---|---|
| EP0347656A1 (de) | 1989-12-27 |
| WO1989012521A1 (fr) | 1989-12-28 |
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| D2 | Grant after examination | ||
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