DE383729C - Lichtfilter fuer photographische Zwecke - Google Patents
Lichtfilter fuer photographische ZweckeInfo
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G03—PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
- G03C—PHOTOSENSITIVE MATERIALS FOR PHOTOGRAPHIC PURPOSES; PHOTOGRAPHIC PROCESSES, e.g. CINE, X-RAY, COLOUR, STEREO-PHOTOGRAPHIC PROCESSES; AUXILIARY PROCESSES IN PHOTOGRAPHY
- G03C7/00—Multicolour photographic processes or agents therefor; Regeneration of such processing agents; Photosensitive materials for multicolour processes
- G03C7/04—Additive processes using colour screens; Materials therefor; Preparing or processing such materials
- G03C7/06—Manufacture of colour screens
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Description
(Sch 65882
Die ,gewöhnliche photographische Platte ist vorwiegend für blaue Strahlen, wenig für
Grün und Gelb und so gut wie gar nicht für Rot empfindlich. Es ist bekannt, daß bei einer
Aufnahme, vermittelt durch solches Negativmaterial, die Tonwertwiedergabe des farbigen
Bildes auf dem Positiv ungefähr umgekehrt erfolgt, als sie das Auge wahrnimmt, indem
Blau, das auf dem Negativ stark gedeckt ist, auf der Kopie heller ausfällt als Gelb und
Grün. Bei dem unter der Bezeichnung »orthochromatisch« im Handel befindlichen Negativmaterial
ist dieser Mißstand im allgemeinen etwa so weit ausgeglichen, daß Blau einerseits
und Gelb und Grün anderseits gleich hell erscheinen. Durch eine Aufnahmegelbscheibe in
Verbindung mit einer solchen Platte oder durch Verwendung einer besonders hoch orthochromatischen
Platte allein läßt es sich erreichen, daß entsprechend der natürlichen· Empfindung
auf dem Positiv Gelb und Grün heller erscheinen als Blau. Man pflegt eine solche
Wiedergabe als »tonrichtig« zu bezeichnen.
Da das aufzunehmende farbige Bild im allgemeinen aus Mischfarben besteht, die das Auge nicht spektral zu zerlegen versteht, läßt sich nicht ohne weiteres abschätzen, wie sich das Bild durch die photographische Aufnahme bei Verwendung des einen oder anderen Platten- : materials bzw. bei Benutzung einer Aufnahmej gelbscheibe in seinen Tonwerten darstellen wird. Es kann besonders bei Verwendung von nichtorthöchromatischem Plattenmaterial beispielsweise leicht vorkommen, daß ein Bild, das dem Auge eine äußerst reiche Tonskala darbietet, bei der photographischen Aufnahme enttäuscht, weil der wahrgenommene Tonreichtum im wesentlichen auf verschiedenen Farben beruhte, dem keine gleichwertige T.onabstufung der aktinischen Intensitäten entspricht.
Da das aufzunehmende farbige Bild im allgemeinen aus Mischfarben besteht, die das Auge nicht spektral zu zerlegen versteht, läßt sich nicht ohne weiteres abschätzen, wie sich das Bild durch die photographische Aufnahme bei Verwendung des einen oder anderen Platten- : materials bzw. bei Benutzung einer Aufnahmej gelbscheibe in seinen Tonwerten darstellen wird. Es kann besonders bei Verwendung von nichtorthöchromatischem Plattenmaterial beispielsweise leicht vorkommen, daß ein Bild, das dem Auge eine äußerst reiche Tonskala darbietet, bei der photographischen Aufnahme enttäuscht, weil der wahrgenommene Tonreichtum im wesentlichen auf verschiedenen Farben beruhte, dem keine gleichwertige T.onabstufung der aktinischen Intensitäten entspricht.
Um solche Täuschungen zu vermeiden und ein zutreffenderes Urteil über die Tonwertwiedergabe
zu ermöglichen, ist empfohlen worden, das aufzunehmende Bild durch ein blaues
Farbglas zu betrachten. Tatsächlich wird hierdurch die aktinisch besonders wirksame blaue
Strahlung stärker hen'orgehoben, und es werden
die Farbkontraste im allgemeinen gemildert. Trotzdem sind solche Blaugläser zur unmittelbaren Bildbetrachtung nicht in Gebrauch
gekommen, und ihre technische Ver-
wendung beschränkt sich im wesentlichen auf den Einbau in optische Belichtungsmesser oder
Sucher. Der Grund hierfür ist darin zu erblicken, daß solches Farbglas, das meist gar
nicht für die hier besprochene Aufgabe, sondern für irgendwelche andere technische
Zwecke hergestellt ist, nicht beanspruchen kann, eine irgendwie zuverlässige spektrale
Bildanalyse mit bestimmter Beziehung zu dem ίο photographischen Negativmaterial zu leisten.
Für diesen Zweck genügt es offenbar nicht, lediglich die blaue Spektralzone in einem nicht
näher festgelegten Maße hervortreten zu lassen, sondern es ist eine sorgfältige Abstimmung
auf das Negativmaterial notwendig, die sich insbesondere auf verschiedene Grade der
Orthochromasie bezieht, denn es ist in Anbetracht der zunehmenden Verwendung der orthochromatischen
Platte und der Aufnahmegelbao scheibe gerade von besonderem praktischen Wert, beurteilen zu können, wie die Tonwertwiedergabe
eines Bildes vergleichsweise bei Verwendung des nichtorthochromatischen oder eines mehr oder weniger orthochromatischen
Materials gegebenenfalls unter Benutzung von Aufnahmegelbscheiben verschiedenen Grades
ausfällt, um hiernach die Wahl des Negativmaterials mit oder ohne Gelbscheibe zu treffen.
Gegenstand vorliegender Erfindung sind in Ausführung dieses Gedankens Lichtfilter, die
durch entsprechende Dosierung geeigneter Farbstoffe auf die Tonwertwiedergabe entweder
einer bestimmten Plattensorte (oder Filme) oder eines bestimmten Grades der Ortho- >
chromasie des Negativmaterials abgestimmt t sind. Die hierdurch geschaffene Beziehung j
zum Negativmaterial ist ein wesentliches Merkmal des Erfindungsgegenstandes.
Welches Material für die Herstellung ver- j
wendet wird, ist für das Wesen der Erfindung an sich ohne Belang. Es sind auch in der
Masse gefärbte Gläser grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch hat sich gezeigt, daß man
hierbei kaum zu einer feineren Abstimmung gelangen kann, weil nur eine enghegrenzte
Auswahl färbender Zusätze zur \Terfügung steht und die Übereinanderlagerung mehrerer
Farbgläser zur kombinierten Wirkung sehr bald zu Filtern großer Schwärzlichkeit führt, j
Insbesondere ist Kobaltglas für den vorliegenden Zweck ungeeignet, weil es im äußersten
Rot, für das die Platte unempfindlich ist, beträchtliche Durchlässigkeit besitzt, was sich j
beispielsweise bei der Betrachtung eines Landschaftsbildes darin äußert, daß Laubgrün, das
reichlich viel spektrales Rot emittiert, bei der Durchsicht durch ein solches Glas braun bis
dunkelrot erscheint. Dagegen hat sich erge- ■ hen, daß Lichtfilter aus Farbgelatine infolge
der großen Auswahl der hierbei verwendbaren Farbstoffe und der bequemen Dosierung ihrer
Mengenverhältnisse sich so abstimmen lassen, daß der chromatische Charakter einer Plattensorte
weitgehend nachgebildet werden kann. Infolge des hier möglichen vollständigen Aus-Schlusses
von Rot sind solche Filter im Vergleich mit Farbgläsern bei großer Allgemeinhelligkeit
in hohem Maße isochromatisch (d. h. monoton im Kolorit), und zwar auch dann,
wenn außer der bläuen Spektralzone auch noch Grün und Gelb hindurchgelassen werden.
Gleich gute Ergebnisse lassen sich auch mit Filtern aus Farbstoff lösungen erzielen, sie
sind jedoch wegen der fast unumgänglich notwendigen Glaströge in der Herstellung teuer
und im Gebrauch wenig vorteilhaft.
Wie sich im Sinne der vorliegenden Erfindung Farbfilter auf verschiedene Grade ier
Orthochromasie des Negativmaterials abstimmen lassen, und wie sie zweckmäßig zu einem So
Satz zusammengestellt werden können, sei im folgenden an dem Beispiel einer Zusammenstellung
erörtert, die sich auf den Fall der Tonwertwiedergabe durch die gewöhnliche, durch die orthochromatische und durch die
tonrichtige Aufnahme beziehen möge. Als Material ist Farbgelatine gedacht.
Abb. ι zeigt die Absorptionskurve einer mit einem blauen Farbstoff hergestellten Gelatinefolie,
die aber außer Blau auch noch Grün und Gelb hindurchläßt. Als Abszisse ist hierbei
wie üblich die Wellenlänge, als Ordinate die Absorption aufgetragen. Ein Filter dieser Art
entspricht etwa dem Verhalten einer orthochromatischen Handelsplatte von mittlerer
Orthochromasie. Nimmt man den Farbstoff in stärkerer Konzentration, so verschiebt sich
der chromatische Schwerpunkt mehr nach Blau hin, und die Durchlässigkeit für Gelb und
Grün nimmt ab, wählt man die Konzentration 10& des Farbstoffes kleiner, so werden Gelb und
Grün stärker hervorgehoben. Hierdurch läßt sich der Grad der Orthochromasie bereits in
gewissen Grenzen regeln.
In Abb. 2 ist dieser selbe Farbstoff (Kurve a)
mit einem zweiten Farbstoff b kombiniert, der im Gelb und Grün seine größte Absorption besitzt
und demgemäß die vom Filter α noch hindurchgelassenen grünen und gelben Strahlen
hinwegnimmt. Das durch Kombination von α und b entstehende Filter c ist demgemäß
nur noch für den blauen Spektralbezirk durchlässig und entspricht der Tonwertwiedergabe
durch eine Aufnahme mit gewöhnlicher, nichtorthochromatischer Platte. Auch hier sind
feinere Abstufungen durch entsprechende Änderungen der Mengenverhältnisse der beiden
Farbstoffe möglich.
In Abb. 3 ist das Filter» der Abb. 1 kombiniert
mit einem Filter aus einem Farbstoff von der Kurve d, der Blau stärker absorbiert
als Gelb und Grün. Die Kombination e ergibt
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ein Filter, durch das betrachtet Gelb und Grün heller erscheinen als Blau, das also das Bild
so zeigt, wie es durch eine hochorthochromatische Platte oder eine gewöhnlicher Orthochromasie
mit Gelbscheibe auf dem Positiv wiedergegeben wird. Auch hier sind feinere Abstufungen möglich, insbesondere kann -genauer
der Fall der Tonwertwiedergabe, der der natürlichen Empfindung am besten entspricht,
to durch entsprechende Abstimmung verwirklicht werden.
Die Gelatinefolien werden zweckmäßig zwischen Glas beiderseitig gefaßt, lose dazwischengelegt,
gepreßt oder auch verkittet. Die Abb. 4, S und 6 zeigen einige der vielen möglichen
Formen von solchen Fassungen an dem eben ausgeführten Beispiel einer Zusammenstellung
von drei Filtern, die die gewöhnliche, die orthochromatische und die tonrichtige Aufnahme
veranschaulichen.
In Abb. 4 sind die Folien zwischen Glasplatten gelagert, die längs der Umrandung
durch einen Klebestreifen zusammengehalten sind. In Abb. S ist ein Filterhalter gezeichnet,
der nach Art einer Kombinationslupe gebaut ist, in dem etwa das Mittelstück das Filter der
Kurve a, das untere Stück das Zusatzfilter b, das obere Stück das Zusatzfilter d enthält, so
daß die drei Fälle durch das Mittelstück allein bzw. in Verbindung mit je einem der beiden
anderen Stücke verwirklicht werden.
Besonders geeignet für eine rasche Vergleichung ohne jeden Handwechsel ist eine Fassung
nach Art der Abb. 6, bestehend aus zwei Blechen oder Kartonstücken von der Form eines abgerundeten Kreissektors, die die zwischen
Glasplättchen gelagerten Filter zwischen sich aufnehmen und danach in irgendeiner
Weise miteinander fest verbunden werden.
Durch Drehen des Sektors um den Kreismittelpunkt lassen sich die drei Filter nacheinander
vor dem Auge vorbeibewegen.
Die Zahl der Stufen der Orthochromasie eines solchen Satzes von Filtern kann naturgemäß
beliebig vermehrt werden, und es lassen sich die einzelnen Stufen mit Hilfe von Farbnormalien
nach irgendeinem System genauer festlegen. Die Form der resultierenden Kurve eines Kombinationsfilters läßt sich durch die
Wahl der Farbstoffe, durch ihre Anzahl und ihre gegenseitigen Mengenverhältnisse so, weitgehend
variieren, daß man dem chromatischen X'erhalten des Negativmaterials auch in komplizierterem
Sinne zu folgen vermag, indem man insbesondere die Tonwertwiedergabe schmälerer Spektralbereiche, z. B. von_ Gelb
zu Grün, bei der Abstimmung mit berücksichtigt, so daß sich auch das chromatische
Verhalten einer bestimmten Plattensorte mit der für den praktischen Bedarf benötigten
Annäherung nachbilden läßt.
Es ist ferner für das Wesen der Erfindung belanglos, ob die Filter dazu bestimmt sind,
dem Auge vorgeschaltet, der unmittelbaren Bildbeurteilung zu dienen, oder ob sie in Verbindung
mit optischen Systemen, insbesondere photographischen Belichtungsmessern und Suchern
u. dgl., verwendet werden.
Claims (5)
1. Lichtfilter zu photographischen Zwekken, dadurch gekennzeichnet, daß sie durch
genaue Dosierung geeigneter Farbstoffe so abgestimmt sind, daß sie, vor das menschliche
Auge geschaltet, ein farbiges Bild in derjenigen Tonabstufung zur Beobachtung
bringen, mit der dieses bei einer photographischen Aufnahme vermittels einer Platte bestimmten chromatischen Verhaltens
auf dem Positiv zur Abbildung kommt.
2. Lichtfilter nach Anspruch 1, zu einem Satz zusammengestellt, derart, daß die den
Satz bildenden Lichtfilter einzeln oder in Teilkombinationen auf die Tonwertwiedergabe
vermittels durch Negativmaterial verschieden starker Orthochromasie abgestimmt sind, so daß eine vergleichende Beurteilung
der Tonwertwiedergabe des Bildes bei mehr oder weniger orthochromatischer Aufnahme ermöglicht wird.
3. Lichtfiltersatz nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelfilter
auf einem Filterhalter von ungefähr der Form eines Kreissektors nahe der Kreisperipherie
angeordnet sind, so daß sie sich duVch eine Bewegung des Filterhalters um den Kreismittelpunkt bequem vor dem
Auge vorbeibewegen lassen.
4. Lichtfiltersatz nach Anspruch 2 und 3, bestehend aus drei Filtern, von denen das
erste auf die Tonwertwiedergabe einer nichtorthochromatisclien
Platte, das zweite auf diejenige einer orthochromatischen Platte etwa mittlerer Orthochromasie, das dritte
auf die ungefähr tonrichtige Wiedergabe abgestimmt ist, wie sie durch eine gewöhnliche
orthochromatische Platte bei Verwendung einer Gelbscheibe oder durch eine Platte von besonders hoher Orthochromasie
allein vermittelt wird.
5. Lichtfilter nach Anspruch 1 in Verbindung mit einem vor das Auge geschalteten
optischen System (Sucher, Belichtungsmesser u. dgl.).
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DESCH65882D DE383729C (de) | 1922-09-13 | 1922-09-13 | Lichtfilter fuer photographische Zwecke |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DESCH65882D DE383729C (de) | 1922-09-13 | 1922-09-13 | Lichtfilter fuer photographische Zwecke |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE383729C true DE383729C (de) | 1923-10-17 |
Family
ID=7438700
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DESCH65882D Expired DE383729C (de) | 1922-09-13 | 1922-09-13 | Lichtfilter fuer photographische Zwecke |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE383729C (de) |
-
1922
- 1922-09-13 DE DESCH65882D patent/DE383729C/de not_active Expired
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