DE3842860C2 - Verfahren zum Behandeln von mit emulgierten Leichtflüssigkeiten beladenen Abwässern mit zusätzlicher Zwischenstufe - Google Patents

Verfahren zum Behandeln von mit emulgierten Leichtflüssigkeiten beladenen Abwässern mit zusätzlicher Zwischenstufe

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung von mit dispers oder temporär emulgiert verteilten Leichtflüssigkeiten verschmutzen Abwässern. Solche Abwässer fallen insbesondere bei Hochdruck-(HD)-Waschanlagen für Fahrzeuge an Tankstellen, in Kfz-Werkstätten und in Entkonservierungsbetrieben an.
Bei dieser Art der Wäsche werden die abgespülten Leichtflüssigkeiten teilweise in die feinstdisperse oder temporär stabil emulgierte Form übergeführt. Die Abscheidung alleine durch Schwerkraft ist in vertretbarer Zeit nicht möglich. Es gibt für diese Einsatzfälle Schwerkraft-Abscheider, die mit einem koaleszenzfördernden Einsatz ausgestattet sind. Hiermit gelingt es, Leichtflüssigkeiten in einer Tröpfchengröße abzuscheiden, für die die Aufenthaltszeit in normalen Schwerkraft-Abscheidern nicht ausreicht. Bei der stoßweisen Beaufschlagung durch die von den Hochdruckgeräten erzeugten Abwässer können diese Koaleszenz-Abscheider jedoch nicht optimal arbeiten. Temporär emulgierte Leichtflüssigkei­ ten schlagen durch das Koaleszenz-Filtermaterial durch.
Aus der DE 35 21 412 A1 ist eine Abscheideanlage bekannt, bei der dem Leichtflüssig­ keitsabscheider eine über einen Stapelbehälter mit Auslaufregler beschickte Nachreini­ gungsstufe in Form eines Adsorptionsfilters nachgeschaltet ist, der aber nur für eine Grundlast ausgelegt ist. Die Überlast wird unter Umgehung der Nachreinigungsstufe unge­ reinigt abgeleitet. Dies ist der uneffektive Weg zur Behandlung von mit temporär stabilen Emul­ sionen verschmutzten Abwässern.
Die Aufgabe, diese Fehlfunktion des Koaleszenzabscheiders zu vermeiden, wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß der Schwerkraft-Abscheidestufe eine Stapelstufe vorgeschal­ tet ist und daß das in der Stapelstufe aufgefangene Abwasser nach einer für die Vorab­ scheidung ausreichenden Verweilzeit der Abscheidestufe mit aktiver Entleerung im gedros­ selten Chargenbetrieb zugeführt wird. Durch die Verweilzeit in der Stapelstufe wird die tem­ porär stabile Emulsion bereits entstabilisiert und kann sich größtenteils abtrennen. Bei der gedrosselten Entleerung der Stapelstufe wird ein stabiler Betrieb der Koaleszenz-Abscheidestufe erreicht.
Während der Stapelung ist die Koaleszenz-Abscheidestufe selbst ebenfalls als Ruhebehäl­ ter wirksam, so daß auch hier ein Aufschwimmen von demulgierten Leichtflüssigkeiten stattfindet.
Vorzugsweise wird das Abwasser beim Überleiten der Stapelstufe in die Abscheidestufe im Bodenbereich entnommen. Dadurch tritt in der ersten Phase der Entleerung eine Beauf­ schlagung des Koaleszenzfilters mit im wesentlichen verunreinigungsfreiem Abwasser ein. Erst wenn dieses den Koaleszenzfilter passiert und sich eine hydraulisch stabile Durch­ strömung eingestellt hat, fließt das noch mit feinstdispers verteilten Leichtflüssigkeitströpf­ chen verunreinigte Abwasser aus dem oberen Bereich der Stapelstufe in das Filter ein und wird im Koaleszenzfilter behandelt.
In weiterer bevorzugter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Stapel­ stufe durch Heberwirkung entleert. Dies hat auf der einen Seite den Vorteil, daß das Ab­ wasser nach der Vorabscheidung in der Stapelstufe keiner scherenden Beanspruchung durch Pumpen unterworfen wird. Auf der anderen Seite werden mechanische und elektri­ sche Einrichtungen zum Überwachen des Füllstandes in der Stapelstufe entbehrlich. Die Heberentleerung wird selbsttätig beim Erreichen des Höchstfüllstandes ausgelöst. Für den Fall, daß der Zulauf für das selbsttätige Anspringen der Heberentleerung nicht ausreicht, kann vorgesehen werden, einen Wasserschwall zu erzeugen. Der Schwall wird vorzugswei­ se von einem Vollmelder der Stapelstufe ausgelöst. Das Wasser hierfür wird zweckmäßiger­ weise dem Ablauf der Koaleszenz-Abscheidestufe entnommen, der z. B. in einem Pumpen­ sumpf gesammelt wird.
Die Anlage besteht aus einem von einem Bodenablauf 1 beschickten Schlammfang 3, einem Stapelbecken 5, einem Koaleszenzabscheider 7 und einem Pumpensumpf 9 mit nachgeschaltetem Probenahmeschacht 11. Alle Behälter bzw. Becken werden bis zum Pumpensumpf 9 im freien Durchlauf betrieben. Der Schlammfang 3 weist im Zulaufbereich einen Folienstreifenvorhang 13 auf, durch den dem Zulauf die Energie genommen und eine turbulenzfreie Durchströmung erreicht wird. Auch der nachgeschaltete Stapelbehälter 5 enthält einen solchen Vorhang 15. Der Vorhang 15 dient hier dazu, das Abwasser bei leerem Behälter schonend einfließen zu lassen, um die im Schlammfang bereits erreichte Vorabscheidung nicht wieder zu zerstören. Der Auslauf ist als im Bodenbereich ansetzende Heberleitung 17 ausgebildet, die den Behälter im Chargenbetrieb entleert. Das Abwasser erreicht im Stapelbehälter eine große Aufenthaltszeit, so daß hier schon eine gewisse Trennung feinstdisperser Verteilungen und eine Entstabilisierung von temporären Emulsionen stattfindet. Die Heberentleerung wird, wenn der Zufluß hierzu nicht ausreicht, durch einen künstlichen Wasserschwall ausgelöst, der dem Pumpensumpf 9 mittels der Pumpe 19 über das Dreiwegeventil 21 und die Zweigleitung 23 entnommen wird. Ein im Stapelbehälter 5 vorgesehener Füllstandsmesser 25 liefert den Schaltimpuls für die Pumpe und das Ventil. Durch ein Zeitrelais wird der Wasserschwall begrenzt.
Beim Leerhebern gelangt zu Beginn schon im wesentlichen leichtstofffreies Abwasser in den Koaleszenz-Abscheider 7. Der Prallteller 27 sorgt in Verbindung mit dem den Schwimmerablauf 29 umgebenden Koaleszenzfilter 31 dafür, daß sich eine stabile horizontale Pfropfenströmung einstellt. Wenn dann das Abwasser aus dem oberen Bereich des Stapelbehälters 5 eintrifft, wird dieses optimal behandelt. Zuletzt treten auch die Abwässer mit hohem Emulsionsanteil in den Abscheider ein, sie verbleiben dort bis zur nächsten Chargenentleerung des Stapelbehälters und können somit weiter entstabilisieren und aufschwimmen.
Der Koaleszenz-Abscheider 7 hat wie üblich einen Füllstandsmelder 33, der den Anstieg des Spiegels erfaßt, wenn durch Erreichen der Höchstspeichermenge an Leichtflüssigkeit der Schwimmerverschluß 29 abgesperrt hat. Dann wird im Überwachungsgerät 35 durch akustischen und optischen Alarm signalisiert, daß der Abscheider zu entsorgen ist.
Bei normalem Abscheidebetrieb gelangt ein dem Inhalt des Stapelbehälters entsprechendes Abwasservolumen in den Pumpensumpf 9, der mit Min- und Max-Schaltern 37, 39 ausgerüstet ist. Über diese Schalter wird die Pumpe angesteuert. Da vorzugsweise die Volumina von Stapelbehälter 5 und Pumpensumpf 9 übereinstimmen, wird bei jeder Chargenentleerung der Sumpf entleert. Hierbei kann dann im Probenahmeschacht 11 eine Probe geschöpft werden.
Im Fall, daß die Heberpumpe 19 ausfallen sollte, kann der Pumpensumpf als weiterer Stapelbehälter für Abwasser dienen.

Claims (10)

1. Verfahren zur Behandlung von mit dispers oder temporär emulgiert verteilten Leichtflüssigkeiten beladenen Abwässern, insbesondere aus Hochdruck-Waschanlagen stammenden Abwässern, in einer mit durchströmtem Koaleszenz- und/oder Adsorptionsmaterial ausgerüsteten Schwerkraft-Abscheidestufe, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwerkraft-Abscheidestufe (7) eine Stapelstufe (5) vorgeschaltet ist und daß das in der Stapelstufe aufgefangene Abwasser nach einer für die Vorabscheidung ausreichenden Verweilzeit der Abscheidestufe mit aktiver Entleerung im gedrosselten Chargenbetrieb zugeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Stapelstufe (5) eine Vorabscheidung der Abwasserinhaltsstoffe vorgenommen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Abwasser beim Überleiten in die Schwerkraft-Abscheidestufe (7) im Bodenbereich der Stapelstufe (5) entnommen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stapelstufe (5) durch Heberwirkung (17) entleert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Heberentleerung durch einen künstlich erzeugten Schwall ausgelöst wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwall von der Vollmeldung (25) der Stapelstufe (5) ausgelöst wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, bei dem der Ablauf der Abscheidestufe in einen Pumpensumpf geleitet wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Wasser zum Erzeugen des Schwalls dem Pumpensumpf (9) entnommen wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Zulauf in die Stapelstufe (5) energievernichtend gebremst und gespreizt (15) wird.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in der der Stapelstufe (5) vorgeschalteten Abscheidestufe für Sinkstoffe (3) die Sinkstoffe mit Strömungsgleichrichtung abgeschieden werden.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Volumina von Stapelstufe (5) und Pumpenvorlage (9) übereinstimmen und daß bei der Entnahme des in der Pumpenvorlage gesammelten Abwassers eine Abwasserprobe genommen wird.
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