DE3854151T2 - Heutrocknungssystem. - Google Patents

Heutrocknungssystem.

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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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    • F26B9/00Machines or apparatus for drying solid materials or objects at rest or with only local agitation; Domestic airing cupboards
    • F26B9/10Machines or apparatus for drying solid materials or objects at rest or with only local agitation; Domestic airing cupboards in the open air; in pans or tables in rooms; Drying stacks of loose material on floors which may be covered, e.g. by a roof

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Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Trocknen von Heu oder dgl. nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
  • Ein Problem, das bisher durch die Mechanisierung in der Landwirtschaft nur teilweise in Angriff genommen und gelöst wurde, betrifft das Aufnehmen und Behandeln von Heu für die Verfütterung an Zuchtvieh. Die Heuernte kann gegenwärtig mit Hilfe yon Ballenwicklern durchgeführt werden, die das Heu aufnehmen und es für gewöhnlich in zylindrische Ballen pressen, wobei nur wenig Zeit und geringe Kosten notwendig sind. Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden, bei denen das Heu nach der Ernte und dem Transport in loser Form in Räumen getrocknet wird, ist die Heuernte mit nachfolgender Ballenpressung günstiger, weil hierbei die Aufnahme und der Transport des Heus einfacher und kostengünstiger sind. In besonders feuchten und regenreichen Gebieten wird nach wie vor das Heu in loser Form aufgenommen und transportiert, was kompliziert und mit hohen Kosten verbunden ist. Wenn immer möglich, wird das Heu nach dem Mähen auf dem Feld gelassen, um unmittelbar im Freien eine Vortrocknung durchzuführen; danach wird es aufgenommen und in Ballen gepreßt, die im allgemeinen zylindrisch sind. Die Trocknung wird dann in besonders ausgestatteten Räumen beendet. Das im grünen Zustand geerntete Heu hat einen hohen Feuchtigkeitsgehalt. Die Vortrocknung reduziert diese Feuchtigkeit auf einen optimalen Anteil von 30% bis 35%, wobei jedoch im Notfall das Heu sofort gespeichert wird, um es dann vollständig zu trocknen, auch bei einem Feuchtigkeitsgehalt von 60%. In diesem Fall steigen selbstverständlich der Zeitbedarf und die Kosten für die Durchführung des vollständigen Trocknungsverfahrens. Die Notwendigkeit, das Trocknen des geernteten Heus möglichst in kurzer Zeit abzuschließen, ist dadurch begründet, daß nur auf diese Weise das Erntegut ein optimales Viehfutter ist, weil andernfalls ein Abbau der organoleptischen Eigenschaften und der Nährstoffe des Futters stattfindet. Während die Ballenpresse die Heuernte und den Transport wesentlich vereinfacht hat, wurde durch sie das Trocknungsverfahren komplizierter, insbesondere deshalb, weil gepreßtes Heu seine Feuchtigkeit nur sehr schwer abgibt, vor allem aus dem Balleninneren. Wenn diese Feuchtigkeit nicht in möglichst kurzer Zeit reduziert wird, ist eine Fermentation des Heus nicht zu verhindern, wodurch dieses hinsichtlich der organoleptischen Eigenschaften und des Nährstoffgehaltes sehr stark beeinträchtigt wird.
  • Es sind zum Trocknen von gepreßten Heuballen verschiedene Verfahrensvorrichtungen bekannt. Üblicherweise haben diese eine Stützfläche für die im allgemeinen zylindrischen Ballen, gegen welche Luft geleitet wird, die durch ein Gebläse über einen Wärmetauscher zugeführt wird. Der gepreßte Ballen ist in einem geeigneten Behälter aufgenommen, der aus verhältnismäßig schwerem Kunststoff besteht, wobei die Luft zum Trocknen in diesen eingeleitet oder aus diesem abgesaugt wird. Auf diese Weise soll die Luft unmittelbar auf den Ballen einwirken, ohne dabei in die Umgebung zu entweichen. Derartige Einrichtungen sind kompliziert und teuer hinsichtlich Investition, Konstruktion und Betriebskosten. Außerdem haben die Behälter für die Aufnahme der Ballen Metallgriffe für ihre Handhabung, die jedoch die Festigkeit beeinträchtigen, so daß in der Praxis ein Behälter häufig durch einen neuen ersetzt werden muß. Jeder Behälter hat am Boden eine Öffnung und ist fest mit einem Schlauch verbunden, durch den die Luft eingeblasen bzw. abgesaugt wird. Beim Absaugverfahren wird die Umgebungsluft am Boden angesaugt, strömt durch den Ballen und reduziert dabei dessen Feuchtigkeit. Im zuerst genannten Fall wird aufgeheizte Luft verwendet, die bei ihrem Ausströmen aus der Oberseite des Behälters die Feuchtigkeit mitnimmt. In beiden Fällen wird jedoch die durch den Behälter strömende Luft den einfachsten Weg nehmen. Dieser führt nicht notwendigerweise durch den gesamten Ballen, sondern meistens nur durch den Ballenteil, in dem das Heu weniger verdichtet ist oder der sich im direkten Strömungsweg befindet. Im Fall von Lufteinblasung wird beispielsweise der mittlere Bereich des Ballens trockener (besonders im Fall von Ballen mit weichem Kern), während der obere Ballenbereich, der weiter vom Zentrum entfernt ist, durch den Luftstrom nur am Rande erfaßt wird. Ein weiterer Nachteil besteht in der Schwierigkeit, den Ballen beim Einpacken zu bewegen, in den hohen Kosten für den Behälter, in der raschen Abnutzung und schließlich in dem hohen Zeitaufwand für das Verpacken der Ballen und das Auswickeln der Ballen.
  • Ein anderes, vor kurzem eingeführtes System besteht darin, daß der Ballen mit Hilfe eines Bandes aus leichtem Kunststoff eingehüllt wird, der um den Ballen gewickelt wird, so daß dieser hermetisch verschlossen ist. Wenn hierbei eine geringe Luftmenge in der Umhüllung vorhanden ist, wird der Prozeß der Heufermentation reduziert, so daß nur ein geringer Anteil der Nährstoffe im Heu zerstört wird. Mit diesem System werden zwar die Aufnahme des Heus, der Transport und die Lagerung verbessert, aber die Gestehungskosten für die Maschine zum Einhüllen der Ballen sind sehr hoch, wobei hinzukommt, daß das Futter mit anderen Substanzen angereichert werden muß, um ein gutes Viehfutter zu erhalten, weil das Heu aufgrund der partiellen Fermentation einige Nährstoffe nicht enthält.
  • In der DE-A 20 07 296 ist ein System zum Trocknen von Erntegut beschrieben, bei dem eine Vorrichtung eingesetzt ist, die einen Luftsammelraum hat, welcher an seiner Oberseite eben ist. Damit stützt sich die gesamte Grundfläche jedes Ballens auf derselben Fläche ab. Daraus folgt, daß die in den Ballen eintretende Trocknungsluft sofort seitlich wieder ausströmen kann, ohne den Ballen nach oben zu durchdringen. Dieses Risiko ist besonders spürbar bei Ballen mit hartem Kern, kann jedoch auch bei Ballen mit weichem Kern nicht vernachlässigt werden.
  • Die GB-A 1 418 071 betrifft ein System zum Trocknen oder Ventilieren von Futtermitteln, beispielsweise Getreide, Heu oder Kartoffeln, das nicht in Form gepreßter Ballen vorliegt, sondern lose auf Bodenplatten ausgebreitet wird. Jede Bodenplatte hat eine Mehrzahl von Aussparungen, deren Boden einen Sims bildet. In jeder Aussparung befindet sich eine Lochplatte, die auf dem Sims so aufliegt, daß die Lochplatte von einem Fahrzeugrad, das über die Aussparung hinwegfährt, oder durch einen Metallstutzen des Fahrzeugs oder einer für die Bewegung des Futters benötigte Einrichtung nicht berührt werden kann.
  • Der Erfindund liegt die Aufgabe zugrunde, ein System anzugeben, bei dem die gesamte Trocknungsluft gezwungen wird, die untere Stützfläche der Ballen zu beaufschlagen und den Trocknungsprozeß so zu beginnen, daß die Luft durch den Ballen strömt, ohne dabei schon zu Beginn des Trocknungsprozesses wieder herauszuströmen, beispielsweise aus dem unteren Ballenbereich.
  • Diese Aufgabe wird durch die Merkmale im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 gelöst. Dort ist angegeben, daß die äußere Abmessung jedes Ballens größer ist als die Abmessung der entsprechenden Öffnung in der Oberseite des Luftsammelraums, so daß sich der Außenuinfangsbereich der Grundfläche auf der Oberkante der Öffnung abstützt, während der Innenbereich der Grundfläche die Schutzeinrichtung berührt, die unterhalb der Ebene der Oberkante liegt, wodurch sich im unteren Teil des Ballens ein ringsum verlaufender, komprimierter Abschirmbereich ausbildet.
  • Aufgrund der Tatsache, daß der Außenumfangsbereich auf der Oberkante der Öffnung ruht, wird dieser Bereich so komprimiert, daß sich dort eine dichte Packungszone ausbildet, die wie ein Schirm wirkt, der die Luft nach oben leitet.
  • Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen, die in der Zeichnung dargestellt sind. Es zeigen:
  • Figur 1 ein schematisches Blockdiagramm eines Trocknungssystems gemäß der Erfindung,
  • Figur 2 die perspektivische Darstellung eines Elementes für das Trocknungssystem gemäß der Erfindung,
  • Figuren 3 bis 6 Querschnitte durch Heuballen bei unterschiedlichen Betriebsbedingungen, die auf einem in Figur 2 gezeigten Trocknungselement abgestützt sind, und
  • Figur 7 einen schematischen Schnitt durch ein besonderes Trocknungselement gemäß Figur 2.
  • Das in Figur 1 gezeigte System gemäß der Erfindung hat einen Wärmetauscher 1, der mit S bezeichnet ist, ein Gebläse 2, das mit V bezeichnet ist, sowie einen Luftsammelraum 3, der mit P bezeichnet ist. Der Wärmetauscher 1 bildet Mittel für die Behandlung der Luft und kann, was sich später noch ergeben wird, bei bestimmten Gegebenheiten auch fehlen oder nicht benutzt werden, während das Gebläse 2 in der Anlage immer als Funktionskomponente vorhanden sein muß. Wie in Figur 2 angedeutet, hat der Luftsammelraum 3 eine Oberseite 4, die als Abstützebene des Systems dient, unter der die Trocknungsluft eintritt. In die Oberseite 4 sind im allgemeinen kreisförmige Öffnungen 6 eingearbeitet, die eine der Abstützfläche der zu trocknenden Heuballen 7 entsprechende Form haben (Figuren 3 bis 6). Die Fläche der Öffnungen 6 entspricht etwa 80% der Grundfläche jedes Ballens 7. Wenn beispielsweise ein Ballen an seiner Grundfläche einen Durchmesser von 150 cm aufweist, hat die Öffnung 6 einen Durchmesser von etwa 135 cm. Von der Oberseite 4 des Luftsammelraums 3 erstrecken sich in Längsrichtung zwei vertikale Vorderwände 8 und in der Querrichtung zwei vertikale Rückwände 9. Die nach vorn weisende Rückwand 9 hat einen Lufteinlaß 11, der mit einer nicht dargestellten Leitung verbunden werden kann, welche in bekannter Weise an das Gebläse angeschlossen werden kann. Jede Öffnung 6 (Figur 2) in der Oberseite 4 hat einen Einschnitt 12 (vgl. Figuren 3 bis 6), die bezüglich der Ebene der Oberseite 4 begrenzt ist durch ein Gitter 13 (Figur 2), das eine Schutzeinrichtung darstellt, so daß sich ein Traktor auf der Oberseite 4 bewegen kann, um auf jede Öffnung 6 einen Ballen 7 zu legen. Wie später noch erläutert wird, besteht eine andere Aufgabe des Gitters darin, ein Halteelement für die Grundfläche des abgestützten Ballens 4 zu bilden. Die Art und Weise des Zusammenwirkens des Einschnitts 12 mit dem Gitter 13 und der Grundfläche der Ballen 7 wird später noch erläutert.
  • Der Luftsammelraum 3 kann in den Boden eingesetzt oder auf einem Boden eines Raumes abgestützt werden, der zum Sammeln und Trocknen der Ballen dient. Es ist wesentlich, daß die Höhe der Oberseite 4 über der Grundseite des Luftsammelraums 3 zwischen 0,4 m und 1 m liegt. In jedem Fall muß der Luftsammelraum 3 mit Ausnahme an den Öffnungen 6 gut abgedichtet sein. Der Luftsammelraum 3 kann die unterschiedlichsten Formen aufweisen. So kann er beispielsweise nur eine Reihe Öffnungen 6 oder auch zwei Reihen haben. In beiden Fällen kann ein Traktor für den Transport der Ballen 7 den Luftsammelraum 3 beschicken, ohne auf diesem verfahren zu werden; die Gitter 13 können daher so dimensioniert werden, daß sie nur das Gewicht jeweils eines Ballens 4 aufnehmen müssen. Der Luftsammelraum 3 kann auch mehrere Reihen von Öffnungen 6 haben und eine rechteckige oder quadratische Form annehmen. Die Gitter 13 sind innerhalb der Wanddicke der Oberseite 4 des Luftsammelraums 3 befestigt, so daß sich die Einschnitte 12 zwischen der Oberseite 4 und dem Gitter 13 befinden Die Höhe der Einschnitte 12 beträgt etwa 18 cm und wirkt in der Weise, daß sich der mittlere Bereich der Grundfläche eines Ballens 7 auf dem Gitter 13 abstützt, während sich der Außenumfangsbereich dieser Grundfläche noch auf der äußeren Oberfläche der Öffnung 6 abstützt. Wenn in diesem Zustand das Gebläse 2 Luft in den Luftsammelraum 3 drückt, kann die gesamte Trocknungsluft die Grundfläche des Ballens beaufschlagen und dort den Trocknungsprozeß einleiten.
  • Die Abmessungen des Luftsammelraums 3 sollten so gewählt sein, daß der Innendruck etwa 60 mm WS beträgt. Das bedeutet, daß der Druck der Druckluft hinter dem Gebläse zwischen 100 und 120 bis zu 150 mm WS betragen muß. Die Höhe der Wände 8, 9 sollte daher zwischen 0,4 m und 1 m liegen. Unter diesen Bedingungen werden die Ballen 7 auf den Öffnungen 6 von einem Luftstrom beaufschlagt, der in das Innere der Ballen 7 eintritt.
  • Wie bereits erwähnt, kann die Luft aufgeheizt werden oder nicht. Zum Aufheizen der Luft können ein herkömmlicher Wärmetauscher 1, Solartafeln oder eine Wärmepumpe verwendet werden. Es ist unmittelbar einzusehen, daß bei Verwendung von Luft, die auch nur wenige Grade wärmer als die Umgebungstemperatur ist, der Trocknungsprozeß beschleunigt wird. Dieses Erfordernis kann sich als notwendig erweisen, wenn der Feuchtigkeitsgehalt im aufgenommenen und gepreßten Heu sehr groß ist. Wenn beispielsweise dieser Feuchtigkeitsgehalt in der Größenordnung von 60 % liegt, ergibt sich die Notwendigkeit eines größeren Zeitaufwandes, eines höheren Luftdrucks, eines größeren Luftvolumens und einer stärker aufgeheizten Luft, um den Trocknungsprozeß innerhalb einer Zeitspanne abschließen zu können, damit eine Fermentation des Heus und damit eine Qualitätseinbuße vermieden wird. In der Praxis kann man bei einer Feuchtigkeit von 40 % des Heus Luft mit Umgebungstemperatur in den Luftsammelraum 3 einleiten, sofern die relative Feuchtigkeit unter 50 bis 55 % bleibt. Wenn der Trocknungsprozeß nicht zu lange dauern soll, insbesondere dann, wenn viele Ballen behandelt werden müssen, ergibt sich die Notwendigkeit, den Luftdurchfluß einzustellen. Wenn hingegen die relative Feuchtigkeit des Heus über 40 % liegt, müssen zwei Faktoren berücksichtigt werden: die relative Luftfeuchtigkeit und das Luftvolumen. Es muß daher die Luft vor ihrer Einleitung in den Luftsammelraum 3 vorgewärmt werden, wobei aber auch das Luftvolumen entsprechend dosiert werden muß, weil einem größeren Luftvolumen eine größere Luftaufheizung enspricht, wenn deren Feuchtigkeit über 50 bis 55 % liegt bei gleichbleibender Zeit für den Abschluß der Trocknung d. h. bis zu dem Moment, in dem das Heu eine Restf euchte von 17 bis 18 % erreicht hat. Es ist zu berücksichtigen, daß zum Trocknen von Heuballen mit z. B. 50 % relativer Feuchtigkeit etwa 45 Stunden benötigt werden, um die Trocknung abzuschließen, während für Ballen mit einer Feuchtigkeit von 30 bis 35 % etwa 24 Stunden genügen. Für jedes Grad über der Umgebungstemperatur verringert sich die Luftfeuchtigkeit um 5 % und damit auch die Zeit für den Abschluß der Trocknung.
  • Das System gemäß der Erfindung eignet sich nicht nur zum Trocknen von Heuballen, sondern auch von Strohballen aus Weizen, Gerste, Hafer, Reis, Soja oder von Maisstengeln. Ferner können Ballenpressen eingesetzt werden, um wenigstens zwei unterschiedliche Ballenarten herzustellen, nämlich Ballen mit weichem Kern und solche mit hartem Kern. Damit der Trocknungsprozeß wirtschaftlich ist und mit Erfolg zum Abschluß gebracht werden kann, sollte die Luft, die aus jeder Öffnung 6 strömt, den gesamten Ballen erfassen und dabei nicht nur den Weg des geringsten Widerstandes nehmen, vor allem dann nicht, wenn in dem Ballen auf dem Strömungspfad Material geringerer Feuchtigkeit als in anderen Ballenbereichen ist. Im Fall von Ballen mit weichem Kern ist die Luft nämlich bestrebt, den Ballen vorzugsweise in axialer Richtung zu durchströmen, wo das Material weniger komprimiert und auch weniger feucht ist. Der äußere Ballenbereich, der stärker komprimiert ist, bildet hierbei eine Art Schutzschild gegen das Eindringen von Feuchtigkeit aus Regenwasser oder dgl. Im Falle von Ballen mit weichem Kern empfielt es sich daher, gemäß Figur 4 einen Deckel 14 aufzusetzen, der im wesentlichen kreisförmig ist und einen etwas größeren Durchmesser als die kreisförmige Oberseite des Ballens hat. Der Deckel 14 besteht aus einem gepreßten Material mit einer Dicke von nicht weniger als 3 cm. Dieser Deckel 14 wirkt als Abschirmmittel und beschleunigt den Abschluß des Trocknungsprozesses, insbesondere bei Ballen mit weichem Kern. Wenn nämlich der Deckel 14 nicht aufgesetzt würde, hätte die Luft nach dem Einströmen über die Öffnung 6 einen im wesentlichen vertikalen und zentralen Verlauf innerhalb des Ballens 7, so daß dessen Außenbereich nicht berührt würde und damit feucht bliebe. Bei aufgesetztem Deckel 14 ist die Luft hingegen gezwungen, den in der Figur gezeigten Verlauf zu nehmen und dabei auch den peripheren Bereich des Ballens zu erfassen, um die darin enthaltene Feuchtigkeit abzuführen.
  • Der Deckel 14 besteht aus einem gepreßten Werkstoff mit einer Dicke nicht unter 3 cm und ist ausreichend schwer, so daß er sich auf der gesamten Oberseite des Ballens abstützen kann. Gemäß Figur 5 kann der Deckel 14 einen umlaufenden Ring 16 haben, der aus Kunststoff besteht, am Deckel 16 befestigt ist und dessen Höhe zwischen 15 und 20 cm liegt . Der Ring 16 hat die Wirkung, daß sich im oberen Bereich des Ballens eine Luftzone ausbildet, deren Druck etwas größer ist als der Druck der Luft, die durch den Ballen strömt. Die durch den mittleren Teil des Ballens strömende Luft steigt nach oben, trifft auf diese obere Zone, tritt nur teilweise in diese ein und strömt über die Unterkante des Ringes 16 aus, während der andere Teil der Luft über den unteren und äußeren Bereich des Ballens abströmt. Auf diese Weise wird der Trocknungsprozeß erheblich beschleunigt und über den ganzen Innenbereich des Ballens gleichförmig abgeschlossen. Es empfiehlt sich, den Deckel 14 mit Ring 16 bereits zu Beginn des Trocknungsprozesses auf den Ballen mit weichem Kern aufzusetzen und nicht erst nach Beginn des Verfahrens. Auf diese Weise wärmt sich das Heu im Außenbereich des Ballens bereits auf und verliert teilweise seine Nährstoffe aufgrund der fehlenden Luft, weil der bevorzugte Strömungpfad den Mittelbereich des Ballens erfaßt.
  • Im Falle von Ballen mit hartem Kern ergeben sich andere Probleme. Über das Gitter 13 strömt die Trocknungsluft vorzugsweise durch den äußeren zylindrischen Teil des Ballens, aber auch durch den mittleren Bereich, der aufgrund seiner stärkeren Komprimierung im allgemeinen weniger feucht ist. Aus diesem Grund wird gemäß Figur 6 eine Scheibe 17 auf das Gitter 13 gelegt, wodurch ein Abschirmmittel zur Verfügung steht, in das eine Reihe von kleinen, nicht dargestellten Bohrungen eingearbeitet sein kann für Fälle, in denen der axiale Mittelbereich des Ballens zu elimierende Feuchtigkeit enthält. Auf diese Weise kann der Trocknungsprozeß eines Ballens mit weichem Kern rascher durchgeführt werden.
  • Figur 7 zeigt eine bevorzugte Gestaltung des Luftsammelraums 3, mit deren Hilfe der Trocknungsprozeß beschleunigt und für alle auf dem Luftsammelraurn 3 stehenden Ballen gleichmäßig durchgeführt werden kann. Insbesondere bei Luftsammelräumen 3, deren Länge wesentlich größer als die Breite ist, erzeugt die durch den Einlaß 11 einströmende Luft im Inneren einen Druck, der im Bereich gegenüber dem Lufteinlaß 11 größer ist, während sich an den Öffnungen 6 in der Nähe des Lufteinlasses 11 ein geringerer Druck einstellt. Das hat zur Folge, daß die Ballen am Ende des Luftsammelraums 3 rascher trocknen als die Ballen in der Nähe des Lufteinlasses 11. Um diesen Nachteil zu vermeiden, hat gemäß Figur 7 der Luftsammelraum 3 eine Oberseite 18, die bezüglich der Unterseite geneigt ist, so daß der nutzbare Querschnitt am Eingang im Bereich des Lufteinlasses 11 eine Höhe von etwa 40 cm hat, um allmählich auf 50 cm im Bereich des hinteren Endes anzusteigen. Mit dieser Maßnahme der geneigten Oberseite 18 wird eine Nivellierung des Luftdrucks innerhalb des Luftsammelraums 3 gebildet.
  • Abschließend kann zusammengefaßt werden, daß das System gemäß der Erfindung sehr kostengünstig ist, weil es auch im Freien eingesetzt werden kann, wobei ein Schutz durch ein einfaches Dach genügt, das von vier oder mehr Stützen getragen wird, ohne daß zur Abschirmung des Trocknungsbereiches Wände nötig sind. Ein derartiges Dach kann auf ein einfaches Verdeck aus Kunststoff reduziert werden, welches mühelos entfernt werden kann, um die Ballen auf den Luftsammelraum zu stellen. Danach wird es über die Ballen gelegt, so daß es deren Oberseiten direkt berührt.
  • Die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten gemäß der Beschreibung stellen ein System gemäß der Erfindung zur Verfügung, das eine billige, schnelle und komplette Trocknung ermöglicht, wobei die auf diese Weise behandelten Heuballen alle Nährstoffanteile für Viehfutter enthalten.

Claims (5)

1. Verfahren zum Trocknen von Heu oder dergleichen wie Stroh, Getreidestengel und andere Anbaurestprodukte, die in Form gepreßter Ballen mit im wesentlichen kreisförmiger Grundfläche vorliegen, wobei der Druck innerhalb der Ballen im wesentlichen gleichmäßig oder von innen nach außen abnehmend oder zunehmend verteilt ist, so daß die Ballen eine gleichmäßige Packungsdichte bzw. einen harten Kern bzw. einen weichen Kern haben, wobei in dem Verfahren ein Luftstrom durch einen Luftsammelraum (3) zu in der Oberseite des Luftsammelraums (3) angebrachten Öffnungen (6) geleitet wird, die durch Schutzeinrichtungen (13) abgedeckt sind, auf denen sich die Grundfläche jedes Ballens (7) abstützt, dadurch gekennzeichnet, daß die äußere Abmessung jedes Ballens (7) größer ist als die Abmessung der entsprechenden Öffnung (6) in der Oberseite (4) des Luftsammelraums (3), so daß sich der Außenumfangsbereich der Grundfläche auf der Oberkante der Öffnung (6) abstützt, während der Innenbereich der Grundfläche die Schutzeinrichtung (13) berührt, die unterhalb der Ebene der Oberkante liegt, wodurch sich im unteren Teil des Ballens (7) ein ringsum verlaufender, komprimierter Abschirmbereich ausbildet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß weitere Abschirmmittel (14) eingesetzt werden, die die Oberseite jedes Ballens (7) abdecken können und deren Durchmesser größer als der Durchmesser der Oberseite des Ballens (7) ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 für die Trocknung von Ballen mit weichem Kern, dadurch gekennzeichnet, daß auf die Schutzeinrichtung (13) ein den Luftstrom unterbrechendes Sperrelement (17) gelegt wird, so daß die Trocknungsluft überwiegend durch den äußeren Umfangsbereich des Ballens (7) strömt und dadurch den Trocknungsprozeß beschleunigt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Mittel (18) zur Nivellierung des Luftdrucks innerhalb des Luftsammelraums (3) vorgesehen sind, die darin bestehen, daß die Oberseite (4) des Luftsammelraums (3) zu dessen Boden in einer solchen Weise geneigt verläuft, daß der Luftdruck in dem Luftsammelraum (3) in dessen Längsrichtung im wesentlichen gleichmäßig ist, so daß der Zeitbedarf zum vollständigen Trocknen für alle sich auf den Öffnungen (6) abstützende Ballen (7) im wesentlichen gleich ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftsammelraum (3) an seiner den Lufteinlaß (11) aufweisenden Vorderwand (8) eine Höhe von etwa 0,4 m hat, die bis zur gegenüberliegenden Rückwand (9) auf etwa 1m ansteigt, so daß der Innendruck in dem Luftsammelraum (3) gleichmäßig etwa 60 mm WS beträgt.
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