DE3854483T2 - Polyarylenthioäther-Zusammensetzung. - Google Patents

Polyarylenthioäther-Zusammensetzung.

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Description

  • Die Erfindung betrifft Polyarylenthioether-Zusammensetzungen ("polyarylenthioether" wird nachstehend als "PATE" bezeichnet).
  • PATE ist ein als wärmebeständiges, chemikalienbeständiges und flammfestes thermoplastisches Harz entwickelt worden. Da PATE kristallin ist, kann er als Schmelze verarbeitet werden, beispielsweise durch Spritzgießen oder Extrusion. Eine charakteristische Eigenschaft von aus PATE erhaltenen Formkörpern ist, daß sie ausgezeichnete physikalische Eigenschaften wie Dimensionsstabilität, Festigkeit, Härte und Isoliereigenschaften aufweisen.
  • Indem man diese charakteristischen Eigenschaften nutzt, wird PATE beispielsweise in der Elektrotechnik, der Elektronik, der Kraftfahrzeugtechnik, der Luftfahrttechnik, bei Präzisionsmaschinen und in der chemischen Technik eingesetzt.
  • Herkömmlicher PATE hat den Nachteil, daß die Kristallisationsrate niedrig ist. Dies führt oft zu groben Sphärolithen. wegen dieses Nachteils treten bei der Verarbeitung von PATE beispielsweise durch Spritzgießen Probleme auf, die zu praktischen physikalischen Mängeln wie lange dauernden Formzyklen, dem Auftreten von zahlreichen Graten und schlechten mechanischen Eigenschaften der Formkörper führen.
  • Zur Behebung dieser Mängel kann die Verwendung eines Keimbildners in Betracht gezogen werden. Nach bisheriger Kenntnis gibt es jedoch kein derartiges Mittel, das bei allen kristallinen Polymeren wirksam ist, wobei es mit Sicherheit kein für PATE wirksames Mittel gibt.
  • Als Ergebnis ausgedehnter erfindungsgemäßer Forschungen nach einem für PATE wirksamen Keimbildner wurde gefunden, daß Kaolin verbessernd auf die Kristallisationsrate wirkt und die Sphärolithe mikronisiert.
  • Die Erfindung beruht auf diesen Erkenntnissen.
  • Die Erfindung betrifft eine Polyarylenthioether-Zusammensetzung, die als Hauptbestandteil einen Polyarylenthioether mit einer wiederkehrenden Einheit
  • enthält und dadurch gekennzeichnet ist, daß die Zusammensetzung, bezogen auf 100 Gewichtsteile des Polyarylenthioethers, 0,001 bis 10 Gewichtsteile Kaolin mit einem durchschnittlichen Teilchendurchmesser von 0,03 bis 2 um enthält.
  • Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zur Herstellung eines Polyarylenthioether enthaltenden Formkörpers, das dadurch gekennzeichnet ist, daß eine Zusammensetzung, wie sie oben definiert ist, spritzgegossen wird.
  • Die Zusammensetzung kann weiter 0,01 bis 300 Gewichtsteile eines von Kaolin verschiedenen anorganischen Füllstoffs und/oder eines faserförmigen Füllstoffs auf 100 Teile des Polyarylenthioethers enthalten.
  • Die PATE-Zusammensetzung nach der Erfindung hat eine hohe Kristallisationsrate, bildet eine Struktur mit winzigen Sphärolithen, hat einen kurzen Schmelzformzyklus, führt nur zu einer geringen Menge von Graten und ergibt Formkörper mit ausgezeichneten mechanischen Eigenschaften.
  • Die 50 %-Kristallisationsrate τ1/2 der erfindungsgemäßen Zusammensetzung bei 250ºC beträgt nicht mehr als 1/3 des kein Kaolin enthaltenden PATE.
  • Die Zusammensetzung nach der Erfindung hat die charakteristische Eigenschaft, daß sie eine hohe Kristallisationsrate hat und eine Struktur mit winzigen Sphärolithen bildet, so daß sie vorteilhaft für verschiedene Verarbeitungsarten wie Extrusion, Aufblähformen, Spritzgießen, Formpressen und Blasformen einsetzbar ist. Von diesen Verarbeitungsarten wird vorzugsweise das Spritzgießen angewandt.
  • Obwohl PATE-Polymere im allgemeinen ein Gemisch von wiederkehrenden Einheiten der Formel (Ar - S) enthalten, worin Ar eine Arylengruppe ist, hat der erfindungsgemäß verwendete PATE p-Phenylengruppen als Hauptbestandteil.
  • Die Bezeichnung "hat p-Phenylengruppen als Hauptbestandteil" bedeutet, daß der PATE p-Phenylengruppen in einer Menge von nicht weniger als 60 Mol-%, vorzugsweise nicht weniger als 75 Mol-%, von allen Arylengruppen enthält.
  • PATE mit der p-Phenylengruppe als Hauptbestandteil ist vom Gesichtspunkt der physikalischen Eigenschaften der Zusammensetzung wie Wärmebeständigkeit, Verformbarkeit und mechanischen Eigenschaften zu bevorzugen.
  • Als von der p-Phenylengruppe verschiedene Arylengruppe als Hauptbestandteil können eine m-Phenylengruppe
  • eine o-Phenylengruppe
  • eine alkylsubstituierte Phenylengruppe
  • (wobei R eine Alkylgruppe, vorzugsweise eine niedere Alkylgruppe, und n eine ganze Zahl von 1 bis 4 ist), eine p,p'-Diphenylensulfongruppe
  • eine p,p'-Biphenylengruppe
  • eine p,p'-Diphenylenethergruppe
  • eine p,p'-Diphenylencarbonylgruppe
  • oder eine Naphthalingruppe
  • verwendet werden.
  • Aus der Sicht der Verarbeitbarkeit ist ein copolymer, das verschiedene Arten von wiederkehrenden Einheiten enthält, gegenüber einem Homopolymer, das aus nur einer wiederkehrenden Einheit
  • besteht, zu bevorzugen. Als Copolymer ist ein solches von
  • und
  • bevorzugt.
  • Insbesondere sind solche, die die wiederkehrenden Einheiten in Blockform enthalten, gegenüber solchen, die sie in statistischer Form enthalten (beispielsweise wie in EP-A-166451 beschrieben) bevorzugt, weil das Blockcopolymer deutlich überlegene physikalische Eigenschaften (beispielsweise Wärmebeständigkeit und mechanische Eigenschaften) aufweist, wenn auch die Blockcopolymeren und die statistischen copolymeren in ihrer Verarbeitbarkeit im wesentlichen gleich sind. In dem Blockcopolymer sind 5 bis 50 Mol-% der wiederkehrenden Einheit
  • bevorzugt und 10 bis 25 Mol-% besonders bevorzugt.
  • Als PATE nach der Erfindung sind solche mit einer weitgehend linearen Struktur im Hinblick auf die Verarbeitbarkeit und auf die physikalischen Eigenschaften bevorzugt. Die Bezeichnung "solche mit weitgehend linearer Struktur" bedeutet nicht ein Polymer, das durch Härten wie Oxidation oder thermische Vernetzung erhalten ist, sondern ein Polymer, das durch Kondensatiqnspolymerisation eines Monomeren, das als Hauptkörper im wesentlichen ein bifunktionelles Monomer hat, erhalten ist.
  • Jedoch ist innerhalb eines Bereiches, in dem die physikalischen Eigenschaften der Formkörper nicht verschlechtert werden, ein vernetzter PATE, der unter Verwendung einer sehr kleinen Menge eines Vernetzungsmittels (beispielsweise 1,2,4-Trihalogenbenzol) während der Polymerisation erhalten ist, zulässig. Als erfindungsgemäßer PATE ist ein solcher, der nicht thermisch vernetzt ist, bevorzugt. Da ein erfindungsgemäßer PATE, der thermisch vernetzt ist, viele verzweigte und vernetzte Strukturen aufweist, haben die daraus hergestellten Formkörper schlechte mechanische Eigenschaften und können schwer gefärbt werden, und die Wärmestabilität der Zusammensetzung während der Verarbeitung in der Schmelze ist sehr gering. Deshalb ist ein solcher PATE aus der Sicht der physikalischen Eigenschaften und der Verarbeitbarkeit der Zusammensetzung sowie der physikalischen Eigenschaften der Formkörper nicht bevorzugt.
  • Als erfindungsgemäßer PATE ist ein solcher mit einem Schmelzpunkt über 250ºC bevorzugt. Wenn der Schmelzpunkt unterhalb von 250ºC liegt, ist die wichtigste charakteristische Eigenschaft als wärmebeständiges Polymer verschlechtert.
  • Ein erfindungsgemäß günstiger PATE kann im allgemeinen hergestellt werden, indem man ein Alkalimetallsulfid (beispielsweise Natriumsulfid) und eine halogenaromatische Verbindung, die hauptsächlich aus p-Dihalogenbenzol besteht, einer Enthalogenisierungs- und Sulfidierungsreaktion in einem aprotischen organischen polaren Lösungsmittel (beispielsweise N-Methylpyrrolidon) unterzieht. Ein derartiger PATE kann auf wirtschaftliche Weise durch das in US-A-4,645,826 beschriebene Verfahren hergestellt werden. Als weiteres Verfahren kann das Verfahren zur Herstellung eines PATE mit hohem Molekulargewicht durch Zusetzen einer großen Menge eines Polymerisationshilfsmittels wie Carbonsäuresalzen angewandt werden (vgl. US-A-3,919,177). Das letztere Verfahren ist jedoch aus wirtschaftlicher Sicht nachteilig.
  • Kaolin ist ein Aluminiumsilicat-Hydrat der chemischen Grundformel Al&sub2;Si&sub2;O&sub5;(OH)4 nH&sub2;O, wobei seine typische chemische Zusammensetzung wie folgt ist:
  • SiO&sub2;: 42 bis 55 %, CaO: 0 bis 1 %,
  • Al&sub2;O&sub3;: 37 bis 45 %, MgO: 0 bis 0,3 %,
  • TiO&sub2;: 0 bis 3 %, K&sub2;O: 0 bis 0,5 %,
  • Fe&sub2;O&sub3;: 0 bis 1 % und Na&sub2;O: 0 bis 0,6 %.
  • Als erfindungsgemäß verwendetes Kaolin kann ein handelsübliches Kaolin oder daraus hergestelltes pulverisiertes Produkt eingesetzt werden. Die Menge an zugesetztem Kaolin beträgt 0,001 bis 10 Gewichtsteile, vorzugsweise 0,01 bis 8 Gewichtsteile, und stärker bevorzugt 0,01 bis 5 Gewichtsteile, auf 100 Gewichtsteile des PATE. Wenn Kaolin in einer Menge von weniger als 0,001 Gewichtsteilen anwesend ist, ist die Wirkung als Keimbildner gering, während in dem Fall, daß Kaolin in einer Menge von mehr als 10 Gewichtsteilen anwesend ist, die Wirkung im Verhältnis zu der zugesetzten Kaolinmenge nicht mehr verbessert wird. Ein Zusatz von mehr als 10 Gewichtsteilen Kaolin ist sinnlos.
  • Der Zusatz von Kaolin kann auf beliebige Weise vorgenommen werden. Beispielsweise gibt es die Verfahren des Zusatzes von Kaolinpulver zu einem pulverförmigen PATE, des Zusatzes von Kaolin während der Verformung des PATE und des Zusatzes von Kaolin zu einer Aufschlämmung von PATE-Polymer nach der Polymerisationsstufe und Dehydratisieren und Trocknen des Gemisches. Weiter gibt es ein Verfahren, bei dem Kaolin in einer Menge, die größer ist als die vorbestimmte Menge, mit PATE vereinigt wird, wobei eine sogenannte Vormischung gebildet wird, die mit PATE verknetet wird. So kann leicht eine Zusammensetzung erhalten werden, die Kaolin in vorbestimmter Konzentration bei gleichmäßiger Verteilung enthält.
  • Da die Dispergierbarkeit in PATE und folglich die Keimbildungswirkung umso höher ist, je feiner das Kaolinpulver ist, ist es erwünscht, ein Kaolin mit einem durchschnittlichen Durchmesser von nicht mehr als 2 um, vorzugsweise nicht mehr als 1,5 um, stärker bevorzugt bis zu 1 um, zu verwenden. Wenn der durchschnittliche Teilchendurchmesser des Kaolins größer als 2 um ist, ist seine Wirkung als Keimbildner gering. Wenn der mittlere Teilchendurchmesser nicht größer als 0,03 um ist, ist es schwierig, das Kaolin zu handhaben, und für die Vermischung mit PATE ist eine lange Zeit erforderlich. Der mittlere Teilchendurchmesser wird durch ein Teilchengrößenverteilungs-Prüfgerät vom Zentrifugalsedimentations-Typ (hergestellt von SHIMAZU SEISAKUSHO, Ltd., Modell SA-CP-20) gemessen.
  • Die erfindungsgemäße Zusammensetzung enthält PATE, Kaolin als Keimbildner und, falls notwendig, einen Füllstoff.
  • Der Ausdruck "enthält" bedeutet, daß die Zusammensetzung eine oder mehrere ergänzende Komponenten enthalten kann, wenn der Zusatz der Komponente nicht im Widerspruch zu dem erfindungsgemäßen Zweck steht (Einzelheiten werden später erläutert).
  • Die Zusammensetzung nach der Erfindung umfaßt nicht nur das Material, das durch Mischen der jeweils pulverförmigen Komponenten gebildet wird, sondern auch das Material, bei dem die Harzkomponente in dem aus ihrer Schmelze gebildeten zusammenhängendem Zustand vorliegt. Der zusammenhängende Zustand ist typisch und bedeutet im allgemeinen Pellets. Der pulverförmige Zustand der Zusammensetzung kann erreicht werden, indem alle Komponenten in einem Mixer, einem Mischer oder einer Mühle gleichmäßig vermischt werden.
  • Kaolin wird erfindungsgemäß als Keimbildner eingesetzt. Die erfindungsgemäße Zusammensetzung ist dadurch gekennzeichnet, daß die 50 %-Kristallisationszeit τ1/2 (bei 250ºC) nicht größer als 1/3, gewöhnlich nicht größer als 1/5, der einer Zusammensetzung ohne Kaolin ist. Das Verfahren zum Ermitteln der 50 %-Kristallisationszeit τ1/2 wird später in den Beispielen erläutert.
  • Nachfolgend werden nun die ergänzenden Komponenten beschrieben.
  • Obwohl die erfindungsgemäße PATE-Zusammensetzung allein in verschiedenen Verarbeitungsverfahren in der Schmelze eingesetzt werden kann, kann sie auch als Zusammensetzung verwendet werden, die hergestellt ist durch weiteres Beifügen von (i) faserförmigen Füllstoffen wie Glasfasern, Kohlenstoffasern, Siliciumdioxidfasern, Aluminiumoxidfasern, Siliciumcarbidfasern, Zirconiumoxidfasern, Calciumtitanatfasern, Wollastonit, Calciumsulfatfasern oder Aramidfasern und/oder (ii) anorganischen pulverförmigen Füllstoffen, welche Talkum, Glimmer, Ton, Calciumcarbonat, Magnesiumcarbonat, Calciumsilicat, Magnesiumsilicat, Sihciumdioxid, Aluminiumoxid, Titanweiß, Ruß, Calciumsulfat, Eisenoxid, Zinkoxid oder Kupferoxid sind.
  • Die PATE-zusammensetzung nach der Erfindung kann als Zusammensetzungskomponente von einer oder mehreren Arten von Materialien, ausgewählt aus der aus (iii) von PATE verschiedenen synthetischen Harzen, wie Polyolefin, Polyeser, Polyamid, Polyimid, Polyetherimid, Polycarbonat, Polyethersulfon, Polyetherketon, Polyetheretherketon, Polyarylen, Polyacetal, Polyvinyhdenfluorid, Polytetrafluorethylen, Polystyrol, ABS-Harz, Epoxyharz, Urethanharz, Siliconharz und Phenolharz, oder (iv) Elastomeren wie Polyolefinkautschuk, Fluorkautschuk, Siliconkautschuk, hydriertem SBR, Butylkautschuk Polyesterkautschuken oder Polyamidkautschuken, ausgewählten Gruppe, verwendet werden.
  • Falls notwendig, können zu der Zusammensetzung ein oder mehrere Zusatzstoffe wie Kupplungsmittel, Antioxidationsmittel, Farbmittel, ultraviolettabsorber und Wachs zugesetzt, werden.
  • Um die charakteristischen Eigenschaften der erfindungsgemäßen Zusammensetzung aufrechtzuerhalten, ist es bevorzugt, daß der PATE darin in einer Menge von mindestens nicht weniger als 25 Gew.-%, stärker bevorzugt nicht weniger als 30 Gew.-%, und besonders bevorzugt nicht weniger als 50 Gew.-% enthalten ist.
  • Ein konkretes Beispiel für eine Zusammensetzung ist eine solche, die hergestellt ist durch Vereinigen von 0,001 bis 10 Gewichtsteilen Kaolin, 0,1 bis 300 Gewichtsteilen eines anorganischen Füllstoffs [oben unter (i)] und/oder eines faserförmigen Füllstoffs [oben unter (ii)] mit 100 Gewichtsteilen PATE mit der wiederkehrenden Einheit
  • als Hauptbestandteil. Es versteht sich, daß die Zusammensetzung weiter ein syn thetisches Harz [oben unter (iii)] und/oder ein Elastomer [oben unter (iv)] enthalten kann.
  • Die erfindungsgemäße PATE-Zusammensetzung (einschließlich den zusammengesetzten) kann auf zahlreichen Gebieten eingesetzt werden, wobei ihre vorteilhaften charakteristischen Eigenschaften genutzt werden, wie hohe Kristallisationsrate und Aufbau aus winzigen Sphärolithen. Beispielsweise wird die Zusammensetzung vorteilhaft bei der Herstellung von verschiedenen Formkörpern durch Spritzgießen und für Platten, Folien, Röhren, Fasern, beispielsweise durch Extrusion, eingesetzt. Wegen des charakteristischen Merkmals, d.h. eines kurzen Formzyklus, ist das Spritzgießen besonders günstig.
  • BEISPIELE Verfahren zur Bewertung der spezifischen Merkmale der Zusammensetzung: (1) Messung der Kristallisationsrate
  • Die 50 %-Kristallisationszeit τ1/2 einer Zusammensetzung wurde mit einer DSC 7-Meßvorrichtung (hergestellt von Perkin-Elmer Co.) auf herkömmliche Weise gemessen [es wird beispielsweise auf "KOBUNSHI KAGAKU", 25 155 (1968) hingewiesen]. Die Meßbedingungen waren wie folgt:
  • Nachdem jede Probenplatte 20 Sekunden auf 320ºC erhitzt worden war, wurde die erhitzte Probenplatte 10 Sekunden unter einem Druck von 50 kg/cm² G gehalten und dann in Eiswasser gegeben, wodurch eine rasch gekühlte Preßplatte erhalten wurde (nachstehend als "rasch gekühlte Preßplatte" bezeichnet).
  • Nachdem etwa 5 mg einer rasch gekühlten Preßplattenprobe 1 Minute bei 340ºC unter einem Stickstoffstrom geschmolzen worden waren, wurde die geschmolzene Probe rasch auf ihre Kristallisationstemperatur gekühlt, wodurch eine Kristallisations-Isothermenkurve der Probe bei dieser Temperatur erhalten wurde.
  • Aus der Kristallisations-Isothermenkurve wird τ1/2, welches die Zeit ist, die erforderlich ist, daß die Hälfte (1/2) der kristallisierbaren Komponente bei 250ºC kristallisiert, erhalten. Je kürzer die 50 %-Kristallisationszeit ist, desto höher ist die Kristallisationsrate.
  • (2) Messung der Sphärolithpröße
  • Nachdem eine rasch gekühlte Preßplattenprobe 1 Minute bei 340ºC unter einer Stickstoffatmosphäre in geschmolzenem Zustand gehalten worden war, wurde die Probe zur isothermischen Kristallisation rasch auf 250ºC abgekühlt. Die Größe der Sphärolithe, als sie bei 250ºC miteinander zusammenstießen, wurde mit einem Polarisationsmikroskop mit Heizplatte (Kühl- und Heißvorrichtung für ein Mikroskop, hergestellt von Lincom Co., Modell TH-600) gemessen.
  • BEISPIEL 1
  • In einen Autoklaven wurden 37,3 kg Natriumsulfid-Hydrat (Reinheit 46,1 %) und 100 kg N-Methylpyrrolidon (NMP) gegeben und der Autoklavinhalt auf 190ºC erhitzt, wobei 14,3 kg Wasser und 4,06 kg NMP abdestilliert wurden. Dann wurden 35,7 kg p-Dichlorbenzol dazugegeben und 3 Stunden bei 220ºC polymensiert.
  • Dann wurden 7,7 kg Wasser dazugegeben und die Temperatur auf 260ºC erhöht, um 1 Stunde zu polymerisieren.
  • Nachdem das gebildete Polymer aus dem Reaktionsgemisch durch Sieben und Waschen des abgetrennten Polymeren mit Methanol, Wasser, einer 2 %igen wäßrigen NH&sub4;Cl-Lösung und Wasser abgetrennt worden war, wurde das gewaschene Polymer getrocknet, wodurch ein PATE-Polymer erhalten wurde.
  • Die scheinbare Schmelzviskosität des erhaltenen PATE-Polymeren bei 310ºC und einer Scherrate von 10000 s&supmin;¹ betrug 30 Poise.
  • Zu 100 Gewichtsteilen eines Pulvers des Polymeren wurde 1,0 Gewichtsteil von jedem der in Tabelle 1 angegebenen Zusatzstoffe zugesetzt, die Gemische in einem Henschelmischer gemischt und in einem Extruder (hergestellt von PLABOR Co., Modell BT-30) zu Pellets extrudiert.
  • Die Ergebnisse der Prüfung der charakteristischen Eigenschaften der erhaltenen Zusammensetzungen sind in Tabelle 1 angegeben.
  • Wie aus Tabelle 1 ersichtlich ist, hat die erfindungsgemäße Zusammensetzung eine hohe Kristallisationsrate und kleine Sphärolithe von gleichmäßiger Größe.
  • BEISPIEL 2
  • In einen Autoklaven wurden 42,4 kg Natriumsulfid-Hydrat (Reinheit 46,07 %) und 93 kg NMP gegeben und der Autoklavinhalt auf 190ºC erhitzt, um Wasser abzudestillieren. Dann wurden 36,6 kg p-Dichlorbenzol in den Autoklav gegeben und 5 Stunden bei 220ºC polymerisiert.
  • Dann wurden 7 kg Wasser in den Autoklav gegeben, die Temperatur auf 255ºC erhöht und 5 Stunden polymerisiert.
  • Nachdem das Polymer durch Sieben von dem Reaktionsgemisch abgetrennt worden war, wurde es mit Methanol, Wasser, einer 2 %igen wäßrigen NH&sub4;Cl-Lösung und Wasser gewaschen und getrocknet, wodurch ein PATE-Polymer erhalten wurde.
  • Die scheinbare Schmelzviskosität des PATE-Polymeren bei 310ºC und bei einer Scherrate von 200 s&supmin;¹ betrug 2000 Poise.
  • Zu 100 Gewichtsteilen eines Pulvers des PATE-Polymeren wurden 40 Gewichtsteile Glasfasern mit einem Durchmesser von 13 um (hergestellt von NIHON DENKI GLASS Co., Ltd.) und 1,0 Gewichtsteile der in Tabelle 2 angegebenen Zusatzstoffe zugegeben und die Gemische in einem Extruder (hergestellt von PLABOR Co., Modell BT-30) zu Pellets extrudiert.
  • Die Ergebnisse der Prüfung der charakteristischen Eigenschaften der Zusammensetzungen sind in Tabelle 2 angegeben. Die Größe der Sphärolithe der in Beispiel 2 erhaltenen Zusammensetzungen wurde nicht gemessen, da die Zusammensetzungen Zusatzstoffe, beispielsweise Glasfasern, enthielten.
  • Wie aus Tabelle 2 ersichtlich ist, ist Kaolin mit einem durchschnittlichen Teilchendurchmesser von nicht mehr als 2 p.m gemäß der Erfindung auch bei Glasfasern enthaltenden zusammengesetzten Zusammensetzungen wirksam. Tabelle 1 Zusatzstoffe Sphärolithgröße (um) Vergleichsbeispiel Nach der Erfindung Ohne Zusatzstoffe Kaolin: hergestellt von SHIRAISHI CALCIUM Co., Ltd., eingetrangener Handelsname BURGUS 5178 (mittlerer Teilchendurchmesser 1,0 um) "AEROSIL" *1): hergestellt von NIHON AEROSIL Co., Ltd. (mittlerer Teilchendurchmesser 0,04 um) Aluminiumoxid: NIHON KEISINZOKU CO., LTD., Warenzeichen AE S-21 (mittlerer Teilchendurchmesser 0,6 um) Anmerkung *1) AEROSIL ist ein feinpulvrige wasserfreie Kieselsäure, die zur Verhinderung der Koagulation oberflächenbehandelt ist. Tabelle 2 Zusatzstoffe Vergleichsbeispiel Nach der Erfindung Ohne Zusatzstoffe Kaolin: hergestellt von SHIRAISHI CALCIUM Co., Ltd. (CB) (mittlerer Teilchendurchmesser 0,1 um) Kaolin: hergestellt von SHIRAISHI CALCIUM Co., Ltd. (TAISHIN) (mittlerer Teilchendurchmesser 0,8 um) Aluminiumoxid: hergestellt von SHOWA KEIKINZOKU Co., Ltd. (AES-11) (mittlerer Teilchendurchmesser 0,4 um) Aluminiumoxid: hergestellt von SHOWA KEIKINZOKU Co., Ltd. (AES-23) (mittlerer Teilchendurchmesser 1,8 um) Kaolin: hergestellt von SHIRAISHI CALCIUM Co., Ltd. (BURGES No. 40) (mittlerer Teilchendurchmesser 4,5 um)

Claims (10)

1. Polyarylenthioether-Zusammensetzung, die als Hauptbestandteil einen Polyarylenthioether mit einer wiederkehrenden Einheit
enthält, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung, bezogen auf 100 Gewichtsteile des Polyarylenthioethers, 0,001 bis 10 Gewichtsteile Kaolin mit einem durchschnittlichen Teilchendurchmesser von 0,03 bis 2 um enthält.
2. Zusammensetzung gemäß Anspruch 1, die außerdem, bezogen auf 100 Gewichtsteile des Polyarylenthioethers, 0,1 bis 300 Gewichtsteile eines anorganischen, pulverförmigen Füllstoffs, der Talkum, Glimmer, Calciumcarbonat, Magnesiumcarbonat, Calciumsilicat, Magnesiumsilicat, Siliciumdioxid, Aluminiumoxid, Titanweiß, Ruß, Calciumsulfat, Eisenoxid, Zinkoxid oder Kupferoxid ist, und/oder einen faserförmigen Füllstoff enthält.
3. Zusammensetzung gemäß Anspruch 1 oder 2, worin der Polyarylenthioether nicht weniger als 75 Mol-% an wiederkehrenden Einheiten
enthält.
4. Zusammensetzung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, worin der Polyarylenthioether ein aus den wiederkehrenden Einheiten
und
zusammengesetztes Blockcopolymer ist.
5. Zusammensetzung gemäß einem der vorhergehenden Anspruche, worin das Kaolin in einer Menge von 0,01 bis 5 Gewichtsteile bezogen auf den Polyarylenthioether vorhanden ist.
6. Zusammensetzung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, worin der durchschnittliche Teilchendurchmesser des Kaolins bis zu 1 um beträgt.
7. Zusammensetzung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, die zusätzlich ein anderes synthetisches Harz enthält.
8. Zusammensetzung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, die zusätzlich ein Elastomer enthält.
9. Zusammensetzung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, die nicht weniger als 50 Gew.-% des Polyarylenthioethers enthält.
10. Verfahren zur Herstellung eines einen Polyarylenthioether enthaltenden Formkärpers&sub1; dadurch gekennzeichnet, daß eine Zusammensetzung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche spritzgegossen wird.
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