DE3871987T2 - Verfahren und vorrichtung zum keimfreien fuellen einer verpackung. - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum keimfreien fuellen einer verpackung.Info
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Description
- Die Erfingung betrifft ein Verfahren zum keimfreien Füllen einer Verpackung mit einem Fluid und zum Waschen und Sterilhalten eines Füllkopfraumes, bei welchem in sterilem und geschlossenem Zustand der Verpackung der Füllkopfraum und der für den Eintritt des Fluids vorgesehene äußere Teil der Verpackung sterilisiert werden und die Verpackung mit dem Fluid gefüllt wird. Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
- Das Patent EP-A-0 072 699 beschreibt bereits ein solches Verfahren und eine solche Vorrichtung zum keimfreien Füllen einer Verpackung mit einem Fluid.
- Diese Vorrichtung hat den Nachteil, daß der Füllkopfraum zwischen zwei Abfüllungen schwierig zu reinigen ist und daß er beim Anbringen einer neuen Verpackung infiziert werden kann, was zur Folge hätte, daß die Keimfreiheit nicht mehr gegeben ist. Tatsächlich besteht bei dieser Vorrichtung die einzige Reinigungsmöglichkeit für den Füllkopfraum darin, ihn auf mechanischem Wege zu reinigen, was nicht ausreichend wirksam und sicher ist und die Gefahr ergibt, daß die Keimfreiheit unterbrochen wird und ein Bakterienwachstum verursacht werden kann, das vermieden werden muß. Die Erfindung ermöglicht es, die vorstehend erwähnten Nachteile durch Zufuhr von Dampf oder steriler Luft sowohl für die Reinigung des Füllkopfraumes als auch für das Aufrechterhalten der Sterilität zu vermeiden.
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum keimfreien Füllen einer Verpackung mit einem Fluid und zum Waschen und Sterilhalten eines Füllkopfraumes, bei welchem im sterilen und geschlossenen Zustand der Füllkopfraum und der für den Eintritt des Fluids vorgesehene äußere Teil der Verpackung sterilisiert werden und die Verpackung mit dem Fluid gefüllt wird, wobei vor, während oder nach dem Versiegeln der Verpackung steriler Dampf oder sterile Luft unter Druck koaxial zum Füllkopf eingeblasen wird, derart, daß das verbliebene Fluid seitlich verlagert wird, und wobei der Füllkopfraum vor einer Infektion geschützt wird, indem während des Anbringens einer neuen Verpackung eine konstante sterile Dampf- oder Luftatmosphäre aufrecht erhalten wird.
- Unter Verpackung versteht man sowohl Kunststoffverpackungen als auch Kartonverpackungen oder jede andere Art von Verpackung auf dem Nahrungsmittel- oder Arzneimittelgebiet. Unter Fluid versteht man sowohl wäßrige Lösungen als auch Milch, Fruchtsäfte und viskosere Produkte, wie Konfitüre, Marmelade und andere, mit oder ohne Stückchen.
- Gemäß den bekannten Reinigungsverfahren für den Füllkopfraum wird das Rückstandsprodukt in die Verpackung verlagert, entweder durch mechanische Mittel oder durch eine Verlagerung mittels Dampf, wobei die Verpackung offen ist. Demgegenüber wird gemäß der Erfindung das Rückstandsprodukt durch Dampf oder sterile Luft verlagert, wobei die Verpackung verschlossen ist, so daß das Rückstandsprodukt als Abfall anfällt.
- Die vorhergehende Sterilisierung des Füllkopfraumes erfolgt während 2 bis 30 Sekunden bei einer Temperatur zwischen 135 und 165ºC unter einem Dampfdruck, der zwischen 2 und 6 Atmosphären beträgt.
- Am Ende des Füllzyklus wird zum Waschen des Kopfraumes Dampf unter einem Druck zwischen 1 und 4 Atmosphären während 0,5 bis 2 sec und bei einer Temperatur zwischen 120 und 150ºC eingeblasen. Wenn man mit steriler Luft arbeitet, wird diese unter einem Druck zwischen 0,5 und 3 Atmosphären und bei Umgebungstemperatur eingeblasen. Was die Zufuhr von Dampf oder steriler Luft während des Verpackungswechsels betrifft, so wird eine Durchsatzmenge gewählt, die eine Abschirmung bildet und jede Form der Infektion des Kopfraumes verhindert. Man arbeitet vorzugsweise bei Atmosphärendruck und bei einer Temperatur zwischen 98 und 110ºC im Falle von Dampf und bei Atmosphärendruck sowie Umgebungstemperatur im Falle von steriler Luft.
- Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens mit einem Füllkopf, einer Verpackungsabstützung, die unter dem Füllkopf angeordnet ist und zum Versiegeln der Verpackung am Ende des Füllvorganges ausgestattet ist, wobei der Kopf ein Ventil zum Regeln des Durchsatzes des zugeführten Fluids sowie Ventilbetätigungsmittel aufweist, wobei der Füllkopf ferner ein Ventil zum Regeln des Durchsatzes des zugeführten Dampfes oder der Luft sowie Ventilbetätigungsmittel aufweist, wobei dieses Ventil zum Fluiddurchsatz-Regelventil koaxial bewegbar ist und in diesem gleitet, und wobei eine Fluideinlaßleitung und eine Fluidauslaßleitung und seitlich an der Unterseite des Füllkopfes ein Ventil mit einer Ablaßleitung für die Reinigung am Ende des Füllvorganges vorgesehen sind.
- Die Verpackungsabstützung besteht aus Stutzen, um die Verpackung an Ort und Stelle zu halten, und aus einem Schneidkopf. Man kann zumindest zwei Arten von Verpackungen in Betracht ziehen: entweder eine Verpackung mit einem Ende, welches eine aufreißbare Außenmembrane und eine innere Schließmembrane aufweist, wie dies in den Figuren und im Patent EP 72699 gezeigt ist, oder eine Verpackung mit einem Ende, das eine abreißbare Außenmembrane aufweist, aber keine Schließmembrane.
- Das Fluiddurchsatz-Regelventil weist Einlaßkanäle für Dampf und eine Balgenmembrane auf. Das Ventil zum Regeln des Durchsatzes des zugeführten Dampfes oder der Luft weist in seinem unteren Teil ein Messer und einen zentralen Einlaßkanal für Dampf oder Luft auf. Dieses Ventil weist ferner in seinem Mittelteil einen Kegel mit einer Bohrung für die Zufuhr von Dampf oder Luft während des Anbringens einer neuen Verpackung auf.
- Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird unter Bezugnahme auf die Zeichnungen besser verständlich, in denen zeigen:
- Fig. 1 einen Schnitt der Vorrichtung gemäß der Erfindung während der Sterilisierphase des Füllkopfraumes,
- Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 1,
- Fig. 3 einen Schnitt der Vorrichtung beim Spülen oder Waschen des Füllkopfraumes, und
- Fig. 4 einen Schnitt der Vorrichtung beim Wechseln der Verpackung.
- Der mit (1) bezeichnete Füllkopfraum weist einen Zuführkanal (2) und einen Auslaßkanal (3) für das Fluid auf, mit einer Dichtung (26), einem Ventil (4) zum Regeln der Fluidzufuhrmenge, einem Ventil (5) zum Regeln der Dampfzufuhr und einer Auslaßleitung (6) zum Reinigen des Füllkopfraumes. Unter dem eigentlichen Füllkopf wird eine Verpackung (7) angeordnet, die ein Ende (8) mit einer aufreißbaren Membrane (9) und einer Schließmembrane (10) aufweist. Die Verpackung wird mittels Stutzen (11) an Ort und Stelle gehalten, unter welchen ein Schließkopf (12) angeordnet ist, der am Ende des Füllvorganges das Schließen der Verpackung sicherstellt. Die Ventile (4) und (5) sind mit Hilfe eines pneumatischen oder ähnlichen Systems (nicht gezeigt) koaxial beweglich und vertikal verschiebbar angeordnet. Das Ventil (4) für die Fluidzufuhr weist eine Dichtung (13) auf, Dampfeinlaßkanäle (14) und eine Balgenmembrane (15). Das Dampfzufuhrventil (5) weist in seinem unteren Teil ein Messer (16) und einen zentralen Dampfzufuhrkanal (17) auf und schließt die Dampfzufuhrkanäle (14) und (17) in seiner unteren Stellung. In seinem mittleren Teil weist es einen Kegel (18) mit einer Bohrung (19) für die Zufuhr von Dampf beim Anbringen einer neuen Verpackung auf. Die Auslaßleitung (6) zum Reinigen und Sterilisieren des Füllkopfes weist ein Ventil (20) auf, wobei diese Leitung entweder zu einem Reiniger (21) oder zu einer Ablaßleitung (22) führt und wobei ein Ventil (23) mit drei Eingängen es ermöglicht, die Verbindung herzustellen.
- Die Figuren zeigen die verschiedenen Etappen des Füllens der Verpackung. In Fig. 1 befindet sich die erfindungsgemäße Vorrichtung in der Sterilisationsphase des Füllraumes und der Membrane (9). Um diese durchzuführen, ist das Fluidzufuhrventil (4) geschlossen und das Dampfzufuhrventil geöffnet. Der unter Druck stehende Dampf strömt durch die Kanäle (14) und (17) von A zu. Das seitliche Ventil (20) ist geöffnet und der Dampf strömt bis zum Reiniger (21). Der Schließkopf (12) bleibt in kaltem Zustand, aber in Anlage am Ende (8).
- Am Ende der Sterilisation wird die Stange des Ventils (5) abgesenkt, schließt die Kanäle (14) und (17), wobei die Messer (16) die Membrane (9) durchtrennen, worauf das Ventil (20) geschlossen wird, das Ventil (4) hochgefahren wird und das zugeführte Fluid durch die Leitung (2) in die Verpackung (7) gelangt, wobei der Schließkopf (12) abgesenkt ist. Diese Füllphase ist nicht dargestellt.
- Fig. 3 zeigt die Vorrichtung gemäß der Erfindung beim Waschen und Reinigen des Füllkopfes und beim Schließen der Verpackung. Hiezu wird das Fluidzufuhrventil (4) erneut geschlossen und das Dampfzufuhrventil (5) erneut geöffnet. Der Dampf strömt unter Druck durch die Kanäle (14) und (17) derart, daß er Rückstandsmaterial über die Auslaßleitung (22) zur offenen Leitung (6) befördert, wobei der Schließkopf (12) sich in der oberen Stellung befindet. Während oder am Ende dieses Reinigungsvorganges wird der Schließring (24) erhitzt und verschließt die Verpackung (7). Die Stutzen (11) können sodann die Verpackung freigeben.
- Fig. 4 zeigt die Vorrichtung gemäß der Erfindung vor dem Anbringen einer neuen Verpackung. Das Fluidzufuhrventil (4) ist geschlossen und das Dampfzufuhrventil (5) befindet sich in seiner höchsten Stellung derart, daß der Kegel (18) am Sitz (25) des Ventils (5) anliegt. Der von A zugeführte Dampf strömt durch die Bohrung (19), die eine geringe Dampfmenge abgibt, welche in den Kanälen (14) und (17) anlangt und auf diese Weise einen Dampfvorhang bildet, der eine Infektion des Füllkopfraumes während des Wechselns der Verpackung verhindert.
- Man verfügt auf diese Weise über ein sehr leistungsstarkes und sicheres System, bei welchem die Infektionsgefahr minimiert ist, weil eine spezifische Dampfmenge zugeführt wird, u.zw. sowohl während der Sterilisationsphase als auch während des Wechselns der Verpackung, bevor diese gefüllt wird.
Claims (7)
1. Verfahren zum keimfreien Füllen einer Verpackung (7) mit einem
Fluid und zum Waschen und Sterilhalten eines Füllkopfraumes, bei welchem
in sterilem und geschlossenem Zustand der Verpackung (7) der
Füllkopfraum und der für den Eintritt des Fluids vorgesehene äußere Teil
der Verpackung (7) sterilisiert werden und die Verpackung (7) mit dem
Fluid gefüllt wird, dadurch gekennzeichnet, daß vor, während oder nach
dem Versiegeln der Verpackung steriler Dampf oder sterile Luft unter
Druck koaxial zum Füllkopf eingeblasen wird, derart, daß das verbliebene
Fluid seitlich verlagert wird, und daß der Füllkopfraum vor einer
Infektion geschützt wird, indem während des Anbringens einer neuen
Verpackung eine konstante sterile Dampf- oder Luftatmosphäre aufrecht
erhalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Füllkopfraum während 2 bis 30 Sekunden bei einer Temperatur zwischen 135
und 165ºC unter einem Dampfdruck sterilisiert wird, der zwischen 2 und 6
Atmosphären beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß am Ende
des Füllzyklus zum Waschen des Kopfraumes Dampf unter einem Druck
zwischen 1 und 4 Atmosphären und bei einer Temperatur zwischen 120 und
150ºC eingeblasen wird, oder sterile Luft bei Umgebungstemperatur und
einem Druck zwischen 0,5 und 3 Atmosphären während 0,5 bis 2 Sekunden.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der
Ansprüche 1 bis 3 mit einem Füllkopf (1), einer Verpackungsabstützung
(11, 12), die unter dem Füllkopf (1) angeordnet ist und zum Versiegeln
der Verpackung (7) am Ende des Füllvorganges ausgestattet ist, wobei der
Kopf (1) ein Ventil (4) zum Regeln des Durchsatzes des zugeführten
Fluids sowie Ventilbetätigungsmittel aufweist, dadurch gekennzeichnet,
daß der Füllkopf ferner ein Ventil (5) zum Regeln des Durchsatzes des
zugeführten Dampfes oder der Luft sowie Ventilbetätigungsmittel
aufweist, wobei dieses Ventil (5) zum Fluiddurchsatz-Regelventil (4)
koaxial bewegbar ist und in diesem gleitet, wobei eine
Fluideinlaßleitung (2) und eine Fluidauslaßleitung (3) und seitlich an
der Unterseite des Füllkopfes (1) ein Ventil (20) mit einer Ablaßleitung
(6) für die Reinigung am Ende des Füllvorganges vorgesehen sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das
Fluiddurchsatz-Regelventil (4) Einlaßkanäle (14) für Dampf oder Luft und
eine Balgenmembrane (15) aufweist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das
Ventil (5) zum Regeln des Durchsatzes des zugeführten Dampfes oder der
Luft in seinem unteren Teil ein Messer (16) und einen zentralen
Einlaßkanal (17) für Dampf oder Luft aufweist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
Kegel (18) des Dampf- oder Luftzufuhrventiles (5) eine Bohrung (19) für
die Zufuhr von Dampf oder Luft während des Anbringens einer neuen
Verpackung aufweist.
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