Gebiet der Erfindung
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Die vorliegende Erfindung bezieht sich generell auf
Schalter aller Bauarten, bei denen ein Überhub auftritt,
sei es im Schalter selbst oder bei einem Teil eines mit
dem Schalter verbundenen Betätigungsmechanismus. Sie
bezieht sich ferner auf Schalter, die einen Vorweghub
erfordern, um eine Einstellung zum Zeitpunkt der
Installation zu ermöglichen. Die vorliegende Erfindung kann den
Vorweghub einstellen oder beseitigen und sorgt dadurch
dafür, daß der Schalter innerhalb der
Betätigungsbewegung bereits nach seiner Bewegungsdifferenz den
Schaltkreis schließt bzw. öffnet. Insbesondere bezieht sich
die Erfindung auf Schalter in der Kategorie von
Türschloß-Schaltern, Grenzschaltern und
Sicherheitsschalteranwendungen.
Hintergrund der Erfindung
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Auf dem Gebiet der Schalter bezeichnet der Ausdruck
"Vorweghub" das Ausmaß der Abwärtsbewegung eines
Betätigungsorgans bis zu dem Punkt, an dem jenes einen
elektrischen Schaltkreis schließt. Der Punkt, an dem der
elektrische Schaltkreis im Lauf der Betätigungsbewegung
des Organs geschlossen wird, ist der "Einschaltpunkt".
Der "Auslösepunkt" ist der Punkt, an dem im Lauf der
Rückkehrbewegung des Betätigungsorgans der Schaltkreis
in seinen Anfangszustand zurückversetzt wird. Der
Abstand zwischen dem Einschaltpunkt und dem Auslösepunkt
wird als "Bewegungsdifferenz" bezeichnet. "Überhub" ist
die Strecke, um die das Betätigungsorgan sich noch
weiterbewegen kann, nachdem der Schaltkreis am Einschalt-
oder am Auslösepunkt geschlossen bzw. geöffnet worden
ist.
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Schnappschalter von der Art, die als Grenzschalter
verwendet werden, weisen typischerweise eine
Betriebskennlinie auf, wie sie in Fig. 1 gezeigt ist. Die in
Fig. 1 aufgetragene Kurve betrifft die Beziehung
zwischen Kraft und Weg des Kolbens oder eines anderen
Betätigungsorgans, das verwendet wird, um den
Schnappschaltermechanismus in Gang zu setzen. Solche
Schnappschalter haben feste, aber getrennte Einschalt- und
Auslösepunkte, während Kuppenkontaktschalter ein und
denselben festen Einschalt- und Auslösepunkt aufweisen.
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Wie in Fig. 1 veranschaulicht, muß ein
Betätigungsorgan eines Grenzschalters nach dem Stand der Technik
zunächst eine Vorlaufstrecke 10 durchlaufen, bevor es
einen Einschaltpunkt 16 des Schalters erreicht. Der
Schalter empfängt eventuell weiterhin eine
Betätigungskraft, so daß sich sein Betätigungsorgan in den als 14
bezeichneten Überhubbereich der Kurve bewegt. Der
Überhub ist die Strecke, um die sich das Betätigungsorgan
bewegen kann, wenn es nach Erreichen des Einschaltpunkts
16 weiterhin eine zunehmende Betätigungskraft empfängt.
Wenn nach dem Loslassen das Betätigungsorgan in den
Ausgangszustand zurückzukehren beginnt, um die
Schalterstellung zu wechseln, wird der Auslösepunkt 12 erreicht.
Die Bewegungsdifferenz ist die Differenzstrecke zwischen
Einschaltpunkt 16 und Auslösepunkt 12.
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Bei den Schaltern nach dem Stand der Technik ist es
ein der Schalterkonstruktion innewohnendes Erfordernis,
daß der Hub des Betätigungsorgans bei dessen Betätigung
derselbe sein muß wie der Hub des Betätigungsorgans bei
dessen Rückstellung (Bewegungsdifferenz plus Überhub),
bevor der Schalter den Schaltkreis in die
Anfangsstellung zurückversetzt. Dies bedeutet, daß für einen
gegebenen Schalter ein fester Einschaltpunkt und ein fester
Auslösepunkt, wie die Punkte 16 und 12, vorgegeben sind
und sich nicht ändern. Es bedeutet ferner, daß die
Betätigungseinrichtung oder die Schalterbefestigung oder
beide so konstruiert sein müssen, daß sie in den
betroffenen Vorrichtungsbestandteilen Herstellungstoleranzen
zulassen und dennoch ausreichenden Hub bieten, damit
über den Einschaltpunkt hinaus eine Bewegung des
Betätigungsorgans in den Überhubbereich erfolgt, um
sicherzustellen, daß der Schalter tatsächlich bei jeder
Betätigung seinen Zustand wechselt. In vielen Fällen dieser
Art ist die Erzielung dieser Verhältnisse kompliziert,
da normale Herstellungstoleranzen bereits allein größer
sein können als der Gesamthub (Bewegungsdifferenz plus
maximal zugelassener Überhub) des Schalters, wodurch die
Verwendung teurer und komplizierter
Befestigungskonstruktionen erforderlich wird.
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Ein solcher Schalter nach dem Stand der Technik ist
in der GB-A-1 327 631 offenbart, bei der ein mit
beweglichem Betätigungsorgan betriebener Schalter mit einem
kontakttragenden Teil versehen ist, das unter Einwirkung
einer Feder und fester Anschläge, die am
Betätigungsorgan angeordnet sind, am Betätigungsorgan gleiten kann.
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Das kontakttragende Teil wird von einem der festen
Anschläge aus einer ersten in eine zweite Stellung
bewegt und durch die Feder in die erste Stellung
zurückgestellt. Mithin erfordert dieser Schalter bei seiner
Herstellung einen sorgfältigen Zusammenbau und ist anfällig
für fehlerhaften Betrieb, da das genaue Zusammenwirken
sich beim Gebrauch verschlechtert.
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Die vorliegende Erfindung zielt auf die Überwindung
einer oder mehrerer der obigen Probleme.
Zusammenfassung der Erfindung
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Die vorliegende Erfindung umfaßt einen Schalter mit
gleitendem Einschalt- und Auslösepunkt, mit einem
Gehäuse, das wenigstens einen ersten und einen zweiten
relativ zueinander beweglichen elektrischen Kontakt
einschließt. Mit einem beweglichen der im Gehäuse
befindlichen Kontakte hängt ein Reibungselement zusammen. Mit
diesem steht ein Betätigungsorgan in reibschlüssiger,
aber gleitfähiger Verbindung, so daß das
Betätigungsorgan das Reibungselement und den beweglichen Kontakt
normalerweise
zusammen mit dem Organ bewegt, aber eine
Relativbewegung zwischen dem Betätigungsorgan und dem
Reibungselement zuläßt, sobald die Bewegung des
letzteren oder des beweglichen Kontakts auf Widerstand stößt.
Das Betätigungsorgan ist zumindest teilweise im Gehäuse
enthalten.
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Die vorliegende Erfindung eines neuen Schalters mit
gleitendem Einschalt- und Auslösepunkt überwindet die im
Stand der Technik vorhandenen Probleme, indem ein
derartiger Schalter bereitgestellt wird, der sich mit jedem
Betätigen und Loslassen des Betätigungsorgans neue
Punkte für das Einschalten und Auslösen suchen kann.
Dies ermöglicht es dem Schalter, zum Betätigen oder
Rückstellen des Schaltkreises eine Bewegungsdifferenz zu
nutzen, anstatt die Betätigung oder Rückstellung jeweils
an Absolutpositionen zu bewirken. Jede Betätigungs- oder
Rückstellungsbewegung, die größer/gleich der
Bewegungsdifferenz ist, läßt den Schalter seinen Zustand
wechseln. Bei einem normalerweise offenen
Kuppenkontaktschalter kehrt der Schalter dann unmittelbar nach Beginn
einer Rückkehrbewegung des Betätigungsorgans in seinen
anfänglichen Zustand zurück, oder - bei einem Umschalter
oder einem Schnappschalter - beginnt er, in seinen
anfänglichen Zustand zurückzukehren, wobei der anfängliche
Zustand erreicht wird, sobald die
Bewegungsdifferenzstrecke durchlaufen worden ist. Mit anderen Worten,
jedwede Überhubstrecke, die bei Betätigung aus dem
anfänglichen Schalterzustand durchlaufen wurde, wird bei
Rückstellbetätigung nicht vorweg vor der Rückkehr oder
Rückkehrbewegung in den anfänglichen Zustand
durchlaufen. Die für die Betätigung erforderliche
Bewegungsdifferenz ist fest, während der auf einer Kraft-Weg-Kurve
liegende Punkt, bei dem die Betätigung einsetzt,
variabel ist. Sorgen um Toleranzen für die
Herstellungsmontage und die Bewegung des Betätigungsorgans sind mithin
beseitigt.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
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Die für neu erachteten Merkmale der vorliegenden
Erfindung sind im beigefügten Anspruch 1 dargelegt. Die
Erfindung und mit ihr weitere Ziele und Vorteile können
am besten durch Bezugnahme auf die folgende Beschreibung
in Verbindung mit den bei liegenden Zeichnungen
verstanden werden, in deren mehreren Figuren gleiche
Bezugsziffern gleiche Teile bezeichnen. Es zeigt
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Fig. 1 eine Kraft-Weg-Kurve für einen typischen
Schnappschalter nach dem Stand der Technik;
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Fig. 2 eine geschnittene Seitenansicht des neuen
Schalters mit gleitendem Auslösepunkt;
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Fig. 3 eine Draufsicht auf ein im Schalter nach
Fig. 2 verwendetes Kontakt und Reibungselement;
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Figuren 4A und 4B geschnittene Teilansichten von
der Seite, zur Veranschaulichung der Funktionsweise des
in Fig. 3 dargestellten Kontakt- und Reibungselements;
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Figuren 5A bis 5E Schnittansichten des neuen
Schalters zur Veranschaulichung der Bewegungsabfolge während
des Schalterbetriebs; und
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Fig. 6 eine abgewandelte Ausführungsform der
Erfindung.
Eingehende Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
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Eine Schnittansicht einer Ausführungsform eines
neuen Schalters mit gleitendem Einschalt- und
Auslösepunkt ist in Fig. 2 gezeigt. Ein Gehäuse 20 ist
vorhanden und kann mit beliebiger Anzahl von Abschnitten
gefertigt werden, je nach Ausgestaltung des Gehäuses 20.
Das Gehäuse 20 kann auch eine beliebige Zahl von
Ausgestaltungen annehmen, je nach Anwendung. Im Gehäuse 20
enthalten sind ein erster und ein zweiter elektrischer
Kontakt 22 und 24, auch wenn für die einschlägigen
Fachleute ersichtlich ist, daß in manchen Verwendungen mehr
als zwei Kontakte wünschenswert sein können. Die
elektrischen Kontakte 22, 24 sind durch elektrische Leiter
26 und 28 mit herkömmlichen Anschlüssen verbunden, die
bei 30 bzw. 32 an der Außenseite des Gehäuses 20
schematisch gezeigt sind. Die elektrischen Kontakte 22,
24, die Anschlüsse 30, 32 und die sie verbindenden
elektrischen Leiter 26, 28 können im Gehäuse 20 nach
einschlägig bekannten Verfahren ausgerichtet und eingebaut
sein.
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Ein Kontakt 34 (Figuren 2 und 3) wird verwendet, um
den ersten und den zweiten elektrischen Kontakt 22 und
24 elektrisch miteinander zu verbinden. Wie in Fig. 3
gezeigt, ist der Kontakt 34 aus einer kreisförmigen
Messingscheibe mit einer kreisförmigen Mittelöffnung 35
gefertigt. Alternativ kann die kreisförmige Scheibe aus
einem beliebigen anderen leitfähigen Material gebildet
sein. Am Kontakt 34 ist ein Reibungselement 36
befestigt. Bei der bevorzugten Ausführungsform ist das
Reibungselement 36 aus Teflon, Nylon oder ähnlichem
verschleißfesten Material gebildet und sitzt zu einem Teil
mit Preßsitz in der Öffnung 35 des Kontaktelements 34.
Das Reibungselement 36 weist eine im wesentlichen
zentrale Bohrung 38 auf. Auch andere geeignete Formen und
Materialien könnten zum Auf- und Zusammenbau des
Kontakts 34 und des Reibungselements 36 verwendet werden.
Zum Beispiel könnten das Kontaktelement 34 und das
Reibungselement 36 einteilig gebaut werden.
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Der Kontakt 34 und das Reibungselement 36 sind im
Gehäuse 20 in einem Hohlraum 40 enthalten, dessen
gegenüberliegende Wände dadurch zusammen mit den Kontakten
22, 24 die Bewegungsgrenzen für den Kontakt 34 und das
Reibungselement 36 bilden.
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Ein eindringendes Betätigungsorgan 42, dessen
Außendurchmesser geringfügig größer als der Durchmesser
der Bohrung 38 im Reibungselement 36 ist, erstreckt sich
durch die Bohrung 38. Infolge der
Durchmesserunterschiede faßt das Reibungselement 36 das Betätigungsorgan
42 derart, daß es sich zusammen mit ihm bewegt, außer
wenn einer solchen Bewegung ein Widerstand
entgegenwirkt. Sobald dies geschieht, rutscht das
Reibungselement 36 auf dem Betätigungsorgan 42.
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Das Betätigungsorgan 42 wird durch eine Feder 44 in
eine nicht-betätigte Stellung vorgespannt, wie sie in
Fig. 2 der Zeichnungen gezeigt ist, und ist in einer
eine hin- und hergehende Bewegung ermöglichenden Weise
in einer Bohrung 43 des Gehäuses 20 gelagert und kann
aus dieser um eine Länge herausragen, die durch die
Anwendung, für welche der Schalter verwendet wird, zu
bestimmen ist.
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Die Figuren 4A und 4B veranschaulichen die
Relativlagen des Kontakts 34 und des Reibungselements 36, wenn
das Betätigungsorgan 42 sich in einer nicht-betätigten
Stellung (Fig. 4A) bzw. in einer von vielen möglichen
betätigten Stellungen (Fig. 4B) befindet. Wie vorher
angemerkt, sitzt das Betätigungsorgan 42 reibschlüssig in
der Bohrung 38 des Reibungselements 36, dergestalt daß
bei Bewegung des Betätigungsorgans 42 infolge Ausübung
oder Aufhebung einer auf sein freies Ende 50 wirkenden
Kraft das Reibungselement 36 sich zusammen mit dem
Betätigungsorgan 42 bewegt, bis es durch Auftreffen auf die
Wand 48 oder durch Auftreffen des Kontakts 34 auf die
Kontakte 22, 24 angehalten wird. Sobald die Bewegung des
Reibungselements 36 angehalten wurde, rutscht das
Betätigungsorgan 42 in der Bohrung 38 des Reibungselements
36 weiter. Die Strecke, um die sich das Betätigungsorgan
42 weiterbewegt, nachdem das Reibungselement 36
stehengeblieben ist, wenn das Betätigungsorgan 42 in eine
betätigte Stellung bewegt wird, ist die Überhub-Strecke.
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In der in Fig. 4A gezeigten nicht-betätigten
Stellung steht der Kontakt 34 nicht in elektrischer
Verbindung mit den elektrischen Kontakten 22, 24. Demgegenüber
stellt der Kontakt 34 in der in Fig. 4B gezeigten
betätigten Stellung einen elektrischen Pfad zwischen den
elektrischen Kontakten 22 und 24 her. Es ist wichtig,
daß das Betätigungsorgan 42 sich auch dann weiterbewegen
kann, nachdem der Kontakt 34 und das Reibungselement 36
ihre Bewegungsgrenze erreicht haben. Dies trifft
unabhängig davon zu, ob das Betätigungsorgan 42 sich (im
Sinn der Zeichnungen) nach oben oder nach unten bewegt.
Dennoch bleibt das zum Öffnen oder Schließen
erforderliche Bewegungsausmaß unverändert.
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Die Figuren 5A bis 5E veranschaulichen für den
neuen Schalter die Funktionsreihenfolge. Das vorliegende
Verfahren zum Herstellen und Unterbrechen elektrischer
Verbindungen zwischen elektrischen Kontakten schließt
folgende Schritte ein:
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das Betätigungsorgan 42 wird in das Gehäuse 20
bewegt, indem eine Betätigungskraft auf das Ende 50 des
Betätigungsorgans 42 ausgeübt wird;
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das im Hohlraum 40 des Gehäuses 20 enthaltene
Reibungselement 36 wird zusammen mit dem Betätigungsorgan
42 bewegt, indem das Betätigungsorgan 42 vom
Reibungselement 36 reibschlüssig gefaßt wird;
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die Bewegung des Reibungselements 36 wird
angehalten, nachdem der elektrische Kontakt zwischen dem
Kontakt 34 und den elektrischen Kontakten 22 und 24
hergestellt ist, was erfolgt, sobald sich diese Kontakte
berühren, und wodurch der Einschaltpunkt des Schalters
definiert wird;
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die Bewegung des Betätigungsorgans 42 wird
fortgesetzt, wobei das Reibungselement 36 auf dem
Betätigungsorgan 42 rutscht;
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das Betätigungsorgan 42 wird aus dem Gehäuse 20
herausbewegt, nachdem die Betätigungskraft auf das Ende
50 des Betätigungsorgans 42 aufgehoben wird; und
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das Reibungselement 36 wird zusammen mit dem
Betätigungsorgan 42 während dessen Bewegung aus dem Gehäuse
20 mitbewegt, um die elektrischen Kontakte zu öffnen und
damit den Auslösepunkt des Schalters zu definieren.
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Fig. 5A zeigt das Betätigungsorgan 42 in
vollständig ausgefahrener Stellung, wobei der Kontakt 34 von den
elektrischen Kontakten 22 und 24 einen Abstand hat. Das
Betätigungsorgan 42 befindet sich in einer freien
Stellung, und keine andere Betätigungskraft als die
Vorspannkraft der Feder 44 wirkt auf das Organ 42. Wie in
Fig. 5B gezeigt, bewegt sich der vom Reibungselement 36
getragene Kontakt 34, sobald das Betätigungsorgan 42
durch eine Betätigungskraft nach innen gedrückt wird,
von der Wand 48 weg und stellt schließlich am
Einschaltpunkt des Schalters eine elektrische Verbindung zu den
elektrischen Kontakten 22 und 24 her. Das
Betätigungsorgan 42 kann um die Überhub-Strecke weiter nach innen
dringen, bis es - wie in Fig. 5C gezeigt - seine
Eindringgrenze erreicht. Während sich das Betätigungsorgan
42 weiterbewegt, rutscht das Reibungselement 36 auf ihm.
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In Fig. 5D beginnt das Betätigungsorgan 42, sobald
die Betätigungskraft aufgehoben wird, sich zusammen mit
dem Reibungselement 36 nach außen zu bewegen und trägt
dadurch den Kontakt 34 mit. Der Kontakt 34 und das
Reibungselement 36 halten beim Auftreffen auf die Wand 48
des Hohlraums 40 ihre Bewegung an. Das Betätigungsorgan
42 kann seine Auswärtsbewegung um eine Rückstellstrecke
fortsetzen, wobei es in der Bohrung 38 des
Reibungselements 36 gleitet, bis das Betätigungsorgan 42 - wie in
Fig. 5E gezeigt - vollständig ausgefahren ist und
dadurch den Schalter in den Ursprungszustand oder in die
freie Stellung bringt.
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Im Einsatz steht das Betätigungsende 50
typischerweise in ständiger Berührung mit einem (nicht
dargestellten) Betätigungsmechanismus und kann installiert
und gegen den Betätigungsmechanismus einjustiert werden,
um die in den Schalter konstruierte Überhub-Strecke zu
verringern. Sobald sich der Betätigungsmechanismus
bewegt, um den Schalter zu schließen, wird am
Einschaltpunkt der Schalterkreis geschlossen, wie oben
beschrieben und in Fig. 5B gezeigt. Sobald jedoch der
Betätigungsmechanismus eine Rückwärtsbewegung des
Betätigungsorgans 42 unter der Vorspannung der Feder 44 zuläßt,
leitet der Schaltkreis augenblicklich eine Rückkehr in
seinen ursprünglichen Zustand ein. Wenn sich das
Betätigungsorgan 42 nach Erreichen des Auslösepunkts (der im
vorliegenden Ausführungsbeispiel unmittelbar nach
Einsetzen der Auswärtsbewegung des Betätigungsorgans 42
erreicht wird) weiterbewegen kann, wird der Schaltkreis
bei der nächsten Betätigung nach einer Bewegung
geschlossen, die der Vorweghubstrecke des Schalters
entspricht, wobei sich jedwede zusätzliche Eindringbewegung
in den Überhub-Bereich hinein fortsetzt. Zum Erreichen
des Auslösepunkts braucht das Betätigungsorgan 42 nicht
im geringsten in dem Ausmaß, in dem es in den Überhub-
Bereich eingedrungen ist, zurückzukehren, und wenn die
Rückstellbewegung des Betätigungsorgans 42 nicht
angehalten wird, bevor das Reibungselement 36 auf die Wand
48 trifft, muß das Betätigungsorgan 42 bei der nächsten
Betätigung wiederum die Vorweghubstrecke durchlaufen, um
den Einschaltpunkt zu erreichen.
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Der Schalter kann auch mit einem
Betätigungsmechanismus verwendet werden, der nicht in ständiger
Berührung mit dem Schalter-Betätigungsorgan bleibt. Da der
Schalter - wie in den Figuren 5A und 5E gezeigt - sich
in einer freien Stellung befindet, in der auf das
Betätigungsorgan 42 keine Kraft wirkt, schließt er den
Schaltkreis bei der erforderlichen Einwärtsbewegung des
Betätigungsorgans, nachdem dieses mit einem solchen
Betätigungsmechanismus in Eingriff kommt, und bei Wegfall
des Betätigungsdrucks und dadurch möglicher Rückkehr des
Betätigungsorgans nach außen wird der Schalter sofort in
seinen Ursprungszustand entlastet.
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Eine abgewandelte Ausführungsform der Erfindung ist
in Fig. 6 dargestellt. Bei der Ausführungsform nach
Fig. 6 sollen die Grundsätze der Erfindung auf einen
herkömmlichen Mikro- oder Grenzschalter angewendet
werden, der allgemein als 70 bezeichnet ist. Der
Mikroschalter 70 des gezeigten Beispiels ist von
herkömmlicher Bauart und weist ein Gehäuse 71, einen
normalerweise geschlossenen Kontakt (Öffner) 72, einen
normalerweise offenen Kontakt (Schließer) 74 und einen
beweglichen Kontakt 76 auf. Die Kontakte 72, 74 und 76
sind jeweils mit äußeren Anschlüssen 78, 80 bzw. 82
verbunden.
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Außerhalb des Mikroschalters 70 ist dieser mit
einem Betätigungsorgan 84 versehen, der durch eine bei 86
schematisch gezeigte Verbindung so wirkt, daß er den
beweglichen Kontakt 76 zwischen der elektrischen
Kontaktgabe mit dem normalerweise geschlossenen Kontakt 72 und
dem normalerweise offenen Kontakt 74 hin- und herbewegt.
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Der Schalterbetätigungsmechanismus nach Fig. 6
umfaßt einen Sockel 88, der an einem Ende mit einem
Schaltergehäuse 90 zusammengefügt ist, welches einen inneren
Hohlraum 92 zum Aufnehmen des Schalters 70 aufweist.
Jede beliebige Einrichtung kann verwendet werden, um den
Schalter 70 im Hohlraum 92 des Schaltergehäuses 90 zu
befestigen und anzuordnen.
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Das entgegengesetzte Ende des Sockels 88 ist mit
einer ein Außengewinde tragenden Buchse 94 versehen, die
eine Führungsinnenbohrung 96 aufweist, welche einen
Kolben 98 gleitend aufnimmt. Ein Ende 100 des Kolbens ragt
aus dem Sockel 88 und ist ausgebildet, mit einem
mechanischen Betätigungsglied in Eingriff gebracht zu werden.
Eine Bewegung des Kolbens 98 aus dem Sockel 88 heraus
wird von ineinandergreifenden Schultern 102 und 104
verhindert, die am Kolben 98 bzw. an der Bohrung 96
ausgebildet sind. Innerhalb des Sockels 88 befindet sich ein
Innenhohlraum 106. Ein Reibungselement 108 ist
vorhanden, das aus einem der Materialien gefertigt sein kann,
die vorher in Verbindung mit der Beschreibung des
Reibungselements 36 genannt wurden. Das Reibungselement
weist eine Innenbohrung oder -öffnung 110 auf, die vom
Kolben 98 aufgespießt wird. Das Verhältnis der
Durchmesser des Kolbens 98 und der Bohrung 110 ist das gleiche
wie das vorher im Zusammenhang mit der Bohrung 38 und
dem Betätigungsorgan 42 erwähnte Verhältnis.
Infolgedessen bewegt sich das Reibungselement 108, wenn der Kolben
98 in einer von beiden Richtungen innerhalb des Sockels
88 bewegt wird, durch Reibschluß mit dem Kolben zusammen
mit diesem, aber natürlich nur dann, wenn die Bewegung
des Reibungselements nicht gehemmt wird. In diesem Fall
erfolgt eine Relativbewegung zwischen dem Kolben 98 und
dem Reibungselement 108.
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Eine Schraubendruckfeder 112 ist im Hohlraum 106
angeordnet. Ein Ende 114 der Feder 112 kann auf einer
Warze 116 in einer Trennwand 118 des Hohlraums 106
montiert werden, während das entgegengesetzte Ende 120 so
verläuft, daß es eine Warze 122 an dem Ende des Kolbens
98 umgibt, das dem Betätigungsende 100 gegenüberliegt.
Folglich wird der Kolben 98 durch die Feder 112 in die
in Fig. 6 dargestellte Stellung gedrängt, kann sich aber
gegen die Vorspannung dieser Feder nach unten bewegen.
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An einer Stelle, die in einer Linie mit dem
Betätigungsorgan 84 für den Schalter 70 liegt, weist die
Trennwand 118 eine Öffnung 123 auf. Ein länglicher
Finger 124, der mit dem Reibungselement 108 einstückig
ausgebildet ist, ragt axial in den Hohlraum 106 und ragt
aus diesem durch die Öffnung 123 hindurch, und zwar in
einer Lage, die es dem Finger ermöglicht, auf das
Betätigungsorgan 84 des Schalters 70 zu stoßen.
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Der Aufbau ist im wesentlichen dadurch
vervollständigt, daß an dem dem Betätigungsende 100
entgegengesetzten Ende des Kolbens ein radial verlaufender Anschlag
126 angeordnet ist, der auf die Unterseite des
Reibungselements 108 treffen kann, um letzteres zu veranlassen,
sich mit ersterem mitzubewegen, wenn der Kolben 98 sich
in Rückstellrichtung bewegt und der Fingeransatz 126 in
das Reibungselement 108 eingreift.
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Bei dieser Ausführungsform der Erfindung ist die
Funktionsweise im wesentlichen die gleiche wie im vorher
beschriebenen Fall. Es sei jedoch bemerkt, daß im Fall
der vorliegenden Ausführungsform der Einschaltpunkt und
der Auslösepunkt des Systems unter Umständen nicht
identisch sind, wobei der Unterschied an der Bauweise des
Schalters 70 liegt.
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Außerdem sei bemerkt, daß der Preßsitz des
Reibungselements 108 am Kolben 98 ausreichend fest sein
muß, daß jedwede Federkraft, die vom Schalter 70
letztlich auf das Reibungselement 108 übertragen wird
- wie zum Beispiel die Federkraft des beweglichen Kontakts
76, die über das Betätigungsorgan 84 auf den Finger 124
wirkt, solange diese in Berührung sind -, nicht
ausreicht, eine Relativverschiebung zwischen dem
Reibungselement 108 und dem Betätigungskolben 98 zu bewirken.
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Somit behält die Ausführungsform nach Fig. 6 nicht
nur alle von dem zuerst beschriebenen
Ausführungsbeispiel gebotenen Vorteile bei, sondern sie erlaubt ferner
die Verwendung der Grundgedanken der Erfindung bei
bereits bestehenden Schaltern durch einfache Anwendung des
erfindungsgemäßen Betätigungsorgans auf das
Betätigungsorgan eines herkömmlichen Schalters.
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Die Erfindung ist nicht auf die speziellen
Einzelheiten der beschriebenen Vorrichtung und des
beschriebenen Verfahrens beschränkt, sondern weitere Abwandlungen
und Anwendungen werden in Betracht gezogen. Zum Beispiel
könnte die Erfindung bei einem Schnappschalter oder bei
einem Schalter mit einer Vielzahl von Anschlüssen oder
bei einem Schalter mit einem abgedichteten oder nicht
abgedichteten Gehäuse verwirklicht werden.