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Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug zum kontinuierlichen Aufbringen einer Linie auf eine
Oberfläche, wie beispielsweise einer Linie zum Markieren von Feldern auf einem
Sportplatz oder Fahrbannmarkierungen, wobei das für die Linien vorgesehene Material beim
Aufbringen flüssig ist und das Fahrzeug einen Rahmen mit einem Griff, drehbar am
Rahmen angebrachte Laufräder, einen Behälter für das Material und eine in der
Betriebsstellung des Fahrzeugs nach unten gerichtete Düse zum Abgeben des Materials auf die unter
dem Fahrzeug befindliche Oberfläche, eine Leitung zwischen dem Behälter und der Düse
und eine in die Leitung eingefügte Pumpe zum Pumpen des Materials zur Düse, und
zwar einer Menge, die von der momentanen Geschwindigkeit des Fahrzeugs und von der
Kapazität der Düse abhängt, umfaßt.
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Eine Vorrichtung zum Auftragen einer Linie auf eine Oberfläche ist von der
offengelegten Patentbeschreibung NO 152 459 bekannt. Diese bekannte Vorrichtung verwendet
einen Aerosolsprühzerstäuber als Behälter und Düse, wobei der Aerosolsprühzerstäuber
an der Vorrichtung mit der Düse nach unten angebracht ist. Die Vorrichtung weist
Einrichtungen auf, damit eine Bedienperson, welche die Vorrichtung mittels des Handgriffs
schiebt, von diesem Griff aus das Ventil des Aerosolsprühzerstäubers für die Abgabe des
flüssigen Material durch die Düse und auf die Oberfläche betätigen kann.
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Diese bekannte Vorrichtung hat aber einige Nachteile. Aerosolsprühzerstäuber sind
teuer in der Herstellung und im Gebrauch, und sie stellen eine Gefahr für die Umgebung
dar, wenn als Treibgas Freon verwendet wird. Ihre Kapazität ist oft gering, und
demzufolge müssen eine große Anzahl von Aerosolsprühzerstäubern verwendet werden, wenn
Farblinien auf Sportplätze aufgetragen werden, deren Bereiche mit diesen Linien
gekennzeichnet werden sollen.
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Außerdem ist es nicht möglich die abgegebene Materialmenge einzustellen, da sich das
Ventil des Aerosolsprühzerstäubers entweder in vollständig geöffneter oder vollständig
geschlossener Position befindet. Dies ist ein offensichtlicher Nachteil beim Aufbringen
von Linien auf einen Sportplatz, auf dem die Vorrichtung sehr langsam vorwärts
geschoben werden muß, damit man die Linien an den richtigen Stellen aufträgt. Dies hat
zur Folge, daß bei Verwendung dieser bekannten Vorrichtung zu viel Material pro
Meter abgegeben wird.
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Um die obenerwähnten Nachteile von Fahrzeugen, bei denen das Strommaterial mit
einem Aerosolsprühzerstäuber ausgebracht wird, zu überwinden, liefert DE-A-27 10 013
ein Fahrzeug, das im wesentlichen dem entspricht, auf das in der Präambel Bezug
genommen ist.
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Dieses bekannte Fahrzeug wird von einem Motor angetrieben, und die Pumpe ist lösbar
mit der Achse der Laufräder verbunden. Die Pumpe wird über eine Kette angetrieben,
die mit der Achse der Laufräder verbunden ist. Die Art der Pumpe ist nicht näher
beschrieben, aber es ist anzunehmen, daß die Pumpe eine Getriebe oder Kolbenpumpe ist.
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Des weiteren ist eine Vorrichtung zum Aufbringen einer Linie auf eine Oberfläche von
FR-A- 2 570 724 bekannt.
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Diese bekannte Vorrichtung hat Einrichtungen zum Messen der Geschwindigkeit der
Vorrichtung über der Oberfläche und zur Dosierung der Abgabemenge in Abhängigkeit
von der gemessenen Geschwindigkeit.
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Obiges Fahrzeug und obige Vorrichtung sind beide sehr komplex in ihrer Konstruktion,
wodurch sie in Anschaffung, Gebrauch und Unterhalt teuer werden und außerdem so
schwer sind, daß sie von einem Motor angetrieben werden müssen.
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Das Ziel der Erfindung ist die Lieferung eines Fahrzeugs des erwähnten Typs, das in
einfacher Weise sparsam mit dem verwendeten Sprühmaterial umgehen kann und bei dem
Sprühfarbentypen verwendet werden können, deren Verwendung wesentlich billiger
kommt als die Verwendung von Aerosolsprühzerstäubern. Gleichzeitig soll das
Fahrzeug billig in Anschaffung, Gebrauch und Unterhalt sein und so leicht, daß es die
bedienende Person ohne Schwierigkeit und ohne Motorunterstützung bewegen kann.
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Dieses Ziel wird durch ein Fahrzeug nach der Erfindung erreicht, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß die Leitung ein Elastomerschlauch ist, der sich hauptsächlich in der
vorgewählten Laufrichtung des Fahrzeugs erstreckt und einen Halbkreis beschreibt, der
seinen Mittelpunkt in einer mit einem der Räder verbundenen Radachse hat, wobei die
Radachse eine Anzahl radial herausragender Arme mit Rollen aufweist, die an den freien
Enden der Arme drehbar angebracht sind, und sich die Achsen der Rollen parallel zur
Radachse und in einem radialen Abstand davon erstrecken, der ein Zusammenwirken der
Rollen mit dem halbkreisförmigen Teil des Schlauchs gestattet, derart daß der
halbkreisförmige Teil zumindest teilweise von den Rollen zusammengepreßt werden kann.
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Wenn die Pumpe in der dargestellten Weise konfiguriert, positioniert und angetrieben
ist, wird eine Pumpe erzielt, die außerordentlich verläßlich, nach Gebrauch leicht von
Sprühmaterial zu reinigen und auch sehr billig in der Anschaffung und im Unterhalt ist.
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Wenn die Düse und der Behälter zwei getrennte Teile sind, wird die Verwendung von
Behältern beliebiger Größe zum Speichern von großen Mengen von Sprühmaterial
möglich, so daß die Menge an den voraussichtlichen Verbrauch von Sprühmaterial vor
dessen Verfestigung oder Trocknung angepaßt werden kann. Diese große Materialkapazität
erlaubt auch den Ankauf von Sprühmaterial in großen Mengen. Durch Verbinden des
Behälters und der Düse über die Leitung wird es möglich, eine Pumpe in die Verbindung
einzufügen, deren Kapazität einerseits an die Abgabemenge der Düse und andererseits
an die Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeugs angepaßt werden kann.
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In Verbindung mit einem Fahrzeug des erwähnten Typs, bei dem wegen des
Fahrzeuggewichts sowohl Vorder- als auch Hinterräder zum Einsatz kommen, damit das
Fahrzeug eine stabile und genaue Stellung zum Boden hat, ist es zweckmäßig, daß die
Pumpe vom hinteren Radpaar angetrieben wird und daß die Düse in der Nähe des vorderen
Radpaars angeordnet ist, worauf in Anspruch 2 Bezug genommen ist. Demzufolge kann
die viel Platz benötigende Pumpe und der Behälter für das Sprühmaterial so nah wie
möglich am Fahrzeugbediener angeordnet werden, wodurch der Bediener über die
Pumpe und den Behälter hinwegsehen kann und einen ungehinderten Blick auf die Düse hat,
die unten in der Nähe des vorderen Radpaars gelegen ist, was für ein sorgfältiges und
genaues Auftragen oder Sprühen des Materials wichtig ist.
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Wenn die Verbindung zwischen der Schlauchpumpe und dem Laufrad nur in der mit der
vorgewählten Richtung übereinstimmenden Drehrichtung hergestellt ist, kann die
Schlauchpumpe auch Sprühmaterial fördern, falls das Fahrzeug in der vorgewählten
Laufrichtung geschoben wird. Diese Verbindung kann beispielsweise durch eine
allgemein bekannte Einwegkupplung hergestellt werden. Ohne eine solche Einwegkupplung
würde das Sprühmaterial zurück in den Behälter gepumpt und das Sprühmaterial aus der
Leitung entfernt werden, wenn man das Fahrzeug in der entgegengesetzten Richtung
schiebt, so daß man mit dem Sprühen erst wieder beginnen kann, wenn man das
Fahrzeug um eine Strecke in der vorgewählten Laufrichtung geschoben hat. Der Bediener
kann daher das Fahrzeug von einem Platz zum anderen bewegen, indem er das Fahrzeug
einfach hinter sich her zieht, was mit anderen Pumpentypen kaum möglich wäre.
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Die Einrichtungen nach Anspruch 3 erleichtern eine einfache Verstellung der Kapazität
der Schlauchpumpe durch Einstellen der Spannung der verstellbaren Feder, falls dies
aufgrund der Viskosität des Sprühmaterials und der Beschaffenheit der Oberfläche
erforderlich sein sollte.
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Wenn ein Druckbehälter zwischen der Pumpe und der Düse eingefügt ist, worauf in
Anspruch 4 Bezug genommen ist, so werden dadurch einerseits Druckdifferenzen in der
Pumpe aufgefangen und andererseits ein kurzzeitiger Farbauftrag an Stellen, an denen
das Fahrzeug nicht bewegt wird, erleichtert.
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Indem der Behälter über dem hinteren Laufradpaar angeordnet ist, worauf in Anspruch 5
Bezug genommen ist, wird der oben erwähnte unbehinderte Blick zur Düse und zum
vorderen Laufradpaar erzielt, aber ein zusätzlicher Vorteil liegt darin, daß das Gewicht
des Behälters und des Sprühmaterials auf dem hinteren Laufradpaar lastet. Dies erhöht
die Normalkraft auf den hinteren Rädern, so daß diese nicht aufgrund des Bremseffekts
der mit den Hinterrädern fest verbundenen Schlauchpumpe auf der Hinterachse relativ
zu einer eventuell rutschigen Oberfläche gleiten.
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Im folgenden wird das Fahrzeug nach der Erfindung im Detail beschrieben, wobei auf
die Zeichnungen, die eine bevorzugte Ausführungsform zeigen, Bezug genommen wird.
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Ein Fahrzeug zum kontinuierlichen Auftrag einer Linie von Sprühmaterial auf eine
Oberfläche 1 umfaßt einen mit einem vorderen 3 und einem hinteren Laufradpaar 4
versehenen Rahmen 2, wobei die Räder 3, 4 in Fahrzeuglängsrichtung voneinander entfernt und
an den vier Ecken des Fahrzeugrahmens liegen.
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Am hinteren Ende des Fahrzeugs ist der Rahmen 2 mit einem sich nach hinten/ oben
vom Fahrzeug erstreckenden Handgriff 5 versehen, der in nicht gezeigter Weise vertikal
verstellbar ist, so daß er auf eine für den Bediener passende Position eingestellt werden
kann.
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Eine nach unten weisende Düse 6 befindet sich in der Nähe der Vorderräder 3, wobei die
Düse in nicht gezeigter Weise nach oben und unten verstellt werden kann, so daß die
Öffnung 7 der Düse 6 in eine für ihren speziellen Zweck passende Position gebracht
werden kann.
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Über eine Leitung 8 ist die Düse 6 mit einem Behälter 9 verbunden, der eine passende
Menge von flüssigem Sprühmaterial aufnehmen kann, wobei die Leitung 8 entlang der
Seite des Behälters 9 nach oben und von oben in diesen hinein geführt ist, so daß das
flüssige Sprühmaterial nicht durch sein Eigengewicht unter dem Einfluß der Schwerkraft
zur Düse 6 und aus deren Öffnung 7 fließen kann.
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Die Leitung 8 ist ein Elastomerschlauch, beispielsweise aus Gummi oder einem
ähnlichen Kunststoff
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Am hinteren Radpaar 4 beschreibt die Leitung 8 einen kreisförmigen Bogen 8a von
ungefahr 180º mit der Hinterradachse 10 als Mittelpunkt und mit vorbestimmten
Radialabstand zu dieser.
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Über eine Einwegkupplung ist die hintere Radachse 10 stationär mit wenigstens einem
der Hinterräder 4 verbunden und die Radachse 10 hat zwischen den Rädern 4 radial
herausragende Arme 11, die an ihren freien Enden drehbare Rollen 12 haben, deren Achsen
sich parallel zur Radachse 10 erstrecken, wodurch sich die Rollen 12 axial, der Leitung
8 gegenüberliegend, erstrecken.
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Der Radialabstand der Rollen 12 ist dem Radialabstand des Kreisbogens 8a der hinteren
Radachse 10 angepaßt, derart daß die Rollen 12 die Elastomerleitung zumindest
teilweise zusammendrücken können.
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Wenn der Bediener das Fahrzeug am Handgriff 5 über die Oberfläche 1 schiebt, auf die
der Streifen aufgebracht werden soll, dann rollt das Hinterradpaar 4 über die Oberfläche
1, wodurch die Hinterradachse 10, die Arme 11 und die Rollen 12 in Drehung versetzt
werden.
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Die Rollen 12 drücken dann die im Halbkreis 8a angeordnete Leitung 8 in einer vom
hintersten zum vordersten Punkt des Halbkreises gleitenden Bewegung zusammen,
wodurch ein nach vom gerichteter Saugeffekt in der Leitung 8 erzeugt wird, so daß das
Sprühmaterial aus dem Behälter 9 und durch die beschriebene Schlauchpumpe 8a, 10,
11, 12 gesaugt und durch die Öffnung 7 der Düse 6 auf die Oberfläche 1 gepreßt wird.
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Des weiteren ist im Rahmen 2 ein Bügel 13 angeordnet, der nach oben und unten
schwenkbar an einer am Rahmen 2 befestigten horizontalen Achse 14 angebracht ist, so
daß der Bügel 13, der im Längsschnitt im wesentlichen einen Halbkreis beschreibt, mit
seinem halbkreisförmigen Teil auf dem von der Radachse 10 abgewandten Teil des
halbkreisförmigen Teils 8a der Leitung 8 aufliegt.
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Am freien Ende 15 des Bügels 13 ist dieser mit einem Sitz 16 für das untere Ende einer
Stange 17 versehen, die sich im wesentlichen senkrecht zwischen dem Sitz 16 und einer
am Rahmen 2 befestigten Büchsenführung 18 erstreckt.
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Zwischen dem Sitz 16 und der Büchsenführung 18 ist die Stange 17 von einer
Druckfeder 19 umgeben, derart daß diese das freie Ende 15 des Bügels 13 nach unten drücken
kann, wodurch der halbkreisförmige Teil des Bügels 13 die Leitung 8a, abhängig von
der Spannung der Druckfeder 19, mehr oder weniger stark mit Druck beaufschlagt.
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Die Spannung der Druckfeder 19 ist in nicht gezeigter Weise einstellbar, beispielsweise
durch eine Anzahl von Aussparungen entlang der Stange 17, von denen wahlweise eine
mit einem Zahn oder einer Sperrklinke der Büchsenführung 18 in Eingriff gebracht
werden kann, so daß die Stange 17 in der Büchsenführung 18 arretiert werden kann.
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Zwischen der Schlauchpumpe 8a, 10, 11, 12 und der Düse 6 ist ein Druckbehälter 20 in
die Leitung 8 eingefügt, wobei der Druckbehälter eine solche Größe hat, daß er
einerseits jegliche Druckschwankungen in der Schlauchpumpe ausgleicht und andererseits
eine kurzzeitige Farbabgabe ermöglicht, auch wenn das Fahrzeug nicht nach vorn bewegt
wird.
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Dies könnte von Interesse sein, wenn die Vorwärtsbewegung des Fahrzeugs gestoppt
wird, um einen speziellen Punkt einer Linie zu markieren, wobei die Vorderräder 3 leicht
über die Oberfläche 1 angehoben werden und die Düse relativ zur Linie seitlich hin- und
herbewegt wird, indem man das Fahrzeug auf den Hinterrädern dreht.
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Die Kapazität des beschriebenen Pumpentyps kann an die benötigte Kapazität angepaßt
werden, indem man den Schlauchdurchmesser, den Druck der Rollen auf den Schlauch
und die Anzahl der Rollen ändert, oder indem man die Leitung als mehrere parallele
Schläuche ausführt.