DE389143C - Verfahren und Schachtofen zum Brennen von Kalk, Zement und zum Roesten von Erzen - Google Patents
Verfahren und Schachtofen zum Brennen von Kalk, Zement und zum Roesten von ErzenInfo
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Description
Das Brennen von Kalk, Zement oder das Rösten von Erzen wird gewöhnlich in der
Weise ausgeführt, daß diese Stoffe in einem Schachtofen schichtenweise mit Koks oder unmittelbar
mit Koks gemischt einem Verbrennungsvorgang unterworfen werden. Es muß . also zunächst Koks hergestellt werden, um diesen
dann zur Wärmeerzeugung oder zu Reduktionszwecken beim Brennen zu verwerten.
ίο Bei unmittelbarer Verwendung von Kohle an
Stelle von Koks gehen .die in der Kohle enthaltenen
öle oder Kohlenwasserstoffe zum größten Teile verloren. Es ist bereits vorgeschlagen
worden, die Kohle in einer im Schachtofen liegenden .Schwelretorte zu schwelen.
Dabei war aber Kohle und Gut nicht vermischt. Es ist ferner auch bekannt, bituminöse Gesteine zunächst in einer Retorte
zu behandeln und nach Abtreiben der flüchtigen j
so Bestandteile in einem Ofen fertigzubrennen, j Dabei findet aber kein Brennstoffzusatz statt.
Die Erfindung stellt nun ein neues Verfahren zum Brennen von Kalk, Zement usw. dar,
das erlaubt, in einem Arbeitsgange mit Mischfeuer das Brennen von Zement, Kalk oder das
Rösten von Erzen durchzuführen und als Brennstoff an Stelle von Koks alle Stein-, Braunu.
dgl. Kohlenarten zu verwenden, und dabei ohne weitere Wärmezufuhr nur durch die Ausnutzung der bei dem Brennen entstehenden
Abwärme die in diesen Kohlen befindlichen Schwelprodukte unmittelbar zu gewinnen.
Das Verfahren und der zur Durchführung erforderliche Schachtofen sind im folgenden
näher erläutert:
Auf dem an zwei.oder mehreren Seiten mit
Ziehöffnungen versehenen Sockel'3 steht ein Eisenmantel 2.
In' dessen unteren Teil reicht ein dicker, feuerfester Innenmantel bis etwa zur halben
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Höhe (Stelle 5). Oben ist eine Schwelretorte 6-6 aus Gußeisen oder Schamotte eingebaut.
Sie reicht mit ihrem unteren Ende bis zu den Gasabfuhrschlitzen 7,7 für die
Brenngase.
Das obere Ende des Schachtofens ist mit
einer beliebigen bekannten dicht abschließenden Einschüttvorrichtung 8 versehen. ,
Die Brenngase werden durch einen Kanal um die Retorte und bei 10 in einen Schorn- j
stein oder besser durch einen Ventilator 17 geleitet. In den Kanal kann ein Luftleitungsrohr
10 eingebaut werden, um die Luft durch die I Abgase vorzuwärmen und durch die Verteilungskammer
11-11 am Schachtofenfuß ringförmigen
Schlitzen gleichmäßig zuzuführen..
Die im oberen Teil der Retorte 6 gebildeten Schwelöle werden teilweise durch lange durch- :
lochte Rohre 12 im Innern abgezogen oder durch >.
die Kohlenschicht hindurch unmittelbar in den ! Abzugskanal für Schwelgase und -dämpfe bei J
13 abgesaugt. Bei Punkt 14 und 15 sind zwei
Leitungen angebracht, welche Dampf oder Wasser zuführen. Der Zweck der Leitung 14
ist, in der Retorte 6 die Schweltemperatur zu ; regeln und eine Dampfdestillation der gebildeten
Schwelprodukte zu bewirken. Der , Zweck der Leitung 15 ist, in den höher erhitzten
Zonen nochmals Wasserdampf einzuführen, j um das gebildete Kalziumsulfid zu zersetzen :
nach der Formel CaS + H2O = CaO + H2S.
Die H„S-Dämpfe werden durch den Abgaskanal abgezogen und können in bekannter
Weise zur Gewinnung von Schwefel verwendet werden.
Der Arbeitsvorgang im Ofen spielt sich folgendermaßen ab:
Zum Anblasen des Schachtofens wird im unteren Teil der nötige Brennstoff, wie Holz
und Kohlen, entzündet und darüber die Zementrohstoffe in Form von Briketts, die aus i
Brennstoff und pulverförmiger! Zementrohstoff j hergestellt sind, oder die zu reduzierenden Erze |
oder sonstige Mineralien entweder mit der : Schwelkohle direkt gemischt oder in abwechselnden
Schichten mit Schwelkohle eingeführt, bis der Schacht gefüllt ist. Danach wird durch
den Ventilator 17 im Gaskanal 9 ein gelinder Luftzug erzeugt, bis das Holz verbrennt und
sich im unteren Teil des Ofens aus Kohle Koks gebildet hat. Dann wird der Luftzug verstärkt
und nach dem Vorbrennen ein zweiter Ventilator hinter dem Saugkanal 13 für die !
Schweldämpfe in Betrieb gesetzt. Dadurch j wird erreicht, daß ein Teil der überhitzten I
Gase durch die Schwelretorte 6 geleitet wird, J während ein anderer Teil seine Wärme von I
außen an die Retorte abgibt. Der Luftzug wird so geregelt, daß je nach Art der Kohle
eine Temperatur von 400 bis 5000 C erzielt wird. Nun wird Wasserdampf durch Leitung 14 eingeführt,
wodurch nicht nur eine Beständigkeit der Schweltemperatur erreicht, sondern auch
die letzten Luftreste, welche mitgesaugt sein könnten, durch den Dampf unschädlich gemacht
werden. Außerdem übt der Dampf gleichzeitig eine Destillationswirkung aus.
Die Dampfeinführung durch Leitung 15 wird in einer Zone bewirkt, die eine Temperatur
zwischen 600 und 9000 hat, bei welcher 7"
Temperatur die Entfernung des Schwefels vor sich geht. Im \rerlauf des Brennvorganges
gibt die Kohle auf ihrem Weg von oben nach unten in der Retorte zunächst ihren Gehalt an
öl und Kohlenwasserstoffen ab, wird im mittleren Teil verkokt und verbrennt im unteren
Ofenteil, dabei «das Sintern von Zement oder das Brennen von Kalk bewirkend. Das Anbacken
der Schwelkohle an den Schachtwänden wird durch den eingeblasenen Wasserdampf verhindert.
Das fertige Gut kann unten durch eine, mechanische Austragevorrichtung fortgenommen
werden, während oben gleichzeitig Rohgut schichtenweise von Hand oder mechanisch
nachgefüllt wird.
Die Ausfüllvorrichtung kann luftdicht abschließen.
Die erhaltenen Schwelgase und -dämpfe können nach bekannter Methode kondensiert
und weiter verarbeitet werden.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . Verfahren zum Brennen von Kalk, Zement und zum Rösten von Erzen im Schachtofen mit Schwelretorte bei gleichzeitiger Gewinnung der Schwelprodukte, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohmasse mit nichtentgastem Brennstoff gemischt, die Mischung in der Schwelretorte unter Dampfeinblasen geschwelt und dann im unteren Ofenteile unter nochmaligem Dampfeinblasen gebrannt wird, wobei die Brennabgase die Schwelretorte außen umspülen.
- 2. Schachtofen zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Brennschacht (io") die Verlängerung der Schwelretorte (6) bildet, no und daß sowohl Brennschacht wie Schwelretorte gesonderte Abzüge (10,13) und gesonderte Dampf Zuführungen (15, 14) besitzen.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEP44911D DE389143C (de) | 1922-09-13 | 1922-09-13 | Verfahren und Schachtofen zum Brennen von Kalk, Zement und zum Roesten von Erzen |
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Publications (1)
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| DE389143C true DE389143C (de) | 1924-01-26 |
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| DEP44911D Expired DE389143C (de) | 1922-09-13 | 1922-09-13 | Verfahren und Schachtofen zum Brennen von Kalk, Zement und zum Roesten von Erzen |
Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE389143C (de) |
-
1922
- 1922-09-13 DE DEP44911D patent/DE389143C/de not_active Expired
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