DE39024C - Fang- und Brems-Vorrichtung durch Centrifugalkraft wirkend - Google Patents

Fang- und Brems-Vorrichtung durch Centrifugalkraft wirkend

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DE39024C
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Germany
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brake device
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Application number
DENDAT39024D
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H. BORGSMÜLLER in Berlin W., Lützowstr. 13
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B66HOISTING; LIFTING; HAULING
    • B66BELEVATORS; ESCALATORS OR MOVING WALKWAYS
    • B66B5/00Applications of checking, fault-correcting, or safety devices in elevators
    • B66B5/02Applications of checking, fault-correcting, or safety devices in elevators responsive to abnormal operating conditions
    • B66B5/16Braking or catch devices operating between cars, cages, or skips and fixed guide elements or surfaces in hoistway or well
    • B66B5/18Braking or catch devices operating between cars, cages, or skips and fixed guide elements or surfaces in hoistway or well and applying frictional retarding forces

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Escalators And Moving Walkways (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 5: Bergbau.
Als Gesichtspunkte, die bei der Construction des vorliegenden Fangapparates leitend waren, sind hervorzuheben zunächst, dafs das Gelingen des Auffangens der Förder- oder Aufzuggestelle unter Anwendung von Federn zur Bewegung der Eingriffsorgane beim Seilbruch während des Abwärtsganges, namentlich wenn dieser sehr schnell erfolgt, höchst unwahrscheinlich ist; ferner, dafs Federn bald erlahmen und unter Umständen das nicht unbedeutende Beharrungsvermögen eines längeren, mitabgerissenen Seilendes von ihnen mit überwunden werden mufs, bevor sie auf den Eingriff überhaupt einwirken können; ferner, dafs die Spannkraft der Federn vom Beginn ihrer Thätigkeit ab stetig abnimmt, und es deshalb leicht vorkommen kann, .dafs nach Ueberwindung der Beharrungs- und Reibungswiderstände für den Eingriff nicht mehr genüg Spannkraft vorhanden ist. Als ein weiterer Gesichtspunkt kommt in Betracht, dafs die Thätigkeit der Federn und Spannkraftorgane überhaupt, soweit sie bei Fangvorrichtungen bisher Anwendung fanden, den Seilbruch immer erst zur Voraussetzung hat, und dafs dann das Beharrungsvermögen und die Reibungswiderstände der betheiligten fallenden Massen gewöhnlich nicht schnell genüg überwunden werden und das Gestell ein zu bedeutendes Fallmoment erlangt.
Im Gegensatz hierzu stehen bei vorliegendem Apparat die am Eingriff betheiligten Massen schon vor eintretendem Seilbruch derart unter der Wirkung von Centrifugalkraft, die durch die Bewegung des Gestelles beständig erzeugt wird, dafs es beim Seilbruch nur noch geringer Fallhöhe bedarf, um sofort die auf den Eingriff bereits hinarbeitenden Fangorgane ohne stärkere Beharrungs- und Reibungswiderstände infolge Verstärkung der Centrifugalkraft zum Eingriff zu bringen. Zu diesem Zweck wird unter Fortfall eines unter hydraulischer oder Centrifugalwirkung stehenden Regulirseiles direct mit dem Förder- oder Aufzuggestell ein Centrifugallaufrad in Verbindung gebracht, das beim Auf- und Niedergang an der Gestellführung rollt und dessen Gewichtsarme auf die Fangorgane einwirken.
Beiliegende Zeichnung zeigt einen solchen Fangapparat mit Centrifugallaufrad in Fig. 1 in Seitenansicht, in Fig. 2 in Vorderansicht und theilweisem Schnitt und in Fig. 3 in Oberansicht.
Das Centrifugallaufrad α wird mittelst der Platte b und Schienen c mit dem Förderoder Aufzuggestell verbunden und rollt, durch einen Schlitz b1 der Platte vortretend, beim Auf- und Niedergang des Gestelles an dem Leitbaum d. Die Hohlwelle e des Rades ist in den beiden mit Schmierung versehenen Armen / drehbar, welche um den an der Grundplatte b befestigten Halter g schwingen können. Durch an die Arme f angreifende Federn h wird das Laufrad a mit nachgiebigem Druck gegen den Leitbaum d gezogen und dadurch die für das Rollen des Rades erforderliche Reibung erzeugt. Die Gewichte i an beiden Seiten des Laufrades α, welche um Bolzen schwingen können, fassen mittelst ihrer inneren Arme durch Schlitze der Hohlwelle e und halten zwei in der letzteren lie-
gende Stifte k, deren Enden aus der Hohlwelle e etwas herausragen.
Infolge der Centrifugalkraft schlagen je nach der Fahrgeschwindigkeit die Gewichte i mehr oder weniger aus und sie verschieben dadurch mehr oder weniger die Stifte k. Gegen letztere legen sich nun die Hebel / der beiden die Fangklauen m tragenden Achsen η derart, dafs, wenn eine bestimmte Geschwindigkeitsgrenze bei der Förderung überschritten wird, die Klauen m sich an den Leitbaum d anlegen und, falls die Bewegung abwärts gerichtet ist, sofort das Gestell auffangen.
Die Gewichte ο auf den Armen der Achsen η dienen zum Ausgleichen der Gewichte der Klauen bezw. zur Bestimmung der Geschwindigkeitsgrenze, bei welcher der beschriebene Klaueneingriff eintreten soll.
Angenommen, es solle dies bei 5 m Fördergeschwindigkeit stattfinden, dann wäre der Maschinist gehalten, beim Abwärtslassen des Gestelles diese Geschwindigkeit nicht zu überschreiten, das Gestell würde sonst sich selbst aufhängen. Der Apparat bietet also auch in dieser Hinsicht eine gewisse Controle über den Maschinisten.
Sollte nun aber das Seil beim Abwärtsfahren reifsen, so würde natürlich ebenfalls bei 5 m Geschwindigkeit des Gestelles Eingriff erfolgen. Würde demnach für die Personenförderung eine Maximalgeschwindigkeit von 2 bis 3 m vorgeschrieben und eingehalten, so bedürfte das Gestell bis zum Eingriff der Klauen höchstens nur einiger Centimeter Fallhöhe, denn bei nur 1 m Fallhöhe beträgt die Endgeschwindigkeit schon etwa 5 m. Risse das Seil während des Aufwärtsganges, so würden bei etwa 1,3 m Fallhöhe die 5 m Geschwindigkeit erreicht werden, so dafs also auch bei dieser geringen Fallhöhe das Gestell aufgefangen werden würde.
Namentlich beim Seilbruch während des Abwärtsganges stellt sich die Ueberlegenheit des Apparates den bisherigen gegenüber heraus. Denn vorausgesetzt, es habe das Gestell im Moment des Seilbruches bereits 4 m Geschwindigkeit, so wäre dann nur noch eine geringe Fallhöhe zu durchmessen, um die auf den Eingriff fortwährend gespannten Organe zur sofortigen Wirkung zu bringen.
Zum Unterschied hiervon haben Federn häufig erst noch die volle Massenträgheit längerer Seilenden und deren Widerstände in solchem Falle zu überwinden, sie können deshalb häufig das Gestell überhaupt nicht zum Aufhalten bringen, denn dieses hat in solchem Falle bereits ein Fallmoment erlangt, das aller Hindernisse spottet.
Da der vorliegende Apparat, wie aus Obigem ersichtlich, bei gespanntem Seil functioniren kann, so bietet auch ein etwaiges Lösen der Seiltrommel u. dergl. für das Personal keine Gefahr mehr. '
Um das Innere des Apparates gegen Verschmutzung und Nässe zu schützen, sind die Schutzkappen ρ aufgesetzt. Mittelst des auf der Achse der Arme / zu befestigenden Hebels q und des Hakens r am Gestell kann man den Apparat ausgerückt erhalten, wenn bei der gewöhnlichen Förderung die Geschwindigkeit überschritten werden soll, auf welche der Apparat eingestellt ist. Natürlich sind sowohl die Stifte in der Hohlwelle des1 Laufrades, als auch die Klauenachsen in der Platte b ganz lose anzuordnen, so dafs Klemmungen ausgeschlossen sind. Der Platte b gegenüber am anderen Leitbaum wird auf den Klauenachsen eine Platte mit einem dem Gewicht des Laufrades u. s. w. entsprechenden Gegengewicht angeordnet, um das Gleichgewicht des Gestelles nicht zu stören. Auch unter sich sind die einzelnen Theile des Apparates so ausbalancirt, dafs die Wirkungen der Schwerkraft, des Stofses u. dergl. nur eine unmerkliche Aenderung in der gegenseitigen Lage der Theile hervorrufen können. Diese Wirkungen haben auf die Thätigkeit der Centrifugalkraft im übrigen keinen Einflufs.
Wenn der Apparat nicht zum Auffangen der Fördergestelle, sondern lediglich dazu dienen soll, die von der Behörde für die Menschenförderung in Bergwerken vorgeschriebene Maximalgeschwindigkeit von 3 m pro Secunde zu reguliren bezw. zu controliren, so mufs der Apparat bremsend wirken. Er darf dann bei etwas erhöhter Geschwindigkeit die Förderkörbe nicht feststellen, denn dies würde störend für die Beförderung der grofsen Zahl Arbeiter sein. Zu diesem Zweck werden an Stelle der Fangklauen in auf die Achsen η Bremsarme aufgesetzt, die statt der Verzahnung eine das Feststellen der Körbe ausschliefsende gewölbte und glatte Grifffläche tragen. Aufserdem erhalten die Achsen η dann eine elastische Lagerung gegen Federn, die man an der Platte b anordnet. Beim Anschlagen an den Leitbaum d bremsen die Arme das Fördergestell unter Ausübung eines Druckes auf den Leitbaum, dessen Stärke man von der Stärke der Federn abhängig machen kann. Der Kraftbedarf für die Aufwärtsbewegung des Gestelles im anderen Trum vermehrt sich natürlich dementsprechend, und der auf diese Weise eingeschaltete Bewegungswiderstand bewirkt dann eine Ausgleichung plötzlicher Geschwindigkeitsdifferenzen, andererseits ist derselbe ein Beweis etwaiger Unachtsamkeit des Maschinisten. Eine solche Bremsung des abwärtsgehenden Fördergestelles wird erst wieder aufgehoben, wenn dasselbe aufwärts bewegt wird. Die Bremsung
überschreitet zweckmäfsig nicht eine solche Stärke, dafs die vorgeschriebene Fördergeschwindigkeit nicht eingehalten werden kann.
Natürlich könnte man das Centrifugallaufrad α auch lediglich als Laufrad einrichten und mittelst seiner Achse e und eines geeigneten Rädergetriebes ein in einem Halter zu lagerndes aufrechtes Watt'sches Centrifugalpendel zu den oben beschriebenen Zwecken betreiben.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Ein Fang- oder Bremsapparat für Förderoder Aufzuggestelle mit verticaler, fester Führung (d) und einem vom Gestell getragenen, bei seiner Auf- und Abbewegung an (d) rollenden Laufrade zum Drehen von Centrifugalarmen, die beim Ausschlagen Fang- oder Bremsorgane mit der Führung (d) in Berührung bringen, welche dann unabhängig vom Laufrade das Gestell an der Führung (d) auffangen bezw. bremsen.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT39024D Fang- und Brems-Vorrichtung durch Centrifugalkraft wirkend Active DE39024C (de)

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