DE3905945C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Siebmaschine mit einem um eine
im wesentlichen horizontale Achse rotierenden, auf der Au
ßenseite mit einem Siebgewebe bespanntes Trommelgerüst.
Das Klassieren von Produkten, insbesondere metallischer Pul
ver mit ausgeprägt sphäroidischer Partikelform im Bereich
kleiner 0,1 mm bereitet erhebliche Schwierigkeiten, da ei
nerseits die herkömmlichen Siebverfahren durch Klemmkorn
bedingte, große Siebflächen erfordern, um die Flächenbela
stung gering zu halten, und andererseits die verfügbaren
Klassierverfahren nur unbefriedigende Trennschärfen und
Feststoffausbringmengen liefern. Derartige Produkte sowie
andere siebschwierige Produkte werden seit langem auf her
kömmlichen Feinkornsiebmaschinen klassiert, die allerdings
aufgrund der geringen, erlaubten Flächenbelastung extrem
große Siebflächen aufweisen. Mit zunehmender Anzahl der
Kornlagen auf dem Siebbelag nimmt die Neigung zur Klemm
kornbildung zu, da das Gewicht der oberen Schicht po
tentielle Klemmkörner in die Maschen des Siebgewebes
drückt.
Darüber hinaus führt eine Vielzahl von Kornlagen zu unbe
friedigenden Trennschärfen.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift 31 35 294 ist bereits
eine geneigt in einem Gestell angeordnete Siebvorrichtung
mit einer um eine im wesentlichen horizontale Achse rotie
renden Siebtrommel bekannt, die für einen einwandfreien
Betrieb auch größerer Siebtrommeln mehrere längsverlaufen
de, durch Ringe verbundene Profile besitzt. Die durch die
Ringe verbundenen Profile erhöhen die Stabilität der dreh
bar gelagerten Siebtrommel und wirken Taumelbewegungen so
wie nachteiligen Schwingungen entgegen. In Verbindung mit
den Profilen bilden die Ringe das eingangs erwähnte Trommel
gerüst, das auf der Außenseite mit einem Siebgewebe be
spannt ist. Das Trommelgerüst dient ausschließlich der Sta
bilisierung der Siebvorrichtung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine für sieb
schwieriges Gut geeignete, kompakte Siebmaschine zu schaf
fen, deren 8etrieb durch Klemmkornbildung nicht beeinträch
tigt wird.
Die Erfindung basiert auf dem Gedanken, die Anzahl der
Kornlagen während des ganzen Siebvorganges einen höchstzu
lässigen Maximalwert nicht überschreiten zu lassen und so
mit die Siebflächenbelastung vorhersehbar zu gestalten.
Im einzelnen besteht die Lösung darin, daß eine Siebmaschi
ne der eingangs erwähnten Art gleichmäßig über das Trommel
gerüst verteilte Öffnungen, die in Verbindung mit dem auf
gespannten Siebgewebe Kammern für das Siebgut bilden, eine
sich unterhalb der horizontalen Achse im Trommelinneren
erstreckende Siebgutaufgabe und einen sich oberhalb der
horizontalen Achse im Trommelinneren in Längsrichtung er
streckenden Austrag besitzt.
Die Kammern ermöglichen es, daß während des gesamten Sieb
vorganges, nachdem das Siebgut über die gesamte Länge des
Trommelsiebes aufgegeben ist, kein zusätzliches Siebgut
mehr in den Bereich der einzelnen Siebbelagsflächenabschnit
te gelangen kann, so daß die Siebflächenbelastung nicht
über einen von der Aufgabemenge abhängigen Maximalwert an
steigen kann. Dadurch wird die Klemmkornbildung verhindert
und außerdem eine hohe Trennschärfe erreicht. Darüber hin
aus verhindern die Kammern durch ihre Transportfunktion
unkontrollierte Verwirbelung des Siebgutes, die die Trenn
schärfe nachteilig beeinflussen. Insbesondere verhindern
die Kammern bei einem Betrieb der Trommel mit einer Schleu
derzahl geringfügig kleiner 1, daß schwerere Teilchen nicht
zum Austrag gefördert werden.
Die sich unterhalb der horizontalen Achse in Längsrichtung
erstreckende Siebgutaufgabe ermöglicht das gleichzeitige
Aufgeben des Siebgutes in die einzelnen Kammern über die ge
samte Länge des Siebes.
Der oberhalb der horizontalen Achse in Längsrichtung ange
ordnete Austrag nimmt auf gesamter Länge das in Folge der
mit zunehmenden Abstand von der durch die horizontale Achse
gedachten waagerechten Ebene vermehrt wirkenden Schwerkraft
sich vom Siebbelag lösende Überkorn auf gesamter Trommellän
ge auf und führt es aus der Trommel heraus. Durch die
erfindungsgemäße Anordnung von Aufgabe und Austrag ist es
möglich, Kreissegmente des Trommelsiebes auf gesamter Länge
nur für die Absiebung bzw. nur den Austrag des Überkorns zu
nutzen. Hierdurch ergibt sich eine besonders effiziente
Nutzung der zur Verfügung stehenden Siebfläche, was der
kompakten Bauweise der Siebmaschine entgegenkommt.
Eine Siebhilfe unterstützt den Siebvorgang in den einzelnen
Kammern, so daß sich die Trennschärfe erhöht. Als Siebhilfe
kommt ein mit geringem Abstand zum Trommelgerüst sich über
einen Teilkreisbogen erstreckendes Düsenblech zum radial
nach außen gerichteten Durchblasen eines Fluids, beispiels
weise Luft, in Betracht. Ein geringer Abstand zwischen dem
Düsenblech und dem Trommelgerüst verhindert ein Austreten
und Vermischen der in den einzelnen Kammern enthaltenen
Körner durch das die Kammern durchströmende Fluid. Die
Auswahl des Fluids ist abhängig vom Siebgut. Für trockene,
nicht mit Luft reagierende Siebgüter kommt Luft in Betracht.
Falls eine Luftreaktion des trockenen Siebgutes zu erwarten
ist, sollte vorzugsweise ein inertes Gas zur Spülung einge
setzt werden. Bei Suspensionen und feuchten Siebgütern kom
men auch Spülflüssigkeiten in Frage. An der Innenseite des
Düsenblechs an Versorgungsleitungen angeschlossene Sammel
kammern erlauben eine einfache Versorgung sämtlicher Düsen
mit dem Fluid über eine axial durch die Siebtrommel
geführte Hauptleitung, in der die einzelnen Versorgungslei
tungen zusammenlaufen.
Eine in den Spalt zwischen dem Düsenblech und dem Trommelge
rüst mündende Aufgabe verhindert Verwirbelungen des Aufgabe
gutes beim Einfüllen in die Kammern.
Das Trommelgerüst kann wahlweise mit kreisförmigen oder
rechteckigen Öffnungen versehen werden, wobei kreisförmige
Öffnungen bei sehr feinem Aufgabegut zu bevorzugen sind.
Jede Öffnung hat vorzugsweise einen radialen außenliegenden
Abschnitt mit konstantem Öffnungsquerschnitt und einem sich
trichterförmig radial nach innen erweiternden Abschnitt.
Durch eine solche Ausführung verkleinert sich die trommelin
nere Fläche der einzelnen, zwischen den Öffnungen verlaufen
den Stege des Trommelgerüstes, so daß sich die Wahrschein
lichkeit, daß aufgegebenes Gut nicht unmittelbar in die
Kammern gelangt, erheblich verkleinert.
Um den Austrag des Überkorns und einzelner in dem Siebge
webe sitzender Klemmkörner im Bereich des Ableitungstroges
zu unterstützen, kann ein dem Ableitungstrog im wesentli
chen gegenüberliegendes Sprühdüsensystem außerhalb der Sieb
trommel angeordnet werden. Da dieses Sprühdüsensystem mit
einem erheblich höheren Druck als das als Siebhilfe fungie
rende Düsensystem beaufschlagt werden kann, ist die Ablei
tung von Überkorn selbst bei Schleuderziffern größer 1
möglich. Darüber hinaus lassen sich mit entsprechend hohem
Druck selbst hartnäckigste Klemmkörner aus dem Maschenge
webe entfernen und über den Ableitungstrog aus der Trommel
abfördern.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand in der Zeichnung dar
gestellter Ausführungsbeispiele des näheren erläutert. Es
zeigen:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht der erfindungs
gemäßen Siebmaschine;
Fig. 2 eine schematische Stirnansicht der erfindungsge
mäßen Siebmaschine; und
Fig. 3 eine vergrößerte Darstellung eines Ausschnitts
der Siebtrommel und des Siebtrommelinnenraumes.
Die erfindungsgemäße Siebmaschine besteht im wesentlichen
aus einer um eine horizontale Achse rotierenden zylindri
schen Siebtrommel 1, aus einem Trommelgerüst 2, das auf der
Außenseite mit einem feinmaschigen Siebgewebe 3, vorzugswei
se mit einer Maschenweite von 0,1 mm bespannt ist. Das
Trommelgerüst 2 besitzt gleichmäßig über seine Mantelfläche
verteilte Öffnungen 4, 5, die in Verbindung mit dem aufge
spannten Siebgewebe 3 Kammern für das Siebgut bilden. Das
Trommelgerüst 2 besitzt kreisförmige Öffnungen 4, 5. Jede
Öffnung 4, 5 hat einen radial außenliegenden Abschnitt 4
mit konstantem Öffnungsquerschnitt und einen radial innen
liegenden, sich trichterförmig nach innen erweiternden Ab
schnitt 5. Die Stege 13 zwischen benachbarten Öffnungen 4,
5 bzw. Öffnungsreihen haben an der Trommelinnenseite eine
geringe Breite von etwa 4 mm.
Innerhalb der Siebtrommel 1 ist ein stationäres, sich über
einen Teilkreisbogen von etwa 240° erstreckendes Düsen
blech 6 angeordnet, das in einem Winkelabstand von etwa 60°
vor dem tiefsten Punkt der Siebtrommel 1 beginnt. Der
Spalt zwischen dem Düsenblech 6 und dem Trommelgerüst 2
beträgt etwa 2 mm.
In den Spalt zwischen dem Düsenblech 6 und dem Trommelge
rüst 2 mündet eine sich in Trommellängsrichtung erstrecken
de Vibrationssiebgutaufgabe 7, die das Siebgut auf der
gesamten Länge der Siebtrommel 1 aufgibt.
Öffnungen 8 des Düsenblechs 6 dienen zum radial nach außen
gerichteten Durchblasen von Luft, um den Siebvorgang in den
Kammern 4, 5 zu unterstützen. An der Innenseite des Düsen
blechs 6 sind an Versorgungsleitungen 10 angeschlossene
Luftsammelkammern 9. Sämtliche Versorgungsleitungen 10 sind
an eine nicht dargestellte axial durch die Siebtrommel 1
geführte Hauptleitung angeschlossen.
Das Prinzip der Luftstrahlsiebung, wie es beispielsweise
aus der deutschen Auslegeschrift 28 41 052 hervorgeht,
führt im Zusammenhang mit den Kammern 4, 5 zu einer gegen
über der Lufteintrittsgeschwindigkeit durch die Öffnungen 8
verlangsamten Austrittsgeschwindigkeit durch das Siebgewe
be. Der verlangsamte Luftstrom durchmischt das auf dem
Siebgewebe 3 befindliche Siebgut schonend, wodurch Klemm
korn vermieden wird.
Im Bereich des höchsten Punktes der Siebtrommel 1 befindet
sich ein axial durch die Siebtrommel geführter, nach oben
offener Ableitungstrog 11 mit einem am Trogsumpf sitzenden
Stutzen 14 zum Abfördern des Überkorns aus der Siebtrommel
1.
Dem Ableitungstrog 11 liegt außerhalb der Siebtrommel 1 ein
Leitungs- und Sprühdüsensystem 12 gegenüber, um Klemmkorn,
das sich dennoch gelegentlich in dem feinmaschigen Siebge
webe festsetzt, herauszublasen und das Ablösen des Grobgu
tes vom Siebgewebe zu unterstützen.
Bei der Klassierung von gröberen Siebgütern kann aufgrund
der geringeren, wirksamen Adhäsionskräfte zumeist völlig
auf ein Sprühdüsensystem 12 verzichtet werden, da sich die
Teilchen aufgrund der zum höchsten Punkt der Siebtrommel 1
zunehmenden Schwerkraftkomponente der einzelnen Teilchen
selbständig vom Siebgewebe 3 ablösen und in den Ableitungs
trog 11 fallen, soweit die Schleuderzahl der Trommel 1
nicht größer als 1 ist.
Claims (14)
1. Siebmaschine mit einem um eine im wesentlichen hori
zontale Achse rotierenden, auf der Außenseite mit ei
nem Siebgewebe bespannten Trommelgerüst, gekennzeich
net durch, gleichmäßig über das Trommelgerüst verteil
te Öffnungen (4, 5), die mit dem Siebgewebe (3) Sieb
gutkammern bilden, eine sich unterhalb der horizonta
len Achse im Trommelinneren in Längsrichtung er
streckende Siebgutaufgabe (7) und einen sich oberhalb
der horizontalen Achse im Trommelinneren in Längsrich
tung erstreckenden Austrag (11).
2. Siebmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Trommelgerüst (2) kreisförmige Öffnungen (4,
5) mit einem Durchmesser von 5 bis 15 mm besitzt.
3. Siebmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Trommelgerüst (2) rechteckige Öffnungen mit
einer Seitenlänge von 5 bis 15 mm besitzt.
4. Siebmaschine nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß jede Öffnung einen radial außen liegen
den Abschnitt (4) mit konstantem Öffnungsquerschnitt
und einen radial innenliegenden Abschnitt (5) mit sich
trichterförmig nach innen vergrößerndem Querschnitt
aufweist.
5. Siebmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Breite von Stegen (13) zwischen benachbarten
Öffnungsreihen an der Trommelinnenseite weniger als 4 mm
beträgt.
6. Siebmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 5, gekennzeichnet durch ein sich in Trommeldreh
richtung hinter der Siebgutaufgabe (7) im Trommelinne
ren über einen Teilkreisbogen erstreckendes Düsenblech
(6).
7. Siebmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstand zwischen dem Düsenblech (6) und dem
Trommelgerüst (2) höchstens 2 mm beträgt.
8. Siebmaschine nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Siebgutaufgabe (7) in einem Spalt
zwischen dem Düsenblech (6) und dem Trommelgerüst (2)
mündet.
9. Siebmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 6
bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Düsenblech (6)
an seiner Innenseite an Versorgungsleitungen (10) ange
schlossene Sammelkammern (9) aufweist, und die Versor
gungsleitungen (10) in einer axial durch die Siebtrom
mel (1) geführten Hauptleitung zusammenlaufen.
10. Siebmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 9, gekennzeichnet durch einen Ableitungstrog für
das Überkorn.
11. Siebmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 10, gekennzeichnet durch ein oberhalb der hori
zontalen Achse außerhalb der Siebtrommel (1) angeordne
tes Sprühdüsensystem (12).
12. Siebmaschine nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet,
daß das Sprühdüsensystem (12) dem Ableitungstrog (11)
im wesentlichen gegenüberliegt.
13. Siebmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Siebgewebe (3)
eine Maschenweite unter 0,1 mm besitzt.
14. Siebmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 13, gekennzeichnet durch eine Vibrationssiebgutauf
gabe (7).
Priority Applications (3)
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| DE19893905945 DE3905945A1 (de) | 1989-02-25 | 1989-02-25 | Siebmaschine mit einer um eine im wesentlichen horizontale achse rotierenden, zylindrischen siebtrommel |
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Applications Claiming Priority (1)
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Publications (2)
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ID=6374954
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
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