DE3912601A1 - Abschaltvorrichtung zum abschalten bei mindestspannung - Google Patents
Abschaltvorrichtung zum abschalten bei mindestspannungInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Abschaltvorrichtung
zum Abschalten bei Mindestspannung eines Typs, der der Ab
schaltkinematik eines Schutzschaltschützes in Modulbauweise
zugeordnet wird, das in einer elektrischen Leitung einge
richtet ist und ein Betätigungsrelais mit einem Anker ent
hält, der die genannte Kinematik in der Folge des Absinkens
der Speisespannung in der Leitung betätigt.
Bekanntlich sollen Vorrichtungen dieses Typs die elektri
sche Leitung schützen, indem sie das Schaltschütz öffnen,
sobald die Speisespannung der Leitung unterhalb eines vor
gegebenen Werts absinkt.
Im einzelnen sieht die Norm IEC 157-1 (International Elec
trotechnical Commission) vor, daß solche Mindestspannungs
abschaltvorrichtungen das Schaltschütz betätigen müssen,
sobald die in der elektrischen Leitung stehende Spannung
zwischen 70 und 35% der Nennspeisespannung beträgt. Ferner
muß die Abschaltvorrichtung das Schließen des Schaltschützes
verhindern, wenn die Speisespannung unter 35% des Nennwerts
liegt, während sie das Schließen bei Spannungswerten und
Speisewerten, die gleich oder über 85% der Nennspannung
liegen, nicht verhindern darf.
Auch wenn die obigen Spezifikationen erfüllt sind, sieht man
sich der Notwendigkeit gegenüber, solche Vorrichtungen so
wohl zum Schutz einphasiger elektrischer Leitungen mit Span
nungen zwischen 48 V und 380 V als auch zum Schutz elektri
scher Drehstromleitungen mit verketteten Spannungen zwischen
220 und 380 V einsetzen zu müssen.
Um dieser Notwendigkeit gerecht zu werden, sieht der Stand
der Technik derzeit die Anwendung einer Abschaltvorrichtung
mit einer Spule mit einem entsprechenden beweglichen Kern
vor, die ständig unter Leitungsspannung steht, so daß der
Kern von der elektromagnetischen Kraft ins Innere derselben
gezogen wird, solange die Spannung über dem Mindestwert von
70% des Nennwerts liegt. Der bewegliche Kern wird gegen
elastische Mittel in die Spule gezogen, die ihn ständig nach
außen hin vorspannen, um die Abschaltkinematik des Schalt
schützes zu betätigen.
Eine genaue Planung, eine geeignete Dimensionierung und eine
umsichtige Materialauswahl ermöglichen die Herstellung von
Spulen mit geringer elektrischer Verlustleistung.
Jedoch weisen diese Abschaltvorrichtungen gemäß dem Stand
der Technik, obwohl sie im wesentlichen ihren Zweck er
füllen, gewisse Nachteile auf, die hier nachstehend auf
geführt werden.
Trotz des Einsatzes einer Spule mit geringer Verlustleistung
liegt ihre Stromaufnahme in der Größenordnung von einigen
zehn Milliampere (10 mA) mit Verlusten im Eisen und im
Kupfer wegen des Joule-Effekts von etwa 1,5 W und mit der
Gefahr, daß die Vorrichtung im Betrieb eine Übertemperatur
von etwa 90° erreicht.
Die Voreinstellung des Schwellenwerts, bei dem die Vorrich
tung anspricht, geschieht zu Lasten der Vorspannfeder des
beweglichen Spulenkerns, und daher gibt es keine Möglich
keit, diesen Schwellenwert kontinuierlich zu verändern.
Wenn die Spannung Werte in der Nähe der Ansprechschwelle
annimmt, wird die Vorrichtung von einem lästigen Brummen
befallen.
Ferner können wegen des Platzbedarfs der Spule sowie der
Mechanismen zum automatischen Rückstellen, die vorgesehen
werden müssen, die Abschaltvorrichtungen für Drehstrom
leitungen nur so gestaltet werden, daß man zwei Schalt
schütz-Standardmodule, jeweils mit einer entspechenden
Spule, paarweise anordnet, mit dem sich offensichtlich
daraus ergebenden Aufwand an Kosten und Platz.
Das technische Problem, das der vorliegenden Erfindung zu
grundeliegt, ist die Ausarbeitung und Bereitstellung einer
Abschaltvorrichtung bei Mindestspannung mit strukturellen
und funktionellen Merkmalen, die die Überwindung der ge
nannten Nachteile aus dem Stand der Technik ermöglicht.
Dieses Problem wird durch eine Vorrichtung des angegebenen
Typs gelöst, der dadurch gekennzeichnet ist, daß er einen
elektronischen Steuerschaltkreis zwischen einem phasen
führenden Leiter der elektrischen Leitung und dem genannten
Relais enthält, und mit einen ersten Schaltkreisteil zum
Regeln der Ansprechschwelle der Vorrichtung sowie mit einem
zweiten Schaltkreisteil zur Definition der Ansprechver
zögerung ausgerüstet ist.
Die Merkmale und die Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrich
tung ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung eines
Ausführungsbeispiels mit hinweisender und nicht einschrän
kender Wirkung und unter Bezugnahme auf die beiliegenden
Zeichnungen.
In diesen Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen
Ausschaltvorrichtung;
Fig. 2 eine schematische Darstellung der Vorrichtung aus
Fig. 1 in einer Ausführungsvariante;
Fig. 3 eine perspektivische Ansicht eines Schaltschützes in
Modulbauweise, das mit der Vorrichtung in Fig. 1 zusammen
wirkt.
In diesen Figuren bedeuten 1, allgemein und schematisch ge
zeigt, eine Ausschaltvorrichtung bei Mindestspannung gemäß
der vorliegenden Erfindung. Die Vorrichtung 1 ist vorgesehen
zum Schutz einer einphasigen elektrischen Leitung 2 gegen
den Abfall der Speisespannung auf 70% des Nennwerts gemäß
der Norm IEC 157-1.
Zu diesem Zweck beinhaltet die Vorrichtung 1 ein Betäti
gungsrelais 3 in einer besonderen Ausbildungsform. Das
Relais 3 enthält einen Kern 4, dessen Polenden 5 und 6 aus
den senkrechten Stücken zweier in L-Form ausgebildeter
Elemente 7 und 8 bestehen, deren restliche, waagrechte
Stücke gleichsinnig gerichtet sind und übereinanderliegen.
Zwischen diesen waagrechten Stücken ist als Trennspalt eine
Aluminiumfolie 9 eingelegt.
Kern 4 als solcher ist auf herkömmliche Weise in einem nicht
dargestellten Gehäuse des Relais 3 gelagert. Ferner liegt um
den senkrechten Teil des Pols 6 eine Wicklung 10 aus 2500
Windungen eines lackierten Kupferdrahts mit einem Durch
messer von 0,05 mm.
Das Relais 3 enthält ferner einen Steueranker 12, der um
einen festen Punkt des Kerns 4 drehbar gelagert und gegen
die Polenden 5 und 6 gegen eine Vorspannung durch Feder
mittel 13 beweglich ist. Der Anker 12 betätigt die Aus
schaltkinematik des Schalters 20.
Die Wicklung 10 ist mit Klemmen A und B zum Anschluß an
einen elektronischen Schaltkreis 14 zwecks Steuerung des
Relais 3 ausgerüstet.
Die Klemme B der Wicklung 10 liegt direkt am neutralen
Leiter N der einphasigen Leitng 2, während Klemme A an einem
Ende eines Widerstands R 1 liegt, der mit dem anderen Ende
über eine Reihenschaltung, bestehend aus dem Widerstand R 2,
der Diode D 1 und einer Zenerdiode DZ, an dem phasenführenden
Leiter F der Leitung 2 liegt.
Schaltkreis 14 liegt daher zwischen dem phasenführenden
Leiter F der Leitung 2 und dem Relais 3, und die Dioden D 1
und DZ bilden einen ersten Teil 18 des Schaltkreises zum
Regeln des Ansprech-Schwellenwerts der Vorrichtung 1.
Im Schaltkreis 14 ist ferner ein zweiter Schaltkreisteil 19
vorgesehen, der aus einem Kondensator C 1 in Parallelschal
tung zur Reihenschaltung des Widerstands R 1 mit der Wicklung
10 besteht.
Die Diode D 1 und die Zenerdiode DZ ermöglichen das Einstel
len des Ansprechschwellenwerts der Vorrichtung, während eine
zeitliche Verzögerung beim Ansprechen von den Werten des
Widerstands R 1 und des Kondensators C 1 bestimmt wird.
In einer anderen Ausführungsform sind in Fig. 2 zusammen
wirkende Bauteile und Teile der gleichen Struktur und der
gleichen Funktion wie im vorangehenden Ausführungsbeispiel
mit der jeweils gleichen Nummer und dem gleichen Bezugs
zeichen gekennzeichnet, jedoch ist die hier dargestellte
erfindungsmäßige Vorrichtung zum Schutz einer elektrischen
Drehstromleitung 15 bestimmt. Die Leitung 15 hat die übli
chen Leiter mit den Phasen R, S und T, und die erfindungs
gemäße Vorrichtung soll zwei verkettete Spannungen der
Drehstomleitung steuern durch Betätigen der Abschaltkine
matik des Schaltschützes 20, und zwar ausschließlich durch
das Relais 3.
Im einzelnen liegt der bereits beschriebene Schaltkreis 14
mit einem Ende an dem ersten phasenführenden Leiter R und
mit dem anderen Ende an der Klemme A des Relais 3, während
ein zweiter Steuerkreis 21 zwischen dem dritten phasen
führenden Leiter T der Leitung 15 und der Klemme B des
Relais 3 liegt. Genauer gesagt liegt die Klemme B des Relais
3 an dem zweiten phasenführenden Leiter S unter Zwischen
schaltung eines elektronischen Schließers 16, der z.B. aus
einem Transistor besteht.
Der Steuerteil 17 dieses Schalters 16 liegt zwischen dem
Leiter S und dem dritten phasenführenden Leiter T mittels
einer Reihenschaltung aus dem Widerstand R 3, einer Diode D 2
und einer Zenerdiode DZ 2.
Sobald der Wert der verketteten Spannung zwischen den
phasenführenden Leitern S und T unter 70% dieses Nennwerts
absinkt, wird der elektronische Schalter 16 des zweiten
Schaltkreises 21 aktiviert, der die Verbindung zwischen
Relais 3 und dem zweiten phasenführenden Leiter S herstellt
und so auch die Steuerung der anderen verketteten Spannung
zwischen den Leitern R und S ermöglicht.
Bei der Antragstellerin durchgeführte Laboruntersuchungen
haben gezeigt, daß die Stromaufnahme seitens der erfindungs
gemäßen Vorrichtung nachgewiesenermaßen etwa 1 mA (ein
Milliampere) beträgt. Dieser Stromwert ist besonders niedrig
und bedeutet eine äußerst niedrige Verlustleistung aus dem
Joule-Effekt, wodurch auch Probleme der Überhitzung der
gesamten Vorrichtung vermieden werden.
Ferner gestattet der minimale Energiebedarf, um das Relais 3
der Vorrichtung 1 geschlossen zu halten, die Anwendung eines
Kondensators C 1 im RC-Verzögerungsglied des Schaltkreises 14
mit besonders kleinen Abmessungen.
Daher ist es ein großer Vorteil der erfindungsgemäßen Vor
richtung, daß die kleine Anzahl der eingesetzten Bauteile
die Fertigung einer Abschaltvorrichtung für Drehstrom ge
stattet, die in einem einzigen Modul von 17,5 mm Dicke in
einem Schutz-Schaltschütz untergebracht werden kann.
Ferner besteht die Möglichkeit, die Ansprechschwelle für die
Unterbrechung unter voller Beachtung der entsprechenden
Normen fast kontinuierlich zu verändern.
Ferner ist die erfindungsgemäße Vorrichtung besonders wirt
schaftlich und einfach zu fertigen.
Claims (3)
1. Abschaltvorrichtung (1) zum Abschalten bei Mindestspan
nung eines Typs, der der Abschaltkinematik eines Schutz-
Schaltschützes (20) in Modulbauweise zugeordnet wird, der in
einer elektrischen Leitung (2) eingerichtet ist und ein Be
tätigungsrelais (3) mit einem Anker (12) enthält, der die
genannte Kinematik in der Folge des Absinkens der Speise
spannung in der Leitung (2) betätigt, dadurch gekennzeich
net, daß er einen elektronischen Steuerschaltkreis (14)
enthält, der zwischen einen phasenführenden Leiter (F) der
Leitung (2) und dem Relais (3) gelegt wird und einen ersten
Schaltkreisteil (18) zur Regelung der Ansprechschwelle der
Vorrichtung (1) und einen zweiten Schaltkreisteil (19) zur
Definition einer Schaltverzögerung der Vorrichtung (1) hat.
2. Abschaltvorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Relais (3) einen Kern (4) enthält, dessen
Polenden (5, 6) aus den senkrechten Stücken zweier in L-Form
ausgebildeter Elemente (7, 8) bestehen, deren restliche,
waagrechte Stücke gleichsinnig gerichtet sind und überein
anderliegen, und zwischen die eine Metallfolie (9) als
Trennspalt eingelegt ist.
3. Abschaltvorrichtung zum Abschalten bei Mindestspannung
eines Typs, der der Abschaltkinematik eines Schutz-Schalt
schützes (20) in Modulbauweise zugeordnet wird und der in
eine elektrische Drehstromleitung (14) eingesetzt wird, und
ein Betätigungsrelais (3) mit einem Anker (12) enthält, das
die Kinematik in der Folge des Absinkens der verketteten
Spannung in wenigstens zwei Phasen der Leitung (15) be
tätigt, dadurch gekennzeichnet, daß sie einen ersten (14)
und einen zweiten (21) elektronischen Steuerschaltkreisteil
enthält, die jeweils zwischen einen phasenführenden Leiter
(R, T) der Leitung (15) und das Relais (3) gelegt sind,
wobei wenigstens ein Schaltkreis (14) mit einem Schaltkreis
teil (18) zum Regeln des Ansprechschwellenwerts der Vor
richtung versehen ist, und ein zweiter Schaltkreisteil (19)
bestimmt ist, eine Ansprechverzögerung der Vorrichtung zu
definieren.
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