DE3913509A1 - Neue emulgatoren und verfahren zur herstellung grobteiliger homodisperser polymerdispersionen unter verwendung dieser emulgatoren - Google Patents
Neue emulgatoren und verfahren zur herstellung grobteiliger homodisperser polymerdispersionen unter verwendung dieser emulgatorenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft Emulsionspolymerisationsverfahren
zur Herstellung von grobteiligen, homodispersen Kunst
stoffdispersionen mit Hilfe spezieller, neuer, in ihrer
Wirkungsweise überraschender Dispergierhilfsmittel bzw.
Emulgatoren.
Unter "homodispersen" Dispersionen bzw. Latices sollen
Systeme mit einer engen Durchmesserverteilung der Latex
teilchen verstanden werden. Zur Definition der mittleren
Latexteilchendurchmesser vgl. die DIN-Schrift Nr. 53 206
Blatt 1. Danach ist der mittlere Volumendurchmesser der
Teilchen DAV und der mittlere Anzahldurchmesser der
Teilchen DAN wie folgt festgelegt:
Als Uniformitätsmaß kann man den Quotienten DAV/DAN
ansehen.
Unter grobteiligen Dispersionen sollen solche verstanden
werden, deren mittlerer Teilchendurchmesser DAN zwischen
150 bis 600 nm, vorzugsweise zwischen 250 und 450 nm
liegt. "Homodispers" mögen Latices genannt werden, deren
DAV/DAN Quotient <1,15 ist. Grobteilige Polybutadien
latices werden bekanntlich zur Herstellung von schlag
festen thermoplastischen Formmassen (z. B. schlagfestes
Polystyrol, ABS-Polymerisate) benötigt.
Grundsätzlich können grobteilige Latices mit üblichen
Emulgatoren nach der Saatlatexmethode hergestellt werden
(vgl. H. Logemann in Houben Weyl, Methoden der
Organischen Chemie, Makromolekulare Stoffe Teil 1, 1961,
Thieme Verlag Stuttgart, Seite 339).
Für die Herstellung von Polybutadienlatices, Butadien-
Styrol-Latices, Chloroprenlatices haben sich insbeson
ders Emulgatoren auf Basis der natürlich vorkommenden
Harzsäuren gut bewährt. Solche Harzseifen begünstigen
aber die Bildung neuer Latexteilchen, so daß bei Keim
latexverfahren unerwünscht feinteilige, gegebenenfalls
bi- oder polymodale Latices entstehen.
So gut sich demnach Harzseifen zur Herstellung fein
teiliger Polybutadien- und Butadien-Styrol-Latices be
währt haben, so vorteilhaft Harzsäuren sich auch hin
sichtlich des Rohtones damit gefertigter Polymerisate
und deren Verarbeitbarkeit auswirken mögen; zur Her
stellung homodisperser, grobteiliger Latices sind sie
weniger gut geeignet.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß durch
Verwendung spezieller Emulgatorsysteme bei den an sich
bekannten Verfahren der absatzweisen Emulsionspolymeri
sation, der halbkontinuierlichen Emulsionspolymeri
sation, der Saat-Zulauf-Emulsionspolymerisation, grob
teilige Latices in einfacher Weise erhalten werden kön
nen.
Gegenstand der Erfindung sind Reaktionsprodukte aus 1 Mol
eines cycloaliphatischen Diols der Formel I
HO-R-OH (I)
mit 2 Mol cycloaliphatischen Carbonsäureanhydriden der
Formel II und/oder III
wobei
R = cycloaliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 6 bis 20 C-Atomen, vorzugsweise 6 bis 15 C-Atomen, an den die Hydroxygruppen direkt oder über Methylengruppen gebunden sind
und
R = cycloaliphatischer Kohlenwasserstoffrest mit 6 bis 20 C-Atomen, vorzugsweise 6 bis 15 C-Atomen, an den die Hydroxygruppen direkt oder über Methylengruppen gebunden sind
und
chemische Bindung -
bedeuten, erhältlich durch Zusammenschmelzen bei Tempe raturen von 100°C bis 250°C unter Inertgas, sowie die Alkali- und Ammoniumsalze dieser Reaktionsprodukte und ihre Verwendung als Emulgatoren.
bedeuten, erhältlich durch Zusammenschmelzen bei Tempe raturen von 100°C bis 250°C unter Inertgas, sowie die Alkali- und Ammoniumsalze dieser Reaktionsprodukte und ihre Verwendung als Emulgatoren.
Bevorzugt sind Reaktionsprodukte aus 1 Mol (I) und 2 Mol
(II) oder mit 1 Mol (II) und 1 Mol (III).
Die neuen Emulgatoren sind Alkali- oder Ammoniumsalze
saurer Harze, welche man durch Umsetzung eines Mols
eines cycloaliphatischen Diols mit 2 Mol eines cyclo
aliphatischen Anhydrids oder mit einer Anhydridmischung,
z. B. durch Umsetzung eines Mols eines cycloaliphatischen
Diols mit Maleinsäureanhydrid und/oder Itaconsäurean
hydrid, herstellt.
Die erfindungsgemäßen Reaktionsprodukte können durch die
allgemeine Formel
Y₁-O-R-O-Y₂ (IV)
mit Y unabhängig voneinander
worin
X und R wie oben definiert sind,
wiedergegeben werden.
X und R wie oben definiert sind,
wiedergegeben werden.
In Formel (IV) steht R für einen cycloaliphatischen,
zweibindingen Rest, einen "Abstandhalter" für die
beiden, entweder direkt oder über eine Methylengruppe
an das Ringsystem gebundenen Hydroxylgruppen, welche
bevorzugt einander diametral gegenüberstehen.
Als Reste R können cycloaliphatische Ringsysteme, be
stehend z. B. aus Sechsringen oder Fünf- und Sechsringen,
gegebenenfalls alkylsubstituiert, fungieren. Derartige
Ringsysteme lassen sich z. B. aus Dienen und Dienophilen
nach der bekannten DIELS-ALDER-Reaktion leicht synthe
tisieren. Bevorzugte Reste sind:
Die als Ausgangsprodukt benötigten Diole können durch
Hydroformylierung von cyclischen Dienen oder von unge
sättigten Aldehyden oder Alkoholen mit nachfolgender Re
duktion der Aldehydgruppe in bekannter Weise hergestellt
werden (vgl. Methodicum Chimicum, Kritische Übersicht
bewährter Arbeitsmethoden und ihre Anwendung in Chemie,
Naturwissenschaft und Medizin, Hrsg. F. Korte, G. Thieme
Verlag, Stuttgart, 1975, Seiten 212 bis 215).
Andere Diole stellt man durch Hydrierung der ent
sprechenden aromatischen Verbindungen wie z. B. Hydro
chinon oder durch Addition von Wasser an die ent
sprechenden Diolefine her.
Als besonders geeignete Diole seien genannt:
1,4-Cyclohexandiol
1,4-Bis-hydroxymethyl-cyclohexan
Bis-hydroxymethyl-hexahydro-4,7-methanoindan (als "TCD-Diol" handelsüblich, hergestellt durch Hydroformylierung von Dicyclopentadien)
Bis-hydroxymethyl-bicyclo-(4,3,0) nonan
Bis-hydroxymethyl-norbornan
Bis-hydroxymethyl-cyclooctan.
1,4-Bis-hydroxymethyl-cyclohexan
Bis-hydroxymethyl-hexahydro-4,7-methanoindan (als "TCD-Diol" handelsüblich, hergestellt durch Hydroformylierung von Dicyclopentadien)
Bis-hydroxymethyl-bicyclo-(4,3,0) nonan
Bis-hydroxymethyl-norbornan
Bis-hydroxymethyl-cyclooctan.
Bei den genannten Diolen handelt es sich meist um
Isomerengemische.
Als Anhydride, welche mit den genannten Diolen umgesetzt
werden können, seien genannt:
Hexahydrophthalsäureanhydrid
Tetrahydrophthalsäureanhydrid
5-Norbornen-2,3-dicarbonsäureanhydrid
Norbornandicarbonsäureanhydrid
Maleinsäureanhydrid
Itaconsäureanhydrid.
Tetrahydrophthalsäureanhydrid
5-Norbornen-2,3-dicarbonsäureanhydrid
Norbornandicarbonsäureanhydrid
Maleinsäureanhydrid
Itaconsäureanhydrid.
Die beiden letztgenannten Anhydride werden bevorzugt in
Kombination mit gesättigten Anhydriden mit den oben ge
nannten Diolen umgesetzt. Man erhält copolymerisierbare
Emulgatoren.
Die Diole können mit den Anhydriden vorzugsweise in
Substanz (in der Schmelze) umgesetzt werden. Bei
kleinen Ansätzen kann das Diol mit dem Anhydrid ver
mischt und in der Schmelze zur Reaktion gebracht werden.
Bei größeren Ansätzen werden bevorzugt die geschmolzenen
Komponenten getrennt voneinander zu einer Schmelze be
reits gebildeten Reaktionsprodukts dosiert. Meist ist
es auch vorteilhaft, das Anhydrid bzw. Anhydridgemisch
vorzulegen und das Diol nachzudosieren. Bei der Her
stellung von unsymmetrischen Emulgatorsäuren kann auch
das Diol vorgelegt, danach das Anhydrid der Formel II,
zuletzt Maleinsäure- oder Itaconsäureanhydrid zugefügt
werden. Die Reaktion kann durch geringe Mengen eines
tertiären Amins wie Triethylamin oder Tributylamin
beschleunigt werden. Das Ende der Reaktion kann durch
Bestimmung der Säurezahl der Schmelze und aus Ver
schwinden der Anhydridbande im Infrarotspektrum erkannt
werden. Die Reaktionsgemische lassen sich durch ihre
Säurezahl und durch GPC-Analysen kennzeichnen.
Die Reaktion der Diole mit den Anhydriden wird bevorzugt
unter Inertgasatmosphäre bei Temperaturen von 100 bis
250°C, vorzugsweise von 100 bis 200°C, durchgeführt. Als
Inertgase kommen vorzugsweise Stickstoff oder Argon in
Frage.
Für die erfindungsgemäße Verwendung der Emulgatoren als
Hilfsmittel bei der Emulsionspolymerisation ist es nicht
erforderlich, aus den Reaktionsgemischen die reinen
Stoffe (Isomeren) der in Tabelle I angeführten Formeln
zu isolieren. Bei den zur Hydroformylierung eingesetzten
Diolefinen kann es sich bereits um Stoffgemische han
deln. So besteht z. B. Dicyclopentadien aus einem Gemisch
von cis- und trans- Diels-Alder-Addukt. Bei der Hydro
formylierung wird die Zahl der Isomeren weiter erhöht,
so daß die zur Umsetzung mit den Dianhydriden verwen
deten Diole meist Isomerengemische sind. Demgemäß sind
die in Tabelle I Spalte 1 angeführten Formeln als Iso
merengemische zu verstehen, das in Spalte 2 angegebene
Molekulargewicht das des Isomerengemisches.
Die bei der Reaktion cyclischer Diole mit den genannten
Anhydriden entstehenden Reaktionsgemische werden nach
beendeter Umsetzung und nach Abdestillieren oder Absub
limieren flüchtiger Bestandteile, insbesondere über
schüssiger Anhydride, noch heiß aus dem Reaktor abgelas
sen und nach dem Abkühlen zerkleinert, bis zum Granulat
oder Pulver. Meist sind die Reaktionsprodukte helle Har
ze mit Erweichungspunkten oberhalb +20°C. Einige der
Harze zeigen eine zähklebrige Konsistenz, welche an
natürliche Harze erinnnert. Diese Eigenschaften der
Emulgatoren können bei der Herstellung von SBR erwünscht
sein.
Bei der Herstellung von Emulsionspolymerisaten mit
großen Teilchen kpmmt es darauf an, Teilchenneubildungen
zu verhindern.
Teilchenneubildungen bei der Emulsionspolymerisation
setzen nicht unbedingt die Existenz freier Mizellen vor
aus. Teilchenneubildungen können auch dann stattfinden,
wenn die Menge des nachdosierten Emulgators nicht dazu
ausreicht, neue Mizellen zu bilden (vgl. A. S. Dunn im
Artikel: Emulsion Polymerisation, Seiten 49-50, in De
velopments in Polymerization Ed. by. R. N. HAWARD,
Applied Science Publishers Ltd. 1979).
Die Frage, wie es zur Bildung von Latexteilchen kommt,
läßt sich bis heute noch nicht mit Sicherheit beant
worten (vgl. N. Sütterlin, H. J. Kurth, G. Markert,
Makromolekulare Chemie 177, 1549-1565 (1976)) insbe
sonders Seite 1550 Einleitung, Satz 2).
Es war weder vorherzusehen noch war es für den Fachmann
naheliegend, daß die erfindungsgemäßen Reaktionsprodukte
besonders geeignete Hilfsmittel zur Herstellung grob
teiliger homodisperser Polybutadienlatices sind, insbe
sonders wenn man bei erhöhter Temperatur im alkalischen
Milieu polymerisiert. Es war dagegen zu erwarten, daß
diese Verbindungen bei höheren Temperaturen im alkali
schen Milieu verseifen und ihre Emulgatorfunktion völlig
einbüßen.
Überraschenderweise wurde gefunden, daß man mit den er
findungsgemäßen Reaktionsprodukten als Emulgatoren
stabile, grobdisperse, einheitliche Latexteilchen her
stellen kann und die Koagulatbildung nicht stärker aus
geprägt ist als bei den besten Emulgatorsystemen, welche
üblicherweise zur Herstellung von Latices empfohlen
werden. Überraschend war auch der sehr geringe Bedarf
an den erfindungsgemäßen Emulgatoren zur Herstellung
grobdisperser einheitlicher Latexteilchen.
In Tabelle I, Nr. 1 bis 3, 5 und Nr. 7 bis 9 sind
Beispiele erfindungsgemäßer Emulgatorsäuren angeführt.
Allgemein handelt es sich um Dicarbonsäuren, deren
Alkali- (Li, Na, K, Ammonium)-Salze wasserlöslich sind
und als Emulgatoren bei der Emulsionspolymerisation
wirken. Bevorzugt werden die Na- oder K-Salze verwendet.
Die erfindungsgemäßen Emulgatoren sind, insbesondere in
pulverisierter Form, in wäßrigen Alkalilaugen löslich.
Ein Überschuß von Alkalilauge ist zur Auflösung nicht
erforderlich und sollte auch vermieden werden. Da die
erfindungsgemäßen Emulgatoren aber meist in Kombination
mit Kaliumperoxodisulfat zur Polymerisation von olefi
nisch ungesättigten Verbindungen eingesetzt werden und
beim Kaliumperoxodisulfatzerfall Protonen entstehen, ist
es empfehlenswert soviel wasserlösliche Base zusätzlich
zuzugeben, daß die Polymerisation bei pH 8-12,
vorzugsweise 10,5 bis 11,5, abläuft.
Als Monomere, welche mit Hilfe der erfindungsgemäßen
Emulgatoren zu grobteiligen wäßrigen Dispersionen poly
merisiert werden können, seien insbesonders Butadien,
Styrol, Gemische von Butadien und Styrol, Gemische von
Butadien und Acrylnitril und schwer wasserlösliche
Acrylsäureester oder Methacrylsäureester sowie Vinyl
ester genannt. Daneben eignen sich die neuen Emulgatoren
auch zur Polymerisation von Gemischen von Acrylnitril
mit Styrol und/oder α-Methylstyrol. Auch halogenhaltige
Monomere wie Vinylchlorid oder Chloropren können poly
merisiert werden, wobei Polymerisate mit erhöhtem
Teilchendurchmesser und verbesserter Thermostabilität
resultieren.
Ebenso geeignet sind die erfindungsgemäßen Emulgatoren
zur Herstellung von Propfkautschuklatices, insbesondere
zur Herstellung von Propfkautschuklatices auf Basis von
Polybutadien oder Butadien/Styrol-Copolymerisaten oder
Butadien/Acrylnitril-Copolymerisaten, wobei als Pfropf
monomere beispielsweise Styrol, α-Methylstyrol, Acryl
nitril, Methylmethacrylat oder Mischungen aus diesen
Monomeren, vorzugsweise Styrol und Acrylnitril im Ge
wichtsverhältnis 95 : 5 bis 60 : 40, zum Einsatz kommen
können. Derartige Pfropfkautschuklatices weisen
Kautschukgehalte von 5 bis 95 Gew.-%, vorzugsweise von
20 bis 90 Gew.-% auf und können nach Aufarbeitung, bei
spielsweise durch Elektrolytkoagulation und Trocknung
oder durch Sprühtrocknung, in Pfropfkautschukpulver
überführt werden, die z. B. zur Herstellung von ABS-
Polymerisaten mit ausgezeichneter Thermostabilität ge
eignet sind. Solche ABS-Formmassen bestehen z. B. aus 10
bis 80 Gew.-%, bevorzugt 20 bis 70 Gew.-%, eines Pfropf
kautschuks von Styrol und Acrylnitril oder Methyl
methacrylat auf einen teilchenförmigen Kautschuk mit
einem mittleren Teilchendurchmesser d₅₀ von 0,05 bis
2 µm und einem Kautschukgehalt von 20 bis 90 Gew.-% und
90 bis 20 Gew.-%, bevorzugt 80 bis 30 Gew.-%, eines
thermoplastischen Harzes aus 5 bis 40 Gew.-Teilen Acryl
nitril und 95 bis 60 Gew.-Teilen Styrol, α-Methylstyrol,
p-Methylstyrol, Methylmethacrylat oder Mischungen
daraus.
Zur Herstellung grobteiliger Dispersionen, insbesondere
Butadiendispersionen, können die üblichen Verfahrens
weisen der Emulsionspolymerisation angewendet werden.
Erfindungsgemäß werden dabei die neuen Emulgatoren
eingesetzt. Sollen besonders homodisperse und grobtei
lige Latices hergestellt werden, so legt man einen
Saatlatex mit wenig Emulgator vor und dosiert Monomere
und Emulgator nach.
Wenn auch Kaliumperoxodisulfat üblicherweise als Ini
tiator verwendet wird, können auch Redoxsysteme, be
stehend aus organischen Peroxiden, reduzierenden Kom
ponenten und Schwermetallspuren, vorzugsweise in kom
plexierter Form, eingesetzt werden. Ebenso geeignet sind
auch sonstige radikalbildende Verbindungen wie Azo
bisisobutyronitril und seine Abkömmlinge mit wasser
löslich machenden Hilfsgruppen.
Die gemäß oben angegebener Beschreibung (Umsetzung von
1 Mol cycloaliphatischem Diol mit 2 Mol cycloalipha
tischem Anhydrid durch Zusammenschmelzen der Kompo
nenten) erhaltenen erfindungsgemäßen sauren Emulgator
harze 1 bis 3,5 und 7 bis 9 sowie die nicht erfindungs
gemäßen Harze 4, 6 und 10 werden in der nach emittelter
Säurezahl äquivalenten Menge an wäßriger Kaliauge
gelöst und auf einen Feststoffgehalt von 5 Gew.-%
eingestellt.
In den Tabellen II bis V sind Polymerisationsergebnisse
bei Einsatz verschiedener Monomerer (Styrol, n-Butyl
acrylat, Vinylversatat, Ethylacrylat) und verschiedener
Emulgatorharze zusammengestellt. Die angegebenen mittle
ren Teilchendurchmesser d T wurden durch Trübungsmessung
ermittelt.
Zur Polymerisation von Vinylacetat, Vinylpropionat und
Ethylacryl sind die Emulgatorharze meist ungeeignet.
Die Polymerisationsversuche wurden in verkorkten 500 ml-
Glasflaschen, welche in Schutzkörben 15 Stunden bei 70°C
im Wasserbad rotierten, unter Ausschluß von Luftsauer
stoff (Spülen der Ansätze in den Flaschen mit Stickstoff
oder reinem Argon) durchgeführt. Jeder Versuch wurde wie
folgt angesetzt:
| Wasser | |
| 95,9 Gew.-Tle | |
| 5%ige Emulgatorlösung | 69,7 Gew.-Tle |
| 1%ige Na₂CO₃-Lösung | 15,4 Gew.-Tle |
| 1%ige K₂S₂O₈-Lösung | 26,1 Gew.-Tle |
| Monomeres | 87,1 Gew.-Tle |
| Summe der Gew.-Tle | 294,2 Gew.-Tle. |
Bei vollständigem Monomerenumsatz resultierten Latices
des Feststoffgehaltes 30,9%; der Emulgatoranteil beträgt
bei allen Versuchen 4%, bezogen auf eingesetztes Mono
mer, der Initiatoranteil liegt bei 0,3% bezogen auf
Monomer.
Aus den Tabellen II bis V geht hervor, daß bei Verwen
dung nicht erfindungsgemäßer Anhydride oder Diole ent
weder unerwünscht feinteilige Latices resultieren (siehe
Versuche, 4, 9, 13, 18, 22, 27, 31 und 36) oder aber sehr
viel Koagulat entsteht (siehe Versuche 6, 24 und 33).
Als besonders vorteilhaft erweisen sich beim Styrol wie
auch bei dem in folgenden Beispielen noch abgehandelten
Butadien die Emulgatoren basierend auf den idealisierten
Strukturen 1, 2 und 9 (vgl. Tab. I), welche zu groben
Teilchen führen, und auch meist wenig Koagulat entstehen
lassen.
In den nachfolgenden Beispielen wird ein Keimlatex der
mittleren Teilchengröße von ca. 100 nm benötigt. Dessen
Herstellung soll hier beschrieben werden:
In einen 6-Liter Edelstahlautoklaven mit stufenlos regu
lierbarem Blattrührer und Innentemperaturregelung werden
eingebracht:
| Entionisiertes Wasser|2282,00 g | |
| Na-Salz der disproportionierten Abietinsäure (Handelsbezeichnung DRESINATE® 731), 10 Gew.-% in Wasser | 388,00 g |
| Tert.-Dodecylmercaptan | 6,00 g |
| 2,5 gew.-%ige K₂S₂O₈-Lösung in Wasser | 155,00 g |
| Kaliumhydroxid, fest (reinst) | 1,15 g |
Der Autoklavenraum wird evakuiert und der Unterdruck mit
reinem Stickstoff ausgeglichen (3 Mal). In den erneut
evakuierten Autoklavenraum wird danach eingezogen:
| Butadien|1900,00 g | |
| Umdrehungszahl des Blattrührers: | 125 Upm [min-1] |
Das Gemisch wird auf 65°C aufgeheizt und ca. 20 h bis
zum Druckabfall auf 4 bar auspolymerisiert. Es werden
ca. 4,6 kg eines ca. 40%igen Polybutadienlatex erhalten.
Der Latex hat einen mittleren Teilchendurchmesser DAV
von ca. 100 nm, ermittelt mit der Ultrazentrifugentech
nik
Herstellung von Polybutadienlatices durch Saat-Zulauf
polymerisation (Herstellung von Latices der Teilchen
größe ca. 200 nm); nicht erfindungsgemäß
Der gemäß Beispiel 37 hergestellte Polybutadienlatex des
Teilchendurchmessers 100 nm wird als Keimlatex vorgelegt
und man dosiert so viel Butadien nach, daß der Keim
latexdurchmesser durch Polymerisation etwa verdoppelt
wird.
In Tabelle VI sind die Polymerisationsrezepturen der
Beispiele 38-41 für die verschiedenen Polymerisations
temperaturen zusammengestellt. Die Mischungen A werden
vorgelegt, der Autoklavenraum mehrfach evakuiert und mit
Stickstoff das Vakuum aufgehoben. Nach erneutem Evaku
ieren wird Butadien (B) eingezogen und auf die jeweilige
Temperatur (60° oder 70° oder 80° oder 90°) aufge
heizt.
Die Emulgator/Aktivatorlösung C wird umsatzabhängig
nachdosiert. Jeweils ein Drittel von C wird bei 20, bei
30, schließlich bei 40 Gew.-% Feststoffgehalt des Latex
zugegeben. Man kann die Zugaben auch noch feiner ab
stufen, z. B. nach allen 5% Feststoffgehaltserhöhung den
10. Teil von C zugeben.
In Tabelle VII ist die Zeit-Feststoffgehaltsrelation für
diese Versuchsserie angegeben.
Tabelle VII ist zu entnehmen, daß die Polymerisations
reaktionen bei erhöhter Temperatur wesentlich schneller
verlaufen.
Nach M. Morton und P. P. Salatiello (J. Polymer Science,
8, 215-224 (1952), vgl. S. 222) ist die Wachstums
konstante K w der Butadienpolymerisation wie folgt von
der Temperatur abhängig:
K w = 1,2 · 10⁸ exp (-9300/R · T) [1 · Mol-1 · sec-1]
Die Aktivierungsenergie der Wachstumsreaktion beträgt
demnach 9300 cal. Setzt man für die Gaskonstante den
entsprechenden Wert in cal (1,986 cal) ein, so resul
tiert:
K w = 1,2 · 10⁸ exp (-9300/(1,986 · (273,15 + °C)
10 Grad Temperaturerhöhung beschleunigen demnach im
Bereich konstanter Monomerenkonzentration und Radikal
konzentration im Latexteilchen die Umsatzgeschwindigkeit
etwa um den Faktor 1,5.
Ein Blick auf Tabelle VI lehrt, daß Saatlatexansätze mit
Emulgatornachdosierung im Temperaturbereich von 60° bis
90°C, ausgehend vom gleichen Keimlatex des Teilchen
durchmessers von ca. 100 nm, zu Endlatices von ca.
20 nm Latexteilchendurchmesser führen.
Versucht man nun, ausgehend von Keimlatices mit 100 nm
Teilchendurchmesser, Endlatices mit Teilchendurchmessern
von 400 nm durch erhöhte Monomerenzufuhr herzustellen,
so bilden sich bei Verwendung von DRESINATE® als Emul
gator und Kaliumperoxodisulfat als Initiator von einer
bestimmten Latexteilchengröße an, die bei ca. 200 nm
liegt, neue Latexteilchen, dies umso leichter, je höher
die Polymerisationstemperatur ist.
Gesucht waren demgemäß Emulgatoren, welche die Polymeri
sation bei erhöhter Temperatur ohne Neubildung von
Latexteilchen ermöglichen und welche zu Latexteilchen
durchmesser größer als 300 nm führen.
Die gemäß Beispielen 38 bis 41 Tabelle VI hergestellten
Polybutadienlatices mit Teilchendurchmessern von ca.
200 nm werden als Keimlatices (vgl. Tabelle VIII, Zeile
6) vorgelegt. Das Polymerisationsverfahren entspricht
dem in Beispielen 38-41 geschilderten Vorgehen. Derselbe
Keimlatex wird nun einmal in Gegenwart des Na-Salzes der
disproportionierten Abietinsäure (DRESINATE® 731), das
andere Mal unter Zuhilfenahme eines bevorzugten, erfin
dungsgemäßen Emulgators (Di-Kalium-Salz der Säure der
Formel 1 (vgl. Tabelle I) durch Aufpolymerisieren von
Butadien vergröbert, wobei Zugabe von einem Drittel der
Emulgator-Aktivatorlösung C nach Erreichen von 20%,
30% sowie 40% Feststoffgehalt des Latex erfolgen.
Aus der Tabelle VIII Fortsetzung geht hervor, daß bei
Einsatz des erfindungsgemäßen Emulgators die Koagulat
menge stets niedriger ist als bei Verwendung des
DRESINATES®.
Ferner beweist die Ultrazentrifugenanalyse der Dis
persionen, vgl. Tabelle VIII Fortsetzung, daß bei
Verwendung des erfindungsgemäßen Emulgators die Latex
teilchendurchmesser im Mittel wesentlich größer aus
fallen und die Latexteilchendurchmesserverteilung enger
ist. Demgemäß liegt auch das Verhältnis DAV/DAN der
Endlatices bei Verwendung der erfindungsgemäßen Emul
gatoren näher bei 1,0 bei Verwendung von DRESINATE®.
In einen 6-Liter-Edelstahlautoklaven, Betriebsdruck bis
20 bar mit stufenlos regelbarem Blattrührer (150 Um
drehungen pro Minute) und mit Innentemperaturregelung
werden unter Ausschluß von Luftsauerstoff eingefüllt:
| Entionisiertes Wasser|2282,00 g | |
| Emulgator Formel 1, Tabelle I, Di-K-Salz | 50,00 g |
| Tert. Dodecylmercaptan | 5,00 g |
| 2,5%ige wäßrige Kaliumperoxodisulfatlösung | 155,00 g |
| KOH fest (100%ig) | 1,15 g |
| Butadien | 1650,00 g |
Das Gemisch wird auf 65°C aufgeheizt und 32 h bis zum
Druckabfall auspolymerisiert.
Es werden ca. 4000 g eines koagulatfreien 39-40%igen
Polybutadienlatex erhalten. Der Latex läßt sich ohne
Schaumbildung von Restmonomeren befreien, indem ca. 10%
des im Latex enthaltenen Wassers abdestilliert und durch
entionisiertes, auf pH = 9 mit KOH alkalisiertes Wasser
ersetzt werden.
Eine Untersuchung des Latex mit der Ultrazentrifuge
ergab folgende Teilchendurchmesserverteilung:
| D 0 90 | ||||
| DAN : 166,4 | ||||
| D 10 132 | DAL : 177,1 | |||
| D 20 192 | DAF : 185,3 | |||
| D 30 196 | DAV : 191,1 | |||
| D 40 197 | DVN : 176,1 | |||
| D 50 198 @ | D 60 198 @ | D 70 199 @ | D 80 201 | DAV/DAN = 1,15 |
| D 90 208 @ | D 100 224 |
Herstellung eines Polybutadienlatex des mittleren Teil
chendurchmessers DAV = 250 nm nach Zulaufverfahren
In einen 40-Liter-Edelstahlautoklaven, Betriebsdruck bis
25 bar mit stufenlos regelbarem Blattrührer (120 Upm)
und mit geregelter Innentemperatur werden eingefüllt:
| Entionisiertes Wasser|15 350,00 g | |
| Kaliumhydroxid, fest | 87,50 g |
| Emulgatorharz Formel 1, Tab. I (fein pulverisiert) | 332,50 g |
Der pH-Wert der klar gelösten wäßrigen Vorlage liegt bei
ca. 11,5.
Nach mehrmaligem Evakuieren und Begasen mit Stickstoff
wird erneut evakuiert und danach ein Gemisch von
| Butadien|2900,00 g | |
| Tert. Dodecylmercaptan | 9,00 g |
eingezogen. Das Gemisch wird unter Rühren auf 65°C auf
geheizt und danach die Polymerisation durch Zudrücken
einer Lösung von
| Kaliumperoxodisulfat in Wasser 2,5%ig|1043,00 g |
gestartet. Nach Erreichen eines Feststoffgehaltes von
6-10 Gew-% wird ein Gemisch von:
| Butadien|8250,00 g | |
| Tert. Dodexylmercaptan | 26,00 |
im Verlaufe von 55 h gleichmäßig zudosiert.
Nach Zugabe des Butadiens rührt man bei erhöhter
Temperatur (70°C) nach, bis der Druck auf 4 bar abge
fallen ist.
Der Feststoffgehalt des Rohlatex beträgt dann ca.
39-40%.
Die gesamte Polymerisation währt ca. 75 Stunden.
Das im Autoklaven noch enthaltene Butadien wird durch
Entspannen des Reaktors über Kopf bei ca. 50°C und
nachfolgender Kondensation weitgehend entfernt, der
Rohlatex der Wasserdampfdestillation unterworfen, bis
im Latex kein Butadien und Divinylcyclohexen mehr
nachweisbar ist.
Der entmonomerisierte Latex wird von geringfügigen
Ausscheidungen durch Filtration über Siebe der Maschen
weite von 50 µm befreit. Er besitzt einen mittleren
Latexteilchendurchmesser DAV = 250 nm, ermittelt mit
Hilfe der Ultrazentrifuge, das Polymerisat einen
Quellungsindex von 25 und einen Gelanteil von 85%.
In einen 6-Liter-Edelstahlautoklaven gemäß Beispiel 50
werden eingefüllt:
| Entionisiertes Wasser|2524,0 g | |
| Emulgator Formel 9 (Tab. I) Di-Kalium-Salz | 55,0 g |
| Tert. Dodecylmercaptan | 5,7 g |
| 2,5%ige wäßrige K₂S₂O₈-Lösung | 172,0 g |
| KOH fest (100%ig) | 1,3 g |
| Butadien | 1832,0 g |
Die Polymerisation wird 100 Stunden bei 65°C durchge
führt, wonach der Druck auf ca. 6 bar abgefallen ist.
Es resultiert ein 39%iger Polybutadienlatex des
mittleren Teilchendurchmessers DAV = 376 nm.
Ultrazentrifugen-Analysen-Befund:
| D 0 339 | |||
| DAN 371,2 | |||
| D 10 353 | DAL 372,1 | ||
| D 20 358 | DAF 373,5 | ||
| D 30 361 | DAV 375,7 | ||
| D 40 364 | DVN 372,3 | ||
| D 50 367 @ | D 60 370 @ | D 70 373 | DAV/DAN = 1,01 |
| D 80 375 @ | D 90 383 @ | D 100 1000 |
In einen 40-Liter-Edelstahlautoklaven, Betriebsdruck bis
25 bar mit stufenlos regelbarem Blattrührer (120 Upm)
und mit geregelter Innentemperatur werden unter Aus
schluß von Luftsauerstoff eingefüllt:
| Entionisiertes Wasser|8000,00 g | |
| Kaliumchlorid | 30,00 g |
| Emulgator 1 (Tab. I), Disäure pulverisiert | 15,50 g |
| Kaliumpersulfat K₂S₂O₈ fest | 10,00 g |
| Ätzkali. KOH fest (100%ig) | 7,80 g |
| Polybutadienlatex des Teilchendurchmessers 100 nm, 35%ig gemäß Beispiel 37 | 507,00 g |
Der Autoklavenraum wird 3 Mal evakuiert und mit Stick
stoff der Unterdruck aufgehoben. Nach erneutem Evaku
ieren wird aus einem Vorratsgefäß:
| Butadien|3000,00 g | |
| n-Dodecylmercaptan | 9,00 g |
ins Vakuum eingezogen:
Danach wird auf 60°C aufgeheizt. Nach Erreichen eines
Latex-Feststoffgehaltes von 10% werden folgende Mengen
ströme in jeweils 70 Stunden zudosiert:
| Aktivator-Emulgator-Zulauf (klare Lösung) | |
| Entionisiertes Wasser|7113,00 g | |
| Kaliumperoxodisulfat K₂S₂O₈ | 30,00 g |
| Emulgator 1 (Tab. I) Disäure | 180,00 g |
| Ätzkali, KOH fest | 8,90 g |
| Monomerenzulauf (homogene Lösung) | |
| Butadien|13 000,00 g | |
| n-Dodecylmercaptan | 39,00 g |
Die Polymerisationstemperatur wird bei Zulaufbeginn auf
70°C konstant festgesetzt. Nach einer Polymerisations
zeit von ca. 90 Stunden ist ein ca. 50%iger Polybuta
dienlatex entstanden. Im Autoklaven und im Latex be
finden sich keine nennenwerten Koagulatmengen.
Der Latex läßt sich ohne Schaumbildung entmonomerisie
ren. Das Polymerisat besitzt einen Gelanteil von ca. 75-80%
und einen Quellungsindex von 25-30. Die Teilchen
durchmesserverteilung des Latex ist sehr eng und die
mittleren Teilchendurchmesser betragen ca. 350 nm, wie
aus Abb. 1 (Elektronenmikroskopische Aufnahme,
Kontrastierung mit Osmiumtetroxid) hervorgeht.
Der so auch im großtechnischen Maßstab herstellbare
Latex ist als Pfropfgrundlage für ABS-Polymerisate und
andere thermoplastisch verarbeitbare schlagzähe
Formmassen hervorragend geeignet (vgl. Beispiel 57).
Beispiel 53 wird wiederholt, jedoch anstelle des dort
beschriebenen Emulgators der Emulgator mit der ideali
sierten Struktur 7 (vgl. Tabelle I) als Di-Kaliumsalz
in gleicher Gramm-Menge eingesetzt.
Nach einer Polymerisationszeit von ca. 100 Stunden ist
ein ca. 50%iger Polybutadienlatex enstanden. Seine
Teilchengrößenverteilung wurde mit Hilfe der Ultrazentri
fuge bestimmt
| D 0 : 334 | |||||
| DAN : 418,6 | |||||
| D 10 : 393 | DAL : 422,0 | ||||
| D 20 : 398 | DAF : 427,0 | ||||
| D 30 : 402 | DAV : 435,4 | ||||
| D 40 : 406 | DVN : 422,5 | ||||
| D 50 : 410 @ | D 60 : 415 @ | D 70 : 422 @ | D 80 : 432 @ | D 90 : 490 | DAV/DAN = 1,04 |
| D 100 : 1000 |
Der Gelgehalt des Polymerisates liegt bei 70%, der
Quellungsindex bei 30.
Auch dieser Latex ist als Pfropfgrundlage zur Herstel
lung schlagzäher Formmassen hervorragend geeignet.
In einen Autoklaven gemäß Beispiel 53 werden einge
füllt:
Nach Einfüllen der Mischung A wird der Autoklav mehrfach
evakuiert und mit Stickstoff der Druck ausgeglichen.
Nach erneutem Evakuieren werden die Gemische B und C
eingezogen.
Der Autoklav wird auf 70°C Innentemperatur aufgeheizt,
danach wird D hinzugegeben.
Sobald ein Feststoffgehalt des Rohlatex von ca. 7% er
reicht ist, werden die Mengenströme:
E : im Verlauf von 70 Stunden
F : im Verlauf von 55 Stunden
G : im Verlauf von 60 Stunden
F : im Verlauf von 55 Stunden
G : im Verlauf von 60 Stunden
in den Reaktor eindosiert.
Nach 100 Stunden Polymerisationszeit wird die Polymeri
sation abgebrochen, der Rohlatex entspannt und entmono
merisiert.
Die Latexteilchendurchmesserverteilung des koagulat
freien, entmonomerisierten Latex sieht wird folgt aus:
| D 0 : 219 | ||||
| DAN : 389 | ||||
| D 10 : 374 | DAL : 391 | |||
| D 20 : 378 | DAF : 393 | |||
| D 30 : 382 | DAV : 395 | |||
| D 40 : 386 | DVN : 391 | |||
| D 50 : 389 @ | D 60 : 393 @ | D 70 : 397 @ | D 80 : 402 | DAV/DAN : 1,015 |
| D 90 : 412 @ | D 100 : 1100 |
Der Latex ist als Pfropfgrundlage zur Herstellung von
ABS-Polymerisaten und sonstigen thermoplastisch verar
beitbaren schlagzähen Chemiewerkstoffen sehr gut ge
eignet und zeigt eine gegenüber der Persulfataktivierung
noch weiter verbesserte Thermostabilität.
Beispiel 53 wird wiederholt, jedoch anstelle des dort
angeführten erfindungsgemäßen Emulgators die gleiche
Menge (in g) an DRESINATE® 731 verwendet.
Nach einer Polymerisationszeit von etwa 80 Stunden ist
der Druck auf ca. 3,5 bar abgefallen und es ist ein
Latex folgender Teilchengrößenverteilung entstanden:
| D 0 : 117,5 | ||||
| DAN : 170,5 | ||||
| D 10 : 144 | DAL : 179,2 | |||
| D 20 : 156 | DAF : 190,2 | |||
| D 30 : 165 | DAV : 203,2 | |||
| D 40 : 174 | DVN : 179,8 | |||
| D 50 : 183 @ | D 60 : 196 @ | D 70 : 233 @ | D 80 : 268 | DAV/DAN = 1,19 |
| D 90 : 285 @ | D 100 : 326 |
Der Gelgehalt dieses Latex liegt bei ca. 95% und der
Quellungsindex bei ca. 20. Der Latex ist als Pfropf
grundlage zur Herstellung von ABS-Polymerisaten un
geeignet, da die Zähigkeitswerte damit hergestellter
ABS-Formteile nicht ausreichend sind.
In Abb. 2 ist die Entwicklung der mittleren Latex
teilchendurchmesser in Abhängigkeit von der Zeit nach
quasikontinuierlichen Messungen dargestellt. Ausgehend
vom gleichen Keimlatex entwickelt sich die Teilchengröße
bei Verwendung des erfindungsgemäßen Emulgators anders
als bei Verwendung von Dresinate.
Die Messungen erfolgten mit Hilfe der Laser-Korrela
tionsspektroskopie. Der mit Hilfe der Laserkorrelations
spektroskopie ermittelte Latexteilchendurchmesser ist
etwa um den Faktor 1,2 größer als der mit Hilfe der
Elektronenmikroskopie oder mit Hilfe der Ultrazentrifuge
bestimmte Teilchendurchmesser.
Zum Verfahren der ON-LINE-Messung von Latexteilchen vgl.
z. B. DE-OS 33 03 337.
50 Gew.-Teile Polybutadien (in Form eines Latex mit
einem Feststoffgehalt von 25 Gew.-%, hergestellt durch
Verdünnen des Polybutadienlatex aus Beispiel 53 mit
entionisiertem Wasser) werden unter Stickstoff auf 63°C
erwärmt und mit 0,5 Gew.-Teilen K₂S₂O₈ (gelöst in
15 Gew.-Teilen Wasser) versetzt. Danach werden ein
Gemisch aus 36 Gew.-Teilen Styrol und 14 Gew.-Teilen
Acrylnitril sowie 1,5 Gew.-Teile des Natriumsalzes der
disproportionierten Abietinsäure (gelöst in 25 Gew.-
Teilen Wasser) innerhalb 4 Stunden zudosiert, wobei die
Pfropfreakion stattfindet. Nach einer Nachreaktionszeit
wird der Latex in einer Magnesiumsulfat/Essigsäure-
Lösung koaguliert und das resultierende Pulver bei 70°C
im Vakuum getrocknet.
Ausprüfung einer Abmischung des in Beispiel 57 beschrie
benen Pfropfpolymerisats mit einem Styrol/Acrylnitril-
Copolymerisat und einem a-Methylstyrol/Acrylnitril-Co
polymerisat.
Das in Beispiel 57 beschriebene Pfropfpolymerisat wurde
mit einem Styrol/Acrylnitril-Copolymerisat (72 : 28, M w
ca. 115 000, M w/M n-1 2), bzw. einem α-Methylstyrol/
Acrylnitril-Copolymerisat (72 : 28, M w ca. 75 000, M w/M n-1 2) in den in Tabelle IX angegebenen Gewichtsver
hältnissen in einem Innenkneter abgemischt; als Additive
wurden 2 Gew.-Teile Pentaerythrittetrastearat und
0,1 Gew.-Teile eines Silikonöls (jeweils bezogen auf
100 Gew.-Teile Pfropfpolymerisat + Copolymerisat)
eingesetzt. Nach Verarbeitung durch Spritzguß wurden
Kerbschlagzähigkeit (DIN 53 453), Härte (DIN 53 456),
Wärmeformbeständigkeit Vicat B (DIN 53 460) und MVI
(DIN 53 735u) sowie Rohton (nach Verarbeitung bei 240°C
bis 280°C) und Oberflächenglanz (gemäß DE-AS 24 20 358)
ermittelt. Die Ergebnisse sind ebenfalls in Tabelle IX
aufgeführt.
Der in Beispiel 57 beschriebene Versuch wurde wieder
holt, wobei anstatt des Natriumsalzes der disproportio
nierten Abietinsäure als Emulgator bei der Pfropfreak
tion 1,5 Gew.-Teile der Verbindung 1 aus Tabelle I in
Form des Di-Kalium-Salzes eingesetzt wurden.
Ausprüfung einer Abmischung des in Beispiel 59 beschrie
benen Pfropfpolymerisats mit einem Styrol/Acrylnitril-
Copolymerisat und einem α-Methylstyrol/Acrylnitril-
Copolymerisat.
Eingesetzt wurden die in Beispiel 58 beschriebenen
Harzkomponenten, die Ergebnisse sind in Tabelle X
zusammengestellt.
50 Gew.-Teile Polybutadien (in Form eines Latex mit
einem Feststoffgehalt von 25 Gew.-%, hergestellt durch
Verdünnen des Polybutadienlatex aus Beispiel 56 mit
entionisiertem Wasser) werden unter Stickstoff auf 63°C
ewärmt und mit 0,5 Gew.-Teilen K₂S₂O₈ (gelöst in
15 Gew.-Teilen Wasser) versetzt. Danach werden ein Ge
misch aus 36 Gew.-Teilen Styrol und 14 Gew.-Teilen
Acrylnitril sowie 2 Gew.-Teile der Verbindung 1 aus
Tabelle I in Form des Di-Kalium-Salzes (gelöst in
25 Gew.-Teilen Wasser) innerhalb 4 Stunden zudosiert,
wobei die Pfropfreaktion stattfindet. Nach einer Nach
reaktionszeit wird der Latex in einer Magnesiumsul
fat/Essigsäure-Lösung koaguliert und das resultierende
Pulver bei 70°C im Vakuum getrocknet.
Ausprüfung einer Abmischung des in Beispiel 61 beschrie
benen Pfropfpolymerisats mit einem Styrol/Acrylnitril-
Copolymerisat und einem α-Methylstyrol/Acrylnitril-
Copolymerisat.
Eingesetzt wurden die in Beispiel 58 beschriebenen Kom
ponenten in den in Tabelle XI angegebenen Mengen, die
Rohtöne bei Verarbeitung bei 240°C bis 280°C sind eben
falls in Tabelle XI angegeben.
Der in Beispiel 61 beschriebene Versuch wurde wieder
holt, wobei anstatt des Di-Kalium-Salzes der Verbindung 1
aus Tabelle I als Emulgator bei der Pfropfreaktion
2 Gew.-Teile des Natriumsalzes der disproportionierten
Abietinsäure eingesetzt wurden.
Ausprüfung einer Abmischung des in Beispiel 63 beschrie
benen Pfropfpolymerisats mit einem Styrol/Acrylnitril-
Copolymerisat und einem α-Methylstyrol/Acrylnitril-
Copolymerisat.
Eingesetzt wurden die in Beispiel 58 beschriebenen
Komponenten in den in Tabelle XII angegebenen Mengen,
die bei Verarbeitungstemperaturen von 240°C bis 280°C
resultierenden Rohtöne sind ebenfalls in Tabelle XII
angegeben.
Claims (6)
1. Reaktionsprodukte aus 1 Mol eines cycloalipha
tischen Diols der Formel I
HO-R-OH (I)mit 2 Mol cycloaliphatischen Carbonsäureanhydriden
der Formel II und/oder III
wobei
R = cycloaliphatischer Rest oder mit zwei Methy lengruppen substituierter cycloaliphatischer Rest mit 6 bis 20 C-Atomen,
und chemische Bindung -
bedeuten, erhältlich durch Zusammenschmelzen bei Temperaturen von 100°C bis 250°C unter Inertgas, sowie die Alkali- und Ammoniumsalze dieser Reak tionsprodukte.
R = cycloaliphatischer Rest oder mit zwei Methy lengruppen substituierter cycloaliphatischer Rest mit 6 bis 20 C-Atomen,
und chemische Bindung -
bedeuten, erhältlich durch Zusammenschmelzen bei Temperaturen von 100°C bis 250°C unter Inertgas, sowie die Alkali- und Ammoniumsalze dieser Reak tionsprodukte.
2. Verfahren zur Herstellung der Reaktionsprodukte
gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man
cycloaliphatische Diole der Formel I und ein oder
mehrere cycloaliphatische Carbonsäureanhydride der
Formel II und/oder III unter Inertgasatmosphäre bei
einer Temperatur bis zu 250°C zusammenschmilzt.
3. Verwendung der Reaktionsprodukte gemäß Anspruch 1
in Form ihrer Alkali- oder Ammoniumsalze als Emul
gatoren zur Emulsionspolymerisation.
4. Polybutadienlatices, dadurch gekennzeichnet, daß
zu ihrer Herstellung Reaktionsprodukte gemäß An
spruch 1 als Emulgatoren eingesetzt wurden.
5. Pfropfkautschuklatices erhalten durch Polymeri
sation von Mischungen aus Styrol und Acrylnitril
in Gegenwart von Polybutadien, dadurch gekenn
zeichnet, daß zu ihrer Herstellung Reaktions
produkte gemäß Anspruch 1 als Emulgatoren ein
gesetzt wurden.
6. ABS-Formmassen bestehend aus 10 bis 80 Gew.-% eines
Pfropfkautschuks von Styrol und Acrylnitril auf
einen teilchenförmigen Kautschuk und
90 bis 20 Gew.-% eines thermoplastischen Harzes aus 5 bis 40 Gew.-Teilen Acrylnitril und 95 bis 60 Gew.-Teilen Styrol, α-Methyl styrol, p-Methylstyrol, Methylmethacrylat oder Mischungen daraus,
dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung des Pfropfkautschuks Reaktionsprodukte gemäß Anspruch 1 eingesetzt wurden.
90 bis 20 Gew.-% eines thermoplastischen Harzes aus 5 bis 40 Gew.-Teilen Acrylnitril und 95 bis 60 Gew.-Teilen Styrol, α-Methyl styrol, p-Methylstyrol, Methylmethacrylat oder Mischungen daraus,
dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung des Pfropfkautschuks Reaktionsprodukte gemäß Anspruch 1 eingesetzt wurden.
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