DE3914059C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur
Festlegung der Eingriffstiefe eines Gravierstichels in ein zu
gravierendes Werkstück nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Beim Gravieren von Werkstücken besteht das Problem, die
Eingriffstiefe des Gravierstichels konstantzuhalten. Dieses
Problem beginnt bereits bei plattenförmigen, weitgehend
ebenen Werkstücken, deren Oberfläche bzw. Materialdicke nicht
überall konstant ist, so daß das Werkstück eine Krümmung
besitzt. Solche leichten Krümmungen werden in der Regel
bereits durch eine gute Aufspannung des Werkstücks an der
Graviermaschine beseitigt. Außerdem kann das zu gravierende
Werkstück örtlich unterschiedliche Wandstärken aufweisen oder
selbst in sich gewölbt ausgebildet sein, so daß bei gegebener
z-Achsen-Steuerung unterschiedlich große Eindringtiefen
resultieren. Damit ergeben sich örtlich unterschiedlich
breite Gravierstriche, je nach der Eindringtiefe, weil der
Gravierstichel in der Regel kegelförmig ausgebildet ist.
Um dem aufgezeigten Problem zu begegnen, ist bereits eine
Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art aus der DE 81 20 988 U1
bekannt. Dabei
wird der Schaft des den Gravierstichel tragenden Gravierkopfs
in der z-Achse, also in vertikaler Richtung, axial beweglich
an der Spanneinheit gelagert. Es ist ein Abtastfinger
vorgesehen, der an der Gravierspindel feststehend gelagert
ist und auf der Oberfläche des Werkstücks während des
Graviervorgangs aufliegt. Der Gravierstichel ist mit einem
der Eindringtiefe entsprechenden Überstand gegenüber dem
Abtastfinger montiert. Der Abtastfinger schleift beim
Gravieren über die Oberfläche des zu gravierenden Werkstücks.
Auf diese Art und Weise wird die Eingriffstiefe
konstantgehalten. In vorteilhafter Weise ist es damit
möglich, die Eingriffstiefe unabhängig von der Materialstärke
des Werkstücks in etwa konstantzuhalten. Jedoch entsteht
zwischen dem Abtastfinger und der Oberfläche des zu
gravierenden Werkstücks eine entsprechende Flächenpressung,
verursacht durch das Auflagegewicht der Gravierspindel und
des Abtastfingers einschließlich des Gravierstichels. Diese
nicht unerhebliche Flächenpressung bewirkt auch, daß aus dem
zu gravierenden Werkstück herausgeholte Späne von dem
Abtastfinger in die Oberfläche des Werkstücks eingedrückt
werden, so daß erhebliche Schleif- und Kratzspuren auf der
Oberfläche des zu gravierenden Werkstücks entstehen können,
insbesondere bei empfindlicher Oberfläche, durch die die
Werkstückoberfläche unansehnlich wird, so daß nicht nur der
Graviervorgang umsonst durchgeführt wurde, sondern auch noch
das Werkstück unbrauchbar geworden ist. Durch den
Abtastfinger wird weiterhin die Späneabfuhr von der
Werkstückoberfläche erheblich behindert. Ein weiterer
Nachteil dieser bekannten Vorrichtung ist darin zu sehen, daß
durch die axiale Lagerung des Schafts des Gravierkopfs mit
dem Gravierstichel notwendigerweise Lagerluft vorgesehen sein
muß, weil die Lagerung leichtgängig ausgebildet ist. Diese
Lagerluft beeinträchtigt jedoch die Sauberkeit des
Gravierbilds. Weiterhin ist nachteilig, daß der
Steigungswinkel am Werkstück begrenzt bzw. beschränkt ist.
Gewölbte Oberflächen können auf diese Art und Weise nur
bedingt bearbeitet werden. Da die axiale Lagerung des Schafts
des Gravierkopfs gegenüber der Spanneinheit eine nur
vergleichsweise kurze axiale Länge aufweist, ist auch der Hub
des Gravierkopfs entsprechend begrenzt. Die Eingriffstiefe
ist an dieser bekannten Vorrichtung nur mit großem
mechanischen Aufwand und darüberhinaus manuell schwer
durchführbar veränderbar.
Die vorstehend als bekannt beschriebene Vorrichtung stimmt
mit dem Gegenstand des DE 81 20 988 U1 überein. Dort ist
keine CNC-Steuerung vorgesehen. Andererseits weist diese
Vorrichtung eine Verstellschraube für den Überstand des
Gravierstichels gegenüber dem Abtastfinger auf. Durch die
Verstellschraube wird die Lage des Abtastfingers gegenüber
dem Spindelgehäuse des Gravierkopfs verstellt. Eine
problemlose Veränderung der Eingriffstiefe während des
Gravierens ist hierdurch jedoch nicht möglich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
der eingangs beschriebenen Art derart weiterzubilden, daß die
Möglichkeit besteht, die Eingriffstiefe des Gravierstichels
auch weiterhin konstant zu halten, jedoch bei wesentlich
geringerem Anpreßdruck des Abtastfingers.
Zwar ist eine Lösung der Aufgabe im Prinzip bereits aus der
DE-AS 10 78 475 bekannt, jedoch sind in dieser bekannten
Druckschrift keine konkreten Lösungsmittel angegeben, die in
naheliegender Weise zum beanspruchten Gegenstand führen
könnten.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Maßnahmen und
Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst.
Mit der neuen Vorrichtung werden Fehler vermieden, die sich
insbesondere bei sich kreuzenden Gravierlinien, z. B. bei
einer Oberflächenstruktur des Werkstücks, sonst einstellen
würden. Der Sensor, also das eigentliche Element, welches den
Regelkreis mitbestimmt, ist nicht mehr wie bei der bekannten
Steuerung direkt an dem Abtastfinger und damit im Bereich der
Oberfläche des Werkstücks angeordnet, sondern nunmehr
außerhalb der Oberfläche lediglich im Bereich des Federwegs
des Abtastfingers. Die Vorrichtung kann über den gesamten
Verfahrweg der z-Achse ausgenutzt werden, so daß der mögliche
Hub erheblich ausgeweitet ist und nicht mehr auf die
Relativbewegungsmöglichkeit zwischen dem Spindelgehäuse des
Gravierkopfs und dem Halter begrenzt ist. Auch ist
vorteilhaft der Neigungswinkel an der Oberfläche eines
Werkstücks, der mit der Vorrichtung noch beherrschbar ist,
wesentlich vergrößert. Auch die Graviergenauigkeit wird
gesteigert, da die Spindel straffer geführt ist; es entfällt
die bewegliche Lagerung der Spindel. Hierdurch erhöht sich
vorteilhaft auch die Steifigkeit der Vorrichtung bis in den
Bereich des Gravierstichels.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn ein Stellglied zur
Veränderung des Sollwertes für die Auswerteeinheit vorgesehen
ist. Mit einem solchen Stellglied kann eine feinfühlige
Einstellung auch sehr niedriger Anpreßdrücke des
Abtastfingers erfolgen, so daß auf diese Art und Weise auch
sehr empfindliche Werkstücke mit vergleichsweise dünner,
gewölbter Wandstärke bearbeitet werden können, ohne daß der
Abtastfinger das Werkstück in unzulässiger Weise eindrückt
o. dgl.. Das Stellglied ist schließlich eine sehr einfach,
schnell und sicher zu handhabende Möglichkeit, um die
Eingriffstiefe variabel einstellbar zu machen.
Die Auswerteelektronik weist in der Regel einen Verstärker
für das von dem Sensor abgegebene Signal auf, wie es für die
Ausbildung im Regelkreis und das Ansprechen des CNC-Antriebs
für die z-Achse erforderlich ist. Die Auswerteelektronik kann
im Fall der Anordnung eines Stellglieds einen
Differentialverstärker für das von dem Sensor abgegebene und
das von dem Stellglied überlagerte Korrektur- oder
Einstellsignal aufweisen.
Als Sensor können ganz verschiedene Elemente eingesetzt
werden. So ist es möglich, als Sensor eine Differentialspule,
eine Hall-Sonde, eine kapazitive oder induktive Meßdose oder
eine Kraft-Meßdose oder auch ein Linear-Potentiometer o. dgl.
vorzusehen.
Die Vorrichtung wird anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele
weiter erläutert und beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematisierte Seitenansicht der Vorrichtung
in ihrem mechanischen Aufbau,
Fig. 2 die schematische Darstellung eines Regelkreises
und
Fig. 3 einen weiteren möglichen Regelkreis.
Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht, so daß die vertikale z-
Achse 1 in der Zeichenebene liegt. Der CNC-Antrieb 2 für
diese z-Achse 1 ist hier nur ganz schematisch wiedergegeben.
Der CNC-Antrieb 2 wirkt auf einen Halter 3 ein, mit der ein
Spindelgehäuse 4 eines Gravierkopfs 4, 5 fest verbunden ist,
so daß über den CNC-Antrieb 2 der Halter 3 und das damit
verbundene Spindelgehäuse 4 in vertikaler Richtung gemäß z-
Achse 1 verfahrbar sind. In dem Spindelgehäuse 4 des
Gravierkopfs 4, 5 ist über eine Spindel 5 ein Gravierstichel 6
rotierend angetrieben, wobei ein Lager 7 für die drehbare
Lagerung der Spindel 5 des Gravierkopfs 4, 5 in dem
Spindelgehäuse 4 vorgesehen ist. Es ist ein Ausschnitt aus
einem Werkstück 5 im Schnitt dargestellt, welches eine
Oberfläche 9 aufweist, in die die Spitze des Gravierstichels
6 mit einer Eingriffstiefe 10 eingreift und dabei den
gewünschten Gravierstrich hinterläßt bzw. in die Oberfläche 9
und das Werkstück 5 einformt.
Mit dem Halter 3 und damit auch mit dem Spindelgehäuse 4 des
Gravierkopfs 4, 5 ist ein Sensorgehäuse 11 fest verbunden,
welches die dargestellte offene Ringform aufweist und im
Bereich eines federnden Schenkels 12 mit einem Abtastfinger
13 versehen ist. Der federnde Schenkel 12 kann auch direkt
als Abtastfinger 13 verlängert sein. Das an sich ringförmige
Sensorgehäuse 11 ist an einer Stelle 14 offen bzw.
durchbrochen ausgebildet, so daß sich hier ein Fühler 15, der
mit dem federnden Schenkel 12 verbunden ist, entsprechend
einem Federweg 16 in vertikaler Richtung relativ zu einem
Sensor 17 verschieben kann, der im Sensorgehäuse 11 dem
Schenkel 12 gegenüber gelagert ist. Der Fühler 15 kann auch
Bestandteil des Sensors 17 sein. Er führt auf jeden Fall die
Bewegungen des in Verbindung mit dem Schenkel 12 federnd
nachgiebigen Abtastfingers 13 aus, wobei die Vertikalbewegung
freilich entsprechend dem Hebelgesetz bzw. den
Federungseigenschaften zwischen Abtastfinger 13 und federndem
Schenkel 12 verkleinert ist. Über den Sensor 17 wird eine
Auswerteelektronik 15 angesteuert, die letztlich mit dem CNC-
Antrieb 2 im Steuersinn verbunden ist, wobei der CNC-Antrieb
2 entsprechend der z-Achse 1 wiederum die Spanneinheit 3 und
damit auch das Sensorgehäuse 11 in der vertikalen Richtung
verfährt, so daß insbesondere ein Regelkreis gebildet ist.
Der reduzierte Auflagedruck des Abtastfingers 13 nicht mehr
unmittelbar für die Eingriffstiefe 10 verantwortlich,
vielmehr wird diese durch den CNC-Antrieb 2 festlegt.
In Fig. 2 sind die wesentlichen elektrischen Teile der
Vorrichtung anhand des Regelkreises prinzipiell verdeutlicht.
Der Sensor 17, der ein Signal entsprechend dem Federweg 16
abgibt, ist mit der Auswerteelektronik 15 bzw. einem in
dieser vorgesehenen Differentialverstärker 19 verbunden.
Zweckmäßig ist auch ein Stellglied 20 mit dem
Differentialverstärker 19 bzw. der Auswerteelektronik 15
verbunden. Nachfolgend wird über einen Lageregelkreis 21 die
entsprechende Aussteuerung an den CNC-Antrieb 2 aufgegeben,
der wiederum den Sensor 17 steuert, so daß damit der
Regelkreis geschlossen ist. Vorteilhaft ist also in diesem
Regelkreis nicht nur das Stellglied 20 vorgesehen, sondern
auch noch ein Lageregelkreis 21.
Fig. 3 zeigt eine vereinfachte Ausführungsmöglichkeit des
Regelkreises ohne Stellglied und ohne Lageregelkreis, so daß
hier nur der Sensor 17, der Verstärker 15 und der CNC-Antrieb
2 in der gezeigten Weise zusammengeschaltet sind, wobei im
Verstärkerteil eine Auswerteelektronik und ein fest
eingestellter Sollwert für nur eine einzige konstante
Graviertiefe vorgesehen ist.
Claims (5)
1. Vorrichtung zur Festlegung der Eingriffstiefe eines
Gravierstichels in ein zu gravierendes Werkstück, mit einer
Spindel in einem Spindelgehäuse, einem das Spindelgehäuse in
fester Anordnung aufnehmenden Halter und mit einem die
Oberfläche des Werkstücks berührenden, mit dem Halter für das
Spindelgehäuse verbundenen Abtastfinger, wobei der
Gravierstichel von der Spindel gehalten und damit drehbar
gelagert ist und wobei der Halter eine lineare Bewegbarkeit
auf das Werkstück zu und von diesem weg aufweist, welche
mittels des Abtastfingers gesteuert wird, dadurch
gekennzeichnet, daß der Abtastfinger (13) in Verbindung mit
einem Schenkel (12) steht, welcher gegenüber dem Halter für
das Spindelgehäuse federnd ausgebildet ist, und daß die
Bewegung des Abtastfingers (13) als Federweg (16) des
Schenkels (12) mittels eines Sensors (17) erfaßt wird, der je
nach Federweg (16) unterschiedliche elektrische Signale an
eine Auswerteeinheit (15) abgibt, über die ein der Z-Achse
des Halters (3) zugeordneter CNC-Antrieb (2) der Vorrichtung
ansteuerbar ist, wobei die Auswerteeinheit (15) sowohl einen
vorgegebenen Sollwert als auch die vom Sensor ermittelten
Istwerte vergleicht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Stellglied (20) zur Veränderung des Sollwertes für die
Auswerteeinheit (15) vorgesehen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Auswerteelektronik (15) einen Verstärker für das von
dem Sensor (17) abgegebene Signal aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Auswerteelektronik (15) einen Differentialverstärker
(19) für das vom Stellglied (20) abgegebene und das von dem
Sensor (17) abgegebene und das von dem Stellglied (20)
überlagerte Korrektur- und Einstellsignal aufweist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
als Sensor (17) eine Differentialspule, eine Hall-Sonde, eine
kapazitive oder induktive Meßdose oder eine Kraftmeßdose oder
ein Linear-Potentiometer vorgesehen ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3914059A DE3914059A1 (de) | 1989-04-28 | 1989-04-28 | Vorrichtung zur festlegung der eingriffstiefe eines gravierstichels in ein zu gravierendes werkstueck |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3914059A DE3914059A1 (de) | 1989-04-28 | 1989-04-28 | Vorrichtung zur festlegung der eingriffstiefe eines gravierstichels in ein zu gravierendes werkstueck |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3914059A1 DE3914059A1 (de) | 1990-10-31 |
| DE3914059C2 true DE3914059C2 (de) | 1992-09-03 |
Family
ID=6379678
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE3914059A Granted DE3914059A1 (de) | 1989-04-28 | 1989-04-28 | Vorrichtung zur festlegung der eingriffstiefe eines gravierstichels in ein zu gravierendes werkstueck |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3914059A1 (de) |
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