DE3919087A1 - Streicheinrichtung - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Streicheinrichtung entsprechend dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Streicheinrichtungen dieser
Art sind vielfältig im Stand der Technik bekannt, wobei jeweils
eine Rakel eingesetzt wird, die die auf die Warenbahn, z.B. Pa
pier oder Karton, aufgetragene Streichmasse glättet. Als Rakel
kommt ein runder Rakelstab oder auch eine Streichklinge in Fra
ge. Beide Elemente haben ihre speziellen Einsatzgebiete, jedoch
besteht bei der Streichklinge der große Nachteil der starken,
zum Teil ungleichmäßigen Abnützung.
Vielfach ist jedoch festgestellt worden, daß der Rakelstrich bei
einer Streichklinge Unregelmäßigkeiten aufweist, die bei einer
Rollrakel nicht vorhanden sind. Man hat durch Profilkorrektur
einstelleinrichtungen, die es gestatten, den Anpreßdruck der
Streichklinge örtlich zu verändern, versucht, eine Gleich
mäßigkeit des Strichs herbeizuführen, was nicht immer und voll
ständig gelungen ist.
Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine Einrichtung anzugeben,
bei welcher ein gleichmäßiger Strichauftrag auch über die Be
triebsdauer hinweg erreicht wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des kenn
zeichnenden Teils des Patentanspruchs 1 gelöst.
Man hat erkannt, daß es möglich ist, durch ein seitliches Her
ausführen eines wesentlich längeren Rakelbandes, als es der Ar
beitslänge (dem Arbeitsbereich) der Streichklinge entspricht,
dieses stetig zu reinigen und somit Ansetzungen an der Rakel,
die zu Streifigkeit führen, auszuschalten.
Man hat zwar schon bei Schaberklingen gemäß der schwedischen Pa
tentschrift 4 36 593 vorgesehen, die Schaberklinge als ein rela
tiv langes Band auszuführen, das über Spulen geführt ist und
durch Aufwickeln oder Abwickeln auf die bzw. von den Spulen den
Arbeitsbereich der Schaberklinge laufend zu verändern. Dadurch
wird der Verschleiß relativ gering, auf jeden Fall aber völlig
gleichmäßig gehalten, so daß sich eine sehr hohe Standzeit des
Schaberklingenmaterials ergibt.
Diese Schaberklingen werden als Kreppschaber eingesetzt, wobei
sie praktisch mit ihrer Arbeitskante gegen das Papier, d.h. ge
gen dessen Bewegungsrichtung, eingestellt werden, so daß sich
dessen gekreppte Oberfläche ergibt. Diese Schaberklinge kann da
her völlig glatt sein und kann ohne weiteres auf eine Spule auf
gewickelt werden. Auch für die Festlegung in der im Bereich der
über die Gegenwalze geführten Bahn angeordneten Halterung beste
hen keine besonderen, erhöhten Anforderungen.
Im Falle von Streichklingen ist eine solche einfache Ausführung
nicht möglich, da diese in Richtung der Bewegung (Bahnlauf) der
Papierbahn angestellt werden, so daß für die Festlegung der
Schaberklinge besondere Vorkehrungen getroffen werden müssen.
Auch das Aufwickeln eines längeren Rakelbandes scheint nicht
ohne weiteres möglich zu sein.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Figuren der Zeichnung
erläutert; dabei stellt
Fig. 1 prinzipmäßig eine Draufsicht auf eine Streichein
richtung,
Fig. 2 prinzipmäßig eine Seitenansicht dazu,
Fig. 3 eine weitere Einzelheit des Rakelbandes,
Fig. 4 eine Einzelheit dazu, ebenfalls im Querschnitt,
Fig. 5 eine andere Ausführungsform prinzipmäßig in Drauf
sicht,
Fig. 6 eine weitere Einzelheit dazu und
Fig. 7 eine weitere Ausführungsform prinzipmäßig in
Daraufsicht
dar.
An dem an der Gegenwalze 1 angeordneten Rakelbalken 2 ist je
weils eine als Streichklingenband ausgebildete Rakel 3 in einer
Rakelhalterung 4 so gelagert bzw. gehalten, daß es sich in einer
Längsrichtung bewegen, aber in der Querrichtung dazu nicht aus
weichen kann. Das Rakelband 3 bildet eine Schleife, an deren En
den jeweils ein Seil 5 befestigt ist, das über eine Aufwickel
trommel 6 bzw. 7 geführt ist. Jede dieser Trommeln ist durch
einen Motor, z.B. Elektromotor, vorzugsweise Schrittmotor, an
treibbar. Der die hier nicht dargestellte Warenbahn führenden
Gegenwalze 1 nahe Teil der Schleife des Rakelbandes 3 ist paral
lel zu dieser Gegenwalze geführt und - wie aus Fig. 2 oder 3
ersichtlich - über Vorsprünge 11 oder Noppen 10 mittels einer
Führungsleiste 15 in Richtung ihrer Breitenerstreckung unbeweg
lich in der Rakelhalterung 4 gehalten. Einfache Vorsprünge 11
können auch durch Anlöten oder -schweißen an der einen Längskan
te des Rakelbandes ausgebildet sein. Die Führungsleiste 15′
braucht nicht in der Rakelhalterung 4 festschraubbar ausgebildet
zu sein, sondern kann über ihre Länge durch einen Hydraulik-
Druckschlauch 19 tangential zur Gegenwalze 1 oder etwas weg von
dieser belastet werden, um somit mit ihren Führungsflächen 17
auf die Noppen 10 gegen die Kraft von einer Reihe zylindrischer
Schraubenfedern 40 gedrückt zu werden. Dadurch wird eine sichere
Festlegung des Rakelbandes 3 an der Halterung erreicht, wobei
gegen die Gegendruckleiste 14 der Halterung 4 gedrückt wird
(siehe Fig. 4).
Durch Aufwickeln des Rakelbandes 3 auf eine der Trommeln 7 oder
6 bzw. umgekehrt mit einer sehr geringen Geschwindigkeit von
z.B. 2 bis 10 cm/min ist eine gründliche Reinigung des Rakel
bandes möglich.
Gemäß Fig. 5 wird ein sehr langes Rakelband 5 verwendet, das je
weils auf Trommeln 19, 20, die zu beiden Seiten des Rakelbandes
2 angeordnet sind, aufwickelbar ist. Dabei werden die Trommeln
im gleichen Maße des Aufwickelns des Rakelbandes 3′ in Richtung
ihrer Rotationsachse, also in Richtung der Breite des Rakelban
des, gleichmäßig verschoben, z.B. indem sie auf einer Gewinde
spindel 24 rotierbar angeordnet sind (s. Fig. 6). Dadurch kann
das Rakelband trotz der Noppen oder Vorsprünge auf die Trommeln
aufgewickelt werden, d.h. praktisch in Form einer Schrauben-
oder Schneckenlinie. Der Antrieb der Trommeln 19, 20 erfolgt
dann am besten über einen Zahnrädersatz 21, 22 von einem Elek
tromotor 23 aus über Spindel 25, für die ein im Lagersockel 28
gehaltenes Lager 27 vorgesehen ist. Die Gewindespindel führt
über ihren Zapfen 26 und ein Lager 29 die Spindel 25. Die Spin
del 25 weist wiederum ein Lager 29 für einen unteren Zapfen 26
der Gewindespindel 24 auf.
In Fig. 7 ist eine Anordnung dargestellt, bei welcher das Rakel
band 3′′ eine vollständige, geschlossene Schleife bildet, wobei
diese durch Verbindung der beiden Enden des Rakelbandes mittels
Schloß 30 gebildet ist. Die Schleife kann gespannt werden durch
die Spannrolle 8′ mittels Kolbenstange 36 und im Zylinder 35 ge
führten Kolben 37. Als Antriebsmittel ist ein Zahnriemen 31 vor
gesehen, der über Umlenk-Riemenscheiben 33 und angetriebene Rie
menscheibe 32 sowie Spannrolle 34 in einer Schleife geführt ist.
Die Verbindung von Zahnriemen 31 und Rakelband 3′′ ist in der Nä
he des Spannschlosses 30 angedeutet bzw. vorgesehen. Dies ist
eine sehr günstige Anordnung, weil man nur einen einzigen An
trieb für die Riemenscheibe 32 braucht, der allerdings versier
bar ausgebildet sein muß.
Es werden vorzugsweise außerhalb des Arbeitsbereichs 39 des Ra
kelbandes bzw. der Gegenwalze 1 Reinigungseinrichtungen zur Rei
nigung des Rakelbandes vorgesehen. Der erste Reinigungseffekt
tritt durch einen Überstand 38 der Gegenwalze 1 auf, an welchem
das Rakelband durch seine geradlinige Führung 4 anliegt und der
von der Warenbahn freigehalten bleibt. Verkrustungen, die sich
im Bereich der Anliegekanten des Rakelbandes an der Warenbahn
bilden können, werden hier durchgehend abgeschabt.
Als weitere Reinigungs-Einrichtungen kommen die üblicherweise
bekannten, wie Druckstrahlen, die aus Düsen auf das Rakelband
gespritzt werden, sowie ferner Schaber in Frage. Auf diese Weise
wird nach dem Reversieren des Rakelbandes (Umkehr der Vorschub
richtung desselben) jeweils ein gereinigter Teil des Rakelbandes
neu in den Arbeitsbereich eingeführt.
Der Vorschub des Rakelbandes beträgt dabei etwa 10 bis
15 cm/min. Vorzugsweise wird das Rakelband natürlich schon vor
dem Aufwickeln auf die Trommeln 6, 7 bzw. 19, 20 gereinigt.
Claims (15)
1. Streicheinrichtung mit einer als Streichklinge ausgebilde
ten Rakel, die in einer von einem Rakelbalken getragenen
Rakelhalterung gehalten ist, zum Streichen von vorzugsweise
von einer Gegenwalze geführten Bahnen aus Papier oder Kar
ton, gekennzeichnet durch
- a) ein Rakelband (3, 3′, 3′′), das in seinem Arbeitsbe reich - entlang der Gegenwalze - in einer geradlinigen Führung (15, 17) verschieblich gehalten und mit großen, an den Arbeitsbereich anschließenden Überlän gen ausgebildet ist, in welchen anschließenden Teilen das Rakelband zumindest teilweise gebogen geführt ist, um es auf einen Bereich, dessen Länge höchstens 1,6mal größer als die geradlinige Rakelführung (14, 15; 15′) ist, am Rakelbalken (2) zu beschränken, und
- b) Antriebsmittel (6; 19; 31, 32) zum Vorschub des Rakel bandes in seiner Längsrichtung einschließlich insbe sondere seines in der geradlinigen Führung (14, 15 15′) jeweils befindlichen Teils.
2. Streicheinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Antriebsmittel (6; 19; 31, 32) am über den Arbeits
bereich hinausgehenden Teil des Rakelbandes (3, 3′, 3′′) an
greifen.
3. Streicheinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß als aus dem Rakelband mindestens fast eine
Schleife bildende Einrichtungen je mindestens eine Umlenk
rolle (8) an jeder Seite des Rakelbalkens (2) vorgesehen
ist.
4. Streicheinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß an den Enden der Schleife Seile (5), Bänder oder Drähte
befestigt sind, die über Aufwickeltrommeln (6, 7) geführt
sind.
5. Streicheinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, daß das Rakelband (3, 3′, 3′′) zur
Halterung in der Rakelführung (15, 17) gegen eine Bewegung
in Breitenrichtung des Rakelbandes hin zur Gegenwalze bzw.
Warenbahn, aber in Querrichtung dazu für seine freie Bewe
gung Noppen (10) oder sonstige Vorsprünge (11) aufweist,
die in einer zu den Längskanten des Rakelbandes parallelen
Reihe bzw. parallel dazu allgemein angeordnet sind.
6. Streicheinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß ein Rakelband (3′) größerer Länge
als das Dreifache der Länge des Rakelbalkens beträgt, je
weils links und rechts am Rakelbalken (2) auf eine in Rich
tung der Breite des Rakelbandes (3′) kontinuierlich axial
verschiebbare und rotierbar antreibbare Trommel (19) auf
wickelbar ist.
7. Streicheinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Gewindespindel (24) zentral als Träger für die
Trommeln (19, 20) vorgesehen ist.
8. Streicheinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß als Antrieb für die Trommeln (19, 20) eine untere, zen
trale Spindel (25) vorgesehen ist, die rotierbar gelagert
ist und an die ein Drehantrieb (21, 22, 23) angekoppelt ist
und die eine Lagerstelle (29) für einen unteren Zapfen (26)
der Gewindespindel (24) aufweist.
9. Streicheinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß das Rakelband (3′′) zumindest der
wesentliche Teil einer geschlossenen Schleife in Form eines
Polygonzuges ist, von dem die beiden langen Züge einander
gegenüberliegen und von denen der eine im Arbeitsbereich
des Rakelbandes angeordnet ist und der andere mit einem An
triebsmittel (31, 32) gekoppelt ist.
10. Streicheinrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß das Antriebsmittel ein Zahnriementrieb ist, wobei der
Zahnriemen (31) mit der Schleife (3′′) verbunden ist.
11. Streicheinrichtung nach einem der Ansprüche 9 oder 10, da
durch gekennzeichnet, daß die Rakelbandschleife an min
destens einer Stelle von einer nachstellbaren Spannrolle
(8′) umgelenkt ist.
12. Streicheinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, da
durch gekennzeichnet, daß der gerade geführte Teil des Ra
kelbandes über den Arbeitsbereich hinaus zu beiden Seiten
bis zum Ende der Gegenwalze (1) sich erstreckt, wobei die
Gegenwalze (1) länger ausgeführt ist als der Arbeitsbereich
des Rakelbandes.
13. Streicheinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, da
durch gekennzeichnet, daß außerhalb des Arbeitsbereichs des
Rakelbandes Reinigungseinrichtungen zur Reinigung des
Rakelbandes vorgesehen sind.
14. Streicheinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß die Rakelführung (4) eine min
destens in Richtung der Breite des Rakelbandes bewegliche
Klemmleiste (15) aufweist, die mittels Pneumatik- oder Hy
draulikdruck-Zylindern oder -Schlauch mit ihren Führungs
flächen (17) an die Noppen (10) oder Vorsprünge (11) des
Rakelbandes andrückbar ist.
15. Streicheinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, da
durch gekennzeichnet, daß das Rakelband (3, 3′, 3′′) samt
seiner Antriebsmittel (6, 7; 19, 20; 31, 32) auf dem Rakel
balken (2) gelagert ist.
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