DE3942111C2 - Spannvorrichtung für hochfeste faden- oder bandförmige Materialien - Google Patents
Spannvorrichtung für hochfeste faden- oder bandförmige MaterialienInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Spannvorrichtung nach dem
Oberbegriff des Hauptanspruchs.
Derartige Spannvorrichtungen werden beispielsweise benö
tigt, um faden- oder bandförmige Materialien einer Zug
spannung auszusetzen, indem über die beiden Spannklem
men der Spannvorrichtungen durch Bewegen der einen
Spannklemme relativ zu der anderen eine Längenänderung
des zwischen zwei Einspannstellen verlaufenden Material
abschnittes und dadurch bedingt eine Zugspannung erzeugt
wird.
Ein wichtiges Einsatzgebiet derartiger Spannvorrichtun
gen sind Zugversuche an faden- oder bandförmigen Mate
rialien, z. B. auch Drähten, zur Feststellung der Höchst
zugkraft, der Höchstzugkraftdehnung sowie des Verlaufs
der Kraft-/Dehnungskurve.
Für diese Zugversuche werden bevorzugt automatische
mikroprozessorgesteuerte Zugprüfgeräte eingesetzt.
Bei der Zugprüfung hochfester Materialien kann dabei
das Problem entstehen, daß infolge der hohen Zugkräfte
und der deswegen notwendigen hohen Klemmkraft vermehrt
sogenannte Klemmenbrüche unmittelbar an den Spannklem
men auftreten, die in der statistischen Auswertung der
Versuchsreihen nicht berücksichtigt werden sollen, da
sie in der Regel zu niedrige Höchstzugkraft- und -deh
nungswerte ergeben. Wird zur Vermeidung von Klemmenbrü
chen die Spannkraft der Spannklemmen reduziert, besteht
die Gefahr eines Durchrutschens des Materials durch die
Spannbacken. Der Zugversuch muß dann abgebrochen werden.
Es ist bekannt (s. Firmenprospekt der Firma Textechno:
"Automatisches Zugprüfgerät STATIMAT M"), Spannklemmen
vorzusehen, die einen zylindrischen Umlenkkörper auf
weisen, der von dem zu prüfenden Material um ca. 360°
umschlungen wird, bevor das Material in die Spannklemme
geführt wird, um einen Teil der in der Prüfstrecke herr
schenden Zugkräfte abzubauen. Es ist ferner eine andere
gattungsgemäße Spannklemme bekannt (DE-PS 11 94 175),
die einen Umlenkkörper mit kontinuierlich von der Klem
me zur Prüfstrecke hin zunehmendem Krümmungsradius be
sitzt, der vom Material unter einem Winkel von ca. 270°
umschlungen wird.
Bei derartigen Spannklemmen muß das zu prüfende Material
manuell um die Umlenkkörper gewickelt und in die Spann
klemme eingeführt werden. Solche Spannklemmen eignen
sich folglich nicht für eine automatische Zugprüfung.
Hinzu kommt, daß die Umschlingung um Umlenkkörper mit
gleichsinniger Krümmung zu einer einseitigen Beanspru
chung des Materials, insbesondere bei dicken Proben,
und damit zu einer inhomogenen Spannungsverteilung über
den Probenquerschnitt führt.
Es sind ferner Spannvorrichtungen bekannt, die vor den
Spannklemmen den Materialabschnitt um 90° auf einem
Reibkörper umlenken. Bei diesen Spannklemmen ist ein
automatisches Einführen des Materials, wenn auch mit
einem komplizierten Bewegungsablauf des Einführungsor
gans, möglich. Andererseits reicht die Zugkraftreduzie
rung wegen des relativ kleinen Umschlingungswinkels bei
vielen Materialien, insbesondere solchen mit hoher Fe
stigkeit und/oder sehr glatter Oberfläche, nicht aus.
Bei einer anderen bekannten Spannvorrichtung an einem
Zugprüfgerät (DE-OS 17 98 359) speziell für hochdehn
bare Fäden wird die Probe allein durch Reibung an Um
lenkkörpern gehalten, die an den beiden Enden der Prüf
strecke angeordnet sind. Die Einführung der Probe ist
hier besonders umständlich und nicht automatisierbar.
Aus der DE-OS 25 13 109 ist eine Vorrichtung zur Durch
führung des Streckversuches zur Auffindung von Doppe
lungen an Blechen bekannt, wobei Blechstreifenproben
über auswechselbare Ziehdorne in einem Ziehwerkzeug
gezogen werden. Dabei werden die Blechstreifenproben
von einem Spannkopf durch die Ziehdorne hindurchgezo
gen, indem sich die Ziehdorne relativ zu dem festste
henden Spannkopf bewegen. Die Ziehdorne dienen nicht
dazu, die auf die Spannklemmen einwirkende Zugkraft zu
reduzieren; im Gegenteil, durch das Hindurchziehen der
Blechstreifenproben durch die Ziehdorne wird die Zug
kraft an den Spannklemmen erhöht.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, bei
einer Spannvorrichtung der eingangs genannten Art die
auf die Spannklemmen einwirkende Zugkraft erheblich zu
verringern und das automatische Einführen der Prüfprobe
gleichzeitig zu erleichtern.
Zur Lösung dieser Aufgabe dienen erfindungsgemäß die
Merkmale des Hauptanspruchs.
Die Verwendung der Umlenkkörper als Hilfsklemmen kann
die von den Spannklemmen aufzunehmende Zugkraft in er
heblichem Umfang reduzieren, so daß äußerst hohe Zug
kräfte auf das zu prüfende Material übertragen werden
können.
Die federbelasteten Gegenstücke können den Materialab
schnitt mit unterschiedlichen, dem zu prüfenden Material
angepaßten Vorspannungen klemmen, indem die Federn aus
wechselbar eingesetzt werden können.
Dabei kann das
Gegenstück hinsichtlich seiner Klemmfläche der Krümmung
der Mantelfläche des beweglichen Umlenkkörpers angepaßt
sein. Auf diese Weise ist die Klemmfläche auf dem Um
lenkkörper vergrößert, so daß höhere Kräfte aufgenommen
werden können.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel sind drei
Umlenkkörper vorgesehen, wobei die Mantelflächen der
jeweils äußeren Umlenkkörper an die Einspannebene an
grenzen.
Eine Weiterbildung sieht vor, daß die von dem zu prü
fenden Material umschlungenen Mantelflächen der Umlenk
körper einen unterschiedlichen Krümmungsradius, und
zwar zur Spannklemme hin einen abnehmenden Krümmungs
radius aufweisen. Durch die unterschiedlichen Durch
messer der Umlenkkörper wird die auf die Spannklemmen
wirkende Zugkraft stufenweise abgebaut, wobei jeder
Umlenkkörper einen unterschiedlichen Anteil übernimmt.
Der von der Spannklemme entfernteste Umlenkkörper weist
den größten Durchmesser auf, um an der Stelle der höch
sten Zugbeanspruchung den Biegeradius möglichst groß zu
halten und dadurch die Bruchgefahr an dieser Stelle zu
verringern.
Dabei können auch die von dem zu prüfenden Materialab
schnitt umschlungenen Mantelflächen der Umlenkkörper
jeweils einen progressiv zur Spannklemme hin abnehmen
den Krümmungsradius aufweisen. Auf diese Weise wird ein
stufenloser Übergang zu kleineren Biegeradien ermög
licht.
Bei einer vorteilhaften Weiterbildung ist vorgesehen,
daß eine Kolben-Zylinder-Einheit den beweglichen Um
lenkkörper verlagert, wobei der Druckzylinder der
Kolben-Zylinder-Einheit das Druckmedium für die Spann
klemmen erst in der zweiten Endstellung des beweglichen
Umlenkkörpers freigibt. Bei diesem Ausführungsbeispiel
werden die Spannklemmen erst dann geschlossen, wenn der
bewegliche Umlenkkörper sich in der zweiten Endstellung
befindet, d. h. das zu prüfende Material umgelenkt ist.
Eine spezielle Steuerung für den beweglichen Umlenk
körper kann dabei entfallen.
Andererseits kann auch vorgesehen sein, daß die Kolben-
Zylinder-Einheit den beweglichen Umlenkkörper unabhän
gig von der Spannklemmenbetätigung verlagert. Dies ist
beispielsweise dann notwendig, wenn Zugversuche ohne
Umlenkung des zu prüfenden Materials erfolgen sollen.
Der Kolben der Kolben-Zylinder-Einheit für den beweg
lichen Umlenkkörper treibt eine den beweglichen Umlenk
körper tragende Schubstange an, wobei ein an der Schub
stange befestigtes Hebelgelenkgetriebe Zustell- oder
Rückstellkräfte auf eine quer zur Schubstange beweg
liche und in dieser gelagerten Sperrklinke derart über
trägt, daß die Sperrklinke beim Anliegen der Zustell
kraft und Erreichen der zweiten Endstellung des beweg
lichen Umlenkkörpers in eine Ausnehmung eingreift und
beim Anliegen der Rückstellkraft die Sperrklinke aus
der Ausnehmung herausgezogen wird. Die Sperrklinke ist
notwendig, damit während des Zugversuches der bewegli
che Umlenkkörper nicht zurückgedrückt werden kann. Die
Sperrklinke wird allein durch die die Schubstange an
treibenden Kräfte betätigt, wodurch ein separater An
trieb und eine separate Steuerung für die Sperrklinke
entfallen kann. Während die Schubstange auf Grund einer
Vorschubkraft des Kolbens der Kolben-Zylinder-Einheit
vorwärts bewegt wird, wird gleichzeitig die quer zur
Bewegungsrichtung wirkende Sperrklinke zunächst gegen
die Schubstangenführung gedrückt, bis die zweite End
position des beweglichen Umlenkkörpers erreicht ist. In
dieser Position befindet sich in der Schubstangenfüh
rung eine Ausnehmung, in die die Sperrklinke einrasten
kann. Beim Anliegen einer Rückstellkraft auf die Schub
stange, wird über das Hebelgelenkgetriebe die Sperr
klinke aus der Ausnehmung herausgezogen und anschlie
ßend die Schubstange zurückbewegt.
Die Mantelfläche der Umlenkkörper kann mit einer im
Querschnitt V-förmigen Rille versehen sein, in der der
Materialabschnitt verläuft. Die Rille erlaubt bei faden-
oder drahtförmigen Materialien eine Führung des zu prü
fenden Materials, erhöht in vorteilhafter Weise die
Reibung zwischen Material und Umlenkkörper und trägt
dadurch zur Reduzierung der von den Spannklemmen auf
zunehmenden Zugkraft bei.
Zwischen den Umlenkkörpern können Sensoren angeordnet
sein, die einen Materialbruch im Bereich vor der Spann
klemme überwachen. Mit Hilfe der Sensoren ist es mög
lich, Zugversuche bei der statistischen Auswertung aus
zuschließen, bei denen ein Materialbruch im Bereich
unmittelbar vor den Spannklemmen bzw. im Bereich der
Umlenkkörper aufgetreten ist.
Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel ist vorgesehen,
daß die Kolben-Zylinder-Einheit für die Spannklemmen
mit ihrer Längsachse parallel zur Einspannebene und
orthogonal zum eingespannten Material verläuft und daß
ein von dem Kolben angetriebenes Hebelgetriebe die Kol
benkraft verstärkt auf den beweglichen Spannklemmenteil
überträgt. Mit Hilfe der Hebelübersetzung des Hebelge
triebes läßt sich bei kleiner Bauweise der Kolben-
Zylinder-Einheit eine erhebliche Kraftverstärkung für
die Anpreßkraft der Spannklemmen erzielen.
Im folgenden werden unter Bezugnahme auf die Zeichnun
gen Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert.
Es zeigen
Fig. 1 eine Spannvorrichtung einer automatischen
Zugprüfmaschine mit eingeführtem Prüfmaterial und
geöffneten Spannklemmen,
Fig. 2 die Spannvorrichtung mit geschlossenen Spann
klemmen und mehrfach umgelenktem Material,
Fig. 3 eine Kolben-Zylinder-Einheit für eine Spann
klemme mit einem Hebelgetriebe zur Verstärkung der
Spannkraft der Spannklemme,
Fig. 4 ein Ausführungsbeispiel mit einem Antrieb für
den beweglichen Umlenkkörper, der zugleich eine
Sperrklinke betätigt,
Fig. 5 eine Darstellung entsprechend Fig. 4, bei der
sich der bewegliche Umlenkkörper in seiner zweiten
Endstellung befindet,
Fig. 6 ein Ausführungsbeispiel einer Spannklemme mit
Hilfsklemme,
Fig. 7 ein alternatives Ausführungsbeispiel zu Fig. 6
und
Fig. 8 und 9 weitere Ausführungsbeispiele beweglicher Um
lenkkörper.
Ein bevorzugtes Anwendungsgebiet der in Fig. 1 gezeigten
Spannvorrichtung sind Zugversuche, z. B. in automatischen
Zugprüfgeräten, in denen faden- oder drahtförmige, aber
auch bandförmige Materialien hinsichtlich Höchstzug
kraft, Höchstzugkraftdehnung usw. untersucht werden
können.
Die Spannvorrichtung 1 besteht im wesentlichen aus zwei
Spannklemmen 2, 3, von denen mindestens eine zur Durch
führung des Zugversuches beweglich ist, und eine in
Verbindung mit einer Kraftmeßdose steht.
Bei der in Fig. 1 gezeigten Spannvorrichtung 1 wird das
zu prüfende Material 4 mit Hilfe geeigneter Führungsein
richtungen in die von den Spannklemmen 2, 3 definierte
Einspannebene vertikal eingeführt. Zwischen den Spann
klemmen 2, 3 ist dann der zu prüfende Materialabschnitt
6 angeordnet, der während des Zugversuches über die
Spannklemmen 2, 3 zunehmend gedehnt wird, wodurch ent
sprechend der Kraft-Dehnungscharakteristik eine anwach
sende Zugkraft entsteht.
Die Spannklemmen 2, 3 bestehen jeweils aus einem unbeweg
lichen Spannklemmenteil 8 und einem beweglichen Spann
klemmenteil 10, der vorzugsweise von einer pneumatisch
betätigten Kolben-Zylinder-Einheit 12 bewegt wird.
Die Spannklemmenteile 8, 10 können an ihren Spannflächen
mit einem Belag oder einer Beschichtung versehen sein,
die in hohem Maße verschleißfest ist und einen hohen
Reibwert besitzt.
Die Spannklemmen 2, 3 sind ferner mit je einer Umlenkvor
richtung aus drei Umlenkkörpern 16, 18, 20 versehen. Die
Umlenkkörper 18, 20 bestehen jeweils aus Rundbolzen
unterschiedlichen Durchmessers, deren Mittelachse hori
zontal und parallel zur Einspannebene verläuft. Die
Mantelfläche der Umlenkkörper kann zumindest im Um
schlingungsbereich verschiedene Oberflächenstrukturen
aufweisen. Bei einem nicht dargestellten Ausführungsbei
spiel besteht die Umlenkvorrichtung nur aus zwei Umlenk
körpern 16, 18.
Bei einem in den Zeichnungen nicht dargestellen Ausfüh
rungsbeispiel können die Umlenkkörper 18, 20 mit ihren
Längsachsen auch orthogonal zur Einspannebene verlau
fen, wenn faden- oder drahtförmige Materialien zu prü
fen sind.
Der den Spannklemmen 2, 3 benachbarte Umlenkkörper 16
ist bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 und 2
direkt an dem unbeweglichen Spannklemmenteil 8 ange
formt und weist eine im Querschnitt halbkreisförmige
Kontur auf.
Der Krümmungsradius der Mantelfläche des Umlenkkörpers
20 ist gegenüber dem des Umlenkkörpers 18 und dieser
wiederum gegenüber dem des Umlenkkörpers 16 vergrößert,
so daß der zu prüfende Materialabschnitt 6 in Richtung
auf die Spannklemmen 2, 3 hin von insgesamt drei Umlenk
körpern 20, 18, 16 mit abnehmendem Krümmungsradius der
Mantelflächen umgelenkt wird.
Der mittlere Umlenkkörper 18 ist, wie aus den Fig. 1
und 2 ersichtlich, horizontal und orthogonal zur Ein
spannebene beweglich, wobei er in einer ersten, in Fig. 1
gezeigten Endstellung den Materialabschnitt 6 nicht
berührt und in der in Fig. 2 gezeigten Endstellung, bei
der auch die Spannklemmen 2, 3 geschlossen sind, den
Materialabschnitt 6 derart umlenkt, daß auch die Um
lenkkörper 16 und 20 von dem Materialabschnitt 6 teil
weise umschlungen sind. Die Umlenkkörper 16 und 20 sind
relativ zur Spannvorrichtung feststehend angeordnet,
wobei ihre Mantelflächen an der von dem unbeweglichen
Spannklemmenteil 8 definierten Einspannebene anliegen.
Der bewegliche Umlenkkörper 18 wird von einer pneuma
tischen Kolben-Zylinder-Einheit angetrieben und ist
unmittelbar auf der Kolbenstange befestigt. Die Zylin
derkammer 22 dieser Kolben-Zylinder-Einheit 24 ist mit
einem Überströmkanal 26 versehen, der die über die Lei
tung 28 zugeführte Druckluft erst dann in die Kolben-
Zylinder-Einheit 12 leitet, wenn sich der Kolben 30 mit
dem Umlenkkörper 18 in seiner zweiten Endstellung be
findet. Die Zylinderkammer 22 ist an dem kolbenstangen
seitigen Ende mit einer Entlüftungsöffnung 14 versehen.
Die Kolben-Zylinder-Einheit 24 kann aber - in den Zeich
nungen nicht dargestellt - auch separat von der Kolben-
Zylinder-Einheit 12 gesteuert werden, um auch Zugver
suche ohne Einsatz der Umlenkkörper 16, 18, 20 zu ermög
lichen.
Abweichend von den Darstellungen in den Fig. 1, 2, 6
und 7 kann der bewegliche Umlenkkörper 18 statt in
einer linearen Vorschubbewegung auch über eine Schwenk
bewegung in seine zweite Endstellung gebracht werden.
Fig. 3 zeigt ein alternatives Ausführungsbeispiel für
eine von einer Kolben-Zylinder-Einheit 32 betätigten
Spannklemme 34. Ein Hebelgetriebe 36, bestehend aus
einem Kniehebel 38 und einem Parallellenker 40, über
trägt die von dem Kolben 42 ausgeübte Kraft auf den
beweglichen Spannklemmenteil 10 mit einem Verstärkungs
faktor, der dem Hebelverhältnis a : b entspricht. Die
Zylinderkammer 33 der Kolben-Zylinder-Einheit 32 ist am
spannklemmenseitigen Ende mit einer Entlüftungsöffnung
15 versehen.
Der Parallellenker 40 gewährleistet dabei die Paralle
lität der Spannflächen der Spannklemmenteile 8 und 10.
Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Antriebs für
den beweglichen Umlenkkörper 18. Der Umlenkkörper 18
ist dabei auf einer Schubstange 44 befestigt, die in
einer Führung 46 im Ausführungsbeispiel horizontal und
quer zur Einspannebene bewegt werden kann.
Die Schubstange 44 ist an geeigneter Stelle mit einem
einer Sperrklinke 50 angepaßten Durchbruch 48 versehen,
die, wie aus Fig. 5 ersichtlich, in der zweiten End
stellung des beweglichen Umlenkkörpers 18 in eine in
der Führung 46 vorgesehene Ausnehmung 52 eingreifen
kann. Hierzu ist vorgesehen, daß die Kolben-Zylinder-
Einheit 24 über ein Hebelgetriebe mit der Schubstange
44 und mit der Sperrklinke 50 verbunden ist derart, daß
bei der Zustellbewegung der Kolbenstange 21 die Sperr
klinke gegen die Führung 46 gedrückt wird, während
gleichzeitig die Schubstange 44 vorbewegt wird, so daß
in der zweiten Endstellung des beweglichen Umlenkkör
pers 18 die Sperrklinke 50 in die Ausnehmung 52 ein
greifen kann, während bei der Rückbewegung der Kolben
stange 21 die Sperrklinke 50 zunächst aus der Ausneh
mung 52 herausgezogen wird. Das hierfür benötigte Hebel
getriebe 54 besteht aus einem Kniehebel oder einer
Platte 56 mit drei Gelenkpunkten 58, 60, 62. Der Gelenk
punkt 58 ist mit dem freien Ende der Kolbenstange 21
gelenkig verbunden, während der Gelenkpunkt 60 mit dem
freien Ende der Sperrklinke 50 gelenkig verbunden ist.
Der Gelenkpunkt 62 ist gelenkig an der Schubstange 44
befestigt und bildet zugleich den Drehpunkt für die
Platte 56.
Die Sperrklinke 50 kann auch unabhängig durch einen
eigenen Antrieb, z. B. eine Kolben-Zylinder-Einheit,
bewegt werden (nicht dargestellt).
An dem Gelenkpunkt 62 kann in geeigneter Weise ein An
schlag für die Platte 56 vorgesehen sein, der das
Herausziehen der Sperrklinke 50 begrenzt, wenn die
Sperrklinke 50 aus der Ausnehmung 52 heraus ist. Der
Anschlag 64 kann auch an anderer geeigneter Stelle vor
gesehen sein.
Fig. 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem der be
wegliche Umlenkkörper 18 in seiner zweiten Endstellung
den Materialabschnitt 6, eine Hilfsklemme bildend,
gegen ein Gegenstück 68 drückt, das über eine Feder 70
vorgespannt ist und sich in einer auf der Montageplatte
72 befestigten Halterung abstützt. Das Gegenstück 68
ist hinsichtlich seiner Kontur im Spannflächenbereich
dem beweglichen Umlenkkörper 18 angepaßt. Je nach Vor
spannung der Feder 70 kann - gegebenenfalls an das je
weilige Material angepaßt - eine unterschiedliche Klemm
kraft erzeugt werden. Die Feder 70 kann zu diesem Zweck
ausgewechselt werden.
Im Bereich zwischen dem Umlenkkörper 16 und dem beweg
lichen Umlenkkörper 18 kann ein Materialbruchsensor 74
angeordnet sein, der überwacht, ob ein Materialbruch in
dieser Zone, d. h. in unmittelbarer Nähe der Spannklemme
18, auftritt, wodurch solche Zugversuche von der stati
stischen Auswertung ausgeschlossen werden können.
Fig. 7 zeigt eine weitere Möglichkeit der Anordnung
eines beweglichen Gegenstücks 75 zu einem Umlenkkörper,
das ebenfalls hinsichtlich seiner Spannflächenkontur
dem Umlenkkörper 20 angepaßt ist. Dabei umschließt die
Spannfläche genau wie bei dem Ausführungsbeispiel der
Fig. 6 den Umschlingungsbereich des Materialabschnitts
6 auf dem Umlenkkörper 20. Das Gegenstück 75 ist wie
derum über eins gegebenenfalls auswechselbare Spann
feder 76 abgestützt, die in einer mit der Schubstange
21 verbundenen Halterung 78 angeordnet ist. Auf diese
Weise ist die Bewegung der Hilfsklemme an die Bewegung
des beweglichen Umlenkkörpers 18 gekoppelt.
Die Hilfsklemmen können auch mit einem eigenen Antrieb
versehen sein.
Bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 7 ist ein Mate
rialbruchsensor 80 im Bereich zwischen den Umlenkkör
pern 18 und 20 angeordnet.
Die Materialbruchsensoren 74, 80 können auch in den Aus
führungsbeispielen der Fig. 1 und 2 vorgesehen sein.
Die Fig. 8 und 9 zeigen weitere Ausführungsbeispiele
für bewegliche Umlenkkörper 18. So ist es möglich, daß
die Schubstange 21 auch mehrere bewegliche Umlenkkörper
18 gleicher oder unterschiedlicher Größe trägt, die mit
ortsfesten Umlenkkörpern 20, die an die Einspannebene
angrenzen, zusammenwirken.
Die mehrfache gegensinnige Umlenkung des zu prüfenden
Materials reduziert die auf die Spannklemmen einwirkende
Zugkraft schrittweise durch die an den Umlenkkörpern
entstehenden Reibkräfte, die der Zugkraft entgegenwirken.
Die reduzierte, von den Spannklemmen aufzunehmende
Zugkraft verringert die Möglichkeit des
Rutschens der Probe in den Spannklemmen und weiterhin
die Gefahr von Klemmenbrüchen, da die Anpreßkraft der
Spannklemmen reduziert werden kann. Mindestens ein Umlenkkörper
ist von den Spannklemmen unabhängig beweglich
angeordnet, so daß das Material in einer ersten
Endstellung des Umlenkkörpers geradllinig in der Einspannebene
verläuft und in einer zweiten Endstellung
zwei- oder mehrfach umgelenkt wird. Auf diese Weise ist
es möglich, die Spannvorrichtung bei einer automatischen
Prüfmaschine zu verwenden, und den Einspannvorgang
zwischen die Spannklemmen bei Stellung des beweglichen
Umlenkkörpers in der ersten Endstellung in
besonders einfacher Weise geradlinig zu gestalten . Dabei
kann jede Spannklemme erst dann geschlossen werden,
wenn der bewegliche Umlenkkörper in seiner zweiten Endstellung
ist.
Dadurch, daß der der Spannklemme benachbarte, relativ
zu ihr feststehende Umlenkkörper mit seiner Mantelfläche
die durch die Spannklemme definierte Einspannebene
berührt, ist gewährleistet, daß das Material geradlinig
in die Einspannebene einläuft und im Bereich
vor der jeweiligen Spannklemme exakt geführt ist, was
sich ebenfalls positiv auf die Gefahr von Klemmenbrüchen
auswirkt.
Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen,
daß mindestens ein Umlenkkörper gemeinsam mit einem
Gegenstück in Form einer Hilfsklemme das Material mit
im Vergleich zur Spannklemme reduziertem Anpreßdruck
klemmt.
Claims (20)
1. Spannvorrichtung, insbesondere für Zugprüfgeräte,
mit zwei Spannklemmen zum Einspannen von hoch
festen faden- oder bandförmigen Materialien und
Übertragen einer Zugkraft in einen zwischen zwei
Einspannstellen verlaufenden Materialabschnitt,
wobei jede Einspannstelle aus einer Spannklemme
und einer Umlenkvorrichtung zur Entlastung der
Spannklemme mit mindestens zwei relativ zur
Spannklemme festehend oder feststellbar angeordneten
Umlenkkörpern, besteht, über die der Materialabschnitt
gegenläufig umgelenkt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein Umlenkkörper (18) unabhängig
von der Spannklemme (2, 3) derart beweglich ist,
daß der Materialabschnitt (6) in einer ersten Endstellung
des Umlenkkörpers (18) geradlinig in der
Einspannebene verläuft und in einer zweiten Endstellung
des Umlenkkörpers (18) mehrfach umlenkbar
ist, und daß der bewegliche Umlenkkörper (18) in
der zweiten Endstellung verriegelbar ist.
2. Spannvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der der jeweiligen Spannklemme (2, 3)
benachbarte Umlenkkörper (16) relativ zur Spann
klemme (2, 3) feststehend derart angeordnet ist,
daß die Mantelfläche des Umlenkkörpers (16) an die
durch die Klemmflächen der jeweiligen Spannklemme
(2, 3) definierte Einspannebene angrenzt.
3. Spannvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die feststehenden und/oder
feststellbaren Umlenkkörper (18, 20) gemeinsam mit
einem Gegenstück (68, 75) eine Hilfsklemme bilden,
die den Materialabschnitt (6) mit im Vergleich zur
Spannklemme (2, 3) reduziertem Anpreßdruck klemmen.
4. Spannvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Gegenstück (68, 75) federbelastet
ist.
5. Spannvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Feder (70, 76) auswechselbar ist.
6. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gegenstück (68, 75)
hinsichtlich seiner Klemmfläche der Krümmung der
umschlungenen Mantelfläche des gegenüberliegenden
beweglichen oder feststehenden Umlenkkörpers
(18, 20) angepaßt ist.
7. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Mantelflächen der
feststehenden Umlenkkörper (16, 20) an die Ein
spannebene angrenzen.
8. Spannvorrichtung nach Anspruch 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Umlenkkörper (16, 18, 20)
aus Bolzen bestehen, deren Längsachsen parallel
zur Einspannebene und orthogonal zu dem einge
spannten Materialabschnitt (6) verlaufen.
9. Spannvorrichtung nach Anspruch 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die von dem Materialabschnitt
(6) umschlungenen Mantelflächen der Umlenkkörper
(16, 18, 20) im Querschnitt kreisförmig gekrümmt
sind.
10. Spannvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß die umschlungenen Mantelflächen der
Umlenkkörper (16, 18, 20) einen unterschiedlichen
Krümmungsradius, und zwar zu den jeweiligen Spann
klemmen (2, 3) hin einen abnehmenden Krümmungs
radius aufweisen.
11. Spannvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß die umschlungenen Mantelflächen der
Umlenkkörper (16, 18, 20) jeweils einen progressiv
zu den Spannklemmen (2, 3) hin abnehmenden Krüm
mungsradius aufweisen.
12. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis
11, dadurch gekennzeichnet, daß eine Kolben-
Zylinder-Einheit (24) den oder die beweglichen
Umlenkkörper (18) verlagert, wobei der Druckzy
linder (22) der Kolben-Zylinder-Einheit (24) das
Druckmedium für die Spannklemmen (2, 3) erst in der
zweiten Endstellung des beweglichen Umlenkkörpers
(18) freigibt.
13. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis
12, dadurch gekennzeichnet, daß eine Kolben-
Zylinder-Einheit (24) den beweglichen Umlenkkörper
(18) unabhängig von der Spannklemmenbewegung ver
lagert.
14. Spannvorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch
gekennzeichnet, daß die Kolbenstange (21) der Kol
ben-Zylinder-Einheit (24) eine den beweglichen
Umlenkkörper (18) tragende Schubstange (44) an
treibt, wobei ein an der Schubstange (44) be
festigtes Hebelgelenkgetriebe (54) Zustell- oder
Rückstellkräfte auf eine quer zur Schubstange (44)
bewegliche und in dieser gelagerte Sperrklinke
(50) derart überträgt, daß die Kolbenstange (21)
die Sperrklinke (50) beim Anliegen der Zustell
kraft und Erreichen der zweiten Endstellung des
beweglichen Umlenkkörpers (18) in eine Ausnehmung
(52) hineindrückt und beim Anliegen der Rückstell
kraft die Sperrklinke (50) aus der Ausnehmung (52)
herauszieht.
15. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
14, dadurch gekennzeichnet, daß die Mantelfläche
des der jeweiligen Spannklemme (2, 3) benachbarten
Umlenkkörpers (16) in die Einspannfläche des orts
festen Spannklemmenteils (8) stufenlos übergeht.
16. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
14, dadurch gekennzeichnet, daß die Mantelfläche
des der jeweiligen Spannklemme benachbarten Um
lenkkörpers im Übergangsbereich zur Einspannfläche
des ortsfesten Spannklemmenteils gegenüber der
Einspannfläche zurückspringt.
17. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
16, dadurch gekennzeichnet, daß die Mantelflächen
der Umlenkkörper (16, 18, 20) mit einer im Quer
schnitt V-förmigen Rille versehen sind, in der der
Materialabschnitt (6) verläuft.
18. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
17, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Um
lenkkörpern (16, 18, 20) angeordnete Sensoren einen
Materialbruch im Bereich vor der jeweiligen Spann
klemme (2, 3) überwachen.
19. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
18, dadurch gekennzeichnet, daß die Kolben-
Zylinder-Einheit (12) für jede Spannklemme (2, 3)
über ein von dem Kolben (42) angetriebenes Hebel
getriebe (36) die Kolbenkraft verstärkt auf den
beweglichen Spannklemmenteil (10) überträgt.
20. Spannvorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Kolben-Zylinder-Einheit (12) mit
ihrer Längsachse parallel zur Einspannebene und
orthogonal zum eingespannten Materialabschnitt (6)
verläuft.
Priority Applications (4)
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| DE19893942111 DE3942111C2 (de) | 1989-12-20 | 1989-12-20 | Spannvorrichtung für hochfeste faden- oder bandförmige Materialien |
| DE91901781T DE59002867D1 (de) | 1989-12-20 | 1990-12-20 | Spannvorrichtung für hochfeste faden- oder bandförmige materialien. |
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|---|---|
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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1989
- 1989-12-20 DE DE19893942111 patent/DE3942111C2/de not_active Expired - Fee Related
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|---|---|
| DE3942111C1 (en) | 1991-06-20 |
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