DE39964C - Vorrichtung zum Fortbewegen von Schiffen, Luftschiffen, Fahrzeugen etc. durch die Einwirkung der Reaktion, welche von komprimirten, durch Verbrennung erzeugten Gasen auf das Fahrwasser etc. ausgeübt wird - Google Patents
Vorrichtung zum Fortbewegen von Schiffen, Luftschiffen, Fahrzeugen etc. durch die Einwirkung der Reaktion, welche von komprimirten, durch Verbrennung erzeugten Gasen auf das Fahrwasser etc. ausgeübt wirdInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B63—SHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; RELATED EQUIPMENT
- B63H—MARINE PROPULSION OR STEERING
- B63H11/00—Marine propulsion by water jets
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 6S: Schiffbau und Schiffsbetrieb.
das Fahrwasser ausgeübt wird.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 19. October 1886 ab.
Die nachfolgend beschriebenen Neuerungen an Reactionspropellern beziehen sich auf die
Verwendung eines aus bestimmten Materialien durch Verbrennen derselben entwickelten Gasgemisches
von hoher Temperatur und hohem Druck, durch dessen Ausströmen aus in bestimmten
Richtungen gelegten Oeffnungen eine resultirende Reactiqnswirkung erzielt wird.
Der Brennstoff besteht aus 78 pCt. Ammoniumnitrat und 22 pCt. Petroleum; beide Stoffe
werden innig mit einander gemengt und mit einem Quantum von 7 pCt. gepulverter .Holzkohle
gemischt, welche vorher in eine Lösung von salpatersaurem Natron getaucht war.
Die Zersetzung dieser bedeutende Gasmengen entwickelnden Stoffe durch Verbrennen
erfolgt in besonderen Feuerkesseln, aus welchen die Gase in einen gemeinschaftlichen
Sammelkessel übergeführt werden.
In Fig. ι und 2 sind zwei solche Kessel A A1
gezeichnet, in denen sich abwechselnd das Verbrennen des Brennstoffs im geschlossenen
Raum vollzieht. Zum Zwecke des Einfüllens des Materials besitzt jeder der aus Stahlblech
gefertigten horizontalen Kessel A A' an seinem
vorderen Ende einen um das Scharnier c bezw. c1 drehbaren Deckel C, welcher durch
Dichtungsring und mehrfache Schrauben T vollkommen hermetisch mit dem eigentlichen
Kessel verbunden werden kann. Beide Feuerkessel stehen durch die mittelst Hähne abschliefsbaren
Rohre R R ! mit dem Sammelkessel B, Fig. ι und 3, in Verbindung, dessen
Volumen demjenigen der beiden Feuerkessel entspricht; diese Verbindung besteht jedoch
thatsächlich nur immer mit demjenigen Kessel, welcher das Feuermaterial enthält, während
der neu zu füllende Kessel von dem Sammelkessel B abgeschlossen ist.
Die Feuerkessel A A : enthalten etwas oberhalb
ihrer Mitte in der Längsrichtung des Kessels ein horizontal liegendes perforirtes
Blech t t\ welches in geeigneter Weise an den Kesselinnenwänden befestigt ist und den
Kesselraum in zwei ungleiche Räume theilt. Von diesen dient der untere zur Aufnahme
des Feuermaterials. Letzteres wird mittelst Fülltrichter, welche sich der Form und Gröfse
des Kessels anpassen, in genügend grofsen Quantitäten und mit dem kürzesten Zeitaufwand
eingefüllt. Mittelst einiger Stücke glühender Kohle, welche man kurz vor dem Verschliefsen
des Deckels auf das aufgefüllte Brennmaterial wirft, wird letzteres angezündet und zersetzt
sich bei dem angegebenen Mischungsverhältnisse während seiner Verbrennung im geschlossenen
Raum derart, dafs es vollkommen in Gas übergeht, ohne Verbrennungsrückstände zu hinterlassen. Die sich ansammelnden Gase
entwickeln sich in solcher Menge, dafs in weniger als einer Minute der Druck bis auf
15 at steigt; sie bestehen aus Kohlensäure, Stickstoff, einigen Kohlenwasserstoffen und in
der Hauptsache aus Ammoniak.
Letzteres Gas ist durch Berührung mit rothglühenden Metallstücken in seine Bestandtheile,
Stickstoff und Wasserstoff, zerlegbar; und da das aus dieser Zerlegung entstehende Gasvolumen
das Doppelte des' ursprünglichen Volumens ausmacht (4 NH3 = 2 N + 6 H),
so ist dieselbe zunutze gemacht, um das Volumen des Gases bezw. dessen Druck zu verdoppeln.
Zu diesem Zwecke werden über die perforirten Bleche 111 der Feuerkessel Kupferoder
Eisenspane ausgebreitet; diese werden durch die dem aufgeschütteten Brennmaterial
entsteigenden Gase in Rothglühhitze erhalten und zerlegen auf die oben beschriebene Weise
das Ammoniakgas. Auch kann, um sicher zu sein, dafs alle Ammoniakgastheilchen zerlegt
sind, der Boden des Sammelkessels B mit
solchen Spänen bedeckt werden, damit die aus den Röhren R bezw. R' strömenden Gase
durch. '. die nach abwärts gekrümmten Röhren T T1 auf die glühenden Späne geführt
werden.
.Zur Erreichung einer Pulsionswirkung ist das Kesselsystem A A1 B, das auf einem gemeinschaftlichen
Rahmen XX Lagerung findet, mit einem Rohrsystem DEFG und. dem
Schmetterlingsschieberventil P in folgender Weise verbunden. Die Rohre DEFG sind
im rechten Winkel gebogene Rohre; die Rohre D und E zweigen vom Sammelkessel B,
. diejenigen F und G von den Feuerkesseln A A ab und treten in Function, wenn die Verbin-
. dung der Feuerkessel A A' mit dem Sammelkessel
B unterbrochen ist. Die bezeichneten Rohrleitungen sind durch Ventile r.r'r" r'"
absperrbar; strömt durch Oeffnen einer der letzteren aus dem zugehörigen Rohr Gas aus,
so übt letzteres eine Reaction in entgegengesetzter Richtung der Bewegungsrichtung des
Gasstromes aus.
Der mittlere Sammelkessel trägt an seinem hinteren Kopfende eine Oeffnung, welche
durch das Schmetterlingsschieberventil P geschlossen werden kann. Letzteres wird mittelst
Ventilstange J vom Handrad V aus, das
. über dem Zeiger α spielt, bewegt. Dreht man
letzteres in geeigneter Weise, so strömt das
. hochgespannte Gas aus dem Hintertheil des Sammelkessels -B aus, ebenfalls eine Reactions-.
wirkung ausübend.
Zur Sicherung des Betriebes tragen die Feuerkessel A bezw. der Sammelkessel B,
Sicherheitsventile S, Manometer Af, Pyrometer N und Alarmpfeifen O, welche mittelst
Rohrstutzen auf denselben befestigt sind, bei.
Dadurch, dafs Gas von sehr hoher Spannung in Anwendung gebracht wird, ist die
Pulsionswirkung des Apparates bedeutend erhöht; durch die Entwickelung des treibenden
Gases aus leicht zu beschaffenden billigen Materialien wird die gewonnene Betriebskraft
eine sehr billige; dadurch, dafs bei der Gasentwickelung keinerlei Rückstände sich bilden,
sondern sämmtliche Theile des Brennmaterials in Gase umgewandelt werden, wird das Brennmaterial
nicht nur sehr vortheilhaft ausgenützt, sondern es werden auch die Uebelstände vermieden
, welche durch das Herausziehen und Aufhäufen der Schlacken etc. entstehen.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . Die Verwendung eines hochgespannten Gases, hergestellt durch Vermischen des Gemenges von 78 pCt. salpetersaurem Ammoniak und 22 pCt. Petroleum mit Holzkohle, welche in gelöstes salpetersaures Natron getaucht war, und durch Entzünden . dieser Stoffe, sowie durch Behandeln des entwickelten Gases mit rothglühenden Eisenoder Kupferspänen, als treibende Kraft für Reactionspropeller.
- 2. Die Verwendung von cylindrischen, mit hermetisch verschliefsbaren Deckeln versehenen Feuerkesseln AA1, welche durch eine gelochte Zwischenwand 11' in zwei Abtheilungen zerlegt sind, von denen die untere mit dem Gemenge von salpetersaurem Natron, Petroleum und Holzkohle in oben bezeichneter Zusammensetzung gefüllt, die obere mit Kupfer- oder Eisenspänen theilweise angefüllt ist, in Verbindung mit dem abschliefsbaren Sammelkessel -B, dem an letzterem angebrachten Schmetterlingsschieberventil P und den Rohren DEFG zum Zwecke der Entwickelung . hoher gespannter und erhitzter Gase und der Nutzbarmachung ihrer Reactionswirkung beim Ausströmen.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE39964C true DE39964C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=315552
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT39964D Expired DE39964C (de) | Vorrichtung zum Fortbewegen von Schiffen, Luftschiffen, Fahrzeugen etc. durch die Einwirkung der Reaktion, welche von komprimirten, durch Verbrennung erzeugten Gasen auf das Fahrwasser etc. ausgeübt wird |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE39964C (de) |
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0
- DE DENDAT39964D patent/DE39964C/de not_active Expired
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