DE4003678C2 - - Google Patents
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Classifications
-
- E—FIXED CONSTRUCTIONS
- E21—EARTH OR ROCK DRILLING; MINING
- E21D—SHAFTS; TUNNELS; GALLERIES; LARGE UNDERGROUND CHAMBERS
- E21D11/00—Lining tunnels, galleries or other underground cavities, e.g. large underground chambers; Linings therefor; Making such linings in situ, e.g. by assembling
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-
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Description
Die Erfindung betrifft ein Nachgiebigkeitselement für den
Ausbau von untertägigen Hohlräumen, insbesondere Grubenstrecken,
Schächten, Bunkern, Tunnel und dergleichen, gemäß die im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Gattung. Überall
da, wo Hohlräume im nicht standfesten Gebirge erstellt
werden, ist ein Ausbau der Hohlräume erforderlich. Besonders
starke Ausbaumaßnahmen sind im Steinkohlenbergbau üblich. In
früherer Zeit war nur ein starrer Ausbau bekannt. Das galt
sowohl für den Holzausbau, als auch für Stahlausbau. Der
starre Ausbau hat den Nachteil, daß er nicht nachgeben kann.
Es gibt für diesen Ausbau nur die beiden Alternativen:
Stehenbleiben oder Brechen. Dies ist mit erheblichen Problemen
befrachtet, denn im Gebirge kommt es aufgrund von
Gebirgsbewegungen häufig zu Belastungsspitzen, die leicht die
Standfestigkeit des Ausbaus übersteigen können.
Vor Jahrzehnten ist deshalb der nachgiebige Ausbau entwickelt worden.
Hinter dem nachgiebigen Ausbau steht die Überlegung, den Belastungsspitzen
nachzugeben, bis sich die Belastung auf benachbarte Bereiche des Ausbaus
verteilt hat. Zugleich rechnet man damit, daß ein langsames Nachgeben des
Gebirges die Entstehung neuer wiederum mittragender Gewölbe begünstigt.
Der fortschrittliche nachgiebige Ausbau (auch Gleitausbau) wurde mit der
Verwendung von Stahlprofilen möglich. Die üblicherweise verwendeten Stahl
profile besitzen die Form einer Rinne. Aus verschiedenen gebogenen Segmenten
wird ein Gesamtbogen zusammengesetzt, der sich z. B. in einer Strecke von der
einen Seite der Streckensohle über die Firste bis zur anderen Seite der
Streckensohle erstreckt. Zumeist werden
drei Rinnen zu einem Ausbaubogen
zusammengesetzt. Dabei überlappen sich die einzelnen Rinnen. Im Überlap
pungsbereich werden die Rinnen mittels Verbindungslaschen so stark gegen
einander gepreßt, daß die Reibungskraft im Überlappungsbereich nur dem
normalen Gebirgsdruck standhält, bei Belastungsspitzen jedoch nachgibt.
Dann schieben sich die Rinnen in Bogenrichtung ineinander.
Gemäß einer neuen Entwicklung (DE-OS 38 06 126) sollen die Ausbaubögen aus Rinnenprofilen
durch blechförmige Ausbausegmente ersetzt werden. Ziel der Neuentwicklung
ist, das ganze Hohlraumgewölbe mit den Blechen auszukleiden. Aus Gründen
der besseren Tragfähigkeit sind die Bleche profiliert. Als besonders ge
eignetes Profil hat sich eine Well-Konstruktion ergeben. Zugleich wird die
Nachgiebigkeit auf andere Weise als mit Hilfe der bekannten Klemmverbindung
hergestellt. Zwischen den einzelnen Ausbausegmenten sind Nachgiebigkeitsele
mente angeordnet worden, die sich bei entsprechendem Gebirgsdruck verformen.
Eine andere wesentliche Neuerung der Entwicklung war die Hinterfüllung der
Ausbausegmente mit Baustoff. Dadurch wird allseits schließend eine kraft
schlüssige Verbindung zwischen dem Gebirgsausbruch und dem Ausbau herge
stellt. Das hat eine optimale Lastverteilung zur Folge.
Die entwickelten Nachgiebigkeitselemente bestehen aus Blechkonstruktionen,
die sich unter Last definiert einfalten. Dazu sind zwischen zwei quer zur
Kraftwirkung angeordneten Blechen (Konsolen) mehrere M-förmig gebogene oder
gefaltete bzw. W-förmig gebogene oder gefaltete Bleche vorgesehen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Nachgiebigkeitselement
der gattungsgemäßen Art anzugeben, das bei einem
verringerten baulichen Aufwand einen definierten Verformungswiderstand
aufweist.
Das wird nach der Erfindung mit den Merkmalen des Anspruches
1 erreicht. Dabei beinhaltet die Erfindung zwei vorteilhafte
Entwicklungsschritte. Der erste Entwicklungsschritt ist die
Verwendung eines geschlossenen Hohlkörpers anstelle der bekannten
Nachgiebigkeitskonstruktionen gemäß der DE-OS
38 06 126. Der zweite Entwicklungsschritt besteht aus der
Verfüllung des Hohlkörpers mit einem Nachgiebigkeitsmaterial,
wie es aus dem D-GBM 89 11 197 an sich bekannt ist. Auf
diesem Weg läßt sich ein Verformungswiderstand, der kleiner
ist als der Verformungswiderstand des übrigen Ausbaues, sehr
genau mit einfachen Mitteln einstellen.
Besonders günstige Verformungseigenschaften hat Blähton. Der
Blähton zerbricht unter Druck, wobei der notwendige Druck mit
zunehmender Zerstörung des Tones steigt, weil immer mehr
Partikel nebeneinander Kraft aufnehmen. Infolgedessen eignet
sich der Blähton besonders, um vorkomprimiert zu werden.
Durch Vorkomprimierung wird die Materialfüllung im Nachgiebigkeitselement
auf solche Widerstandselemente gebracht, daß ein
Einfalten des zum Nachgiebigkeitselement gehörenden Hohlkörpers
nicht zugleich ein Abfallen der Widerstandskraft verursacht.
Vielmehr steigt die Widerstandskraft des Nachgiebigkeitselementes
mit einer ausreichenden vorkomprimierten Materialfüllung
kontinuierlich an.
Bei Verwendung des Blähtones empfehlen sich Korngrößen kleiner
als 20 mm. Solcher Blähton hat ein Kornspektrum, dessen
Minimalkörnung etwa 2 mm beträgt.
Anstelle von Blähton und ggf. zusammen mit Blähton können
auch in entsprechender Körnung Poroton und/oder Leichtbeton
und/oder Gasbeton und/oder Gips und/oder Schlacken verwendet
werden.
Des weiteren kann auf das Verformungsverhalten des Nachgiebigkeitselementes
dadurch Einfluß genommen werden, daß das Nachgiebigkeitselement verschiedene
übereinanderliegende Kammern aufweist, die in der erfindungsgemäßen Weise
mit Material verfüllt sind. Die Kammern können unterschiedliche Verformungs
widerstände besitzen. Wahlweise wird das bereits durch unterschiedliche
Kornspektren erzeugt.
Der Hohlkörper selbst besteht aus Blech. Die Blechstärke beträgt wahlweise
zwischen 2 und 6 mm. Die Abmessungen des Hohlkörpers ergeben sich z. B. in
Streckenlängsrichtung aus der Breite der Ausbausegmente. Die anderen Maße
sind Tiefe und Breite der Hohlkörper. Bevorzugte Maße sind 100 bis 300 mm
für die Tiefe und Breite.
Darüber hinaus ist es möglich, die Hohlkörper der Kontur der Ausbausegmente
nachzubilden. Das heißt, bei gewählter Form der Ausbausegmente haben die Hohlkör
per z. B. ein gewelltes Profil. Von Vorteil ist, wenn die gewellte Fläche
hohlrauminnenseitig angeordnet ist, während sich das notwendige Volumen des
Hohlkörpers zum Gebirgsausbruch hin erstreckt. Damit ergibt sich ein anderer
wesentlicher Vorteil, nämlich die Möglichkeit, die Ausbausegmente mit ihrer
Baustoffhinterfüllung
unmittelbar an die Nachgiebigkeitselemente anzuschließen.
Es entfallen die bei der oben erläuterten älteren Entwicklung vorgesehenen
Verformungshohlräume im Bereich der Nachgiebigkeitselemente. Diese Verfor
mungshohlräume müssen bei der erläuterten Entwicklung mit erheblichem Auf
wand mit Hilfe von Schalungskörpern erzeugt werden. Sowohl die Schalungs
körper als auch deren Handhabung entfallen.
Im übrigen ist es von Vorteil, wenn die Hohlkörper mit einer Einschubfüh
rung versehen sind. Die Einschubführung soll eine Verformungsbewegung der
Hohlkörper in der gewünschten Richtung gewährleisten.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Die
Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung ein Nachgiebigkeitselement für
eine Grubenstrecke im Steinkohlenbergbau. Das Nachgiebigkeitselement 1 ist
zur Streckeninnenseite hin mit einer gewellten Kontur 2 versehen, die dem
Wellprofil von Stahlsegmenten 10 und 11 entspricht, welche in Fig. 3 dar
gestellt sind. Das Nachgiebigkeitselement 1 hat im Ausführungsbeispiel eine
der Breite des Ausbausegmentes entsprechende Länge L von 600 mm. Die Breite
B ist 200 mm; desgleichen die Tiefe T.
Das Nachgiebigkeitselement besteht aus einem Stahlblechkasten mit 4 mm Wand
stärke. Abgesehen von der gewellten Kontur 2 sind die Seitenflächen 3 und
die nicht dargestellte Rückfläche sowie die Deckfläche gegeben.
Fig. 2 zeigt einen Ausschnitt des Nachgiebigkeitselementes 1 mit deren die
Kontur 2 bildenden Wand 6 und einer Decke 7. An
der Decke 7 ist in Verlän
gerung der Wand 6 ein Steg 5 vorgesehen, der der Montage mit den Ausbauseg
menten dient.
Im Ausführungsbeispiel besitzt das Nachgiebigkeitselement 1 eine Blähton-
Füllung. Die Blähton-Füllung ist mit 70 t Belastung vorkomprimiert,
Fig. 3 zeigt die Montage des Nachgiebigkeitselementes 1 mit Ausbausegmenten 10
und 11. Dabei stehen die Ausbausegmente 10 und 11 hinter dem Steg 5 auf den
Decken 7 bzw. dem Boden des Nachgiebigkeitselementes. Der Hohlraum zwischen
dem Deckenausbruch 14 und dem Ausbau ist mit Baustoff 12 bzw. 13
ausgefüllt. In Fig. 3 ist ersichtlich, daß jedem Ausbausegment 10 bzw. 11
Baustoffsegmente 12 bzw. 13 zuzuordnen sind, welche durch geeignete Bau
stoffanker 15 fest mit den Ausbausegmenten verbunden sind. Die Baustoffseg
mente 13 und 14 stehen unmittelbar auf dem Nachgiebigkeitselement 1 auf.
Im Ausführungsbeispiel ist als Hinterfüllbaustoff ein Zementmörtel vorge
sehen.
Claims (9)
1. Nachgiebigkeitselement für den nachgiebigen Ausbau von
untertägigen Hohlräumen, insbesondere Grubenstrecken,
Schächten, Bunkern, Tunnel und dergleichen, bestehend aus
einem Hohlkörper, der mit einem nachgiebigen Material
gefüllt ist, wobei der Hohlkörper und das Füllmaterial auf
einen Verformungswiderstand eingestellt sind, der kleiner
ist als der Verformungswiderstand des übrigen Ausbaus,
dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlkörper aus einem
geschlossenen Blechmantel besteht und die Materialfüllung
im Hohlkörper durch Komprimieren auf den gewünschten
Verformungswiderstand des Nachgiebigkeitselementes eingestellt
ist.
2. Nachgiebigkeitselement nach Anspruch 1, gekennzeichnet
durch eine Materialfüllung aus Blähton und/oder
Poroton und/oder Leichtbeton und/oder Gasbeton und/oder
Gips und/oder Schlacken.
3. Nachgiebigkeitselement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Blähton Korngrößen von 2 bis 20 mm
besitzt.
4. Nachgiebigkeitselement nach Anspruch 2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der Hohlkörper (1) aus Blech mit einer
Wandstärke von 2 bis 6 mm besteht.
5. Nachgiebigkeitselement nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlkörper
(1) mit einer Einschubführung versehen ist.
6. Nachgiebigkeitselement nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlkörper
mit mehreren in Kraftrichtung hintereinanderliegenden
(übereinanderliegenden) Kammern versehen ist.
7. Nachgiebigkeitselement nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlkörper
eine der Systemlänge der Ausbausegmente entsprechende
Länge und/oder eine Breite von maximal 300 mm und/oder
einer Tiefe von maximal 300 mm aufweist.
8. Nachgiebigkeitselement nach einem oder mehreren Ansprüchen 1
bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlkörper
(1) der Kontur der Ausbausegmente (10, 11) nachgebildet
sind.
9. Nachgiebigkeitselement nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß an den Hohlkörper (1) eine Baustoffhinterfüllung
der Ausbausegmente (10, 11) unmittelbar
anschließbar ist.
Priority Applications (1)
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| DE19904003678 DE4003678A1 (de) | 1990-02-07 | 1990-02-07 | Nachgiebigkeitselement |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19904003678 DE4003678A1 (de) | 1990-02-07 | 1990-02-07 | Nachgiebigkeitselement |
Publications (2)
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|---|---|
| DE4003678A1 DE4003678A1 (de) | 1991-08-08 |
| DE4003678C2 true DE4003678C2 (de) | 1992-07-30 |
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Family Applications (1)
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| DE19904003678 Granted DE4003678A1 (de) | 1990-02-07 | 1990-02-07 | Nachgiebigkeitselement |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4003678A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE202010013454U1 (de) | 2010-09-23 | 2010-11-25 | Bochumer Eisenhütte Heintzmann GmbH & Co. KG | Stützausbau für Tunnelbauwerke |
Families Citing this family (1)
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Family Cites Families (3)
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-
1990
- 1990-02-07 DE DE19904003678 patent/DE4003678A1/de active Granted
Cited By (1)
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Also Published As
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