DE400979C - Verfahren zur Reinigung von Rohwolle unter Benutzung von Gips - Google Patents
Verfahren zur Reinigung von Rohwolle unter Benutzung von GipsInfo
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Description
- Verfahren zur Reinigung von Rohwolle unter Benutzung von Gips. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung von Rohwolle.
- Vor der Bearbeitung der Wolle in den verschiedenen Industrien ist es notwendig, das Rohprodukt von dem natürlichen Fettgehalt, Schmutz und anderen Materialien, welche wasserlösliche Salze, namentlich Kalisalze enthalten, als auch organischen Stoffen, zu befreien. Diese fremden Bestandteile bilden gewissermaßen einen Überzug, der die Wollfasern umgibt und welcher entfernt werden muß. Die Wpllfaser hat eine Unzahl kleiner Abzweigungen und es ist daher besonders schwierig, sämtliche fremden Bestandteile von der Wolle zu entfernen. Ein Verfahren in der Reinigung von Rohwolle besteht darin, sie mit trockenen Pudern verschiedener Art zu bearbeiten. Durch keines der bis j etzt verwendeten Puder ist j edoch eine vollkommene Reinigung der Rohwolle erzielt worden.
- Gemäß der Erfindung wird für die Reinigung der Wolle gebrannter Gips verwendet. Gips oder kristallinisches Kalziumsulfat (CaC04 2 H,0) wird erhitzt, bis der Gips totgebrannt ist, das Kristallwasser also vollkommen verloren hat und sich in dieser Form nicht mehr mit Wasser verbindet.
- Wenn nur ein gewisser Teil des Wassergehaltes des Gipses verdampft wird, d. h. wenn der Gips, der bekanntlich 2 TeileWasser zurKristallisation enthält, nicht ganz entwässert wird, sondern teilweise, dann behält der Gips immer noch die Eigenschaft, daß er Wasser aufnehmen und sich damit verbinden kann und dann erhärtet. Das ist natürlich ein großer Nachteil, wenn der Gips zur Reinigung von Wolle benutzt werden soll. Die Wolle enthält Feuchtigkeit und der nur teilweise entwässerte Gips kann sich dann mit Wasser verbinden, gleichgültig; ob dieses Wasser in der Luft oder in der «Tolle enthalten ist und der Gips wird dann dadurch entweder ganz hart oder ballt sich zu Klumpen zusammen. Um diese Nachteile zu vermeiden, wird der Gips totgebrannt.
- Dieser totgebrannte Gips entfernt Fett und Schmutz, wenn er mit der Rohwolle in Berührung gebracht wird, viel besser, als irgendein anderes gipshaltiges Material. Der fettartige Bezug wird von sämtlichen kleinen Fäserchen der Wolle entfernt, so daß diese zum Spinnen und Weben besonders gut verwendbar ist und leichter und besser gefärbt werden kann als auf andere Weise gereinigte Wolle.
- Der totgebrannte Gips hat weiterhin nicht das Bestreben, sich zusammenzuballen, da die Feuchtigkeit in der Wolle den Gips nicht beeinflußt.
- Der Gips wird beim Brennen zwei Stunden lang einer Temperatur von 5oo ° C unterworfen. Es ist jedoch vorteilhafter, ihn 48 Stunden lang einer Temperatur von 7oo ° C auszusetzen, so daß irgendeine Möglichkeit des Gipses, sich mit Wasser zu verbinden, ausgeschlossen ist, was von Zeit zu Zeit nachgeprüft werden sollte. Das Material wird fein pulverisiert, und zwar auf ungefähr 25o Maschweite.
- Das Pulver kann durch die Wolle mittels irgendeiner Rührvorrichtung verteilt werden. Bei guter Qualität des totgebrannten Gipses hat sich herausgestellt, daß nach der Durchrühreng der lG@s mit den fremden Bestandteilen leicht- tlurii ü-gendeihe Staubvorrichtung entfernt wer4en -kann, wobei er oder andere fremden Bestandteile von- der `Volle völlig entfernt werden und die Wolle rein und zur Verarbeitung fertig ist.
- Die Wolle kann nach und nach durch. eine der üblichen Vorrichtungen zugeführt werden unter gleichzeitiger Hinzufügung von gebranntem Gips. Die Wolle und der Gips werden dann durch eine Wärmekammer geschickt, in der eine Temperatur von 4o bis 6o' C herrscht. Während des Durchganges kann mehr Gips zugeffigt werden. Schließlich wird die Wolle von dem Gips in einer gewöhnlichen Staubentfernungs-oder Schlagvorrichtung befreit. Das bisher verwendete Verfahren zur Reinigung von -Wolle bei Anwendung von Wasser oder einem chemischen Lösungsmittel war fehlerhaft, da das erhaltene Produkt fleckig war, was darauf zurückzuführen ist, daß die Fettschicht, welche die Wolle umgibt, nicht vollständig entfernt werden konnte. Die Wolle hatte also nicht die natürliche Farbe. Sie ist weiterhin mehr oder weniger filzig und muß gelockert werden, damit sie verarbeitet werden kann.
- Das durch das vorliegende Verfahren hergestellte Produkt ist locker und besitzt die natürliche Farbe der Wolle und zeichnet sich durch diese Eigenschaften von der geriebenen, filzigen und unregelmäßig gefärbten Rohwolle aus, wie sie jetzt in den Handel gebracht wird.
- Bei der Herstellung dieses neuen Produktes wird. die Wolle gelockert, während sie in derselben-Richtung bewegt wird und der gebrannte Gips wird dabei der Wolle zugeführt. Die so behandelten Wollfasern werden von Fettflecken befreit. und sind locker und luftig, da die Wollfasern durch den Gips voneinander gehalten werden.
- Die kleinsten Fasern oder Abzweigungen der Wolle werden in ihrem natürlichen Zustand gelassen, während in der bisher auf den Markt gebrachten Wolle diese Fasern verletzt, umgebogen, gebrochen und geschwächt sind, wodurch die natürliche Qualität der Wolle vermindert wurde.
- Das neue Produkt ist locker und die Wollfasern glänzen, da alle die kleinen Fäserchen sich in natürlichem Zustand befinden und die natürliche Farbe der Wolle besitzen. Durch den Reinigungsprozeß des vorliegenden Verfahrens werden die kleinen Fäserchen der Wolle vollkommen gereinigt und in ihrem natürlichen Zustand gelassen, d, h. sie werden nicht verletzt, umgebogen oder verzerrt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Reinigung von Rohwolle unter Benutzung von Gips, dadurch gekennzeichnet, daß der Gips vor dem Pulverisieren einer Temperatur von 5oo bis 7co ° C während einer Zeitdauer von z bis .18 Stunden unterworfen wird, so daß er totgebrannt ist und sich nicht mehr mit Wasser verbinden kann.
Priority Applications (1)
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| DEU8127D DE400979C (de) | 1923-03-21 | 1923-03-21 | Verfahren zur Reinigung von Rohwolle unter Benutzung von Gips |
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| DE400979C true DE400979C (de) | 1924-08-25 |
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