DE4012019A1 - Drehanode fuer roentgenroehre und verfahren zur kuehlung einer anode - Google Patents

Drehanode fuer roentgenroehre und verfahren zur kuehlung einer anode

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Description

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf das Flüssigkeits­ kühlen einer Drehanode in einer Röntgenröhre.
Hochleistungs-Röntgenröhren der Art, wie sie in der medizi­ nischen Diagnostik und der Röntgen-Kristallographie benutzt werden, erfordern eine Anode, die relativ große Wärmemengen entfernen muß. Da die primäre Art der Entfernung dieser Wär­ me durch Wärmestrahlung von der Anode erfolgt, führt eine Zunahme der abstrahlenden Oberfläche zu einer größeren Wär­ meabführung. Durch Drehen der Anode kann ein frischer Be­ reich der Brennspur kontinuierlich dem Elektronenstrahl zu­ geführt werden, der von der Kathode emittiert wird, und die während der Röntgenstrahlerzeugung gebildete Wärme kann vor­ teilhafterweise über einen größeren Bereich verteilt werden. Die Anodenrotation gestattet es daher, eine Röntgenröhre bei allgemein höheren Leistungen zu betreiben als eine Röhre mit stationärer Anode, und das Problem der Verschlechterung der Brennspuroberfläche, das in Röhren mit stationärer Anode auftritt, wird vermieden, vorausgesetzt die Temperaturgren­ zen des Oberflächenmaterials der Brennspur werden nicht über­ schritten.
Die Menge der erzeugten Wärme und die erreichten Temperatu­ ren einer Röntgenröhre können beträchtlich sein. Da weniger als 0,5% der Energie des Elektronenstrahls in Röntgenstrah­ len umgewandelt wird, während ein Hauptteil der verbleiben­ den Energie als Wärme auftritt, kann die mittlere Tempera­ tur der Brennspuroberfläche der Drehanode 1200°C überstei­ gen, wobei Spitzentemperaturen des heißen Fleckes beträcht­ lich höher sind. Die Verminderung dieser Temperaturen und die Abführung der Wärme sind kritisch für jede Leistungs­ steigerung. Die Möglichkeit, die erzeugte Wärme allein durch Anodenrotation abzuführen, ist jedoch begrenzt. Als Folge hat sich die Entwicklung von Röntgengeräten mit Drehanoden verzögert, obwohl noch höhrere Leistungen erforderlich sind.
Ein weiterer Nachteil der Geräte nach dem Stand der Technik ist ihre begrenzte Lebensdauer, die teilweise durch ihre Fähigkeit bestimmt ist, die Wärme abzuführen. Da Röntgenge­ räte relativ teuer sein können, führt eine verlängerte Le­ bensdauer zu beträchtlichen Kosteneinsparungen.
Die über die Zeit gemittelte Wärmeabführung der Röntgenröhre die in einem CT-Scanner benutzt wird, bestimmt den Patienten­ durchlauf. Derzeitige CT-Scannerröhren führen etwa 3 KW ab. Überhitzt sich die Brennspur der Röntenröhre, wie dies bei einer erhöhten Patentientendurchführung der Fall ist, dann muß die Zeit zwischen aufeinanderfolgenden Nutzungszeiten der Maschine verlängert werden, damit sich die Brennspur ab­ kühlen kann. Eine Röntgenröhre mit stärkerer Wärmeabführung gestattet eine verbesserte Nutzung der Vorrichtung.
Müssen rotierende Scheiben intern gekühlt werden, um Tempera­ turen zu vermeiden, die die vorgesehenen Grenzen übersteigen, dann kann ein direktes Flüssigkeitskühlen eine maximale Wär­ meabführung ergeben. Um die Wärmeübertragungskoeffizienten von der Oberfläche der Drehanode zum hohlen Inneren der Anode zu maximieren, sind sehr kleine Durchgänge, die starke Kühl­ mittelströmungen bei hoher Geschwindigkeit aufweisen, häufig nicht praktisch. Wenn es darüber hinaus erwünscht ist, di­ elektrische Flüssigkeiten zu benutzen, deren Wärmeabführungs­ fähigkeiten unter denen von Wasser liegen, dann sind die er­ haltenen Wärmeübertragungskoeffizienten unter Anwendung der üblichen Wege häufig zu gering.
Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Drehanode für Röntgenröhren hoher Intensität mit hohen Über­ tragungskoeffizienten über alle inneren Oberflächen zu schaf­ fen, die den Einsatz eines dielektrischen Kühlmittels ge­ stattet. Eine weitere Aufgabe ist die Schaffung einer Anode für eine Röntgenröhre hoher Intensität, die keine hohen Kühl­ mittelströmungsraten und keine komplizierten engen Kühlmittel­ durchgänge erfordert.
Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Dreh­ anode für eine Röntgenröhre geschaffen, die einen hohlen Drehanodenteller mit zwei Kreisflächen einschließt. Eine der Kreisflächen hat eine abgeschrägte Kante für einen Brennspur­ bereich. Ein kreisförmiges Leitblech ist konzentrisch inner­ halb des hohlen Anodentellers angeordnet. Das Leitblech hat eine Einrichtung, um einer Flüssigkeit eine Tangentialge­ schwindigkeit zu verleihen. Der äußere Umfang des kreisför­ migen Leitbleches hat einen Abstand vom Inneren des Anoden­ tellers. Eine Einrichtung zum Zuführen von Kühlflüssigkeit zum zentralen Teil einer Seite des Leitbleches ist ebenso vorgesehen wie eine Einrichtung zum Entfernen von Kühlflüs­ sigkeit von der anderen Seite des Leitbleches. Eine struk­ turelle Einrichtung ist vorgesehen, um das Leitblech mit der gleichen Winkelgeschwindigkeit rotieren zu lassen wie den Anodenteller.
Gemäß einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Kühlen einer hohlen Drehanode mit einem Kühlmitteldurchgang geschaffen, der sich radial nach außen zur Peripherie der Hohlanode längs einer inneren Fläche und radial nach innen längs einer anderen inneren Fläche er­ streckt, die die Brennspur aufweist. Die Tangentialgeschwin­ digkeit der rotierenden Anode wird auf die Kühlflüssigkeit übertragen, die nahe dem Zentrum in die Anode eintritt. Der Druck, der in der radial nach außen strömenden Flüssigkeit erzeugt wird, ist so ausgewählt, daß ein Sieden bzw. Ver­ dampfen der Flüssigkeit vermieden ist. Der Druck, der in der radial nach innen strömenden Flüssigkeit erzeugt wird, ist ausgewählt, um ein Sieden aufgrund von Keim- bzw. Blasenbil­ dung im Bereich unterhalb der Brennspur zu gestatten.
Im folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Im einzelnen zeigen:
Fig. 1 eine teilweise weggeschnittene isometrische Ansicht einer erfindungsgemäßen Drehanode für eine Röntgen­ röhre,
Fig. 2 eine Schnitt-Seitenansicht der Drehanode nach Fig. 1,
Fig. 3 bis 6 isometrische Ansichten nur des Leitwandtei­ les der Drehanode mit verschiedenen Leitschaufel­ konfigurationen zum Steuern der Kühlmittelströmung gemäß der vorliegenden Erfindung.
In den Figuren der Zeichnung sind gleiche Elemente mit glei­ chen Bezugsziffern bezeichnet und in den Fig. 1 und 2 ist jeweils eine Drehanode 11 einer Röntgenröhre dargestellt. Diese Anode umfaßt eine hohle Scheibe bzw. einen hohlen Tel­ ler aus Molybdän, die bzw. der auf einem hohlen Schaft 15 montiert ist, der sich von einer Seite der Scheibe bzw. des Tellers aus erstreckt. Die hohle Scheibe kann in zwei Tei­ len hergestellt werden, die entlang einer axialen Mittel­ linie aneinander stoßen. Die beiden Teile können z. B. durch Elektronenstrahlschweißen miteinander verbunden werden. Das Innere des Schaftes und der Scheibe stehen in Strömungsver­ bindung miteinander. Die andere Seite der Scheibe hat eine abgeschrägte Kante, auf die Brennspurmaterial durch Plasma­ sprühen mit einem ringförmigen Muster aufgebracht ist, um auf dem äußeren Teil der ringförmigen Scheibenfläche eine Brennspur 17 zu erzeugen. Die ringförmige Brennspuroberfläche kann aus einer Wolframlegierung bestehen. Innerhalb des hoh­ len Tellers befindet sich eine scheibenförmige Trenn-Leit­ wand 21 mit einer Vielzahl sich radial erstreckender Leit­ schaufeln 23, die symmetrisch auf jeder Seite einer Scheibe 24 angeordnet sind. Die Leitschaufeln können z. B. durch Hartlöten an der Scheibe befestigt sein. Während auf jeder Seite der Scheibe 8 Leitschaufeln gezeigt sind, können üb­ licherweise 4 bis 16 Leitschaufeln benutzt werden. Die Leit­ wand 21 wird durch einen hohlen Schaft 25 getragen, der eine zentrale Öffnung 27, die in der Leitwand 21 ausgebildet ist, umgibt. Der Schaft 25 ist durch Abstandshalter 31 konzen­ trisch innerhalb des Schaftes 15 gehalten. Die Scheibe 24 der Leitwand 21 und die Leitschaufeln 23 müssen nicht mit irgendeinem Teil der Scheibe 13 im Inneren verbunden sein, um die Herstellung der Anode zu vereinfachen. Wenn erwünscht, können die Leitschaufeln jedoch mit dem Inneren der Scheibe verschweißt sein. Scheibe und Leitwand rotieren als eine Einheit, da die Schäfte 15 und 25 durch die Abstandshalter 31 verbunden sind. Leitwand und Schäfte können aus irgendeinem geeigneten hitzebeständigen Material, wie korrosionsbestän­ digem Stahl, hergestellt sein.
Während des Betriebes bildet der ringförmige Durchgang, der durch das Äußere des Schaftes 25 und das Innere des Schaftes 15 gebildet wird, einen Einlaßdurchgang für Kühlmittel. Das Kühlmittel kann vorteilhafterweise die gleiche dielektrische Flüssigkeit sein, die zum Kühlen des Äußeren der nicht darge­ stellten Röntgenröhre benutzt wird oder es kann irgendein verträgliches dielektrisches Kühlmittel sein. Das Kühlmittel wird mittels einer nicht dargestellten Pumpe durch die Öff­ nung zwischen den Schäften 25 und 15 befördert. Es wird durch die Leitwand 21 abgelenkt und strömt radial nach außen, wo­ bei die tangentiale Geschwindigkeit des Strömungsmittels durch die Leitschaufeln 23 der Leitwand sichergestellt wird. Das auf den sich drehenden Teller 13 tretende Kühlmittel strömt auf einer Seite der Leitwand radial nach außen zur Kante der Leitwand und um die Außenkante herum. Dann strömt das Kühlmittel auf der anderen Seite der Leitwand radial nach innen durch die Öffnung 27 im Zentrum der Leitwand und durch den hohlen Schaft 25 wieder hinaus.
Wärmeübertragung durch Eigenkonvektion, Wärmeübertragung durch Sieden aufgrund von Keim- bzw. Blasenbildung und die maximal zulässige Wärmeströmung bei dem letztgenannten Sie­ den durch Keim- bzw. Blasenbildung nehmen mit zunehmender Be­ schleunigung zu. Da die maximale Heizrate aufgrund des Auf­ treffens des Elektronenstrahls nahe der Peripherie auf der Brennspurbahn 17 nahe dieser Scheibenperipherie angetroffen wird und da es erwünscht ist, eine Filmverdampfung an der Peripherie wegen der damit verbundenen geringen Wärmeüber­ tragungskoeffizienten zu vermeiden, kann eine Kombination aus Geschwindigkeit der rotierenden Scheibe und dem Scheiben­ durchmesser ausgewählt werden, die gestattet, daß der peri­ phere Teil des Inneren der Scheibe oberhalb des kritischen Druckes des Kühlmittels liegt, so daß irgendein Verdampfen vermieden wird, während hohe Wärmeübertragungskoeffizienten bei der Eigenkonvektion gestattet werden. Während dies eine maximale Wärmebeseitigung gestattet, ist der Betrieb ober­ halb des kritischen Druckes nicht erforderlich, wenn die lo­ kale Wandtemperatur unterhalb der Sättigungstemperatur des Kühlmittels liegt.
Die Leitschaufeln sind so ausgewählt, daß sie das eintretende Kühlmittel Wärme absorbieren, es aber nicht sieden bzw. ver­ dampfen lassen, während es radial nach außen strömt, doch läßt man das Kühlmittel verdampfen, während es auf der ande­ ren Seite der Leitwand radial nach innen fließt. Dies ver­ hindert ein Sieden an der Scheibenperipherie und gestattet die erforderlichen hohen Wärmeübertragungskoeffizienten durch Eigenkonvektion an dieser Scheibenperipherie. Auf der Seite der Leitwand, auf der das radiale Strömen nach innen erfolgt, kann ein Verdampfungsmodus beginnen, der hohe Wärmeübertra­ gungskoeffizienten beim Verdampfen durch Keim- bzw. Blasen­ bildung gestattet. Der maximale Wärmefluß durch Verdampfen aufgrund von Keim- bzw. Blasenbildung ist druckabhängig. Die radiale Druckverteilung wird durch die tangentiale Kühlmittel­ geschwindigkeit gesteuert, die durch die Ausbildung der Leit­ schaufeln für einen gegebenen Scheibendurchmesser und eine ge­ gebene Rotationsgeschwindigkeit bestimmt ist. Dies gestattet das Halten des Wärmeflußes unterhalb des maximalen Wärmeflus­ ses beim Sieden durch Keim- bzw. Blasenbildung. Ein unter­ kühltes Verdampfen ist erwünscht, um die Netto-Dampfbil­ dung während der Strömung radial nach innen zu verhindern, da eine solche Netto-Dampfbildung die lokale Druckkontrolle verhindern würde. Darüber hinaus erhöht ein solches unter­ kühltes Sieden auch die maximale Wärmeübertragung durch Ver­ dampfen aufgrund von Keim- bzw. Blasenbildung. Ein unterkühl­ tes Verdampfen tritt auf, wenn die mittlere Temperatur der Flüssigkeit unterhalb des Sättigungstemperatur für einen ge­ gebenen Druck liegt, was es gestattet, daß der Dampf, der durch Verdampfen aufgrund von Keim- bzw. Blasenbildung be­ nachbart den heißen Innenwandungen der Scheibe gebildet wird, durch die kühlere Flüssigkeit in der Strömung kondensiert wird.
Eine geeignete dielektrische Flüssigkeit kann eine perfluo­ rierte organische Verbindung sein, wie die von der 3M Company unter der Handelsbezeichnung FLUORINERT vertriebene Flüssig­ keit. Der Druck am kritischen Punkt für FLUORINERT 75 beträgt 16,45 bar. Diesen Druck kann man im Inneren einer Hohlanode mit einem Durchmesser von etwa 8,9 cm erzielen, die mit 10 000 U/m rotiert, Strömungsgeschwindigkeiten von 5 g/min bei einem nominellen Flüssigkeitsdruck von etwa 4,22 bis etwa 7,03 bar oberhalb Atmosphärendruck für einen Betrieb bei 12 KW aufweist.
Strömungsgeschwindigkeiten durch die Anode sind so ausgewählt, daß man das aus der Anodenscheibe austretende Kühlmittel unterkühlt hält. Beträchtliche Strömungsraten sind nicht er­ forderlich, um hohe Wärmeübertragungskoeffizienten zu erzie­ len.
Würde ein Verdampfen an der Seite des Leitbleches auftreten, an der die radiale Strömung nach außen erfolgt oder an der Peripherie des Leitbleches, bei der die Flüssigkeit von einer Seite des Leitbleches auf die andere tritt, dann würden Strö­ mungsinstabilitäten die Strömungskontrolle erschweren und es würde wahrscheinlich ein Filmverdampfen in dem Bereich unter­ halb des Kreises auftreten, in dem der Elektronenstrahl auf die Brennspurbahn trifft, was eine Wärmeübertragung zur Flüssigkeit stark vermindern würde. Wird ein Verdampfen auf der Seite des Leitbleches, auf der die Strömung des Kühlmit­ tels nach außen erfolgt, vollständig vermieden, dann mag die maximale Wärmeübertragung zur Flüssigkeit nicht erzielt werden.
In Fig. 3 ist eine andere Konfiguration für die Leitschau­ feln des Leitbleches 21 gezeigt. Um die Wärmeübertragung von der Scheibe zum Kühlmittel in dem Bereich zu erhöhen, in dem die maximale Wärmezuführung zur Brennspur erfolgt, ist es erwünscht, den Bereich auszudehnen, in dem der Druck in einem Bereich von ±10% des kritischen Druckes liegt. Der kritische Punkt kann als der Schnittpunkt der Linie der gesättigten Flüssigkeit mit der Linie des gesättigten Dampfes in einem Temperatur/Volumen-Diagramm für eine Substanz de­ finiert werden, die die flüssigen und dampfförmigen Phasen zeigt. Am kritischen Punkt sind die Zustände der koexistie­ renden gesättigten Flüssigkeit und des gesättigten Dampfes identisch. Temperatur, Druck und spezifisches Volumen am kritschen Punkt werden als kritische Temperatur, kritischer Druck und kritisches Volumen bezeichnet. In der Nähe des kritischen Punktes hat der Wärmeübertragungskoeffizient eine sehr scharfe Spitze. Die Wärmeübertragung nahe dem kriti­ schen Punkt schließt das Verdampfen unmittelbar unterhalb dem kritischen Druck und die Konvektion unmittelbar darüber ein. Der radiale Druckgradient der Kühlflüssigkeit in der Anodenscheibe hängt davon ab, ob eine erzwungene oder eine freie Wirbelströmung vorliegt, wobei eine erzwungene Wir­ belströmung einen höheren Druck erzeugt. In einem Bereich ohne Leitschaufeln kann eine freie Wirbelströmung existieren. Leitschaufeln, die sich von der Scheibe zum Teller erstrecken, erzeugen während der Tellerrotation einen erzwungenen Wir­ bel. Um den Bereich auszudehnen, in dem eine Spitze des Wär­ meüberganges auftritt, sind die Leitschaufeln getrimmt bzw. gekürzt, um einen radial sich erstreckenden Bereich zu er­ halten, in dem Druckvariationen geändert werden, um einen besseren Nutzen aus den hohen Wärmeübertragungskoeffizien­ ten in der Nähe des kritischen Punktes zu ziehen, wie Fig. 3 zeigt. Die Druckvariationen aufgrund der getrimmten Leitschaufeln verursachen einen Betrieb zwischen der er­ zwungenen und der freien Wirbelströmung. Üblicherweise existieren die stark verbesserten Wärmeübertragungskoeffi­ zienten im Bereich von ±10% des kritischen Druckes.
In Fig. 4 ist eine andere Ausführungsform einer Leitschau­ felkonfiguration gezeigt, um die Druckvariation in der Ra­ dialrichtung in der Nähe des kritischen Druckes einzustellen. Die Leitschaufeln 23 sind sowohl auf der Seite der Außenströ­ mung als auch der Seite der Innenströmung der Leitwand 21 gezeigt.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 sind die Leitschaufeln 23 nahe dem Zentrum des Leitbleches 21 gebogen, um die Flüs­ sigkeitsgeschwindigkeit mit Bezug auf die Leitschaufelober­ fläche zu beschleunigen, um die Wärmeübertragung zu verbes­ sern und eine Rückströmung aufgrund der Wechselwirkung der Leitschaufeln mit der Sekundärzirkulation des Kühlmittels zu verhindern.
Fig. 6 zeigt eine weitere Ausführungsform der Leitwand 21, bei der der Abstand zwischen der Leitwand und dem Inneren des Tellers auf der Seite der Innenströmung und der Außenströmung ungleich sind. Der Abstand zwischen der Seite der Außenströ­ mung und dem Inneren der Scheibe ist geringer als der Abstand zwischen der Seite der Innenströmung des Leitbleches und dem Inneren der Scheibe. Der engere Spalt vermindert die Rück­ strömung am Austritt des Kühlmittels in den Schaft, indem er die Radialgeschwindigkeit des Kühlmittels erhöht.
Es wurde eine Drehanode für Röntgenröhren hoher Intensität mit hohen Wärmeübertragungskoeffizienten über alle inneren Oberflächen beschrieben, die den Einsatz eines dielektrischen Kühlmittels gestattet.

Claims (14)

1. Drehanode (11) für eine Röntgenröhre, umfassend:
einen hohlen drehbaren Anodenteller (13) mit zwei Kreis­ flächen, von denen eine eine abgeschrägte Kante für einen Targetbereich (17) aufweist,
ein kreisförmiges Leitblech (21), das konzentrisch inner­ halb des hohlen Anodentellers angeordnet ist und eine Ein­ richtung (23) aufweist, um einer Flüssigkeit auf beiden Seiten eine tangentiale Geschwindigkeit zu verleihen, wo­ bei der äußere Umfang des kreisförmigen Leitbleches einen Abstand vom Inneren des Anodentellers hat,
eine Einrichtung zur Zuführung von Kühlflüssigkeit zum zentralen Teil der ersten Seite des Leitbleches,
eine Einrichtung zum Entfernen von Kühlflüssigkeit vom zentralen Teil der zweiten Seite des Leitbleches und
eine Einrichtung zum Drehen des Leitbleches, wenn der Ano­ denteller gedreht wird.
2. Drehanode nach Anspruch 1, worin die Einrichtung zum Ver­ leihen einer Tangentialgeschwindigkeit an eine Flüssig­ keit weiter eine Einrichtung umfaßt, die auf der zweiten Seite des Leitbleches (21) angeordnet ist, um einen Be­ trieb zwischen einem Zustand erzwungenen und freien Wir­ bels in der Nähe der Peripherie der Scheibe zu verur­ sachen.
3. Drehanode nach Anspruch 1, worin die Einrichtung zum Ver­ leihen einer Tangentialgeschwindigkeit an eine Flüssig­ keit sich radial erstreckende Leitschaufeln (23) auf je­ der Fläche des kreisförmigen Leitbleches (21) umfaßt.
4. Drehanode nach Anspruch 2, worin die Einrichtung zur Ver­ ursachung eines Betriebes zwischen einem Zustand mit er­ zwungenem und freiem Wirbel Leitschaufeln (23) umfaßt, die sich senkrecht von dem Leitblech (21) aus eine kür­ zere Strecke erstrecken, als Leitschaufeln anderswo auf dem Leitblech.
5. Drehanode für eine Röntgenröhre umfassend:
einen hohlen drehbaren Anodenteller (13) mit zwei Kreis­ flächen, von denen eine eine abgeschrägte Kante für einen Brennspurbereich (17) aufweist und die andere eine zentra­ le Öffnung bildet,
einen ersten hohlen Schaft (15), der an der genannten an­ deren Fläche um die genannte zentrale Öffnung herum be­ festigt ist, wobei sich das Innere des genannten Schaftes in Strömungsverbindung mit dem Inneren des Anodentellers befindet,
ein kreisförmiges Leitblech (21) mit einer zentralen Öff­ nung (27), das konzentrisch innerhalb der Hohlanode ange­ ordnet ist, wobei das kreisförmige Leitblech eine Viel­ zahl von Schaufeln (23) auf jeder Seite und an diesem Leit­ blech befestigt aufweist, um einer Kühlflüssigkeit eine Tangentialgeschwindigkeit zu verleihen, wobei der äußere Umfang des kreisförmigen Leitbleches einen Abstand vom Inneren des Anodentellers aufweist,
einen zweiten hohlen Schaft (25), der innerhalb des er­ sten Schaftes (15) angeordnet ist, wobei der zweite Schaft um die zentrale Öffnung (27) des Leitbleches herum an dem genannten Leitblech befestigt ist, und
eine Einrichtung zum Drehen des Leitbleches mit der glei­ chen Geschwindigkeit wie den Anodenteller.
6. Drehanode nach Anspruch 5, worin die Einrichtung (31) zum Dre­ hen des Leitbleches (21) zwischen dem ersten (15) und zweiten Schaft (25) angeordnet ist.
7. Drehanode nach Anspruch 5, worin die Leitschaufeln (23) einen Abstand vom Inneren des Anodentellers (13) haben.
8. Drehanode nach Anspruch 5, worin sich die Leitschaufeln (23) radial längs den Leitblechen (21) erstrecken und sich senkrecht davon weg erstrecken und die Leitschaufeln umfangsmäßig einen gleichen Abstand voneinander haben.
9. Drehanode nach Anspruch 8, worin die Leitschaufeln (23) auf dem Leitblech (21) in enger Nachbarschaft zur abge­ schrägten Kante des Anodentellers (13) angeordnet sind, und sich eine kürzere Distanz senkrecht zum Leitblech er­ strecken als die Leitschaufeln an anderer Stelle auf dem Leitblech, wodurch ein Bereich erzeugt wird, in dem die radialen Druckvariationen eingestellt werden können.
10. Drehanode nach Anspruch 5, worin der Teil der Leitschau­ feln (23), der nahe dem Zentrum des Leitbleches (21) auf mindestens einer Seite des Leitbleches angeordnet ist, in Richtung der Anodenrotation gebogen ist, so daß die relative Geschwindigkeit des Kühlmittels erhöht werden kann.
11. Drehanode nach Anspruch 2, worin das Leitblech (21) mehr an der Fläche des Anodentellers (13) angeordnet ist, der die abgeschrägte Kante hat als an der anderen Anodenteller­ fläche.
12. Verfahren zum Kühlen einer Hohlanode mit einem Kühlmit­ teldurchgang, der sich radial nach außen zur Peripherie der hohlen Drehanode entlang einer inneren Oberfläche dieser Hohlanode und radial nach innen entlang dem Inne­ ren der Fläche der Hohlanode mit der Brennspur er­ streckt, umfassend die Stufen:
man verleiht der Kühlflüssigkeit, die nahe dem Zentrum in die Anode eintritt, die Tangentialgeschwindigkeit der rotierenden Anode,
man wählt den Druck der radial nach außen strömenden Flüssigkeit zur Vermeidung eines Siedens der Flüssigkeit und
man stellt den Druck der radial nach innen strömenden Flüssigkeit ein, um das Sieden aufgrund von Keim- bzw. Bla­ senbildung im Bereich der Anodenperipherie unterhalb der Brennspur zu gestatten.
13. Verfahren nach Anspruch 12, worin die Stufe der Druckein­ stellung in der nach innen strömenden Flüssigkeit den Druck so einstellt, daß er am kritischen Punkt der Flüs­ sigkeit liegt.
14. Verfahren nach Anspruch 13, worin die Stufe des Einstel­ lens des Druckes die Strömung von einem erzwungenen Wirbel­ zustand zu einem Zustand zwischen einer erzwungenen und einer freien Wirbelströmung ändert.
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