DE4014258A1 - Overspraykollektor zur abscheidung von lackpartikeln bei der spritzlackierung in be- und entluefteten spritzkabinen - Google Patents
Overspraykollektor zur abscheidung von lackpartikeln bei der spritzlackierung in be- und entluefteten spritzkabinenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Overspraykol
lektor nach dem Oberbegriff des Hauptanspruchs.
Ein derartiger Overspraykollektor ist aus der
DE-OS 31 47 808 bekannt.
Bei der bekannten Vorrichtung ist nachteilig, daß
die in an sich bekannter Weise luftdurchlässig aus
gebildete Niederschlagsfläche eine im wesentlichen
geschlossene Fläche darstellt, die einige relativ
klein bemessene Durchtrittsöffnungen aufweist. Die
bekannten im wesentlichen geschlossenen Nieder
schlagsflächen, ob sie als Scheibe oder als um
laufendes Band ausgebildet sind, stellen einen star
ken Strömungswiderstand für die Luftströmung dar,
welche die Partikel des Oversprays mitführt.
Aufgrund dessen wird ein sehr hoher Anteil der par
tikel (Overspray) -haltigen Luft an den Nieder
schlagsflächen vorbeigeführt, ohne daß die Partikel
auf den Kollektorflächen abgeschieden werden. Die
bekannte Vorrichtung funktioniert in ihrer das Over
spray aufnehmenden Weise nur dann effektiv, wenn
der Abstand zwischen der Spritzeinrichtung und der
Niederschlagsfläche so gering bemessen ist, daß die
Lackpartikel (Overspray), aufgrund ihrer von der
Spritzeinrichtung erzeugten Bewegungsenergie ohne
wesentliche Ablenkung direkt auf die Niederschlags
fläche gelangen.
Die bekannte Vorrichtung ist dann wenig geeignet,
wenn zwischen Spritzeinrichtung und Niederschlags
fläche ein großer Abstand erforderlich ist. Dies ist
insbesondere dann der Fall, wenn - wie bei der Auto
mobilerstlackierung - große und geometrisch komplexe
Lackierobjekte von mehreren Spritzeinrichtungen aus
verschiedenen Richtungen gleichzeitig beschichtet
werden. Die Positionierung einer Niederschlagsfläche
in einer solchen Spritzkabine ist auch durch die um
fangreichen Einbauten erheblich behindert. Zudem
kann die Aufstellung großflächiger Niederschlags
flächen in einer Spritzkabine zu einer erheblichen
Beeinflussung des Luftströmungsprofils in der Kabine
und zu den damit möglicherweise verbundenen Be
schichtungsstörungen führen.
Da die von der Spritzeinrichtung erzeugte Bewegung
der Partikel von dem Luftwiderstand gebremst wird,
nimmt der Einfluß der in der Spritzkabine vorliegen
den Luftströmung auf die Bewegungsrichtung und -
Geschwindigkeit der Partikel mit zunehmenden Abstand
von der Spritzeinrichtung zu. Dies führt dazu, daß
die Partikel nach einer relativ kurzen Flugstrecke
von der Luftströmung und der Schwerkraft fortgetra
gen werden. Bei einer - wie oben erwähnten - im
wesentlichen geschlossenen Niederschlagsfläche kann
aufgrund der eingeschränkten Luftdurchlässigkeit
der Transport der Partikel an die Niederschlags
fläche nur unzureichend stattfinden. Diesem Nach
teil kann auch nur im eingeschränktem Maße durch
eine Vergrößerung der Niederschlagsfläche entgegen
gewirkt werden, da eine räumliche Erweiterung durch
die Spritzkabine und deren Einbauten beschränkt
ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen
Overspraykollektor zu schaffen, der in Spritzkabinen
bekannter Art, insbesondere bei der Lackierung
großer geometrisch komplexer Lackierobjekte (z. B.
Automobilkarossen) eine effektive Abscheidung des
Oversprays gewährleistet, ohne daß das Lackierver
fahren in seiner Funktion eingeschränkt wird.
Diese der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird
durch die im kennzeichnenden Teil des Hauptanspruchs
vorgeschlagenen Merkmale gelöst.
Mit anderen Worten wird vorgeschlagen, die Nieder
schlagsfläche jalousienartig aus einzelnen parallel
angeordneten Lamellen aufzubauen, mit dem Ziel, den
gesamten Kollektor so luftdurchlässig zu gestalten,
daß die gesamte partikelhaltige Abluft einer Spritz
kabine den Kollektor durchströmen kann und die Par
tikel an die Niederschlagsflächen herangeführt wer
den.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen eines erfin
dungsgemäßen Overspraykollektors sind in den Unter
ansprüchen beschrieben.
So wird beispielsweise der Strömungswiderstand der
Niederschlagsflächen dadurch weiter verringert, daß
die einzelnen Lamellen nicht quer zur Strömungsrich
tung ausgerichtet sind, sondern schräg in der Strö
mung stehen, wobei gleichzeitig eine großflächige
Abdeckung des Strömungsquerschnittes mit Lamellen
gewährleistet wird.
Eine unterschiedliche und gegeneinander gerichtete
Schrägstellung von zwei aufeinander folgenden Nie
derschlagsflächen bewirkt eine Änderung der Strö
mungsrichtung der durch die Niederschlagsflächen
strömenden Luft. Aufgrund der hohen Massendifferenz
zwischen Overspraypartikel und Luftmolekül wird
mittels der Strömungsumlenkung eine verbesserte
Abscheidung des schwereren Oversprays aus dem
Luftstrom erzielt.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen Overspraykollektors dargestellt.
Dabei zeigt
Fig. 1 eine schematische Ansicht einer
Spritzkabine, in der ein erfindungs
gemäßer Overspraykollektor verwendet
wird.
Fig. 2 eine Niederschlagsfläche aus Fig. 1
in perspektivischer, geschnittener
und schematische Darstellung,
Fig. 3 ein erstes Ausführungsbeispiel eines
Abstreifers in schematischer und
perspektivischer Ansicht,
Fig. 4 ein zweites Ausführungsbeispiel
eines Abstreifers, ebenfalls in
schematischer und perspektivischer
Darstellung,
Fig. 5 verschiedene Profilquerschnitte der
Lamellen der Niederschlagsflächen.
In Fig. 1 ist allgemein eine Spritzkabine schema
tisch dargestellt. Auf einem Gitterboden 1 steht
eine PKW-Karosserie 2, die mit Hilfe von Spritz
einrichtungen 3 lackiert wird. Eine Luftströmung in
der Spritzkabine verläuft von der Decke der Spritz
kabine im wesentlichen senkrecht nach unten durch
den Gitterboden 1 sowie einen darunter angeordneten
Overspraykollektor 4 und durch einen darunter ange
ordneten Abluftkanal 5 zu einer unter Umständen
nachgeschalteten Endreinigung für die Abluft. Diese
Endreinigung kann aus bekannten Elektronaßwäschern,
Venturiwäschern, filternden Abscheidern od. dgl.
bestehen. Der Overspraykollektor 4 besteht aus
mehreren übereinander angeordneten Niederschlags
flächen 6.
Eine Niederschlagsfläche 6 ist in Fig. 2 näher dar
gestellt. Sie umfaßt einen Rahmen 7 und eine Viel
zahl von parallel angeordneten Lamellen 8, wobei die
einzelnen Lamellen 8 in einer quer zum Luftstrom
ausgerichteten Ebene angeordnet sind. Jede einzelne
Lamelle 8 ist jedoch schräg zu diesem Luftstrom ausge
richtet. Durch die Schrägstellung wird eine großflä
chige, ggf. vollständige, Abdeckung der projizier
ten Querschnittsfläche erreicht, durch welche die
oversprayhaltige Luft geleitet wird, wobei gleich
zeitig jedoch die Luftdurchlässigkeit dieser Quer
schnittsfläche und damit dieser Niederschlagsfläche
6 sehr hoch ist.
An einem Ende des Rahmens 7 ist ein Abstreifer 9 an
geordnet, der alle Lamellen 8 umgreift und entlang
der Lamellen 8 verfahren werden kann. Der Abstreifer
9 ist in Fig. 3 einzeln dargestellt, wobei dieser
Abstreifer 9 beispielsweise aus einem einzigen
Kunststoffblock hergestellt sein kann. Der Abstrei
fer 9 weist Öffnungen 10 auf, die sich quer durch
den Abstreifer 9 erstrecken und der Querschnitts
form der Lamellen 8 entsprechen.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, sind mehrere Nieder
schlagsflächen 6 untereinander, d. h. in Strömungs
richtung der Luft hintereinander angeordnet, um den
Abscheidegrad des Overspraykollektors 4 zu verbessern.
Dabei sind die Lamellen 8 zweier aufeinanderfolgen
der Niederschlagsflächen 6 so angeordnet, daß die
Schrägstellung der Lamellen 8 einer Niederschlags
fläche 6 der Schrägstellung der Lamellen 8 der be
nachbarten Niederschlägsfläche 6 entgegengerichtet
ist. Auf diese Weise wird eine Umlenkung der durch
den Kollekter hindurchtretenden Luft erzwungen und
der Abscheidegrad des Kollektors weiterhin erhöht,
da Overspraypartikel aufgrund ihrer Massenträgheit
bei der Luftumlenkung an den Lamellen 8 abgeschieden
werden.
Wie in Fig. 4 dargestellt, kann ein Abstreifer 11
nicht nur mehrere Lamellen 8 einer Niederschlags
fläche 6, sondern auch jeweils mehrerer Nieder
schlagsflächen 6 umgreifen, so daß der mechanische
Aufwand zum Antrieb von Abstreifern nicht in dem
Maße gegenüber dem Abstreifer 9 erhöht werden muß,
wie es der Anzahl der verwendeten Niederschlagsflä
chen 6 entspricht.
Gegenüber der aus den Fig. 2 bis 4 ersichtlichen
Form der Lamellen 8 können auch, wie insbesondere
aus Fig. 5 ersichtlich ist, sichelförmige, trag
flügelförmige oder im wesentlichen s-förmige Quer
schnitte für die Lamellen gewählt werden. Hierdurch
kann die Luftumlenkung noch unterstützt werden oder
es können besondere Strömungs- und Druckverhält
nisse innerhalb des Overspraykollektors erzielt
werden, die die Abscheidung der Overspraypartikel
weiter begünstigen.
Die Steuerung der Abstreifer 9 oder 11 kann in Ab
hängigkeit von dem Taktzyklus der Spritzvorgänge er
folgen, so daß beispielsweise spätestens bei jedem
Farbwechsel, wie er in der Fahrzeugindustrie rela
tiv häufig erfolgt, eine Lackabstreifung erfolgt.
Auf diese Weise ist es möglich, den Lack in einer
guten Farbreinheit zu sammeln, und hierdurch wird
die Wiederaufbereitung des Lackes erleichtert.
Eine ausgewählte Oberflächenbeschichtung der La
mellen, z. B. mit Teflon, verringert oder erübrigt
den Einsatz organischer Lösemittel, um den Lack oder
andere Sprühmittel von den Lamellen abstreifen zu
können. Andere Sprühmittel können dabei viskose und
klebende Partikel in Ablüften bedingen, wobei der
erfindungsgemäße Overspraykollektor zu deren Ab
scheidung ebenso eingesetzt werden kann wie zur
Abscheidung der oben genannten Lackpartikel.
Claims (7)
1. Overspraykollektor mit wenigstens zwei Nie
derschlagsflächen und mit Abstreifern, die
mit den Niederschlagsflächen zusammenarbei
ten, wobei die Niederschlagsflächen im Ab
stand hintereinander angeordnet sind und
dabei wenigstens die bezüglich der Luft
strömung vordere Niederschlagsfläche luft
durchlässig ausgebildet ist, dadurch gekenn
zeichnet, daß wenigstens die vordere Nieder
schlagsfläche (6) aus Lamellen (8) besteht,
die im wesentlichen parallel zueinander an
geordnet sind.
2. Overspraykollektor nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß alle Niederschlagsflächen
(6) aus Lamellen (8) bestehen.
3. Overspraykollektor nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Lamellen (8)
gegenüber der Strömungsrichtung der Luft
schräg angestellt sind.
4. Overspraykollektor nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Lamellen (8) einer
Niederschlagsfläche (6) eine Schrägstellung
aufweisen, die der Schrägstellung einer be
nachbarten Niederschlagsfläche (6) entgegen
gerichtet ist.
5. Overspraykollektor nach einem der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Lamellen (8) eine lackabweisende Ober
flächenbeschichtung aufweisen.
6. Overspraykollektor nach einem der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Abstreifer (9, 11) mehrere Lamellen (8)
einer Niederschlagsfläche (6) umgreift und
längs der Lamellen (8) verfahrbar ausgebil
det ist.
7. Overspraykollektor nach einem der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Abstreifer (11) Lamellen (8) mehrerer
Niederschlagsflächen (6) umgreift.
Priority Applications (1)
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