DE4020730C2 - Verfahren und Vorrichtung zum Verbessern der Stapelqualität eines Bogenstapels - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Verbessern der Stapelqualität eines Bogenstapels

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Description

Die Erfindung betrifft gemäß einem ersten Erfindungsgedanken ein Verfahren zum Verbessern der Stapelqualität eines aus übereinanderliegenden Bogen bestehenden Bogenstapels, vorzugsweise eines im Ausleger einer Druckmaschine gebildeten Bogenstapels, bei dem der ursprüngliche Bogenstapel abgetragen und unter Verwendung eines in Förderrichtung und quer dazu geneigten Tisches ein aus untereinander ausgerichteten Bogen bestehender, zur Weiterverarbeitung in einer Schneid- oder Stanzmaschine vorgesehener Bogenstapel gebildet wird, und geht gemäß einem weiteren Erfindungsgedanken auf eine zur Durchführung dieses Verfahrens geeignete Vorrichtung.
Bogenstapel werden üblicherweise vor der Weiterverarbeitung der Bögen auf Schneidmaschinen beschnitten. Um zu verhindern, dass der Abstand zwischen Schnittkante und Druckbild von Bogen zu Bogen schwankt, ist eine hohe Stapelgenauigkeit mit exakten Stapelkanten erforderlich. Ist dies nicht der Fall, kann das zu einer nicht unbeträchtlichen Qualitätsverschlechterung des fertigen Produkts führen.
Die im Ausleger einer Druckmaschine gebildeten Stapel erfüllen vielfach nicht die hohen Genauigkeitsansprüche oben angedeuteter Art. Derartige Stapel werden daher vielfach von Hand stoßweise abgetragen und zu einem neuen, genauen Stapel umgestapelt. Hierbei handelt es sich jedoch um eine äußerst Zeit- und kraftaufwendige Arbeit, die einer rationellen Fertigung entgegensteht.
Zur Vermeidung dieser manuellen Tätigkeit ist aus der DE-PS 27 53 668 ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Bildung eines in Schneid- und Stanzmaschinen verarbeitungsfähigen Stapels aus Bogen bekannt, bei dem vom Ausgangsstapel mittels nicht dargestellter Greiferelemente Bogenlagen, die jeweils mehrere Bogen umfassen, abgehoben und dann an einen zweiten Satz von Greifern übergeben werden. Jede Bogenlage wird dann mittels dieser Greifer über einen von unten mit Druckluft beaufschlagbaren, gegenüber der Waagerechten geneigten Rütteltisch geführt. Dabei wird mittels seitlich angebrachter Düsen Luft zwischen die einzelnen Bogen geblasen. In ihrer einen Endstellung werden die Greifer geöffnet, so dass die Bogenlage unter Schwerkraftwirkung auf den Rütteltisch sinken kann. Dieser Vorgang wird mehrfach wiederholt, bis sich ein Teilstapel gewünschter Höhe aufgebaut hat. Dann wird der Rütteltisch waagerecht gestellt und mit einem dritten Satz von Greifern das vordere Ende des Teilstapels erfasst. Die Greifer ziehen den Teilstapel unter einer Anpresswalze auf einen von unten belüfteten weiteren Tisch, mit dem sie zu einer Verarbeitungsstelle gebracht werden.
Der Aufbau einer Vorrichtung, mit der dieses Verfahren durchgeführt werden kann, ist aufwendig, da drei verschiedene Greifersysteme erforderlich und zwei mit Luft beaufschlagbare, eine Mehrzahl von Kugelventilen aufweisende Tische vorgesehen sind. Weiterhin besteht die Gefahr, dass die vorderen Enden der Bogen einer Bogenlage, die durch den zweiten Satz der Greifer zusammengehalten sind, trotz der seitlichen Luftbeaufschlagung so stark aneinander haften, dass sie sich auch auf dem Rütteltisch nicht voneinander lösen. Liegen diese vorderen Enden auf dem Ausgangsstapel nicht genau übereinander, so kann die anzustrebende Genauigkeit nicht erreicht werden. Auch arbeitet die Vorrichtung lediglich diskontinuierlich.
Hiervon ausgehend ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren dieser Art so auszubilden, dass eine kontinuierliche Umstapelung mit hoher Genauigkeit möglich ist. Gleichzeitig soll eine einfache, kostengünstige und zuverlässige Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens geschaffen werden.
Die verfahrensmäßige Lösung obiger Aufgabe besteht erfindungsgemäß darin, dass jeder Bogen vom ursprünglichen Stapel einzeln abgehoben und mit geringer Geschwindigkeit in Förderrichtung bewegt, danach in Förderrichtung auf eine den Bogen vor Ankunft des folgenden Bogens abtransportierende erhöhte Geschwindigkeit zur Bildung einer Folge sich nicht überdeckender Einzelbogen beschleunigt und unmittelbar umlenkungsfrei zu dem dem neuen zur Weiterverarbeitung vorgesehenen Stapel aufnehmenden, in Förderrichtung und quer dazu geneigten Stapeltisch geführt sowie dann zum Anlauf unter seiner Schwer- und Trägheitskraft an vordere und seitliche Stapelanschläge des Stapeltisches freigegeben wird.
Diese Maßnahmen ermöglichen eine einfache, maschinelle Umstapelung. Zum Abarbeiten des ursprünglichen Stapels kann dabei einfach eine an sich bekannte Anlegevorrichtung, zur Bildung der Einzelbogenfolge ein an sich bekanntes Beschleunigungsaggregat und zur Bildung des neuen Stapels eine Auslegevorrichtung mit Ausrichteinrichtung Verwendung finden.
Vorrichtungsmäßig wird die oben genannte Aufgabe dadurch gelöst, dass zwischen einem mit einer Stapelaufnahme und einem Vereinzelungsaggregat versehenen Bogenanleger und einem Bogenausleger eine mit einem Beschleunigungsaggregat zusammenwirkende Förderstrecke angeordnet ist und der Bogenausleger mit einem absenkbaren, mit zweidimensionalem Sturz angeordneten Stapeltisch mit zugeordneten, wenigstens einen Seitenanschlag und einen Frontanschlag, die lotrecht zur Tischebene ausgerichtet sind, aufweisenden Ausrichtmitteln versehen ist.
Diese Maßnahmen ermöglichen einen einfachen und kompakten Aufbau. Zudem lässt sich die erfindungsgemäße Vorrichtung in vorteilhafter Weise aus bewährten Komponenten zusammenstellen, was eine hohe Zuverlässigkeit und Robustheit gewährleistet.
Von gattungsfremden Anordnungen ist aus der DE-OS 35 12 737 eine Vorrichtung zum Aufgeben von Heftlagen, Bogen und ähnlichen Erzeugnissen für Zuführeinrichtungen in Packmaschinen, Buchbinderei-Maschinen und dergleichen bekannt, bei der die Heftlagen hintereinander stehend mittels Kettenförderern einer Vereinzelungsvorrichtung zugeführt werden. Eine derartige Vorrichtung ist zur Umstapelung dünner Bogen nicht geeignet, da diese keine ausreichende Steifigkeit für einen stehenden Transport aufweisen. Die Vereinzelungsvorrichtung weist Sauger auf, die die jeweils vorderste Heftlage Zangen zuführen, die auf Rädern sitzen. Um diese Räder laufen Transportriemen. Dabei führen die Zangen die Heftlagen zwischen diese Riemen. Da sich die Saugköpfe auf einem kreisbogenabschnittsförmigen Weg bewegen, dessen letztes Stück annähernd radial zu den Rädern verläuft, läuft die zu übergebende Heftlage nicht tangential mit einer in Förderrichtung gerichteten Geschwindigkeit zu. Die Heftlagen haben somit im Augenblick der Übergabe an die Zangen keine Geschwindigkeit in Förderrichtung der Bänder. Außerdem werden die Heftlagen bis zum Erreichen des Ablagestapels zweimal von Rädern umgelenkt.
Weiterhin ist auch aus der DD-PS 153 486 ein Prüfstand für Bogenleger bekannt, bei dem die Bogen über einen mit periodisch veränderlicher Geschwindigkeit angetriebenen Bändertisch in überlappendem Zustand zwischen zwei Bänder eingebracht werden. Mittels der entsprechend geführten Bänder werden die Bogen um 180° umgelenkt und dann unter Verwendung von Blasdüsen in Anlage an dem einen Band bis über den Ablegestapel mit waagerechter Oberfläche geführt. Besondere Mittel, um einen exakt ausgerichteten Bogenstapel zu erreichen, sind nicht vorgesehen.
Aus der DE-OS 37 26 780 ist auch bereits eine Vorrichtung zur Übergabe von Bogen an dem Druckzylinder einer mit hoher Geschwindigkeit arbeitenden Bogenrotationsdruckmaschine bekannt, bei dem die Bogen geschuppt mittels Transportbändern über einen Anlegetisch laufen. Am Ende dieses Tisches wird jeder Bogen durch Reibung mittels einer Förderwalze ein erstes Mal beschleunigt und anschließend mittels einer mit Greifern versehenen Überführtrommel ein zweites Mal auf eine erhöhte Geschwindigkeit beschleunigt. Eine derartige Einrichtung, die die Bogen mit extrem hoher Geschwindigkeit ausführt, ist zur Bildung eines Stapels mit hoher Genauigkeit nicht geeignet.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und zweckmäßige Fortbildungen der übergeordneten Maßnahmen sind in den Unteransprüchen angegeben. So kann der an einem Hubwerk aufgehängte Stapeltisch des Auslegers an zur Vertikalen in Förderrichtung und quer hierzu geneigten Führungen geführt sein, was trotz des zweidimensionalen Sturzes einen störungsfreien Betrieb gewährleistet.
Zur Unterstützung der Triftung können der Stapeloberkante zugeordnete Blasdüsen vorgesehen sein. Aus demselben Grund kann der Stapeltisch zusätzlich mit einem Vibrator versehen sein.
Zur Erzielung einer möglichst großen Stapelhöhe kann es vorteilhaft sein, die Seiten- und Frontanschläge gegenüber dem absenkbaren Stapeltisch stationär anzuordnen, vorzugsweise als mit einem Vibrator versehene Stoßer auszubilden.
Eine weitere, besonders zu bevorzugende Maßnahme kann darin bestehen, daß der Anleger als mit einem anheb­ baren Stapeltisch, der von einem das Vereinzelungs­ aggregat bildenden Saugkopf übergriffen ist, versehe­ ner, vorzugsweise als Einzelbogenanleger betreibbarer Flachstapelanleger ausgebildet ist, der ausgangsseitig eine mit Taktrollen zusammenwirkende Transportwalze aufweist. Die Verwendung eines Flachstapelanlegers er­ möglicht das Einsetzen des ursprünglichen Stapels, so wie er aus der Druckmaschine kommt und ergibt da­ mit eine besonders rationelle Arbeitsweise. Die aus­ gangsseitig angeordnete Transportwalze kann dabei zu­ sammen mit den zugeordneten Taktrollen als Beschleu­ nigungsaggregt fungieren.
Die Förderstrecke kann zweckmäßig eine mehrteilige Bänderstrecke aufweisen. Hierdurch ist es möglich, einen Teil dieser Bänderstrecke als schwenkbare Maku­ laturweiche auszubilden, was eine weitere Qualitäts­ verbesserung ermöglicht.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und zweckmäßige Fortbildungen der übergeordneten Maßnahmen, ergeben sich aus den restlichen Unteransprüchen. In der nach­ stehenden Beschreibung sind einige in der Zeichnung dargestellte Ausführungsbeispiele beschrieben.
In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Umstapelvorrichtung,
Fig. 2 eine Seitenansicht eines Auslegers einer anderen Umstapelvorrichtung,
Fig. 3 eine Frontansicht des Auslegers gemäß Fig. 2 und
Fig. 4 eine Seitenansicht eines für einen Schuppenanleger geeigneten Beschleuni­ gungsaggregats.
Die der Fig. 1 zugrundeliegende Umstapelvorrichtung besteht aus einem Bogenanleger 1, einem in Linie hier­ zu angeordneten Bogenausleger 2 und einer den Abstand zwischen Bogenanleger 1 und Bogenausleger 2 über­ brückenden Transportstrecke 3. Der Bogenanleger 1 ist als Flachstapelanleger ausgebildet, der einen an einem Hubwerk heb- und senkbar aufgehängten Stapeltisch 4 aufweist, auf dem ein Flachstapel 5, so wie er bei­ spielsweise aus einer Druckmaschine kommt, aufgenom­ men werden kann. Die Beladung des Stapeltisches 4 mit einem Flachstapel 5 kann einfach unter Verwendung eines Hubwagens oder dergleichen erfolgen. Der Stapeltisch 4 ist von einem Saugkopf 6 übergriffen, der mit Hub­ saugern 7 und Schleppsaugern 8 versehen ist. Die Hubsauger 7 heben den jeweils obersten Bogen des Stapels 5 an und übergeben ihn an die Schleppsauger 8, die ihn soweit vortransportieren, daß er zum Eingriff mit einer ausgangsseitig angeordneten Abzugseinrich­ tung 9 kommt.
Diese besteht hier aus einer Transportwalze 10 und hiermit taktweise zum Eingriff bringbaren Taktrollen 11. Um bereits am Anlegerausgang eine Folge von einander nicht überdeckenden Einzelbogen zu bilden, d. h. um den Bogenanleger 1 als Einzelbogenanleger und nicht als Schuppenanleger zu betreiben, ist die Abzugsein­ richtung 9 hier als Beschleunigungseinrichtung ausge­ bildet. Hierzu wird die Transportwalze 10 mit so ho­ her Geschwindigkeit angetrieben, daß ein jeweils vor­ auslaufender Bogen bereits vollständig abtranspor­ tiert ist, bevor der Saugkopf 6 den nächsten Bogen zum Eingriff mit der Abzugseinrichtung bringt. Die Transportgeschwindigkeit der Transportwalze 10 ist dementsprechend so auf den Takt des Saugkopfes 6 ab­ gestimmt, daß pro Arbeitstakt des Saugkopfes 6 zumin­ dest die Formatlänge der jeweils verarbeiteten Bögen gefördert werden kann. Die Transportwalze 10 ist dem­ entsprechend gegenüber der vergleichbaren Walze eines Schuppenanlegers als schnellaufende Walze ausgebildet. Die Taktrollen 11 sind als nicht angetriebene, frei drehbar auf einem Schwenkhebel gelagerte Rollen aus­ gebildet, die durch Betätigung des zugeordneten Schwenkhebels an die Transportwalze 10 anstellbar bzw. hiervon abhebbar sind.
Die Abzugseinrichtung 9 bildet praktisch den Eingang der Transportstrecke 3. Diese ist hier als zweiteili­ ge Bänderstrecke mit zwei aufeinanderfolgenden, se­ paraten Abschnitten 12, 13 ausgebildet. Diese können jeweils einen Bändertisch und über diesen geführte Transportbänder, die über hintere und vordere Umlenk­ walzen laufen und mit Andrückrollen zusammenwirken, enthalten. Die Bänder der Bänderstreckenabschnitte 12, 13 werden hier mit der Geschwindigkeit der Transport­ walze 10 angetrieben. Es wäre daher auch denkbar, das Abzugsaggregat 9 in die Bänderstrecke zu integrieren und beispielsweise als hintere Umlenkwalze des hin­ teren Bänderstreckenabschnitts 12 zu verwenden. Der hintere Bänderstreckenabschnitt 12 ist im dargestell­ ten Ausführungsbeispiel als Makulaturweiche ausge­ bildet. Hierzu ist der hintere Bänderstreckenabschnitt 12, wie in Fig. 1 mit strichpunktierten Linien ange­ deutet ist, aus der mit der Transportebene des vorde­ ren Bänderstreckenabschnitts 13 fluchtenden Stellung so abschwenkbar, daß die hierauf transportierten Bö­ gen nicht an den vorderen Bänderstreckenabschnitt 13 übergeben, sondern in einen unterhalb dieses ange­ ordneten Makulaturcontainers 14 eingeworfen werden können. Die innerhalb eines Stapels vorhandene Anfahr­ makulatur oder dergleichen wird üblicherweise durch vorstehende Fahnen gekennzeichnet. Sobald eine der­ artige Fahne die Stapeloberkante erreicht hat, wird die Makulaturweiche betätigt. Dies kann manuell er­ folgen oder durch Abtastung der Fahnung automatisch erfolgen.
Der vordere, stationäre Bänderstreckenabschnitt 13 läuft in den Ausleger 2 ein. Dieser enthält einen auf einem Hubwerk heb- und senkbar aufgenommenen Stapel­ tisch 15, der im Betrieb gegenläufig zum Stapeltisch 4 des Anlegers 1 abgesenkt wird. Der Stapeltisch 15 ist hier nicht waagrecht ausgerichtet, sondern weist einen zweidimensionalen Sturz auf. Hierzu ist der Sta­ peltisch 15, wie die Fig. 1 und 2 zeigen, bezüg­ lich einer quer zur Förderrichtung verlaufenden Achse so geschwenkt, daß sein vorderer Bereich tiefer als sein hinterer Bereich ist. Zusätzlich ist der Stapel­ tisch 15, wie Fig. 3 erkennen läßt, hier in dersel­ ben Weise auch bezüglich einer in Transportrichtung verlaufenden Achse geschwenkt, so daß seine eine Seitenkante, in Fig. 3 die linke Seitenkante, tiefer liegt, als die gegenüberliegende Seitenkante. Zur Führung des mit zweidiemensionalem Sturz angeordne­ ten Stapeltischs 15 sind Führungsstangen 16 vorge­ sehen, die wie die Fig. 1 bis 3 anschaulich zei­ gen, gegenüber der Vertikalen in Förderrichtung und quer dazu geneigt sind. Auf den Führungsstangen 16 können entsprechend den gewünschten Neigungen des Stapeltischs 15 gegeneinander versetzte Führungsmit­ tel aufgenommen sein, an denen der Stapeltisch 15 be­ festigt ist. Das Gefälle des Stapeltischs 15 in Transportrichtung kann etwa dem Gefälle der Transport­ strecke 3 entsprechen, so daß sich keine nennenswerte Umlenkung der Bögen ergibt. Quer hierzu kann ein ähn­ licher Neigungswinkel vorgesehen sein.
Der zweidimensionale Sturz des Stapeltisches 15, d. h. die Anordnung des Stapeltisches 15 mit Gefälle zu seiner Vorderkante und zu einer seiner Seitenkanten hin, bewirkt, daß die auf den Stapeltisch 15 abgewor­ fenen Bögen infolge der auf sie wirkenden Trägheits- und Beschleunigungskräfte zur tiefsten Ecke des Sta­ peltischs 15 hintriften. Diese Bögen können dement­ sprechend durch der abgesenkten Vorderkante und ab­ gesenkten Seitenkante des Stapeltisches 15 zugeord­ nete Stapelanschläge 17 bzw. 18 zuverlässig ausgerich­ tet werden, so daß auf dem Stapeltisch 15 ein neuer Stapel 19 mit exakten Flanken gebildet wird, dessen unterster Bogen dem obersten Bogen des ursprüngli­ chen Stapels 5 entspricht und umgekehrt. Es findet also eine vollständige Umstapelung statt.
Zur Bildung der in Gefällerichtung jeweils vorne angeordneten Stapelanschläge 17, 18 können einfach, wie in Fig. 1 gezeigt ist, auf den Stapeltisch 15 aufgesetzte Anschlagleisten Verwendung finden, die zusammen mit dem Stapeltisch 15 bewegbar sind. Zur Verbesserung der Triftung kann der Stapeltisch 15 da­ bei mit einem Vibrator 21 versehen sein. Die Höhe des neuen Stapels 19 ist dabei allerdings durch die Höhe der mit dem Stapeltisch 15 verbundenen Anschlä­ ge begrenzt. Um eine derartige Begrenzung zu vermei­ den ist es ohne weiteres auch möglich, wie die Fig. 2 und 3 zeigen, die senkrecht zur Oberfläche des Stapeltischs 15 angeordneten Anschläge vom Sta­ peltisch 15 losgelöst vorzusehen und am Auslegerge­ stell aufzunehmen. Der Stapeltisch 15 fungiert hier­ bei dementsprechend als absenkbarer Boden eines Schachts mit demgegenüber stationären Wandungen.
Diese gegenüber dem absenkbaren Stapeltisch 15 sta­ tionären Anschläge können als Festanschläge in Form von am Auslegergestell fixierten Leisten oder der­ gleichen ausgebildet sein. Bei der Ausführung gemäß Fig. 2 ist demgegenüber der in Transportrichtung vor­ dere Anschlag als Stoßer 20 ausgebildet, der mit einem Vibrator 23 zusammenwirkt. Im Bereich der Stapelsei­ tenflanken sind hier, wie Fig. 3 zeigt, ähnliche Stoßer vorgesehen. Bei der Ausführung gemäß Fig. 3 sind zwei einander gegenüberliegende Seitenstoßer 22 vorge­ sehen, denen jeweils ein Vibrator 23 zugeordnet ist. Es wäre aber auch ohne weiteres möglich, lediglich ei­ nen derartigen Seitenstoßer vorzusehen und/oder auf der gegenüberliegenden Seite eine durch eine fixe Leiste gebildeten, starren Stapelanschlag vorzugsehen. Dieser befindet sich dabei zweckmäßig auf der tieferen Seite des Stapeltisches 15. Zur Unterstützung der Triftung ist hier, wie Fig. 2 weiter zeigt, eine auf das vor­ dere Ende des in den Ausleger 2 einlaufenden, vorderen Bänderstreckenabschnitts 13 folgende Blasdüsenanordnung 24 vorgesehen, die auf die Stapeloberkante ausgerichtet ist. Hiermit lassen sich die auf den Stapel 19 abge­ worfenen Bögen unterblasen, wodurch diese Bögen auf einem Luftpolster schwimmen, was ihren Trift zur tie­ feren Stapelecke hin erleichtert.
Sofern ein bisher einer Druckmaschine vorgeordneter oder hierfür geeigneter Bogenanleger, der einen Schuppen­ strom erzeugt, in eine erfindungsgemäße Umstapelvorrich­ tung integriert werden soll, ist zur Bewerkstelligung einer Einzelbogenfolge eine Entschuppung des Schuppen­ stroms erforderlich. Hierzu ist, wie Fig. 4 zeigt, einem den Schuppenstrom aufnehmenden Abschnitt 25 der den Anleger mit dem Ausleger verbindenden Förderstrecke ein Beschleunigungsaggregat 26 nachgeordnet, das mit dem zum Ausleger 2 führenden Abschnitt 27 der Förder­ strecke zusammenwirkt. Das Beschleunigungsaggregat 26 kann als Vorgreiferaggregat ausgebildet sein. In Fig. 4 besteht das Beschleunigungsaggregat aus einer mit Greifern 28 versehenen Trommel 29, der eine am vorderen Ende des Förderstreckenabschnitts 25 angeordnete Vorder­ marke 30 zugeordnet sein kann, an der die aufeinander­ folgenden Bogen in an sich bekannter Weise anlaufen. Die Greifer 28, die als sogenannte Vorgreifer ausge­ bildet sein können, gehen beim Vorbeilauf an der Vor­ dermarke 30 in die gestrichelt angedeutete Schließstel­ lung, wodurch der an der Vordermarke 30 angelaufene Bo­ gen mitgenommen und auf die Umfangsgeschwindigkeit der Trommel 29 beschleunigt wird, die um soviel größer als die Geschwindigkeit des hinteren Förderstreckenabschnitts 25 ist, daß der Schuppenstrom vollständig auseinanderge­ zogen wird. Die an der Vordermarke 30 anlaufenden Bögen können hier auch seitlich ausgerichtet werden. Hier­ zu kann eine bei 31 angedeutete Seitenziehmarke vorge­ sehen sein. Zur Bildung des Förderstreckenabschnitts 25 mit Vordermarke 30 und Seitenziehmarke 31 kann dement­ sprechend einfach der dem erwähnten Schuppenstromanleger üblicherweise nachgeordnete Anlegetisch Verwendung fin­ den. Der vordere Förderstreckenabschnitt 27 ist als Greiferkette ausgebildet, deren Greifer 32 die aufein­ anderfolgenden Bögen von den Greifern 28 der Trommel 29 übernehmen und oberhalb des auslegerseitigen Stapel­ tischs 15 abwerfen. Die den Abschnitt 27 bildende Grei­ ferkette ist dementsprechend bis in den Bereich ober­ halb des Stapeltischs 15 geführt.

Claims (19)

1. Verfahren zum Verbessern der Stapelqualität eines aus übereinanderliegenden Bogen bestehenden Bogenstapels, vorzugsweise eines im Ausleger einer Druckmaschine gebildeten Bogenstapels, bei dem der ursprüngliche Bogenstapel abgetragen und unter Verwendung eines in Förderrichtung und quer dazu geneigten Tisches ein aus untereinander ausgerichteten Bogen bestehender, zur Weiterverarbeitung in einer Schneid- oder Stanzmaschine vorgesehener Stapel gebildet wird, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Bogen vom ursprünglichen Stapel einzeln abgehoben und mit geringer Geschwindigkeit in Förderrichtung bewegt, danach in Förderrichtung auf eine den Bogen vor Ankunft des folgenden Bogens abtransportierende erhöhte Geschwindigkeit zur Bildung einer Folge sich nicht überdeckender Einzelbogen beschleunigt und unmittelbar umlenkungsfrei zu dem den neuen zur Weiterverarbeitung vorgesehenen Stapel aufnehmenden, in Förderrichtung und quer dazu geneigten Stapeltisch geführt sowie dann zum Anlauf unter seiner Schwer- und Trägheitskraft an vordere und seitliche Stapelanschläge des Stapeltisches freigegeben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine durch Vibration erfolgende Triftung der aufeinanderfolgenden Bogen.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine durch Unterlüftung erfolgende Triftung der aufeinanderfolgenden Bogen.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zum Abarbeiten des ursprünglichen Stapels (5) ein Bogenanleger (1), zur Bildung der Einzelbogenfolge ein Beschleunigungsaggregat (9 bzw. 26) und zur Bildung des neuen Stapels (19) ein Bogenausleger (2) mit Ausrichteinrichtung Verwendung finden.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen einem mit einer Stapelaufnahme und einem Vereinzelungsaggregat versehenen Bogenanleger (1) und einem Bogenausleger (2) eine mit einem Beschleunigungsaggregat (9 bzw. 26) zusammenwirkende Förderstrecke (3) angeordnet ist und der Bogenausleger (2) mit einem absenkbaren, mit zweidimensionalen Sturz angeordneten Stapeltisch (15) mit zugeordneten, wenigstens einen Seitenanschlag (18) und einen Frontanschlag (17), die lotrecht zur Tischebene ausgerichtet sind, aufweisenden Ausrichtmitteln versehen ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der an einem Hubwerk aufgehängte Stapeltisch (15) des Auslegers (2) an zur Vertikalen in Förderrichtung und quer hierzu geneigten Führungen (16) geführt ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Stapeltisch (15) des Auslegers (2) mit einem Vibrator (21) versehen ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausleger (2) mit der Stapeloberkante zugeordneten Blasdüsen (24) versehen ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Stapeltisch (15) des Auslegers (2) mit auf ihn aufgesetzten, leistenförmigen Anschlägen (17, 18) versehen ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass dem Stapeltisch (15) des Auslegers (2) am Auslegergestell aufgenommene, gegenüber dem absenkbaren Stapeltisch (15) stationäre Anschläge (20 bzw. 22) zugeordnet sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die stationären Anschläge (20 bzw. 22) als mit einem Vibrator (23) versehene Stoßer ausgebildet sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Anleger (1) als mit einem absenkbaren Stapeltisch (4), der von einem das Vereinzelungsaggregat bildenden Saugkopf (6) übergriffen ist, versehener Flachstapelanleger ausgebildet ist, der ausgangsseitig ein Abzugsaggregat (9), vorzugsweise in Form einer mit Taktrollen (11) zusammenwirkenden Transportwalze (10), aufweist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausleger (1) als Einzelbogenanleger ausgebildet ist, wobei das Abzugsaggregat (9) das Beschleunigungsaggregat bildet.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Förderstrecke (3) eine vorzugsweise mehrere Abschnitte (12, 13) aufweisende Bänderstrecke enthält, deren Laufgeschwindigkeit stromabwärts vom Beschleunigungsaggregat (9 bzw. 26) mit der Fördergeschwindigkeit des zugeordneten Beschleunigungsaggregats (9 bzw. 26) übereinstimmt.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass ein Abschnitt (12), vorzugsweise der hintere Abschnitt (12), der mehrteiligen Bänderstrecke als schwenkbare Makulaturweiche ausgebildet ist, der vorzugsweise ein Makulaturcontainer (14) zugeordnet ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass bei Verwendung eines Schuppenstromanlegers ein zwischen einem langsamen, anlegerseitigen Abschnitt (25) der Förderstrecke (3) und einem schnellen, auslegerseitigen Abschnitt (27) der Förderstrecke (3) angeordnetes Beschleunigungsaggregat (26) vorgesehen ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschleunigungsaggregat (26) wenigstens einen mit einer Vordermarke (30) am vorderen Ende des vorzugsweise als Bändertisch ausgebildeten, langsameren Abschnitts (25) zusammenwirkenden Greifern (28) versehene Trommel (29) ausgebildet ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des langsameren Abschnitts (25) eine Seitenziehmarke (31) vorgesehen ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass der schnellere Abschnitt (27) als Greiferkette ausgebildet ist, die mit ihrem vorderen Ende in den Ausleger (2) einläuft.
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