DE4029607C2 - Steuerungsverfahren für die Bewegung eines Fräswerkzeugs zum Fräsen beliebiger zweieinhalbdimensionaler Flächen - Google Patents
Steuerungsverfahren für die Bewegung eines Fräswerkzeugs zum Fräsen beliebiger zweieinhalbdimensionaler FlächenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Steuerungsverfahren nach der Gattung
des Hauptanspruchs.
Ein auf einer äquidistanten Strategie zur Flächenbearbeitung
beruhendes Fräsverfahren ist in nahezu allen numerischen
Steuerungen sowie CAD-Postprozessoren enthalten. Für das Fräsen
zweieinhalbdimensionaler Flächen kommen unterschiedliche
Gestaltungen der Fräserverfahrbahnen zur Anwendung. Unter
zweieinhalbdimensionalen Flächen werden solche Ausnehmungen
verstanden, die ein Fräswerkzeug erzeugt, welches in einem
kartesischen Koordinatensystem bezüglich zwei Richtungen frei
beweglich, bezüglich der dritten Richtung schrittweise
verstellbar ist, siehe zum Beispiel im Zeitschriftenbeitrag von
Ridder, D.; Brandmayr, H.: "EDV-technische Konzepte für die
Fräsbearbeitung freier Oberflächen" in: ZWF, 1983, Heft 9, S.
421-427. Bei einem auf einer äquidistanten Strategie
beruhenden Fräsverfahren wird das Fräswerkzeug auf
Verfahrbahnen geführt, die, soweit möglich, parallel zum
Konturrand verlaufen.
Ein Beispiel für eine Verfahrbahn-Gestaltung mit äquidistanten
Verfahrbahnen für die Bewegung eines Fräswerkzeuges zum Fräsen
von Rechtecktaschen ist den Schulungsunterlagen von 1986 zur
Steuerung CNC 432 der Firma MAHO entnehmbar.
Diese bekannten, auf einer äquidistanten Strategie beruhenden
Gestaltungen der Verfahrbahnen für das Fräsen beliebiger
zweieinhalbdimensionaler Flächen arbeiten unbefriedigend bei
Konturen, deren geometrische Form spritzwinklige Verfahrbahnen
bedingt. Für das Fräsen von Winkeln, welche kleiner sind als
ein Grenzwinkel, der von der Überlappung abhängt und bis zu 180°
beträgt, ist eine ausreichende Überlappung der einzelnen
Verfahrbahnen erforderlich.
Die Wahl einer zu kleinen Überlappung bei Fräsbahnen mit
spitzen Winkeln hat zur Folge, daß im Bereich der Abbiegepunkte
zwischen den Verfahrbahnen Materialreste stehenbleiben. Um dies
zu vermeiden, muß entweder ein größerer Bahnüberlappungsgrad,
mit dem Nachteil, daß sich dadurch der für das Fräsen der
Kontur erforderliche Zeitaufwand verlängert, oder eine andere
Bahngestaltungsstrategie gewählt werden.
Ein gattungsgemäßes Steuerungsverfahren ist aus der
US 4 764 878 bekannt. Dies stellt ein Beispiel für eine
alternative, Materialreste vermeidende Bahngestaltungsstrategie
dar. Bei dem dort betriebenen Vorwärts-Rückwärtsfräsverfahren
bilden die Fräsbahnen im wesentlichen eine Schar paralleler
Geraden, deren Anfangs- und Endpunkt durch die zu fräsende
Kontur bestimmt werden. Der Endpunkt einer Fräsbahn-Geraden
wird jeweils mit dem Anfangspunkt der nachfolgenden Fräsbahn-
Geraden verbunden, so daß sich ein mäanderndes
Verfahrbahnmuster ergibt. Um zu vermeiden, daß am Konturrand
Materialrestflächen entstehen, wird bei jedem Übergang vom
Endpunkt einer Verfahrbahngeraden zum Anfangspunkt der
nachfolgenden geprüft, ob die zu erzeugende Randkontur in dem
zwischen diesen beiden Punkten liegenden Abschnitt einen Punkt
aufweist, der außerhalb des von der geplanten Verfahrbahn
überstrichenen Bereiches liegt. Ist dies der Fall, wird die
Verfahrbahn um einen Betrag verlängert, der dem größten Abstand
eines Materialrestflächenpunktes von der geplanten Verfahrbahn
entspricht. Weil das Werkzeug bei einer solchen
Verfahrbahnverlängerung auch Flächenteile überstreichen kann,
die außerhalb der zu erzeugenden Kontur liegen, ist das
Verfahren zur Bearbeitung von Innenkonturen ungeeignet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das gattungsgemäße
Steuerungsverfahren für die Bewegung eines Fräswerkzeuges so
weiterzuentwickeln, daß auch bei der Bearbeitung komplexer
Randkonturen die Einstellung kleiner Überlappungsgrade
ermöglicht wird.
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Steuerungsverfahren mit den
kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs. Erfindungsgemäß
werden, wenn eine Verfahrbahnschar bedingt durch die Geometrie
des verwendeten Werkzeuges zu einer Materialrestfläche führen
würde, in eine Verfahrbahn zusätzliche Bahnelemente
aufgenommen. Sie gewährleisten, daß auch in spitzen Winkeln
kein Restmaterial stehenbleibt. Das erfindungsgemäße Verfahren
gestattet es, mit minimalen Überlappungen zu arbeiten, im
Extremfall mit praktisch ohne Überlappung aneinandergrenzenden
Fräsverfahrbahnen. Dadurch ist eine optimale
Verfahrbahngestaltung möglich, was insbesondere bei komplexen
Randstrukturen zu einer erheblichen Verkürzung der
Bearbeitungszeit führt.
Das erfindungsgemäße Verfahren mit den Merkmalen des
Hauptanspruchs hat den Vorteil, daß ein Anwender jeden
beliebigen Überlappungsgrad wählen kann. Im Extremfall ist auch
die Überlappung 0 wählbar, mit anderen Worten ohne Überlappung
aneinandergrenzende Fräsbahnen. Durch die eingefügten
zusätzlichen Bahnelemente ist gewährleistet, daß auch in spit
zen Winkeln kein Restmaterial stehenbleibt. Dadurch ist eine
optimale Verfahrbahngestaltung möglich, was eine unter
Umständen erhebliche Verkürzung der Bearbeitungszeit gestattet.
Ein Ausführungsbeispiel des Verfahrens ist in der Zeichnung
dargestellt und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher
erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 eine freie Fräskontur,
Fig. 2a einen Ausschnitt
aus der Fräskontur der Fig. 1 in Form eines 90° Winkels, mit zwei
äquidistanten, ohne Überlappung aneinandergrenzenden Fräsbahnen,
Fig. 2b denselben Ausschnitt mit zwei sich minimal überlappenden
äquidistanten Fräsbahnen,
Fig. 3 denselben Ausschnitt mit zwei
äquidistanten, ohne Überlappung aneinandergrenzenden Fräsbahnen,
welche in den Umkehrpunkten zusätzliche Bahnelemente aufweisen.
Die Strategie äquidistanter Verfahrbahnen 11 für die Fräsbearbeitung
beliebiger zweieinhalbdimensionaler Flächen geht aus von der Form
der zu fräsenden Randkontur (Kontur, Fräskontur) 10. Diese kann beliebig komplex sein
und insbesondere auch Inseln aufweisen. Ein entlang von
Verfahrbahnen 11 geführtes Fräswerkzeug 15 erzeugt die Fräsbahnen
19. Die Verfahrbahnen 11 werden mittels iterativer
Versatzberechnung so bestimmt, daß sie im wesentlichen parallel
zur Kontur des Flächenrandes verlaufen.
Der Versatz ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Durchmesser
des Fräswerkzeuges 15 und der Überlappungsbreite (Breite) D. Eine beliebige
Fräskontur 10 mit darin eingetragenen möglichen Verfahrbahnen 11
zeigt Fig. 1. Die Fräskontur 10 weist Winkel mit einem Öffnungswin
kel von 90° auf. Um zu vermeiden, daß beim Fräsen dieser Öffnungswinkel zwi
schen den Fräsbahnen 19 unerwünschte Materialrestflächen 12 stehenbleiben,
werden nach dem Stand der Technik die Verfahrbahnen 11 so bestimmt,
daß sich die Fräsbahnen 19 überlappen. Die Notwendigkeit, die Fräs
bahnen 19 überlappend zu gestalten, ergibt sich generell, wenn eine
Verfahrbahn 11 oder die Tangenten an eine Verfahrbahn 11 Win
kel < 180° einschließen, welche kleiner sind, als ein vom Durchmes
ser des Fräswerkzeuges 15 und der Überlappungsbreite D abhängi
ger Grenzwinkel. Zu betrachten ist hier, wie im folgenden, immer der
Betrag des von der Verfahrbahn 11 am Abbiegepunkt 16 eingeschlosse
nen Innenwinkels, unabhängig von dessen mathematischer Drehrichtung.
Für jeden von den Verfahrbahnen 11 eingeschlossenen Winkel < 180°
ergibt sich ein Mindestwert für den Überlappungsgrad, welcher umge
kehrt proportional vom Winkel abhängt. Fig. 2b zeigt anhand eines
Ausschnitts 20 aus der Fräskontur 10 gemäß Fig. 1 eine mögliche
überlappende Gestaltung der Verfahrbahnen 11 zur restfreien Erzeu
gung eines 90° Winkels. Die Verfahrbahnen 11 in Fig. 2b weisen
genau die dem Mindestwert entsprechenden Überlappungsbreite D auf,
so daß kein Restmaterial stehenbleibt. Anhand Fig. 2a ist gezeigt,
wie es in der Situation gemäß Fig. 2b bei Wahl sich nicht überlap
pender Verfahrbahnen 11 zur Bildung von Materialrestflächen 12 im
Bereich der Abbiegepunkte 16 kommt.
Die zwischen der Geometrie der Verfahrbahnen 11 beziehungsweise der
Fräskontur 10 und dem Durchmesser des Fräswerkzeuges 15 gegebene
Abhängigkeit wird erfindungsgemäß durch die Einfügung zusätzlicher
Bahnelemente 13 aufgehoben. Die zusätzlichen Bahnelemente 13 werden
im Bereich der Abbiegepunkte 16 zwischen den Verfahrbahnen 11 einge
fügt. Zweckmäßig werden sie entlang der Winkelhalbierenden (Halbierende) 14 ange
ordnet, welche den zwischen den Verfahrrichtungen liegenden spitzen
Winkel ϕ halbiert. Im einfachsten Fall sind die zusätzlichen Bahnele
mente 13 eine "Vorwärts-Rückwärts"-Bewegung des Fräswerkzeuges 15 auf
der Winkelhalbierenden 14. Dieser Fall ist in Fig. 3 gezeigt. Die
zusätzlichen Bahnelemente 13 entsprechen den Strecken A/B und B/A.
Die Länge der zusätzlichen Bahnelemente 13 hängt zweckmäßig linear
ab von dem Grad der Unterschreitung des Grenzwinkels α, welcher
sich aus sin α/2=1-D/r ergibt, wobei r der Radius des Fräs
werkzeuges, D die Überlappungsbreite zweier benachbarter Fräs
bahnen 19 ist. Um Beschädigungen der Randkontur 10 durch Kolli
sionen auszuschließen, ist die größtmögliche Länge der zusätzlichen
Bahnelemente 13 auf den Abstand 17 zwischen zwei äquidistanten Ver
fahrbahnen 11 beschränkt. In die jeweils unmittelbar an der Randkon
tur 10 angeordneten Verfahrbahnen (Randverfahrbahn) 18 werden zusätzliche Bahnelemente
13 nicht eingefügt, da eine Einfügung zusätzlicher Bahnelemente 13 in
die Randverfahrbahn 18 die vorgegebene Randkontur 10 beschädigen
könnte. Eine Einfügung zusätzlicher Bahnelemente 13 in die die Randkon
tur 10 erzeugenden Verfahrbahnen 18 erfolgt auch dann nicht, wenn die
Randkontur 10 Winkel ϕ aufweist, welche den Grenzwinkel α unter
schreiten.
Neben auf der Winkelhalbierenden 14 liegenden Bahnstücken können
auch andere Geometrien für die zusätzlichen Bahnelemente 13 gewählt
werden. Dies kann notwendig sein, wenn unstetige Bewegungen des
Fräswerkzeuges 15 vermieden werden sollen. Eine geeignete Geometrie
ist beispielsweise die Form eines Tropfens, wobei das Fräswerkzeug 15
eine enge Schleife entlang der Winkelhalbierenden 14 fährt. Derarti
ge aufwendige Verfahrbahngeometrien erfordern allerdings eine aus
reichend große Rechnerleistung.
Weist die zu fräsende Kontur 10 keine klaren geometrischen Winkel auf
und/oder wird ein Winkel ϕ von gekrümmt zusammenlaufenden Verfahr
bahnen 11 eingeschlossen, wie etwa bei einer Schiffsbug-Form, ist
das Verfahren sinngemäß anzuwenden. Es bietet sich in einem solchen
Fall beispielsweise an, eine den von den Tangenten der Verfahrbahnen
11 eingeschlossenen Winkel ϕ Halbierende 14 durch den Punkt der größten
Krümmung der Verfahrbahn 11 zu legen.
Claims (4)
1. Steuerungsverfahren für die Bewegung eines Fräswerkzeugs zum
Fräsen beliebiger zweieinhalbdimensionaler Flächen mittels
einer numerisch gesteuerten Fräsmaschine, wobei
- - die bearbeiteten Flächen jeweils eine Randkontur aufweisen,
- - ein Fräswerkzeug, das einen Radius r hat, entlang einer Schar im wesentlichen äquidistanter Verfahrbahnen geführt wird, und
- - die Verfahrbahnen mittels eines Mikrorechners in der Weise bestimmt werden, daß
- - die durch die Bewegung des Fräswerkzeuges längs der
Verfahrbahnen gebildeten Fräsbahnen sich auf einer Breite D mit
0 D r überlappen,
dadurch gekennzeichnet, daß - - die Fräsbahnen (19) im wesentlichen parallel zu der zu fräsenden Randkontur (10) verlaufen, wobei die Breite D der Überlappung unabhängig von der Geometrie der zu fräsenden Randkontur (10) frei wählbar ist, und
- - in die Verfahrbahnen (11), außer in die die Randkontur (10)
erzeugende Verfahrbahn (18), dann zusätzliche Bahnelemente (13)
eingefügt werden, wenn
- - an einem Abbiegepunkt (16) der jeweiligen Verfahrbahnen (11) eine Richtungsänderung um einen Winkel (ϕ) vorliegt und
- - der Winkel (ϕ) die Beziehung sin ϕ/2 < (1 - D/r) erfüllt, und
- - das Fräswerkzeug (15) entlang der zusätzlichen Bahnelemente (13) bewegt wird, wobei es die zwischen den Fräsbahnen (19) liegenden Materialrestflächen (12) entfernt, welche aufgrund der Bearbeitung entlang der abgewinkelten Verfahrbahnen (11) verbleiben.
2. Steuerungsverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß
- - die zusätzlichen Bahnelemente (13) auf einer Winkelhalbierenden (14) liegen, welche den Winkel (ϕ), den die Verfahrbahnen (11) am Abbiegepunkt (16) einschließen, halbiert.
3. Steuerungsverfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß
- - die Länge der zusätzlichen Bahnelemente (13) linear abhängt
von einer Differenz zwischen
- - dem von den Verfahrbahnen (11) eingeschlossenen Winkel (ϕ) und
- - einem durch die Beziehung sin α/2 = 1 - D/r gegebenen Grenzwinkel (α).
4. Steuerungsverfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß
- - die größte mögliche Länge der zusätzlichen Bahnelemente (13) der Abstand (17) zwischen zwei benachbarten äquidistanten Verfahrbahnen (11) ist.
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Publications (2)
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| DE4029607A1 DE4029607A1 (de) | 1992-03-26 |
| DE4029607C2 true DE4029607C2 (de) | 1995-10-26 |
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1990
- 1990-09-19 DE DE19904029607 patent/DE4029607C2/de not_active Expired - Lifetime
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