DE402993C - Verfahren zur Herstellung von leichtfluechtigen Kohlenwasserstoffen aus AEthylen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von leichtfluechtigen Kohlenwasserstoffen aus AEthylen

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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C2/00Preparation of hydrocarbons from hydrocarbons containing a smaller number of carbon atoms

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  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Low-Molecular Organic Synthesis Reactions Using Catalysts (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffen aus Äthylen. Es ist bekannt, daß beim Durchleiten von Äthylen durch ein dunkelrotglühendes Rohr verschiedene Kohlenwasserstoffe entstehen. Nach W. I p a t i e w (Berichte der Deutschen chemischen Gesellschaft, Bd. 44, S. 2978 bis 2987) erhält man bei etwa 4000 unter 70 Atm. Druck zum Teil gesättigte Kohlenwasserstoffe, wie Hexan, zum Teil ungesättigte, darunter vorwiegend Polymethylene. Dagegen bilden sich unter gewöhnlichem Druck und bei etwa 58o` nach Bone und Coward (Journal of the cbemical Society, Bd. 93, S. 1216 u. ff.) vorherrschend Acetylen und Methan. Daneben entstehen in geringer Menge kondensierbare Produkte, in denen neben aromatischen Kohlenwasserstoffen nach früheren Untersuchungen von Norton und Noyes (Berichtea.a.0. Bd. 2o, Referate. S. 2o i) auch Butvlen und Butadien enthalten sind (vgl. auch Beilstein, Handbuch der organischen Chemie, q. Aufl., Bd. i, S. 182). In besserer Ausbeute soll Butadien gewonnen werden, wenn Äthylen im Kontakt finit Eisenoxyd oder ähnlichen Oxydationsmitteln durch ein auf Rotglut erhitztes Porzellanrohr geleitet wird (vgl. die britische Patentschrift 15o;19 v. J. 1913, W. H. Perkin und F. E. Matthews).
  • Es wurde nun gefunden, daß man eine glatte Kondensation von Äthylen zu leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffen mit viergliederiger Kolilenstoffkette auf einem anderen Wege weit besser erreichen kann. Dieser Weg besteht in zweckdienlicher Verwertung des heißkalten Raumes, die auf dem Gebiete der pyrochemischen Umsetzungen der Kohlenwasserstoffe vielfach mit Vorteil angewandt worden ist, z. B. zur Darstellung von Isopren oder Erythren aus Terpenkohlenwasserstoffen oder Petroleum (vgl. die Patentschrifq ten -251217, 257640, 274348 der K1. 120).
  • Es wurde gefunden, daß Äthylen, wenn es möglichst kurze Zeit der Rotgluttemperatur ausgesetzt ist, leichtflüchtige Kondensate in befriedigender Ausbeute erzeugt. Demgemäß besteht das neue Verfahren darin, daß Äthylen durch e ine enge Reaktionskammer geführt wird, welche von außen kräftig gekühlt wird und eine zur Rotglut erhitzte, quer zum Gasstrom gestellte Platinnetzscheibe enthält. Bei schmalem Querschnitt der Reaktionskammer genügen einige parallele Platindrähte an Stelle der Platinnetzscheibe.
  • Unterstützt wird der Vorgang dadurch, daß man dem Äthylen einige hundertstel Raumteile Luft zumischt. Offenbar tritt dann neben die Reaktion von N o r t o n und N o y e s (a. a. O.) 2 C2$4 _- C4Ha -i- H2 noch diejenige von W. H. P e r k i n und F. E. Matthews (a.a.0.) 2 C,H, + O = CHF -I- H20.
  • Man darf aber über geringe Luftmengen nicht hinausgehen, da sonst neben der Kondensation eine teilweise Verbrennung von Äthylen zu Kohlendioxyd, Kohlenoxyd und Formaldehyd einsetzt, welche die Ausbeute an leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffen herabsetzt. Nach '\V i 11 s t a e t t e r (vgl. das Patent 3509--z der KI. 120) kann man unter geeigneten = Umständen (verdünntes Äthylen, .i bis-8 Prozent Sauerstoff, 55o bis 60o°, etwa r Aekunde-- -Reaktionsdauer) die Bildung von Formaldehyd aus Äthylen stark in den Vordergrund treten lassen. Uni dies zu vermeiden, hat man bei dem vorliegenden Verfahren zwecks Kondensation des Äthylens zu leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffen den Zusatz von Luft oder Sauerstoff passend einzuschränken. Es soll nur festgestellt sein, daß die beabsichtigte Umsetzung auch bei Gegenwart von wenig Luft vorgenommen werden kann.
  • Die aus der Reaktionskammer austretenden Gase gelangen in eine tiefer gekühlte Vorlage, in der die gebildeten Produkte dem Gasstrom entzogen werden. Das Kondensat besteht aus etwa gleichen Teilen einer schwerer flüchtigen, bei etwa 8o' übergehenden, und einer leichtflüchtigen, bei - 7° übergehenden Fraktion. Die Ausbeute an Kondensat, bezogen auf Verbrauch an Äthylen, beträgt 6o bis 70 Prozent. Die leichtflüchtige Fraktion ist ein Gemisch von Kohlenwasserstoffen der Bruttozusammensetzung zwischen C4 HE und C4 H8, entsprechend Gemischen aus Butadien und Äthyläthylen. Die schwerflüchtige Fraktion ist ein durch Destillation schwer trennbares Gemisch, dessen Analyse auf Kohlenwässer-' stoffe C6 H,0 und C6 H.,2 hindeutet.
  • Der wertvollere Bestandteil des Kondensates ist die leichtflüchtige Fraktion, die zum Schweißen und als Brennstoff für Flugzeuge in Frage kommt.
  • Beispiel: In einer kleinen, dosenförmigen, metallenen Reaktionskammer, die außen durch fließendes Wasser gekühlt wird, ist ein Platindraht von 15 cm Länge und o, r mm Dicke ausgespannt. Er wird durch einen elektrischen Strom zur hellen Rotglut erhitzt. Durch die Reaktionskammer kreist Äthylen, das mit einigen Hundertteilen Luft versetzt ist, mit einer Geschwindigkeit von 6 bis 8 Blasen in der Sekunde, während in einer tiefgekühlten Vorlage die Kondensate gesammelt werden. Aus 3 bis ¢ 1 Gas erhält man so in fünf bis sechs Stunden 2 bis 3 g Ö1 entsprechend 6o bis 70 Prozent des nach dieser Zeit verschwundenen Äthylens.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung von -leichtflüchtigen Kohlenwasserstoffen aus Äthylen, dadurch gekennzeichnet, daß das Gas schroff auf Rotglut erhitzt und das Reaktionsprodukt sofort schroff abgekühlt wird.
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