DE4031994C1 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bestimmen sehr kleiner
magnetischer Suszeptibilitäten, bei dem eine Probe des Stoffes,
dessen magnetische Suszeptibilität bestimmt werden soll, zusammen
mit einer Sondensubstanz, deren NMR-Spektrum bekannt ist,
in den Meßraum eines hochauflösenden NMR-Spektrometers, in dem
ein konstantes homogenes Magnetfeld herrscht und sich ein zur
Anregung der Sondensubstanz und dem Empfang angeregter Signale
dienendes HF-Resonanzsystem befindet, in der Weise eingebracht
wird, daß die Sondensubstanz in dem von dem HF-Resonanzsystem
erfaßten Bereich dem durch die Suszeptibilität der Probe
modifizierten Magnetfeld ausgesetzt ist, daß dann das Spektrum
der Sondensubstanz aufgenommen wird und daß endlich aus der
durch die Suszeptibilität der Probe bedingten Veränderung des
Spektrums der Sondensubstanz die magnetische Suszeptibilität
der Probe bestimmt wird.
Ein solches Verfahren ist aus der DE-OS 32 16 309 und der DE-OS
33 14 926 bekannt. Bei diesem bekannten Verfahren befindet
sich die Probe, deren Suszeptibilität festgestellt werden soll,
in einem Probenröhrchen, das von einem mit der Sondensubstanz
gefüllten Hohlzylinder oder Thorus umgeben ist. Das Probenröhrchen
mit der Probe und der die Probe umgebenden Sondensubstanz
wird in dem konstanten homogenen Magnetfeld eines hochauflösenden
NMR-Spektrometers in der Weise angeordnet, daß die Achse des
Probenröhrchens und des Mantels, den die die Probe umgebende
Sondensubstanz bildet, senkrecht auf der Achse des homogenen
Magnetfeldes steht. Weiterhin werden Probe und Sondensubstanz
mit einer für die hochauflösende NMR-Spektrometrie üblichen
Drehzahl um ihre Achse in Umdrehung versetzt. Bei dem beschriebenen
Aufbau entstehen durch diese Rotation infolge der durch
die Probe verursachten Inhomogenität des Magnetfeldes im Spektrum
der Sondensubstanz Seitenbänder im Abstand der doppelten
Rotationsfrequenz, deren Intensität ein Maß für die Abweichung
der Suszeptibilität der Probe von der Suszeptibilität der Sondensubstanz
ist.
Ein Nachteil dieses Verfahrens besteht darin, daß die Achse
des Probenröhrchens senkrecht zur Richtung des homogenen Magnetfeldes
des NMR-Spektrometers stehen und um diese Achse rotiert
werden muß. Moderne hochauflösende NMR-Spektrometer, insbesondere
solche mit supraleitenden Magnetspulen, sind jedoch für
eine Aufnahme von Probenröhrchen mit zur Richtung des Magnetfeldes
paralleler Achse eingerichtet. Unter Verwendung solcher
NMR-Spektrometer ist daher das bekannte Verfahren nicht durchführbar.
Ein weiterer Nachteil des bekannten Verfahrens besteht darin,
daß die Suszeptibilität die Intensität der Seitenbandlinien
bestimmt, die in einem Abstand von der Hauptlinie erscheinen,
die gleich dem Doppelten der Rotationsfrequenz ist, so daß zum
Bestimmen der Suszeptibilität die Intensität dieser Linien
quantitativ bestimmt werden muß. Da die Genauigkeit der Bestimmung
der Linienintensität recht beschränkt ist, ist auch die
Genauigkeit der Suszeptibilitätsbestimmung entsprechend beschränkt.
Das bekannte Verfahren leidet auch darunter, daß
gewisse Randbedingungen für die im Meßsystem vorkommenden Suszeptibilitäten,
einschließlich derjenigen des Probengefäßes,
und für die Rotationsfrequenz eingehalten werden müssen. Außerdem
ist der störende Einfluß des Probengefäßes selbst quantitativ
zu berücksichtigen. Alle diese Bedingungen machen die
Auswertung des aufgenommenen Spektrums und damit die Bestimmung
der Suszeptibilität sehr schwierig. Trotzdem ist es mit dem
bekannten Verfahren nicht einmal möglich, das Vorzeichen der
Abweichung der Suszeptibilität der Probe von der Suszeptibilität
der Sondensubstanz zu bestimmen, da positive und negative Differenzen
denselben Modulationshub bewirken.
Das Auflösungsvermögen moderner NMR-Spektrometer ist grundsätzlich
begrenzt durch die Homogenität des statischen Magnetfeldes,
dem das von dem HF-Resonanzsystem des Probenkopfes erfaßte
Teilvolumen der Probe ausgesetzt ist. Ein wesentlicher Störfaktor
für die Feldhomogenität ist das HF-Resonanzsystem selbst,
wenn dessen Suszeptibilität von der Suszeptibilität seiner
Umgebung abweicht. Daher ist es wichtig, für das HF-Resonanzsystem
ein Material zu verwenden, dessen Suszeptibilität mit der
Suszeptibilität der Umgebung möglichst gut übereinstimmt, und
es werden demgemäß für den Bau der HF-Resonanzstrukturen von
NMR-Spektrometern suszeptibilitäts-kompensierte Drähte
verwendet, wie sie aus der US-PS 30 91 732 bekannt sind und
die insbesondere aus einem diamagnetischen Kupferdraht mit
einer paramagnetischen Platinseele bestehen. Es hat sich jedoch
herausgestellt, daß die in der Praxis hergestellten Drähte
nicht vollkommen kompensiert sind, sondern geringe Abweichungen
von dem Sollwert aufweisen. Eine genaue Kompensation solcher
Drähte ist nur dann möglich, wenn auch sehr kleine Suszeptibilitäten
nach Betrag und Vorzeichen gemessen werden können. Wie
oben dargelegt, bietet das bekannte Verfahren diese Möglichkeit
nicht.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
der eingangs genannten Art anzugeben, das die Messung kleiner
magnetischer Suszeptibilitäten nach Betrag und Vorzeichen gestattet
und unter Verwendung von NMR-Spektrometern moderner
Bauart durchführbar ist, bei denen sich die Probe gewöhnlich
in einem Gefäß befindet, dessen Achse parallel zum statischen
homogenen Magnetfeld ausgerichtet ist.
Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß die
Sondensubstanz im Meßraum in Form einer Säule und die Probe
derart neben dieser Säule angeordnet wird, daß sich die
Modifikation des Magnetfeldes über einen Abschnitt dieser Säule
erstreckt und eine Verbreiterung und Strukturierung der
Resonanzlinie der Sondensubstanz bewirkt, die in Abhängigkeit
von der Stellung und der Größe der Probe ein Maß für die
Suszeptibilität der Probensubstanz ist, und daß aus der
Verbreiterung und Strukturierung der Resonanzlinie die
Suszeptibilität der Probensubstanz ermittelt wird.
Es ist bekannt, daß in NMR-Spektren Linien auftreten,
die an einer Seite einen verbreiterten Fuß mit einer relativ
scharfen Abrißkante aufweisen, der als "hump" bezeichnet wird.
Da solche Linienformen in der NMR-Spektroskopie unerwünscht
sind, wurde bisher versucht, mit Hilfe des Shimsystems den
"hump" soweit wie möglich zu unterdrücken, und es galt neben
der Halbwertbreite und der Höhe der Linie das Ergebnis des
sogenannten "Humptest" als ein Qualitätsmerkmal für ein MMR-
Spektrometer.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß der Hump durch
eine Feldinhomogenität hervorgerufen wird, die durch eine
unvollkommene Kompensation der magnetischen Suszeptibilität
bedingt ist. Dazu tragen im wesentlichen die quer zum Magnetfeld
verlaufenden Abschnitte an den Enden der HF-Resonanzstruktur
bei. Die Erfindung nutzt diese Erscheinung in der Weise aus, daß
bewußt eine Störung verursacht wird, die zum Auftreten eines
Hump führt, dessen Breite und dessen Lage zur Hauptlinie für
die Größe und das Vorzeichen der Suszeptibilität der Probe
charakteristisch ist. Auch wenn Struktur und Verbreiterung der
Resonanzlinie von Form und Anordnung der Probe abhängen, so
ruft doch die Probe stets längs der in Richtung des Magnetfeldes
angeordneten Sondensubstanz eine im wesentlichen zum Ort der
Probe symmetrische Feldänderung hervor, deren Maximum sich am
Ort der Probe befindet und zu einem definierten Maximum in der
Struktur der Resonanzlinie der Sondensubstanz, nämlich dem Hump
führt. Dieses Maximum läßt sich leicht ermitteln und zur Bestimmung
der Suszeptibilität der Probe mit hoher Genauigkeit
auswerten. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, daß hier
mit "Probe" der Körper bezeichnet wird, dessen magnetische
Suszeptibilität gemessen werden soll, wogegen die Substanz,
welche die Resonanzlinie liefert, als "Sondensubstanz"
bezeichnet wird.
Die zur Strukturierung der Linie führende Feldstörung ergibt
immer dann ein eindeutig erkennbares Maximum, wenn die Feldverteilung
längs der Achse der Sondensubstanz einen eindeutigen
Extremwert hat, wenn also diesem Maximum oder Minimum der
Feldstärke ein größeres Volumenelement der Sondensubstanz
ausgesetzt ist.
Diese Bedingung ist dann besonders gut erfüllt, wenn die Probe
in Form eines die Säule der Sondensubstanz mit Abstand umgebenden
Ringes angeordnet wird. Die radiale Änderung der Feldstärke
ist vernachlässigbar, wenn der Durchmesser des Ringes erheblich
größer ist als der Durchmesser der von der Sondensubstanz gebildeten
Säule. In jeder Hinsicht eindeutige Ergebnisse werden
erzielt, wenn der Ringdurchmesser mindestens das Doppelte des
Durchmessers der Säule der Sondensubstanz und der Querschnitt
des Ringmaterials in Richtung des Magnetfeldes eine Ausdehnung
von weniger als einem Viertel des Ringdurchmessers hat.
Als Sondensubstanz kann eine Probenflüssigkeit verwendet werden,
wie sie vorzugsweise bei dem obenerwähnten Humptest benutzt
wird. Es handelt sich dabei um eine Lösung von bis zu 50%
Chloroform und 1% TMS (Tetramethylsilan) in Aceton-d6, deren
Protonenlinie beobachtet wird.
Auch wenn es für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
prinzipiell nicht notwendig ist, ist es auch hierbei zweckmäßig,
die Sondensubstanz während der Aufnahme des Spektrums
um ihre Längsachse in Rotation zu versetzen, um dadurch Inhomogenitäten
des Magnetfeldes in den zur Achse der Sondensubstanz
senkrechten Ebenen auszumitteln, damit solche Inhomogenitäten
nicht die künstlich erzeugte Inhomogenität in Richtung des
Magnetfeldes überlagern.
Nach der Erfindung wird in den Probenkopf eines hochauflösenden
NMR-Spektrometers ein Sondenrohr mit einer Sondensubstanz
mit bekanntem Spektrum eingebracht, und es ist neben dem Sondenrohr die
Probe angeordnet, deren Suszeptibilität zu bestimmen ist.
Grundsätzlich läßt sich das erfindungsgemäße Verfahren mit
jedem herkömmlichen NMR-Spektrometer durchführen, wobei die
Empfindlichkeit und das Auflösungsvermögen auch die Empfindlichkeit
bezüglich der Untergrenze der meßbaren Suszeptibilität
bestimmen. Ein solches NMR-Spektrometer weist einen Probenkopf
auf, der gewöhnlich mit einem Sondenrohr und einem das Sondenrohr
umgebenden HF-Resonanzsystem versehen ist. Dabei wird
darauf geachtet, daß in der Nähe des HF-empfindlichen Bereichs,
d. h. des Volumens, in das das HF-Resonanzsystem sendet und aus
dem es nennenswert NMR-Signale empfängt, alle verwendeten
Materialien in sich homogen, möglichst rotationssymmetrisch
und in der Feldrichtung weit ausgedehnt sind. Das trifft insbesondere
auch für die Sondenflüssigkeit und die Sonden-, Proben-
und HF-Rohre zu. Nur dann verursachen die notwendigerweise
ebenfalls schwach magnetischen Materialien, aus denen diese
Bauteile bestehen, vernachlässigbar kleine oder wenigstens durch
ein Shim-System kompensierbare Feldverzerrungen.
Bei dem zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
verwendeten Probenkopf muß der Abstand zwischen dem Sondenrohr
und dem HF-Resonanzsystem groß genug sein, um dazwischen die
Probe unterbringen zu können, deren Suszeptibilität bestimmt
werden soll. Zu diesem Zweck kann sowohl der Durchmesser des
Sondenrohres verkleinert als auch der Durchmesser des HF-
Resonanzsystems vergrößert werden. Die Verwendung eines Sondenrohres
mit sehr kleinem Durchmesser hat den Vorteil, daß die
Sondensubstanz möglichst auf den Bereich der Achse des HF-
Resonanzsystems beschränkt ist und die durch die Probe bedingten
Änderungen des Magnetfeldes in radialer Richtung nur sehr gering
und gegenüber der Änderung in Richtung des Magnetfeldes vernachlässigbar
sind.
Besonders eindeutige Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn die
Probe einen das Sondenrohr mit Abstand umgebenden Ring bildet,
der im wesentlichen in der zur Richtung des Magnetfeldes senkrechten
Mittelebene des HF-Resonanzsystems angeordnet ist.
Dabei soll der Durchmesser des von der Probe gebildeten Ringes
wenigstens doppelt so groß sein wie der Durchmesser der Sondensubstanz.
Weiterhin kann bei elektrisch leitender Probensubstanz
der von der Probe gebildete Ring wenigstens einen Axialschlitz
aufweisen, so daß sich in ihm keine ringförmig geschlossenen
Wirbelströme bilden können. Endlich kann der Probenkopf in
herkömmlicher Weise eine Einrichtung zum Rotieren des Sondenrohres
um seine Längsachse aufweisen.
Weitere Einzelheiten und Ausgestaltungen der Erfindung sind
der folgenden Beschreibung der in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiele zu entnehmen. Die der Beschreibung und
der Zeichnung zu entnehmenden Merkmale können bei anderen Ausführungsformen
der Erfindung einzeln für sich oder zu mehreren
in beliebiger Kombination Anwendung finden. Es zeigt
Fig. 1 die schematische Darstellung eines Probenkopfes für
ein hochauflösendes NMR-Spektrometer zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens,
Fig. 2 die Protonen-Resonanzlinie der in dem Probenkopf
nach Fig. 1 verwendeten Sondenflüssigkeit,
Fig. 3 ein Diagramm, das die Änderung der magnetischen
Feldstärke längs der Achse des Probenkopfes nach
Fig. 1 wiedergibt,
Fig. 4 und 5 die bei der Untersuchung von Proben aus
Kupfer und Platin entstehende Verbreiterung der Protonen-
Resonanzlinie der Sondenflüssigkeit des Probenkopfes
nach Fig. 1 und
Fig. 6 die bei der Untersuchung einer Platinprobe enthaltene
Protonen-Resonanzlinie nach Fig. 5 in 5fach überhöhtem
Maßstab.
Der in Fig. 1 schematisch dargestellte Probenkopf befindet sich
in dem vertikalen Probenraum 1 eines Kryomagneten, von dem nur
die Wände 2 schematisch angedeutet sind. Er umfaßt einen Tragkörper
3, in dem ein Rotor 4 drehbar gelagert ist, der an seinem
oben aus dem Tragkörper 3 herausragenden Ende ein Turbinenrad
5 trägt. In dem Tragkörper 3 befinden sich Luftkanäle 6, 7, 8,
durch die hindurch das Turbinenrad 5 angeblasen werden kann,
um den Rotor 4 um seine vertikale Längsachse in Umdrehung zu
versetzen.
In dem Rotor 4 ist ein zentrales Sondenrohr 11 befestigt, das
eine Sondensubstanz 12 enthält. Das Sondenrohr 11 ist konzentrisch
von einem ersten Trägerrohr 13 umgeben, auf das eine
ringförmige Probe 14 aufgeschoben ist, die aus dem Stoff besteht,
dessen Suszeptibilität zu ermitteln ist. Weiterhin ist
an dem Tragkörper 3 ein zweites Trägerrohr 15 befestigt, das
das Sondenrohr 11 und das erste Trägerrohr 13 konzentrisch umgibt
und das HF-Resonanzsystem 16 des Probenkopfes trägt, das in
üblicher Weise eine an der Außenseite des zweiten Trägerrohres
15 befestigte Sattelspule aufweisen kann. Das HF-Resonanzsystem
16 ist in üblicher und deshalb nicht näher dargestellter
Weise an die HF-Sende- und HF-Empfangseinrichtungen eines hochauflösenden
NMR-Spektrometers angeschlossen. Es versteht sich,
daß die Sonden- und Trägerrohre stark verkürzt dargestellt sind
und auch im Rotor hängend angeordnet sein könnten.
In dem Probenraum 1 des Kryomagneten herrscht in dem vom HF-
Resonanzsystem 16 umschlossenen Bereich ein homogenes Magnetfeld
mit der Feldstärke B₀, der die im Sondenrohr 11 angeordnete
Sondensubstanz ausgesetzt ist. Die Suszeptibilität der Sonden
und Trägerrohre wirkt sich auf die Konstanz des Magnetfeldes
im Meßbereich nicht aus, weil sie rotationssymmetrisch ausgebildet
sind und ihre axiale Länge gegenüber dem Meßbereich
groß ist. Eine Störung könnten jedoch die quer verlaufenden
Abschnitte des Hf-Resonanzsystems 16 bewirken, jedoch bleibt
eine solche Störung bei guter Kompensation der Suszeptibilität
der Drähte, aus denen das HF-Resonanzsystem besteht, infolge
des im Verhältnis zum Durchmesser des HF-Resonanzsystems kleinen
Durchmessers des Sondenrohres vernachlässigbar klein. Geringe
Feldinhomogenitäten in den zur Richtung des Magnetfeldes
senkrechten Richtungen werden durch die Probenrotation in üblicher Weise
ausgemittelt.
Fig. 2 zeigt als Kontrollmessung die Protonenlinie der in dem
Sondenröhrchen 11 enthaltenen Sondensubstanz 12, die mit einem
hochauflösenden NMR-Spektrometer der Anmelderin vom Typ AM 400
bei einem Magnetfeld B₀=9,4 T und einer Resonanzfrequenz von
400 MHz aufgenommen wurde. Bei der Sondensubstanz handelte es
sich um eine Lösung von 50% Chloroform und 1% TMS (Tetramethylsilan)
in Aceton-d6. Die Breite der in Fig. 2 dargestellten
Protonenlinie liegt, bezogen auf die Resonanzfrequenz,
bei Δf/f₀=10-9.
Wird in den Probenkopf, wie in Fig. 1 dargestellt, ein Ring 14
aus einem Material eingeführt, das eine von der Umgebung abweichende
magnetische Suszeptibilität aufweist, so bewirkt ein
solcher Ring eine Änderung der magnetischen Feldstärke längs
der Achse des Sondenröhrchens 12, wie sie in Fig. 3 qualitativ
dargestellt ist. In Fig. 3 ist über der als z-Achse bezeichneten
Achse des Sondenröhrchens 12 die Abweichung der magnetischen
Feldstärke von der Feldstärke B₀ des homogenen Magnetfeldes
aufgetragen. Dabei ergibt sich ein ausgeprägtes Maximum 17 der
Abweichung der Feldstärke in der Mittelebene 18 des Probenringes
14, dem sich zu beiden Seiten Minima 19 anschließen.
Es ist ohne weiteres verständlich, daß die durch einen ringförmigen
Körper 14 bewirkte Abweichung der Feldstärke zur Mittelebene
18 des Ringes symmetrisch sein muß und daß das Maximum 17
und die Minima 19 eine obere und eine untere Resonanzfrequenz
ergeben, die zu einer entsprechenden Verbreiterung der Resonanzlinie
führen. Dabei ist die Linienverbreiterung in erster Linie
nicht von der geometrischen Gestalt der Probe abhängig, sondern
von der Stärke der Magnetfeldänderung im Bereich der Sondensubstanz
12. Dabei spielt auch die radiale Feldverteilung innerhalb
der Sondensubstanz 12 eine Rolle. Um möglichst eindeutige Verhältnisse
zu erhalten, ist es notwendig, daß die radiale Ausdehnung
der Sondensubstanz möglichst klein ist und sich die
Probe 14 in einem ausreichend großen Abstand von der Sondensubstanz
befindet. Diese Bedingungen sind dann gut erfüllt, wenn
der Radius der Sondensubstanz 12 weniger als die Hälfte des
Abstandes Probe 14 von der Achse der Sondensubstanz 12 beträgt
und die axiale Ausdehnung der Probe klein ist im Verhältnis
zum Abstand der Probe von der Sondensubstanz. Bei einem
entsprechenden Versuchsaufbau wurde mit einem Sondenröhrchen
von 2 mm Innendurchmesser und einer ringförmigen Probe von 5
mm Innendurchmesser gearbeitet. Er wurde zu diesem Zweck ein
handelsübliches doppelwandiges Probenröhrchen vom Typ 518 der
Firma Wilmad benutzt, in dessen Inneres die Sondensubstanz
eingebracht und auf dessen Außenwand der Probenring aufgebracht
wurde. Die axiale Ausdehnung der ringförmigen Probe betrug
weniger als 1 mm.
Bei der Betrachtung der in Fig. 3 dargestellten Feldverteilung
ist zu berücksichtigen, daß der Betrag der Extremwerte nicht
die Intensität der Resonanzlinien, sondern die Größe der
Frequenzabweichung angibt. Dabei ist wegen des die
Resonanzfrequenz der Spinmomente bestimmenden gyromagnetischen
Verhältnisses die Frequenzabweichung Δf in bezug auf die
Mittenfrequenz f₀ gleich der Abweichung ΔB der Magnetfeldstärke
in bezug auf die Stärke B₀ des homogenen Magnetfeldes, also
Δf/f₀ = ΔB/B₀.
Daher ist für die durch die Magnetfeldänderung
bedingte Linienverbreiterung von Bedeutung, daß dem durch das
mittlere Maximum gegebenen Magnetfeld nur ein geringer Anteil
der Sondensubstanz ausgesetzt ist, so daß der entsprechende
Linienteil nur eine geringe Intensität aufweist, dieser Teil
aber von der Hauptlinie für B₀ relativ weit entfernt ist,
wogegen der sich im Bereich der Minima 19 befindende Anteil
der Sondensubstanz erheblich größer ist und daher einen
Linienteil größerer Intensität ergibt, der jedoch wegen der
kleineren Werte der Minima der Hauptlinie dichter benachbart
ist. Demgemäß ist eine Linienform zu erwarten, die zwei dicht
nebeneinanderliegende Anteile relativ großer Intensität und
einen weiter entfernten Anteil geringerer Intensität aufweist.
Es entsteht also eine Art Doppellinie mit einem einseitig
verbreiterten Fuß, der dem früher schon beobachteten und oben
behandelten Hump entspricht. Dabei gibt die Lage des Hump in
bezug auf den Hauptteil der Linie zugleich das Vorzeichen der
Suszeptibilität an, läßt also unmittelbar erkennen, ob die
untersuchte Probe paramagnetisch oder diamagnetisch ist.
Für eine ringförmige Probe mit dem Radius R, die aus einem im
Querschnitt kreisförmigen Draht mit dem Radius r und einem
Stoff mit der Suszeptibilität besteht, erhält man für die
Variation der Magnetfeldstärke in Achsrichtung z der Sondensubstanz,
wenn für die Symmetrieebene des Probenringes z=0 gesetzt
wird, die folgende Gleichung
Diese Formel ergibt die in Fig. 3 dargestellte Kurve. Dabei
befindet sich das Maximum 17 notwendigerweise an der Stelle
z=0, während die Minima sich an den Stellen
befinden.
Setzt man diese Werte in die obengenannte Gleichung
ein und berücksichtigt man, wie oben angegeben, daß
Δf/f₀ = ΔB/B₀,
so erhält man in Abhängigkeit von den Dimensionen des
Ringes einen Formfaktor W, der unmittelbar den Zusammenhang zwischen
der Frequenzabweichung Δf/f₀ und der Suszeptibilität der
Probe angibt, nämlich =WΔf/f₀.
Wie bereits angegeben, gilt der durch die obige Formel
beschriebene analytische Zusammenhang exakt nur für die z-
Abhängigkeit der Feldstörung entlang der Symmetrieachse des
Aufbaus und für vernachlässigbar kleinen Querschnitt, d. h. für
kleinen Radius r, des Ringmaterials. Die für die
Strukturierung der Resonanzlinie verantwortliche Feldverteilung
im gesamten Sondenvolumen läßt sich analytisch nicht mehr genau
erfassen, aber mit ausreichender Genauigkeit numerisch
berechnen. Zu diesem Zweck zerlegt man die Probe und die Sonde
in kleine Volumenelemente und berechnet dann das von allen
Volumenelementen der Probe am Ort eines Volumenelementes der
Sonde verursachte magnetische Dipolfeld. Das macht man für
alle Volumenelemente der Sonde, die zum HF-Signal beitragen.
Damit bekommt man eine Menge von Feldwerten, die den Verschiebungen
der Resonanzfrequenz in den Volumenelementen entsprechen.
Die durch die Probe veränderte Struktur einer ursprünglich
extrem scharfen Resonanzlinie erhält man, indem man die Anzahl
der Volumenelemente, deren Frequenzverschiebung in ein
bestimmtes Frequenzintervall fällt, über der Frequenz aufträgt.
Es zeigt sich, daß für einen Probenring die Frequenzverschiebung
des Maximums, das dem Ringzentrum entspricht (siehe Abb. 3),
noch deutlich größer wird, sobald man innerhalb der Ringebene
vom Zentrum abweicht, d. h. daß es noch größere
Frequenzverschiebungen gibt als die dem Ringzentrum entsprechenden,
wenn die endliche radiale Ausdehnung der Sonde
berücksichtigt wird. Aus diesem Grund sollte diese radiale
Ausdehnung auf maximal den halben Innenradius des Ringes
beschränkt bleiben. In diesem Fall ergeben die Sondenbereiche,
die im wesentlichen in der Ringebene liegen, einen Hump, dessen
Intensität zu noch größeren Frequenzverschiebungen nicht scharf
abreißt, dessen Intensitätsmaximum aber nach wie vor durch die
Frequenzverschiebung im Zentrum des Probenringes gegeben ist.
Ein solches Verhalten zeigten die Fig. 4 bis 6.
Die Minima der Feldstärke in Fig. 3 sind wesentlich flacher
als das zentrale Maximum. Sie führen also zu einer Zusatzlinie,
die wesentlich intensiver ist und deutlich näher an und auf der
anderen Seite der Hauptlinie liegt als der Hump. Auch die
Radialabhängigkeit der Minima ist deutlich flacher, so daß man
eine recht scharfe Abrißkante erhält, falls die radiale
Ausdehnung der Probe hinreichend klein bleibt. Beide Minima
aus Fig. 3 liefern gemeinsam eine Linie, da sie ja derselben
Frequenzverschiebung entsprechen. Eine zusätzliche Aufspaltung
in zwei Linien wäre nur zu erwarten, wenn die Probe (Ring)
Unsymmetrien bezüglich ihrer Mittelebene aufwiese.
Die Hauptlinie wird schließlich von den Bereichen
der Sonde verursacht, die relativ weit weg von der Störung durch
die Probe sind. Hier nähert sich das Störfeld asymptotisch an
Null an. Daher ist auch die Hauptlinie unsymmetrisch
verbreitert.
Die Intensitätsverhältnisse der im wesentlichen drei Linienanteile
hängen von Suszeptibilität, Größe und Form der Probe, dem Durchmesser
der Sonde sowie der Ausdehung des HF-empfindlichen
Bereichs ab, der wiederum durch Größe und Form der HF-Resonanzstruktur
bestimmt wird. Hält man die Randbedingungen ein, daß die
Probe in Feldrichtung (z) nur wenig ausgedehnt ist und die Durchmesserverhältnisse
HF-Spule zu Probenring zu Sondenflüssigkeit
größer als etwa 4 : 2 : 1 sind, kann man direkt aus dem Abstand von
dem Maximum des Humps bis zur Abrißkante der der Hauptlinie gegenüberliegenden
Linie die Suszeptibilität des Probenrings gewinnen,
indem man diesen Abstand Δf/fo gleichsetzt dem Abstand
zwischen Maximum und Minima in Fig. 3 bzw. Gleichung 1.
Obwohl die obigen Überlegungen für ringförmige Proben besonders
anschaulich und mathematisch leicht zu behandeln sind, werden von
der Erfindung auch abweichende geometrische Anordnungen erfaßt.
Maßgeblich ist nur, daß es sich um eine lokal begrenzte Feldstörung
handelt, die zu einer Strukturierung der NMR-Linien, insbesondere
zu einer Aufspaltung führt, aus der qualitativ und quantitativ
die Probensuszeptibilität bestimmt werden kann. Es sind Anordnungen
denkbar, bei denen keine Rotationssymmetrie mehr vorliegt,
z. B. eine Spitze. Die lokale Störung kann auch aus dem
Ende eines effektiv halbunendlichen Hohlzylinders bestehen. Es
kann sogar ein Draht kontinuierlich an dem Sondenrohr vorbeigeführt
werden, wobei Feldstörungen vor allem von Teilen des Drahtes
erzeugt werden, die in einem begrenzten Bereich senkrecht zum Feld
stehen. Damit sind kontinuierliche Messungen möglich.
Grundsätzlich kann auch die Achse des Sondenröhrchens senkrecht
zum Feld angeordnet sein, obwohl dann der Vorteil der Rotationssymmetrie
um die Feldachse verloren geht.
Als Beispiele wurden ein aus Kupfer bestehender Ring untersucht,
der aus einem Draht von 0,7 mm Durchmesser bestand und auf ein
Trägerrohr von 5 mm Durchmesser aufgeschoben war. Dieser Ring
war zur Vermeidung von Wirbelströmen geschlitzt. Demnach ist
für diesen Ring R=2,85 mm und r=0,35 mm. Daraus ergibt
sich für den obengenannten Faktor W der Wert W=35,12. Wie
aus Fig. 4 ersichtlich, erfährt bei Einbringen des Kupferringes
die Protonenlinie der Sondensubstanz, wie in Fig. 4 dargestellt,
eine Aufspaltung
Δf/f₀ = 0,277 × 10-6,
woraus sich eine
Suszeptibilität von 9,73×10-6 ergibt, was mit dem Literaturwert
von 9,68×10-6 gut übereinstimmt. Dieses Material ist,
wie die Lage des Hump ohne weiteres erkennen läßt,
diagmagnetisch.
Die Fig. 5 und 6 zeigen die Linienaufspaltung bei Verwendung
eines Ringes aus Platin. Hier wurde jedoch für den Ring nicht
ein Draht mit kreisförmigem Querschnitt benutzt, sondern ein
Band mit einer Breite von 0,254 mm und einer Dicke von 0,051 mm.
Bei diesen Abmessungen des Ringes ergibt sich durch eine Rechnung,
die der oben beschriebenen Rechnung für einen Ring aus
einem Draht mit kreisförmigen Querschnitt analog ist, ein Formfaktor
mit dem Wert W=823, mit dem die Linienaufspaltung zu
multiplizieren ist, um die Größe der Suszeptibilität zu
ermitteln. Auch wenn das Maximum des Hump bei dem in Fig. 5
verwendeten Ordinaten-Maßstab nur wenig ausgeprägt ist, läßt
eine Vergrößerung der Amplitude gemäß Fig. 6 das Maximum des
Hump deutlich erkennen. Danach ergibt sich eine Aufspaltung
der Linie der Sondensubstanz von Δf/f₀=0,323 · 10-6.
Multipliziert mit dem obengenannten Formfaktor W ergibt sich
eine Suszeptibilität von 266×10-6, die mit dem für Platin
bekannten Wert von 278,9 gut übereinstimmt. Dabei zeigt die
Lage des Hump, dessen Frequenz jetzt tiefer ist als die Frequenz
der Hauptlinie, daß es sich bei Platin um ein paramagnetisches
Material handelt.
Es ist ohne weiteres ersichtlich, daß die Genauigkeit des erfindungsgemäßen
Verfahrens in hohem Maße von der Genauigkeit
abhängt, mit welcher sich die Dimensionen und die Lage des zur
Messung verwendeten Probenkörpers bestimmen und der Einfluß
des Probenkörpers auf das Magnetfeld berechnen lassen. Andererseits
ist auch erkennbar, daß es nicht auf die Form des Probenkörpers,
sondern nur darauf ankommt, daß die Probe eine Veränderung
des Magnetfeldes längs der z-Achse bewirkt, die eine
Strukturierung oder Aufspaltung der Linie zur Folge hat. Selbstverständlich
ist es für praktische Messungen sinnvoll, eine
solche Gestalt der Probe zu verwenden, in der die Probe auf
einfache Weise reproduzierbar herstellbar ist und deren Einfluß
leicht berechnet werden kann. Insofern ist eine Ringstruktur
besonders vorteilhaft. Dabei kann sich der Querschnitt des
Ringes nach der Art des zu untersuchenden Materials richten.
Wie bereits erwähnt, wird bei elektrisch leitenden Stoffen der
Ring zweckmäßigerweise geschlitzt, um das Induzieren von Wirbelströmen
im Ring zu reduzieren.
Besonders geeignet ist das erfindungsgemäße Verfahren zur Untersuchung
von Drähten, wie sie für die Herstellung der HF-
Resonanzstruktur von hochauflösenden NMR-Spektrometern benötigt
werden. Die Fähigkeit, nicht nur die Größe, sondern auch das
Vorzeichen der Suszeptibilität zu bestimmen, bietet die Möglichkeit,
durch Vergrößern oder Vermindern der in einem solchen
Draht enthaltenen Anteile von diamagnetischen und paramagnetischen
Materialien die Suszeptibilität auf einen vernachlässigbar
kleinen Wert zu reduzieren. So könnte beispielsweise aufgrund
solcher Messungen bei einem handelsüblichen kompensierten Draht,
der aus einer Platinseele und einem Kupfermantel besteht, die
Stärke des Kupfermantels vergrößert oder vermindert werden, um
einen nahezu vollkommen kompensierten Draht zu erhalten. Dabei
ist von besonderem Vorteil, daß die von dem als Probe
verwendeten Drahtring hervorgerufene Störung, die sich in der
Strukturierung der Resonanzlinie der Probensubstanz äußert,
von der gleichen Art ist wie die Störung, die ein solcher Draht
bei seiner Verwendung in einer HF-Resonanzstruktur hervorruft.
Daher läßt sich nach dem erfindungsgemäßen Verfahren die
Brauchbarkeit eines Drahtes für eine solche HF-Resonanzstruktur
selbst ohne zahlenmäßige Bestimmung der Suszeptibilität
beurteilen.
Die vorstehenden Ausführungen haben auch deutlich gemacht, daß
das erfindungsgemäße Verfahren mit herkömmlichen hochauflösenden
NMR-Spektrometern durchführbar ist, deren Probenkopf nur in
der Weise modifiziert werden braucht, daß in die HF-Resonanzstruktur
außer einer sich in Richtung des Magnetfeldes erstreckende
Sondensubstanz, insbesondere einer sich in einem möglichst
engen Sondenröhrchen befindenden, bekannten Sondenflüssigkeit,
eine sich im radialen Abstand von der Sondensubstanz angeordnete
Probe eingebracht werden kann, die in Richtung des Sondenröhrchens
eine auch gegenüber der axialen Ausdehnung der HF-
Resonanzstruktur geringe Ausdehnung hat, damit die Probe
innerhalb des Meßbereiches der HF-Resonanzstruktur eine
berechenbare, von der Größe ihrer Suszeptibilität abhängige
Variation der Feldstärke längs der mit der Richtung des
Magnetfeldes zusammenfallenden, axialen Ausdehnung der
Sondensubstanz bewirkt.
Claims (10)
1. Verfahren zum Bestimmen sehr kleiner magnetischer Suszeptibilitäten,
bei dem eine Probe definierter Geometrie des
Stoffes, dessen magnetische Suszeptibilität bestimmt werden
soll, zusammen mit einer Sondensubstanz, deren NMR-Spektrum
bekannt ist, in den Meßraum eines hochauflösenden NMR-Spektrometers,
in dem ein konstantes homogenes Magnetfeld herrscht
und sich ein zur Anregung der Sondensubstanz und dem Empfang
angeregter Signale dienendes HF-Resonanzsystem befindet, in der
Weise eingebracht wird, daß die Sondensubstanz in dem von dem
HF-Resonanzsystem erfaßten Bereich einem durch die Suszeptibilität
der Probe modifizierten Magnetfeld ausgesetzt ist, daß
dann das Spektrum im Bereich einer Resonanzlinie der Sondensubstanz
aufgenommen wird und daß endlich aus der durch die
Suszeptibilität der Probe bedingten Veränderung des Spektrums
im Bereich dieser Resonanzlinie die magnetische Suszeptibilität
der Probe bestimmt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Sondensubstanz (12) im Meßraum in Form einer Säule und die
Probe definierter axial begrenzter Geometrie (14) in definiertem
Abstand von dieser Säule angeordnet wird, daß sich die
Modifikation des Magnetfeldes (B₀) in einer durch die Geometrie
der Probe (14) und den Abstand vorgegebenen Weise über einen
axial begrenzten Abschnitt dieser Säule erstreckt und eine über
einen Maßstabsfaktor zur Suszeptibilität der Probe (14) proportionale
frequenzmäßige Verbreiterung und Strukturierung der
Resonanzlinie der Sondensubstanz bewirkt, und daß mit Hilfe
dieses Maßstabsfaktors die Suszeptibilität der Probe (14) aus
dem Vergleich der frequenzmäßigen Verbreiterung der Resonanzlinie
bzw. aus dem Frequenzabstand charakteristischer
Strukturen der verbreiterten Resonanzlinie ermittelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Achse der Säule der Sondensubstanz mit der Richtung des
homogenen Magnetfeldes übereinstimmt.
3. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Probe (14) in Form
eines die Säule der Sondensubstanz (12) mit Abstand umgebenden
Ringes angeordnet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Innendurchmesser des Rings wenigstens doppelt so groß ist wie
der Durchmesser der Säule der Sondensubstanz (12), wodurch die
Resonanzlinie in drei Teillinien aufspaltet, nämlich eine im
wesentlichen unverschobene Hauptlinie, eine schwache sogenannte
Hump-Linie mit einem definierten Maximum und einer vom Hump aus
der Hauptlinie gegenüberliegenden Linie mit einer definierten
Abrißkante auf der der Hauptlinie abgewandten Seite.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Probensuszeptibilität nach der Formel bestimmt wird:
wobei Δf der Frequenzabstand des Maximums des Humps von der
Abrißkante der der Hauptlinie gegenüberliegenden Linie, f₀ die
Frequenz der Resonanzlinie, r der Radius der Säule der Sondensubstanz
und R der mittlere Radius des Probenrings bedeuten.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die radiale Ausdehnung des Ringquerschnitts
weniger als der halbe Innenradius des Rings beträgt.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der von der Probe (14) gebildete
Ring wenigstens einen Axialschlitz aufweist.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß als Sondensubstanz (12)
eine Lösung von bis zu 50% Chloroform und 1% Tetramethylsilan
in Aceton-d6 verwendet wird.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Säule der Sondensubstanz
(12) während der Aufnahme des Spektrums um ihre
Längsachse in Rotation versetzt wird.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Probe (14) im wesentlichen
in der zur Richtung der Säule der Sondensubstanz (12)
senkrechten Mittelebene (18) des HF-Resonanzsystems (16) angeordnet
ist.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4031994A DE4031994C1 (de) | 1990-10-09 | 1990-10-09 | |
| US07/771,166 US5221903A (en) | 1990-10-09 | 1991-10-03 | Method for the determination of very small magnetic susceptibilities and probehead for a high resolution nmr spectrometer for the purpose of carrying out the method |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE4031994A DE4031994C1 (de) | 1990-10-09 | 1990-10-09 |
Publications (1)
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| DE4031994C1 true DE4031994C1 (de) | 1992-01-16 |
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ID=6415925
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4031994A Expired - Lifetime DE4031994C1 (de) | 1990-10-09 | 1990-10-09 |
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| Country | Link |
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