DE4032254C2 - Staubfreie Einbettmasse für passgenaue Gußstücke und Verfahren zur Herstellung dieser Einbettmassen - Google Patents
Staubfreie Einbettmasse für passgenaue Gußstücke und Verfahren zur Herstellung dieser EinbettmassenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine wasserlösliche Phosphate,
Magnesiumoxid und Siliziumdioxid enthaltende, mit
Flüssigkeiten versetzte, nichtstaubende Einbettmasse
zur Herstellung von paßgenauen Gußteilen in der
Zahntechnik und in der Schmuckindustrie und ein
Verfahren zur Herstellung solcher Einbettmassen.
In der Zahntechnik und in der Schmuckindustrie werden
metallische Zahnersatzteile bzw. Schmuckteile in der
Regel durch Gußverfahren hergestellt. Dazu wird das
Zahnersatzteil bzw. Schmuckteil in Wachs modelliert,
eingebettet, das Wachs durch Ausschmelzen entfernt und
die erschmolzene Legierung in die so entstandene
Gußform vergossen.
An die Einbettmassen, die für die Herstellung der
Gußformen Verwendung finden, werden hohe Ansprüche
hinsichtlich der Paßgenauigkeit der darin
hergestellten Teile gestellt. So muß durch die
Abbindeexpansion und die thermische Expansion der
Einbettmasse die Kontraktion des gegossenen
metallischen Teiles durch die Abkühlung nach dem
Gießen exakt kompensiert werden.
In der Zahntechnik finden drei verschiedene Typen von
Einbettmassen Verwendung, die sich durch das
verwendete Bindersystem unterscheiden:
- a) Phosphatgebundene Einbettmassen
- b) Gipsgebundene Einbettmassen
- c) Silikatgebundene Einbettmassen.
Am weitesten verbreitet sind die phosphatgebundenen,
Magnesiumoxid und Siliziumdioxid enthaltenden
Einbettmassen, da sie hochtemperaturbeständig sind und
auch als Gußform für hochschmelzende
Aufbrennlegierungen dienen können. Phosphatgebundene
Einbettmassen werden mit Wasser bzw. einem
Wasser/Kieselsolgemisch angerührt. Durch die Zugabe
des Wassers kommt es zu der Abbindereaktion der beiden
Binderkomponenten Ammoniumphosphat und Magnesiumoxid.
Als feuerfeste Bestandteile werden bei allen drei
Typen Siliziumdioxid in Form von Quarz und seinen
Modifikationen eingesetzt. Zur Erzielung einer glatten
Gußoberfläche müssen die feuerfesten Bestandteile auch
sehr feine Korngrößen enthalten. Bei der Verarbeitung
(Einfüllen, Abwiegen, Anrühren) der Einbettmassen
kommt es daher stets zu einer Staubentwicklung. Die
freiwerdenden Stäube stellen für den Zahntechniker
bzw. den Goldschmied eine erhebliche gesundheitliche
Gefährdung dar. So kann das Einatmen von quarzhaltigen
Stäuben zu Silikose (Staublunge) führen. Besonders
gefährlich sind in dieser Hinsicht die lungengängigen
Feinanteile der Stäube.
Der Gesetzgeber hat aus diesem Grund mit der
Gefahrstoffverordnung vom 26.04.86 maximale
Konzentrationen der Staubbelastung am Arbeitsplatz
festgelegt. Die derzeit gültigen Grenzwerte liegen bei
6 mg/m3 Gesamtstaubbelastung, bzw. 4 mg/m3 für
quarzhaltigen Feinstaub und 0,15 mg/m3 für
lungengängigen quarzhaltigen Feinstaub.
Bei der Verwendung von derzeit üblichen Einbettmassen,
können diese Werte nur dann dauerhaft und sicher
unterschritten werden, wenn die Arbeitsräume mit
aufwendigen und teuren Absaug- und Filteranlagen
ausgestattet sind.
In der DE 37 07 853 C2 ist eine pulverförmige
Einbettmasse beschrieben, die lediglich eine geringe
Staubbildung zeigt. Erreicht wird dies, indem der
Pulvermischung aus löslichem Phosphat, Magnesiumoxid
und Quarz 0,5-5% eines Benetzungsmittels, bestehend
aus flüssigen hydrophoben Kohlenwasserstoffen,
Fettsäureestern oder Fettsäuren zugeführt wird. Da
diese Flüssigkeiten einen niedrigen Dampfdruck
besitzen, handelt es sich hier stets um relativ
langkettige, organische Verbindungen, die bei den
Einbettmassen zu einem öligen Griff führen und die
Verknetbarkeit herabsetzen, so daß zusätzlich
anionische, grenzflächenaktive Mittel hinzugegeben
werden müssen. Dadurch können jedoch die technischen
Eigenschaften der Einbettmassen negativ verändert
werden (niedrige Festigkeiten, zu hohe
Abbindeexpansionen, unangenehmer Geruch).
Die Zugabe einer Flüssigkeit zur Einbettmasse kann
auch aus anderen Gründen erfolgen. So ist im Derwent
Abstract 84-0 03 437/01 eine Einbettmasse beschrieben,
der ein aliphatischer Alkohol in Mengen von 0,01 bis
0,3 Gew.% zugesetzt ist, um die Reaktion des
Bindermaterials aufgrund der Luftfeuchtigkeit zu
verhindern, und damit die Lagerstabilität zu erhöhen.
Die zugegebenen Mengen sind jedoch so gering, daß
dadurch keine Staubfreiheit erhalten wird.
Es war daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine
wasserlösliche Phosphate, Magnesiumoxid und
Siliziumdioxid enthaltende, mit Flüssigkeiten
versetzte, nichtstaubende Einbettmasse zur Herstellung
von paßgenauen Gußteilen in der Zahntechnik und in
der Schmuckindustrie zu entwickeln, deren
Feinstaubanteil zuverlässig unterhalb des gesetzlich
zulässigen Grenzwertes liegt, ohne daß die Zusätze
einen negativen Einfluß auf die mechanischen und
thermischen Eigenschaften der Einbettmasse ausüben.
Außerdem sollte ein Verfahren zur Herstellung dieser
Einbettmassen entwickelt werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
die Einbettmasse in zwei Komponenten a und b
aufgeteilt ist, von denen die Komponente a das gesamte
Magnesiumoxid und die Komponente b das gesamte
Phosphat enthält, während der Siliziumdioxidanteil
entweder nur der Komponente b zugegeben oder auf die
beiden Komponenten a und b verteilt ist, wobei die
Komponente b mindestens 0,5 Gew.% Wasser und die
Komponente a bei Anwesenheit von Siliziumdioxid 0,4
bis 6 Gew.% eines hydrophilen aliphatischen
Lösungsmittels mit einem Dampfdruck von weniger als
600 Pa enthält.
Vorzugsweise enthält die Komponente a das
Magnesiumoxid, einen Teil des Siliziumdioxids und 0,4
bis 6 Gew.% eines einwertigen Alkohols mit 4 bis 7
Kohlenstoffatomen oder eines flüssigen mehrwertigen
Alkohols oder die entsprechenden Ester.
Anstatt der Alkohole oder deren Ester kann die
Komponente a auch hydrophile Carbonsäuren mit 3 bis 7
C-Atomen oder deren Ester enthalten.
Ist in der Komponente a nur Magnesiumoxid anwesend, so
kann man auf das organische Lösungsmittel verzichten,
da Magnesiumoxid weniger staubt und weit weniger
toxisch ist als Siliziumdioxid.
Die beiden Komponenten a und b können im feuchten
Zustand getrennt verpackt und gelagert werden. Erst
bei der Verarbeitung werden sie im richtigen
Mischungsverhältnis zusammengegeben und mit der
Anmischflüssigkeit angerührt.
Vorzugsweise verwendet man als Lösungsmittel für die
Komponente a einen mehrwertigen Alkohol wie z. B.
Ethylenglykol oder Glyzerin. Weiterhin kann es
vorteilhaft sein, der Komponente b das gesamte, für
die Herstellung der Einbettmasse notwendige
Anmischwasser zuzusetzen. Dadurch benötigt man für die
Gebrauchsfertigmachung der Einbettmasse nur die
Komponenten a und b und kein zusätzliches
Anmischwasser.
Vorteilhafterweise enthalten die Komponenten a
und/oder b zusätzlich je ein wasserlösliches
Bindemittel, insbesondere Polyvinylalkohole in Mengen
von 0,1 bis 2% und/oder Zellulosederivate in Mengen
von 0,1 bis 5%. Dadurch lassen sich die
Pulvergemische agglomerieren, wobei
Agglomeratdurchmesser von 0,5 bis 5 mm sich am besten
bewährt haben.
Diese Agglomeration hat den wesentlichen Vorteil, daß
anschließend die beiden Komponenten nach der Trocknung
wieder vermischt werden können, ohne daß eine Reaktion
stattfindet oder eine über den gesetzlichen Grenzwert
hinausgehende Staubbelastung eintreten kann.
Die Herstellung der staubfreien Einbettmasse erfolgt
erfindungsgemäß dadurch, daß die aus wasserlöslichen
Phosphaten, Magnesiumoxid und Siliziumdioxid
bestehende Einbettmasse in zwei Komponenten a und b
aufgeteilt wird, wobei die Komponente a, die das
gesamte Magnesiumoxid und gegebenenfalls einen Teil
des Siliziumdioxids enthält, bei Anwesenheit von
Siliziumdioxid mit 0,4 bis 6 Gew.% eines hydrophilen
aliphatischen Lösungsmittels mit einem Dampfdruck von
weniger als 600 Pa versetzt wird, und die Komponente
b, die das wasserlösliche Phosphat und den restlichen
Teil des Siliziumdioxids enthält, mit mindestens 0,5
Gew.% Wasser versetzt wird.
Als hydrophiles aliphatisches Lösungsmittel verwendet
man vorzugsweise einwertige Alkohole mit 4 bis 7
C-Atomen, flüssige mehrwertige Alkohole oder die
entsprechenden Ester.
Vorteilhafterweise werden die Komponenten a
und/oder b, gegebenenfalls unter Zugabe eines
wasserlöslichen Bindemittels in Form von 0,1 bis 2%,
eines Polyvinylalkohols oder von 0,1 bis 5%, eines
Zellulosederivats, agglomeriert zu Agglomeraten von
vorzugsweise 0,5 bis 5 mm Durchmesser und anschließend
getrocknet. Dadurch ist es möglich, die beiden
Komponenten wieder zu vermischen, ohne daß eine
Abbindereaktion stattfinden kann.
Die feuerfesten Bestandteile Siliziumdioxid können im
Prinzip beliebig auf die beiden Komponenten a und b
aufgeteilt werden. Es hat sich jedoch bewährt, die
Anteile etwa gleich groß zu halten, um eine möglichst
homogene Durchmischung während des Anrührens zu
gewährleisten.
Untersuchungen haben gezeigt, daß es bei Zusatz von
Wasser zur Komponente a zu einer Änderung der
zahntechnischen Eigenschaften kommt. Die Einbettmasse
zeigt dann einen typischen Alterungseffekt, der in
einer deutlichen Verkleinerung der Abbindeexpansionen
bei längerer Lagerzeit zum Ausdruck kommt. Ersetzt man
das Wasser durch einen ein- oder mehrwertigen Alkohol
oder einen Ester, so wird dieser Effekt reduziert bzw.
ganz vermieden. Alterungseffekte lassen sich mit
Sicherheit dann vermeiden, wenn als Flüssigkeit z. B.
chem. reines Ethylenglykol verwendet wird.
Der Flüssigkeitsbedarf, um Staubfreiheit zu erhalten,
hängt wesentlich von der Körnung der
Einbettmassenmaterialien ab. Je feiner das Material,
um so mehr Flüssigkeit wird benötigt. Da Ethylen-
Glykol bei höheren Konzentrationen eine Verringerung
der Abbindereaktion zur Folge hat, ist es sinnvoll,
den Glykol-Bedarf nicht durch einen zu großen
Sandanteil oder durch eine zu große Kornfeinheit in
die Höhe zu treiben. Ein Glykolgehalt von 5% sollte
auf keinen Fall überschritten werden.
Statt Ethylenglykol kann auch z. B. Butandiol oder
Glyzerin als Bindeflüssigkeit für die Komponente a
verwendet werden.
Da Glycerin viskoser ist als Glykol, sind jedoch etwas
größere Mengen notwendig.
Bei der b-Komponente wirkt sich die Verwendung von
Wasser nicht negativ auf die zahntechnischen
Eigenschaften der Einbettmasse aus. Da diese auch
nicht mengenabhängig ist, kann der Wasserbedarf,
bedingt durch Kornfeinheit und Sandmenge immer so
eingestellt werden, wie er in Ergänzung zur
a-Komponente nötig ist.
Die Trennung der beiden Komponenten a und b während
der Flüssigkeitszugabe und der Lagerung hat zur Folge,
daß das Handling der staubfreien Einbettmasse etwas
aufwendiger ist, als bei den konventionellen
Einbettmassen, da insgesamt drei Komponenten
(2 Feststoffkomponenten + Anmischflüssigkeit) statt
zwei Komponenten verarbeitet werden müssen. Eine
gewisse Vereinfachung ist zu erreichen, indem die
gesamte Anmischflüssigkeit von vorneherein komplett
der Komponente b zugegeben wird, so daß wieder nur
zwei Komponenten zu verarbeiten sind. Auch eine solche
Einbettmasse unterscheidet sich in ihren
zahntechnischen Daten nicht von den üblichen Massen.
Die Komponente b liegt in diesem Fall als relativ
dünnflüssiger Brei vor. Um eine Entmischung durch
Sedimentation zu vermeiden, muß die Komponente b aber
portionsweise verpackt sein.
Die Handhabung der erfindungsgemäßen Einbettmasse
läßt sich weiter verbessern, wenn man die beiden
Komponenten getrennt agglomeriert und sie nach dem
Trocknen wieder zusammenmischt.
Zur Beeinflussung des Agglomerationsverhaltens können
bei beiden Komponenten noch wasserlösliche Bindemittel
in der jeweils verwendeten Flüssigkeit aufgelöst
werden. Als geeignet haben sich z. B. erwiesen:
Polyvinylalkohole, Tylose, Zucker, Gummiarabicum und
lösliche Stärke. Darüber hinaus sind jedoch auch
andere Bindemittel die bei Agglomerationsverfahren
üblicherweise eingesetzt werden, denkbar. Solche
Bindemittel sind z. B. in "Chemical Engineering,
December 4, 1967" zusammengestellt.
Die Agglomeration beider Komponenten findet in
handelsüblichen Mischern statt, wobei es durch eine
Feinstverdüsung der jeweiligen
Agglomerationsflüssigkeit zu einer Aufbauagglomeration
kommt. Für die Agglomerate wird eine Größe von ca.
0,5-5 mm zugelassen. Der Flüssigkeitsbedarf zur
gewünschten Agglomeratbildung liegt für die Komponente
a bei 4 bis 60 ml/kg Feststoff und bei der Komponente
b bei 5 bis 200 ml/kg. Nach erfolgter Agglomeration
wird die Komponente b durch Erwärmen auf
50-110°C getrocknet, während die Komponente a im
feuchten Zustand belassen werden kann. Die beiden
Komponenten können dann zusammengemischt werden, ohne
daß es zu einer Beeinträchtigung der Lagerstabilität
und der zahntechnischen Eigenschaften kommt.
Falls die Komponente a nur das Magnesiumoxid und kein
Siliziumdioxid enthält, kann diese ohne Zusatz von
organischen Lösungsmitteln in Form von Alkoholen,
Carbonsäuren oder Estern agglomeriert oder tablettiert
werden.
Derartig agglomerierte Einbettmassen zeichnen sich
gegenüber konventionellen Einbettmassen durch deutlich
verringerte Staubbelastungen bei der Verarbeitung aus.
Zur Messung der Staubbelastung wurde eine Probe der
Einbettmassen in einem Gefäß eine Minute in einem
Taumelmischer gemischt.
Anschließend wurde das Gefäß geöffnet und sofort mit
einem Staubmeßgerät die Staubbelastung gemessen. Dabei
wurde festgestellt, daß die Gesamtmenge der
freiwerdenden Stäube wesentlich geringer ist als die
gesetzlich zulässigen Grenzwerte, so daß eine
Gefährdung durch einatembare, quarzhaltige Stäube
ausgeschlossen werden kann.
In der folgenden Tabelle 1 sind einige Beispiele für die
erfindungsgemäßen Einbettmassen und ihren
Eigenschaften zusammengefaßt.
Die Komponenten a und b wurden jeweils zuerst im
trockenen Zustand in einem Mischer 3 min
homogenisiert, danach wurde unter fortlaufendem
Mischen die Flüssigkeit zugegeben und noch einmal
5 min gemischt.
Die Abbindeexpansion wurde nach dem DIN-Entwurf
13 919, 2. Teil bestimmt. Zur Bestimmung der
Paßgenauigkeit wurden schematische Kronenringe
gegossen und anschließend optisch vermessen. Zur
Überprüfung der Lagerungsstabilität wurden
Wiederholungsmessungen nach unterschiedlichen
Lagerzeiten durchgeführt.
Ergeben sich während der ersten 4 Wochen keine
signifikanten Veränderungen, so ist nach den
bisherigen Erfahrungswerten während der üblichen
Lagerzeit von 1 Jahr Lagerstabilität zu erwarten. Die
beobachteten geringfügigen Änderungen in bezug auf
Abbindeexpansion und Paßgenauigkeit nach längerer
Lagerzeit der Einbettmassen liegen meist innerhalb der
Meßgenauigkeit und sind tolerierbar.
Die gesundheitliche Gefährdung des Zahntechnikers
durch Staubbelastung im Dentallabor ist vielfältig.
Einer der besonders kritischen Staubarten stellt der
quarz- und cristobalithaltige Feinstaub dar, der bei
der Verarbeitung der zahntechnischen Einbettmassen
frei wird.
Die in der Arbeitsschutzverordnung festgelegten
Grenzwerte (MAK-Werte) der Staubbelastung beziehen
sich auf die bei der realen Arbeitspraxis auftretende
Staubelastung. Diese Staubbelastung ist jedoch neben
der "Zerstäubungsneigung" der Einbettmasse auch
abhängig von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten
(Menge an verarbeiteter Einbettmasse, Raumvolumen,
Intensität der Raumlüftung). Wie stark die Gefahr
einer kritischen Staubbelastung durch eine
"staubfreie" Einbettmasse vermindert wird, läßt sich
daher am besten durch eine vergleichende Messung der
"Zerstäubungsneigung" an einer konventionellen und
einer erfindungsgemäßen Einbettmasse belegen.
Zur Bestimmung der "Zerstäubungsneigung" wurden in
Anlehnung an die DE 37 07 853 C2 jeweils 100 g der zu
untersuchenden Einbettmasse in einen 2 l
Zweihalskolben gegeben und für 15 s mit einer Auf- und
Abwärtsbewegung pro Sekunde vertikal geschüttelt.
Anschließend wurde sofort der Absperrhahn der
Zuleitung zur Vakuumpumpe geöffnet und mit einer
Ansauggeschwindigkeit von 5 l/min für 2 Minuten die im
Kolben befindliche Luft abgesaugt. Über den zweiten
Hals konnte Luft in den Zweihalskolben nachströmen, so
daß kein Vakuum entstand. Dieser Vorgang wurde für
jede Messung zweimal durchgeführt.
In der Zuleitung zur Vakuumpumpe war ein Feinstfilter
zwischengeschaltet, mit dem der in der angesaugten
Luft enthaltene Gesamtstaub aufgefangen wurde. Durch
Auswiegen des Filters vor und nach dem Test läßt sich
damit die aufgefangene Staubmenge quantitativ
bestimmen und damit ein relatives Maß für die
"Zerstäubungsneigung" der verschiedenen Einbettmassen
erhalten.
In der Tabelle 2 sind die Meßwerte der Staubmessung
aufgeführt, wobei die Proben 1 bis 8 in ihrer
Zusammensetzung den Beispielen 1 bis 8 von Tabelle 1
entsprechen. Probe 9 entspricht Beispiel 8, enthält
aber nur 0,4% Ethylenglykol.
Die Vergleichsprobe I stellt eine handelsübliche,
zahntechnische Einbettmasse dar. Da die
erfindungsgemäße Einbettmasse aus 2
Feststoffkomponenten besteht (Komponente a enthält das
Magnesiumoxid und Komponente b das Ammoniumphosphat)
ist neben den Staubwerten der Einzelkomponenten
zusätzlich als "echter" Vergleichswert zur
konventionellen Einbettmasse der Mittelwert aus diesen
beiden Komponenten angegeben.
Wie die Werte zeigen, existiert ein sehr großer
Unterschied (Faktor 82-175) in der Menge des
aufgefangenen Staubes zwischen den erfindungsgemäßen
Einbettmassen und der konventionellen Einbettmasse.
Auch die Staubmenge der Vergleichsprobe II mit
lediglich 0,4% Ethylenglykol zeigt noch eine deutlich
geringere Staubbildung, während die Staubentwicklung
bei der konventionellen Einbettmasse (Vergleichsprobe
III), die nach dem Derwent Abstract 84-003437/01
beschriebenen Verfahren mit 0,3% aliphatischem
Alkohol versetzt ist, bereits in der Größenordnung der
Staubbelastung der üblichen konventionellen
Einbettmasse liegt. Die mit II vergleichbare Probe 9
zeigt den Effekt der Aufteilung der Einbettmasse in
zwei Komponenten.
Dieser auf den ersten Blick erstaunliche Unterschied
in der Staubbelastung ist bedingt durch die Tatsache,
daß die erfindungsgemäßen Einbettmassen in zwei
Komponenten aufgeteilt werden. Der geringe Anteil von
nur 0,4% Ethylenglykol (Probe 2) reicht bei der
Komponente a zur Staubfreiheit aus, da hier nur ein
Teil der Sandmischung enthalten ist.
Claims (11)
1. Wasserlösliche Phosphate, Magnesiumoxid und
Siliziumdioxid enthaltende, mit Flüssigkeiten
versetzte, nichtstaubende Einbettmasse zur
Herstellung von paßgenauen Gußteilen in der
Zahntechnik und in der Schmuckindustrie,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Einbettmasse in zwei Komponenten a und b
aufgeteilt ist, von denen die Komponente a das
gesamte Magnesiumoxid und die Komponente b das
gesamte Phosphat enthält, während der
Siliziumdioxidanteil entweder nur der Komponente b
zugegeben oder auf die beiden Komponenten a und b
verteilt ist, wobei die Komponente b mindestens
0,5 Gew.% Wasser und die Komponente a bei
Anwesenheit von Siliziumdioxid 0,4 bis 6 Gew.%
eines hydrophilen aliphatischen Lösungsmittels mit
einem Dampfdruck von weniger als 600 Pa enthält.
2. Einbettmasse nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Komponente a das Magnesiumoxid, einen Teil
des Siliziumdioxids und 0,4 bis 6 Gew.% eines
einwertigen Alkohols mit 4 bis 7 C-Atomen oder
eines flüssigen mehrwertigen Alkohols oder
entsprechende Ester,
und die Komponente b das wasserlösliche Phosphat,
den restlichen Teil des Siliziumdioxids und
mindestens 0,5 Gew.% Wasser enthält.
3. Einbettmasse nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß als mehrwertiger Alkohol Ethylenglykol,
Butandiol oder Glyzerin in der Komponente a
enthalten ist.
4. Einbettmasse nach Anspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Komponente b das gesamte für die
Einbettmasse notwendige Anmischwasser enthält.
5. Einbettmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine oder beide der Komponenten a und b
zusätzlich ein wasserlösliches Bindemittel
enthalten.
6. Einbettmasse nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Komponenten a und/oder b 0,1 bis 2%
Polyvinylalkohol oder 0,1 bis 5% eines
Zellulosederivats als Bindemittel enthalten.
7. Einbettmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Pulvergemische der Komponenten a und/oder b
als Agglomerate oder Formkörper mit Durchmesser von
0,5 bis 5 mm ausgebildet sind.
8. Verfahren zur Herstellung von Einbettmassen nach
Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Einbettmasse in zwei Komponenten a und b
aufgeteilt wird, wobei die Komponente a, die das
gesamte Magnesiumoxid und gegebenenfalls einen Teil
des Siliziumdioxids enthält, bei Anwesenheit von
Siliziumdioxid mit 0,4 bis 6 Gew.% eines
hydrophilen aliphatischen Lösungsmittels mit einem
Dampfdruck von weniger als 600 Pa versetzt wird,
und die Komponente b, die das wasserlösliche
Phosphat und den restlichen Teil des
Siliziumdioxids enthält, mit mindestens 0,5 Gew.%
Wasser versetzt wird.
9. Verfahren zur Herstellung von Einbettmassen nach
Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß als hydrophiles aliphatisches Lösungsmittel
einwertige Alkohole mit 4 bis 7 C-Atomen, flüssige
mehrwertige Alkohole oder die entsprechenden Ester
verwendet werden.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Komponenten a und/oder b gegebenenfalls
unter Zusatz von wasserlöslichen Bindemitteln zu
Agglomeraten von 0,5 bis 5 mm Durchmesser geformt
und getrocknet werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die getrockneten Agglomerate der Komponenten a
und b miteinander vermischt werden.
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