DE4033115C2 - Regelbarer Schwingungsdämpfer für Kraftfahrzeuge - Google Patents
Regelbarer Schwingungsdämpfer für KraftfahrzeugeInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einem Schwingungsdämpfer gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Einen solchen Schwingungsdämpfer beschreibt das US-PS
4,232,767. Dort liegt am Dämpfungskolben auf der Seite der
Kolbenstange eine teilkreisförmige Drehscheibe an, die
manuell über mehrere, am übrigen Teilkreis angeordnete
Durchlaßbohrungen im Dämpfungskolben geschoben werden
kann, indem der Dämpfungskolben an der Kolbenstange so
weit aus dem Arbeitszylinder gezogen wird, daß ein gehäu
sefester Bolzen mit der Drehscheibe in Eingriff ist und
sie in ihrer Position hält, wenn mit der Kolbenstange der
Dämpfungskolben gedreht wird. An der anderen Stirnseite
dient eine runde Federscheibe zur weiteren Drosselung des
Dämpfungsmittelstroms. Dies ist ein Versuch, den Kennli
nien der verschiedenen Drosseleinstellungen eine bestimmte
Charakteristik zu verleihen. Die Federrate der Federschei
be kann aber nicht dem jeweiligen Drosselquerschnitt ange
paßt werden, so daß eine gewünschte Charakteristik allen
falls für einen bestimmten Drosselquerschnitt durch die
vorherige Festlegung der Federhärte erzielt werden kann.
Daher ist die abgebildete Schar von linearen Rennlinien
wahrscheinlich nicht zu verwirklichen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, in
einem gattungsgemäßen Schwingungsdämpfer bei jedem einge
stellten Drosselquerschnitt eine gewünschte Dämpfungskenn
linie durch eine jeweils angepaßte Federhärte einstellen
zu können, sei es degressiv, progressiv oder auch linear.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale im kennzeichnenden
Teil des Anspruchs 1 gelöst. Das Prinzip der Erfindung be
steht also darin, eine an sich bekannte Verstellung einer
Drehscheibe zur Veränderung der Drosselquerschnitte zu
koppeln mit der Verstellung einer Federscheibe, die dem
Dämpfungsmitteldruck je nach Einstellung mehr oder weniger
nachgibt, weil sie nicht rund ist, sondern beispielsweise
Federflügel besitzt, die die Durchgangsbohrungen mehr oder
weniger bedecken. Ideal wäre zwar die Möglichkeit, Dreh
scheibe und Federscheibe unabhängig voneinander zu ver
stellen, beispielsweise dadurch, daß die Drehstange für
die Drehscheibe ein Rohr ist, durch welches eine zweite
Drehstange für die Federscheibe geführt ist. Zwei Antriebe
für diese eine Ventilanordnung wären aber konstruktiv sehr
aufwendig, so daß eine starre Kopplung der beiden Scheiben
bevorzugt wird.
Neben der Wahl des Umrisses besteht noch die Möglichkeit,
über ein differenziertes Profil der Federflügel - bei
spielsweise keilförmig oder gestuft - oder durch Schich
tung mehrer Federscheiben die Charakteristik festzulegen.
Es bietet sich an, die Winkelverstellung der Drehscheibe
und der Federscheibe über einen elektrischen Motor vorzu
nehmen. Dazu ist es vorteilhaft, eine stufenlose Verstel
lung zu ermöglichen oder zur Verwirklichung einer nähe
rungsweise stufenlosen Verstellung einen Schrittmotor mit
möglichst kleinen Winkelschritten zu verwenden.
Aus Sicherheitsgründen kann eine Rückstellfeder in eines
der drehbaren Teile einerseits und in ein gehäusefestes
Teil andererseits eingehängt werden, so daß bei defektem
Antrieb die Verstelleinrichtung automatisch auf einen An
schlag zurückgezogen wird, der die Anordnung in der här
testen Einstellung hält.
Auch das Bodenventil des Schwingungsdämpfers kann ent
sprechend der Ventilanordnung am Dämpfungskolben ausgelegt
sein. Über einen zweiten Antrieb können dann Druck- und
Zugcharakteristik unabhängig voneinander gewählt werden.
Weitere vorteilhafte Merkmale werden im folgenden anhand
dreier Abbildungen veranschaulicht. Es zeigt:
Fig. 1 eine Dämpfungskolbenanordnung eines erfin
dungsgemäßen Schwingungsdämpfers,
Fig. 2 einen Schwingungsdämpfer in Gesamtansicht,
Fig. 3 ein Diagramm mit den Kennlinien bekannter
und erfindungsgemäßer Schwingungsdämpfer.
Der genaue Aufbau des Dämpfungskolbens wird aus Fig. 1
deutlich. Hier setzt sich der Dämpfungskolben 1 aus dem
Kolbenkörper 2 und dem Kolbeneinsatz 3 zusammen. Durch den
Dämpfungskolben 1 und die Kolbenstange 4, die am Kolben
körper 2 befestigt ist, führt die Drehstange 5, die mit
der Drehscheibe 6, welche zwischen Kolbenkörper 2 und Kol
beneinsatz 3 liegt, und an der unteren Kolbenstirnseite
mit der Federscheibe 7 starr gekoppelt ist. Der Dämpfungs
kolben 1 besitzt Durchlässe 8 und 11, die in zwei ver
schiedenen Radien am Umfang verteilt sind. Die weiter in
nen liegenden Durchlässe 8 sind im oberen Kolbenteil, also
im Kolbenkörper 2, als dünne Bohrungen gestaltet, deren
gesamte Querschnittsfläche nach der weichsten gewünschten
Dämpfung ausgelegt ist. Diese Bohrungen werden in der
Drehscheibe 6 fortgeführt und erweitern sich im Kolbenein
satz 3 zu den Entspannungsbohrungen 9, wo sich das Druck
mittel ausbreiten kann, bevor es auf die Federscheibe 7
trifft. Diese ist mit Federflügeln versehen, die die Ent
spannungsbohrungen 9 ganz oder teilweise bedecken können
und sich bei Druck von oben aufbiegen können. Die Feder
scheibe 7 ist durch die Mutter 15 am Gewinde 14 an der
Drehstange 5 befestigt und wird durch die Zwischenhülse 10
in ihrer Axialposition gehalten.
Wird die Drehstange 5 aus der dargestellten weichsten
Dämpfereinstellung verdreht, werden die Bohrungen in der
Drehscheibe 6 gegen die Durchlässe 8 im Kolbenkörper 2
versetzt, so daß der Öffnungsquerschnitt verkleinert wird.
Zugleich werden die Entspannungsbohrungen 9 von der Feder
scheibe 7 je nach gewünschter Charakteristik mehr verdeckt
oder mehr freigegeben.
Die radial weiter außen liegenden Durchlässe 11 im Kolben
körper 2 wirken mit der Federscheibe 12 als Rückschlagven
til, welches in Zugrichtung schließt und in Druckrichtung
öffnet. Der Dämpfungskolben ist gegen die Zylinderwand 16
mit dem Dichtelement 13 abgedichtet.
Fig. 2 zeigt in Gesamtansicht einen Schwingungsdämpfer, in
den die Anordnung nach Fig. 1 eingebaut ist. Die Drehstan
ge 5 verläuft aufwärts durch die gesamte Kolbenstange 4
und wird am oberen Ende von einem Schrittmotor 17 in klei
nen Winkelschritten verstellt. Bei einem Defekt des
Schrittmotors 17 sorgt die Rückstellfeder 21 dafür, daß
die Drehstange 5 in eine Position zurückfährt, die dem
kleinsten Öffnungsquerschnitt der Durchlässe 8 entspricht.
Die Anschlagvorrichtung 22 hindert die Verstellanordnung,
über diese Position hinaus zu schwingen.
Etwa genauso wie die Anordnung im Dämpfungskolben 1 ist
das Bodenventil 18 aufgebaut. Jedoch ist es fest im Ar
beitszylinder verankert, und seine Drehstange 19 führt
nach unten zu einem zweiten Schrittmotor 20. Aus Sicher
heitsgründen sind auch hier eine Rückstellfeder 23 und ei
ne Anschlagvorrichtung 24 vorgesehen.
Fig. 3 stellt den weiten Arbeitsbereich dar, den man mit
einem solchen Dämpferaufbau abdecken kann. Dieser Arbeits
bereich ist hier mit einer schraffierten Fläche darge
stellt. Dabei ist die Dämpfungskraft F über der Kolbenge
schwindigkeit v aufgetragen. Mit bisherigen Konstruktionen
waren beispielsweise nur Charakteristiken zu verwirk
lichen, die bei weicher Einstellung der Kennlinie 25 und
bei harter Einstellung der Kennlinie 26 entsprachen, wo
also bei Wahl der Dämpfungscharakteristik in einer Ein
stellung bei anderen Einstellungen keine Variation mehr
möglich war.
Mit einem erfindungsgemäßen Schwingungsdämpfer lassen sich
jedoch nahezu beliebige Rennlinien innerhalb des Arbeits
bereiches wählen, in denen die Feder in ihrer Formgebung
und Winkeleinstellung so ausgelegt wird, daß sie dem Dämp
fungsmittel jeweils eine angepaßte Federhärte entgegen
setzt. Dabei werden die Rennlinien im oberen rechten
Quadranten des Diagramms vom Zugstufenventil, also vom
Dämpfungskolben 1 bestimmt, während für den unteren linken
Quadranten das Bodenventil 18 ausschlaggebend ist, so daß
selbst Zug- und Druckcharakteristik bei Bedarf unabhängig
voneinander gewählt werden können.
1
Dämpfungskolben
2
Kolbenkörper
3
Kolbeneinsatz
4
Kolbenstange
5
Drehstange
6
Drehscheibe
7
Federscheibe
8
Durchlässe
9
Entspannungsbohrungen
10
Zwischenhülse
11
Durchlässe
12
Federscheibe
13
Dichtelement
14
Gewinde
15
Mutter
16
Zylinderwand
17
Schrittmotor
18
Bodenventil
19
Drehstange
20
Schrittmotor
21
Rückstellfeder
22
Anschlagvorrichtung
23
Rückstellfeder
24
Anschlagvorrichtung
25
Kennlinie (Stand der Technik, harte Einstellung)
26
Kennlinie (Stand der Technik, weiche Einstellung)
Claims (10)
1. Regelbarer Schwingungsdämpfer für Kraftfahrzeuge mit
einem Dämpfungsmittel enthaltenden Arbeitszylinder, der
von einem Dämpfungskolben mit nach oben führender Kol
benstange in zwei Arbeitskammern geteilt wird, wobei
der Dämpfungskolben am Umfang verteilte axiale Durch
lässe zwischen den beiden Arbeitskammern besitzt, von
denen zumindest ein Teil über eine drehbare Verstell
vorrichtung änderbare Öffnungsquerschnitte aufweist,
dadurch gekenzeichnet, daß die Verstell
vorrichtung eine Drehscheibe (6) und mindestens eine
damit starr gekoppelte erste Federscheibe (7) aufweist,
welche sich an der unteren Stirnseite des Dämpfungskol
bens (1) befindet, wobei beide Scheiben (6, 7) Durch
brüche oder radiale Ausnehmungen aufweisen, die in
ihrer Winkelverteilung den Durchlässen (8) im Dämp
fungskolben (1) entsprechen, und die erste Federscheibe
(7) vom Dämpfungsmitteldruck nach unten aufgebogen wer
den kann, wenn sich der Dämpfungskolben (1) in Zugrich
tung, also nach oben bewegt.
2. Regelbarer Schwingungsdämpfer nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die erste Federscheibe
(7) dieselbe Anzahl von Federflügeln besitzt wie der
Dämpfungskolben (1) Durchlässe (8), deren Öffnungsquer
schnitte von der Verstelleinrichtung verändert werden
können.
3. Regelbarer Schwingungsdämpfer für Kraftfahrzeuge nach
Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Federflügel ein differenziertes Profil besitzen oder
mehrere Federscheiben mit verschiedenen breiten Feder
flügeln geschichtet angeordnet sind zur Variation der
Federhärte.
4. Regelbarer Schwingungsdämpfer nach einem der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die starre Kopplung der Drehscheibe (6) und der
ersten Federscheibe (7) über eine Drehstange (5) er
folgt, welche mit radialem Spiel durch die Kolbenstange
(4) und den Dämpfungskolben (1) verläuft, und welche am
oberen Ende der Kolbenstange (5) über einen elektrisch
betätigten Antrieb um ihre Achse gedreht werden kann.
5. Regelbarer Schwingungsdämpfer nach einem der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehscheibe (6) im Dämpfungskolben (1) liegt
und daß sich zwischen Drehscheibe (6) und erster Feder
scheibe (7) ein Teil (3) des Dämpfungskolbens (1) be
findet, in welchem die Durchlaßquerschnitte (9) gegen
über den Durchlaßquerschnitten (8) oberhalb der Dreh
scheibe (6) erweitert sind.
6. Regelbarer Schwingungsdämpfer nach einem der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehscheibe (6) und die erste Federscheibe (7)
einen kleineren Durchmesser als der Dämpfungskolben (1)
haben, und daß der Dämpfungskolben (1) außerhalb der
Scheibenradien weitere axiale Durchlässe (11) besitzt,
die von einer zweiten Federscheibe (12) an der oberen
Stirnseite des Dämpfungskolbens (1) verdeckt sind, so
daß diese zweite Federscheibe (12) mit diesen Durchläs
sen (11) als Rückschlagventil zusammenwirkt, welches in
Abwärtsrichtung sperrt und in Aufwärtsrichtung öffnet,
wobei die zweite Federscheibe (12) die weiter innen
liegenden Durchlässe (8) im Dämpfungskolben (1) frei
läßt.
7. Schwingungsdämpfer nach einem der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
elektrisch angesteuerte Antrieb ein Schrittmotor (17)
ist, der Winkelschritte von weniger als drei Grad er
möglicht.
8. Regelbarer Schwingungsdämpfer nach einem der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß mit mindestens einem der drehbaren Elemente einer
seits und einem gehäusefesten Teil andererseits eine
Rückstellfeder (21) im Eingriff ist, die bei Ausfall
des Antriebs für die drehbare Verstelleinrichtung die
selbe auf einen Anschlag (22) in die Stellung des
kleinsten Durchlaßquerschnittes zurückdreht.
9. Regelbarer Schwingungsdämpfer nach einem der vorherge
henden Ansprüche, gekennzeichnet durch ein
Bodenventil (18), welches wie eine Dämpfungskolbenan
ordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche aufge
baut ist, jedoch gehäusefest im Arbeitszylinder veran
kert ist, und dessen Drehstange (19) nicht durch eine
Kolbenstange sondern durch eine gehäusefeste Führung
nach unten verläuft.
10. Regelbarer Schwingungsdämpfer nach einem der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Einstellung der Drosselquerschnitte im Dämp
fungskolben (1) und im Bodenventil (18) unabhängig von
einander erfolgen kann über zwei Antriebe (17, 20).
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904033115 DE4033115C2 (de) | 1990-10-18 | 1990-10-18 | Regelbarer Schwingungsdämpfer für Kraftfahrzeuge |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904033115 DE4033115C2 (de) | 1990-10-18 | 1990-10-18 | Regelbarer Schwingungsdämpfer für Kraftfahrzeuge |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4033115A1 DE4033115A1 (de) | 1992-04-23 |
| DE4033115C2 true DE4033115C2 (de) | 1999-07-08 |
Family
ID=6416574
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DE19904033115 Expired - Fee Related DE4033115C2 (de) | 1990-10-18 | 1990-10-18 | Regelbarer Schwingungsdämpfer für Kraftfahrzeuge |
Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE4033115C2 (de) |
Families Citing this family (5)
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|---|---|---|---|---|
| DE102005024488A1 (de) * | 2005-05-27 | 2006-11-30 | Daimlerchrysler Ag | Vorrichtung und Verfahren zur Beeinflussung der Dämpfungskraftcharakteristik einer Fahrwerksaufhängung eines Kraftfahrzeugs |
| DE102005024487A1 (de) * | 2005-05-27 | 2006-11-30 | Daimlerchrysler Ag | Vorrichtung und Verfahren zur Beeinflussung der Dämpfungskraftcharakteristik einer Fahrwerksaufhängung eines Kraftfahrzeugs |
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| CN118705317B (zh) * | 2023-03-27 | 2025-10-17 | 比亚迪股份有限公司 | 减振器的减振活塞、减振器和悬架系统 |
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1990
- 1990-10-18 DE DE19904033115 patent/DE4033115C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4033115A1 (de) | 1992-04-23 |
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