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Vorrichtung zum Wenden des keimenden Malzes. Das Umstechen des Malzes
während der Keimung auf der Malztenne, das bisher in unvollkommener Weise mittels
Schaufeln geschah, kann nicht mit genügender Gleichmäßigkeit durchgeführt werden,
um eine hinreichende und regelmäßige Lüftung der Körner zu sichern. Außerdem aber
braucht man bei der Verwendung der Schaufeln berufsmäßige Arbeiter, was häufig Schwierigkeiten
verursacht, insbesondere an den Sonntagen, wenn die Beete infolge der Erhitzung
umgestochen werden sollten, was oft nicht möglich ist, weil das erforderliche Personal
fehlt. ' Die Erfindung bezweckt nun, das Umstechen des Malzes mechanisch in der
Weise durchführen zu lassen, daß ein gleichmäßiges und vollständiges Wenden auf
eine angemessene Tiefe erfolgen kann. Der Vorgang kann so bedeutend schneller, mit
größerer Gleichmäßigkeit und bei einer bedeutenderen Getreidemenge durchgeführt
werden. Das Ergebnis ist eine vollkommene Lüftung des Malzes und infolgedessen eine
lebhaftere und regelmäßigere Keimung.
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Die Erfindung besteht darin, daß über der Malztenne eine Vorrichtung
mit umlaufenden Schaufeln angeordnet wird, die auf einer Gleitbahn eine hin und
her gehende Bewegung ausführen kann und deren Schaufeln oder Löffel in dem Maße,
als die Vorrichtung vorrückt, in aufeinanderfolgenden regelmäßigen Intervallen in
das keimende Gut bis zur Oberfläche der Malztenne eindringen und die gehobenen Körner
nach hinten werfen. Auf diese Weise wird das Beet bei jedem Durchgang der Vorrichtung
um etwa einen halben Meter weitergerückt. Diese Vorrichtung läuft auf einer Schienenführung,
die das Umstechen des Gutes nur in einer Richtung gestattet, während der Apparat
bei dem Rücklauf über das Beet angehoben wird und leer läuft.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt,
und zwar zeigt Abb. i eine Vorderansicht der Vorrichtung, auf ihren Führungsschienen
rollend; Abb.2 ist eine entsprechende End- oder Seitenansicht, während Abb. 3 in
kleinerem Maßstabe die Einrichtung der Laufbahn zeigt, wobei ein Teil in der Mitte
herausgebrochen ist.
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In dem dargestellten Ausführungsbeispiel wird die Umstechvorrichtung
von einem Zylinder i gebildet, der in einem Rahmen z von rechteckiger Form auf seinem
Lagerzapfen sich dreht. Das Gestell 2 ist beispielsweise aus U-Eisen gebildet. Auf
dem Zylinder sind die Wendeschaufeln oder Löffel 3 in Reihen angeordnet, und zwar
sind sie so nebeneinandergesetzt, daß jede von ihnen nur eine verhältnismäßig geringe
Breite besitzt, damit sie auf eine nicht sehr große Menge des Gutes einwirken. Die
angrenzenden Schaufeln überdecken sich gegenseitig derart, daß, da die Länge des
Apparates gleich der Breite der Malztenne ist, kein Teil des Malzbeetes dem Wendevorgang
sich entziehen kann. Diese Schaufeln besitzen die Form eines halben Löffels, d.
h. sie weisen eine höhere vordere Kante und einen einseitig erhöhten Rand auf, die
mit dem Boden des Löffels durch eine Längs-und eine Querkrümmung derart verbunden
sind, daß das erfaßte Keimgut in der Querrichtung verlegt wird, ehe es in der Längsrichtung
hinter den Wagen geworfen wird.
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Der Rahmen 2 ruht auf Gleit- und Zugrollen 4, die paarweise vorn und
hinten an der Vorrichtung
angeordnet sind und die auf Führungsschienen
laufen, die beispielsweise die Form eines U-Eisens haben und mit ihren äußersten
Enden in die Mauern der Keimkammer eingemauert sein können.
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Auf dem Rahmen 2 erheben sich vor und hinter der Achse des Zylinders
i Ständer oder Stützen 5, die durch Traversen 6 und Querstücke 7 so miteinander
verbunden sind, daß sie einen Rahmen bilden, auf dem ein Elektromotor 8 gelagert
ist, der die Vorrichtung antreiben soll. Die Welle 9 dieses Motors ruht in passenden
Lagern io und trägt je ein Zahnrad =i, das die Bewegung auf ein Zahnrad 12 auf den
Drehzapfen 13 des Zylinders i überträgt. Zwischen beiden Zahnrädern ist eine Übersetzung
1..1. angeordnet, deren Zahnräder die Geschwindigkeit des Motors auf ein passendes
Verhältnis vermindern, so daß, wenn beispielsweise der Motor iooo Touren in der
Minute hat, die Umlaufgeschwindigkeit des Zylinders etwa 35 Touren beträgt. Das
Zahnrad 12 auf dem Drehzapfen des Zylinders i greift in ein Zahnrad von größerem
Durchmesser, welches auf der `'Pelle der vorderen Gleitrollen 4 verkeilt sitzt,
die die Zugrollen bilden.
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Über den Schienen 15, welche die Laufbahn der Vorrichtung bilden,
ist eine andere Bahn eingerichtet, die von der erstgenannten ungefähr
0,30 m entfernt liegt, d. h. in einer Höhe, die etwa gleich derjenigen der
Kornbeete ist, über welche die Vorrichtung bei ihrer Rücklaufbewegung, d. h. während
des Leerlaufes, hinweggehen muß. Diese Hilfsbahn 16 hat die gleiche Länge wie die
Malztenne und besitzt an ihren beiden Enden Zungenweichen 17 und 18, die durch Scharniere
mit ihr verbunden sind. Die Weiche 17 ruht gewöhnlich mit ihrem freien Ende auf
der normalen Bahn 15, während die andere, 18, durch eine Feder i9 derart angehoben
ist, daß sie die Verlängerung der Hifsbahn 16 bildet und in dieser Lage durch einen
beliebigen Anschlag oder Widerlager festgehalten werden kann.
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Wenn der Motor 8 in Gang gesetzt wird, dreht sich der Zylinder i,
und die Schaufeln 3 greifen in die Körnerbeete auf der Malztenne, während die Vorrichtung
sich langsam in Pfeilrichtung 20 längs des Schienenweges 15, auf dem sie ruht, verschiebt.
Nachdem die Vorrichtung über die Enden des Malzbodens hinaus ist, gehen die Zugrollen
unter der Zungenweiche 17 hindurch, diese fällt infolge ihres eigenen Gewichtes
sogleich wieder herunter, nachdem die Vorrichtung vorüber ist. In diesem Augenblick
kommt der Anker des Motors in Kontakt mit einem Umschalter, der die Drehrichtung
ändert, und die Vorrichtung beginnt ihren Rückweg. Die Gleitrollen laufen nun an
der Zungenweiche 17 hinauf und gelangen auf die Hilfsbahn 16, wodurch die ganze
Vorrichtung über die Malztenne so weit angehoben wird, daß die Schaufeln nicht mehr
mit dem Getreide in Berührung kommen können. Am Ende des Schienenweges 16 gelangt
die Vorrichtung auf die Weiche 18, die unter ihrem Gewicht sich um ihr Gelenk, die
Feder i9 überwindend, nach unten dreht und die Verbindung mit dem normalen Schienenweg
15 wiederherstellt.
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Sobald die Vorrichtung wieder auf den Schienenweg 15 gelangt und die
Weiche 18 vollständig verlassen hat, hebt sich diese wieder unter der Einwirkung
der Feder i9, während der Motor auf einen Ausschalter trifft und angehalten wird.
Er wird erst nach einer gewissen Zeit wieder in Gang gesetzt, welche durch die Dauer
der Lüftung, die notwendig ist, um eine vollkommene Keimung zu erhalten, bestimmt
wird.
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Es ist augenscheinlich, daß man im einzelnen von der beschriebenen
Anordnung abweichen und Änderungen vornehmen kann, ohne das Prinzip der Erfindung
zu ändern. So könnte man ohne Schwierigkeit die Zahl der Schaufeln am Zylinder vergrößern
oder verkleinern oder die Vorrichtung mit einer beliebigen Zahl Umstechzylinder
einrichten. Man könnte auch beispielsweise eine Entkupplungsvorrichtung einbauen,
welche den oder die Schaufelzylinder beim Rückgang außer Tätigkeit setzen, während
die Zugrollen in diesem Falle unmittelbar vom Motor angetrieben werden können.