DE4036355C2 - Druckmeßkatheter - Google Patents
DruckmeßkatheterInfo
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Description
Die Erfindung betrifft das Gebiet der Messung von einem oder gleichzei
tig mehreren Differenzdruckwerten in flüssigen Medien als auch von
Verschlußkräften in kollabierenden Organen, vorzugsweise die intrakorpo
rale Druckmessung in physiologischen Flüssigkeiten des Menschen.
Aus dem DD-WP 234.559 ist ein in Kathetern einsetzbarer Meßfühler zur
Ermittlung von Differenzdruckwerten bekannt.
Die Druckmessung erfolgt auf der Basis einer in Silizium integrierten
piezoresistiven Widerstandsstruktur, die zum Schutz gegen mechanische
und chemische Einflüsse in einem Körper aus hochelastischen Material
eingebettet ist, dessen Schichtdicke die Stärke der Siliziummembran um
ein Vielfaches überschreitet.
Um bei Druckmessungen in physiologischen Flüssigkeiten einen kleinen
Kriechfehler zu erreichen, weist dieser Wandler zwei gegenüberliegende
Öffnungen auf. Damit wirkt auf das Sensorelement von der Ober- und
Unterseite der gleiche Druck, eine ungünstige Verschiebung aus der
Ruhelage ist damit ausgeschlossen. Bei richtungsabhängigen Messungen in
kollabierenden Organen wird jedoch durch die der Halbleitermembran abge
wandte Öffnung ein Störkraftanteil auf den Sensor übertragen, der die
Meßergebnisse verfälscht.
Im EP 115.548 wird ein Meßfühler beschrieben, der mittels Silikongummi
unterhalb einer seitlichen Öffnung im Katheter eingeklebt ist. Nachtei
lig ist ein fehlender mechanischer und chemischer Schutz des Halbleiter
fühlerelementes, das in der Katheteröffnung frei liegt. Diese Öffnung
wird bei Messungen im Blut durch Ablagerungen verlegt und es kommt zu
einer Verfälschung des Drucksignales. Weiterhin sind Messungen in kolla
bierenden Organen nur mit Perfusionsflüsigkeit möglich, da die druckem
pfindliche Membran unterhalb des Katheteraußendurchmessers liegt und
somit keinen Druckkontakt zum Organ aufweist.
Aus der DE 38 33 723 ist ein Druckmeßkatheter bekannt, der in seiner Meßspitze einen
Druckmeßfühler trägt. Dieser wird zur Durchführung eines Nullabgleiches dann, während er
sich bei einer Messung in situ befindet, durch einen Referenzdruck beaufschlagt, der die
Abgleichung einer nachgeordneten Auswerteeinheit ermöglicht.
Die Meßspitze ist von einem Ballon dichtend umgeben, der über jene Leitung im Katheter
schlauch, die den Meßfühleratmosphärendruck als Bezugsdruck für die Messung zuführt,
aufgeblasen werden kann. So liegt dann sowohl am Meßanschluß wie auch am Bezugs
anschluß des Meßfühlers jeweils der gleiche Druck vor und die vom Meßfühler gemessene
Druckdifferenz ist somit genau Null.
Aus der DE-OS 38 42 544 ist ein Druckmeßfühler bekannt, dessen Sensor
element einseitig in einem Epoxydharzpfropfen eingespannt und vollstän
dig in einem Umhüllungskörper aus hochelastischen Material eingebettet
ist. Dieser Umhüllungskörper wird in radialer Richtung durch ein Kanü
lengehäuse mit einer seitlichen Öffnung und in axialer Richtung durch
zwei Epoxydharzpfropfen inkompressibel umgrenzt. Bei Anlegen eines Meß
druckes an die seitliche Öffnung des Kanülengehäuses breitet sich der
Druck im inkompressiblen und hochelastischen Umhüllungskörper allseitig
aus, so daß er sowohl auf der drucksensitiven Membranseite als auch auf
der Gegenkörperseite des Sensorelementes wirkt. Dadurch gibt es keine
Verschiebung des Sensorelementes aus der Ruhelage, wodurch Kriechfehler
minimiert werden. Auf Grund der einseitigen Aufhängung und starren
Einbettung des Sensorelementes können sich jedoch auf das Sensorgehäuse
wirkende Störeinflüsse auf die Halbleitermembran fortsetzen und zu Ver
fälschungen des Meßsignals führen.
Insbesondere handelt es sich hierbei um über den Katheter übertragene
Kräfte bei der Rückzugsmanometrie in der Urologie und um thermische
Spannungen auf Grund der unterschiedlichen Temperaturausdehnungskoeffi
zienten von Gehäusematerial und Sensorelement.
Insgesamt gesehen ergeben sich damit für alle drei Lösungen Einschrän
kungen hinsichtlich des medizinischen Gebrauchswertes.
Das der Erfindung zugrunde liegende Problem besteht darin, einen univer
sell anwendbaren Druckmeßkatheter zu schaffen, dar richtungsabhängige
Druckmessungen ermöglicht, kleine Kriechfehler aufweist, Messungen in
kollabierenden Organen ohne Perfusion realisiert sowie einen hohen
Schutz gegen mechanische und chemische Einflüsse besitzt, wobei über das
Sensorgehäuse wirkende Störeinflüsse das Meßsignal nicht verfälschen
sollen.
Das Problem wird durch die im Anspruch 1 gekennzeichnete Erfindung
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den weiteren
Ansprüchen angegeben.
Überraschenderweise führt die schwimmende Aufhängung des Druckmeßfühlers
mittels des den drucksensitiven Bereich der Halbleitermembran abdecken
den Ankoppelkörpers nicht zu einer Verschlechterung des Liniaritäts
fehlers und zu keiner Erhöhung des Kriechfehleranteils. Der außerhalb
des Meßfensters anliegende Druck wird linear auf den drucksensitiven
Bereich der Halbleitermembran übertragen, obwohl der Ankoppelkörper
keine vollständige inkompressible Umgrenzung durch feste Gehäuseteile
oder andere Konstruktionselemente aufweist. Damit kann der Vorteil
eines hohen Schutzes der Halbleitermembran gegen mechanische und che
mische Einflüsse durch den Ankoppelkörper voll genutzt werden, ohne die
beim Stand der Technik bisher vorhandenen Meßwertverfälschungen durch
Störeinflüsse in Kauf nehmen zu müssen. Kräfte, die von thermischen
Fehlanpassungen oder von Störeinflüssen auf das Gehäuse herrühren, wir
ken vorzugsweise parallel zur Sensoroberfläche und werden durch die
elastische Aufhängung absorbiert, indem eine das Meßsignal nicht ver
fälschende Relativbewegung des Meßfühlers zum Gehäuse in dieser Richtung
ermöglicht wird.
Das erfindungsgemäße Konstruktionsprinzip ermöglicht eine einfache An
ordnung von mehreren Druckmeßfühlern an einer Stelle des Katheters
radial um den Umfang verteilt gemäß Anspruch 2. Damit eröffnet sich die
Möglichkeit einer zeitparallelen Druckaufnahme in verschiedenen radialen
Richtungen, bevorzugt an einer Stelle.
Durch einen konvex überstehenden Ankoppelkörper können Verschlußkräfte
von kollabierenden Organen richtungsselektiv und ohne zusätzliche Flüs
sigkeitsankopplung erfaßt werden. Insbesondere in Verbindung mit der
Mehrfachanordnung von Sensoren nach Anspruch 2 können damit z. B. urolo
gische Meßwertgrößen (Urethradruckprofil) höherer Aussagekraft und ge
ringerer Patientenbelastung gewonnen werden.
Weiterhin ermöglicht die erfindungsgemäße Lösung den Aufbau von Sensoren
mit stirnseitiger Druckeinleitung (open-end) bei Beibehaltung der bis
herigen Einbaulage des Sensors, indem sich der Ankoppelkörper bis in das
stirnseitige Ende des distal angeordneten Kanülgehäuses erstreckt und
das dort angeordnete Meßfenster festhaftend umschließt und ausfüllt.
Die Erfindung soll nachfolgend anhand der in den Zeichnungen wiedergege
benen Ausführungsbeispiele näher erläutert werden.
Es zeigen
Fig. 1 - einen Längsschnitt durch einen Druckmeßkatheter mit
einem Meßfühler,
Fig. 2 - einen Querschnitt durch einen Druckmeßkatheter mit vier
radial angeordneten Meßfühlern zur zeitparallelen Mehr
fachdruckmessung,
Fig. 3 - einen Längsschnitt durch das distale Ende des Druckmeß
katheters mit stirnseitiger Druckankopplung.
Der Kopf des Druckmeßkatheters gemäß Fig. 1 besteht aus einem rohr
förmigen Kanülengehäuse 1, das ein als seitliche Öffnung ausgebildetes
Meßfenster 2 aufweist. Ein Druckmeßfühler 3 verfügt über eine Halb
leitermembran 4 mit drucksensitiven Elementen und einen ebenfalls aus
Halbleitermaterial gebildeten Gegenkörper 5. Der Ankoppelkörper 6 aus
hochelastischen Silikonkautschuk dient sowohl zur elastischen Aufhängung
des Druckmeßfühlers 3 an der inneren Längsseite des Kanülgehäuses 1
sowie zur Abdichtung des Meßfensters 2 gegen den inneren Hohlraum des
Druckmeßkatheters als auch der Druckankopplung des Meßobjektes an die
druckempfindliche Halbleitermembran 4. Zu diesen Zwecken ist der Ankop
pelkörper 6 mit der Oberseite des Druckmeßfühlers 3 einschließlich des
drucksensitiven Bereiches der Halbleitermembran 4 sowie mit den das
Meßfenster 2 umgebenden inneren Gehäuseteilen des Kanülgehäuses 1 fest
haftend verbunden. Gleichzeitig füllt er auch das Meßfenster 2 im we
sentlichen aus.
Das Kanülgehäuse 1 ist über Stutzen 7 mit dem Katheterschlauch 8 verbun
den, der der Zuführung des Referenzdruckes sowie der Anschlußdrähte 9
dient.
Die Referenzdruckkammer wird durch die Halbleitermembran 4 und den
Gegenkörper 5 gebildet.
Den kopfseitigen Abschluß des Druckmeßkatheters bildet eine Epoxydharz
kuppe 10.
In Fig. 2 ist die hintere Meßstelle eines urologischen Mehrfachdruck
meßkatheters im Querschnitt dargestellt.
Während der ca. 5 cm von dieser Meßstelle entfernte Kopfwandler den
Druck in der Versika mißt, ermittelt die vorteilhafte Anordnung von vier
Druckmeßfühlern 3a, 3b, 3c und 3d in den Raumrichtungen "12, 3, 6
und 9 Uhr" die räumliche Druckverteilung in der Urethra.
Dabei ist jeder Druckmeßfühler unter den jeweils zugeordneten Druckmeß
fenstern 2a, 2b, 2c und 2d schwimmend aufgehängt, wobei die jewei
ligen Ankoppelkörper 6a, 6b, 6c und Gd durch Luftspalte 11 voneinan
der getrennt sind. Der verbleibende Hohlraum 12 dient wiederum zur
Zuführung des Referenzdruckes und dem Verlegen von Anschlußdrähten.
Durch diese vorteilhafte Ausführungsform des Druckmeßkatheters können
die Druckprofile der Urethra während eines Rückzugvorganges ermittelt
werden. Bisher waren hierfür vier einzelne Rückzüge erforderlich, wobei
der Katheter jeweils um 90 Grad um seine Längsachse gedreht werden
mußte.
Dadurch wird die Belastung des Patienten verringert, der Zeitaufwand bei
der Messung reduziert und die Genauigkeit der Meßergebnisse gesteigert.
Zur Reduzierung der Zahl der Anschlußdrähte ist eine Abfrage dar vier
Meßfühler im Multiplexbetrieb über 2 Leitungen realisierbar.
Fig. 3 zeigt die Möglichkeit einer stirnseitigen Druckankopplung bei
Beibehaltung der Meßfühleranlage im Kanülengehäuse. Dazu ist das Meß
fenster 2 als stirnseitige Öffnung im Kanülengehäuse 1 ausgebildet.
Der Ankoppelkörper 6 haftet nicht nur fest an den inneren Gehäuseteilen
des Kanülengehäuses 1 und der Oberseite des Druckmeßfühlers 3, sondern
erstreckt sich bis in das stirnseitige Ende des Kanülengehäuses 1,
umschließt das dort angeordnete Meßfenster 2 und füllt es im wesent
lichen aus. Die Druckankoppelfläche 13 ist dabei konkav geformt, um
Störeinflüsse durch Berührungskräfte an Gefäßwandungen zu vermeiden.
Bei Messungen von Verschlußkräften in kollabierenden Organen ist es
demgegenüber sinnvoll, den Ankoppelkörper konvex über das seitlich an
geordnete Meßfenster hinausragen zu lassen.
Claims (4)
1. Druckmeßkatheter mit mindestens einem in den Katheterschlauch einge
setzten Kanülengehäuse mit mindestens einem Druckmeßfenster und einem
diesen zugeordneten Druckmeßfühler, der eine Halbleitermembran mit
drucksensitiven Elementen aufweist, wobei im Kanülengehäuse und im
Katheterschlauch miteinander verbundenen Hohlräume zur Zuführung eines
Referenzdruckes und von Anschlußdrähten vorhanden sind, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Befestigung des Druckmeßfühlers an der inneren
Längsseite des Kanülengehäuses durch schwimmende Aufhängung mittels
eines abdichtenden, hochelastischen und inkompressiblen Ankoppelkörpers
erfolgt, der mit der Oberseite des Druckmeßfühlers einschließlich des
drucksensitiven Bereiches der Halbleitermembran sowie mit den das Meß
fenster umgebenden inneren Gehäuseteilen festhaftend verbunden ist und
dabei auch das Meßfenster vollständig ausfüllt, wobei der Ankoppelkörper
freie seitliche Oberflächenbereiche aufweist, die nicht durch Gehäuse
teile oder den Druckmeßfühler begrenzt werden.
2. Druckmeßkatheter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an
mindestens einer Stelle des Katheters radial um den Umfang verteilt
mehrere Druckmeßfühler unter jeweils zugeordneten Druckmeßfenstern
schwimmend aufgehängt sind, wobei die jeweiligen Ankoppelkörper durch
Luftspalte voneinander getrennt sind.
3. Druckmeßkatheter nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Ankoppelkörper das Kanülengehäuse im Bereich des Meßfensters
konvex überragt.
4. Druckmeßkatheter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich
der Ankoppelkörper bis in das stirnseitige Ende des distal angeordneten
Kanülengehäuses erstreckt und das dort angeordnete Meßfenster festhaf
tend umschließt und ausfüllt.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19904036355 DE4036355C2 (de) | 1990-11-15 | 1990-11-15 | Druckmeßkatheter |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4036355A1 DE4036355A1 (de) | 1992-05-21 |
| DE4036355C2 true DE4036355C2 (de) | 1999-09-16 |
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|---|---|---|---|
| DE19904036355 Expired - Lifetime DE4036355C2 (de) | 1990-11-15 | 1990-11-15 | Druckmeßkatheter |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4036355C2 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE20116879U1 (de) | 2001-10-13 | 2001-12-20 | REHAU AG + Co., 95111 Rehau | Vorrichtung zur Bestimmung des intrazerebralen Druckgradienten |
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Also Published As
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|---|---|
| DE4036355A1 (de) | 1992-05-21 |
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