DE4040953C2 - Vorrichtung zur spannungsfreien Herstellung von Fahrradrahmen - Google Patents
Vorrichtung zur spannungsfreien Herstellung von FahrradrahmenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur spannungsfreien
Herstellung von Fahrradrahmen nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Es ist eine derartige Vorrichtung zum Löten von Fahrradrahmen
bekannt, bei der die Lage des Steuerkopfrohres nur
durch seine Halterung festgelegt ist (s. Radmagazin
"Tour" Sonderheft "Velo-Werkstatt III" 1990, S. 64
untere Abbildung).
Diese und andere Vorrichtungen können beim Löten
oder Schweißen die temperaturbedingten Längenänderungen
nur schwer aufnehmen. Es entstehen daher für
die Verbindung nachteilige Spannungen.
Die Erfindung will eine Vorrichtung zur einfachen
und spannungsfreien Herstellung hochwertiger Fahrradrahmen
unterschiedlichster Geometrien schaffen.
Sie sieht daher vor, daß bei einer solchen Vorrichtung
der eingangs genannten Art
die Halterung des Steuerkopfrohres gegenüber
ihrer vom Steuerkopfrohr beabstandeten
Befestigung an der Vorrichtung nachgiebig ist
und zusammen mit der Passung
oder Muffe zum Ober- oder Unterrohr die Lage des Steuerkopfrohres fest
legt. Die Nachgiebigkeit bewirkt, daß das Steuerkopfrohr
und das mit diesem zu verbindende Rohr
bei thermischen Längenänderungen nicht von der Halterung
unter Spannung gesetzt werden.
Durch den Abstand der
Festlegungspunkte der Halterung des Steuerkopfrohres von diesem wirken sich
kleine seitliche Fehler nicht gravierend auf die
Parallelität des Steuerkopfrohres zur Rahmenmittelebene
aus. Dabei bewegt sich die Passung oder Muffe
zum Ober- oder Unterrohr als ein Festlegungspunkt
bei thermischen Längenänderungen des Ober- oder
Unterrohres nur in der Rahmenmittelebene.
Das Steuerkopfrohr wird vorzugsweise nur an
einem seiner Enden gehalten (Anspruch 2). Bei einer
solchen Vorrichtung soll das in Anspruch 6 beschriebene
Verfahren beim Löten oder Schweißen den Abfluß
von Wärme auf die Halterung verhindern und dadurch
an der Verbindungsstelle eine gleichmäßige Wärmeverteilung
ermöglichen. Diese ist erforderlich, soll
das Lot durch die Kapillarwirkung die ganze Muffe
oder Verbindungsstelle auffüllen bzw. das Schweißgut
mit beiden Rohren völlig verschmelzen. So kann
ausreichende Festigkeit und dauerhafte Steifigkeit
gesichert werden.
Weitere vorteilhafte Ausführungen werden in den
Ansprüchen 3 bis 5 beschrieben.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer
Zeichnung näher erläutert.
Auf einem Ständer 1 ist eine waagerechte Schiene 2
und auf dieser eine nach oben ragende Schiene 3 angebracht.
Die waagerechte Schiene 2 trägt eine Befestigung
oder Führung 17 der Halterung 13 für das
Steuerkopfrohr 5, die Halterung 14 für das Tretlagergehäuse
11 und die Halterung 16 für die Ausfallenden
12. An der aufrechten Schiene 3 ist die Halterung
15 für das Oberrohr 6 und eine abnehmbare
Platte 4 zur Befestigung der Halterungen 15 für
Unter- und Sitzrohr 7, 8 angebracht.
Die nach oben ragende Schiene 3 weist vorzugsweise
- wie die meisten Sitzrohre - einen Winkel von
ungefähr 74° zur Waagerechten und einen ausreichenden
Abstand zum Tretlagergehäuse 11 auf. Der Sitzrohrwinkel
des zu lötenden Rahmens ist dadurch jedoch
nicht festgelegt. Das Tretlagergehäuse 11
und die Ausfallenden 12 werden von ihren Halterungen
14, 16 in einem für ihre Zugänglichkeit beim Verbinden
mit den Rohren 7, 8 , 9, 10 ausreichenden Abstand
über der waagerechten Schiene 1 gehalten.
Die Halterungen 15 für Ober-, Unter- und Sitzrohr
6, 7, 8, die Halterung 16 für die Ausfallenden 12
und die Befestigung 17 für die Halterung 13 des Steuerkopfrohres
5 sind jeweils verschiebbar angeordnet.
Die Oberrohrhalterung ist parallelverschiebbar und
hält das Oberrohr 6 somit immer waagerecht. Die
Halterung 16 der Ausfallenden 12 ist senkrecht als
auch über eine weitere Führung waagerecht verschiebbar.
Die Befestigung 17 der Halterung 13 des Steuerkopfrohres
5 kann drehbar um eine Achse senkrecht
zur Rahmenmittelebene auf einem eigenen waagerecht
auf der Schiene 2 verschiebbaren Teil angebracht
werden.
Zur Bestimmung aller genannten Verstellmöglichkeiten
können (wie in Anspruch 5 beschrieben) Skalen
angebracht werden.
Die Steuerkopfrohrhalterung 13 kann aus einem
Rohr mit Verdickung auf Steuerkopfrohrinnendurchmesser
bestehen und einem Segment, das durch einen Keil
gegen die Steuerkopfrohrinnenwand gepreßt wird. Der
Keil wird durch eine durch das Rohr geführte Schraube
in Richtung des anderen Endes des Rohres gezogen
(Keil, Schraube und Segment sind nicht gezeichnet).
Zur Aufnahme der Gewichtskraft von Steuerkopfrohr 5
und seiner Halterung 13, die in der Führung bzw.
Befestigung 17 nach unten gleiten könnten, sind verschiedene
Maßnahmen geeignet:
- 1. Die Befestigung (Führung) 17 kann die Halterung 13 fest halten. Die Ausdehnung des Steuerkopfrohres 5 wird durch Biegung des Ober- oder Unterrohres aufgenommen.
- 2. Die Halterung 13 des Steuerkopfrohres 5 kann durch eine Schraubenfeder gegen die Führung (Befestigung) 17 abgestützt werden, wie in der Abbildung zu sehen ist.
- 3. Das Steuerkopfrohr 5 kann durch ein Spannwerkzeug, bestehend aus zwei Haken und einer Schraubenfeder, gegen das Sitzrohr 8 gezogen werden. Die Reibungskraft zwischen Steuerkopfrohr 5 und Ober- oder Unterrohr 6, 7 trägt die Gewichtskraft.
Zum spannungsfreien Löten ist es in Verbindung mit
der dritten Variante sinnvoll, nur Oberrohr 6,
Tretlagergehäuse 11, Steuerkopfrohr 5 und Ausfallenden
12 festzuhalten. Hierfür kann die Platte 4
entfernt werden.
Wird eine nach oben oder unten offene Prismenführung
mit Klemmung als Halterung 15 verwendet, können
unterschiedlichste Rohre (z. B. auch ovale) mittig
gehalten werden.
Zur Steuerung des Lotflusses mit Hilfe der Gewichtskraft
kann die Vorrichtung um eine Achse senkrecht
zur Rahmenmittelebene in der Nähe des Schwerpunktes
drehbar gelagert sein.
Mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung können
nahezu alle bekannten Rahmenformen hergestellt
werden, wobei z. B. für Tandem- oder Liegeradrahmen
auf der waagerechten Schiene 2 eine zusätzliche
Tretlagergehäusehalterung angebracht sein kann.
Ein Fahrradrahmen aus Stahlrohren soll mit Muffen
in der erfindungsgemäßen Vorrichtung besonders spannungsfrei
gelötet werden.
Die Platte 4 ist nicht an der Vorrichtung angebracht.
Aus einer Zeichnung sind alle Maße bekannt, insbesondere
Oberrohrlänge und waagerechter Abstand von
Tretlagermittellinie zur Steuerkopfrohrmittellinie.
Die Rohre sind mit zum Teil gefrästen Passungen versehen
und maßgenau. Rohre und Muffen sind fachgerecht
zum Löten vorbereitet und mit Flußmittel versehen.
An der Vorrichtung werden zuerst senkrechte Oberrohrhöhe
und waagerechter Abstand von Tretlagermittellinie
zur Steuerkopfrohrmittellinie eingestellt,
sodann das Steuerkopfrohr 5 und das Oberrohr 6 in
die Halterungen 13, 15 eingespannt, wobei das Oberrohr
6 waagerecht verschoben wird, bis der Steuerkopfrohrwinkel
des das Oberrohr 6 in der Muffe berührenden
Steuerkopfrohres 5 dem vorgesehenen entspricht.
Nun wird das Tretlagergehäuse 11 auf seine Halterung
14 geschoben und Unterrohr 7 und Sitzrohr 8 mit
Muffen eingefügt. Das Unterrohr 7 lehnt sich einfach
an das Steuerkopfrohr 5 an, das Sitzrohr 8 wird von
dem oben genannten Spannwerkzeug, aus einer Zugfeder
mit zwei Haken bestehend, in Richtung zum Steuerkopfrohr
5 gegen das Oberrohr 6 gezogen. Der vorgesehene
Sitzrohrwinkel ergibt sich nun von selbst.
Das Unterrohr wird mit einem Lotpunkt an die untere
Steuerkopfrohrmuffe geheftet, damit nicht unversehens
ein Spalt unter der Muffe entsteht.
Die Ausfallenden 12 werden in ihrer Halterung 16
eingepannt und die Sitz- und Kettenstreben 10, 9
eingesetzt, wobei die Sitzstreben 10 durch ein im
Stand der Technik bekanntes Werkzeug gegeneinander
gespannt werden, um an der Sattelmuffe nicht zu verrutschen.
Zuerst werden die Ausfallenden 12 mit Sitz- und
Kettenstreben 10, 9, dann die komplette Sitzmuffe
verlötet. Durch sofortiges Lösen der vertikalen Fixierung
der Halterung 16 können die Sitzstreben sich
ungehindert beim Erkalten verkürzen. Danach wird
die obere Steuerkopfrohrmuffe gelötet und nach deren
Erkalten die Halterung 13 entfernt. Nun wird die
untere Steuerkopfrohrmuffe und danach das komplette
Tretlagergehäuse 11 fertiggelötet, wobei wiederum
nach anschließendem Lösen der vertikalen und horizontalen
Fixierung der Halterung 16 die Kettenstreben
sich ungehindert verkürzen können. Zu dem entsprechenden
Zweck läßt sich auch die Fixierung der Oberrohrhöhe
lösen. Unabhängig von der Vorrichtung sind
noch Stege und Anlötteile anzubringen (-löten).
Claims (6)
1. Vorrichtung zur spannungsfreien Herstellung von Fahrradrahmen mit je einer
Halterung für das Steuerkopfrohr, das Tretlagergehäuse und mindestens eines der
übrigen Hauptrohre, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung (13) des
Steuerkopfrohres (5) gegenüber ihrer vom Steuerkopfrohr (5)
beabstandeten Befestigung an der Vorrichtung nachgiebig
ist und zusammen mit der Passung oder Muffe zum Ober- oder Unterrohr (6 oder 7)
die Lage des Steuerkopfrohres festlegt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Steuerkopfrohr (5) von der Halterung
(13) nur an einem seiner Enden gehalten wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
ein langes Rohr als Halterung (13) und
nach späterer Abtrennung als Steuerkopfrohr (5) dient.
4. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Halterungen
(13, 14, 16) für das Steuerkopfrohr (5), das Tretlagergehäuse (11) und die Ausfallenden
(12) auf einer im wesentlichen waagerechten Schiene (2) und die Halterungen (15) für
das Ober- und/oder Unter- und/oder Sitzrohr (6, 7, 8) auf einer von dieser Schiene (2) nach oben
ragenden Schiene (3) angebracht sind.
5. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß durch Skalen
Steuerkopfrohrwinkel, waagerechter Abstand von Tretlagermittellinie zur Mittellinie des
Steuerkopfrohres (5), senkrechte Oberrohrhöhe über der Tretlagermittellinie, Winkel
von Unter- und/oder Sitzrohr (7, 8) zur Senkrechten und waagerechter und/oder
senkrechter Abstand von Ausfallenden (12) und Tretlagermittellinie bestimmbar sind.
6. Verfahren zur spannungsfreien Herstellung von Fahrradrahmen mit einer Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß zuerst die von der Halterung (13) entfernte
Steuerkopfrohrverbindung hergestellt, sodann die Halterung (13) entfernt und dann die
zweite Verbindung des Steuerkopfrohres hergestellt wird.
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