DE4042287C2 - Vorrichtung zum reaktiven Aufstäuben von elektrisch isolierendem Werkstoff - Google Patents

Vorrichtung zum reaktiven Aufstäuben von elektrisch isolierendem Werkstoff

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Description

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum reaktiven Aufstäuben von elektrisch isolierendem Werkstoff, insbesondere SiO2, mit getrennten Magnetronkathoden mit elektrisch isolierten Targets, die jeweils an den Außenenden einer Wechselstromtrafospule angeschlossen sind, sowie mit einer Blende, einer Ringanode sowie kapazitivem Anschluß der Kathoden und mit einer negativen Gleichstromversorgung der Ringanode über eine Mittelanzapfung und induktionsarmer kapazitiver Überbrückung zur Unterdrückung überhöhter positiver Kathodenspannung, d. h. zur Verhinderung von Überschlägen (Arcing).
Bei bekannten Verfahren zum Beschichten von Substraten mit Hilfe von Kathodenzerstäubung und Materialien mit einer hohen Affinität zum Reaktivgas besteht das Problem, daß neben dem Substrat selbst auch Teile der Vorrichtung - wie die Innenwand der Prozeßkammer oder Teile von Blenden - mit elektrisch nicht oder schlecht leitenden Materialien beschichtet werden, was die häufige Änderung der Prozeßparameter, insbesondere auch elektrische Überschläge, während eines einzigen Beschichtungsprozesses oder auch eine häufige Unterbrechung des Prozesses und auch eine häufige Reinigung oder einen Austausch von Teilen der Vorrichtung erforderlich macht.
Bekannt ist eine Einrichtung zum Hochgeschwindigkeits- Gleichstrom-Aufstäuben von isolierenden Oxidschichten, die zur Verhinderung von elektrischen Überschlägen einen Kondensator zwischen Kathoden- und Anodenanschluß vorsieht (DD 221 202 A1).
Weiterhin ist eine Vorrichtung zum reaktiven Gleichstrom- Aufstäuben von isolierenden Schichten, z. B. SiO2 bekannt (DD 120 059), wobei die Vorrichtung eine Kathode, eine Anode und eine ringförmige Hilfselektrode aufweist, die zur Ladungskompensation mit Wechselspannung beaufschlagt wird.
Schließlich ist eine Vorrichtung zum Hochfrequenz-Aufstäuben von metallischen Werkstoffen oder Cermet bekannt (US 3,860,507), wobei die Elektrodenankoppelung über eine Mittelanzapfung einer Sekundärspule und über ein Impedanz- Netzwerk erfolgt.
Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Sputtern von Materialien mit hoher Affinität zu einem Reaktivgas zu schaffen, die einen gleichmäßigen bzw. stabilen Prozeß ermöglicht und eine Reinigung der Teile der Vorrichtung überflüssig macht, und zwar ohne daß herkömmliche bzw. bereits vorhandene Vorrichtungen oder Anlagen hierfür ungeeignet sind bzw. ohne daß an diesen wesentliche oder kostspielige Umbauten oder Änderungen vorgenommen werden müssen. Darüber hinaus soll die Vorrichtung bei langen Betriebszeiten störungsfrei und insbesondere überschlagsfrei arbeiten und dies insbesondere bei reaktiver Abscheidung isolierender Schichten, wie z. B. SiO2, Al2O3, NiSi2-Oxid, ZrO2, TiO2, ZnO.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch drei elektrisch voneinander und von der Sputterkammer getrennte Elektroden gelöst, wobei zwei Elektroden als Magnetronkathoden ausgebildet sind, bei denen jeweils die Kathodenkörper und das Material der Targets elektrisch isoliert miteinander verbunden sind, und die dritte Elektrode als zusätzliche Anode bei der Plasmaentladung wirkt und wobei eine Wechselstromversorgung vorgesehen ist und jede der beiden an diese Stromversorgung angeschlossenen Kathoden in einer Periode der Wechselspannung als negative Elektrode und als positive Elektrode wirkt, so daß eine Plasmaentladung im Sputterprozeß hauptsächlich zwischen den beiden Kathoden erfolgt, wozu die Stromversorgung einen floatenden Ausgang mit drei Anschlüssen aufweist, die beispielsweise aus den beiden Enden einer sekundären Transformatorwicklung mit Mittenanzapfung gebildet sind, wobei die Mittenanzapfung mit dem negativen Pol einer Gleichstromversorgung verbunden ist, deren Spannung etwa der effektiven Spannung der Wechselstromversorgung entspricht und die mit ihrem Pluspol an eine elektrisch von der Vakuumkammer isolierte Anode, die in der Sputterkammer vorgesehen ist, angeschlossen ist, wobei zwischen der Anode und der geerdeten Vakuumkammer eine induktionsarme, Hochfrequenz-taugliche Kapazität und zwischen den Targets und ihrer Umgebung bei jeder der beiden Kathoden jeweils eine weitere induktionsarme, Hochfrequenz-taugliche Kapazität und zwischen dem Mittel­ abgriff und der Anode ebenfalls eine induktionsarme, Hochfrequenz-taugliche Kapazität angeschlossen ist.
Weitere Einzelheiten und Merkmale sind in dem Patentanspruch näher charakterisiert und gekennzeichnet.
Die Erfindung läßt die verschiedensten Ausführungsmög­ lichkeiten zu; eine davon ist in der anhängenden Zeichnung schematisch näher dargestellt, die den Schnitt durch eine Sputteranlage mit zwei Magnetron-Sputterkathoden zeigt.
In der Zeichnung ist ein Substrat 1 dargestellt, daß mit einer dünnen Schicht 2 aus einem Oxid (z. B. Siliziumdioxid oder Aluminiumoxid) versehen werden soll. Diesem Substrat 1 liegen Targets 3, 3a und 3b, 3c gegenüber, die zu zerstäuben sind. Die Targets 3, 3a und 3b, 3c stehen über zwei Joche 11, 11a in Verbindung, die jeweils drei Magnete 19, 19a, 19b bzw. 19c, 19d, 19e einschließen.
Die auf die Targets 3, 3a bzw. 3b, 3c gerichteten Polaritäten der Pole der sechs Magnete wechseln sich ab, so daß jeweils die Südpole der beiden jeweils äußeren Magnete 19, 19b bzw. 19c, 19e mit dem Nordpol des jeweils innenliegenden Magnets 19a bzw. 19d etwa kreisbogenförmige Magnetfelder durch die Targets 3, 3a, 3b, 3c bewirken. Diese Magnetfelder verdichten das Plasma vor den Targets, so daß es jeweils dort, wo die Magnetfelder das Maximum ihrer Kreisbögen aufweisen, seine größte Dichte hat. Die Ionen im Plasma werden durch elektrische Felder beschleunigt, die sich aufgrund einer Wechselspannung aufbauen, die von den Stromquellen 10, 21 abgegeben wird.
Diese Wechselstromquelle 10 weist drei Anschlüsse 12, 13, 14 auf, von denen die beiden äußeren Anschlüsse 12, 13, die von den Enden einer sekundären Transformatorwicklung gebildet sind, an die beiden Kathoden 5, 5a angeschlossen sind. Der Mittenabgriff 14 der sekundären Transformatorwicklung steht über eine Leitung 20 mit dem negativen Pol der Gleichstromquelle 21 in Verbindung, wobei die Größe der Gleichspannung etwa der effektiven Spannung der Wech­ selstromquelle 10 entspricht oder aber gegenüber dieser erhöht ist. Die beiden Stromleiter 8, 9, die die sekundäre Transformatorwicklung mit den beiden Targets 3, 3a bzw. 3b, 3c bzw. über zusätzliche Zweigleitungen 21, 22 mit in diese eingeschalteten Kondensatoren 17, 18 mit den Magnetjochen 11, 11a verbinden, stehen durch eine Leitung 23, in die ein Kondensator 24 eingeschaltet ist, miteinander in Verbindung. (Anstelle des Begriffs "Kondensator" wird nachstehend für dieses Bauelement auch der allgemeinere Begriff "Kapazität" benutzt). Der dritte Stromanschluß 14 ist außerdem über eine Leitung 28 mit einer in diese eingeschalteten Kapazität 27 an den Pluspol der Gleichstromquelle 29 angeschlossen, die ihrerseits zum einen an die Anode 6 und zum anderen über die Zweigleitung 25, in die die Kapazität 16 eingeschaltet ist, mit der Vakuumkammer 26 bzw. dem Erdleiter verbunden.
Zusammenfassend sind also folgende Merkmale für die Erfindung von besonderer Bedeutung:
  • a) Anstelle einer einzigen Kathode sind zwei elektrisch voneinander isolierte Kathoden 5, 5a in einer Sput­ terkammer 15a eingebaut, die beide an eine Wechselstrom- Versorgung 10 angeschlossen sind, wobei jede von den beiden Kathoden 5, 5a in einer Periode der Wechsel­ spannung als negative Elektrode und als positive Elektrode wirkt, d. h. daß die Plasmaentladung eines Sputterprozesses zwischen den beiden Kathoden 5, 5a stattfindet.
  • b) Die Wechselstrom-Versorgung 10, an die die beiden Kathoden 5, 5a angeschlossen sind, weist einen elektrisch hängenden (floatenden) Ausgang mit drei Anschlüssen 12, 13, 14 auf, wobei einer der beiden außenliegenden Anschlüsse 12, 13, die im übrigen elektrisch symmetrisch gegenüber dem dritten Anschluß 14 sind (z. B. zwei Enden einer sekundären Transformatorwicklung mit ausgeführter Mitte der sekundären Wicklung), an die eine der beiden Kathoden 5, 5a und der anderen an die zweite der beiden Kathoden angeschlossen ist.
  • c) Der dritte Anschluß 14 der Wechselstrom-Versorgung 10 (z. B. die Transformatorwicklungsmitte) steht mit dem negativen Pol einer Gleichstrom-Versorgung 29 mit einem (floatenden) Ausgang in Verbindung, wobei die Größe der Gleichstromspannung etwa der effektiven Spannung der Wechselstrom-Versorgung entspricht oder höher ist.
  • d) Der zweite Anschluß der Gleichstrom-Versorgung 29 ist mit einer Anode 6 in der Sputterkammer 15 verbunden, wobei diese Anode 6 elektrisch isoliert von der Vakuumkammer 26 eingebaut ist.
  • e) Zwischen den beiden Kathoden 5, 5a ist eine induk­ tionsarme, Hochfrequenz-taugliche Kapazität 24 eingeschaltet.
  • f) Zwischen der Anode 6 der Gleichstrom-Versorgung 29 und der geerdeten Vakuumkammer 26 ist eine weitere induk­ tionsarme Kapazität 16 eingeschaltet.
  • g) Zwischen den Targets 3, 3a und 3b, 3c und den Targetum­ gebungen ist bei jeder von den beiden Kathoden 5, 5a jeweils eine induktionsarme, Hochfrequenz-taugliche Kapazität 17, 18 eingeschaltet.
  • h) Zwischen dem mittleren Anschluß 14 der Wechselstrom- Versorgung (Transformatormitte, an die auch der negative Pol der Gleichstrom-Versorgung 29 angeschlossen ist) und der Anode 6 ist eine induktionsarme, Hochfrequenz­ taugliche Kapazität 27 (in die Leitung 24) eingefügt.
Aufgabe der Gleichstrom-Versorgung 29 ist es, den Spannungspegel der Wechselstrom-Versorgung 10 auf hohem negativem Wert zu halten. Dies soll vermeiden, daß der maximale positive Spannungswert der Kathode 5, 5a bezüglich Masse (Sputterkammer 26) oder Kathodenumgebung nicht allzu hoch ist. Eine überhöhte positive Kathodenspannung führt zu einem instabilen Verhalten des Sputterprozesses (z. B. Plasma­ zündung an der Kathodenumgebung), zu Überschlägen und Arcing der Kathoden. Der Strom, der durch die Gleichstrom-SSV fließt, soll viel kleiner sein als der eigentliche Sputterstrom der Wechselstromquelle 10.
Aufgabe der Kapazität 24 ist es, die durch das Sputterplasma induzierten Hochfrequenzspannungs- und Stromschwingungen, die zu Überschlägen und Bogenentladungen (Arcing) führen, kurzzuschließen.
Die Kapazität 16 ist besonders wichtig, wenn bei einer reaktiven Abscheidung eine elektrisch isolierende Schicht erzeugt wird, die auch auf der Anode 6 wächst. Aufgabe dieses Kondensators 16 ist es, eine Wiederzündung des Sputterplasmas nach einer Abschaltung der Sputter-Stromversorgung zu ermög­ lichen.
Aufgabe der Kapazität 17, 18 ist es, die Häufigkeit der zufälligen elektrischen Überschläge, die zwischen dem Target 3, 3a bzw. 3b, 3d) und der Targetumgebung entstehen, zu beseitigen.
Die Aufgabe der Kapazität 27 ist identisch mit derjenigen der Kapazität 24; in diesem Falle aber für den elektrischen Kreis der Gleichstromversorgung 29.
Bezugszeichenliste
1
Substrat
2
Schicht
3
,
3
a,
3
b,
3
cTargets
4
Blende
5
,
5
aKathode
6
Anode
7
,
7
a,
7
bPolschuh
7
c,
7
d,
7
e
8
Stromleiter
9
Stromleiter
10
Wechselstromquelle, Wechselstrom-Spannungsversorgung
11
,
11
aKathodenkörper, Magnetjoch
12
Ausgang, Stromanschluß
13
Ausgang, Stromanschluß
14
Ausgang, Stromanschluß, Mittenanzapfung
15
,
15
aBeschichtungskammer, Rezipient
16
Kapazität (induktionsarm)
17
Kapazität (induktionsarm, Hochfrequenz-tauglich)
18
Kapazität (induktionsarm, Hochfrequenz-tauglich)
19
,
19
a,
19
b,
19
c,
19
d,
19
eMagnet
20
Leitung
21
Zweigleitung
22
Zweigleitung
23
Verbindungsleitung
24
Kapazität (Hochfrequenz-tauglich)
25
Zweigleitung
26
Vakuumkammer
27
Kapazität (Hochfrequenz-tauglich)
28
Zweigleitung
29
Gleichstromquelle

Claims (1)

1. Vorrichtung zum reaktiven Aufstäuben von isolierendem Werkstoff, insbesondere von Siliziumdioxid (SiO2), bestehend aus einer Wechselstromquelle (10), die mit in einer evakuierbaren Beschichtungskammer (15, 15a) angeordneten Magnete (19, 19a, 19b bzw. 19c, 19d, 19e) einschließende Kathoden (5, 5a) verbunden ist, die elektrisch mit Targets (3, 3a, 3b, 3c) zusammenwirken, die zerstäubt werden und deren zerstäubte Teilchen sich auf dem Substrat (1) niederschlagen, wobei in die Beschichtungskammer (15, 15a) ein Prozeßgas und ein Reaktivgas, insbesondere Argon und Sauerstoff, einbringbar sind, gekennzeichnet durch drei elektrisch voneinander und von der Sputterkammer (26) getrennte Elektroden (6, 5, 5a), wobei zwei Elektroden als Magne­ tronkathoden (5, 5a) ausgebildet sind, bei denen jeweils die Kathodenkörper (11, 11a) und das Material der Targets (3, 3a, 3b, 3c) elektrisch isoliert miteinander verbunden sind, und die dritte Elektrode als zusätzliche Anode (6) bei der Plasmaentladung wirkt, und wobei eine Wechselstromversorgung (10) vorgesehen ist und jede der beiden an diese Stromversorgung (10) angeschlossenen Kathoden (5, 5a) in einer Periode der Wechselspannung als negative Elektrode und als positive Elektrode wirkt, so daß eine Plasmaentladung im Sputterprozeß insbesondere zwischen den beiden Kathoden (5, 5a) erfolgt, wozu die Stromversorgung (10) einen floatenden Ausgang mit drei Anschlüssen (12, 13, 14) aufweist, die beispielsweise aus den beiden Enden einer sekundären Transformatorwicklung mit Mittenanzapfung (14) gebildet sind, wobei die Mittenanzapfung (14) mit dem negativen Pol einer Gleichstromversorgung (29) verbunden ist, deren Spannung etwa der effektiven Spannung der Wechselstromversorgung entspricht, und die mit ihrem Pluspol elektrisch an die Anode (6), die in der Sputterkammer (15) vorgesehen ist, angeschlossen ist, wobei zwischen der Anode (6) und der geerdeten Vakuumkammer (26) eine induktionsarme, Hochfrequenz-taugliche Kapazität (16) und zwischen den Targets (3, 3a bzw. 3b, 3c) und ihrer Umgebung (11, 11a) bei jeder der beiden Kathoden (5, 5a) jeweils eine weitere induktionsarme, Hochfrequenz-taugliche Kapazität (17 bzw. 18) und zwischen dem Mittelabgriff (14) und der Anode (6) eine vierte induktionsarme, Hochfrequenz­ taugliche Kapazität (27) und zwischen den beiden Anschlüssen (12, 13) bzw. den Anschlußleitungen (8, 9) für die Targets (3, 3a bzw. 3b, 3c) in eine Verbindungs­ leitung (23) eine fünfte Kapazität (24) eingeschaltet ist.
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